Literaturgefluester

2021-07-26

Noch einmal Steiermark

Filed under: Reisebericht — jancak @ 08:18
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Am Freitagmorgen ging es noch einmal in den Kurzurlaub zur Ruth,die von ihrer Familie inzwischen wieder verlassen wurde. Ein bißchen später weggekommen und auch den Weg über Graz genommen, so daß ich schon ziemlich hungrig war, bis wir den „Lindenhof“ erreichten.Diesmal habe ich mich statt dem Backhendl für ein Zitronenhendl mit Kartoffelkroketten und Gemüse entschieden, der Alfred für ein Grillhendl und natürlich Cremeschnitten, damit zur Ruth gefahren, die schon gegessen hat und dann ein bißchen Streit darüber, wann wir nach Radkersburg radeln würden.

Ich stehe ja auf meinen Mittagsschlaf, in Radkersburg gibt es aber am Freitag einen Wochenmarkt bis vier und den wollte der Alfred besuchen, also Schlaf bis drei. Aber da hat es geregnet. Wir sind trotzdem gefahren, haben uns bei der Bushaltestelle wieder untergestellt und als wir am Hauptplatz ankamen, wurde der Markt schon abgeräumt.und da man am ab Donnerstag in den Geschäften außer, die des persönlichen Bedarfs, also Lebensmittel, wie das so schön heißt, wieder maskenfrei mit Ausnahme Wiens, wo alles strenger ist und der Bürgermeister ein Sonderregime aufbaut, einkaufen kann und ich da ja schon fast ein Jahr nicht tat, war ich schon scharf auf das Shopping.

Kleider brauchte ich zwar nicht wirklich, aber der Lia wollte ich ja sehr gern wieder ein Püppchen oder ein Holzspielzeug in dem schönen Spielwarengeschäft in der Westbahnstraße kaufen, das fällt also flach. Aber für meine Praxis brauchte ich Büroklammern und Schnellhefter und in Bad Radkersburg gibt es einen „Libro“.

Also hinein, die Ruth fragte nach einem Regenmantel und ist zurückgefahren, als es ein bißchen zu regnen aufhörte, ich schaute natürlich in die Bücherabverkaufskiste, auch das habe ich schon ein Jahr lang nicht getan und bin aber trotzdem in keinen Büchernotstand gekommen und habe dort oh Wunder Sigrid Nunenz von der ich ja noch „Sempre Susan“ lesen muß „Der Freund“ um einen Euro gefunden und im Bücherschrank vorher am Hauptplatz Beate Maxian „Die Tote im Kaffeehaus“, von der ich schon einige Bücher in meinen Regalen habe. Das also eingekauft, der Alfred wählte Wachsmalkreiden für die Lia und Kerzen für die Abende im Kittner-Haus und dann doch in einige Kleidergeschäfte, dort ein blaugestreiftes Leiberl ausgesucht und dann, das Wetter war wiederschön und sonnig, ein wenig an der Mur flaniert, war sehr schön und idyllisch, zurückgeradelt. Ein bißchen was gegessen und dann noch einen kleinen Spaziergang durch die Büsche. Rundherum ist ja alles grün und waldig und die slowenische Grenze sehr nah. Irgendwo zwischen den Büschen gibt es einen kleinen Teich auf dem Seerosen blühten, den umrundet, was einen fast urwaldartigen Eindruck machte, weil sehr wenig gegangen. Dann ein bißchen an die Grenze.

„Achung Staatsgrenze!“, steht da an einem Schild. Es tauchten aber nicht, wie vor vierzigJahren die soldaten auf und wir haben diese auch nicht verla ssen, sondern sind zu dem Baum zrück, den die Ruth als besonderes Zeichen bezeichnete.

„Warum?“, habe ich sie gefragt. Hat hier ein heldenhafter Soldatden Feind besiegt oder ein Russe die Partisanen? Aber nein, nur ein Kennzeichnen, um den Weg zu finden, damit man sich nich in dem Grenzwaldnicht verwirrt oder ist vielleicht doch da der Herr Kittner eines Abends spazierengegangen und hat da die Idee für ein neues Kabarettprogramm bekommen, meinte der Alfred launig. Beweisen kann man es nicht, aber eine Legende daraus machen. Dann sind wir noch lange vor Ruths Ferienwohnung gessen, haben Wein getrunken, den Vollmond bewundert und uns auch über den Sinn der 3G-Regeln und wie man mit diesen umgehen soll gestritten.

Am Samstag dann noch einmal Bad Radkersburg und da war der Bücherschrank wohl gefüllt, offebar haben die Bibliothekarinnen, die ihn betreuen ihre Leseexemplare hineingestellt in dem Kellerladen gegenüber habe ich mir ein leichtes blauweißes italienisches Sommerkleid gekauft und dann sind wir an der alten Stadtmauer bis zur Mur bzw. bis zur slowenischen Grenze marschiert. Da war der Weg dann abgesperrt und man mußte einen steilen Weg hinunterkraxeln, wo dann Tafeln aufgestellt waren, die von grenzübergreifenden Initative berichteten. Am Rückweg in Laafeld wieder beim Lindenwirt halt gemacht, während wir auf das Essen warteten, einen Steirrerhugo getrunken.

Danach zur Buschenschschank nach Sicheldorf geradelt, um sich in 3G-Zeiten, dieBretteljause,den Käferbohnensalat und den Heckenklescher nach Hause zuholen,was auch gut möglich ist.

Das Ökodenkmal haben wir dann am Sonntagvormittag im zweiten Anlauf gefunden. Diesmal durch den Wald geradelt,am Dorfhaus, wo es einen Fischteich gibt vorbei und an einigen glücklichen Hühnern. Dann standen wir vor einem alarmgesicherten Fabriksgelände. Ein Stückchen auf der Straße geradelt. Dann wieder einenFeldweg hinein, an der Biogasanlage vorbei und dann hätte ich es übersehen. Der Alfred hat es aber gefunden. Ein kleines Kreuz, ein Marterl, ein Hufeisen und die meisten der erwarteten Plastikflaschen waren schon verschwunden,was wiederum bezeichnet ist und das war sie dann die Sonntagsattraktion.

Zu Mittag Restlessen, denn von der Hühnerleber und den Käferbohnen war noch was über und auch was von demWein, wo man hier, glaubte ich, den Steirer Hugo macht. Himbeern, Kriecherln und Zwetschken gibts im Garten. Die Letzteren fallen vom Haus, einen kleinen Tümpel mit zwei kleinen Fröschen, die hurtig wegspringen, wenn man sich über sie beugt, gibt es auch und am Samstagabend hat es irgendwo auch ein Feuerwerk gegeben.

Am Sonntagnachmittag gab es Lesen, der Alfred hatte aus Radkersburg Kaffee der am Ausgehen war und ein Eis geholt, dann noch einmal zum Seerosenteich marschiert, um zu beobachten, wieviele Seerosen inzwischen aufgegangen waren und Karten geschrieben. In dem Haus gibt es einige sehr schöne von der Kittner-Stifung, also werden der Uli,die Hilde Schmölzer und die Doris Kloimstein aus der „Kommunistischen Hochburg der Steiermark“ eine solche bekommen.

Am Abend wieder Restlessen, von der kalten Platte von der Buschenschank ist sehr viel übergeblieben und am Montagmorgen läuteten um sechs sehr lang und laut die Kirchenglocken. Ein Restlfrühstück, dann Zelt zusammenpacken, noch einmal Mittagessen und nach Wien zurückzufahren. Der zweimalige Kurzurlaub ist vorbei und die Sommermitte demnächst auch.

2021-07-18

Im Landhaus der Dietrich Kittner-Stiftung

Wochenende in der Steiermark in Dedenitz bei Bad Radkersburg, weil da hat sich die Ruth bei der Dietrich Kittner Stiftung, das war ein Kabarettist, der dort ein Kulturzetrum mit Theater aufgebaut hat,das jetzt von der steierischen KÖP und von Ernst Kaltenegger verwaltet und als Ferienwohnungen meistens an Künstler vergeben wird, eingemietet und uns eingeladen dort im Garten unser Zelt bzw. den neuen Campingwagen aufzubauen und ein bißchen Urlaub ist in Corona- Zeiten, wo man ohne 3G ja nicht sehr viel herumkommt, ganz gut. Vor der ruth war in der großn Wohnung, die wahrscheinlich ein ehemaliges Bauernhaus ist, Erich Hackl und hat vielleicht ein paar seiner Bücher hinterlassen oder waren sie schon dort. Ein sehr idyllischer Hof,der fast ein bißchen an das Künstlerdorf erinnert wo wir im Vorjahr waren. Den neuen Campinganhänger den sich derAlfred mit dem Karli im Oktober geholt hat unter einem Baum aufgestellt und ein bißchen probegeschlafen und dann mi tden Klapprädern, die wi rmitgenommen haben nach Bad Radkersburg vier Kilometer auf einen schönen Radweg gefahren.

Am Hauptplatz direkt neben der ästhetisch schönen Bücherzelle, wo die städtische Bibliothek ihre Plakate angebracht hat, die Räder abgestellt und zur Frauenkirche gewandert alles ästhetisch schön. Das Finanzamt schaut wie ein Theater aus, dabneben steht das Russendenkmal, das, glaube ich, vom Hauptplatz verlegt wurde, dann zu einer anderen Kirche, die sehr schön war und davor gab es eine Ausstellung über das Sterben mit einem alten Totenwagen,woman sich einbißchen in dieVergangenheit begeben konnte.

Dann sind wr zurückgeradelt, ein bißchen hat es geregnet und in der Nacht gab es ein Gewitter, so daß das neue Zelt, das sehr weich und bequem war gleich zumEinstand naß geworden ist und dasWetter am Samstag schlecht, wo die Ruth ihre Schwester und ihren Schwager erwartet, die aus Stuttgart kommen sollen und amSonntag soll auch noch ihr Sohn mit seiner Familie kommen, so daß es ein richtigs Familientreffen geben wird.

Zum Frühstück kam der Bäckerwagen, es gab Kipferl und Eiern vom Bauern von angeblich glücklichen Hühnern. Das Internet war, was mich in Schrecken versetzte, eine Weile aus, denn was tut man Mitten am Land im Regen? Allerdings gibt es ja meinen „Hundert Seiten-Text“, den ich auch ohne Netz korrigieren kann und da auch noch viel Arbeit habe.

Dann bekamen wir Besuch von einem einheimischen Naturburschen, der Alfreds Zelt besichtigen wollte. Ruth kochte zum Mittagessen Champignons mit Reis und der Alfred,der unbedingt Fleisch haben wollte, fuhr zum Lindenhof um zwei Portionen Schweinsbraten und drei Cremeschnittenzu holen und den drei G-Regeln zu entgehen. Danach ein Spaziergang anderslowenischen Grenze durch den Wald, was Erinnerungen in mir weckte, bin ich doch vor fast vierzig Jahren mit dem Herrn Benesch in einem Bauernhof an der slowenischen Grenze gewesen und dortbeim Scheammerlsuchen ein bißcfhen zu weit in das ehemalige Jugoslawien gekommen. Das ist diesmal nicht passiert, sondern ein schöner Gang durch einen schönen Wald in einem schönen Erholungsgebiet und das Wetter war auch wieder schön.

Am Abend während Ruth auf ihre Schwester wartete, sind wir noch einmal zum Lindenhof geradelt, um Getränke zu holen und da in ein Gewitter geraten. Zum Glück aber nicht zu naß geworden. Die Schwester und der Schwager sind dann erst sehr spät, weil in einem Stau geraten, gekommen. Am Sonntag war dann das Wetter nach einer ruhigen Nacht wieder schlecht.

Überall gibt es Hochwasser und Überschwemmungen. In Deutschlandf sind über hundert Menschen daran gestorben, Hallein ist überflute und Amstetten.

So sind wir in Ruths Wohnung geblieben, ich habe meinen Text korrigiert und noch einmal das Bücherregal durchgesehen. Dietrich Kittner hat, glaube ich, eine Bibliothek mit zehntausend Büchern hinterlassen. Da habe ich nur ein Foto gesehen. In dem Bücherregal in derWohnung gab es aber ein Buch mit Kittner Texten, das ich durchgeblättert habe und was ich besonders interessant fand, auch eines von Louis Mahrer nämlich „Bora“, das Robert Streibel herausgebracht hat, ich habe bei einer KritLit davon gehört in der Kittner Stiftung gibt es also besondere kritische Bücher und zum Mttagessen hat der Alfred aus dem Gasthaus Backhendl geholt. Die Ruth hat Gurkensalat gemacht. Cremeschnitten gab es noch von gestern und dann sind wir über Graz und Mariazell zurückgefahren und haben die Option nächste Woche wiederzukommen und da noch einmal ein Wochenende an der steirisch slowenischen Grenze zu erleben, wenn das Wetter vielleicht besser ist.

2021-07-09

Da war ich eigentlich noch nie

Filed under: Bücher,Reisebericht — jancak @ 00:40
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Im Sommer liest man Sommerbücher, auf diese idee hat mich eigentlich „leselustfrust“ vor jahren einmal gebracht, mein langer Sub hindert mich inzwischen daran, das zu tun, aber manchmal kommen die Bücher auch so auf mich zu, wie es mir mit“Der Wunderkammer des Reisens in Deutschland so“ ging, denn da gibt es ja den „Verlag des kulturellen Gedächtnisses“ das,wie soll ich sagen schöne bibliophile Raritäten verlegt. Mit der „Wunderkammer der deutschen Sprache“ hat es angefangen und jetzt geht es um das Reisen durch Deutschland, was ja in Zeiten, wie diesen ein bißchen schwierig ist oder eigentlich auch nicht, denn es sollen ja jetzt alle reisen,womit sich das Delta Virus dann auch munter verbreitet,die Maturanten es aus Mallorca nach Österreich brachten oder wie es das Cover zeigt, eine Reise in die Vergangenheit, sieht man da ja einen alten Fotoapparat, eine Frau mit einer Reisetasche und Stöckelschuhen, einenSchifahrer und und und…

„Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an das Reisen in Deutschland denken?“, wird da im Vorwort gefragt und ich, die ich ja im Nachbarland wohne, denke da an die Reisen nach Hamburg und Hannover, als Zehnjährige, dann meine Leipzig Frühlinge, die Radreise mit der Ruth 2007 von Ybbs nach Regensburg, dann die Radreise von Ulm nach Regensburg und und und von oder nach Passau sind wir auch ein paarmal mit der Anna geradelt und die ersten Reisen habe ich mit meinen Eltern auch in ihrem altenVW-Käfer unternommen.

Also in der Badewanne oder am Balkon liegen und zumindestens geistig in dem schön illustrieren Buch durch Deutschland reisen,wo wieder einmal alle diesbezügliche Bereiche erwähnt werden und es von der Vergangenheitdurch in die Gegenwart geht. Mit dem Finger auf der Landkarte kann man das natürlich ebenfalls machen und da die diesbezüglichen Zuordnungen treffen und dann gibts auch noch das Brauchtum, also die „Waldkirchner Rauhmacht“,die „Oldenburger Kohlfahr“tbis hin zur „Leipziger Buchmesse“, die ja früher im März stattfand. Es gibt das Reisen mit der Kutsche, wie man das um 1840 machte oder die Fußreisen, die früher en vogue waren. Da gibt es dann Ratschläge, was man dazu alles mitnehmen soll? Die literarischen Museen und Gedenkstätten werden auch angeführt, wie den „James Krüss Turm“ oder das „Michael Ende Museum“ in Bayern. Die Zoos werden auch angeführt und da habe ich gelernt, daß es auch einen in Leipzig gibt, da war ich noch nie führe ich an. Aber vielleicht komme ich noch einmal dorthin. Und um die ganze Welt kann man ja angeblich mit der Eisenbahn fahren oder sollte das einmal können und das Buch führt eine lyrische Kritik an „Oh Eisenbahn,was bist du kommen, hast WanderersRuhe uns genommen!“

Schon 1880 hat man sich um denUmweltschutz Sorgen gemacht und dann geht es auch schon zu den Nationalparks. Souveniers sind natürlich auch ein Thema, da gibt es die Stocknägel, die man sich mit einem hübschen Bildchen auf seinen Spazierstock pinnen kann und dann sind wir auch schon bei den Hotels und was die machen, damit die Gäste nicht die Bademäntel oder das Leintuch als Souvenier mitnehmen?

Da fällt mir Heinrich Spoerls „Wenn wir alle Englein wären“, ein Buch von meiner Großmutter, ein ,wo das da auch einmal ein Thema war. Dazu passen dann die Kurorte mit ihren Kurschatten. Das hat ja Stefan Zweig, glaube ich im „Brennenden Geheimnis“ ganz schön beschrieben, wo der Knabe eifersüchtig auf den Liebhaber der Frau Mama war, sie dann aber nicht verriet. Das Rotlichtmilieu muß natürlich auch erwähnt werden. Da gab es ja in Berlin in den Neunzehnhundertzwanzigerjahren regelrechte Bordellführer, die die Touristen anlockten oder auch in die Irre führten und eine „Dampfschifffahrt ins Reintal“ und wie das 1828 so war, wird auch beschrieben. Zum Kunstgenuß gehören außer den schon erwähnten Schriftstellerstuben, auch die Freiluftmuseen.

1862 ist Theodor Fontane durch die Mark Brandenburg gewandert und hat ein Buch darüber geschrieben, das Sagen, Ortsbeschreibungen, Geschichen, etcetera, enthält. eine über das Schloß Freienwalde, das Witwe von Friedrich Wilhelm II bewohnte, die von ihren Enkelkindern dort oft besucht wurde, ist in dem Buch auch abgedruckt und Johanna Schopenhauer hat sich 1828 über die reisenden Engländer im Rheinland die ihrer Meinung nach arrogant auftraten und „Die ganze Ordnung“ störten, mokiert.

Dazu passen die Auszügeaus einem Englisch- Lehrbuch für Kellner ,1924, denen beigebracht wurde, wie man sich auf der Station im Hotel und auch beim Billardspielen unterhält. Dann kommen die Zimmermädchen an die Reihe, die 2019 beschrieben, wie sich die an den Gästen revanchieren, die Zahnbürsten benützen, mit den Handtücher das Klo reinigen, die Kleider anprobieren, etcetera.

Otto Julius Bierbaum hat 1909 das „Erste Autoreisebuch der deutschen Literatur“ geschrieben und meinte „Es wird zwar, wie ich glaube, nicht mehr lange dauern und das Reisen im Automobil ist etwas gewöhnliches , vor der Hand aber gehören löngere Reisen dieser Art noch zu den Seltenheiten“

Hinweise für den Familienausflug gibt es auch, sowie eine kurze Geschichte des Verkehrsfunks, wo das Bild von einer Reihe von VW-Käfers die im Stau stehen am Beeindrucksten ist und Ludwig Ganghofer hat 1892 den Radführerschein gemacht, den man damals offenbar brauchte und dann über seine Radtouren geschrieben.

Radtouren für Frauen, beziehungsweise Bücher darüber gibt es auch. Das hat die Radfahrpionierin Amalie Rother 18987 geschrieben und darin auch erklärt, warum sich die Französinnen nicht auf Radtouren machen. Denn Ersten waren sie zu unselbständig, zweitens konnten sie ihren Kosmetikkoffer nicht auf das Rad mitnehmen. Obwohl es schon damals den Service gab, sich seinen Koffer ins Hotel vorschicken zu lassen.

In der DDR war das Campen sehr beliebt, weil es zu wenige Hotels gab. Die Campingplätze haben meist auch sehr schöne stimmige Name und wenn man in der DDR schon campte, hat man da wahrscheinlich auch fotografiert. So hat in den Neunzehnhundertfünfzigerjahren Walter Dreizner, der 1961 bei seinem Bruder in den USA war, in die DDR zurückkehrte, was er bereute, 1957 einen „Urlaubsfotoratgeber“ herausgegeben, wo er Tips gab, wie man „Die Sonne ins Bild“ bringt oder die Köpfe auf den Fotos nicht abschneidet.

Johanna Schopenhauer, die Mutter des Philosophen,die sich ihr Leben, als Reiseschriftstellerin verdienen mußte und die offensichtlich sehr kritisch war, hat noch einen Artikel über lärmende Kinder im Hotel, die sie störten geschrieben und dann geht es beim Thema Reisen auch sehr wichtig, zur Eisenbahn und da um den Knigge, beziehungsweise dem richtigen Benehmen im Zugabteil eine „Mitropa-Speisekarte“ aus dem Jahr 1957 ist abgedruckt. Da konnte man Ochsenschwanzsuppe und PragerSchinkenbrot um drei Mark neunzig zum Frühstück essen und ein Gedicht aus der „Mitropa-Zeitung“, wo einer die „Kraftsuppe“ lobte ist auch abgedruckt:

„Ich sitze gern an schönen Tagen, so mittags zwischen zwölf und zwei, im weißgedeckten Speisewagen, bei einer Tasse Kraft mit Ei“.

Dann gehts um Fliegen und das ist auch interessant. Denn darüber haben sowohl Kafka als auch Ringelnatz gedichtet.

Das Kegeln und das Golfen wird beschrieben und dann natürlich auch das Schifahren und wir haben uns durch das Buch gelesen. Der Urlaub ist vorbei. Da gibt es auch einen Artikel und ich kann das schön illustrierte Buch wieder nur in den höchsten Tönen loben und das Lesen in Zeiten, wie diesen, wo man nach seinem Mallorca- oder wo auch immer Urlaub vielleicht in Corona-Zeiten in Quarantäne muß, sehr empfehlen. Am Balkon oder auf der Terrasse kann man das vortrefflich, muß dabei weder Maske tragen noch einen 3G-Nachweis bringen und ist so auf diese Art und Weise sowohl durch Deutschland, als auch durch das letzte Jahrhundert gereist.

2021-05-15

Ausflug zum Almsee

Hurrah, hurrah, nach der Osterhysterie, die Zahlen steigen un steigen und nach Ostern werden wir sechstausend täglich positiv Getestete haben, müßen wir in den Osterlockdown gehen, am Donaukanal auch beim Radfahren FFP2-Maske tragen, damit wir nicht zu übermütig werden, an weitere Öffnungsschritte ist absolut nicht zu denken und der Lockdown muß mindestens bis Ende April verlängert werden, -hat sich jetzt das Blatt gewendet, denn schon mindestens eine Million geimpft. Der grüne Impfpaß ist schon da oder soll mit einem drei G-System kommen und so dürfen in Wien ab nächsten Mittwoch die Restaurants, die Kinos und auch andere Veranstaltungsorte geöffnet werden. Mit FFP2- Maske natürlich, getestet, geimpft oder genesen und eine Registrierungspflicht gibt es auch, wenn man sich in einen Schanigarten setzen will, um dort ein Glas Wein oder einen Kaffee zu trinken.

Aber hurrah, hurrah, die neue Freiheit ist da!

„Freuen Sie sich nicht?“, fragte OE24 die Passanten und wundert sich ein bißchen, daß am Samstag in Wien trotzdem eine Demo angesagt ist, weil es offenbar Leute gibt, die die neue Freiheit nicht in einem digitalen Impfpaß sehen, den sie jeden jederzeit herzeigen müßen und geht man in ein Hotel, muß man auch alle zwei Tage auf eine Teststraße, um seine Unversehrtheit zu beweisen.

„Mit mir nicht!“, würde meine diesbezügliche Antwort lauten. Da bleibe ich lieber zu Hause. Zum Glück kann ich es mir leisten, kann meine Stunden vorläufig weiter telefonisch machen, mir vom Alfred einkaufen lassen, kann meinen Kaffee und mein Glas Wein auch zu Hause trinken und gelegentlich auf die Rudolfshöhe schauen, ob da jemand Takeway verkauft und sich damit fünfzig Meter weiter begegben.

Klingt eigentlich ganz gut und kann ich wahrscheinlich, weil ich kein Kind habe, daß ich zur Schule bringen muß und keine Mutter, die in einem Pflegeheim besucht werden will, noch lange durchhalten, denn ich muß ja nicht am Abend in die „Alte Schmiede“, ins Literaturhaus, etcetera gehen. Vorläufig streamen die noch und wenn nicht mehr, habe ich genug Bücher, die ich lesen kann. Aber es stimmt, ein bißchen viel bin ich dann schon zu Haus und ob das wirklich so gesund ist, alle zwei Wochen Rad zu fahren und sonst nur auf die Bank oder zum Bücherchrank zu kommen.

Natürlich ist es das nicht, obwohl ich es gut aushalte und meine Depression auch nicht diesbezüglich besonders hoch geschoßen ist. Ich kann mit ihr leben, würde ich meinen, Alfred trifft es härter als mich. Denn er war ja gewohnt viel zu reisen oder auf ein Bier zu gehen und sich dort Fußballspiele anzuschauen. Hat, glaube ich, seit einem Jahr mehr zu kämpfen und rennt auch öfter herum, um dies und das einzukaufen und war im Oktober auch mit dem Karli im Bremen, um dort einen Campinganhänger abzuholen. Ein paar Tage in Italien und am Montag mit dem Karli in Gmunden, um dort einen Reiserollstuhl für die Oma zu besorgen, damit er diesen leichter in sein neues Auto bringen kann, wenn sie zum Friseur oder zur Fußpflege muß.

„Was wirst du da essen? Die Restaurants haben noch zu?“, habe ich gefragt und er hat mir am Abend eine Karte von einer Fischhütte gezeigt, wo man herrlich Makrelen, Forellen oder Saibling essen kann.

„Fahren wir am verlängerten Wochenende dorthin?“, hat er mich gefragt und ich habe zugestimmt. War ich ja das letzte Jahr ohnehin nur einmal in Strobl, einmal im Burgenland und bin zu Ostern, um den Viehofner See marschiert. Dann hat das Wetter leider nicht mitgespielt. Der ganze April teuflich kalt und die These, daß die Zahlen, die jetzt schon bei achthundert liegen, durch das schöne Wetter verschwunden, vielleicht nicht ganz richtigist ,so daß wir es erst am Freitag wagen konnten, denn am Donnerstag, dem Christi Himmelfahrt-Feiertag Regen, so daß ich sogar meine Radrunde abgebrochen habe, aber am Freitag wurde es, als wir um elf weggekommen sind, langsam schön und das war es eigentlich auch, als wir im Almtal bei der Fischhütte angekommen sind und das Almtal ist eine sehr schöne oberösterreichische Gegend, die „Grüne Erde“ veranstaltet in Scharnstein dort immer ihre Flohmärkte so waren wir vor Jahren zweimal mit der Gerlinde dort. Rene Freund von dem noch zwei Bücher auf mich warten, hat dort, glaube ich, ein Haus. Man sieht die Berge und kann, um den Almsee wandern. Aber zuerst etwas essen, der Alfred hat zwar vorsorglich eine Notration, zwei gefüllte Weckerln vom „Hager“mitgenommen und die waren, stellte sich heraus, auch notwendig, obwohl die Fischhütte eigentlich einen offenen Eindruck machte.

Wir sind zum Parkplatz gefahren. Dort gab es Abfahllcontainer und übereinander gestellte Tische und ich dachte „Das ist halt die neue Normalität, solange man noch nicht durch eine Teststraße muß!“ und war erleichtert, daß ich vor der Bude ein paar Männer sitzen sah. Einer ist auch gleich, auf uns zugekommen, hat auf eine Tafel auf der „Heute geschlossen!“ stand, gezeigt und erklärt, daß es leider, leider des Wetter wegen heute keine Fische gäbe. Nun dann halt das Mohnweckerl mit der Salamai, dem Käse und dem Salatblatt.

„Man wird ja bescheiden!“, habe ich gedacht, der Alfred hat aber „Warte, fahren wir zum See, da gibt es eine Imbißbude!“, gesagt.

Gab es auch und einen schönen Parkplatz, wo schon die Motorradgang lehnte, die uns auf der Fahrt dorthin, überholt hat. Es gab Sitzbänke, ein öffentliches Klo und ein Restaurant vor dem ein Bierwagen stand, von dem schon die Bierfäßer hineingerollt wurden, denn am Mittwoch ist da die große Eröffnung. Die Imbißbude gab es auch, war aber geschloßen und, als sich der Alfred weshalb erkundigte, wurde auch etwas vom „Schlechten Wetter!“, gemurmelt.

Dabei war der Parkplatz gut besucht und die Spaziergänger, die sich zum See begaben, tummelte sich auch in nicht zu kleiner Zahl. Es gab auch einen Getränkeautomat. So haben wir uns auf einer Bank gestärkt und sind dann ein Stück am See entlang spaziert.

War wirklich sehr schön und idyllisch und da sieht man erst, welch schöne Gegengen es gibt, die man, wenn man in der Großstadt lebt, nicht so oft sieht. AmRückweg ist dann der Alfred noch vor einem Haus stehen geblieben, das ein Schild mit „Kaffee und Kuchen!“, aufgestellt hatte.

„Willst du?“, hat er mich gefratg?

„Ja!“, habe ich geantwortet.

„Ich glaube aber nicht, daß du das bekommst!“

So war es dann auch. Also auf der Heimfahrt Brot und Eier eingekauft, um sich aus den Käseresten, den Tomaten und der halben Gurke, die es im Eiskasten gab, einen Salat zu machen und ein Prospekt habe ich mir vom Almsee auch mitgebracht. Denn dort gab es neben dem öffentlichen Klo, das es dankenswerter Weise ebenfalls gab, auch eine Box mit Infomaterial. Die war aber nicht aufzubekommen. Also nur das genommen, was oben auf l

Ein schöner Ausflug und wieder etwas Action, weil ich diesen Sommer höchstwahrscheinlich keinen Urlaub machen werde. Nur meine Schreibwerkstatt in Harland bei St. Pölten, um dort meine zwei CoronaTexte, die das noch brauchen, zu korrigieren und vielleicht nach dem das dreizehnte Jahr „Literaturgeflüster“ gefeiert ist, mich wieder auf Romanrecherche zu begeben.

2020-08-23

Im Mariazellerland

Wir gehen ja seit September 2000 seit Alfreds ehemaliger Mathematik und Turnlehrer sechzig geworden ist jedes jahr zweimal mit den ehemaligen Mitgliedern der Wandergruppe, die der Lehrer im Gymnasium, als der Alfred dort Schüler war, gebildet hat und deren Freunden und Bekannten, meist in die Steiermark, im Hochschwab-Gebiet oder auch im Mariazellerland wandern und der Alfred und ich haben auch eine in Holz gebrannte Art Urkunde, daß wir von 2000 bis 2013 so neunzehnmal mitgegangen sind.

Damit lagen wir damals wohl an der Spitze der eifrigen Wanderer, inzwischen sind wir wahrscheinlich etwas abgedrückt, weil wir in den letzten zwei Jahren nur bei der kurzwanderung und dem sogenannten Fototreff waren, weil wir 2018, verhindert waren, der Alfred bei der Juni Tour mit dem Karl auf Reisen und im August waren wir in der Schweiz, im Vorjahr konnte ich nicht wegen meinem Knöchel und heuer im Juni dachte ich eigentlich das findet wegen Corona nicht statt, wir hatten aber nur keine Benachrichtung, weil wir in keinerWhatsapp-Gruppe sind, dann haben wir es aber irgendwie doch erfahren und konnten uns zur zweiten Wanderung anmelden, die ebenso, wie die erste im sogenannten Mariazellerland oder Hochschwabgebiet beim „Franzbauer“ stattgefunden hat und da haben wir die Ingrid und den Herbert ja vor einigen Wochen am Markt im St. pölten getroffen, die uns vorschwärmten, daß die Wanderungen sehr schön gewesen waren und das Essen sehr gut und beim „Franhzbauer“, dem Wirtshaus im Salzatal bei Gußwerk waren wir, glaube ich, schon einmal als wir noch in die hohe Tatra gefahren sind, zumindestens kann ich mich erinnern, daß ich dorthin Prospekte oder Fotos von unseren Touren mitgenommen und vorgeschlagen haben, daß wir das auch einmal tun könnten.

Dazu ist es nicht gekommen und wir fahren, glaube ich, seit zehn Jhren auch nicht mehr dorthin, weil wir zu langsam sind und auch diesmal war meine Kondition wahrscheinlich nicht die allerbeste, habe ich das Gehen und das Wandern nach meinen Unfall erst wieder lernen müßen, dann kam Corona und da bin ich bis Ostern ja auch eher zu Hause geblieben.

Jetzt hat mir der Alfred, weil ich keine mehr hatte und, um den Knöchel zu schonen neue hohe Wanderschuhe gekauft, aber die müßen erst eingegangen werden, so war ich einmal damit auf der Rudolfshöhe und vor einigen Wochen am Göller und damit auch im Mariazellerland und sogar in Mariazell im der berühmten Konditorei Pirkner mit den Lebkuchen, Mittagessen, weil wir nichts anderes gefunden haben.

Diesmal sind wir am Freitag Morgen von Harland losgefahren, haben beim „Franzbauer“, wo wir unser Quartier hatten Mitaggessen, die anderen begrüßt und schon einmal gehört, wie gut die Mehlspeisen dort sind.

Ich hätte bei meinem Menu zwar auch eine bekommen, hatte aber schon einen Kaffee bestellt und wir sind auch bald aufgebrochen, um an der Salz und durch die Salzaklamm zu wandern. Vierzehn Personen waren wir und drei neue, die in der Zwischenzeit dazu gestoßen sind, waren auch dabei. Ein gutes Abendessen, um sieben mit dem Schnapserl, daß der Herr Sladky immer stiftet, ich aber nicht trinke, dafür ein Achter Rot und eine Wildpastete mit Toast habe ich auch gegessen, obwohl ich am Abend eigentlich nichts esse.

Am Samstag war das Frühstück, um halb sieben, die Wirtin hat extra für uns gedeckt, obwohl die frischen Semmeln erst um sieben kommen. Ein reichhaltiges Wurst-Käse- Schinken- Speck-Angebot und ein weiches Ei und dann sind wir in Richtung Zellerhut aufgebrochen.

Da waren wir, glaube ich, auch schon einmal und wir mußten uns beeilen, weil Regen angesagt, aber alle sind ja nicht mehr so gut zu Fuß und der Herr Sladky schon über achtzig.

Durch ein Holzfällgebiet sind wir auch gewandert und die neuen Schuhe haben immer noch gedrückt. So bin ich nur bis zum mittleren Zeller gekommen und dann, wie ich die Schuhe gewechselt habe, ist das Gewitter schon dagegewesen und wir sind ziemlich naß geworden.

Zurück zum „Franzbauer“, die Terrasse war überdeckt. So konnte man auch trotz Regen draußen sitzen. Ich habe einen Hawaitoast und einen Topfenstrudel gegessen, mich dann zum Lesen und zum Ausruhen ins Zimmer zurückgezogen und bin dann um sieben zwar zum Abendessen hinuntergegangen, habe aber nur einen Kaiserspritzer und dann ein Achterl Rot getrunken und dem Konzert zugehört, daß der Gunther und der Andreas auf der Gitarre beziehungsweise Manduline darboten.

Am Sonntag war das Wetter wieder schön, das Frühstück war um sieben, die Semmeln wegen Sonntag wahrscheinlich wieder aufgetaut und wir sind zur Graulm hinaufmarschiert, haben dort Blumen geplückt. Eierschwammerl gab es, wie ich hörte, auch, die habe ich versäumt und zu Mittag sind wir wieder und zum letzten Mal zum „Franzbauer“ dort habe ich Damhirschfilet mit Erdäpfelkroketten, sehr gut und fein und gar nicht so teuer, gegessen und zum Dessert mir eine Cremeschnitte geteilt und weil man immer soviel hört, daß Coronabedingt, die ganzen Wirtshäuser pleite gehen, weil sich die leute nicht hintrauen. hier war das nicht so.

Die Terrasse eigentlich immer sehr voll, obwohl wir unterwegs nicht so viele Wanderer gesehen haben, aber Motorradfahrer sind vorbei gekommen, die Wirtsleute sehr freundlich und offen für Sonderwünsche und so war es wieder mal ein schönes Wanderwochenende, wo ich meine Kondition trotz Blasen anden Füßen hoffentlich ein wenig aufgebaut habe.

2020-02-22

Winterurlaub mit literarischen Splittern

Ich bin ja kein Winterurlaubstyp, das heißt keine Schifahrerin oder Snowboarderin, trotzdem bin ich mit dem Alfred, als die Anna  klein war, mit ihr und ihm öfter im Februar nach Obergail in Kärnten ins Lesachtal gefahren, wo wir mit einer Gruppe Leuten ein Bauernhaus benützen und dort gemeinsam kochen konnten.

Der Alfred ist mit der Anna schifahren gegangen, ich bin meistens im Haus geblieben, habe gelesen und geschrieben, gelegentlich einen winterlichen Spaziergang gemacht und einmal sind wir nach Bruneck gefahren, als dort Josef Haslinger gelesen hat.

An das Jahr 2000 kann ich mich auch noch gut erinnern, wo alle wegen der schwarz blauen Wende in höchster Aufregung waren und sogar diskutiert wurde, ob jetzt nicht der  “ Bachmannpreis“ umbenannt werden sollte, was ich im Radio mithörte, während ich einen Text für den „Augustin“ „Widerstand beim Zwiebelschneiden“ schrieb, der glaube ich sogar mehrmals veröffentlicht wurde.

Einmal sind wir auch mit der Iris in ein Hotel in Oberndorf in Tirol zwischen St. Johann und Kitzbühel gefahren, da habe ich meine „Geschichten vom lieben Gott“ geschrieben, die eigentlich auch recht erfolgreich waren, während die Anna mit dem Alfred und den anderen schifahren war und ich im Fernsehen oder im Radio dann am Abend immer von den Schiunfällen hörte, die in dieser Zeit passierten.

Jetzt hat uns die Ruth eine Woche nach Hinterthal in Salzburg eingeladen, weil sie dort in einem Hotel Club ein Appartement hat, das sie einmal im Jahr eine Woche lang benützen kann.

Der Alfred, der inzwischen nicht mehr schifährt, wollte zuerst gar nicht so recht, ich dachte mir aber, daß ich das als eine Art Schreibaufenthalt benützen kann.

Eine Woche Schreib und Leseurlaub sozusagen, habe das „Fräulein No“ und fünf Bücher eingepackt und wir sind am Sonntag losgefahren, obwohl wir schon am Samstag fahren hätten können, aber da hatte der Alfred eine Veranstaltung der „Grünen“, so bin ich auf ein Symposium über „Künstliche Intelligenz“ in die „Sigmund Freud Uni“ gegangen und wir sind erst am Sonntagnachmittag in Hinterthal bei Maria Alm angekommen.

Vorher haben wir in Bischofshofen Mittag gegessen, einen alten Bauern in der Gaststube beobachtet, der als literarischen Vorbild dienen könnte und der Alfred hatte die Idee, daß wir ja, die Margot Koller besuchen könnten, weil die Stadt Salzburg ja nur achtzig Kilometer entfernt liegt.

Die haben wir dann Sonntag Abend in dem Bistro, wo die Ruth und ihr Sohn Martin immer Abend essen  und ich einen roten Spritzer oder einen „Hugo“ trinke, angerufen und sie ist am Montagvormittag tatsächlich gekommen, so daß wir mit ihr, der Alfred, die Ruth und ich, der Martin ist ja der einzige Schifahrer der Gruppe im Urslauerhof Mittag gegessen haben, der ein ausgezeichnetes Restaurant mit einer ausgezeichneten Küche hat, so daß es mich dort noch öfter zu den Mittagsmenüs hinzog.

Literarische Gespräche zwischen den meist holländischen Gästen, die Ruth liest ja im März bei der Margot Koller in Salzburg gemeinsam mit dem Julian Schutting. Ihr neues Buch wird auch bald erscheinen und am Dienstag, als wir von einer nächtlichen Schishow, die mir gar nicht so gefallen hat, in Maria Alm zurückkamen, ist es noch einmal literarisch geworden, denn da habe ich ein Mail von  Erika Kronabitter bekommen, das sie an die „Loosräume“ gerichtet hat, weil sie dort wegen des Kinderschändervorwurfs an den Architekten ihre Anmeldung zu der Führung zurückzog und ihren Protest öffentlich aussendete.

Daran schloß sich dann gleich die Debatte bezüglich Peter Handke an, denn wir fahren ja schon einen Tag früher, als notwendig zurück, weil am Wochenende die GV der IG Autoren ist und die GAV- Vorstandsstitzung mit dem anschließenden Jour fix im Cafe Ritter ist am Donnerstag auch.

Die Vorstandsitzung würde nur die Ruth betreffen, zum Jour fix bin auch ich eingeladen, da wir aber erst am Freitag zurückfahren, werden wir ihn versäumen, dort wird aber auch ein Brief von Bettina Balaka bezüglich Peter Handke diskutiert und bei mir sind einige E-books bezüglich des „Leipziger Buchpreises“ eingetroffen, von dem ich heute morgen schon „luna luna“ ausgelesen habe.

Eine schöne Winterlandschaft gibt es zu bewundern, wenn man aus dem Fenster sieht, mit der Ruth sind wir zweimal am Bach entlang durch den verschneiten Wald gegangen.

Einmal war ich mit dem Alfred in Saalfelden und in Zell am See. In Saalfelden gibt es eine Buchhandlung, wo ich „Walter Nowak bleibt liegen“ um fünf Euro und den neuen Stefan Slupetzky kaufen hätte können.

Aber ich bringe morgen wahrscheinlich ohnehin drei ungelesene Bücher nach Wien, beziehungsweise zuerst nach St.Pölten zurück.

Das „Fräulein No“ habe ich einige Mal durchkorrigiert und sogar gedacht, wenn ich im „Geflüster“ eine Artikellücke hätte, könnte ich einen oder mehrere der vier Füllszenen, die ich letztlich aus dem Text weggestrichen habe, sozusagen als Schmankerl veröffentlichen.

Einen Bücherschrank in dem einige von Ruths Büchern zu finden sind, gibt es in der Hotellobby auch und so ein Winterurlaub ist, glaube ich, sehr erholsam und  literarisch zu benützen, auch wenn man nicht schifahren geht und jetzt geht es noch einmal zum Urslauerhof zum Abendessen oder einen Hugo trinken, bevor es nach Wien zur Generalversammlung der IG Autoren geht, wo ja mein „Selfpublisher-Antrag“ behandelt werden soll.

Die Ruth bleibt noch einen Tag länger in Hinterthal und wird wahrscheinlich erst am Sonntag zur Wahl im Literaturhaus erscheinen.

Der Autor Ror Wolf ist, kann ich noch anmerken, am Montag gestorben, wie mir der Verlag mitteilte.

2019-11-10

Von der Buch-Wien zur Buch-Basel

Schaufensterlesung

Schaufensterlesung

Eröffnung

Eröffnung

Die „Buch-Basel“, dort wo der „Schweizer Buchpreis“ vergeben wird, den es schon länger als den österreichischen gibt, war eigentlich immer mein Sehnsuchtsort.

„In der Pension fahre ich dann mal hin!“, hat der Lehrer, den ich früher immer in der „Alten Schmiede“ traf, zu mir gesagt, als ich davon erzählte und ich dachte, das wäre doch eine gute Art Urlaub zu machen oder das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

In der Scheiz dieses sehr teuere Sehnsuchtsland, bin ich in den letzten zwei Jahren eher zufällig relativ oft gewesen, sind wir doch zu Ruth siebzigsten Geburtstag mit ihr um den Bodensee gefahren, 2018 haben wir einen Schweiz Urlaub gemacht.

Alain Claude Sulzer

Alain Claude Sulzer

Radio X in der Clara

Radio X in der Clara

„Wo willst du hin?“, hat der Alfred mich gefragt.

„Nach Zürich, Genf und Bern!“, habe ich geantwortet und das Basel dabei ganz zufällig ausgelassen. Im Sommer gibt es aber ohnehin keine „Buch-Basel“, die ich eigentlich für eine Schweizer Buchmesse, als Pendant zur Buch-Wien gehalten habe.

Das Jahr 2019 also das große Schweizjahr im Sommer zehn Tage beim Filmfestival in Locarno, Kultur also pur und im November, die „Buch-Basel“, die ja obwohl sie keine Messe, sondern ein Literaturfestival ist, einen entscheidenden Nachteil hat, sie ist zeitgleich mit der „Buch-Wien“, also entweder oder und dann ersetzt sie mir heuer das literarische Geburtstagsmest.

Das mit der Gleichzeitigkeit war dann nicht ganz so arg, denn das Literaturfestival „Buch-Basel“ ist kürzer, als die „Buch Wien“, findet erst am Freitagabend mit der Eröffnung und dann an dem anschließenden Wochenende mit dem Höhepunkt am Sonntagvormittag im Theater Basel mit der Preisverleihung.

Das war auch nicht so ganz richtig, ein paar Veranstaltungen waren, genau wie in Locarno schon vor der Eröffnung, die am Freitag stattfand, so war ich bei der Eröffnung der Buch Wien und zwei Tage vorher schon bei der Verkündung des österreichischen Buchpreises und am Donnerstag auf der Messe.

Da bin ich mit dem Alfred in der Früh mit der schwarzen Reisetasche hingefahren. Zu Mittag haben wir uns zum Essen getroffen und da ist ihm eingefallen, daß wir, da die Messe um sieben aus war und der Nachtzug nach Zürich erst um halb zehn vom Hauptbahnhof abfuhr, Zeit haben, die sehr volle schwere Tüte, in der sich ja einige Leseproben und die zwei Bücher, die ich als Bloggerin bekommen habe, in die Krongasse zu tragen und sie nicht nach Basel mitzuschleppen, noch dazu wo ja nicht so ganz klar ist, mit wievielen zusätzlichen Büchern ich zurückkommen werde.

Gegen den Hass

Gegen den Hass

Dana Grigorcea im Gespräch

Dana Grigorcea im Gespräch

Mit dem Nachtzug also, ich bin schon lange nicht mehr mit einem solchen gefahren und eigentlich fahre ich überhaupt sehr selten Zug. Früher war das anders. Da bin ich ja einige Jahre von St Pölten nach Wien gependelt und noch viel früher als Studentin habe ich öfter mal einen Nachtzug genommen, um nach Amsterdam zum Frans, nach Hamburg, Kopenhagen, etcetera zu fahren.

Jetzt also seit langem wieder und ohne Schlaf- oder Liegewagen ist das wahrscheinlich ein wenig schwierig, obwohl ich schlaflose Nächte ja gewohnt bin und sie mir auch nicht so viel machen. Ich erinnere nur an die Zeiten wo es das „Rund um die Burg“ in seiner ursprüglichen Form noch gegeben hat.

Ich habe aber nicht viel geschlafen, in dem Abteil, wo außer uns noch ein Paar war, das offenbar nach Feldkirch umgezogen ist, jedenfalls einen Teil seiner Möbel und große Taschen mitschleppte.

Um acht Uhr zwanzig in Zürich angekommen. Da habe ich noch vorher eine Szene meines „Nanowrimos“ geschrieben, damit ich doch nicht so aus dem Fluß herauskomme, in den Zug nach Basel umgestiegen, dort gefrühstückt, Cafe latte mit Croissant und dann zum Hotel gegangen. Das man leider um zehn noch nicht beziehen konnte, also nur die Tasche abgestellt.

Das Volkshaus, wo ein Teil des Festivals stattfindet, befindet sich in der Nähe. Wir haben aber nur kurz hineingeschaut, da das Programm erst am Abend, beziehungsweise Nachmittag begann, in die Stadt gegangen, die sehr schön ist mit sehr schönen alten Häusern, direkt am Rhein in einer Pizzeria mit Blick am See Mittag gegessen und in zwei Buchhandlungen sind wir auch gegangen.

Zuerst zu „Orell Füssli“, dort habe ich, während ich auf den Alfred gewartet habe, das „Buch- Wien-Programm“, das ich noch in der Tasche hatte, durchgeblättert, um zu sehen, was ich versäume und mir dann schon parallel dazu das Programmheft der Buch Basel vorgenommen.

Club der ungelesenen Bücher

Club der ungelesenen Bücher

Bücherschrank am Wettsteinplatz

Bücherschrank am Wettsteinplatz

Die zweite Buchhandlung war die Partnerin des Festivals, also die, die am Abend die Bücher dort verkaufte und in der Buchhandlung lagen die Schweizer Buchpreisbücher und die Programme auf. Tickets konnten auch gekauft werden, aber ich holte mir den Festival um cicra vier beim Festival ab. Vorher habe ich ein bißchen korrigiert und geschlafen und dann wollten wir uns eigentlich die Ergebnisse anschauen, die Gianna Molinari, ich glaube die Vorjahrs-Schweizer-Buchpreisgewinnerin, zumindest war sie nominiert, mit einer Schreibwerkstatt geschaffen hat. Die haben wir dann aber nicht gefunden. So ging es zu einer Schaufensterlesung, wo und das finde ich originell, als kleiner Teaser für das Festival fünf Autoren, ich glaube hauptsächlich Debutanten, zehn Minuten aus ihrem Werk gelesen haben, das sie dann in den nächsten Tagen noch genauer vorstellten.

Ein paar Stühle waren vorsorglich mit Decken versehen auf der Straße vor dem Kaufhaus aufgestellt. Die Autoren saßen im Schausfenster und die erste war Guila Becker mit „Das Leben ist eines der härtsten“ ein Buch das ich gelesen habe, mir aber nicht so gefallen hat. Kristin Höller, Yael Inokai und  Guy  Krneta folgten. Die Letzte wäre, höre und staune Angela Lehner gewesen, was natürlich die Frage aufwirft, wozu fahre ich nach Basel, wenn ich da die Leute treffem, die ich vorher schon auf der „Buch-Wien“ gesehen habe?  Aber natürlich, die „Buch -Basel“ ist ein internationales Literaturfestival, während ich ja eigentlich um mein Schweizer Literaturwissen zu vertiefen hergefahren bin, hatte auch drei der Schweizer Nominierten in der Tasche, weil ich den ja “ Schweizer Buchpreis“ lese und ein paar andere Schweizer Bücher warten auch auf mich.

Sibylle Berg

Sibylle Berg

Jazzchor und Franz Hohler

Jazzchor und Franz Hohler

Je zehn Minuten hätten die Jungautoren lesen sollen, nach der dritten war es aber schon dreiviertel sechs und um halb wurde das Volkshaus geöffnet, so sind wir vorsorglich gegangen, was sehr gut war, weil wir da schon nur weit hinten Plätze bekamen.

Katrin Eckert, die Festivalintentanten eröffnete und gab bekannt, daß leider leider die Festvalrednerin Olga Tocartczuk wegen dem „Nobelpreis-Trubel“ abgesagt hat und statt ihr Carolin Emcke die Eröffnungrede halten würde, was klar ist, denn als Herta Müller, die auch auftreten soll, den „NP“ bekommen hat, hötte sie auch bei der „Literatur im Herbst“ auftreten sollen und ist nicht gekommen.

Vorher gab es aber noch ein paar weiter Teasers als Vorgeschmack auf das Programm, was ich sehr spannend finde, ein Schwerpunkt des Festivals ist das Thema „Zukunft jetzt“ dazu stellte Carolin Emke die „Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels von 2016“ ohnehin ihr neues Buch vor, es gibt aber auch eine junge wilde Schiene, die Kostproben gab und eine musikalische Untermauerung vonYves Neuhaus gab es auch.

Dann gab es  den Apero wie das in der Schweiz so heißt und ich ließ mir von Alfred zum Geburtstag Eugen Ruges „Metropol“ kaufen, ein Buch auf das ich schon lage scharf bin und nachher hatten wir uns zu entscheiden, ob wir zu Caroline Emcke oder Thomas Hürlimann wollten, eine Wahl die mir schwer fiel, weil mich ja beides interessierte, aber Caroline Emckes Buch zur „Me to Debatte „Ja heißt ja und..“ war sicher interessant und wir haben die Diskussion mit Thomas Strässle auch sehr genossen.

Am Samstag hatte man dann die Qual der Wahl, denn mehrere Veranstaltungen gleichzeitig und so konnte man sich zwischen Lesungen der fünf Buchpreisnominierten, was ich eigentlich tun wollte und vielen anderen kleineren oder größeren Schwerpunkt- und anderer Events entscheiden.

Eric Facon, Dror Mishani

Eric Facon, Dror Mishani

Herta Müller im Gespräch

Herta Müller im Gespräch

Leider stimmte das Programm nicht immer und so wurde schon die erste Schweizer Buchpreislesung Alain Claude Sulzers „Unhaltbare Zustände“ in einen der oberen Säle verlegt und das Buch, das ich mir auch in die Schweiz mitgenommen habe, ist sehr interessant. Es berichtet von den Veränderungen, die einen Schaufensterdekorateur 1968 passieren und dann hätte Ivna  Zic lesen sollen, deren Buch ich bereits besprochen habe. Deshalb haben wir uns entschlossen essen zu gehen, in ein „Klara“ genanntes Lokal, in dem es nicht nur sechs Foodstationen, sondern auch das Radio Programm der „Buch-Basel“ gab. Also wieder etwas Neues gesehen.  Dann kam Sybille Berg mit ihrer Lesung dran, die ich schon in Wien hörte und dann hätte eigentlich Tabea Stein im Festsaal folgen sollen. Es wurde aber über über Bastian Berbners Buch „Gegen den Hass“ diskutiert, in dem er Beispiele von Leuten beschreibt, die dadurch, daß sie Flüchtlinge persönlich kennenlernten, ihre Vorurteile überwunden haben.

Dann war die Wahl zwischen Simone Lippert, deren Buch ich gerade begonnen habe und Dana Grigorcea mit der ich ja einmal im Schiff von Bratislava nach Wien gefahren bin, die hätte eigentlich Hana Abbas vorstellen sollen.

Es war  aber das Gespräch über das Buch von Asije Mujgan Güvenli einer schweizer-türkischen Autorin, die in der Türkei einige Jahre im Gefängnis gesessen ist und jetzt ein Buch auf türkisch darüber geschrieben hat, in dem sie versuchte, die positiven Seiten dieser Zeit darzustellen. So haben sich die inhaftierten Frauen mit Musik beschäftigt, Lieder gesungen oder einander Filme erzählt und interessant dabei war auch, daß ich im Publikum Elisabeth Wandeler-Deck gesehen habe, die ich ja von der „Alten Schmiede“ kenne.

Danach war eine kleine Pause, den wir für einen Gang zu einem offenen Bücherschrank nützen, um auch diesbezüglich etwas zu tun und da habe ich mir und das ist auch sehr interessant, drei Schweizer Bücher herausgesucht, nämlich Thomas Hürlimanns „Fräulein Stark“, der auch beim Festival gelesen hat, dann Hansjörg Schneider „Das Paar im Kahn“ und Alex Capus „Leon und Louise“ von dem ich allerdings nicht sicher bin, ob ich es nicht schon habe und der Alfred hat mir noch Franz Hohlers „Päckchen“ gekauft, so daß ich meine Schweizer Bibliothek wieder etwas aufgefüllt habe, dann gings zu einer interessanten Veranstaltung zu einem interessanten Ort, nämlich zu einer Velo-Werkstatt die sich „Obst&Gemüse“ nennt und dort wurde der „Club der ungelesenen Bücher“ vorgestellt. Vorher hat es eine andere Veranstaltung gegeben, wo auch eine Bekannte nämlich Eva Schörkhuber, die ich vom Volksstimmefest kenne, gelesen hat und bei dieser Veranstaltung wurde zuerst ein Buch von Gion Mathias Cavelty vorgestellt, das „Endlich Nichtleser“ heißt, in dem er sich sehr gegen das Lesen ausspricht.

lick auf Basel

Blick auf Basel

Dann wurden drei Experten, nämlich Thomas Strässle, der ja im Schweizer Literaturclub auftritt, eine Bloggerin namens Anette König und Stephan Bader vom „Literarischen Monat“ zu ihrem Leseverhalten befragt und dann sollten sie ein Buch, nämlich der des 1989 geborenen Juan S Guse, der argentinischer Abstammung ist „Miami Punk“, das sie nicht gelesen haben, besprechen und dann wurden sie noch danach gefragt, welches Buch sie nicht gelesen haben?

Interessant, interessant und sehr erfrischend einmal ein anderer Einblick in das Literaturgeschehen, wo man ja immer hört, daß man lesen und lesen soll, die Leute es dann aber doch nicht so tun.

Am Sonntag ist es  zur Veleihung des „Schweizer Buchpreises“  ins Theater Basel gegangen, im Gegensatz zum „Österreichischen Buchpreis“ und wahrscheinlich auch zum deutschen war die Veranstaltung kostenlos und öffentlich zuggängig und ansonsten ähnlich zu den beiden anderen gestaltet. Beim „Schweizer Buchpreis“, der seit 2008 existiert, gibt es nur eine Shortliste und die bestand bekanntlich heuer aus Sibylle Berg, Simone Lappert, Tabea Steiner, Alain Claude Sulzer und Ivna Zic und die fünf Nominierten wurden und das ist vielleicht ein Unterschied zu Österreich jeweils von einem Jury-Mitglied vorgestellt. Filmchen gab es keines, dafür eine Lesung des Buchanfangs und sehr angenehm habe ich empfunden, daß jedes Mitglied seinem Autor zur Nominierung gratulierte.

Dann wurde es spannend, obwohl Alfred schon seit einigen Tagen Sybille Berg den Gewinn voraussagte. Ich hätte noch Simone Lappert und Alain Claude Sulzer zusätzliche Chancen zugeschrieben und den beiden anderen eher nicht.

Aber wenn man die Vorjahrslisten anschaut, haben da öfter auch Debutanten gewonnen und das war es auch, was der Jurysprecher Manfred Papst betonte, daß es um das Buch und nicht um das Gesamtwerk geht, aber trotzdem Sybille Berg war die Gewinnerin, die überrascht tat oder es vielleicht auch war nachher gab es den Apero, also Wein und Sekt und kleine Häppchen. Ich ließ mir das Buch von Simon Lappert signieren, das ich gerade lese und es  in der Tasche hatte und erlebte eine Überraschun, als ich eine Stammbesucherin der „Alten Schmiede“, die auch einen Wohnsitz in Basel hat, traf. Mit ihr haben wir uns am Nachmittag im Volkshaus verabredet, denn da gab es noch einige Veranstaltung.

Zuerst wurde der Schweizer Schriftsteller Franz Hohler, von dem ich mir ja ein Buch kaufen ließ, verjazzt. Das heißt, der Jazzchor Basel sang zu seinen Texten. Dann wurde ein Krimi aber auch Liebesbuch  von Dror Mishani, einem israelischen Autors, namens „Drei“ vorgestellt und am Schluß kam Herta Müller, die „Nobelpreisträgerin“ von 2009 und erzählte von den Erfahrungen die sie in der rumänischen Diktatur machte, wie sie einen prägt und zeigte anschließend ihre Collagen, die ihr Freiheit gaben. Sie sprach da von einem „Wortbesitz“ den es  in Rumänien nicht gab und ich dachte, daß es interessant wäre Sibylle Berg und Herta Müller über die derzeitigen Zustand in Deutschland, es gibt ja Leute die behaupten, man lebt dort schon in einer Diktatur und könne nicht mehr seine Meinung sagen, zu einer Diskussion zusammenzubringen.

Das war dann die „Buch-Basel“, neue Bücher, überraschende Begegnungen, spannende Einsichten, obwohl ich sicher viel und vor allem auch einen großen Teil der „Buch -Wien“ versäumte, die inzwischen schon zu Ende gegangen ist.

2019-08-16

Luxusurlaub in Locarno

Camping Delta

Camping Delta

Piazza Grande

Piazza Grande

In den letzten zwei Jahren sind wir ja in der Schweiz gewesen, im Vorjahr haben wir unseren Urlaub in Genf, Bern und Zürich verbracht, 2017 sind wir zu Ruths siebzigsten Geburtstag mit ihr um den Bodensee geradelt und haben dabei auch öfter die Schweizer Grenze passiert und vor cirka fünfundzwanzig Jahren sind wir im Tessin gewesen und dabei zufällig zum Locarner Filmfestivial zurechtgekommen, daß es jetzt schon zweiundsiebzig Jahre gibt.

Den Film „Jamie und der Riesenpfirsich“ oder so haben wir gesehen und das hat den Alfred offenbar so beeindruckt, daß wir heuer unseren gesamten Urlaub in Locarno verbracht haben, dort auf dem Campingplatz unser Zelt aufstellten und uns einen Seniorenpaß für die Grand Piazza kauften, so daß wir uns jeden Abend dort ein oder zwei Filme anschauen konnten.

Vom siebten bis siebzehnten August dauert das Festival. Wir sind am ersten August am Nachmittag losgefahren, meine Büchertasche war gepackt, ich habe auch schon einen Artikel über die Schweizer Bücher geschrieben, die ich mir dorthin mitgenommen habe und so sind wir, während ich Thomas Meyers „Wolkenbruch“ zu lesen angefangen habe, bis zum Dreiländereck gefahren, haben dort in dem Hotel übernachtet und am nächsten Tag weiter über Italien bis nach Locarno gefahren und die Schweiz ist sehr schön und sehr teuer, aber für einen Urlaub oder Sommerfrische ist, glaube ich, gerade das Tessin sehr gut geeignet, kann man dort doch, was wir auch machten, die Pässe hochfahren und die kleinen Dörfer mit den alten Häusern, die es wahrscheinlich schon sehr lange gibt, anschauen.

Man kann nach Ascona fahren auf den Monte Verita hinaufspazieren oder das Rad hinaufschieben, wie wir es machten und sich dort das Freiluftparadies der Künstler, die vor hundert Jahren den veganen Lebensstil und den freien Sex betreiben wollten.

Hermann Hesse hat dort, glaube ich, auch zwei Jahre gelebt und sich dann in Montagnola niedergelassen, wo es heute ein Literaturcafe und ein Hessemuseum gibt, das wir auch besuchten.

Blick auf Ascona

Blick auf Ascona

Ein paar Mal sind wir mit der Seil- und Zahnradbahn auf einen Berg, den Monte Bre, den Monte Generosa  gefahren und ein bißchen spazierengegangen, die Wassefälle besucht und die alten Kirchen mit den besonderen Fresken besichtigt, zu Mittag Toast oder Polenta gegessen oder einen Käse-Schinkenteller und am Abend immer zu den Filmen, auf den großen Platz, wo es sehr international zuging und sich das Italienisch, das im Tessin gesprochen wird, mit dem Deutsch und dem Französisch, den zwei anderen Schweizer Sprachen, mit dem internationalen Englisch vermischte. Habe Hugos und Sangria getrunken und dabei dem intellektuellen Treiben, den Einlaß der Schikeria, beziehunsweise den Frauen mit den eleganten Kleidern und den hohen Stöckelschuhen zugesehen.

Das war sehr interessant und vielleicht auch etwas anstrengend jeden Abend, ein bis zwei Filme anzuschauen und sind meistens erst nach Mitternacht, manchmal ist es sogar zwei oder drei uhr früh geworden, am See entlang zum Campingplatz hinausgewandert, der wieder, wie in Zürich und Genf, direkt m See lag.

Regenreste

Regenreste

So hat es dort auch Enten und viele Spatzen gegeben, die in dem Restaurant, das es gleich nebenan gab und in dem man sehr gut Frühstücken konnte, direkt an dem tisch kamen und die Bröseln, die man ihnen zuwarf, begierig aufpickten.

Geregnet hat es natürlich auch  und so sind im Zelt, die Matrazen und meine Kleider in der Reisetasche wieder gehörig naß geworden und einige Male hat es auch auf der Grande Piazza, wo die Vorführungen stattfanden, sehr geregnet.

Ein Mal haben wir uns die Filme in dem Kino angeschaut, wo sie als Ausweichquartier auch immer gelaufen sind und gelesen, beziehungsweise Bücher gefunden, habe ich natürlich auch sehr viel.

Thomas Meyers „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“, habe ich schon erwähnt. Da bin ich jetzt darauf gekommen, daß ich das Buch, was ich nicht wußte, offenbar zweimal in meinen Regalen stehen habe. Vielleicht ist eines aber auch nur eine Leseprobe.

Monte Generoso, rechts von Evas linker Schulter die Monte Rosa

Monte Generoso, rechts von Evas linker Schulter die Monte Rosa

Locarno und Ascona

Locarno und Ascona

Einen zweiten Band wird es auch bald geben und das Buch wurde auch verfilmt und ebenfalls in Locarno gezeigt. Allerdings nicht auf der Grande Piazza und amTtag sind wir in die Berge gefahren, was in einem Werbefilm der täglich auf der Grande Piazza gezeigt wurde, auch propagiert wurde. Wandern, schwimmen und am Abend mehr oder weniger schick bekleidet auf die Piazza Grande gehen und sich bei einem Hugo oder einem Sangria, Aperolspritz wurde, glaube ich, auch sehr viel getrunken, die Filme ansehen. „Das ist ein Luxusurlaub!“, hat der Alfred ein paar Mal geschwärmt.

Nach Lugano und nach Luino sind wir auch gefahren, das letztere Städtchen liegt in Italien,  auch heuer haben wir die Grenzen mehrmals gewechselt,  die Wochenmärkte angesehen, uns durch die Käse- und die Wurstsorten durchgekostet und sind einmal auch auf ein Castello hinaufgeklettert. Zweimal bin ich mit einem Buch am See gelegen, das Schwimmen liegt mir ja nicht sehr, das heißt, ich kann es nicht, weil ich mit sechs Jahren fast ertrunken wäre, habe aber den Kindern mit ihren Schwimmtieren und auch den Paragleitern zugesehen.

Sehr interessant so ein Schweizurlaub. Sommerfrische pur, könnte man so sagen, obwohl es auch woanders Festivals gibt.In Salburg beispielsweise, die berühmten Festspiele  und da sind wir  am Rückweg auch vorbei gefahren und haben im Radio von dem Überfall an einem Juwelier gehört und vorher im deutschen Eck, sind wir  sehr lang im Stau gesteckt.

Das war also unser Urlaub 2019. Jetzt geht es noch zwei Wochen mit den Sommerfrischenwochenende in Harland weiter und im November werden wir dann noch einmal in die Schweiz und da zur „Buch Basel“ und der Verleihung des „Schweizer Buchpreises“ fahren.

Bin schon gespannt, ob da „Wolkenbruch II“ auf die Shortliste kommt und jetzt werde ich mich bald dem deutschen Buchpreis widmen, wo ja nächste woche die Longlist vergeben wird.

Das heißt, ich bin gespannt, ob da Gertraud Klemms „Hyppocampus,“ das ich gerade lese und das mir, ich kann es gleich verraten, sehr gut gefällt, auf die Long- oder später sogar auf die Shortlist kommen wird?

2019-08-15

Schweizer Lesen und Bücherfunde

Ich habe mich ja, wie ich schon geschrieben habe, ein wenig auf unseren heurigen Schweiz Urlaub, knapp vierzehn Tage auf dem Campingplatz von Locarno und am Abend zum Filmfestival, vorbereitet, in dem ich schon ein paar Tage vorher mir einige Bücher, die von Schweizer Autoren stammten, aus meinen Regalen heraussuchte und in meine Büchertasche packte, die ich mitgenommen habe und ganz unvorbereitet war ich  da schon nicht, gibt es ja in Wien immer wieder Schweizer Literatur zu hören und im Vorjahr als wir in Bern, Zürich und Genf waren und dort die Bücherschränke, beziehungsweise Buchhandlungen besuchten, habe ich mir ja auch Schweizer Bücher mitgenommen, auch welche in Bern gekauft und in den Schränken gefunden, so daß ich eigentlich recht gut vorbereitet in den Urlaub aufgebrochen wird.

Ein Literaturkritiker wird es zwar vielleicht für ein Wald- und Wiesenlesen halten, aus jedem Dorf ein Hund sozusagen und das Ganze auch quer über den Tellerrand, aber das ist es ja, wie ich das Lesen verstehe und, wie ich es betreiben will.

Ich lese durchschittlich je nach Dicke und Zeitbedarf drei Bücher in der Woche, wenn sie dick sind und viel zu tun ist, nur zwei. Im Urlaub sollte man aber mehr Zeit haben, obwohl wir ja am Tag in den Bergen herumgefahren sind und am Abend auf der Piazza Grande waren, also habe ich mir vorsorglich acht Bücher eingepackt. Das Finden war auch kein Probem, ich hätte mir auch mehr mitnehmen können.

Mit Thomas Meyers „Wolkenbruch“ habe ich das Schweizerlesen angefangen, es dann mit Catalin Dorian Florescu forgesetzt, Alain Claude Sulzers „Aus den Fugen“ gelesen, danach sind Alex Capus Erzählungen daran gekommen. Peter Stamm folgte mit seinem „Nacht ist der Tag“, dann hätte ich noch Alain Claude Sulzers „Privatstunden“, einen Martin Suter und Adolf Muschgs „Das gefangene Lächeln“ zur Auswahl gehabt.

Eine gute Mischung, wie ich denke und habe in den knapp vierzehn Tagen auch recht viel gelesen und als wir am vorigen Samstag in Andermatt waren und ich mich schon wunderte, daß es im Tessin keine Bücherschränke gibt, bin ich vor einem Geschäft auf eine Kiste gestoßen, auf der „Gratis, zur freien Entnahme!“, stand.

Da habe ich natürlich hineingeschaut, sehr viel zeitgenössische Schweizer Belletritik habe ich dort zwar nicht gefunden, sondern, glaube ich, einen Comic. Ein Buch über eine Schweizer Politikern, das ich liegen gelassen habe und ein Motivationsbuch zur Organisationsberatung oder zur Verbesserung des Betriebsklimas. Aber dennoch freuen mich die Bücherfunde, dann habe ich noch in einem Park einen Bestseller auf Italienisch mit schönen bunten Com ic Bildern, so daß er leicht zu verstehen ist, gefunden.

„Il nostro Iceberg si sta sciogliendo“ auf Englisch heißt das Buch „Our iceberg ist melting“ und auf Deutsch „Unser Eisberg schmilzt“, wie ich herausgefunden habe.

Ein Bestseller von dem ich noch nie etwas gehört habe, aber vielleicht gut zur Klimafrage passt und dann sind wir, ich habe es schon geschrieben, am Montag in die Berge gefahren, wo es in einem kleinen Ort vis a vis von einem kleinen Kircherl mit schönen Fresken einen Bücherschrank fand, wo ich Silvia Götschis Krimi „Iltlimoos“ gefunden habe, den ich dann als sechstes Buch gleich  begierig gelesen habe, neben einem Paul Auster, der sagen wir, wohl zufällig in der italienischen Schweiz geladet ist, lag dann noch ein Buch von einer Schweizer Autorin über ein Geheimnis in den Schweizer Bergen im Schrank, das ich mir wohl für den nächsten Schweizer Urlaub aufheben werde, aber der wird ja schon im November zum „Schweizer Buchpreis“ gehen und da habe ich ja vor, die fünf Shortlistbücher anzufragen und dort oder auch schon vorher oder nachher zu lesen.

Eine schöne Schweizer Ausbeute also, die mein Wissen über die Schweizer Literatur noch ein bißchen ausgeweitet hat, obwohl es natürlich, das gebe ich schon zu und streite es nicht ab, ein Wald und Wiesen-Lesen durch den Schweizer Bücherwald geblieben ist.

In drei Buchhandlungen sind wir auch gewesen, in einer in Ascona, wo wir am ersten Sonntag mit dem Rad hingefahren sind, dort gab es bei den deutschen Büchern Marlene Streeruwitzs „Flammenwand“, die schon auf meinem Harlander Stapel liegt, aber auch die“ Diogenes-Bücher“ „Der Sänger“ und ich glaube auch Jörg Fausers „Schlangenmaul“ zu bewundern.

Im Hesse-Museum, das einen sehr umfangreichen Buchbestand hatte, waren wir auch, aber ich bin ja keine Hesse-Spezialistin, obwohl ich einige seiner Bücher in meinen Regealn habe und eigentlich das Facebuchbüchlein mitnehmen wollte.

Dann aber keine Zeit es zu suchen hatten und in Locarno waren wir auch in zwei Buchhandlungen, in einer sogar zweimal, das war, die beim Bahnhof, wo ich daran erinnert wurde, daß auch Milena Moser und Petra Ivanov Schweizer Autoren sind, ich Franz Hohlers „Päckchen“ liegen sah, bei dem ich mich sehr beherrschen mußte, nicht danach zu greifen. Aber vielleicht steht es auf der „Schweizer Buchpreisliste“ und dann hat es ja, wie schon erwähnt, die Götschi-Krimis dort gegeben und in der Buchhandlung auf der Piazza Grande hat mich der Alfred auf den Clemens J. Setz, der ja ein Grazer und kein Schweizer ist, aufmerksam gemacht und es gab auch ein Schild, das darauf hinweis, daß das Geschäft viele deutsche Bücher führt.

Das Schweizer Lesen ist ja vielsprachig und international, obwohl, was mich ein wenig wundert, der „Schweizer Buchpreis“ ein deutscher ist und ich eigentlich keine italienisch oder französisch schreibende Schweizer Autoren kenne, trotzdem habe ich mich in den zwei Wochen, glaube ich, wieder ganz gut durch die Schweizer Literatur gelesen.

In Harland habe ich auch noch die Bücher, die ich mir im Vorjahr von meinen Bücherschrankfunden beziehungsweise von der Weltbuchhandlung mitgebracht habe.

Jetzt kommen aber schon die Herbstneuerscheinungen und da habe ich mir ja, bevor wir weggefahren sind bei „Diogenes“, das neue „Wolkenbruch-Buch bestellt und das könnte ja auch auf der Schweizer-Liste sthen.

Aber die kommt, glaube ich, erst im Oktober, während die deutsche Longlist ja schon am nächsten Dienstag bekanntgegeben wird und da bin ich schon ganz kribbelig und gespannt.

Ich bin zwar wieder keine „offizielle“ Bücherpatin, wie das jetzt heißt, habe aber vor mein fünftes privates Buchpreislesen zu machen und die restlichen Bücher, die mal auf den Listen standen und die ich inzwischen gefunden oder gekauft habe, habe ich ja auch vor, demnächst zu lesen, so daß mein Wald und Wiesen-Gegenwartslesen immer umfangreicher wird.

2019-08-13

Filme, Filme, Filme

Filed under: Reisebericht — jancak @ 20:45
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Piazza Grande in Erwartung von „Once Upon a Time… in Hollywood“ von Quentin Tarantino

Ich bin ja nicht so eine große Filmexpertin, gehe meistens nur auf Initiative des Alfreds ins Kino, bei der Viennale, dem österreichischen Filmfestivals war ich ein zweimal bei einem Film, den ich  durch Ö1 gewonnen habe und in den letztenJahren war ich ein paarmal beim Filmfestival am Karlsplatz, heuer bin ich dort gar nicht hingegangen und war mit dem Alfred auch nur ein einziges Mal am Rathausplatz wo es ja Opern, Konzerte und Ballettaufführungen gibt und als wir vor cirka fünfundzwanzig Jahren durch das Tessin fuhren, da waren wir in St. Moritz kann ich mich erinnern und auch in Sils Maria, wo der Nietzsche wohnte, sind wir per zZufall zu dem Filmfestival von Locarno zurechtgekommen, sind einmal auf der Piazza Grande gewesen und haben einen Film der „Jamie und der Pfirsich“ hieß, gesehen, da haben wir mit der Eintrittskarte einen Pfirsich bekommen und am nächsten Tag sind wir noch einmal dorthin gefahfren, wahrscheinlich haben wir auf einem Campingplatz in Ascona übernachtet, waren in einem Pressequartier und haben uns etwas Filmmaterial, darunter eine Karte mit dem bild vom Anotnny Quinn, das immer noch in der Harlander Küche hängt, mitgenommen.

Heuer ist wahrscheinlich auch der Alfred auf die Idee gekommen, daß wir den Urlaub in Locarno verbringen und uns die Filme ansehen könnten. Er hat gegooglet und herausgefunden, daß es eine Dauerkarten für Pensionisten gibt, wo man sich jeden Vorstellung auf der Piazza Grande oder die in dem Kino, die parallel bezüglich des Regenwetters in einem Großraumkino ansehen kjonnten.

Am siebenten August hat das Festival begonnen, am vierten hat es aber schon eine Vorsgtellung für Kinder und Familien gegeben.

„La famosa invasione degli orsi in Sicilia“, das „Königreich der Bären“ auf Deutsch, nach einem Roman des  1972 verstorbenen italienischen Autors  Dino Buzzati. Der Film war auf italienisch, die Untertitel französisch. Die Kinder haben sich sehr gefreut und vor Beginn der Vorstellung, als ein Kameramann das Publikum filmte, gelacht, gewinkt und eines hat sogar einen Handstand gemacht.

Vorher haben wir uns den Festivalpaß geholt im Merchancise-Shop konnte man sich auch so ein Band im Leokpardendesign kaufen, das das Motto des Festivals war.

Die ganze Stadt war sozusagen mit diesem Design dekoriert und das Festival gab es zum zweiundsiebzigsten Mal vom 7. bis zum 17. August, wir sind schon am Morgen des 15. abgefahren  und hatte diesmal eine neue Direktorin, die Französin Lili Hinstin, die jeden Abend mit einem schicken Kleiderensembel auf die Bühne maschierte, das Publkum in verschiedenen Sprache gegrüßte und die Stars interviewte.

Ab acht konnte man, glaube ich auf demn Platz, der für Prominenz sehr großflächig abgesperrt war und man nur eigentlich auf der Seite und weiter hinten freien Zugang hatte. Die Prominenz wurde dann mit ebenfalls sehr schicken Kleidern, was die Damen betrifft, die Herren waren viel lässiger angezogen mit gefüllten gelben Merchadisetaschen auf den Platz gelassen und am Samstagm als die Premiere von Quentin Tarantinos  „Once upon  a Time… in Hollywood mit Leonardo di Caprio und BradPitt gezeigt wurde, war es sehr sehr voll.

Am Montag hat es den ganzen Tag so sehr geschüttet, daß wir in das Ausweichkino mit dem Bus gefahren sind, da ist dann auch dort das Begrüßungskomitee aufmarschiert und es gab zuerst  einen holländischen Film „Instinkt“, der von einer Gefängnistherapeutin und ihrer Liebe zu einem Klienten handelte und dann einen koreanischen Krimi, der fast solange, wie der Film von QuentinTarantino dauerte.

Der ist am Samstag zur Premiere nicht persönlich erschienen, hat nur eine Grußbotschaft geschickt, während der koreanische Star Song  Kang -ho anwesend war und vor dem Film einen Award bekommen hat.

Am Sonntag, den 4. hat es noch vor der Eröffnung, wie schon beschrieben, ein Familienprogramm gegeben und am Dienstag darauf ein Prefestival mit freien Eintritt, da hat es einen älteren film „Do the RightThing“, aus dem Jahr 1989 der von der Rassenproblematik in Amerika handelte, gegeben, da hat es, glaube ich vor der Eröffnung auch sehr zu schütten angefangen und am Mittwoch, wo das Festival dann offiziell eröffnegt wurde, hat es nur am Vormittag geregnet, während es dann am Abend eher trocken war.

Zwei interessante Frauen Filme hat es gegeben „Notre Dame“ am Sonntag ein französischer Film, der von den Schweierigkeiten einer Architektin zwischen Beruf und Karriere handelte und etwas überzogen war und dann die Premiere eines Schweizer films „Die fruchgtbaren Tage sind vorbei“, der vom Kinderwunsch der Frauen überdreißig handelte und am Wochenende hat es meistens zwei filme gegeben an den anderen Tagen eher nur einen.

„Crazy Midnight“ hat das Abendprogramm geheißen und „Greener Green“ eine Parodie auf die Amerikaner war tatsächlich ein etwas verrückter Film und nach dem Film vonQuenton Tarantino sind wir erst um drei auf den Camp gekommen.

Einen deutsch-österreichischen Film, der in Schwechat gedreht wurde und der mir sehr gut gefallen hat, hat es auch gegeben.

„7500“, hat er gehießen, das ist der Code für eine Flugzeugentführung und hat nur im Cockpit eines Flugzeuges, das von Berlin nach Paris fliegen sollte, gehandelt.

An einem Abend sind wir ins Gespräch mit einem Ehepaar aus dem Engadin gekommen, das uns als Wiener erkannte, dabei spfrechen wir eigentlich gar nicht wirklich Wienerisch, weil der Mann einige Jahre in Wien gearbeitet hat und auch sonst ist die Athomsühöre immer sehr interessant gewesen.

Die Besucher haben sich teilweise gbekannt, einander umarmt und small talk betrieben, dieProminenz rauschte, wie erwähnt schick gekleidet, auf den großen Platz oder küßte sich schon vorher in der Magnolia Bar oder ließ sich dort fotografieren. Einmal war ich auch dort und habe einen Glas Champagner getrunken , weil ich einen diesbezüglichen Gutschein und einen Katalog gefunden habe und beim Eingang auf den Platz, wo es in Zeiten, wie diesen natürlich Taschenkontrollen gab und man das Bier aus der Flasche in Becher umleeren mußte, in den Neunzigerjahren  hat es das wohl noch nicht gegeben, hat man immer ein Los und eine Programmzeitung bekommen.

Das Rubbellos war eigentlich eine Werbung für eine App, die man sich herunterladen sollte, um für den Publikumspreis zu stimmen. Fünfzig Preise hat es, bei achttausend Plätzen zu gewinnen gegeben und ich habe gleich am ersten Tag einen Gutschein für eine private Führung durch die „Ghisla Art Collection“ gewonnen. Die hätte ich zwar eine Woche vorher anmelden müssen, wir sind aber erst am letzten Tag in die Touristeninformation gekommen, wo man den Gutschein einlösen konnte, so haben wir uns die Sammlung, wo es einen Miro, einen Andy Warhol, einen Keith Hering etcetera gab, nur mit Hilfe eines Guides angesehen, aber einen Katalog bekommen und so auch abseits der Filme und des Schweizer Lesens, das ich  für mich selbst betrieben habe, auch ein bißchen künstlerischen Crossover gehabt. Schokolade haben wir dort auch bekommen, beziehunsweise diese später zum Mitnachhause nehmen in Coop gekauft, wo auch ein Kamerateam herumlief, um vielleicht, die Kunden nach ihren Filmeindrücken zu befragen.

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