Literaturgefluester

2018-04-30

Still leben

Filed under: Bücher — jancak @ 00:51
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Was jetzt kommt ist, glaube ich, ohne jeden Zweifel ein Personal Essay. Die Literaturkritik und die Verlagswelt tut sich ja recht schwer mit den Begriffen oder den Workshoparten, die man beispielsweise bei den „Open days“  des „Writersstudios“ lernen kann.

Da ist alles ein Roman und ein Debut, damit man es besser verkaufen kann, obwohl „Still leben“ der 1984 deutschen Autorin, Antonia Baums, die ich vom „Bachmann-Lesen“ kennen,  wurde, glaube ich, in „Leipzig“ als Essayband vorgestellt und es hat ein sehr interessantes Thema, geht es doch auf der einen Seite, um die prekären Verhältnisse der dreißigjährigen Akademikerinnen der deutschen Mittelschicht und auf der anderen um die „Mutterschaft“.

„Aha!“, könnte man jetzt sagen und etwas verwirrt schauen.

„Wie passt das denn zusammen?“

Ich tue es nicht, habe ich doch in letzter Zeit einige Klientinen die um die Dreißig sind, gerade in Instituten  oder  Büros zu arbeiten beeginnen und entweder von ihren Nichten und Neffen oder den Kinderbegrüßungsparties ihrer Freundinnen oder schon von den eigenen Kindern erzählen, die sie jeden Morgen sich abhetzend in den Kindergarten bringen.

Auf noch einer anderen Seite höre ich von den meist sehr gepflegten schönen blonden  Identitärinnen, wie sehr die Frau von heute angeblich unter den von ihren Müttern aufgezwungenen falschen Feminismus leiden würde, der ihnen vorschwätzte auf jeden Fall zu studieren und auf keinen Fall ein Kind zu bekommen und, die unter diesen Vorgaben, wie sie meinen, totunglücklich wären.

Die meisten dieser jungen Frauen haben zwar noch keine Kinder und versucht mal eine ein unruhiges Zweijähriges zu beruhigen, regen sich prompt die männlichen Identitären darüber auf und die sechunddreißigjährige Antonia Baum oder ihre Ich-erzählerin steht am Fenster,  starrt in die Leere und denkt „Ich will ein Mann sein!“

„Aha!“, könnte man jetzt denken, wenn man nichts darüber weiß, daß das ein Personal Essay über die Mutterschaft ist, „es geht, um das ebenfalls sehr moderne Transthema!“

Aber nein, die Erzählerin ist schwanger oder hat gerade ein Kind geboren und denkt darüber nach, wie dieses ihr Leben verändert wird?

Sie ist über dreißíg, hat studiert oder offenbar beim „Bachmann-Preis“ gelesen und schon ein paar Bücher geschrieben. Steht also auf der einen Seite des möglicherweisen Berlins, wo man hinausgehen kann in die hippen Geschäfte, wo es die Markenkleider zu kaufen gibt, die einen sofort von denen in no name Billigklamotten Gekleideten unterscheidet und die, merke ich kritisch an, wahrscheinlich in der gleichen Fabrik in Bangladesh von hungrigen chancenlosen Kindern erzeugt wurden.

Aber das ist nicht das Thema des Buches, sondern die Frage, wie sehr Mutterschaft eine verändern kann und was sie damit auf sich nimmt, denn es gehört ja zu den Aufgaben der Frauen, sich um ihre Kinder zu kümmern und Annika Bühnemann von „Vom Schreiben leben.de“, deren Schreibtipps ich ja sehr intensiv verfolge, hat vor drei Monaten auch ein Kind geboren und postet jetzt zwar auch noch Videos über die häufigsten Anfangsfehler der Autoren, aber auch jede Woche eines, wo sie sich beispielsweise darüber beklagt, daß man nicht zum Schlafen, kommt, wenn die kleine Maus die ganze Nacht lang durchschreit und man weiß nicht wieso.

Mutterschaft ist aber etwas, was zum Leben einer Frau dazugehört und, daß etwas fehlt, wenn man diese Erfahrung nicht gemacht hat, ist auch ein Satz den Antonia Baum gleich am Anfang ihres Essysband schreibt und ich habe diese Erfahrung vor vetzt schon mehr als fünfunddreißig Jahren auch gemacht.

Da gab es noch keine prekären Arbeitsverhältnisse, zumindest haben sie nicht so geheißen. Ich war gerade mit meinem Studium fertig, hatte das Akademikertrainig hinter mich gebracht und ein Inserat im „Falter“ aufgegeben: „Habe viel Erfahrung im Alleineleben und möchte jetzt eine Zweierbeziehungs ausprobieren!“

Aber eigentlich habe ich gewußt, ich will ein Kind. Als ich dann Dreißig wurde, war ich, Vertragsassistentin an der II  HNO-Klinik, schon schwanger und habe das nicht bereut, während sich Antonia Baum die Frage stellte, ob sie das dann mit dem schreienden Kind am Bauch  am Hinausgehen in die schicke Hipsterwelt vielleicht bereuen würde, denn Antonia Baum lebt mit ihrem Freund vielleicht aus Kostengründen in einem der Multikultihäuser, die die Identäten auch nicht haben wollen, schaut in die Nacht, hört auf die Geräusche und überlegt, daß sie die meisten ihrer Nachbarn gar nicht oder höchstens nur vom Sehen kennt.

Als Antonia Baum erfährt, daß sie schwanger ist, ist sie mit ihrem Freund in Israel, der ihr voll die Entscheidung überläßt, wie sie mit dieser Tatsache umgehen will, was sie vielleicht auch überfordert.

Wieder zurückgekommen, steht sie erneut am Fenster ihrer Wohnung, die Nachrichten von dem Terroranschlag in Paris am fünfzehnten November 2015 fällt in die Zeit ihrer Schwangerschaft. Ebenfalls die Ereignisse in Köln in der anschließenden Silvesternacht, was das Ich -Bild der Erzählerin sehr durcheinander bringt. So gesehen ist das Buch sehr poltisch, obwohl man auf dem ersten Blick gar nicht denken würde, daß es das ist. Vielleicht politischer sogar als Olga Flors Essayband.

Sie sucht weiter die hippen Orten ihrer Umgebung, beispielsweise ein Yogastudi für Schwangere auf, wo sie die gepflegten Mittelschichtschwangeren ein wenig verwirrend. Verwirrend sind vielleicht auch die Leute die auf ihren Bauch starren oder darauf greifen und ihr gute Ratschläge geben.

Klinik oder Geburtshaus wäre eine solche Frage? Die Hausgeburt für die mich  entschieden habe, kommt, glaube ich, in ihren Überlegungen nicht vor. Dafür aber die Frage, die ich ebenfalls hatte, wie das dann mit dem Schreiben werden wird?

Für mich war das in der Phase vor und nach der Geburt etwas schwierig, in dem Text „Poesie und Brotberuf“ im „Poldis Galeriecafe“ vorgetragen, habe ich das thematisiert.

Bettina Balaka, die mit mir gelesen hat, hat damals gesagt, sie hatte als Alleinerzieher keine Wahl gehabt, sie mußte schreiben, ob sie wollte oder nicht. Antonia Baum schreibt, glaube ich, einen Roman prophylaktisch voraus, der wie sie gleich erwähnt, nie fertig wird.

Dann kommt meiner Meinung nach ein eher klischeehafter Excurs über die Benachteiligung der Frauen im Literaturbetrieb. Hier zählt Antonia Baum nur drei weibliche Autorennamen auf, als hätte sie noch etwas von Elfriede Jelinek, Herta Müller, Marlene Streeruwitz etcetera gehört und würden alle anderen weiblichen Schreiberinnen „Herzchen- oder Mami-Romane“ schreiben, was meiner Sicht nach nicht stimmt.

Das Baby wird geboren. Antonia Baum verbringt die erste Nacht es anzusehen. Dann bricht die Härte der Mutterschaft über sie herein. Sie muß es stillen, denn ihrer Meinung nach würde sie von den Still-Blogs und der Still-Maffia gesteinigt werden, wenn sie es nicht täten. Dazu passt dann gleich die Nazi-Ideologie, von der der Stillkult vielleicht kommt und Johanna Haarers „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ wird zitiert, das unter modizierten Namen bis in die Siebzigerjahre oder sogar Neunzigerjahre verkauft und verlegt wurde.

Antonia Baum bleibt das erste halbe Jahr zu Hause und das, was dann kommt, kann man vielleicht mit einer Still- Depression vergleichen, obwohl das Wort nicht erwähnt wird.

Es bleibt die Angst, die die Famlie lebt ja in einem eher Abbruchhaus, wenn ich es richtig verstanden habe, mit komischen Bewohnern, die wahrscheinlich, die AfD wählen und psychische Probleme haben. Jedenfalls gibt es da einen Mann, der ständig „Heil Hitler!“ aus dem Fenster schreit. Die Psychiater werden jetzt vermuten, er leide an einem „Tourette-Syndrom“. Er laubert aber auch Antonia Baum und ihrem Freund auf, als die mit ihrem Baby von der Klinik nach Hause kommen, stellt sich vor sie hin und sagt „Aha!“

Später läutet er mit einem Essensrest an seinen Zähnen an Antonia Baums Tür, die sie erschrocken verschließt und mit Freund und Anwalt überlegt ob sie die Polizei rufen soll?

Da klingeln bei mir die Alarmglocken und ich denke „Uje, wenn so das Mobbing oder Stalking beginnt!“

Wäre es vielleicht nicht besser mit dem Mann zu reden, als gleich die Polizei zu holen oder zu überlegen, sich vielleicht ein andere, „bessere“, schreibt Antona Baum, Wohngegen zu suchen, was auch überlegt wird, aber so schnell findet man keine andere Wohnung.

Also bleibt Antonia Baum das erste halbe Jahr vorwiegend zu Hause, zieht sich von der Gesellschaft zurück, wodurch die Decke übern Kopf wahrscheinlich auch nicht kleiner wird. Denn als sie mal mit dem Babya aus dem Haus wollte, fing es prompt zu schreien an. Die junge Mutter konnte es nicht beruhigen und das Fenster öffnete sich und ein Frau schaut heraus und fing an sie zu beschimpüfen, weil sie durch das Geschrei gestört wurde Interessant, daß sich auch Antonia Baum durch den schreienden Mann gestört fühlte.

Excurse über die Benachteiligung von Mann und Frau folgen. Wer ist für die Hausarbeit zuständig? Gibt es da einen Hausarbeits- oder Müttergen? Wahrscheinlich nicht. Aber es gibt die Möglichkeit eine Putzfrau zu engagieren, die aus dem Osten kommt, eigentlich Biologie studierte, auch nicht gerne putzt, für Geld macht man aber alles. Was Antonia Baum auch mit schlechten Gewissen auch tut, während sie nach dem halben Mütterjahr vier Stunden täglich aus dem Haus geht und an dem Buch zu schreiben beginnt, nicht ohne zu betonen, daß sie ihr Baby selbstverständlich liebt und nur das erste halbe Jahr allein zu Haus sehr anstrengend oder fürchterlich war, was mich jetzt wieder ein bißchen an Thomas Bernhard, beziehungsweise an seinen Schreibstil erinnert.

Sie geht dann in eine Krabbelgruppe, wo die andereren hippen Akademiker- oder Mittelschichtmütter mit ihren Fair trade Markenklamotten hingehen und ist dort auch nicht glücklich, weil die alle kindische Babylieder singen und mit ihr sprechen, als ob sie auch ein solches wäre.

Dann werden  Zeitungsartikel, auch die von „Spiegel“, „Zeit“, etcetera nach ihren Aussagen über Mütter untersucht und uje, die machen entweder zu viel oder gar nicht für ihre Pxvpension, arbeiten zu viel oder gar nicht, trinken Latte Macchiatto oder gehen nie aus dem Haus, etcetera, etcetera.

Die neue Wohnung wird Realität, Antonia Baum, ihr Freund und ihr Baby können zuück jenseits der Grenze in die schicke oder vielleicht auch nicht so tolle Mittelschichtwelt.

Vorher werden sie noch von einer netten Polizistin zu dem Mann befragt. Denn inzwischen hat es nicht nur den Anschlag am Berliner Weihnachtsmarkt gegeben, sondern es wurde auch ein Jugendzentrum in der Nähe angezündet und der Mann wurde kurz davor gesehen.

„Was geschieht mit ihm?“, fragt Antonia Baum die Polizistin, die zuckt die Achseln und antwortet „daß er vielleicht in eine Einrichtung komme oder ins Gefängnis oder auf Bewährung, sie könne es nicht sage, sie wisse es nicht“ und nur das Protokoll aufnehmen füge ich hinzu.

Antonia Baum zieht also weg. Detail dam Rande, daß kurz danach das Haus einen neuen Eigentümer bekommt, der alles aufreißen läßt, die alten Mieter hinausekelt und die neuen für das nun schöne hippe Haus wahrscheinlich höhere Mieten zahlen läßt, was ich auch für keine Lösung halte.

Antonia Baum resumiert aber weiter über die Mutterschaft, zitiert Studien dazu und schließt mit den Worten „Nein, das Problem ist nicht das Kind. Das Problem liegt in dem Versuch, das Kind zusammenzubringen mit den Ideen, Erdornissen und Sachzwängen eines modernen Erwachsenenlebens, wie es sich die Erwachsenen gemacht haben.“

Und ich habe ein sehr interessantes Buch gelesen, dessen scharfer Ton und Antonia Baums starke Distanzierung von ihrem Kind ,das sie machnmal auch als „Baby-dings“ bezeichnet und von „Schweine-Müttern“ spricht, mich manchmal überraschten und das Buch vielleicht auf dem ersten Blick unsympathisch machen, wie man auch bei „Amazon“ finden kann.

Auf dem Zweiten ist es dann sehr politisch und da haben mich die Einschübe mit dem Mann, den ich ganz ehrlich für einen armen Teufel halte und mit dem ich reden würde, statt mich hinter meiner Tür zu verbunkern, am meisten interessiert, weil das das Lesen auch sehr spannend machte und ich mir die ganze Zeit dachte, was passiert mit ihm? Werden sie sich am Ende zum Tee treffen und er vielleicht mit dem Kind spielen oder etwas für es basteln?

Aber ich weiß schon, daß das zu kitschig wäre und in Zeiten, wie diesen vielleicht nicht möglich, weil er ja auch „Heil Hitler!“ schreit und wenn überhaupt, vielleicht die „AfD“ wählt und Antonia Baums Angst vor der Still-Maffia erscheint mir zu Bernhardesk übertrieben oder wird man in Deutschland wirklich angezeigt, weil man sein Kind nicht stillt? Vielleicht schon eher, wenn man es nicht gegen Masern impfen läßt, aber da ist ja Antonia Baum eher gegen die Impfgegener, wenn ich das richtig verstanden habe.

Sie hat auch im Leipzig auf dem „Blauen Sofa“ gelesen oder über das Buch diskutiert. Da bin ich aber früher weggegangen, obwohl ich damals noch nicht realisiert hatte, daß ich das Buch ohnehin bestellt hatte. Wenn man genau hinsieht, kann man mich kurz auf dem Video sehen und ich denke, es ist ein sehr spannendes Buch, wenn auch eines über das man viel diskutieren kann und das auch tun sollte!

Ein Muterbeispiel darüber was ein Personal-Essay ist, ist es, glaube ich auch.

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2018-04-29

Die Amerikafalle

Filed under: Bücher — jancak @ 00:34
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Jetzt kommt ein Buch, das ein wenig abseits meines üblichen „Beutschemas“ liegt, wie man unken könnte und eines, um das ich mich mit dem Alfred gestritten habe.

Er hat es jedenfalls, während es auf meiner Warteliste stand, nach Harland mitgenommen und ist auch am Dienstag in den „Thalia“ gegangen, als es dort vorgestellt wurde. Als es Martin Amanshauser in der „Gesellschaft für Literatur“ vorstellte, habe ich in der „Alten Schmiede“ gelesen, also war der Alfred nicht dort.

Aber er fliegt ja in einem Monat wieder nach Amerika, während ich an dem 1968 in Salzburg Geborenen und Sohn des alten „Residenz-Autors“ Gerhard Amanshauser bezüglich seiner literarischen Seite interessiert bin. Hat er doch auch einige eher lustige Romane geschrieben und einen Gedichtband mit dem Bezeichnenten Titel „100 000 verkaufte Exemplare“, hat sich aber in letzter Zeit eher als Reiseschriftsteller etabliert.

In dieser Funktion hat er auch in der „Alten Schmiede“ gelesen und ich bin hingegangen und  jetzt also auch am dem Buch mit dem Untertitel „oder, wie ich lernter, die Weltmacht zu lieben“ sehr interessiert.

Und das ist  schon ein bezeichneter Titel, denn spätestens seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten, distanzieren sich alle von Amerika, auf der anderen Seite sind wir aber immer noch davon geprägt und fasziniert. Tragen Jeans, trinken Cola und reden „Denglisch“ mit amerikanischen Akzent und ich war auch ein paar Mal in Amerika und als ich das erste Mal 1989 in New York war, war ich von der Stadt mit ihrten Wolkenkratzern fasziniert. Jetzt würde ich schon wegen der Sicherheitskontrollen nicht mehr hinfliegen.

Martin Amanshauser war aber, wie so viele andere Autoren im letztenJahr vier Monate „Writer in Residence“ und in dieser Funktion läßt sich natürlich für einen Reiseschriftsteller mit Humor oder Sarkasmus, wie Martin Ammanshauser wahrscheinlich ist, ein herrliches Kolumnenbuch schreiben, das in mehrere Kapitel unterteilt ist.

Das erste heißt „Ankommen & Losfahren“ und da beschreibt Martin Amanshauser ausführlich, die amerikanische Kleinstadt in der er temporär zurm Lehrpersonal gehörte und schildert, die Sturheit einer Verkäuferin, die sich weigert ihm Bier zu geben, da er nur über einen ausländischen Paß verfügt und deshalb scheint es Ausländern offenbar verboten in Amerika Biert zu trinken, etwas, was ich eigentlich so nicht glaube, von Martin Amanshauser aber genüßlich dargestellt wird und auch die Football Begeisterung der Amerikaner wird von ihm verrissen.

Unter „Amerikafalle“ sind, wie man bald versteht, offenbar die Widersprüche gemeint, die einem begegnen, wenn man das Land bereist oder den Studenten Unterricht im kreativen Schreiben oder Reiseschriftstellern gibt.

Denn der Alltag in US, der hier beschrieben wird, besteht wahrscheinlich zu einem großen Teil aus ungesunden Essen, über das sich der Durchschnittseuropäer wahrscheinlich nur wundern oder den Kopf schütteln wird. Hört man doch so viel von der Dickleibigkeit der Amerikaner, dann macht Amanshauser, der mit seinen Kindern die vier Monate in den USAwar und sie dort natürlich in die Schule schicken mußte, die Erfahrung, daß das Schulbuffet nur aus Fastfood, daß sich   aus viel Fett und Zucker zusammensetzt besteht und, daß das Mineralwasser verteufelt wird, während die Amerikaner, das Zuckerwassernamens Coca Cola ungefiltert in sich hineinschütten, so daß der Ältere nach Österreich zurückgekommen, in seinen Schulaufsatz schreibt: „Ich bin mit meiner Familie nach america für 4 monate lang und ich Bin in die Schule gegangen in America und am ersten Tag gonnte ich nichts verstehen und die Schule is ganz anders und das Essen is grauslich auser am mittwoch  gibt es Pizza“.

Über die mangelnde Nachhaltigkeit und das mangelnde Umweltbewußtsein wird philosophiert. So werden einen die Plastiktüten in den Supermärkten offenbar noch immer nachgeschmissen, während man sie hier vor allem in den Billigläden schon bezahlen muß und Martin Amanshauser packte sich offenbar aus mangelnder Amerikakenntnis soviel in eine hinein, daß er sich die Zehe dabei verletzte, überlegte, ob er den Staat klagen und dadurch zum Millionär werden könnte, aber auf jeden Fall ordentlich vor sich hinfluchte, was aber niemand hörte.

Nach dem „Ankommen“ werden die ersten Reisen in das Land, die offenbar später erfolgten beschrieben, bevor es zum Kapitel „Aklimatisieren und Wundern“ geht, aus dem vorwiegend die letzten von mir zitierten Beispiele stammen.

Amanshauser fuhr also, mit oder ohne Familie, das wurde mir nicht so ganz klar, nach New Orelans, dem Land der Musik, wo es ja 2005 den Hurrican Katrina gab, der alles oder viel verwüstete und nach San Fransico und da war ich auch 1989. Da haben mich vor allem die Weihnachtsgeschäfte, die es dort im Sommer gab,  etwas das ich damals nicht kannte, fasziniert. Ich habe begierig, die Gutscheine, die verteilt wurden, eingelöst und schmücke in Harland immer noch mit den dort bekommenen Dekorationen, beispielsweiße einen grauen Plastikapfle, einer Plastikerdbeere und einem Cable Car Aufhänger, die Zimmer. Denn mit dem berühmten Cable Cars sind wir auch gefahren und die berühmte Golden Gate Bridge haben wir ebenfalls bewundert.

Die Weihnachtsgeschäfte haben Martin Amanshauser, den vielgereisten, offenbar nicht mehr verblüfft, dafür zitiert er die Museen, nennt Allen Gisberg und sein „Geheul“ das in den Fünfzigerjahren einen Skandal ausllste und heute höchstwahrscheinlich auch niemanden mehr rührt und zitiert auch Jack Kerouac, dessen biografischen Roman von Anthony Mc Carten ich ja gerade gelesen habe, so daß mich das auch verblüffte, beziehungsweise ich sehr begierig diese Stellen las.

Die Reisen gehen dann auch nach New York, wo er mit seinen Kindern den Ground Zero besucht und Schwieriigkeiten mit den Sicherheitsdiensten hat, denn nein, man kann die Kinder aus Pietätsgründen nicht auf die Namensschilder der dort Umgekommen setzen und, als er mit seinen Kindern Fußallspielen will, kommt wieder ein Sicherheitsguard, denn es naht ein Gewitter und da gibt es angeblich ein Gesetzt, daß den Kindern dann verbietet sich aus Sicherheitsgründen draußen aufzuhalten.

Wie es überhaupt mit den Sicherheitsgründen recht schwierig zu sein scheint, denn zu seiner eigenen Sicherheit darf man vieles nicht. Beispielsweise Fußballspielen oder Wein trinken. Als Amanshauser mit einer Flasche Wein an der Rezpetion auftaucht, um nach einem Korkenzieher zu fragen, starrt ihn die diensttuende Studentin entsetzt an.

Aber man darf Motorradfahren ohne Helm, was der Europäer nicht ganz versteht, darf Waffentragen und, füge ich hinzu, es gibt auch keine Sozialversicherung für alle.

So testet Amanshauser, wie er in seiner launigen Art schreibt, für seine Leser das Gesundheitssystem der USA aus. Das heißt, er schneidet sich in den Finger und alles bestens. Die Ärzte und die Schwestern reden mit ihm, er wird gut versorgt, das dicke Ende naht dann erst nach der Rückkehr nach Wien, nämlich die Kranknhausrechnung. Aber da habe ich schon vorgegriffen. Amanshauser war noch in Las Vegas, hat hier die Spielhöllen beobachtet und in Mexiko und Kanada obwohl er das, wieder so eine absurde Vorschrift, sowohl seiner Bank als auch seiner Universität melden mußte.

Hat vieles vom Amerikanischen way of life verstanden und kritisiert und sich schließlich auch eingewöhnt, so daß er auf den letzten Seiten schreibt, daß er schließlich und endlich mit den Amerikanern warm geworden ist und  vielleicht sogar ein richtiger Amerikaner geworden wäre.

Ein spannendes Buch, ist mein Fazit, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob das jetzt etwas für Amerikareisende oder zu Hausegebliebene, die mehr über das Land wissen wollen ist und bin auch ein bißchen verblüfft, daß ich vieles, was in dem Buch beschrieben wird, 1989, als ich das erste Mal dort war, auch so erlebte.

„For your safety, Sir!“, sagte die Stewardess zum Alfred, als er sich nicht Anschnallen oder sein Gepäck im Sicherheitsfach verstauen wollte.

War verblüfft über die mir inzwischen nur oberflächlich etscheindene Freundlichkeit der Amerikaner, die zu allen „honey“ oder „sweety“ sagen und auch über die Buschauffeure, die mit den Worten, daß sie keinen  Ärger wollen, die Sandler oder Unangepassten auf die Straße setzten und auch unsere Reiseroute war ziemlich ähnlich, so daß ich vieles, was Amanshauser beschreibt, bestätigen kann.

Bur Donald Trump hat es nicht als Präsident gegeben und die Twin Towers sind noch gestanden. Ich bin nicht hinaufgefgahren, sondern den Broadway entlangmarschiert. Dafür der Alfred mit der Anna auf der Suche nach dem besten Coffee shop, den Annas beste Freundin Anna L. ihr empfohlen hat.

2018-04-28

Jack

Filed under: Bücher — jancak @ 00:50
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Was ist der Unterschied zwischen einem Roman und einer Biografie? Eine spannende Frage in Zeiten, wie diesen, wo auf allen Büchern aus Marketinggründen Roman und oft auch noch Debut steht, obwohl der Autor beispielsweise schon mit einer Novelle auf der Long oder Shortlist des dBp stand?

Für eine Nchtgermnistin und offenbar Content-Bloggerin nicht so leicht zu beantworten oder doch natürlich, obwohl ich gestehen muß, daß ich als ich mir vor ein paar Monaten Anthony Mc Cartens „Jack“ bestellte, keine Ahnung hatte, daß das, was jetzt ein Roman eine Biografie oder was auch immer über den berühmten Beatpoeten Jack Kerouac ist, von dem ich zwar schon einiges gehört aber noch nichts gelesen und wenn ich mich nicht irre „Unterwegs“ oder „On the road“ auf meinen Bücherstapeln liegen habe, weil irgendwo gefunden.

Da kommen wir zu einer anderen spannenden Frage, nämlich der ob man jetzt das Original oder die Geschichte darüber lesen soll.

Daniela Strigl hat sie vor ein paar Tagen in der „Gesellschaft für Literatur“ aufgeworfen und ich schreibe ja auch regelmäßig unter meine Buchbesprechungen und jetzt müßte oder sollte ich den O-Ton endlich einmal lesen, aber wann genau, wenn man in solchen Bücherbergen und Listenvorgaben steckt, wie ich.

Und es ist auch zu vermuten, daß die berühmten Autoren, vielleicht deshalb zu biografien über die noch berühmteren Vorbildern greifen, weil ihnen sonst nichts mehr einfällt, die Leute das gerne lesen, etcetera.

Von dem 1961 in Neuseeland geborenen Anthony Mc Carten habe ich auf einem meiner Frankfurter Buchmessensurfings das erste Mal etwas gesehen oder gehört. Denn da war das „Blaue Sofa zu Ende, die Kamera aber noch nicht abgedreht, so setzte sich der Autor darauf und ließ sich fotografieren und wenn ich mich nicht wieder irre, habe ich auch ein paar Mc Carten Bücher auf meinen Sub, aber keine Zeit zum lesen, etcetera.

„Jack“ habe ich jetzt aber gelesen, obwohl ich statt diesem Buch zuerst eigentlich Connie Palmens „Du sagst es“ bekommen habe und das einige Zeit so ließ, bevor ich bei „Diogenes“ anfragte und das richtigstellte und, um es mit einem Wort zu sagen, Anthony Mc Cartens Biografie, Roman oder was auch immer, verstand es mich viel mehr zu fesseln, als das Connie Palmens Biografie über Sylvia Plath zu standebrachte. Vielleicht weil der Autor viel dazu geflunkert hat und es von Anfang an Spannung, Peep und Schwung in seine Geschichte über den Beatpoeten Jack Kerouac hineinzubringen.

Da sind wir also im Jahr 1969 und stehen auf dem Friedhof bei Jack Kerouacks Begräbnis, der wie der Biograf verlautet, irgendwann einmal beschlossen hat, sich zu Tode zu saufen.

Aber halt, auf dem Friedhof steht die Biografin und die ist achtzehn, zweiundzwanzig oder siebenundzwanzig Jahre alt, man weiß das nicht so genau, denn in dem Buch wird ja viel geflunkert oder wie das auch in den Romanen so ist, ein Spiel zwischen Dichtung und Wahrheit ist. Sie hat auch verschiedenene Namen heißt einmal Jan Weintraub und ist eine Jüdin, dann wieder Jan Haverty, wie Jack Kerouacs zweite Frau, am Schluß wird noch der Name Andrea Zehnder ins Spiel gebracht, also ganz schön verwirrend.

Aber das war der berühmte Beatpoet wohl auch, der nach dem Buch irgendwann beschlossen hat, zehn Romane zu schreiben, dann mit „On the road“ berühmt wurde, weil es das Herz und den Zeitgeist der amerikanischen Jugend von damals getroffen hat. Sein Ruhm wurde ihm aber zu viel, so fing er zu trinken an und versteckte sich vor der Öffentlichkeit, etcetera.

Der Berkely Studentin oder Dozentin Jan  ist es aber gelungen, seinen Wohnort in St. Petersburg, im Haus seiner Mutter oder Onkels herauszufinden. So setzt sie sich ins Auto, packt ihren Hund dazu und ruft ihren Pofessor, dem eigentlichen Biografen an und verrät ihm, daß sie on the road zu Jack ist.

Dann steht sie vor seiner Tür und sagt ungefähr „Guten Tag, ich bins, Ihre Biografin!“

Der wundert sich zwar, daß eine Dozentin so jung aussehen kannan, schlägt ihr aber vor, ihm einen zu blasen, was sie entsetzt das Haus verlassen läßt. Sie kommt aber wieder, als die Kerouacks, Jack mit dritter Frau und Mutter in der Kirche sind und stöbert in seinen Briefe, wird von ihm erwischt und outet sich als seine Tochter.

So endet der erste Teil, man ist verwirrt und gleichviel voller Spannung und fragt sich, ist das wahr oder erfunden und noch bevor man bei „Wikipedia“ nachschlagen und das klären kann, kommt der Cousin auf Heimaturlaub von seinem Vietnameinsatz, findet Jan in seinen Zimmer vor und wird ausquartiert, was sein Mißtrauen wachsen läßt, umsomehr, als Jan bei einer Routinekontrolle der Polizei keinen Führerschein vorweisen kann.

Die macht inzwischen Interviews mit ihrem Vater und will mit ihm sogar nach San Francisco fahren, als der Neffe mit dem Professor zurückkommt, um ihm die Wahrheit  über dieBetrügerin, die Jack zuerst nicht hören will, aufzudrängen.

Jan oder Andrea Zahnder wird verhaftet, kommt auf die Psychiatrie und steht am Ende, denn das alles ist, glaube ich schon im Vorjahr passiert, auf dem Friedhof und will Erde in das Grab werfen und, als der Neffe sie daran hindern will, ruft sie ihren neuen Freund Stanley  zu Hlfe, der verzweifelt „Jan? Was geht hier vo? Jan? Jan?“ ruft und wir haben ein sehr spannendes Buch gelesen. Fast einen Krimi und dabei sehr sehr viel über Jack Kerouac, den Beatpoeten erfahren.

Aber natürlich, wie ich wieder schreibe und sicher auch Daniela Strigl raten würde, ist es besser zu den Originalen zu greifen undbevor man zur nächsten Biografie übergeht, endlich wenigstens „On the Road“ zu lesen.

2018-04-27

Die goldene Pforte

Filed under: Bücher — jancak @ 00:16
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„Die Pforte des Messias, auch Goldene Pforte genannt, ist eines der acht Tore in der Festungsmauer der Jerusalemer Altstadt“, steht auf einer der ersten Seite von Philip le Roy, der laut Klappentext 1962 in Toluouse geboren wurde und schon mit einigen Krimipreisen ausgezeichnet wurde.

Vielleicht ist das aber auch ein Pseudonym und der Autor ein Deutscher? Jedenfalls trägt die Hauptperson des Thrillers einen deutschen Namen, obwohl er ein Franzose ist.

Aber auch das ist, wie wir beim Lesen des Buches erfahren werden, nicht so einfach und birgt viele Räsel, die, wie man in der Anmerkung des Autors ersehen kann, ihm auf einer Buchmesse von einer verschleierten Frau übergeben wurde, die ihm zuflüsterte, daß darin etwas verboren sei, was die Welt verändert könnte.

Und weil das Welt verändern in Krimis offenbar viel leichter, geht, hat der Autor einen Thriller daraus gemacht und das Geheimnis ist eigentlich ganz einfach erzählt: Der Koran soll christlichen Ursprungs sein und die Jungfrauen, weshalb sich so viel Attentäter in den Tod sprengen würden, währen eigentlich nur Weintrauen.

Deshalb wird das Buch bei „Amazon“ und am Buchrücken auch mit dem Da Vinic Code verglichen:

„Ein packender Thriller mit Sprengkraft, der den Da Vinci Code in den Schatten stellt“.

Deshalb geht es auch gleich in das Medias Res und da hetzt der Held Simon Lange mit seinem Freund Markus betrunken durch Jerusalem und verschwindet dann durch die heilige Pforte.

Das heißt, er erwacht am nächsten Morgen in einer Gefängniszelle, weil ein Ungläubiger ja nicht auf dem Tempelberg darf. Er wird wieder entlassen, von da an aber ständig verfolgt und als er Markus Wohnung aufsucht, ist die verwüstet und Markus verschwunden.

Ein Wink führt ihn nach Berlin, dort findet er ihn aber auch nicht, so daß es nach Paris zurück geht, wo er eine schöne Syrierin namens Sabbah kennenlernt.

Nach und nach lüften sich die Geheimnisse. Simon hat vor kurzem seine Eltern verloren, der Notar teilte ihm mit, sie wären gar nicht seine richtige Eltern und die Geheimnisse seiner Herkunft lägen in einem Tresor in Jerusalem. Deshalb ist er mit Markus, den er beim Begräbnis kennenlernte, dorthin geflogen.

Der Tresor war aber leer und vor Markus, ebenfallls verwüsteter Berliner Wohnung, fand er einNotizbuch seines Vaters. Der war Diplomat, deshalb ist Simon, der Theologie studierte, viel in der Welt herumgekommen. Der Vater war aber auch Koranforscher und nach und nach lüftet sich die bahnbrechenden Geheimnisse um den Utsprung des Korans.

Das Notizbuch führt Simon zu den Forschern, die mit seinem Vater unterwegs waren und während er das tut, wird er immer wieder verfolgt. Die Forscher werden ermordet und mit Sabbah, die noch Jungfrau ist und sich nur mit einem Syrier verheiraten will, reist er durch die arabische Welt.Verführt „Zauberkunststücke“, wird für den Messias gehalten, aber auch das war nur eine Finte und am Schluß des Buchs, packt Sabbah die brissanten Unterlagen, trägt sie auf die Buchmesse und wir haben eine Menge über die aktuelle Weltgeschichte, den Koran, seine Entstehung und noch viel mehr auf eine höchst spannende Art und Weise erfahren.

„Ein Krimi, der zu sensatioell wichtigen, tabusierten Tatsachen über den Islam als Judenchristentum führt“, schreibt Michael Wolffsohn noch am Buchrücken.

„Der Phrophet, den es niemals gab“, steht auch noch auf der Buchruckseite.

2018-04-26

Zwei runde Geburtstage

Die „Autorinnen feiern Autorinnen-Reihe“, die Julia Danielcyck eingeführt hat, als sie Literaturbeauftragte der Stadt Wien wurde, gibt es jetzt zum fünften Mal.

Das erste Mal hat Marlene Streeruwitz Berta von Suttner gefeiert und es gab gleichzeitig, glaube ich, ein Fest der FPÖ, so daß die Besucher herumgeführt wurde, damit sie nicht vom Buffet mitnaschen konnten.

Danach hat Marlene Schachinger Betti Paoli gefeiert, Marie von Ebner Eschnenbach gefeiert von Ruth Klüger folgte und im letzten Jahr hat Julija Rabinowitsch Mela Hartwig vorgestellt und heuer war statt Else Feldmann zum Anschlußjahr, wie ich es mir eigentlich wünschen würde, Jeannie Ebner dran, weil die ihren hundertsten Geburtstag im November feiern würde und Peta Ganglbauer, die GAV-Präseidentin und experminetelle Autorin, die im April sechzig wurde, wurde zum Feiern ausgewählt, was ich eigentlich, als die einzige Gemeinsamkeit zwschen den beiden Autorinnen sehen würde und Petra Ganglbauer hat in den Archiven der Wien Bibliothek über die, wie sie meinte, inzwischen vergessene Autorin geforscht, aber sie, wie sie betonte, leider nicht persönlich gekannt, nur ein oder mehrmals gemeinsam publiziert hat.

Da ist sie wohl, wie ich motzen könnte, niemals in die „Gesellschaft der österreichischen Literatur“ gegangen, denn da war die 2004 Gestorbene öfter zu Gast und ich habe mich auch öfter mit ihr unterhalten und mir ihre Angst, die sie hatte, weil sie in der Nähe der Justizstrafanstalt Mittersteig wohnte, vor den Insassen hatte, angehört, etwas, was ich damals, glaube ich, nicht wirklich verstanden habe, jetzt aber sehr wohl würde.

Dann gabs einmal einen literarischen Spaziergang durch Margareten mit der Frau Bezirksrat Steininger, glaube ich, hat sie geheißen, die mich auch in die Szene Margareten eingeladen, aber kein Honorar gezahlt hat, so daß die Lesung, 2002, glaube ich, nicht stattfand, obwohl die Einladungen schon gedruckt waren und wir sind durch den Durchgang, den es am Mittersteig gibt, in Richtung Zentagasse, Frage an alle, wer wohnt wohl da, gegangen und haben, die schon etwas hilflos wirkenden alte Dame mit einer Zigarrette zwischen den Fingern, auf einer Bank sitzen sehen.

„Das ist die Frau Ebner!“, habe ich gesagt, worauf sich alle auf sie stürzten und sie fotografierten und nein die Frau Mayröcker haben wir dann in der Zentagasse natürlich nicht getroffen, nur erwähnt, daß die Lebensmenschin von Ernst Jandl dort wohnen würde und ich bin in den Siebzigerjahren, als ich zzu Schreiben begonnen habe, auf das Buch „Die Wildnis früher Sommer“ gestoßen, da meine schwester oder meine Mutter Mitglieder der „Buchgemeinschaft Donauland“ waren und irgendwie habe ich wohl gehört, daß Jeannie Ebner, die große Mäzenin oder Literatenförderung ist und ich habe ihr, glaube ich, etwas geschickt, aber keine Antwort bekommen, dafür eines meiner früheren Werke, keine Ahnung mehr, was da war, mit einem ihrer Zitate „Die Liebe ist des Weibes ganzes Wesen, der Mann hat dazwischen zu tun!“, geschmückt.

Dann ist etwas später Thomas Bernhards „Holzfällen“ erschienen und damals noch keine Ahnung, daß Jeannie Ebner, die Mitherausgeberin der Zeitschrift „Literatur und Kritik“ wohin ich auch meine frühen Texte schicke, das Vorbild der, Jeannie Billroth war.

Dann sind die Jahre vergangen und die literaturbegeisterte Literaturgeflüsterin hat Jeannie Ebner in der „Gesellschaft für Literatur“ angesprochen und, als sie dann pflegebedefürftig war, wurde sie, glaube ich, von Paul Wimmer, der ja auch in der Krongasse wohnte und inzwischen auch  schon verstorben ist, betreut.

So weit meine Jeannie Ebner Erinnerungen, als ich dann schon bloggte, bin ich auf dem Blog von Monika Bargmann gestoßen und war auch bei einem ihrer Vortrage über Jeannie Ebner in der Berggasse und inzwsichen habe ich wahrscheinlich auch auf Jeannie Ebner vergessen , so daß es sehr gut ist, daß Petra Ganglbauer, die experimentelle Autorin mein Gedächtnis auffrischte, aber erst hat wieder eine Frau Nowak, wie im letzten Jahr die Veranstaltung eröffnet und zum Glück vergessen, darauf hinzuweisen, daß ihr Maria Lassnigs Zilk-Porktrait nicht gefällt.

Dann kam Julia Danielczyk und erzählte schon was über die Autorin und ein O-Ton Beispiel aus dem Jahr 1976 gab es auch.

Brigitte Schwens-Harrant hat wieder einen Teil der Rede in der Wiener Zeitung angedruckt, die auf den Sitzen lag, obwohl sich Petra Ganglbauer eigentlich nicht an die Reihenfolge gehalten hat.

Sie hat in ihrer Rede, die Werke der Autorin zitiert, ihre Beziehung zu Thomas Bernhard erläutert, der damals bei dem literarischen Abendessen der Literaturmäzenin im Ohrensessel saß und über die fürchterliche Literaturszene resumierte. Das Buch habe ich mir, glaube ich, gleich nach Erscheinen, ich war damals Assistenin an der II HNO Klinik, gekauft und auf unsere Wochenendereise nach München, die wir damals öfter machten, mitgenommen und natürlich nichts verstanden obwohl ich mich ja schon damals sehr für die österreichische Literaturszene interessierte und bin darauf glaube ich erst später als Alexandra Miller ihr bei „Braumüller“ erschienene Dissertation in einem Salon der Nationalbibliothek vorstellte.

Inzwischen ist Jeannie Ebner, wenn ich das richtig verstanden habe, vergriffen und ich müßte nachsehen, ob und was von ihr, ich in den Bücherschränken gefunden habe und nach der Rede konnte man sich am Büchertisch umsehen. Es gab  Wein und andere Getränke. Ich habe mich mit der Angela, dem Josef und noch einigen anderen Stammbesuchern unterhalten.

Gertraud Klemm war da, Ilse Kilic, Fritz Widhalm und sicher noch eineige andere Autoren. Daniela Strigl und Monika Bargamnn auch und es war sehr interessant von einer Autorin zu hören, die auch ich inzwischen fast vegessen habe und das nächste Mal, schreibe ich wieder, würde ich mir Else Feldmann, als gefeierte Autorin wünschen, von der ich  einige Bücher gelesen habe und die 1942 in Sobibor umghekommen ist und ich würde mir sogar zutrauen, die Laudatio zu halten, werde aber höchstwahrscheinlich nicht gefragt.

Und es gibt zwischen Petra Ganglbauer und Jeannie Ebner, wie mir jetzt noch eingefallen ist, abgesehen von der Sprache, doch einige Gemeinsamkeiten, so engagieren sich beide ja sehr für die Autoren, die eine als GAV-Präsidentin, die andere war glaube ich bei den IG-Autoren aktiv und schreibpädagogische Interessen kann man bei beiden höchstwahrscheinlich auch orten, auch wenn sich Jeannie Ebner vielleicht nicht als sloche verstand.

2018-04-25

Von der Dokumentationsstelle ins Belvedere

Jetzt war ich schon lange nicht in der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur beim „Utopie-Workshop“, weil Osterferien, dann hat Stephan Teichgräber abgesagt, vorige Woche war unser literarischer Spaziergang und heute war ich mit Stephan Teichgräber allein und wir haben lange, wie er es am Ende nannte, ungeordnet durcheinander gepaudert.

Über das Buch „Die Kinetik der Lügen“, was ich eigentlich mitbringen wollte und die Frage, ob ein Buch über die Entstehung des „Frankensteins“ zur utopischen Literatur zählen kann?

Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ schon, das hat Stehpan Teichgräber gleich in sein Skriptum, das er im Workshop erstellen will, aufgenommen und dann gibt es auch schon das Programm für den „Literarischen Lenz im Centrope“, im „Theaterbrett“, das die Dokumentationsstelle ja veranstaltet.

Da war ich vor drei Jahren seither nicht mehr. Heuer habe ich wieder vor zu gehen und da lesen Franzobel aus dem „Floß der Medusa“, Anna Weidenholzer aus „Weshalb die Herren Seesterne tragen“, Rainer Kaiser Mühlecker aus „Fremde Seele, dunkler Wald“, Bücher, die ich schon gelesen habe und von den österreichischen Autoren noch, welch Überraschung Mechthild Podzeit-Jonke, wie sie sich ja jetzt nennt und dann noch ein paar mir unbekannte Tschechen und Ungarn, auf die ich schon sehr gespannt bin.

Einen Vortrag über slowenische Literatur gibt es vorher auch noch und Stephan Teichgräber hat mir am Ende der Veranstaltung noch ungarische Bücher gezeigt, die er von einer Buchmesse in Budapest, wo er am Wochenende war, mitgebracht hat und dann ist es wieder sehr spannend und ein wenig abseits von meinem „Beuteschema“ ins Belvedere gegangen.

Das heißt so ungewöhnlich ist das auch nicht, denn ich interessiere mich ja für jede Form von Kunst und ins Belvedere, in die Gemäldeausstellung bin ich, kann ich mich erinnern, als Studentin öfter gegangen und auch einmal mit Dieter Schrage, als er noch lebte und es die „Augustin-Führungen“ noch gab.

Jetzt hat mich „Kremayr & Scheriau“ vor einer Woche angeschrieben und mich zu einer Buchpäsentation anläßlich der Ausstellung „Klimt ist nicht das Ende, Aufbruch in Mitteleuropa“ eingeladen, denn die Germanistin Margret Greiner hat eine Romanbiographie über Margarete-Stoneborough-Wittgenstein, die Schwester vonPaul und Ludwig Wittgenstein geschrieben und die wurde 1905 von Gustav Klimt gemalt, wie die Eröffnungsrednerin in ihrer Einleitung betonte.

Das Buch, das das Gemälde am Cover hat, lag am Bücherjtisch auf und die in München lebende Autorin hat sich, glaube ich, quer durch das Buch gelesen. Begonnen hat sie mit dem Wunsch der Mutter, daß sich die Tochter von dem Meister malen lasse, weil die gerade dabei war, sich mit einem Amerikaner zu verheiraten, der Vater hat das Gemäde bezahlt. Der Meister hat ein wenig gezögert, der Bruder Ludwig hat gemotzt. Am Ende waren alle begeistert und Margarete, die Kunstmäzenin, die den ererbten Reichtum als Verpflichtung sah, Gutes damit zu machen, hat sich mit ihrem Mann in Berlin niedergelassen und die zehn Zimmer-Wohnung ganz im Stil der Wiener Werkstätten eingerichtet, was Bruder Ludwig, als er auf Besuch kam, irriterte, denn mit solchen Gabeln konnte man nicht den von Margarete selbstgemachten Rinderbraten und wahrscheinlich auch nicht den Apfelstrudel essen.

Die Ehe der Beiden war etwas schwierig, sie lebten getrennt, waren aber nicht geschieden, Margarete kaufete auch ein Bild von Schiele, was ihre Schwester Hermine irritierte, weil zu freizügig. Die Nazis kamen, Margarete emigrierte nach New York. Ihr Mann hat sich 1938 in ihrem Haus in Gmunden umgebracht. Sie ist, glaube ich, nach Österreich zurückgekehrt und 1958 gestorben und ich habe von Margarete  Stoneborogh Wittgenstein, die Gretel gerufen wurde, noch nie etwas gehört, was sich jetzt etwas geändert hat.

Es gab dann noch Fragen an die Autorin, die sagte, daß sie sehr viel für ihre Bücher recherchiere. Sie hat auch schon eines über Emilie Flöge, Klimts Lebensgefährtin geschrieben und hält viel von den Wiener Fin de Sciecle-Frauen und dann sehr schnell romanhaft die Geschichte hinunterschreibe und jetzt kann ich mit meiner Eintrittskarte, die mir Ursula Rinderer freundlicherweise zur Verfügung stellte, bis August einmal in die Ausstellung gehen.

Wenn der Afred im Juni in Amerika ist und ich mit dem Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ fertig bin, ist wahrscheinlich Zeit das zu tun.

2018-04-24

Wahre Geschichten von Ljuba Arnautovic und Zdenka Becker

Die 1951 in Kursk geborene Ljuba Arnautovic habe ich bei einer der „Edition Exil- Lesungen“ um Literaturhaus kennengelernt. Da hatte sie gerade einen der Preise gewonnen, sollte lesen, war aber irgendwie heiser und dann habe ich sie meistens bei einer Lesung von Karin Peschka mit der sie befreundet zu sein scheint, getroffen und sie auch ein paar Mal in der im  fünften oder sechsten Bezirk auf der Straße gesehen.

Nun hat sie bei „Picus“ ihr Debut herausgegeben, ein Buch das ich zwar angefragt habe, aber nicht zu bekommen scheine, was sehr schade ist, denn ich bin ja an Debuts sehr interessiert und das Thema erscheint mir auch sehr interessant.

„Im Verborgenen“ heißt der Roman und Manfred Müller hat ihn gerade eingeleitet, als ich den Veranstaltungssaal in der „Gesellschaft für Literatur“ betreten habe und es geht darin um den Krieg, beziehungsweise um eine Frau die im Krieg Juden versteckte und die Stelle aus der Ljuba Arnautovic gelesen hat, hadenlte von einem Juden, der seine Sachen am Donaukanal oder an der Donau abgelegt hatte und die sie findenden Polizisten gehen dann zu einer Aloisia, eine alte Frau die nicht seine Mutter ist, obwohl er sie im Abschiedsbrief so genannt hat und diese Aloisa war ein Bauernmädchen, das als Dienstmädchen bei den Eltern dieser Juden arbeitete und den Sohn oder Enkel offenbar aufgezogen hat.

Im anschließenden Gespäch stellte sich heraus, der Roman ist offenbar autobiografisch, obwohl als Fiktion geschrieben, denn die Geschichte von Ljuba Arnautovics Großmutter und sie hat einen österreichischen Vater und dessen Geschichte kommt auch in dem Buch, beziehungsweise in dem Folgeband vor, an dem Ljuba Arnautovic schon schreibt.

Sehr interessant, könnte man sagen und das betrifft wohl auch das nächste Buch, obwohl „Samy“ von Zdenka Becker kein Debut ist, und ich von der 1951 in Eger geborenen in Bratilava aufgewachsenen und in St. Pölten lebenden schon einige Bücher gelesen habe.

Es ist auch eine wahrs Geschichte, wie sie Manfred Müller erzählte, allerdings nicht die, der Großmutter oder des Vaters, sondern einer Frau, die sie in Amerika kennenlernte, als sie dort Writer in Residence war.

Die Frau hat offenbar in der DDR ein dunkelhäutiges Kind geboren, das dann nach der Wende oder schon vorher von den Neonazis diskriminiert wurde.

Zdenka Becker hat die Geschichte, an der sie zehn Jahre geschrieben hat, in die Slowakei verlegt und Samy ist der Sohn eines in Österreich lebenden indischen Psychiaters, wurde 1980 geboren, wächst bei seiner Mutter in Bratislava auf und wird in der Schule als Zigneuer beschimpft.

Auch sehr interessant, das bei „Gmeiner“ erschienene Buch, das ich wahrscheinlich ebenfalls nicht lesen werde. Dafür warten aber noch die „Töchter der Roza Bukovska“ auf mich, das ich mir einmal bei diesem Lyon Flohmarkt kaufte, um wieder den Bogen nach Österreich und St. Pölten zu spannen, wo ich Zdenka Becker machmal auf dem Markt treffe, wenn wir dort am Samstag unsere Würstel essen.

Zehn Seiten Lesen zum Welttag des Buches

Seit einigen Jahren wird am 23. der Welttag des Buches gefeiert, weil da in Katalonien Blumen und Rosen verteilt werden und Cervantes und Shakespeare gestorben oder geboren worden sind.

Seit einigen Jahren wird da vom österreichischen Hauptverbandein Gratisbuch verteilt, daß ich mir immer sehr begierig hole und das meistens aus Buchproben, die zu einem bestimmten Thema,  besteht, die eben Lust aufs Lesen machen sollen.

„Anfänge“ heißt der heurige Band, der mit Unterstützung der Zeitschrift „News“ von Heinz Sichrovsky herausgegeben wurde und das heurige Thema des schönen grünen Buches sind die ersten zehn Seiten von dreizehn eher jüngeren österreichischen Gegenwartsautoren beziehungsweise Autorinnen.

Ich holfe mir ja immer das Buch und lese es dann nicht, weil erstens keine Zeit, denn meine Leseliste ist ja sehr lang und dann bin ich  auch kein wirklicher Leseprobentyp, das heißt einige der Bücher: „Erlesenes Menü“, „Erlesenes Reisen“ und „Erlesenes Europa“, alle anderen nicht habe ich geschafft.

Also habe ich zuerst überlegt, daß das Büchlein wahrscheinlich weit unten auf meiner Leseliste landen wird und leider leider, wie so viele andere nie gelesen werden wird, obwohl ich es seit einigen Jahren bei der Bücherinsel ganz problemlos bekomme.

So war es auch heuer. Es war zwar eine Dame vor mir in der Buchhanlung die das Buch dann auch bekommen hat und mit einem Blick auf das Buch. beziehungsweise die Gegenwartsrome oder auch des einen Lyrikbandes von dem da als Appetizer, die ersten zehn Seiten abgebildet waren,  damit sich möglichst viele Leute in die österreichische Gegenwartsliteratur einlesen werden, habe ich aufgeatmet und erleichtert gedacht: kein Problem, das Buch kann ich besprechen und auf meine heurige Leseliste setzen, denn die meisten der Bücher habe ich schon gelesen. bezeihungsweise bei den „O-Tönen“ oder anderswo schon davon gehört.

Also los zu meiner Buchbesprechung über ein nicht gelesenes Buch, was ja auch eine sehr originelle Sache ist. Das Cover ist schön grün „Anfänge – neue österreichische Literatur steht darauf.“

Dann gibt es eine Einführung für die, die es noch nicht wissen, was der „Welttag des Buches ist, danach ein Vorwort und ein Bild von Heinz Sichrovsky, der, glaube ich, News-Redakteur“ ist.

Der erzählt, daß die österreichische Literatur sehr vielfältig ist, erwähnt vorher was ja eigentlich nicht so österreischisch ist, Frau Ava und Heinrich Heinre, kommt danach ein bißchen österreichischer, zu Peter Handke und Elfriede Jelinek und dann kommen wir schon zum Inhaltsverzeichnis, beziehungsweise zu der Aufforderung „Entdecken Sie die Anfänge – die ersten zehn Seiten der folgenden Werke.“

Ich weiß nicht, wer das macht und mir bleibt, wie schon erwähnt, gar nicht so viel zu entdecken, aber los mit einem klienen Einblick in meiner Lesestatistik oder meiner Öeseausbeutung, obwohl Nava Ebraimis, der 1978 in Tehern geborene zweiten österreichischen Debutpreisträgerin „Sechzehn Wörter“ habe ich nicht gelesen, obwohl ich es nach Bekanntgabe der österreichischen Buchpreisliste im vorigen September angefragt habe.

Dafür war ich aber bei der Debutpreisvorstellung in der Arbeiterkammer und auch bei der Preisverleihung, habe also einen kleinen Einblick bekommen und wenn ich das Buch mal finden werde, werde ich es natürlich lesen, sofern es zu mir kommen sollte.

Buch zwei ist dann der Unbekannte in der Leseprobensammlung, nämlich Christoph Linhers „Ungemach“, denn von dem 1983 in Bludenz geobrenen, der Germanistik studierte, habe ich noch nie etwas gehört und daher auch sein bei „Müry Salzmanm“ erschienenes Buch noch nicht gelesen. Also ran an die Leseprobe, damit die Neugier wächst und vielleicht habe ich Glück und ich finde es einmal. ich freue mich schon darauf und bin voll gespannt, aber eigentlich keine Leseprobeleserin, weil ich ja am liebsten gern das Ganze haben will.

Zum Glück gehts dann mit etwas Bekannten weiter, nämlich mit Irene Diviaks „Liebwies“, die auch auf der letzten Debutpreisliste gestanden ist. Da habe ich das Buch gelesen und es hat mir auch gut gefallen, so daß ich es sehr gern auf der Shortlist des „Bloggerdebutpreises“ gehabt hätte, wo es aber nicht gestanden ist.

„Chicago“ das zweite Buch der 1990 in Wien geborenen Theodora Bauer habe ich ebenfalls gelesen. Dafür steht noch das „Fell der Tante Meri“ irgendwo in meinen Regalen und warten auf das Lesen und in „Chikago“ geht es für alle, die es wissen wollen, um das Auswandern aus dem Burgenland in die USA und wieder zurück und es ist bei „Picus“ erschienen.

Marie Luise Lehners „Fliegenpilze aus Kork“, ist nicht der Debutroman, der 1995 geborenen Sprachkunststudentin und „Alpha-Preisträgerin“, deren nchstes Buch im Herbst bei „K&S“ erscheinen wird und von mir schon bestellt wurde.

Larua Freudenthaler wurde 1984 in Salzburg beboren. Ihr Debutroman „Die Königin schweigt“ wurde letzten Sommer bei den „O-Tönen“ vorgestellt und sehr gelbot. Ihr erstes Buch, das ich mir einmal von einer „Buch-Wien“ mitgebracht habe, liegt auf meinen Regalen, heißt „Der Schädel von Madeleine“ besteht aus „Paargeschichten“ und auch bei „Müry Salzmann“ erschienen.

Elias Hirschl bei „Jung und Jung“ erschiene Erfahrungen eines Zivildieners „Hunder  schwarze Nähmaschinen“ habe ich auch noch nicht gelesen, aber bei einer Lesung im Literaturhaus gehört. Gespannt auf das Buch bin ich auch und warte, daß ich es einmal finden.

Dann kommt ein Lyrikbändchen, das mir Anita Keiper vor einiger Zeit freundlicherweise zuschickte, nämlich  Mario Hladicz „Gedichte zwischen Uhr und Bett“ , für mich eine Überraschung, das  Heinz Sichrovsky für die österreichische Literatur  Entdeckung der Durchhschnittleser, auch Lyrik aussuchte und ich zitiere aus „Einem Tagebuch“:

„heute ein Tag an dem sich kaum etwas verleugnen ließ.

Die Umgebung leuchtete in den Farben die ihr zugeteilt worden waren.

Vormittag warf ein Nachbar

Erinnerungen weg in rauhen Mengen.

Bald darauf kam die Post nur aus Routine.“

Aufmerksame Leser werden sich jetzt denken, daß ich bei der Behauptung, ich hätte das Leseprobenbüchlein schon gelesen,  ein bißchen hochgestapelt habe, denn auch Sophie Rayers „Schildkrätentage“ habe ich nur bei einer Lesung in der „Alten Schmiede“ gehört und muß das Buch erst finden oder die ersten zehn Seiten lesen.

Dann kommt Cordula Simon „Der Neubauer“ und meine Leser werden genüßlich schreien: „Ätsch, Ätsch, auch noch nicht gelesen, du Angeberin! und ich antworte darauf „Stimmt, aber das Buch liegt schon in meinen Badezimmer, da  es mir „Residenz“ freundlicherweise und ganz unverlangt zusandte.Ich werde noch cirka fünf Bücher vorher lesen und dann ist es schon dran. Lesung habe ich noch keine daraus gehört, obwohl Cordula Simon glaube ich in Leipzig daraus gelesen hat und Alfred hat  das Buch auch für die Anna zum Geburtstag gekauft.

Dafür habe ich Mascha Dabics „Reibungsverluste“ gelesen, denn das Buch stand ja auf der österreichischen Debutpreisliste und es hat mir sehr gefallen. In der „Alten Schmiede“ und bei den „O-Tönen“ habe ich auch daraus gehört.

Jakob Pretterhofers „Tagwache“, die Erfahungen eines Wehrdieners habe ich auch bei den „O-Tönen“ kennengelernt. Gelesen ist es auch noch nicht. Es liegt aber in den Regalen und vorher ist es beim Literaturhaus-Flohmarkt gelegen und da habe ich es mir vor ein paar Wochen kurz nach Ostern gekauft.

Dann gibts noch Raphaela Edelbauers „Entdecker, eine Poetik“ und die ist glaube ich auch eine Sprachkunststudentin. Ich habe sie bei der letzten „Buch-Wien“ lesen gehört und mir überlegt, ob ich Ralph Klever wegen dem Buch anschnorren soll, ihn dann aber nicht gesehen und Raphalela Edelbauer hat inzwischen mit ihrem Buch in „Rauris“ gewonnen.

So durchgelesen durch das Leseprobenverzeichnung. Leser, habt ihr mitgezählt? Fünf Bücher habe ich gelesen. Zwei werde ich früher oder später lesen. Die meisten Anderen auf einer Lesung gehört und eines ist mir völlig unbekannt. Also vielleicht doch auf die Leseproben stürzen…?

Ansonsten ist dieser „Tag des Buches“ eher ziemlich an mir vorübergegangen, obwohl Ingrid J. Poljak ja schon am Samstag diesbezügliche Lose verteilte. Vor einigen Jahren gab es bei Anna Jeller zwei Blinddates mit ihren Leseexemplaren und bei einem Grätzelfest habe ich einmal auch aus meinen Büchern gelesen.

Im Vorjahr gab es eine Lesung im Hauptverband, vor zwei Jahren ein Bild von dem Buch auf meinen Blog und ein anderes Bildshooting habe ich in St. Pölten auch einmal gemacht und noch ein paar andere Welttagartikel geschrieben.

Ansonsten habe ich gestern zwei Bücher im offenen Bücherkschrank gefunden, eines wieder zurückgegeben, weil doch nicht so ganz zu meinem Bücherschema passend. Melissa Broders „Fische“ habe ich von „Ullstein“ ein zweites Mal zugeschict bekommen und jetzt kann ich mir aussuchen, ob ich es der Anna schenken oder in den Bücherschrank legen kann und Gerlinde Hofer vom „Ohrschmaus“ getroffen. Ihr „Mimis Bücher“ gegeben und mit ihr über eine mögliche Lesung daraus gesprochen, aus der ich ja schon einmal bei einer „Bücherschrank-Lesung“ gelesen habe.

So und jetzt auf in die Badewanne um bis zu meiner ersten Stunde ein Stückchen in Antonia Baums „Still leben“ weiterlesen, damit ich bald zu Cordula Simon komme.

2018-04-23

Olga Flor politisch

Doron Rabinovici und Olga Flor

Doron Rabinovici und Olga Flor

Eigentlich habe ich heute ins Literaturhaus gehen wollen, denn da hat  Jaroslav Rudis, der heurige Gewinner des Preises der Literaturhäuser gelesen, aber da kam der Alfred daher und sagte „Ich will zu Olga Flor in den Republikanischen Club!“

Und weil ich an Alfreds arbeitsfreien Montag gerne immer etwas mit ihm gemeinsam machen wollte, habe ich  umdisponiert, obwohl ich mir schon, dachte, daß ich die 1968 in Wien geborenene Autorin vielleicht nicht ganz verstehen werde, denn sie schreibt ja sehr kompliziert.

Der „Residenzverlag“ hat eine „Unruhe bewahren“ genannte essayistische Reihe von der ich schon einige Bände gelesen habe und ihr „Politik der Emotionen“ genannter Band wurde heute vorgestellt. Als wir vor sieben den Veranstaltungssaal erreichten war es schon sehr voll.

Klaus Nüchtern habe ich gesehen, Helene Hofmann und einge andere und Doron Rabinovici hat morderiert. Der Alfred hat das Buch gekauft, so daß ich Olgas Flors Vortrag, die sehr viel mit schneller Stimme gelesen hat, mitverfolgen konnte, denn es stimmt, das Buch, das in zwei Teile nämlich „Irrwitz“ und „Witz“ geteilt ist, war sehr kompliziert, obwohl es eigentlich, um etwas sehr einfaches, nämlich die politische Lage in Österreich 2018, den Rechtsruck , den wir gerade erleben, etcetera, gegangen ist.

Olga Flor zitierte aber Hannah Arendt und las dann einige Kapitel, die  die „Angst“ und den „Neid“ der kleinen Leute betreffen, die nicht aufheulen, weil ein paar Millionäre einen Großteil des Kapitals besitzen, sondern nur, wenn es der Nachbar ein bißchen besser als sie hat.

Es ging auch um die „Vertwitterung oder „Die Twittergewitter“ der Gesellschaft und das betrifft natürlich Donald Trump und bei der Diskussion haben sich erstaunlich viele Leute gemeldet und interessant, Olga Flor, weil vielleicht ein bißchen unverständlich, wurde angegriffen, viel zu intellektuell, um den Nerv der Zeit zu teffen und viel zu schnell, lautete die Kritik und eine spannende Frage ist ja auch, was können wir uns davon mitnehmen, um den Rechtsruck aufzuhalten?

Die wurde, glaube ich, nicht so ganz beantwortet. Olga Flor gab aber erstaunlich konkrete Antworten und Auskünfte. Nachher gab es wieder Wein und Knabbereien und heftige Diskussionen, die wieder an der Frage rührten, ob es jetzt schon fünf nach oder noch fünf vor zwölf ist?

Interessant jedenfalls und wieder etwas gelernt, obwohl es  kein literarisches Buch ist, das vorgestellt wurde, sondern eher ein zeitnah aktuelles und eigentlich sollten wir uns, glaube ich, schon überlegen, wie wir den Rechtsruck stoppen können, bevor es dafür zu spät ist.

2018-04-22

Die Kinetik der Lügen

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Zweiundertjahre nach dem Erscheinen des „Frankensteins“, den ich inzwischen, wie ich glaube, gefunden, aber noch nicht gelesen habe, kommt jetzt ein schon 2016 beim „Hommunculus“ erschienenes Buchs des 1958 bei Dresden geborenen Olaf Trunschke, das ich mir aus Leipzig mitgenommen habe, das wohl auch zu einem aktuellen Anlaß erschienen ist, denn den Sommer 1816 haben sowohl Lord Byron, sein Lleibarzt, der Dichter Shelley, sowie Mary Godwin, als auch deren Schwester Claire am Genfer See verbracht.

Dort war es, glaube ich, kalt und verregnet, so vertrieb sich die Gesellschaft die Zeit mit Gespenstergeschichten und der Clou war der Frankenstein der damals erst achtzehnjährigen Mary, schwanger vom damals noch verheirateten Percey Shelley.

So lautet die Legende und das Wissen, was man wohl über die Entstehung des berühmten „Frankensteins“, diese Grudselgeschichte, um die Erschaffung eines künstlichen Lebenswesens, hat, von dem man schon gehört und vielleicht das Buch gelesen und den Film gesehen hat.

Ich habe beides noch nicht, wollte mir einmal auf einer der Buch-Wochen im Rathaus, die englische Ausgabe um zwei Euro kaufen. Habe zulange gezögert und wahrscheinlich das deutsche Buch ungelesen in meinen Regalen und mich jetzt durch Olaf Truschkes Roman gelesen, der der Legendenbildung und den Mythen, um die Entstehung wohl noch eine Krone aufsetzt, wie man sagen könnte und auf eine höchst eigenwillige Art und Weise durch das Leben der Mary Shelley führt.

Er verbindet es mit einer heutigen Handlung, läßt er doch einen Dokumentarfilmer einen Film über das berühmte CERN-Institut drehen und der reist mit einer Maria dort herum. Beide Handlungsstränge werden verquickt und, wie der Beschreibungstext lautet: „….ohne, daß sie es merken verstricken sich dabei ihre Lebensläufe unaufhaltsam mit denen der historischen Akteure“ und das macht es für eine, die es gewohnt ist, sich beim Lesen an Struktruen, wie Zeit, Handlung und Chronologie zu halten, etwas schwierig, da Olaf Trunschke gleich in die Geschichten hineinspringt, Spekulationen anstellt, vom Hundersten ins Tausendste kommt, nicht chronologisch erzählt und auch seinen Ich-Erzähler auf einmal Droschken sehen läßt, beziehungsweise Shelley plötzlich T-Shirts trägt, einen Museumsshop besucht, Mary Shelley mit Bus und Eisenbahn fährt, man einen Pparkplatz sucht, etcetera.

Etwas von der spannenden Geschichte bleibt aber trotzdem hängen und wenn es auch nur Gedanke ist, jetzt endlich den „Frankenstein“ zu lesen oder sich mit Lord Byron zu beschäftigen. Da gibt es auch noch die „Golem-Saga“ und vieles andere, was in dem Buch erwähnt wird, habe ich von den Gruselgeschichten des neunzehnten Jahrhunderts ja nur den „Dracula“ gelesen.

Mary Wollstonecraft-Shelley, lehrt mich Wikipedia, wurde 1797 in Llondon geboren und ist dort 1851 gestorben. Sie war die Tochter der berühmten Frauenrechtlerin Mary Wollstonecraft, die kurz nach ihrer Geburt verstarb und des politischen Anarchisten William Godwin. So wurde sie wohl sehr freizügig erzogen und konnte schon mit sechzehn mit Percey Shelley auf Europareise gehen, den sie erst nach dem Tod seiner Frau heiraten konnte, von ihm drei Kinder hatte, von denen nur eines überlebte. 1922 ertrank Percy Shelley während einer Segeltour. Mary Shelly kehrte nach England zurück. Ihr Buch wurde, glaube ich, anonym oder unter einem Männernamen herausgegeben. Sie schrieb noch andere Romane, Gedichte und auch Reisebücher und während meiner Leseprobenjagd, in Würzburg, Essen und Leipzig, habe ich auch ein Heftchen über ihre „Streifhzüge durch Deutschland“, die deutsche Erstausgabe, die pünktlich zum Zweihundertjahrsjubiläum erschienen ist, gefunden.

Das alles kann man auch, wenn auch weit unübersichtlicher in Olaf Trunschkes Buch finden, der auch die Fragen stellt, was menschliches Leben ist?

In CERN soll oder gibt es einen Computer namen G.O.L. E.M., der  viel schlauer als die Menschheit ist und im neunzehnten Jahrhundert wurden Experimente gemacht, wie man Leichname mittels Galvanisierung wieder zum Leben erwecken kann.

Das alles erfahren wir in dem Buch, in dem auch die Frage gestellt wird, ob der berühmte Frankenstein nicht vielleicht auch von den Gebrüdern Grimm erschaffen worden sein könnte?

Es gibt auch ein Tagebuch zu der Entstehung, um das sich so manches Rätsel prangt, so daß, wie man auch in einer „Amazon-Rezension“ lesen kann, fast ein Krimi aus der Entstehungsgeschichte wurde.

Es geht in die Schweizer Berge, zum Eigner und zur Jungfrau: „In Grindelwald kaufte sich Byron neue Karten – Karikaturen der Berge, die Gipfel mit Gesichtern: Der Eigner will zur Jungfrau, aber der Mönch steht im Weg“ und nach Paris, wo man nach der französoschen Revolution Marie Antoinettes Disneyland, Klein Trianon besichtigte „Östlich davon hatte sich Marie Antoinette, ein idyllisches Dörfchen bauen lassen: Mit Mühle und Molkerei, einem Taubenhaus und einer Fischerei, einem Aussichtsturm und natürlich dem Haus der Königin mit Zimmern für Billard und Ball. Claire versuchte sich vorzustellen, wie die Königin mit silbernen Haaren und Eimerchen aus Porzellan das schlichte Landleben zelebrierte….“

Und so weiter durch die Geschichte vor zweihundert Jahre und dem, was im Leben der Mary Shelley, um ihren berühmten „Frankenstein“ passierte und in die Geschichte danach in das Cern von 2016 und jetzt wieder zwei Jahre später, können wir uns ja gut ausgerüstet in das „Zweihundert Jahre „Frankenstein-Jubiläum“ stürzen.

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