Literaturgefluester

2017-02-05

Urlaub mit dem Bananenblatt

Das „Bananenblatt“ ist eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift des „Holzbaum-Verlags“, der mir seine Erscheinungen ja immer so getreulich schickt und weil die diesmalige Ausgabe das Thema „Urlaub spezial“  hat, habe ich, da sich der Alfred derzeit für seine große Amerikareise rüstet, ich selbst bin ja ein Reisemuffel, obwohl ich öfter über das Reisen schreibe und auch zu diesbezüglichen Veranstaltungen gehe, das Heft einmal angefragt und wurde, das kann ich gleich berichten überrascht, denn ums Reisen oder auch den Urlaub geht es in dem Heft sehr wenig oder über Umwegen doch ein wenig, ist das Heft doch eigentlich eine Rundschau durch den Verlag und im Urlaub hat man ja Zeit und kann sich da recht gut die Publikationen aus dem „Holzbaum-Verlag“ geben, die ja, weil sie meistens aus Cartons bestehen, auch sehr schnell zu lesen sind.

Also nehme ich mir die Zeit, obwohl ich gerade keinen Urlaub habe und meine Steuererklärung machen muß und blättere mich durch das Heft, beziehungsweise durch den „Holzbaum-Verlag“ und da fängt es gleich mit einem Vorwort an.

„Sie fragen sich vielleicht“, steht da zu lesen: „Wie glaubwürdig kann eine Redaktion schon sein, die in ihrer Arbeitszeit über Urlaub schreibt?“ Und schließt mit dem Satz „Und wir, wir machen jetzt mal Urlaub, nach dem  ganzen Streß!“

Vorher hat sie aber das Inhaltsverzeichnis gemacht und da gibt es von Seite vier bis dreiundzwanzig „Urlaub spezial“ und dann weiter bis Seite dreißig mit „als redaktionelle Beiträge getarnte Werbeseiten.

Ich denke, die gibt es auch schon vorher, gibt es da ja Leseproben aus dem „Unnützen HamburgWissen“, „Bilder aus dem „Wien in leiwanden Grafiken Kalender“, „Cartoons for the Road“ von Till Mette, ein Buch, das ich noch nicht kenne, eine Leseprobe aus „Wunderland Korrekturland“ und Cartoons von Dorte Landschulz, Jean La Fleur, Michael Dufek, Martin Zak, Teja Fischer und Uwe Krumbiegel, bewährte  „Holzbaum-Cartoonisten“ gibt es auch.

Zuerst gibt es aber unter dem Titel „Zum Sterben in der Schweiz“ von dem Kabaretisten Renato Kaiser eine Antwort auf die Frage, ob es stimmt, daß die Schweizer Seen mit Schokolade gefüllt sind?“

Stimmt natürlich nicht oder doch vielleicht und man kann bei dem Text  auch ein wenig an die gegenwärtige Flüchtlingssituation  erinnert werden.

Dörte Landschulz zeichnete dann ein Flugzeug, wo der „Captain Muschi“ am cockpit sitzt „Hihi „Muschi“, was ein lustiger Name für einen Piloten“, sich da die Passagiere denken.

Und man erkennt gleich an den Augen, ob die Touristin Ski Urlaub oder Urlaub in Saudiarabien machte, wenn man weiter zum nächsten Cartoon geht.

Werbung auf die literarischen Cartoon und an das „Grope Cartoonsutra“, die „liebste Witzvorlagen für Hug Hefner gibt es zwischendurch immer auch.

Und nun gleich zu den „Wien-Grafiken“, da kann man erfahren „Wer am Würstelstand „A Eitrige mid an Burgl und an Sechzehna Blech bestellt“ oder „Wann die Wiener ihre Weihnachtsgeschenke kaufen?“

Die „Cartoons for the Road“ die noch zu mir kommen müssten, sind in Englisch geschrieben. Na klar, das braucht man bevorzugt auf seinen Reisen und da klopft der Tod beispielsweise an der Tür einer schönen Villa und das Hausmädchen erklärt „Dr. Lippincott is not receiving visitors. He is ill!“.

Ob das den Gevatter wohl abhalten kann?

Das „Wunderland Korrekturland“ passt da wohl genausowenig zum Thema, aber der „Holzbaum-Verlag“ ist ja sehr satirisch, was also auch für seinen Werbeträger gilt und man erfährt am Ende des Heftes auch, daß man es sowohl online, als auch mit der altmodischen Postkarte zum Ausschneiden bestellen kann, dafür gibts auch eine Abopräme und kann zwischen Oliver Ottischs „Kopf hoch“, „Sex mit 45„, meine erste „Holzbaum Publikation und Clemens Haipl „Meine Kindheit in den Bergen“ wählen und da kann ich gleich bedauern, daß es früher bei „Holzbaum“ mehr Literarisches gegeben hat, aber ich bin im Heft ja erst auf Seite neunzehn, wo es „noch eine leiwande Urlaubsgrafik“ gibt und man erfahren kann, wo sich die Leute in „New York am liebsten ungestört am Arsch kratzen“

Die Cartoons von Uwe Krummbiegl kenne ich, glaube ich, auch schon, da sitzt der Schimmwart im „Abenteuer Erlebnisbad“ vor seinem Computer und drückt genüßlich grinsend auf den Knopf der „Haifisch Schleuse“

Und „Liebe Passagiere“ Mit ihrem Flug unterstützen Sie unser Programm zur Wiedereingliederung alkoholabhängiger Piloten“ heißt es dann genauso listig und man sieht schon einen solchen Piloten auf das Flugzeug zumarschieren, aber, wie soll man auch sonst  wieder in die Welt eingegliedert werden?

Wenn ein „Pyromane auf Reisen“ geht, kann er, wenn er vieleicht vergessen hat, „Ein Feuer zu legen“ ganz schön ins Schwitzen kommen.

Und jetzt sind wir schon bei den sonstigen Werbeseiten und da wird auf das Buch von Maximilian Zirkowitsch „Ach Wien“, das ich auch nicht habe, aber beim „Buchquartier- dem Markt der Independent und Kleinverlage“ auf den auch hingewiesen wird, kennenlernte, also bin ich doch nicht die große „Holzbaum-Expertin“ habe mir aber auch das „Unnütze BremerWissen“ in Anbetracht meiner überlangen Leseliste ganz bewußt nicht bestellt, soll man ja nicht so gierig sein, dafür kann ich auf Seite fünfundzwanzig aber erfahren „Welche Speisen man nicht ohne eine Semmel oder ein Stück Brot essen kann“ und was die „häufigsten Unfall-Todesursachen im Jahre 2016 in Österreich waren“.

Dann gibts noch eine Geschichte, die in Dialogform von der Bekehrung eines Ungläubigen zu Gott handelt, was auf dem ersten Blick wahrscheinlich auch nicht viel mit Urlaub zu tun hat oder wieder doch vielleicht, handelt sie ja offenbar in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten und dorthin wird ja, wiederhole ich mich, der Alfred demnächst mit dem Karli reisen und ich habe mich ganz genüßlich, durch die Publikationen des „Holzbaums-Verlages“ geblättert, was ja vielleicht auch der Sinn vom Urlaub und vom Reisen ist.

Auf meiner ersten und wahrscheinlich einzigen Lesereise in diesem Jahr bin ich  schon gewesen und weil ich ja vorwiegend an Literatur interessiert bin, hat der „Holzbaum-Verlag“ noch ein paar Tips für mich.

So gibt es beispielsweise am 26. Februar einen „Tagebuch Slam“ im  „Tag“ in der Gumpendorfetrstraße“ und Proben aus den „Besten Wortwitzen der Welt“ gibt es auch und ach richtig auf das Cover hätte ich jetzt fast vergessen.

Das zeigt zwei Goldfische in ihren Gläsern, das eine steht am Meer unter dem Himmel mit der Sonne und dorthin sehnt sich ganz idyllisch das Fischchen, das in seinem viel größeren Glas auf irgendeinem Tischchen steht.

2017-01-28

In Salzburg angekommen

Wolfgang Kauer

Wolfgang Kauer

Eva Jancak

Eva Jancak

2012 habe ich mit Margot Koller, Wolfgang Kauer und  Josef K. Uhl im AAI in Salzurg unter dem Thema „abgeschoben“ gelesen und jetzt gab es zum Thema „angekommen“ am selben Ort sozusagen eine Fortsetzungslesung mit Wolfgang Kauer und Margot H. Koller, die die Lesung sozusagen für die GAv organisierten, Manfred Chobot und ich sind als Gäste aus Wien dazugekommen, so daß ich Donnerstag Mittag mit dem Alfred und dem Auto zuerst nach St. Pölten gefahren sind, weil wir dort am Samstag ins Festspielhaus gehen werden und von dort sind wir mit der Sparschiene im Zug weitergefahren.

Zuerst haben wir aber Doris Kloimstein ganz zufällig am Bahnhof getroffen, so daß ich zuerst mir ihr noch einen Cafe getrunken habe, bevor es nach Salzburg weiterging.

Das afrosasiatische Institut befindet sich in der Wiener Philharmonikergasse und weil wir um cirka halb sechs schon dort waren, die Lesung aber erst um sieben begonnen hat, sind wir in ein Lokal gegangen, wo ich einen Glühwein getrunken habe, der Alfred hat Käsespätzle gegessen und wir haben den Einzug der Gäste beobachten können. Allerdings waren es keine die zu unserer Lesung wollten, sondern festlich gekleidet nach dem Essen in die Felsenreitschule, wo es zur Erföffnung der Salzburger Mozartwoche das „Requiem“ gegeben hat.

Es gab auch noch ein literarisches Alternativprogramm, nämlich Tereza Mora, die gerade den Bremer-Literaturpreis bekommen hat und in Leipzig, den der Literaturhäuser 2017 bekommen wird,  im Literaturhaus, so daß Margot Koller, schon befüchtetete, daß wir kein Publikum haben werden, es war dann aber halb so schlimm.

Manfred Chobot

Manfred Chobot

Margot Koller

Margot Koller

Denn einige interessierte Damen und sogar ein paar Herren sind eingetroffen und die Lesung, würde ich einmal behaupten, war auch besonders schön.

Zweimal Lyrik und dazwischen zwei Szenen aus meiner Sommergeschichte, gefolgt von einem Essay, den Margot Koller zu diesem wichtigen Thema geschrieben hat, bei dem es ja in letzter Zeit leider eine negative Kehrtwende gegeben hat, sprechen inzwischen alle vom illegalen Einwandern und dem Scheitern von Mulitkulti und der Willkommenskultur, was ich nicht so finde und es wahrscheinlich auch nicht ist.

Es begann also der 1957 in Linz geborene Lehrer und Autor  Wolfgang Kauer, der für die Lesung extra einen Gedichtband geschrieben hat, der als „Podium Portrait 92“ erschienen ist und den ich demnächst besprechen werde, so daß ich mich hier kurz halten kann.

Dann kam, wie schon erwähnt ich, mit Szene vier und fünf aus den „Ereignisreichen Sommererlebnissen“, die Fatma Challaki-Szene, wo sie mit dem Boot aufbricht, also noch lange nicht angekommen ist, habe ich schon mehrmals gelesen und weil die nicht fünfzehn Minuten dauert, habe ich noch mit der Folgeszene angeschloßen, wo Sandra Winter bei der Großmutter und ihrer Pflegehelferin im Haus ihrer Eltern in Harland ist und Fatmas Nachricht erstmals verdaut.

Dann kam das Urgestein der Poesie, der 1947 in Wien geborene Manfred Chobot und hatte auch sehr scharfe und sehr spritzige, meist im Wiener Dialekt gehaltene Gedichte, zu dieser Frage und danach folgte Margot Koller mit zwei Fallbeispielen von Flüchtlingsschicksalen, die nach dem Krieg aus Siebenbürger geflüchtet, bezeihungsweise als Gastarbeiter aus Serbien nach Wien gekommen sind.

Manfred Chobot, Eva Jancak, Margot Koller, Wolfgang Kauer

Manfred Chobot, Eva Jancak, Margot Koller, Wolfgang Kauer

Max-Reinhardt-Platz, Salzburg


Max-Reinhardt-Platz, Salzburg

Dann gab es eine lange und sehr intensive Diskussion, die später noch durch individuelle Gespräche bei Wein und Knabbereien ergänzt wurde und als wir gehen wollten, habe ich mit Schrecken festgestellt, daß ich meinen Schal und meine Haube irgendwo verloren haben muß und es ist sehr kalt in Salzburg mit sehr viel Schnee.

Trotzdem sind wir am nächsten Tag mit einem ausgeborgten Schal und einer ausgeborgten Haube mit Margot Koller, bei der wir wieder wohnten, nochmals in die Stadt aufgebrochen und da bin ich ersteinmal in die Buchhandlung Höllriegl eingefallen, das ist die, wo mich der Alfred bei meinem ersten Salzburg Aufenhalt neben dem Buch von Cornelia Travnicek „Chucks“ fotografierte, das inzwischen zu mir gekommen ist.

Da gab es eine Abverkaufskiste mit vielen schönen ein oder zwei Euro Abverkaufsbüchern und da habe ich mir sehr zum Mißfallen von Alfred, der glaubt, daß ich ohnehin schon soviele Bücher habe oder sie mir nicht tragen will, Ianina Ilitchevas „183 Tage“ den Bildband, der vor eineeinhalb Jahren bei den „Kremayr & Scheiaus-Debuts“ erschienen ist, sowie Iris Hanika „Wie der Müll geordnet wird“ und noch drei weitere Bücher gekauft.

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Was vielleicht wirklich nicht so notwendig war, denn das weitere Programm bestand sozusagen aus einer Fortsetzung unserer „Salzburger-Büchertour“, die wir schon im Vorjahr begonnen haben.

Da haben wir die offenen Bücherschränke abgeklappert, einen gibt es ja beim Literaturhaus, einen bei dem Haus, wo wir im Vorjahr in einem Kabarett waren und noch einen anderen.

Margot Koller, die aber auch ein Buch über Gratisbücher geschrieben hat, hat uns schon im Vorjahr von einem Wirtschafts- oder Recyclinghof erzählt, der gehört, glaube ich, zur Müllabfuhr und dort gibt es auch Bücherregale, wo man sich eindecken kann, bevor die Bücher zerschreddert werden und Margot Koller, die diesen Hof regelmäßig besucht, hat jetzt in einer ehemaligen Kaserne, in der inzwischen alternative Geschäfte und Restaurants eingezogen sind, eine eigene Bücherecke errichtet, die sie betreut und, wo sie auch auf unsere Lesung hingewiesen hat und dort sind wir als nächstes gewesen.

Im Wirtschaftshof habe ich,  was ich schon lange wollte, Joseph Roths „Kapuzinergruft“ gefunden und in Margot Kollers offener Bücherecke, die neben einem Cafe angesiedelt ist und, wo wir nach dem Essen, das wir nebenan eingenommen haben, hingingen, Isabel Bodgans „Der Pfau“, ein Buch das ich auch schon lange wollte.

Dann machten wir noch eine Runde durch die „Panzer Hallen“, sind dann zum „Hangar 7“ hinausgefahren, wo es Flugzeuge, Autos und auch Bilder, sowie ein Kochbuch zu bewundern gab und dann gab es noch einen längeren und sehr schönen Spaziergang durch den verschneiten Winterwald beim Untersberg.

Am Samstagvormittag geht es nach St. Pölten zurück, wo wir, wie schon erwähnt ins Festspielhaus gehen werden und zum Lesen habe ich mir als Salzburglektüre aus Wien noch Erich Landgrebes „Adam geht durch die Stadt“ mitgenommen, der im Salzburger Literaturarchiv, dem wir im letzten Jahr einen Besuch abstatteten, gesammelt wird.

2017-01-22

Havel, Hunde, Katzen, Tulpen – Garz erzählt

Es ist ein kleines Büchlein, Zahlen stehen am blauen Cover und unterstrichene Worte, wie Lüneburg, Mannschaftswagen, Maschinengewehr, etc, im „Mitteldeutschen Verlag“ erschien, den ich ja während meines Debutpreisbloggens kennengelernt habe, das mir da vorige Woche der Sprachkunststudent Markus Wolf bei der Studentenlesung in die Hand gedrückt hat.

Es ist auch ein Projekt der „Angewandten“, Esther Dischereit, die Professorin, die einmal auch den „Fried Preis“ bekommen hat, ist da mit acht Studierenden in ein kleines Dörfchen in Sachsen Anhalt gefahren, das nur hundertfunfundvierzig Einwohner hat, was sehr gut ist, wie sie schreibt, da man mehr ja nie auf ein Foto bekommt und so immer ein Teil des Ganzen fehlt, um das Portrait schreiben zu üben.

Das ist sicher ein sehr interessantes Projekt und es wurde auch genau vorbereitet, so sind die Studierende in die Bibliothek gegangen um sich entsprechende Literatur zu suchen, sie haben auch an sich selber vorher Feldstudien gemacht, denn wie macht man das denn mit dem Gehörtbekommenen, wie geht man mit der Wahrheit um, schreibt man beispielsweise, das istein Alkoholiker, wenn der Interviewer beispielsweise von einer Flasche Likör erzählt und interessant ist ja wahrscheinlich auch der in der ehemaligen DDR gelegene Ort, der für die zum Großteil in den Neunzehnhundertneunziger Jahren geborenen Studenten aus Österreich und Westdeutschland sowieso schon mal was Fremdes ist.

So ging es mitdem Flugzeug nach Berlin, da wurde erst mals eingekauft, entschieden sich die Studenten doch sich selbst zu versorgen, so daß das Geld das sie für das Projekt bekamen, für das Buch reichen würden, besuchten auch die „Stasi-Unterlagen-Behörde“ und fuhren dann in das Dorf an der Havel, wo sie schon von der Bürgermeisterin erwartet wurden und nach und nach strömten auch die Bewohner vorsichtig herein.

Fünfzig schreibt Esther Dischereit in ihrem Vorwort haben sich intervewen lassen und sie selbst gibt zu erst unter dem Titel „Aller Anfang Dorf“ einen Bericht, wo sie das Örtchen beschreibt, wo die Forellen dick wie Karpfen sind, überall Tulpen angesplanzt sind und auch Dauernd eine Katze zu sehen ist, die niemanden gehört und die Bewohner dann sagen, daß sie das und das nicht soll.

Der 1992 in Tübingen geborene Luca Manuel Kieser hat sich dann mit dem „Alten“ unterhalten, der nuschelt weil ihm vier Zähne fehlen und mit „Andrea“, die ihrem Mann beim Fischen hilft, ein Foto zeigt, auf dem ihre Mutter und zwei Cousinen, die drei Gazellen in Leizig zeigt. Die Cousinen haben studiert, Andrea wollte es nicht, hätte deshalb auch  den Westkontakt abbrechen müßen und ist trotzdem etwas geworden.

Im Alphabet geht es weiter, schön geordnet erzählen die acht Studenten Gabriel Czaplicka, Luca Manuel Kieser, Naa Teki Lebar, Marie Louie Lehner, Katharina Menschick, Nastasja Penzar,Felicia Schätzer und Patrick Wolf,von denen ich die meisten aus der Studentenlesung im Literaturhaus kenne, Geschichten aus dem Dorf und weil in einer hundertfünfzig Seelengemeinde meistens nur ältere Leute leben, beginnt es mit dem Krieg, dann kam der Kommismus und zuletzt die Wende mit den Wessis, die die Höfe aufkauften, revonierten und sanierten und vorher wurden die Bauern, Garz besteht fast nuraus Bauern und Fischern zwangsweise in die LPG übernommen.

Interessante Leben, der meist kleinen Frauen, die die Studenten da erzählt bekommen, die Bürgermeisterin und ihre Mutter wurden interviewt und der schon erwähnte Luca Manuel Kieser hat aus der „Frau des Fischers“ sogar ein Portrait in Gedichtform gemacht.

In der Mitte der Buches gibt es in sich schönen abhebenden Schwarz ein Glossar, wo man von „1.  Oktober“ bis „Zyklus“ genau nachlesen kann, wo man auf welcher Seite welche Stichwörte nachlesen kann.

Bein Fall für die graphisch anspruchsvoll gestalteten schönsten Bücher ist das Büchlein also auch und dabei habe ich während meines Debutpreislesen vom „Mitteldeutschen verlag“ auch etwas anderes gehört, da meine Mitjuroren bei Uli Wittstock ja sehr viele Fehler fanden.

Die 1989 geborene Katharina Menschik berichtet über Psychiatrieerfahrungen in der DDR und  Luca Manuel Kieser hat sich noch mit einem Mann unterhalten, der der Arbeitslosigkeit nach der Wende erzählt.

Esther Dischereit sprach mit einem 1997 in Havelberg, das ist die größere Stadt in der Nähe, geborenen Mädchen, das eine Ausbildung in einem Fischrestaurant macht.

Viele der Gespräche werden erzählend wiedergeben, manche, wie der schon erwähnte von Luca Manuel Kiser oder „Hier war früher immer Disco“ des mir unbekannten 1991 in Deutschland geborene Gabriel Czablicka sind in Gedichtform abgebildet.

Die 1995 geborene Marie Luise Lehner beschreibt in ihrem Text „selbstoptimierung“ das ganze Dorf und von dem gibt es dann am Schluß, vorher gibt es noch ein Nachwort der Studenten, einige Luftlinienansichten zu sehen und wir, beziehungsweise die Studenten, haben eine spannende Fahrt in ein Land, das eine besondere Vergangenheit erlebte, gemacht.

Bei den Lesern kommt auch noch und das finde ich ganz besonders interressant, der Einblick in die Werkstatt der Sprachkunststudenten und ihrer Lehrerin, die das Buch herausgegeben, sowe eifrig mitgeschrieben hat, hinzu.

2016-10-23

Frankfurter Messesplitter

Am Mittwoch um zehn begann die Frankfurter Buchmesse, die größte Buchmesse Europas oder der Welt, glaube ich, wahrscheinlich die berühmteste und zu der alle „Möchtegern“- und richtige Autoren, Leser, Verleger, Buchhändler, etcetera ehrfürchtig aufschauen und Selfpublisher, wie beispielsweise Annika Bühnemann schon Videos drehen, in dem sie erklären was man dafür mitnehmen soll, gutes Schuhwerk und eine Wasserflasche, einen Müsliriegel, etcetera.

Ich war zweimal dort 2000 und 2012 und das ist gar nicht so einfach, weil ja beispielsweise, der gewöhnliche Leser erst am Wochenende hineindarf, Mittwoch bis Freitag sind dem Fachpublikum vorbehalten.

So sind wir 2000 mit einer Ausstellerkarte, die mir Gerhard Ruiss gegeben hat, hingereist und haben in Mainz gewohnt, weil in Frankfurt kein Hotel zu bekommen, 2002 hatte ich dann eine Einladung von einem dieser Selbstzahlverlage, womit ich mir für den doppelten eintritt eine Fachbesucherkarte kaufen konnte und in Wiesbaden wohnte.

Dann habe ich mir geschworen, nie wieder Frankfurt, außer sie laden mich zu einer Lesung ein und zahlen mir die Fahrt und das Hotel und das habe ich  auch 2008, als ich schon bloggte so geschrieben und ein paar Tage später bin ich durch einen anderen Blog daraufgekommen, man kann sich sehr viel davon im Netzt anschauen, die „3 Sat“, die „ARD“ und die „blauen Sofaveranstaltungen“ beispielsweise und die IG Autoren haben auch ein Literatur-Radio und 2008 hat es, was es jetzt, glaube ich, nicht mehr gibt, auch Blogger gegeben, die dort herumgelaufen sind und lauter sehr interessante kleine Filmchen einstellten.

„Wow!“, habe ich gedacht und war im Himmel und habe seither immer Frunkfurt gesurft, bis mir 2011, glaube ich meine Kritikerin JuSophie, die, wenn ich mich nicht irre, jetzt in anderer Gestalt wieder aufgetaucht ist, geschrieben hat, „Machen Sie was praktischeres, als da bloß herumzuschauen!“ und das stimmt ja auch, Annika Bühnemann hat,  glaube ich, auch ein anderes Video gedreht, in dem sie den Autoren, wahrscheinlich den Selfpublishern, verdeutlicht, warum Buchmessen für sie wichtig sind!

Ja, natürlich, 2000 habe ich mir auch die „Wiener Verhältnisse“ mitgenommen. Aber wem sollte ich sie zeigen, von Stand zu Stand marschieren und „Hallo, ich bins, eure neue Autorin!“, sagen?

Das tun wahrscheinlich hundert andere und Bücher zu verkaufen und dort für sie zu werben ist auch, wenn man keinen Stand gemietet hat, glaube ich verboten und ich bin ja auch eine Leserin, so bin ich dort herumgerannt, habe eingesammelt und eingesammelt und schon zu Mittag meine volle Tüten, am Stand der IG Autoren deponiert und am nächsten Tag wahrscheinlich mein Buch, weil ich nicht so viel schleppen wollte, nicht mehr mitgenommen, das tue ich jetzt jedenfalls wenn ich in Leipzig oder auf der „Buch-Wien“ bin.

Ich interessiere mich  für Bücher und Literatur, wenn ich entsetzlich spoilere, Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler mache, so daß auf meine Kommentare kaum geantwortet wird und so betrachte ich die Messe wahrscheinlich wirklich hauptsächlich als Möglichkeit mich dort umzuschauen und umzuhören und vielleicht nicht so sehr, um Kontakte als Autorin zu knüpfen, obwohl ich die natürlich schon sehr gerne hätte.

Also die Tage der „Frankfurter Buchmesse“ reserviert und zwischen meinen Stunden und eventuellen Klinikbesuchen mich schnell aufs „blaue Sofa“ setzen oder bei Dennis Scheck nachhören, was ich lesen soll?

Seit 2005 gibt es ja auch den „deutschen Buchpreis“, der am Montag davor vergeben wird, am Dienstag wird dann offiziell eröffnet und für den Buchpreis interessiere ich mich ja auch, seit dem ich blogge und lese seit dem vorigen Jahr ja auch sehr eifrig mit und die Buchpreisübertragung habe ich mir wenigsten halb in den letzten Jahren auch meistens angeschaut.

Am Montag hat das, wie beschrieben nicht ganz geklappt, daß Bodo Kirchhoff, nicht Thomas Melle, der Preisträger wurde, ich hoffe, Maxim Biller und das „Literarische Quartett“, sind nicht schuld daran, trotzdem mitbekommen und gestern wurde dann offiziell eröffnet.

Die Könige von Flandern und Holland waren da, denn diese beiden Länder sind ja heuer Gastland, 2000 war es Polen und 2002 Litauen, ich habe mir ein paar Videos angeschaut und einige der offiziellen und auch inoffiziellen Bücherblogger sind schon in Frankfurt und zeigen erste Eindrücke von dort her, sie vergeben inzwischen auch einen Debutpreis, das heißt sechzehn ausgewählte Superblogger wählen Manuskripte aus, die man bei ihnen einreichen darf und spielen sie dann einer offiziellen Jury zu, der unter anderen auch Dennis Scheck angehört.

Nun ja, nun ja, die Blogger freuen sich über ihre Wichtigkeit, ich werde da aber wohl auch nichts gewinnen und nicht ausgewählt werden, so reiche ich gar nicht ein, sondern habe mir inzwischen nur die „blauen Sofa“ und „3 Sat Programme“ ausgedruckt, denn um elf geht es am „blauen Sofa“ mit der Vorstellung des neuen Buchpreisträgers los und werde heuer vielleicht auch gar nicht so viel Zeit zum Surfen haben, denn Donnerstag möchte ich ins Literaturhaus, um mir einen Teil eines Jelinek-Symposium zu deren siebzigsten Geburtstag anzuhören und am Freitag ist um zwei, der „Kulturpolitische Arbeitskreis“ in der „Alten Schmiede“ und am Samstag dann GAV-GV, so daß eigentlich nur der Sonntag überbleibt, wo der Friedenspreisträger in der Paulskirche seinen Preis bekommt und wenn ich den entsprechenden Livestream finde, kann ich dort auch hineinsehen.

Das mit dem „blauen Sofa“ war dann nicht so einfach, denn da kam ich nur zur „Leipzig-Schiene“, bei „3-Sat“ nahm aber der Programmdirektor des Holland-Flanders-Schwerpunkt Bart Moeeyaert, einem Kinderbuchautor, Platz und erzählte etwas von seinen und den niederländischen Büchern. Dann kam Torben Kuhlmann, der ein ein Buch über eine Maus im Weltall gezeichnet hat.

Dann wurde es bekannter, denn auf „3-Sat“ traten dann meine LL-Lieblinge, Katja Lange-Müller und Sybille Lewitscharoff auf und erzählten etwas über ihre neuen Bücher.

Auf der „ARD-Bühne“, wo ich ebenfalls die Videos empfangen konnte, demonstrierte Dennis Scheck den Bücherherbst und dann gab es ein Gespräch mit dem türkischen Journalisten Can Dünder über die politische Situation in der Türkei und Jörg Armbruster hat ein Buch geschrieben über Deutsche die  in israelischen Altersheimen leben.

Danach erzählte der neue Buchpreisträger über seine Gefühle während der Preisverleihung und bei „3 Sat“ kam Dagmar Leutpold auf die Bühne.

Es gibt eine Biografie über eine englische Freundin Hitlers, Michaela Karl hat über Unity Mitford geschrieben, Aron Grünberg, ein Holländer, Sohn deutscher Emigranten, der jetzt in NewYork lebt hat zum Niederlandschwerpunkt seinen neuen Roman „Muttermal“  vorgestellt und der ARD-Journalist Tilman Bünz berichtete in seinem Buch „Fünf Meter unter Meer. Niederlande für Anfänger“, von den Eigenarten und Schönheiten, die  man in Holland erleben kann.

So habe ich mich neben meiner Praxis, zwischen der „ARD-Bühne“ und dem „3 Sat Stand“, nachdem ich kapiert habe, daß es heuer wohl nichts mit dem „Blauen Sofa“ werden wird, hin- und hergezapt, habe auf www. buecher.at nachgelesen, daß  der österreichischen Gemeinschaftsstand  sowohl von Benedikt Föger als auch von Minister Drozda feierlich eröffnet wurde.

Die fünf Shortlistbücher und die drei Debuts liegen dort wohl auch auf und die gestrige Eröffnungsrede vor den beiden Majestäten von EU-Parlamentspräsident Schulz, der früher einmal Buchhändler war und die Besucher zum „Aufstand der Anständigen“ aufrief, habe ich mir auch angehört, so daß ich nun, während in Frankfurt die Eingeladenen zu den Empfägen und Festen wandern, mich ins Literaturmuseum begeben werde, wo es ein Archiv-Gespräch über Franz Grillparzer gibt.

Am Abend bin ich dann zu den blauen Sofas Videos gekommen und habe mir einige Interviews mit den Buchpreisbuch-Autoren angehört, die mich in den letzten zwei Monaten sehr beschäftigt haben, so zum Beispiel das von Philipp Winkler, der auch den „Aspekte-Literaturpreis“ gewonnen hat und dessen Shortlist-Buch „Hool“ ich leider nicht gelesen habe.

Gerhard Falkner, schon ein älterer Herr habe ich dann kennengelernt, der eine sehr genaue Analyse seiner „Apollokallypse“ gab, kurz habe ich in das Stadler-Video, dessen Buch mir ja nicht so gefallen hat, hineingehört und dann besonders interessant, das Interview mit Wolf Biermann, der ja 1976 aus der DDR ausgebürgert wurde, jetzt achtzig ist, ein Buch über sein Leben geschrieben hat und der ein besonderes Darstellungstalent ist.

Am Donnerstag hatte ich dann nicht sehr viel Zeit für Frankfurt, sondern drei Stunden, so daß ich nur zu Mittag kurz auf das Sofa und zu den anderen Kanälen konnte und so das Interview mit Carolin Emcke, der heurigen Friedenspreisträgerin hörte, die ein Buch „Gegen den Hass“ geschrieben hat, das sich mit der „Begida-Bewegung“ beschäftigt, die ja in Deutschland ganz besonders stark vertreten ist.

Danach bin ich ins Literaturhaus zum „Jelinek-Symposium“ gegangen, wo zu erfahren war, wär aller wegen Frankfurt nicht zu der Veranstaltung kommen konnte und ich habe mich am Abend wieder eingesurft, war aber zu müde, um mir wirklich alle versäumten Vidos anzusehen.

So surfte ich erst am Freitag zwischen einigen Telefonaten und einem Blogbeitragsentwurf kurz weiter, hörte Katha Lange-Müller, ich glaube noch einmal über „Drehtür“ sprechen und auf „3Sat“ Marcel Beyer, der ja der heurige „Büchner-Preisträger“ ist  und werde dann wahrscheinlich mit dem Alfred in den „Waldviertlerhof“ essen gehen und danach in die „Alte Schmiede“ zum „Kulturpolitischen Arbeitskreis“, wo es, glaube ich, um Kleinverlage geht.

Damit war war ich dann auch noch am Samstag, wo es ja die Generalversammlung gab noch sehr beschäftigt, so daß ich mir am Abend gerade jeweils noch die Videos Annika Bühnemann und das von der Blogbuster-Konferenz anschauen konnte, wo Tobias Nazemi mit Dennis Scheck und einigen anderen, den neuen „Blogger-Literaturpreis“ vorstellte.

Ich habe mich dann auch noch ein bißchen auf dem „Blauen Sofa“ umgesehen, mir einen Teil der Zusammenfassungen angesehen, bin dabei auf Donna Leon und immer wieder auf die niederlängischen und flamischen Autoren, wie Arnold Grünberg, Connie Palmen, etcetera, denen ich auch noch einen extra Artikel widmen möchte.

Anna Weidenholzer ist auf dem blauen Sofa gesessen und viele andere.

Am Sonntag wurde dann der „Friedenspreis“ an die 1967 geborene Carolin Emke verliehen, die ich mit Verzögerung im Live Stream gefunden habe, eine türkische Philosphin hielt, die Laudatio und die Journalistin, die bei Habermas studierte, eine große energisch aussehende Frau, schüttelte dem Börsevereinvorsteher oder wer der Herr ist, der die Urkunde überreichte, sehr kräftige die Hand und hielt dann eine Dankesrede, in der sie erwähnte, daß sie bisher diese Preisverleihung immer von „unten“ vorm Fernsehapparat oder im Publikum gesehen hat.

Sonst wird der Frankfurter Sonntag höchstwahrscheinlich wieder ein Resterlessen werden, eine Mischung von alten Sendungen und neuen.

Es gibt  Videos übers die Öffnung der Messe für das sogenannte allgemeine Publikum, dem Leser, der zwischen ein und neun Bücher pro Jahr liest.

Angeblich lesen die Niederländer wenig, obwohl es vierhunderfünfzig deutsche Neuübersetzungen gibt, die auf der Messe aufliegen und ein holländerischer Gast tritt täglich auf, der durch die Messe marschiert und die sogenannten Goodies, die man dort bekommen kann, einsammelt oder im Zug, der die holländischen Autoren nach Frankfurt führte, interviewte.

Olga Martynova kam um zwölf mit ihrem Roman „Der Engelherd“ auf das blaue Sofa und hielt ein Playoyer gegen den einfach linear erzählten Roman, der ich mich nicht anschließen würde.

Der achtundachtzigjährige Hardy Krüger hat ein Buch geschreiben, das, wie er betonte, keine Autobiografie, sondern ein Playoder gegen den Rechtsruck ist und der Rest des „Blauen Sofas“ war, sowohl Arnold Grünbergs neues Buch „Muttermal“, sowie in der blauen Stunde dem „Schweizer Buchpreis“ gewidmet, wo Sacha Battyany, Christoph Höhtker, Christian Kracht, Charles Lewinsky und Michelle Steinbeck, nominiert waren, gewidmet und das war es dann mit der heurigen „Frankfurter Buchmesse“, auf die ich nur sehr sporadisch gesurft bin, so daß ich wahrscheinlich keine Meinung darüber abgeben kann, sondern nur ein paar Blitzlichter auf die siebzig- oder achtzigtausend Bücher, die dort ausgestellt waren, werfen konnte, dafür aber auch ein bißchen mitbekommen habe, was in dieser Zeit in Wien literarisch so passierte.

2016-08-14

Nach Innsbruck zu den Festwochen der alten Musik

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Mein Hauptinteresse gilt ja bekanntlich der Literatur, obwohl ich mich wahrscheinlich allgemein für Kunst und Kultur sehr interessiere, als Studentin sehr viel und regelmäßig in die Oper ging, inzwischen beschränke ich mich schon des Zeitmanagements und des Bloggens wegen auf literarische Veranstaltungen.

Ins Theater bin ich auch früher weniger gegangen, das Dramatische liegt mir nicht zu sehr und zu Konzerte eher dann, wenn ich beim ORF beispielsbeise, beim Ö1 Club oder beim „Standard“ Karten dafür gewonnen habe.

Das gibt es jetzt weniger, beziehungsweise interessiere ich mich nicht so sehr dafür und auch zu der alten Musik am Dienstag, im Radio Kulturcafe wozu man, glaube ich, noch immer ohne Eintritt gehen kann, gehe ich kaum hin. Dafür tut das der Alfred, um dort seine Kollegen zu treffen und der hat jetzt schon vor einiger Zeit Karten für die Premiere von „Il matrimonio segreto“ bei den „Festwochen für alte Musik“ im Tiroler Landestheater gewonnen und so sind wir Freitag Mittag mit dem Railjet nach Innsbruck gefahren.

Der Alfred mag jetzt nicht mehr soviel Autofahren, so sind wir im Jänner auch nach Salzburg, als er dort ein Kabarett sehen wollte mit dem Zug gefahren und während ich das Wochenende damals mit einem Treffen mit Margot Koller und einer Bücherkastentour verbunden habe, war es diesmal sehr knapp, denn der Alfred hatte ja am neunten August Geburtstag.

Da waren wir am Abend auch mit  Andreas und der Anna am „Nordpol“ essen und nicht am Rathausplatz, wo ich in den Sommermonaten ja gerne zum Filmfestival gehe, wo auch Opern und Konzerte gezeigt werden und am Sonntag soll es in Harland wieder ein Grillfest geben, wo der Alfred seine Kollegen von der Arbeit und vom Betriebsrat, Ruth Aspöck, Doris Kloimstein und andere Bekannte eingeladen hat.

So war der Ausflug nach Tirol äußerst kurz bemessen und keine Zeit für eine Bücherkastentour, denn um zwölf ist der Zug am Freitag von St. Pölten losgefahren, um halb vier waren wir in Innsbruck, sind ins Hotel, das in der Nähe des „Goldenenen Dachls“ des Innsbrucker Wahrzeichens, gelegen ist, gegangen und, um halb sechs hat schon die Einführung in die Oper von Domenico Cimarosa begonnen.

Da hat uns der Dramaturg erklärt, daß Domenico Cimarosa ein Zeigesnosse Mozarts war, er wurde 1749 in Neapel geboren, die Oper „Die heimliche Ehe“, die einzige von seinen siebzig Opern die hie und da noch gespielt wird, wurde in Wien uraufgeführt und da hat Kaiser Leopold ein „Da Capo!“, verlangt.

Da hat diesmal zwar auch einer gerufen, die Oper war aber ohnehin sehr lang, über vier Stunden und eigentlich sehr lustig, wenn sie auch nahe, wie der Dramaturg erklärte, wie so oft, am Dramatischen liegt.

Da will einer in den Adel, so will er eine seiner zwei Töchter an einen englischen Grafen verheiraten,  der verliebt sich in die andere, die ist aber schon heimlich verheiratet und der Vater hat noch eine Schwester, eine alte Jungfer, wie man damals so sagte, die auch noch amouröse Gelüste hat.

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Das Ganze ist in einen Hühnerstall verlegt und die Sänger hatten  Kostüme, die an Hennen, Hähne, Pfaue, erinnerten und scharrten und gackerten auch noch entsprechend herum.

Sehr lustig und die Musik verführt auch noch zu diesem Einfall. Da müßte ich nachlesen oder nachgooglen, ob das vom Komponisten und Textautor so gedacht war.

Ich habe ja etwas gegen entfremdete Inszenierungen, Don Giovanni im KZ beispielsweise, aber das hat gepasst und vorher sind wir eine knappe Stunde durch Innsbruck gegangen in dem ich schon einige Male, beispielsweise auf einer BÖP-Tagung, einem verhaltenstheapeutischen Seminar in der Uni-Klinik, einem Sprachheilkongreß, wo ich ein Referat über Stottern hielt oder auch einmal bei einer Lesung, wozu mich die IG-Tirol unter Helmut Schönauer und Helmut Schiestl, an einem Rosenmontag in einer Buchhandlung, wo außer den Veranstaltern und den Buchhändlern niemand war und einmal auch bei einem kulturpolitischen Arbeitskreis.

Das ist lange her. Die letzten zwanzig Jahre war ich, glaube ich, nicht mehr in Innsbruck, das ist ja eigentlich weit von Wien entfernt, aber eine schöne von Bergen umgebene Stadt ist.

Am Samstag nach dem Frühstück haben wir noch eine Runde über die Maria Theresienstraße gemacht, in den Dom haben wir wegen dem Gottesdienst nicht hineinkönnen, dafür aber in die Wagnerische Buchhandlung, die ein wirklich schönes Buchangebot und sogar eine eigene Lyrikabteilung hat.

Dann wieder mit dem Zug zurück. Im Speisewagen Paprikahuhn gegessen und danach in St. Pölten gleich in den „Merkur“ und in den „Hofer“ für das Fest einkaufen, auf das ich schon sehr gespannt bin.

2016-08-08

Zum Kellergassenfest nach Wagram ob der Traisen

In meiner Sommerfrische versuche ich ja immer etwas zu unternehmen, als ich mir vor drei Jahren sozusagen selbst zur Stadtschreiberin ernannte, habe ich mit dem Alfred eine Bürgermeisterspezialführung besucht, mich mit dem Robert Eglhofer in St. Pölten getroffen und die Frequency gibt ja auch immer etwas her.

Radtouren mache ich mit dem Alfred auch manchmal, ich selber fahre ja nur regelmäßig in Richtung Herzogen- oder Wilhelmsburg. Mit dem Alfred bin ich da schon bis nach Melk gekommen und im Vorjahr hat er den Hauermarkt oder das Kellergassenfest bei Wagram ob der Traisen entdeckt.

Wahrscheinlich hat er am Markt in St. Pölten den entsprechenden Flyer bekommen. Wir sind also losgeradelt, ich habe dort ein Blunzlgröstl gegessen, der Alfred wollte, glaube ich, eine Surbratensemmel, nur leider war das Wetter so schlecht, daß wir uns bei den Weinständen unterstellen mußten und sind dann mit dem Zug von Traismauer nach St. Pölten zurück gefahren.

Am Weg zum Bahnhof haben wir den Otto Lambauer getroffen, den ich gleich fragen konnte, ob er sich wieder durch die Longlist lesen wird.

Das war im vorigen Jahr, heuer war das Wetter schöner und so war schon die Hinfahrt sehr erbaulich. Wagram ob der Traisen liegt zwischen Nussdorf und Traismauer und an beide Orte fahren wir ja gelegentlich hin.

Zu  Ostern meistens in das Donaugasthaus bei Traismauer, nach Nußdorf zum Pfingstmarkt oder zur der Weinverkostung bei den Herzingers. Da habe ich auch einmal so wie sie es in Göttweig immer tun ein kleines höchstpersönliches Weinwandern unternommen, weil mein „Kerstins Achterl“ gerade fertig war.

Diesmal gab es nur Schwierigkeiten mit einem Hund, der uns ungefähr beim Bootshaus in Sptratzer anbellte, dabei gibt es ja überall an der Traisen Schildern, die „Ich brauche eine Leine oder einen Beißkorb!“, aussagen.

Die Besitzer haben aber nur geschaut und „Hat er was getan?“, gefragt, als ich sie darauf aufmerksam machte.

Nach zwei Stunden waren wir in Wagram und das Hauerfest fand in zwei Kellergassen statt, die man oben durch die Weingärten durchqueren konnte.

Auf dem Flyer war genau aufgelistet, was man, wo essen und trinken konnte.

Vor dem Eingang, beziehungsweise dem „Herzlich Willkommen-Schild“, stand eine junge Frau, vielleicht die Weinkönigin und bot ein Wilkommensgläschen an.

Leider war das nur in weiß, so habe ich mich während ich auf den Alfred wartete, mit einer Bergkäseprobe bei der Käsehütte begnügt und dann sind wir am „Dorferneuerungsverein Wagram“ vorbei zu „Reuter“ gegangen, wo es das Blunzngröstl, das Spanferkl und für den Nachtisch, die Marillenknödel gab.

Spareribs und Grammelknödel hätte es auch gegeben und auch einen Zweigelt und einen blauen Portugieser und während wir gegessen haben, flanierten an uns die Festbesucher, von denen viele Frauen Dirndln und einige Männer Lederhosen trugen vorbei.

Eine Blasmusikkappelle und eine Volkstanzgruppe hat es auch gegeben. Aber die haben wir später erst gesehen und gehört. Die Blasmusik. Denn als die Volkstanzgruppe durch die Kellergasse tanzte, waren wir schon wieder weg. Hatten wir ja noch eine zweistündige Rückfahrt vor uns. Vorher habe ich aber noch einen Kaffee und einen Pink Hugo getrunken, bevor wir in Richtung Traismauer zurückgefahren sind.

Dort schlug der Alfred dann eine bequeme Zugfahrt vor und fuhr statt, wie geplant zur Traisen in Richtung Bahnhof, was ihm allerdings nichts nützte.

Denn einen Zug hätte es nach vier zwar gegeben, normalerweise, weil aber die Gleise repariert wurden, gibt es derzeit einen Schienenersatzverkehr und die Busse nehmen keine Räder mit.

Wir hatten ja die Richtigen und die Klappräder, wo man das sehr wohl kann, in Wien gelassen. Also doch zurückgefahren und da schien mir die Rückfahrt dann sehr lang und der halbe Liter Wasser, den ich im Rucksack hatte, war auch bald ausgetrunken.

Aber ich wollte ohnehin bei der „Seedose“ Rast machen. Zwar schwebte der Bibliophilin, da die Büchertelefonzelle vor, aber das Soda Citron, das ich  trank, während ich mir die jungen Frauen, die in ihren Bikinis oder knappen Shorts an mir vorüberflanierte, anschaute, war auch nicht zu verachten und den Cornwell-Krimi, den ich neben einem  Jachym Topol im Schrank gefunden hatte, hatte ich auch schon zu Haus.

Was bei meiner ebenfalls sehr bibliophilen und Krimi lesendenen Schwiegermutter nichts machte. Die freut sich bestimmt darüber und der Alfred hatte ohnehin angenommen, das Buch wäre für sie.

Ein paar Besucher der Bücherzelle konnte ich auch beobachten. Drei relativ kleine, Eis schleckende Mädchen beispielsweise, von denen vor allem eines auffälliges Interesse für die Bücher zeigte und eine junge Frau, die sich auch ausführlich darin umschaute und ich kann noch erwähnen, was die anspruchsvolle Literatur betrifft, von der man ja annehmen könnte, daß man die am Viehofner See in der Nähe der Provinzhauptstadt St. Pölten nicht so findet. Stimmt, fand ich auch nicht. Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, was ich ja vielleicht einmal lesen sollte, war nicht vorhanden. Das Buch nicht, nur der Umschlag ist auf dem Regalbrett gelegen. Also wenigstens was. Ich wünsche dem vor mir Finder viel Spaß beim Lesen und nachdem das Soda Citron getrunken war, ging es  zügiger zurück.

Der Ausflug und das Wetter an diesem Sommerfrischensonntag war sehr schön und eine bleibende Erinnerung bis zum nächsten Jahr.

2016-06-26

Von St. Aegyd und Wartholz

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Dieses Wochenende war wieder Wandern mit Alfred ehemaligen Lehrer und Schulkollegen angesagt, sozusagen Sladky 28, ich habe ja schon öfter darüber geschrieben.

Alfred hatte im Gymnasium einen jungen Turnlehrer, der mit seinen Schülern auf Wanderwoche ging. 2000 ist der dann in Pension gegangen, hat seine ehemaligen Schüler zu einem Diaabend eingeladen und seither gehen wir zwei Mal im Jahr vor und nach dem Sommer sozusagen mit ihm wandern und dazwischen treffen wir uns auf einen sogenannten Fototermin.

Freitagabend sind wir nach St. Aegyd am Neuwald zu der Herzerl-Mitzi, in deren Jausenstation wir Quartier nahmen losgefahren, das ist nicht sehr weit von St. Pölten, wenn wir auf den Göller oder den Hochschwab gehen, kommen wir dort vorbei und zweimal sind wir auch bis nach Mariazell zu Fuß gegangen, das erste Mal haben wir in St. Aegyd übernachtet, das zweite Mal sind wir gleich von dort losgestartet und die Herzerl-Mitzi ist eine urige Frau, die in ihrer Wirtsstube viele Lebkuchenherzen liegen hat, die sie  mit Zuckerglasur bespritzt und man sich von ihr Sprüche, wie „St. Aegyd grüßt die ganze Welt“ oder auch ein bißchen derber „Is dei Oade bled und zwida, sauf die auf der Wies nieder“, oder auch „Alles Liebe“, „Viele Grüße“, „Schatzi“, etcetera aufpritzen lassen kann.

In den Zimmern und den Ferienwohnungen gibt es Badeteppiche in Herzform, die Häferln haben ihreAufschrift und die Mitzi erzählte uns  von dem vierzig Quadratmeter großen Rekordherzen,
das sie einmal in St. Aegyd aufbaute und für einen guten Zweck spendete.

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Sie war auch einige Mal in Berlin bei der grünen Woche mit ihren Herzen und erzählte uns von ihren Pannen und  mußte gerade sie für eine Hochzeit Herzchen in Tischkartenform mit den Namen der Erwarteten bespritzen, was sie dann bis in die Nacht und auch am Morgen während des Frühstücks betrieb.

In dieser urigen Umgebung haben wir den Freitagabend verbracht, am Samstag ging es auf den Gippel und als wir am Nachmittag zurück waren und ein paar die Fußballspiele ansehen wollten, gab es viel Betrieb im „Holzhof“ in dem es auch einen Heurigen im ehemaligen Kuhstall gibt. Es gab auch kurzfristigen Regen und am Abend viel selbstgemachte Musik, die die Gruppe mittels Ziehharmonia, Waschbrett, etcetera herstellte und die Gäste an den anderen Tische, wie einen kleinen Buben anzog, der sich „Yellow Submarine“ wünschte, eifrig mitsang und von seinem Vater dabei fotografiert wurde.

Heute ging es noch zu einem kleinen und einen großen Wasserfall und dann ins Gasthaus Perchthold in St. Aegyd zum Mittagessen, in dem wir bei unserer ersten „Mariazell-Wallfahrt“, ich bin nicht religiös und bin nicht aus diesen Gründen dorthingegangen, nächtigten und während all das stattfand und ich nur ein paar Seiten in meinem Sommerbuch, die Sonnwendfeiern gab es gleichzeitig auch, Siri Husquedts „Ein Sommer ohne Männer“ las, fand andernrorts die  Literatur statt.

Noch nicht „Bachmannpreis“ in Klagenfurt, obwohl die ja gestern ihren neunzigsten Geburtstag hatte, sondern der „Wartholzer Literaturpreis“ lief von Donnerstag bis Samstag, wen ich mich nicht irre, in einer Kirche in Wiener Neustadt ab und das ist eine Änderung, denn der Wartholzer Literturpreis, der eigentlich nach dem Schloß Wartholz an der Rax genannt wird, gab es bisher, glaube ich im Jänner oder Februar.

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Das ist ein eher kleinerer österreichischer Literaturpreis, man kann seine Text hinschicken, sechshundert Leute haben das heuer getan, ich nicht und habe das, glaube ich, auch nie, zwölf Text wurde ausgewählt und ihre Autoren, bei denen heuer Cornelia Travnicek, Robert Prosser, Katharina Tiwald, Jürgen Lagger, Josef Kleindienst, Didi Drobner, Marlen Schachinger und Ursula Wiegele von den mir bekannten Österreichern waren, durften sie, live, wie in Klagenfurt den Juroren Günter Kaindlsdorfer, Olga Flor, Angelika Klammer und den mir unbekannten Germanisten Wynfried Knefelder, sowie einem zahlenden Publikum vorlesen.

Gewonnen, habe ich Cornelia Travniceks- sowie der Wartholz Seite entnommen die Deutsche Susanna Mewe, sowie Robert Prosser, der hat den NÖ und den Publkumspreis bekommen. ein paar kleinere Preise, sowie Stipendien wurden auch vergeben.

Soviel Öffentlichkeit, wie der Bachmannpreis hat der Preis, glaube ich, nicht, aber Andrea Winkler hat ihn einmal gewonnen, Christian Steinbacher, Karin Peschka und und und an mir geht er wieder einmal vorbei, beziehungsweise informiere ich mich im Internet darüber und dort habe ich auch erfahren, daß Sandra Gugic, die ehemalige Exil-Preisträgerin und Sprachkunst-Absolventin in Herbst den „Priessnitz-Preis“ bekommen wird.

Ja, so läuft der österreichische Literaturbetrieb, an mir läuft er leider vorbei, aber das „Literaturgeflüster“ wird ja demnächst acht Jahre alt und das ist  ein Grund zum Feiern und das Wanderwochenende war wieder einmal sehr schön, obwohl es ein paar persönliche Differenzen gegeben hat und an dem „Nein“ der Briten zur EU und an den verlorenen Fußballspielen haben wir wohl auch noch zu kiefeln.

2016-06-13

Ein Souvenier

Jetzt habe ich schon einige Andeutungen gemacht, daß ich mir aus dem heurigen Kroatien-Urlaub, die Idee für meinen neuen Roman mitgebracht haben könnte und höre schon meine Leser schreien „Schreib nicht soviel! Jetzt muß ja erst noch „Paul und Paula“ kommen, der „Adventkalender“ ist noch nicht fertig korrgiert und bei den „Berührungen“ bist du  noch mitten in der Arbeit und dann schreibst du auch immer davon, daß du ausgeschrieben bist!“

Ja, war bei den „Berührungen ein bißchen so und wenn man es kritisch sehen will, könnte man sie eine konstruierte Geschichte nennen und dann bin ich mit meiner Büchertasche nach Koroatien gefahren, habe die sehr poetischen Geschichten der Mariza Bodrozic und der Jagoda Marinic gelesen und irgendwann schon vorher gredacht, daß der Thomas Wollinger ja auf Kroatien auf Schreiburlaub fährt oder sich dort mit seiner Schreibgruppe trifft.

Die Ana Zinar vom Writersstudio bietet Schreibworkshops in der Toskana an und ich habe eigentlich gar nicht daran gedacht in Kroatien zu schreiben, zumindestens habe ich mir meine Manuskripte nicht migenommen. Wohl aber das graue Skizzenbuch, das mir der Alfred einmal schenkte und habe da meine Reisenotizen hineingeschrieben und mir auch gedacht, daß das viel zu dick für die drei Wochen Urlaub ist und, daß ich es wahrscheinlich noch das nöchste Mal dafür verwenden könnte und dann sind mir irgendwann, ich weiß nicht mehr wie, wo und wieso drei Namen „Claire- Klara -Clarisse“ eingefallen und habe sie in das Buch hineingeschrieben.

Als wir das zweite Mal in Trogir am Campingplatz ankamen und der Alfred uns Registrieren ging, habe ich gerade das Camping-Kapitel der Jagoda Marinic gelesen und da ist mir eingefallen, daß auf dem Campingplatz Rozak sehr gut eine dBp Jurorin den Sommer verbringen und ihre Vorschläge für die Longlist erstellen könnte und wenn ihr dabei noch Jagoda Marinic über die Schulter schaut…

Aber die geht ja nicht campen. Dann habe ich die „Gebrauchsanweisung“ ausgelesen und mit der Marica Bodrozic angefangen und wir sind weiter nach Zadir gefahren und da habe ich von einem Zauberer geträumt, der ein kleines Mädchen mit einem roten Luftballon von seiner Mutter weglockt und sie einer anderen Frau übergibt und die Geschichte oder die  Idee daztu ist enstanden und ich habe die nächsten Tage in mein kleines graues Buch geschrieben, so daß ich das fast voll zurückbringe und darin stehen die Notizen für meinen nächsten Roman, den ich beim nächsten „Nanowrimo“ scheiben könnte oder vielleicht schon früher, wenn man rechnet, daß ich für das Korrigieren der „Berührungnen noch den Sommer brauche werde.

Dann könnte ich im September damit anfangen und den „Nanowrimo“ auslassen oder was anderes schreiben, schummeln, korrigieren, etcetera….

Die Klara Winter ist jedenfalls eine dBp-Jurorin und Redakteurin bei der FAZ. Mit Achtzehn hat sie ihre Eltern bei einem Autounfall verloren, dann hat sie Literaturwissenschaften studiert, ist von dem Redaktuer Eduard gefördert worden, der auch der Vorsitzende der Jury ist, aber der hat sie vielleicht mit der ehrgeizigen Kollegin Karoline betrogen oder sie sie mit ihm.

So ist Klara mit ihrem Laptop, einer Kaffeemaschine, dem E- Bookreader und einem abgeschalteten Handy im blauen Bus nach Trogir aufgebrochen, sitzt dort vor ihrem Zelt und heult oder sie geht in die Stadt, pflückt dort wilden Lavendl, findet vor der Moncao-r einen zweihundert Kunuarschein und noch ehe sie weiß, was sie damit machen soll, wird sie von Sergej, dem Barbesitzer, einem Exilrußen, Saxophonspieler und Bootsbesitzer angesprochen und der stellt ihr später seine Lieblingscousine Clarisse vor, die die Managerin der Splitter Filmfestspiele ist. Die sieht Klara in einem Restaurant sitzen, Kaffee zu Salat und Tee zur Suppe trinken,  sieht sie dann aufs Klo verschwinden. Denkt  sie ist eßgestört Sergej erzählt ihr von ihrer schweren Jugend und von seiner Großmutter, die 1917 aus Rußland flüchtete und ihre Sommer in Ragusa verbrachte, erzählt er ihr auch.

Da hat Klara schon von dem Zauberer geträumt und ihre Biografie ist, daß sie ihrem Bruder Alex, als sie drei war und er acht durch einen Radunfall verloren hat. Seither haben sich ihre Eltern, die Mutter Lehrerin, der Vater Banker nicht mehr so um sie gekümmert und Clarissa erzählt von ihrer verschwhundenen Schwester Claire, die ihre Eltern zum Trennen brachte, so daß sie fortan bei den Großéltern aufgewachsen ist.

Eine Hochzeit in der Monaco Bar von der anderen Cousine Zusanna gibt es auch, wo Sergej Saxophon spielt, eine Möwe, die sich in ein Plastiksackerl verwckelt und von Sergej gerettet wird und noch vieles anderes, das ich mir in mein graues Buch notiert habe.

Karten, Bilder, Prospekte über Split und Trogir liegen auch dabei. Die werde ich sammeln, das Buch damit ausstatten und das Souvenier solange aufheben, bis es soweit ist, daß ich zum Schreiben meines nächsten Sommerromans im November oder so komme.

„Bora“ kann ich dann wieder lesen und es ist ein sehr schönes Souvenier, daß ich mr da von meinen Koatienurlaub mitgebracht habe.

Von Schreiblockade keine Spur, obwohl das fällt mir jetzt ein, mein Wunschgedicht vom letzten Mal, das ich von Richard Weihs bekommen habe, das ist auch sehr interessant.

„Schreiblockade“ und „Literaturarchiv“ habe ich mir da ja gewünscht, weil ich vor der letzten Veranstaltung mit dem Alfred dort war.

Interessant, was  Richard Weihs dazu gedichtet hat, vielleicht könnte ich das Gedicht sogar als Motto vor dem Roman stelen, wenn der einmal geschrieben ist:

„Da steh ich da und steh auch voll daneben:

Mit Schreibblockaden kann ich aber leben.

Nur eines kränkt mich dabei wirklich tief

So komm ich nie ins Literaturarchiv!

Passt irgendwie oder nicht und mal sehen, wie es mit dem Souvenier weitergeht. Sonst habe ich zwei Leiberl, eine Hand voll Lavendl, wilden Rosmarin, ein Lavendlsäckchen und ein schönes kleines Schreibeheft aus einem dieser mondänen Geschäfte,  als Souvenier mitgebracht.

2016-06-12

Kroatienurlaub

Filed under: Alltagsgeplauder,Reisebericht — jancak @ 18:14
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Split

Split

Split

Split

Von meinem Urlaub und der Literaturgeflüsterpause melde ich mich zurück und berichte meinen Lesern von der Reise zu der ich mit dem Alfred am Nachmittag des fünfundzwanzigten Mais mit einem Zelt, einer Reise- und einer Büchertasche losgefahren bin, zurück.

Ich war ja, das habe ich, glaube ich schon geschrieben, nicht allzusehr in Reisestimmung, weil so kurz nach der Wahl und auch Mitten im Monat weggefahren, wo ich meine Diagnostikabrechnung noch nicht machen konnte und auch einige Literaturveranstaltungen versäumte, außerdem bin ich ja kein so besonderer Reisetyp, der Alfred hat das alles aber schon monatelang geplant und auch die bresten Unterkünfte und Restaurants herausgesucht.

So sind wir am 25. bis Leibnitz in das Hotel Post gefahren und haben dann auf Karls Empfehlung einen Buschenschank aufgesucht, der sich als ein fünf Sterne Lokal entpuppte.

In dem Hotel hat übrigens eine Simmeringer Radgruppe Halt gemacht und am nächsten Morgen mit uns um Punkt halb acht den Frühstücksraum besetzt, wo die hingeradelt sind, weiß ich nicht, wir sind jedenfalls über Slowenien nach Trogir gefahren, haben dort eine Nacht verbracht und danach ein Stückchen und eine, beziehungsweise zwei Grenzen weiter, denn, wie man gleich merken wird, war es kein reiner Kroatienurlaub, denn das erste Wochenende haben wir bei den Fjorden in Montenegro in Kotir verbracht, wo es den Euro gibt, obwohl Montenegro nicht in in der Eu ist.

Camping Solitudo, Dubrovnik

Camping Solitudo, Dubrovnik

Pula

Pula

Kroatien ist es, dort gibt es aber den Kunar und gebaut wird überall sehr viel und sehr intensiv und die Appartmanis für den Tourismus hergerichtet.

Das Wetter war in den ersten Tagen auch sehr schön und heiß und ich habe mich gar nicht so sehr auf den Sommerurlaub eingestellt, obwohl ich meinen Badeanzug mitgenommen habe.

Später hat es dann geregnet und ein tolles Restaurant, wo ich wieder einmal Kalamari aß, wie so oft in den letzten zweieinhalb Wochen hat es in Monenegro, in den kleinen Ort, wo es außer dem Campingplatz und der Beachbar eigentlich nicht sehr viel gab, auch gegeben, mit einem sehr schönen Garten, hinter einem Parkplatz und einer Baustelle versteckt.

Rovinj

Rovinj

Porec, Konoba Cakula

Porec, Konoba Cakula

Danach wieder nach Kroatien und da nach Dubrovinik, wo wir zwei sehr schöne Tage verbrachten. Einmal um die Stadtmauer herumwanderten, das zweite Mal eigentlich mit der Seilbahn fahren wollten, aber weil wir die nicht gefunden haben, sind wir den Weg zu Fuß an einem Kreuzweg vorbei, wo es am Karfreitag vielleicht die Prozessionen gibt, hinaufgewandert. Ein paar junge Leute sind uns entgegengekommen und Japaner oder Kor4eaner, die ihre Handies auf langen Stangen vor sich hertrugen haben wir, vor allem oben, wo es ein sehr schönes Panorama- Restaurant gab, auch gesehen.

Danach wieder nach Trogir und auf den Campingplatz Rozak zurück, der sich inzwischen mit vielen großen deutschen oder niederländischen Campingbussen gefüllt hat. Wir hatten fast das einzige Zelt zürück. Da gab es, es war der erste Juni, einen damatinischen Abend in dem kleinen Restaurant, mit dalmatinischen Menu und dalmatinischer Livemusik.

Ich habe aber ein Cevapici-Sandwich, die hier  Cevape heißen, eingewickelt in  einer Flade, gegessen und in der Nacht hat es geregnet oder war das erst am nächsten Tag, an dem wir in Split gewesen sind.

Wir waren zweimal dort, am ersten Tag mit dem Auto am zweiten sind wir mit einem Schiff gefahren, das war sehr schön und eine eindrucksvolle Begegnung, die ich vielleicht in meinem nächsten Roman verwenden werde, habe ich auch gemacht.

Motovun

Motovun

Motovun, Sonnenuntergang

Motovun, Sonnenuntergang

Danach ging es nach Zadar, wo es die Meeresorgel und die Sonneninstallation gibt, wir waren am Samstag dort, wo es wie in Litauen und in Monetnegro sehr viele Hochzeiten gibt und haben eine, beziehungsweise den Einzug der Festgängste auf ein Castell, wo wir in einer Bar etwas getrunken haben, beobachten können und am Abend gab es für den Alfred den Sonnenuntergang zu beobachten, in einer anderen Bar am Strand am Samstag und am Sonntag und eine Insel haben wir am Sonntag auch besucht, dort in einem Restaurant eine Fischplatte gegessen und sind mit einer Fähre gefahren.

Danach ging es nach Istrien, nach Moscenica Draga, das ist in der Nähe von Opatia, das früher Abbazia hieß, wo wir auch einen Tag verbrachten, dort das Mädchen mit der Möwe bewunderten und die Strandpromenande entlangwanderten.

Durch Rijeka sind wir nur durchgefahren, dafür ging es ein paar Tage später nach Pula, wo es ein großes Amphitheater gibt.

Wir sind bei einem kleineren römischen Theater gewesen und dann in einem Castell, wo es eine Ausstellung über ein Kurhaus oder ein Seespital gab, das die Gemeinde Wien 1906 in Rovinji oder Rovingno, wie das auf Italienisch heißt, errichten ließ, das war sehr interessant und nach Rovinji sind wir gleich weiter gefahren und haben dort zwei Nächte auf einem Campongplatz verbracht, wo es sehr viel österreichische Touristen gab.

Sind in der Gegend herumgefahren, haben beeindruckende Städte und Dörfer angeschaut und sind am Abend in der Stadt herumspaziert, da fing es dann stärker zu regnen an, was den Alfred sehr verbitterte. Das Gewitter ist aber erst gekommen, als wir schon in Motovun waren und dort in dem Schlßhotel zwei Nächte schliefen, so daß das Zelt trocken blieb.

Motovon ist ein Kastell am Berg, Meer gibt es dort keines, aber die besten Trüffel. In das Schloßhotel muß man sein Gepäck hinauftragen und das Auto unten abstellen, dafür kann man aber an der Mauer entlangspazieren, in das Tal hinuntersehen, Trüffel und den istrischen Schinken probieren, Wein trinken und vieles mehr.

Ein paar kleine Dörfer haben wir gestern auch noch besucht und sind eine Schlucht hinuntergewandert, das war sehr schön, aber auch sehr verwachsen und die Brücke die es dort gab, zerbrochen, weil sich die Touristen offenbar lieber mit der „Zip line“ durch die Luft seilen ließen, als die Schlucht herunterzuwandern.

Heute morgen sind wir dann über Slowenien zurückgefahren und verbringen in Harland noch einen, wie es der Alfred nennt, „Hausmeistertag“, muß er doch viel Rasen mähen, was die Anna und der Andreas, weil es in Harland die letzten zwei Wochen offenbar sehr viel geregnet hat, nicht konnten und ich habe mit meinem „Literaturgeflüster“ sehr viel zu tun, will ich ja die Bücher, die ich im Urlaub gelesen habe, besprechen und einige Reiseberichte, das habe ich ja versprochen, soll es auch geben.

2016-06-04

Grenzübertritte

Filed under: Glosse,Reisebericht — jancak @ 08:04
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Der heurige Urlaub geht nach Kroatien, ganz klar, denn dort ist es schön, man kann baden, die Küste entlangfahren, sich erholen, Wellnessen, Spas besuchen etcetera. Die Anna war mit ihren Klienten das letzte Jahr, glaube ich dort und der Alfred mit dem Karli im September und der fragt mich immer, wo fahren wir das nächste Jahr hin?

Ich bin, das schtreibe ich immer, nicht so ein besonderer Reisetyp und einer der gerne badet auch nicht. Es ziehen mich, glaube ic,h auch gerne die östlichetren Gebiete, als die Strände von Italien und Griechenland an, obwohl mit Griechenland und der Krise habe ich mich ja im letzten Sommer in Harland auf der Terrasse und via You Tube sehr beschäftigt, früher waren wir mit der kleinen Anna sehr oft in Italien beziehungsweise in der Toscana.

Als wir 1987 mit ihr in der Türkei waren, haben wir auf der Rückfahrt die Tante Dora in Belgrad besucht und das 1998, kurz vor dem Kosovokrieg noch einmal der schon größeren Anna wiederholt und da sind wir schon beim Thema.

Denn ich habe mich ohne viel von dem Land zu wissen, für Kroatien entschieden, macht doch dort auch der Thomas Wollinger mit seiner Schreibegruppe seine Screibeurlaube, Camps oder Workshops und so hat sich der Alfred, ich glaube schon im Februar oder März nach der Ferienmesse von der er einen Rucksack voll Prospekte nach Hause brachte, hingesetzt und die Route geplant.

Zuerst wollte er über Triest und mit dem Schiff fahren, dann hat er einen anderen sehr detailierten Plan gemacht, den ich nicht besonders angeschaucht habe, denn bevor ich nicht dort bin, interessieren mich die Reisehandbücher und die Gebrauchsanweisungen nicht sehr.

Daß man damit einfahren kann, habe ich vor ein paar Jahren in Riga bemerkt, denn da suchte der Alfred den Campingplatz, den „best Camp of town“ und ich schaute in einem seiner Reiseführer nach und sah, daß dort „Die Hunde von Riga“ als passende Reiselektüre empfohlen wurden und shit, das hatte ich ja vor einiger Zeit im Schrank gefunden und nicht mitgenommen, verdammt!

So habe ich mich schon diesmal vorher nach der passenden Lektüre umgeschaut und nicht viel gefunden oder Schwierigkeiten  mit der Einordnung gehabt, wer denn jetzt ein kroatischer Autor ist? Marica Bodozic wurde dort geboren, ist aber in Deutschland aufgewachsen, Jagoda Marinic wurde überhaupt schon dort geboren, hat aber ein Kroatienbuch geschrieben, Bora Cosic, der heurige Gewinner der Leipziger Buchmesse wurde in Zagreb geboren, lebt in Rovinji und Berlin und viele Autoren, die mir vom Namen her passend schienen entpuppten sich als Slowenen.

Von denen habe ich im Literaturhaus  schon einiges gehört und auf den Messen auch diverse Vorschauen und Leseproben mitgebracht, meine Kroatienliteraturausbeute war also eher dürftig und die Autoren lebten dann eher woanders und jetzt, wo ich schon in Harland bin, bin ich noch darauf gekommen, daß ich außer „Tito ist tot“ auch noch „Titos Brille von Adriana Altaras, die 1960 in Zagreb geboren wurde, aber 1967 in Italien lebt, über meinen Bett liegen habe.

Aber ich wollte über Grenzen schreiben und die sind nicht nur im Kopf, sondern auch auf der Straße und jetzt viel mehr als je, denn obwohl wir ja in der EU sind, werden die jetzt, wo soviele Flüchtlinge nach Österreich und Deutschland wollen, ẃieder verstärkt kontrolliert, was ich schon letztes Jahr als wir in Salzburg in den Zug nach Ulm einstiegen, merken konnten. Heuer im Jänner in Salzuburg noch einmal und als wir im März in Leipzig waren, wurden wir an der deutschen Grenze zwar nicht angehalten, mußten aber an der Polizei vorbei im Schritttempo fahren.

Aber jetzt wollten wirnach Kroatien und mußten da gleich nach Leibnitz unserem ersten Tagesreiseziel  durch Slowenien fahren. Das war früher, als es die EU noch nicht im heutigen Umgang gab, jugoslawisches Staatsgebiet und als ich vor vielen Jahren einmal mit dem Herrn Benesch und der Sigrid ein paar Tage in der Steiermark verbrachte, gerieten wir beim Schwammerlsuchen irrtümlich ins slowenische Grenzgebiet und hatten keine Päße mit.

Jetzt fuhren wir zuerst einmal eine Stunde durch Slowenien, bevor wir nach Kroatien kamen und als ich dort,  mit dem Lesen der kroatischen Gebrauchsanweisung begonnen habe, waren wir schon wieder weg, denn der Alfred wollte das Wochenende in Kotor in Montenegro verbringen, weil es dort die berühmten Fjorde gibt.

Um dorthin zu gelangen mußten wir noch einmal über eine Grenze, nämlich durch Bosnien-Herzegowina und der Alfred begann, obwohl er sich doch einen so tollen Reiseplan machte, davon zu reden, daß er sich die berühmte Brücke von Mostar, die es ja nicht mehr oder nicht mehr in derursprünglichen Form gibt, ansehen will.

Die haben wir dann nicht gesehen, sondern sind von Kotor, Mentenegro, das im Gegensatz zu Kroatien nicht in der EU ist, aber den Euro als Zahlungsmittel hat, wieder nach Kroatien zurück und daß es dort in den Neunzigerjahren einen Krieg gegeben hat, der die jugoslawische Föderation auseinanderbrach, war vielleicht auch daran zu merken, daß überall gebaut wurde, aber vielleicht betraf das auch nur die Appartmanis für die Touristen, die ja in Scharen nach Kroatien kommen.

In Dubrovnik steht an der Stadtmauer aber genau geschrieben, was der Krieg alles zerstörte und in der Geschichte, die man in den Reisehandbüchern nachlesen kann, ist auch sehr viel von Kriegen, Zerstörungen und Grenzversciebungen zu erfahren.

Über die Grenze ging es aber von Montenegro wieder ein Stück durch Bosnien und dann fuhren wir auch von Dalmatien nach Istrien, das aber zum selben Land gehört, während die Städte Opatija, Rieka, Rovinji, Dubrovnic früher anders geheißen haben, weil sie offenbar zu Italien gehörten und die Spuren der K und K Monarchie soll zumindest laut Führer auch überall zu merken sein, der Wiener Einfluß auf den Hotelterrasse  von Opatija, wohin sich früher die Wiener Künstlerschickeria in den Urlaub verzog, aber auch heute urlauben  sehr viele Österreicher in Kroatien, offenbar weil es billiger, als Italien ist und die Kellner sprechen meistens, vielleicht weil sie ehemalige Gastarbeiter waren, auch sehr gut Deutsch und ob sie jetzt Bosnier, Serben, Kroatier, etcetera sind, ist vielleicht nicht so leicht auszunehmen, wie auch dieSprache, die einmal serbokroatisch hieß und wahrscheinlich immer noch in beiden Ländern mit Ausnahme der verschiednen Dialektausdrücke, die ja auch das österreichische vom Deutschen unterscheidet, wie ich merken kann, wenn ich in Leipzig auf der Messe nach einem Sackerl frage, obwohl die auch dort schon manchmal antworten, „Aha, Sie komme4n aus Österreich!“, zu verstehen ist.

Das Sprachproblem fiel aber weg, da ich weder kroatisch noch serbisch spreche und auch nicht tschechisch, obwohl meine Gropßmutter, glaube ich, von dort genauso, wie die Tante Dora herkam, die sich ja  nach Serbien verheiratete, so daß mich der Grenze 1998 einige Male so ansprach, weil er mich dem Namen nach vielleicht für eine Slowenin hilt,

Jetzt wurden wir meistens  auf Englisch angesprochen, bevor die Kellner auf das Deutsche überwechselten und in Pula sind die Straßentafeln, wie in Kärtnen, wo es deswegen immer noch große Probleme gibt, zweisrachig. Deutsch und Italienisch, die Leute sprechen dort oft auch so und die Kellner versuchen es mit einem „Bon Giorno!“ und vor hundert Jahren hat die Stadt Wien in Rovinji oder Rovingo ein Erholungsheim oder ein Seespital mit einer Dr. Luegner Warte, der damals ja in Wien Bürermeister war, errichtet.

Interessant die Spuren der Geschichte, die man in Kroatien finden kann, die Türken sind auch einmal eingefallen und ganz vorher waren die Römer da, so daß man immer noch durch Tempeln wandern und Mosaike bewundern kann. Die meisten Toruisten kommen aber zum Baden, was wir nicht so machten und die letzten Urlaubstage hat es auch sehr viel geregnet und das letzte Stück, als wir von Motovun abreisten, ging auch wieder durch Slowenien an Ljubiana und Maribor in Richtung Graz vorbei und im „Ex Libris“ wurde gerade, als wir in Harland in die Endergasse einbogen ein neuer Roman eines Slowenen, der über den Krieg geschrieben hat, vorgestellt und interessant dazu ist vielleicht auch, daß der Bosnier Sasa Stanisic im „Merian-Heft über Kroatien“ einen Artikel hat.

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