Literaturgefluester

2008-12-29

Weihnachtsbücher

Filed under: Uncategorized — jancak @ 09:53

Wieder zurück in Wien kann ich über meine Weihnachtsgeschenke schreiben.
Stephan Alfares „Meilengewinner“, Andrea Maria Dusls „Boboville“, Eva Rossmanns „Russen kommen“ und den Aufbau-Literaturkalender vom Alfred, Anna hat das praktische Badekonfekt „Winterzauber“ von „Alles Seife“ beigesteuert, ich bin ja eine eifrige Badewannenleserin, von den Schwiegereltern kamen die Lindt-Weihnachtskugeln und das Geldkuvert.
Alles passend für die ruhigen Weihnachtstage, die man mir schon vorher wünschte und das wars dann auch, ein paar Kilometer vom NÖ-Hauptstadtzentrum entfernt und so habe ich zwei der Weihnachtsbücher ausgelesen.
Mit Eva Rossmanns Krimi habe ich begonnen, denn die lese ich ja gerne zwischendurch, obwohl ich selber keine richtigen schreibe, wegen der Gewalt, die ich nicht wirklich will.
Da mir Alfred aber alle der zehn Rossmann-Krimis schenkte, abwechselnd zu Weihnachten oder als Geburtstagsgabe, konnte ich darauf schon eine Voraussage machen und ein bißchen war mir der Inhalt auch bekannt.
Habe ich mir die Hörprobe schon vor einiger Zeit angehört und bei „Rund um die Burg“ war ich bei der Lesung.
Es waren also ein paar vergnügliche Badewannen- bzw. Nachtstunden und damit ich auch die Pointen verstehe, habe ich es zweimal gelesen und das Buch dann Anna übergeben.
Dem kritischen Blick der Autorin ist das Handwerkszeug des Fragestellens aufgefallen.
Eva Rossmann stellt viele Fagen, deutet einiges an und dann ist sie nicht wirklich gewaltsam, die Geschichte um den toten Russen, der sich mit seinem reichen Bruder verwechseln läßt und damit ein paar Leichtgläubige in den geschäftlichen Ruin treibt, so daß sie ihn zu Tode quälen.
Guter Wein und gutes Essen kommen auch wieder vor und dann ein paar Angstpointen, die der kritischen Leserin konstruiert erscheinen, aber wahrscheinlich würde ich mich auch fürchten, wenn ich in Moskau einen Russenmörder jage und der Wiener Polizeiskandal ist auch ein Thema, das sich herrlich benützen läßt.
Also spannend und leicht zu lesen, obwohl nicht wirklich viel passiert, aber ein toter Russe ist ohnehin zuviel des Guten und die Finanzkrise, in die wir inzwischen geschlittert sind, läßt sich ebenfalls schon spüren.
Mein Lieblings-Rossmann-Krimi ist „Freudsche Verbrechen“, das habe ich in Italien vor ein paar Jahren ein paar Mal gelesen und vorige Weinachten gab es das „Millionen Kochen“ das mir auch ganz gut gefallen hat, obwohl nicht viel darin passiert und dann habe ich mir „Boboville“, das Kultbuch der Andrea Maria Dusl vorgenommen, das ich fast für die Buchprämie vorgeschlagen hätte und das schon deshalb interessant ist, da es, wie das Glavinic Buch, in meiner Wohngegend spielt.
In beiden Büchern kommt die Buchhandlung Jeller vor und die Dusl bezieht den Glavinic auch in ihr Bobo-Geflüster ein.
Man kann auf diese Art und Weise also einen Bestseller schreiben und es ist ja trotz der konkreten Details ein Kunstbuch mit einer sehr konstruierten Sprache, wo man nie genau weiß, was ist jetzt echt und was daran erfunden?
So werden all die Kult-Geschäfte und das Schuberthaus beschrieben, die wir kennen, eine Kettenperückengasse gibt es aber nicht und die Stadt in der Klaus Nüchtern als Bachmann-Kritiker fungiert, heißt natürlich Klagenfurt.
Ich schreibe weniger glänzend, obwohl sich meine Themen nicht besonders unterscheiden oder doch natürlich.
Springen mich ja eher die Konsumverweigerer und die sozialen Randfiguren, als die schnuckeligen Kulturkitiker und die makellosen Radiomoderatoren an.
Es waren also ein paar vergnügliche Lesetage, die ich am Land vebrachte.
Jetzt bin ich für einen Tag nach Wien gekommen, habe mir meine Lieblingsblogs mit den Weihnachtserlebnissen der anderen angesehen und werde, wenn ich abgerechnet habe, für eine Woche wieder auf dem Land verschwinden, um mich im neuen Jahr zurückzumelden. Dann gibts das Literaturgeflüster schon ein halbes Jahr, was Grund für eine Jubelmeldung ist.

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2008-12-23

Vorweihnachtliche Lesesplitter

Filed under: Uncategorized — jancak @ 12:06

In Harland bin ich, wenn ich nicht zwischendurch einen Krimi für die Seele einschiebe, immer noch mit Ingo Schulze beschäftigt, wo Enrico Türmer, in sehr langen Briefen, die immer wieder Dialogeinschübe enthalten (wie realistisch ist bitte so ein Briefroman?) seine neuen Leben seiner idealisierten Liebe Nicoletta, der Schwester Vera und dem homoerotischen Jugendfreund schildert.
Inzwischen taste ich mich auf die Hälfte vor und werde in den nächsten Tagen durch die Weihnachtsbücher vielleicht wieder abgelenkt (Eva Rossmann: Die Russen kommen?), während ich beim Uwe Tellkamp nach der gestrigen Badewannenlektüre, weil Alfred im Betriebsratbüro hängenblieb, statt Kinomontag mit Runzelsex (d.h. dem neuen Film mit Otto Tausig) inzwischen auf Seite 509 und dem II. Buch „Die Schwerkraft“ angekommen bin.
Weil ich herausfinden wollte, welche DDR Autorin in Judith Schevola zu erkennen ist, außer Christa Wolf habe ich keinen wirklichen Einfall, aber wahrscheinlich ist jemand der jüngeren Generation gemeint, habe ich im Google nachgeschaut und bin auf eine Unmenge von Rezensionen gestoßen.
Das Buch des Jahres trägt seine Früchte, auch wenn viele Besprechungen mit „Das Ärzteehepaar Richard und Anne Hoffmann und ihr Sohn Christian“ beginnen und einige der Besprecherinnen dem Buch auch seine Leser absprechen.
„Zu lange, zu mühsam, wer bitte quält sich heutzutage noch durch 972 Seiten?“
Auch wenn es morgen unter vielen Christbäumen liegen wird und das Buch des nächsten deutschen Buchpreises wahrscheinlich schon geschrieben oder gerade fertig werden wird.
Ich habe die Antwort nicht herausbekommen, vielleicht weiß es einer meiner Leser, obwohl ich noch im Oktober durch das FAZ-Lesezimmer auf eine Besprechung gestoßen bin, in der ein paar Hinweise standen, in Barsano ist also Hans Modrow, Eschschloraque Peter Hacks, Altberg Franz Fühmann und Londoner Jürgen Kuczynski zu erkennen, aber nichts von Judith Schevola.
Das kommt mir sehr bekannt vor. In meinen literarischen Schlüßelromanen erkennen sich auch immer die Leute, an die ich beim Schreiben nicht gedacht habe und sind dann bös auf mich, aber mit Anhaltspunkten fühlt man sich wohl sicherer und die DDR ist auch schon lang vorbei.
Beim Lesezirkel Frühjahrsprogramm der Hauptbücherei soll es im April das Thema „Wende“ geben, wo „Adam und Evelyn“ als Buch des Monats besprochen wird.
Da werde ich mit dem „Neuen Leben“ und dem „Turm“ vielleicht schon fertig sein, wenn nicht zwischendurch zuviele Ablenkungsbücher kommen.
Es liegen ja soviele in meinem Badezimmer und in Harland gibt es auch einen Stoß über dem Bett und so habe ich in den schlaflosen Stunden, als ich auf den Alfred wartete, Johanna Königs „Grün ist die Farbe der Hoffnung“ hervorgeholt.
Ein gewaltiger Themenwechsel, denn da geht es um eine Krebserkrankung und das ist nicht nur literarisch interessant.
Ich kenne die Kärntner Autorin von den Sitzungen der IG-Autoren und meiner Tätigkeit bei der GAV-Jury 2003 oder 04, da hat sie ihre zwei historischen Romane eingereicht, die schon in vielen Sprachen übersetzt sind.
2006 ist sie nicht zur Generalversammlung gekommen, sondern hat ein sehr berührendes Mail geschrieben in dem sie von ihrer Krankheit berichtet hat, das mich sehr beeindruckte und so bin ich mit ihr in Kontakt gekommen.
Einiges davon ist sicher in „Und trotzdem“ eingeflossen, denn da geht es auch um eine Krebsbewältigung, die ich in die Familiengeschichte von dem Großvater Leopold, der sich mit achtzig unbedingt ein Haus bauen will, seiner depressiven Tochter Ludmilla und der überforderten Enkeltochter Magdalena, eingearbeitet habe und so habe ich gestern Nacht das Buch an bzw. ausgelesen und das war wirklich interessant.
Vielleicht nicht unbedingt als Weihnachtslektüre zu empfehlen, aber da gibt ja Jaqueline Nagel von Schriftsteller-werden. de aktuelle Tips mit Zeitangaben, wie lange man die Bücher noch bestellen kann, damit sie rechtzeitig ankommen.
Das ist bald vorbei. Wer dann noch Bücher schenken will, muß sie bis Morgen vierzehn Uhr selber kaufen und es gibt auch eine Weihnachtssondersendung von Elke Heidenreich auf litcolony.de und da wurde auch ein Kinderbuch besprochen, wo es um einen schwarzen Hund mit Namen Depression geht, der seinen Besitzer überallhin begleitet, bis der sich in Therapie begibt und damit umgehen lernt.
So weit so gut, das ist alles sehr bekannt und ich habe heute auch noch einige Stunden, bevor es mit Anna, Alfred und der Volksstimmeanthologie für die Schwiegermutter nach Harland geht.
Auf der Kommode im Wartezimmer steht seit gestern ein kleiner roter Weihnachtsengel, Geschenk einer Klientin und eine andere hat Kaffee und Rotwein mitgebracht.
Es feht also nur das Weihnachtswetter, aber das soll noch kommen und in Harland gab es am Wochenende Schnee, so daß es mit dem Radfahren nicht viel geworden ist.
Am Montag melde ich mich wieder, weil wir in Harland kein Internet haben, ein passendes Weihnachtssonderangebot gibt es aber schon und der Postzusteller hat gerade die dritte Amazon-Weihnachtsbuchzustellung für die Nachbarn gebracht.

2008-12-21

Literarisches Abendessen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:45

Der Freitag war durch den Besuch des klinischen Fallseminars zu Mittag ziemlich verplant, so daß ich mit meinen Korrekturen nicht, wie geplant, vorangekommen bin.
Der vorgestellte Fall, eine Mischung zwischen Psychose und Asperger Syndrom, der sich vielleicht auch literarisch verwenden läßt, war aber interessant und die vier Bücher, die ich mir um je zehn Cent aus einer Bananenschachtel eines Euroshops gezogen habe, waren das auch.
Ein Thomas Wolfe, ein Robert Neumann, eine Vicki Baum und eine Elisabeth Gürt, aus den Fünfzigerjahren.
Zwar habe ich keine realistische Hoffnung, daß ich das alles jemals lesen werde. Aber wenn ich jetzt nicht zuschlage, werde ich die Bücher nie mehr bekommen und es sind doch historische Gustostückerln für die literarisch Interessierte, deren Namen man zumindest kennen sollte.
Dafür habe ich mir in Harland den Harkan Nesser Krimi „Das falsche Urteil“ vorgenommen und in der Badewanne ausgelesen, den ich mir im Oktober bei dem Kirchen-Flohmarkt gekauft habe und einen Spaziergang auf die Rudolfshöhe mit einem vom Wirt gestifteten Weihnachtsachterl gab es an diesem Wochenende auch.

Beim Aperitif

Beim Aperitif

Dann sind wir nach Wien zurückgefahren, waren wir ja bei Ruth Aspöck eingeladen und ihr habe ich, die absoluten Umweltfreaks werden stöhnen, in Ermangelung einer anderen Geschenskidee, hat sie ja die meisten meiner Bücher schon in ihrem Vorzimmerregal aufgereiht und in der neuen Volksstimmeanthologie ist sie ebenfalls enthalten, das Literaturgeflüster ausgedruckt, da sie bis jetzt kein Internet in ihrer Wohnung hatte und der Klatsch und Tratsch des Wiener Literaturbetriebs ist ja sicher interessant und verlockt zum Lesen und dann betreibt die Ruth, seit sie mit ihrer Edition „Die Donau hinunter“ in Pension gegangen ist, ja auch ein Tagebuchprojekt.
Das heißt, sie arbeitet ihre Tagebücher der letzten vierzig Jahre auf, kürzt und strafft sie, um in einem Jahr vielleicht, wenn sie damit fertig ist, einen Verlag zu suchen und sie hat uns nach den pochierten Eiern, dem Fisch in Kräutersauce und den gefüllten Palatschinken auch einiges von ihrem Versuch, sich zu habilitieren erzählt und ein schönes Buch gezeigt, in dem zwei ihrer Artikel über Frauen und Exilliteratur erschienen sind.
Ein interessantes Gespräch mit ihr und Robert Egelhofer also, die Finanzkrise und die Gewalt, die auf unseren Straßen vorkommt, war auch ein Thema, bei Wein und Weihnachtsnaschereien und jetzt gibt es noch zwei Praxistage, dann geht es wieder nach Harland zum Weihnachten feiern, Ruth und Robert werden in den ehemaligen Verlagssitz ins Mühlviertel fahren und den Silvester in der künftigen Kulturhauptstadt verbringen, während uns Hilde Schmölzer wieder dazu eingeladen hat.

2008-12-18

Kulturhauptstadt 2009

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:45

Heute gab es wieder eine literarische Veranstaltung, nämlich den letzten Jour fixe Ruth Aspöcks in der Galerie Werkstatt NUU zum Thema Linz 09 mit Kurt Mitterndorfer.
Über die Lesungen von Gregor Lepka und Waltraud Seidlhofer im September und November habe ich im Literaturgeflüster schon berichtet.
Jetzt hat Kurt Mitterndorfer ein paar Linz-Texte gelesen, Ruth Aspöck hat das Linz 09 Werbematerial, die großen Bücher mit den Spiegeleiern bzw. den Linzertorten aufgelegt und Kurt Mitterndorfer hat einen Button mit der Aufschrift Linz 0 nein getragen und kritisch darüber berichtet.
Es waren weniger Leute als die letzten zwei Male gekommen, dafür gab es neue Gesichter, so sind die Rizys erschienen und Christa Nebenführ, aber auch Elfriede Haslehner und zwei, drei Damen, die ich nicht kannte.
Die Mandarinen und die Kekse hat es schon vorher gegeben, beziehungsweise bin ich an einem Tisch gesessen, wo man sich davon bedienen konnte.
Nachher gab es einen guten Gewürztee aus Ingwer, Zimt und Kardamon und ein Süppchen mit Kartoffeln und Kraut.
Alles sehr lecker kann man sagen und die Atmosphäre war auch sehr entspannt und weil ich mich entschlossen habe, nachher nicht in die Veranstaltung mit Bodo Hell zu gehen, obwohl sie in dier Nähe gewesen wäre, habe ich auch Zeit gehabt länger zu bleiben und im kleinen Kreis zu diskutieren.
Kurt Mitterndorfer hat die Sache kritisch gesehen und das hat sicher seine Berechtigung. Weil da wahrscheinlich die gleichen Mechanismen wie überall ablaufen.
Viel Geld wird für große Veranstaltungen, bekannte Namen und glänzendes Werbematerial ausgegeben, während die Kleinen, in diesen Fall die Linzer Kulturinitiativenen, überbleiben.
In Graz 03 war es wahrscheinlich auch nicht anders und an Graz 03 habe ich gute Erinnerungen, denn da war ich viermal.
Hat da ja der Ö1 Kulturquiz in der 03 Bar am Mariahilferplatz stattgefunden und da habe ich mitgemacht und das erste Mal gewonnen, bin also ein zweites Mal angetreten und mit dem Alfred im Auto hingefahren und mit den von Ö1 zur Verfügung gestellten Erste Klasse Bahnkarten noch zwei Mal, um mir Graz anzusehen und da war ich auch an diesem Samstag, wo das Literaturhaus eröffnet wurde und von Linz 09 habe ich schon ein wenig mitbekommen, beziehungsweise die bunten Werbebücher in Harland liegen, weil die, als wir im Sommer während unserer Donauradfahrt, zweimal in Linz übernachtet haben, im Hotel und in der Touristeninformation aufgelegen sind.
So war es, obwohl ich nicht weiß, ob ich 09 nach Linz kommen werde, interessant darüber zu erfahren.
Ich habe mich sehr intensiv mit Kurt Mitterndorfer, dessen Griechenland Buch ich noch lesen muß und mit der Galeristin Denise Narick unterhalten, die den guten Tee und das aromatische Süppchen kochte und eine sehr entspannte Ausstrahlung hat. Ich habe ihr den „Novembernebel“ gezeigt und werde mich für eine Lesung beim „Linzer Frühling“ anmelden und heute sind auch pünktlich vor Weihnachten die vier Belegexemplare der neuen Anthologie „Linkes Wort am Volksstimmefest 2008 – Aus dem Bilanzbuch des zwanzigsten Jahrhunderts“ gekommen.
Bei den von Helmut Rizy herausgegebenen Anthologien waren es zwar zehn Belegexemplare, in Krisenzeiten wird überall eingespart, trotzdem kann ich wieder einen Test machen, um herauszufinden, von wem das Literaturgeflüster, dessen Leserzahl in letzter Zeit erfreulicherweise sehr angestiegen ist, gelesen wird und dem oder der ersten, die sich melden, solange der nicht sehr große Vorrat reicht, ein Buch versprechen.
Es ist ein schönes Buch mit Texten u.a. von Ruth Aspöck, Lidio Mosca Bustamante, Manfred Chobot, Judith Gruber-Rizy, Axel Karner, Güni Noggler, Helmut Rizy, Gerhard Ruiss, Stefan Schmitzer, Rolf Schwendter, Stefan Eibel-Erzberg und mir.
Bei Interesse schnell melden, denn zu Weihnachten lassen sich Bücher bekanntlich gut verschenken.
Wer nicht gewinnt, das Buch aber trotzdem lesen will, kann es auch beim Linken Wort bestellen.

2008-12-16

Alles Gute

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:41

Am Montag gab es wieder das Adventwandern mit Dschungel Wien, Tanzquartier, Achitekturzentrum, Music Austria, Fleischerei-Projekt Theater Studio, Siebenstern, Hofmobiliendepot, Literaturhaus, Galerie Westlicht, Theater Spielraum und der Hauptbücherei. Also ein Rundgang durch die Kultur des siebenten Bezirks und da ging ich jetzt zum vierten Mal mit.
2005 war ich, glaube ich noch beim Frauenjourfix des Lesetheaters im Cafe Prückl, bin irgendwann zwischen der Video Werkstatt und dem Kulturzentrum Siebenstern eingestiegen und war fasziniert von der Mischung von Punsch und Keksen und dem kulturellem Angebot.
Ab dann bin ich immer von Anfang bis zum Ende mitgegangen. 2006 und 2007 pünktlich, um fünf Uhr Nachmittag in der Hauptbücherei eingetroffen und dann fünf Stunden im siebenten Bezirk herummarschiert.
Bekannte habe ich natürlich auch immer getroffen und es wurde von Jahr zu Jahr immer voller.
Diesmal hat es im Museumsquartier angefangen und als ich ca. zehn Minuten nach fünf das Dschungel Kindertheater erreichte, war die Vorstellung schon in Gang.
Sehr junge Schauspieler gaben einen Eindruck von König Artus und einer Braut, die den falschen liebt und als wir zum Tanzquartier hinübergingen, entdeckte ich Judith Gruber-Rizy und Helmut Rizy und plauderte mit einer Frau, die neben mir saß und als erstes der Aufforderung der Animatorin folgte und mit der ausgeteilten Kreide eine Badewanne zeichnete, in die man sich dann setzen sollte.
Im Architekturzentrum durfte man sich zuerst die aktuelle Ausstellung ansehen, nachher konnte man ein Lebkuchenhaus zeichnen und Würstel bzw. Kekse essen und ich erzählte der Frau, die mir ihre Vorbehalte von der Öffentlichkeit, in die man sich begibt, wenn man zu solchen Veranstaltungen geht, schilderte, vom Literaturgeflüster, da ich es ja toll finde, daß man seine Ansichten so einfach in die Welt schicken kann, aber natürlich hat sie irgendwie auch recht.
Deshalb zeichnete sie kein Lebkuchenhaus, ich werde mit meinem aber sicher auch keinen Preis gewinnen. Dann gab es noch zwei Kataloge und es ging weiter zu Mica in die Stiftgasse, wo in einem schönen Hof Sternspritzer entzündet wurden, dazu gab es Life Musik und danach in die Fleischerei, dem Theater Studio der Eva Brenner, wo Heiner Müllers „Traumtext“ vorgetragen wurde, leider habe ich mich so knapp neben die Tür gesetzt, daß ich zwar ein Glas Wein trinken konnte, aber nur die Stimmen der Schauspielerinnen hörte und statt auf die Bühne Peter Kreisky im Publikum gesehen habe. Dafür war ich im Siebenstern wieder vorn. Der Radiomoderator Otto Brusatti, der mich irgendwie auch zu meinem Xaver Maria Mayerhofer inspiriert hat, hat vierzehn Minuten lang aus dem „Herrn Karl“ vorgelesen und seine CD verkauft.
Im Hofmobiliendepot, in das ich sonst nicht kommen würde, konnte man durch die Kronprinz Rudolf Ausstellung gehen und erfahren, daß der ein begeisteter Jäger, sowie ein Bestsellerautor war.
Die historischen Sprünge sind interessant und sprechen für sich, während im Literaturhaus der Poetry Slamer Markus Köhle ein Weihnachtslied gesungen und seine Geschichte „Sternspritzer „vorgelesen hat. Markus Köhle, der Poetry Star, gegen den ich, als ich 2004 in der GAV Neuaufnahme Jury war, Vorbehalte hatte, weil mir sein damals eingereichtes Buch zu frauenfeindlich schien. Jetzt ging es zwar auch um einen Weihnachtsmann, der seine Weihnachtsfrau finde, aber frauenfeindlich war es nicht und das war wohl auch nicht die Austellung „More nudes“ in der Galerie Westlicht von Andreas Bitesnich.
Dort gab es noch eine andere Weihnachtsfeier und wir gingen in den Theater Spielraum, wo es Pantomine gab.
Dann ging es in die Hauptbücherei zum jüdischen Theater, wo Ausschnitte des Theodor Herzl Puppenspiels gezeigt wurden, mit denen ich meine Schwierigkeiten hatte. Erstens gab es keine Puppen, sondern einen jungen Mann im altmodischen schwarzen Anzug und falschem Bart, dann schreckte zuerst die Security, die zum Spiel gehörte, während der Feueralarm, der ertönte, als weißer Rauch in den Saal getrieben wurde, echt war. Es wurden auch die Fenster aufgerissen und es kam die Feuerwehr.
Es gab aber sehr süßen Punsch zu trinken und jetzt bin ich wieder voll von Essen, Trinken und Wiener Klein- und Großkultur und kann allen, die gerne eine Mischung von diesen Sinnlichkeiten haben, den Adventumgang im nächsten Jahr wärmstens empfehlen.

2008-12-14

Arbeitswochenende

Filed under: Uncategorized — jancak @ 19:36

Am Freitag habe ich mehrmals mit Stephan Eibel Erzberg korrespondiert, der ein eifriger Mailbeantwortet ist. Es ist ihm kreislaufmäßig nicht sehr gut gegangen, so daß er die Ernst Krenek-Preisverleihung an Franz Kogelmann im Radio-Kulturhaus versäumt hat, während ich die Literaturhausveranstaltungen in Graz und Wien etc. ausgelassen habe und zur Weihnachtsfeier der alternativen Gewerkschafterinnen gegangen bin. Da gehe ich schon seit einigen Jahren regelmäßig hin, obwohl ich als Freiberuflerin mit der Gewerkschaft nicht viel zu tun habe, aber Alfred ist jetzt Betriebsrat und die Auge-Seele Renate Saßmann kenne ich von der Hofmühlgasse, weil unsere Kinder dort ein Jahr gemeinsam in die freie Schule gegangen sind.
Ich sehe auch immer Bekannte dort. So hat Richard Weihs eine Weihnachtsgeschichte vorgelesen und ich habe mit einem Herrn gesprochen, der mir vom Lesetheater erzählte, bei dem er eine Veranstaltung plant und es gab eine Art Quiz, bei dem ich nichts gewonnen habe, da ich als Freiberuflerin keine Ahnung hatte, wann 2009 die Arbeiterkammerwahl stattfinden wird.
Es gab als Trostpreis für alle aber schon die Wahlkampfmaterialien, verpackt in einem Jutebeutel, Sonnentortee, Luftballons und Kugelschreiber, wenn das nicht literarisch ist.
Am Wochenende kein Programm außer den Vorsatz mit der „Radiosonate“ fertig zu werden. Und natürlich keine Chance. Das Fehlerteufelchen ist hartnäckig und wie immer in der Endphase, glaube ich, jetzt habe ich es und kann mir dann wieder nicht vorstellen, es jemals zu schaffen.
Das kenne ich schon und nehme es nicht sehr tragisch und dann ist Alfred zu seiner Morawa-Tour aufgebrochen und hat den neuen Volltext mitgebracht.
Der ist interessant, obwohl ich ihn erst oberflächlich durchgeblättert habe. Vom Titelbild lächelt skeptisch Uwe Tellkamp, der glückliche Verfasser des fast tausendseitigen Monumentalromans, der sowohl mit den Buddenbrocks, als auch mit der Strudelhofstiege verglichen wird, dann gibts ein Gespräch mit Ilse Aichinger über Tod, Schreiben und Kino und Alexandra Millner, die ein paar Jahre in der Rahlgasse Praktikantin und Annas Lehrerin war und mich 1998 oder 1999 zu einer Lesung eingeladen hat, hat sich mit Lydia Mischkulnig und Sabine Scholl unterhalten. Außerdem wurde bei readme.cc der sechsundzwanzigjährige Finn-Ole Heinrich mit seinen zwei Debütromanen vorgestellt, den ich, glaube ich, von Cornelia Travniceks Blog kenne, bzw. hab ich ihn wahrscheinlich beim Droschl-Verlagsfest gesehen. Interessant die Verknüpfung von Zusammenhängen und das Erwecken literarischer Aufmerksamkeit und dann hat mich auch Anni Bürkl auf Auguste Groner aufmerksam gemacht, die ich schon von Evelyn Polt-Heinzls Portrait in dem Buch „Zeitlos“ kenne.
Ich habe aber gestern den Roman „Warenhaus Groß und Komp“ aus dem Jahr 1907 gelesen, bei dem es sich wohl um das Kaufhaus Gerngroß handeln wird. Jedenfalls befindet es sich auf der Mariahilferstraße und da war ich im März 2007 zufällig bei der Jubiläumsfeier und habe eine Pressemappe mit der historischen Erfolgsgeschichte bekommen, die mich zu einem Kapitel in „Und trotzdem“ inspiriert hat und außerdem habe ich da wahrscheinlich eines der letzten Küßchen zwischen Richard Lugner und seiner Christina beobachten können, was auch eine interessante literarische Beobachtung ist. Sekt, Krapfen und Schokoladetorte hat es bei dem Event gegeben. Das habe ich alles in einer Ludmilla-Szene verarbeit und da ich an den historischen Zusammenhängen sehr interessiert bin, hat mich dieser längst vergriffene Roman sehr fasziniert. Jetzt werde ich noch in den „Roten Merkur“ hineinsehen.
Da bleibt die deutsche Strudelhofstiege wahrscheinlich wieder etwas liegen, dabei habe ich die ersten dreihundert Seiten schon gelesen.

2008-12-11

Zwischenwelt-Verlagsfest

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:34
Im Gespräch

Im Gespräch

Wie versprochen ein kleiner vorweihnachtlicher Veranstaltungsblock. Am Morgen war im Leporello nach dem Otto Tausig ein Bericht über den Ohrenschmaus und das passt auch zur Weihnachtszeit.
Stephan Eibel Erzberg hat es gehört, weil er mit seiner Tochter Hannah immer früh aufsteht und meinte ganz euphorisch, daß die Dichter und die Dichterinnen die Welt in Veränderung bringen werden und hat später gemailt, daß er für den Tote-Hosen-Sänger Campino einspringen und mit seinem Buchprämienbuch „Sofort verhaften“ im „Von Tag zu Tag“ sein wird.
Ich habe mir die Sendung angehört, aber nicht, wie fast versprochen, angerufen, dazu waren mir zu viele Themenwechsel, vom Bluthochdruck zur Weltrevolution, von den Austro- bzw. den anderen Arten von Faschismen zu den ganz persönlichen Vaterkonflikten. Es hat auch genügend urige Anrufer gegeben, denen Stephan Eibel Erzberg elegant mit dem Hinweis, lesen Sie mich und alle anderen Dichter, das Wort aus dem Mund genommen hat und am Abend gab es die dritte Veranstaltung dieser Woche.
Das Verlagsfest von Konstantin Kaiser. Von der Theodor Kramer Gesellschaft habe ich das erste Mal von meiner Freundin Hansi Berger gehört und dann nach ihrem Tod, als Konstantin Kaiser in die GAV eingetreten ist, noch einmal.
Die Veranstaltung mit dem Titel „Weltumdrehen“ war ein bißchen anders als erwartet. Da haben drei Autoren gelesen, die nach Österreich gekommen sind.

Konstantin Kaiser & Nahid Bagheri-Goldschmied

Konstantin Kaiser & Nahid Bagheri-Goldschmied

Zuerst Nahid Bagheri-Goldschmied, die als junge Frau aus dem Iran geflüchtet ist. Ich habe sie 2000 durch den Milenaverlag kennengelernt und eingeladen, am Tag der Freiheit des Wortes zu lesen, als ich das 2001 das erste Mal veranstaltet habe und treffe sie immer wieder bei Veranstaltungen.

Am Büffet

Am Büffet

Ihre Gedichte und der autobiografische Text „Masken“ aus dem sie gelesen hat, waren auch sehr interessant. Dann hat der in Linz geborene Türke Ecevit Ari gelesen, den ich aus der Szene Margareten kenne, der seine Gedichte etwas langatmig eingeleitet hat und danach Ljubomir Bratic aus dem ehemaligen Jugoslawien. Danach gabs eine lange Diskussion.
Es gab auch einen Flohmarkt, man konnte Einsicht in die Bibliothek und die Archive nehmen und für mich interessant, sehr viele Bücher auf dem Klo.
Und am Freitag habe ich im „Gehört gehört“ gehört, gibts im Grazer Literaturhaus ein Weihnachtsfest mit einer Buchpräsentation über das glänzende Graz u. a. mit Andrea Stift und Sophie Reyer, während es im Wiener Literaturhaus eine weitere Veranstaltung zur jungen Literatur mit einer Preisverleihung und Lesungen von Cornelia Travnicek und Andrea Grill etc. geben wird, aber da werde ich nicht hingehen, gibt es ja das Auge-Weihnachtsfest in der Belvederegasse und wenn das auch nicht besonders literarisch ist, hat es schon Tradition und ein paar Gesichter, die ich vom Literaturbetrieb her kenne, treffe ich dort sicher auch.

2008-12-10

xxxxxxx-small

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:05
am büchertisch

Am Büchertisch

Der Kleinverlagbuchmarkt der glorreichen 7 gehört irgendwie auch zum literarischen Advent.
Zumindestens pilgere ich seit Jahren meist mit Alfred und früher auch mit Anna in der zweiten oder dritten Adventwoche ins Amerlinghaus, wo an drei Tagen das meist experimentelle Eigenleben der Wiener oder Österreichischen Subkultur dargeboten wird.
Das fröhliche Wohnzimmer mit Ilse Kilic und Fritz Widhalm ist, glaube ich, der Veranstalter, die GAV zahlt die Honorare, die Edition Exil mit Christa Stippinger stellt meist am letzten Tag, die Exilpreisträger vor.

Ilse Kilic & Birgit Schwaner

Ilse Kilic & Birgit Schwaner

Gerhard Jaschke präsentierte das Freibord, Werner Herbst die Herbstpresse und die New-Comer Nikolaus Scheibner die Edition ZZOO, Günter Vallaster die Edition Ch und Lisa Spalt, die heuer bei der Floriana einen Preis gewonnen hat, die kleine idiomatische Reihe. Früher war noch Ruth Aspöck mit der Edition die Donau hinunter als zweiter realistischer Verlag dabei. Da habe ich einige Jahre lang meine immer größer werdende Digitalbuchreihe bei ihr ausgestellt. Vor zwei Jahren ist sie mit einem Fest in Pension gegangen und war im Vorjahr mit Robert Egelhofer in Kuba, während ich an allen drei Tagen hingegangen bin. Alfred war zum Teil in Patagonien und ich war voll mit meiner Literaturhausgeschichte beschäftigt und habe mich, in meinen Bemühen, daß mir jemand helfen soll, in alle Nesseln gesetzt. Gerhard Jaschke, der GAV-Generalsekretär, war bös auf mich und von den anderen habe ich mich ignoriert gefühlt, während ich Werner Herbst zuhörte, der meist ein paar kitschige Weihnachtsmänner aufgezogen und dazu mit seiner unverwechselbaren Stimme Gedichte vorgetragen hat. Ich habe mich mit Gerhard Jaschke wieder ausgesöhnt und im April ist Werner Herbst gestorben. Daran habe ich gedacht, als ich heute hingegangen bin. Um halb acht war das Amerlinghaus noch ziemlich leer und Ruth Aspöck hat erzählt, daß Gerhard Jaschke einen Schlaganfall erlitten hat und derzeit im Rollstuhl sitzt.
Trotzdem das normale Programm. Fritz Widhalm hat eingeleitet und aus seinem neuen Buch mit dem schönen Titel „Die Nacht schluckt die Dämmerung oder hört, hört, mein Mund bleibt stehen“ gelesen. Dann kam Birgit Schwaner mit ihrer „Mördermaschine“ und am Schluß gab es eine Hommage auf Werner Herbst. Fritz Widhalm, Ilse Kilic, Günter Vallaster, Nikolaus Scheibner und Birgit Schwaner haben je zwei Herbst-Gedichte gelesen, Andy Leikauf hat begleitet, was beeindruckend, aber auch sehr traurig war. Am Schluß gab es noch eine Herbst-Originalaufnahme, dann konnte man sich die Neuerscheinungen ansehen und Weihnachtsgeschenke kaufen.

Fritz Widhalm

Fritz Widhalm

Über dem Exil-Tisch hingen die Plakate mit den beiden Buchprämienbüchern von Ceija Stoika und Julya Rabinowich und Alfred, der erst später gekommen ist, hat Ruth Aspöck auf ihre Silvesterpläne angesprochen, den sie in Linz verbringen wird, weil 2009 Hauptstadtjahr ist und da gibts ein großes Fest.
Sonst kann ich ein paar Neuigkeiten vermelden. Anni Bürkl hat in ihrem Blog auf die erste österreichische Krimiautorin Auguste Groner hingewiesen, was ich interessant finde, mich in die Werke der von 1850-1929 lebenden Vielschreiberin hineinzulesen und dann habe ich auch einige Kommentare bekommen.
So wünscht sich Maria Heidegger von mir zu wissen, wann es wo in Wien literarische Buffets geben wird?
Bei xxxxxxx-small gab es nichts zu essen, ansonsten kann man sich, wenn man sich ein bißchen umhört, derzeit noch ganz gut von den literarischen Buffets ernähren.
Ich werde aber weiter erst nachher darüber berichten, sozusagen als Belohnung, zu der literarischen Schilderung und dann hat mich mein Bankfreund angerufen, um mir mitzuteilen, daß es die Bank Austria Sponsoraktion mit der Edition Zwei nicht mehr gibt.

2008-12-09

Ohrenschmaus-Preisverleihung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:34

Heute ist zum 2. Mal der Ohrenschmaus, diesmal im Museumsquartier vergeben worden und wieder war es sehr voll, erwartungsvolle Stimmung und viel Prominenz.
Diesmal sogar mit der Frau Kunstminister, die das Gedicht auf der Zotter-Schokolade verlesen hat und sich sehr interessiert zeigte.
Von den Jurymitgliedern habe ich nur Heinz Janisch gesehen, der Ausschnitte aus den Siegertexten vortrug.
Zum Beispiel ein paar Passagen aus der Prosapreisgeschichte „Das große Herz“ von Marek Janta, zu dem ich die Jurybegründung geschrieben habe, die ich hiermit wiedergeben will:
„Mir gefallen an diesem Text die Genreüberschreitungen. Die Mischung zwischen Realismus und Märchenform. Der Krimi kommt auch ein bißchen vor. Die Phantasie des Autors, mit der er dieses Märchen erzählt, in dem Knallfrösche und ein Skikurs in einem Berghotel eine Rolle spielen, gefällt mir sehr gut. Ebenfalls der feine Humor, mit dem auf unseren Medienumgang hingewiesen wird. Vor allem aber finde ich es toll, daß Prinz Marek, die Hexe, die den Koffer stehlen will, so gut hineinlegt und am Ende die Prinzessin zur Frau bekommt.“
Jürgen Bonner hat den Preis bei den Lebensberichten mit seinen Text „Ich bin Jürgen, das Genie“ gewonnen. Man sieht das große Selbstbewußtsein der Teilnehmer und der junge Mann, der auch an den Special Olympics teilgenommen hat, hat sich sehr über seinen Preis gefreut.
Wie auch die anderen, die am Schluß auf die Bühne gekommen und ihre Urkunden, sowie die Zotter-Schokolade mit dem Gedicht „Die Ungeduld“ von Günther Berger, das mit Hilfe der Kunsttherapeutin Anja Stejskal entstanden ist, entgegennahmen.

Die Ungeduld

Schade, daß ich im Rollstuhl sitze
und ungeduldig warte,
daß etwas mit mir passiert,
das macht mich innen wütend
und außen möchte ich mit dem Rollstuhl
gegen etwas fahren,
aber ich kann es nicht.
Ab und zu bin ich traurig
und mein Herz klopft.
Dann nehme ich den Zauberstab
und hole den Sportler zu mir.
Dann bin froh,
daß der Sportler in meinen Gedanken ist,
und so gute Tore schießen kann.
Dann wird die Mauer zum Tor.

Nachher habe ich einer Frau von Ö1 ein bißchen was vom Ohrenschmaus erzählt, die am Donnerstag im Leporello um 3/4 8, darüber berichten will und beim Buffet Anton Blitzstein getroffen, der sich darüber freute, daß er in die engere Auswahl gekommen ist und bei den nächsten Ohrenschmaus auch gern wieder mitmachen will.
Wer nun neugierig geworden ein bißchen mehr über die Texte erfahren will, kann sie sich unter www.ohrenschmaus.net ansehen.

2008-12-05

Literarischer Advent

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:08

Die Weihnachtssachen zum Dekorieren meiner Praxis und des Wohnzimmers sind heraufgeholt.
Dank des Sonnentor-Tees des Residenz-Verlags bei der Buch-Wien, ein paar Sackerln stammen noch von „Rund um die Burg“, gibt es einen improvisierten Teeadventkalender und eine neue Gewürzmischung für meinen Rotweinpunsch, die wunderbar schmeckt, gibt es auch.
Und Kekse von der Schwiegermutter, die sie in einem ungarischen Tesco gekauft und dem Alfred für seine vielen Harlandfahrten mitgegeben hat.
Und für mich neu. Adventliches auch im Internet. So hat Klaudia Zotzmann in ihrem Vienna Writer`s Blog einen Adventkalender mit jeweils einem Bild aus dem weihnachtlichen Wien, immer mit dem Vienna Writer`s Sheep (nicht nur Otto Brusatti stöhnt über die Anglizismen) und das Literaturcafe hat einen Adventkalender mit 24 Ausschnitten aus 24 nie geschriebenen Büchern.
Am Tag Fünf gibt es z. B. einen Text, wo ein Berater 10.000 Euro Venture-Kapital für ein Internetportal bereitstellen soll, wo Leser und Autoren unter dem Titel „Liter-to-go“ zusammengebracht werden.
Gerade gestern habe ich ein Echtmail bekommen, wo sich unter „Litogo“ Autoren, Grafiker, Lektoren, Übersetzer ect. treffen , um gemeinsam die Bestseller von morgen zu erstellen. Wenn ich ein Mail hinschicke, bekomme ich einen 25 Euro Gutschein für mein erstes Wikipocket.
Also viel Echtzeit im literarischen Advent und ich bin ja trotz meines Atheismus und meiner Konsumverweigerungsideologie eine romantische Seele und so bin ich vorgestern mit Anna am Spittelberg Punsch trinken gewesen, nachher haben wir einen Umweg gemacht und in die Galerie Koko hineingeschaut, wo Otto Lambauer bzw. die Caritas, die Ausstellung „Duett“ mit den Kunstgruppen Rannersdorf und Hollabrunn eröffnet hat.
Die Eröffnungsrede haben wir zwar verpasst, es gab aber Rotwein und Fingerfood und ein Gespräch über die neuesten Entwicklungen beim Ohrenschmaus, wo es die Preisverleihung am nächsten Dienstag um 19 Uhr im Museumsquartier geben wird, auf die ich hier nochmals aufmerksam mache und herzlich einlade.
In der Ausstellung gab es auch den Bildbband „Mitten ins Herz“ von Jugend am Werk/Graz zu bewundern, wo es Textbeiträge von Andrea Stift gibt, die ja zu Otto Lambauers literarischen Favoritinnen zählt und den er mir stolz zeigte.
Noch etwas Adventliches, als ich nämlich am Montag von meiner Supervision nach Hause gekommen, auf den nächsten Klienten wartete, läutete es unplanmäßig.
Draußen stand die deutsche Post und drückte mir ein Packerl von der Bank Austria in die Hand. Drinnen war ein Bilderrahmen, auf dem mir mein Bankfreund Reinhold Rheden versicherte, daß er mir rund um die Uhr für meine Bankwünsche zur Verfügung steht.
Da ist mir eingefallen, daß die Bank Austria, die „Edition Zwei“ des Wieser Verlags sponsert. Die ersten neun zweisprachigen Bände mit noch zu entdeckender osteuropäischer Literatur, habe ich nach Weihnachten 2004 gewonnen, weil ich bei einem Gewinnspiel, der Zeitschrift „Bank Exclusiv“ mitgemacht habe.
Den Roman „Die Mütter“ von Teodora Dimova habe ich mir ein paar Jahre später bei der Präsentation im Festsaal der früheren CA am Schottentor von Annemarie Türk geholt und in der Hauptbücherei vorgestellt.
Aber es gibt neue Bände, die mich natürlich interessieren.
Bei der Buch-Wien habe ich einiges davon gehört. So habe ich „Die Mütter“ gepackt und bin damit in meine Bankfiliale gegangen und wieder einmal vorsichtig angefragt.
Mal sehen was daraus wird. Inzwischen lese ich, immer noch und wahrscheinlich noch länger, Uwe Tellkamps „Turm“, da geht es gerade auch um die Vorweihnachtszeit.
Und von den ersten neun Bänden, die noch nicht alle gelesen sind, liegt Georgi Gospodinov „Der Mensch mit den vielen Namen“ im Badezimmer.
Heute werden wir seit längerem wieder mal nach Harland fahren. Deshalb gibt es schon jetzt ein Literaturgeflüster, weil ich am Abend wahrscheinlich einen Befund schreiben muß.
Und da der Montag Feiertag ist, gibt es ein verlängertes Wochenende. Wenn ich mit der „Radiosonate“ fertig werde, gibts Montag Abend eine Jubelmeldung, ansonsten melde ich mich wahrscheinlich erst mit der Ohrenschmausberichterstattung, danach gibts wieder einen kleinen Veranstaltungsmarathon.

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