Literaturgefluester

2021-09-01

Ein männerhassender Feminist?

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:59
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Wieder ein Stück aus „Wo wir waren oder hundert Seiten Depression“, nämlich die Szene zwei. Den Beginn gibt es hier und dann gibt es noch die sechste Szene.

Hier nochder Beschreibungstext:

„Was hat die Frauenbewegung gebracht, die in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren so hoffnungsvoll begonnen oder fortgesetzt wurde, könnte man sich fragen?

Lore Spielmann, die in Kürze ihren siebzigsten Geburtstag feiert und sich nach ihrer Pensionierung in ihr Elternhaus nach Weitra zurückgezogen hat, dort den Garten pflegt, Gemüse zieht und ihre Memoiren schreiben will, fragt sich das.

Will doch ihre Enkeltochter Amelia, die gerade ihre „Corona-Matura“ hintersich gebracht hat, in ihre Fußstapfen steigen und in Wen bei ihrem Vater Richard, Gender studieren, die nach dem Selbstmord ihrer Mutter hauptsächlich von der Großmutter aufgezogen wurde, während Richard, ein erfolgreicher Journalist, seinen Job verloren hat, weil er bei einer der Corona-Demonstrationen gesehen wurde und nun ein Online-Portal aufbaut, unter der Emanzipation seiner Mutter sehr gelitten hat und sich als Jugendlicher oft von ihr vernachläßigt fühlte.

2.

Richard Spielberg seufzte als er aus der U-Bahn stieg. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, daß er verdammt spät daran war, wenn er das Töchterlein rechtzeitig abholen wollte. Sie hatte, da sievon Weitra zu ihm übersiedelte, wohl einiges zu schleppen. Da wollte er helfen und ein guter Vater sein, obwohl er sie die letzten Jahre verdammt wenig gesehen hatte und daher höchstwahrscheinlich ein schlechter war und er Angst hatte, daß Mela ihm das einmal vorwürfen würde.

„Du bist ein verdammt schlechter Vater, Pa, denn du hast dich nicht um mich gekümmert! Dein Beruf und deine zeitung waren immer wichtiger, als ich ich! Wenn sich die Oma nicht meiner angenommen hätte und zu uns gezogen wärre, als die Ma in ihrer postnatalen Depression oder, wie das heißt, den Medikamentenschrank geplündert und sich die Handgelenke aufgeschnitten hat, wäre ich wohl verhungert!“

Er fürchtete, daß er ihr nicht glaubhaft „Unsinn, Mela, verhungert wärst du nicht, obwohl ich dir die Brust nicht geben konnte!“, antworten könnte.

„Die Oma konnte das ebenfalls nicht und was sollte ich tun? Ich mußte in die Redaktion, um das Geld, das wir zum Leben brauchten, zu verdienen!“

Das würde nicht sehr glaubhaft klingen und er einen roten Kopf bekommen, wenn er die Verteidigungsfloskeln hervorstammeln würde, denn er würde daran denken, daß ihm die Mutter vor fünfunddreißig Jahren dasselbe geantwortet hatte, als er ihr vorwarf, eine schlechte Mutter zu sein, die sich nicht um ihn kümmerte und ihm zuviel alleine ließ.

„Tut mir leid, Richi, aber das stimmt nicht ganz!“, hatte sie wohl selbstbewußter gekontert und das hatte den Pubertierenden geärgert, wenn ihm die anderen verächtlich „Schlüßelbubi!“, hänselten und die Klassenvorständin fragte, ob er nichts vermisse, wenn er den Schlüßel, den er tatsächlich, um den Hals trug, hervorgezogen hatte, um die Wohnung aufzusperren und aus dem Eiskasten, das oft nicht vorgekochte Essen herauszunehmen. Denn er hatte von Kaltem und Tiefkühlsachen gelebt und sich über das Achselzucken der Mutter, wenn er gefragt hatte, warum sie nicht eine normale Familie wären, geärgert.

„Was soll ich denn machen, Richi?“, hatte sie immer wieder geantwortet.

„Du weißt doch, dein Vater hat mich, als ich von ihm schwanger wurde, verlassen, weil ihm sein Studium wichtiger war und mit Zwanzig war ich nicht so weit an Verhütungsmittel zu denken, als ich ihn bei einer Studentenparty kennenlernte und war auch noch so naiv, mich in ihn zu verlieben, so daß ich gar nicht nachdachte, daß ich mich verweigern hätte könen!“

Später hatte sie sich mehr an Frauen gehalten und ihre Freundinnen Angie und Elfi, die beide engagierte Feministinnen waren, waren oft genug mit der Mutter im Wohnzimmer gehockt, um an Arbeitsprotokollen zu tüfteln oder Transparente für die nächste Demo zu malen und hatten ihn verächtlich angesehen, wenn er den Fernseher aufdrehen wollte. Platz war in dieser Frauen-WG für seine Freunde nicht gewesen. Denn die Damen waren Männerhasser, die in ihren Sitzungen, keine solchen, egal, wie alt sie waren, duldeten und so hatte die Mutter, was sie ihm wohl auch vorgeworfen hatte, die ersten Jahre zu Hause bleiben müßen, weil die Feministinnen keine männlichen Babies in ihren Räumen duldeten. Das war jetzt vorbei und war es auch gewesen, als Paula für ihn völlig überraschend, sich sechs Woche n nach Melas Geburt vergiftete, weil sie das schreiende Baby überfordert hatte. Gut, sie war schon früher depressiv gewesen. Das hatte er gewußt. Sie hatte sich aber auf das Kind gefreut und er hatte sie auch nicht verlassen, sondern geheiratet und sich auf die gemeinsame Zukunft gefreut. Dann war Paula mit aufgeschnittenen Hände, vollgepumpt in der Badewanne gelegen, als er erschöpft von der Redaktion nach Hause gekommen war und vom Schreien des Babies, das schon am Gang zu hören war, beunruhigt, die Wohnung aufsperrte. Da hatte er die Mutter angerufen und sie war sofort gekommen, hatte die WG in der sie mit ihren Freundinnen lebte, verlassen und war zu ihm gezogen, um ihm beim Aufziehen der Kleinen zu helfen.

„Damit du keine Schwierigkeiten mit dem Jugendamt bekommst! Das einem alleinerziehenden Vater vielleicht nicht zutraut mit einem Säugling zurecht zu kommen!“

So war aus der kleinen Mela ein Oma-Kind geworden und hatte immer warmes Essen vorgefunden, wenn sie aus der Schule kam, auch wenn Elfi und Angela oft genug das Wohnzimmer mit ihm teilten, wenn die Oma im Institut, wo sie eine Halbtagsstelle hatte, länger bleiben mußte und die Sommer hatte sie mit der Kleinen in dem Gartenhaus bei Weitra, das sie von ihren Eltern geerbt hatte, verbracht. Da hatte er sie am Wochenende besucht. Manchmal war er auch mit einer kurzzeitigen Freundin in die Toskana oder nach Griechenland geflogen. Hatte ein paarmal Mela mitgenommen, die, als die Mutter mit Sechzig in Pension ging und aufs Land zog, mitkommen wollte. Er hatte nichts dagegen gehabt. War die Arbeit in der Redaktion doch anstrengend und eine Zeitlang hatte auch Sonja bei ihm gewohnt, die ihm offen zu verstehen gab, daß sie keine Heranwachsende bei sich haben wollte. So war er der Mutter dankbar, aber auch erfreut, als Amelia ihm zu Weihnachten verraten hatte, daß sie nach der Matura nach Wien ziehen wollte, um Gender zu studieren und, ob er etwas dagegen hätte, wenn sie bei ihm wohneß

„Deine Sonja ist ja nicht mehr da!“, hatte sie etwas spitz gesagt, was er geflissentlich überhört, „Natürlich, Töchterlein!“, geantwortet und sie an sich gedrückt hatte.

„Das darfst du eigentlich nicht Papa oder hast du dich getestet?“, hatte Amelia brav, als Schülerin des Weitraer-Gymasium, die damals noch im Homeschooling war, gefragt. Ob sie das ganz Ernst gemeint hatte, war er sich nicht sicher! Er hatte schon damals Zweifel an der Corona-Politik gehabt, obwohl er in der Redaktion dafür schreiben hatte müßen. – Er mußte sich beeilen, um den Bahnsteig, wo der Zug bestimmt schon eingefahren war, zu erreichen und das Töchterlein nicht zu verfehlen, damit sie ihn nicht für einen schlechten Vater hielt. Die verdammte Maske, die man in allen Innenräumen tragen mußte, drückte auch. Er hatte eine Kollegin, die sich konsequent weigerte, sie zu tragen. Aber die lebte mit einer Nichte, die für sie einkaufte und konnte es sich auch leisten alles im Homeoffice zu erledigen. Er war nicht so priveligiert, denn er mußte in den Supermarkt, sich sein Bier, Brot und seine Dosenravioli zu besorgen und weil er die nicht so oft essen wollte, mußte er auch manchmal in die Betriebskantie und jetzt auf den Bahnsteig, um Mela beim Tragen zu helfen.

„Hallo, Paps!“, hörte er schon ihre helle Stimme, die mit einem Trolley, einer Reisetasche und einem vollen Rucksack, auf ihn zustolperte. Fast hätte er sie mit ihrer schwarzen FFP2-Maske, die sich gar nicht so sehr von ihrem scharzen Pagenkopf abhob nicht erkannt. War das Töchterlein in der Gruftiephase? Es mochte so sein, denn sie trug ein schwarzes Shirt und ebensolche Jeans und schaute ihn an. Rügte ihn aber nicht, weil er zu spät gekommen war, sondern fragte „Du bist nicht in der Redaktion, Papa oder müßt ihr immer noch Homeoffice schieben? Fein, daß du gekommen bist! Ich habe mir schon Sorgen gemacht, wie ich das Zeug in deine Wohnung bringe, da ich mir, wie ich fürchte, keine Taxi leisten kann, weil ich mit der Waisenrente, die ich beziehe, sehr sparen muß!“

„Mach dir keine Sorgen, Kindchen! Natürlich nehmen wir ein Taxi!“, versprach er und drückte einen Kuß auf ihre Stirn, den sie sich widerspruchslos gefallen ließ. Nur die ältere Dame, die gerade ihren Koffer an ihm vorbeischob, funkelte ihn böse an und stieß „Können Sie nicht Abstand halte? Wir haben immer noch Corona! Da sollten sie auch bei ihrer kleinen Freundin aufpassen!“, heraus und Amelia warf fast übermütig ein „Das ist mein Papa und den Babyelefanten habe ich in Weitra bei der Oma vergessen! Sie können ihn aber, wenn Sie Sorge haben, gerne holen! Die Oma braucht ihn ebenfalls nicht! – Danke Papa, ich freu mich sehr in Wien zu sein! Aber mit den Parties wird es wohl schwierig werden, wenn ich die Tante recht verstanden habe!“, fügte sie hinzu und erkundigte sich zum zweiten Mal, ob er nicht in der Redaktion sein müße?

„Da bin ich nicht mehr, Schätzchen!“, beeilte er sich zu erklären und etwas kleinlaut hinzuzufügen „Denn stell dir vor, sie haben mich vor zwei Tagen entlassen, weil sie herausbekommen haben, daß ich auf einigen dieser Demos war und das geht doch nicht, hat mein Chef gekontert, daß sein Stellvertreter ein Corona-Leugner ist und sich noch erkundigt, ob ich ein Nazi bin?“

„Das bist du doch nicht, Papa, denn du bist ein alter Kommunist oder hat sich das geändert?“, fragte Amelia forsch und fügte „Uje, Papa! Das tut mir leid!“, hinzu. Dann sah se ihm so erschrocken an, als würde sie fürchten, daß er auch in den Medikamentenschrank und zum Rasiermesser greifen würde, so daß er entschloßen „Keine Angst, Kindchen, das hätte ohnehin nicht mehr hingehaut! Ein Kommunist bin ich noch immer! Aber die Maßnahmen und das, was ich im Auftrag des Chefs schreiben mue, hätte ich nicht mehr lang ertragenen! So ist es ehrlicher und ich mache eine Online-Redaktion auf! Ich bin schon dabei, die Vorarbeiten dafür zu leisten und plane einen Kanal über die „Fünfhundert Tage des Corona-Wahnsinns“ und der vielleicht doch zu überzogenenMaßnahmen, die die Wirtschaft zusammenkrachen ließ, herauszubringen! Wenn das Erste zu radikal sein sollte, nenne ich ihn „Fünfhundert Tage Depression“. Das müßte doch durchgehen!“, sagte er und wunderte sich, daß Mela in die Hände klatschte.

„Wow, Papa, das ist ein Clou! Die Oma schreibt mit ihren Busenfreundinnen ihre Memoiren unter ähnlichen Titel und du planst einen solchen Kanal! Ich habe eine wirkliche rebellische Familie und weißt du, ich freue mich auf Wien und gebe dir deshalb noch einen Schmatz auf die Wange! Auch wenn sich der Taxifahrer weigern sollte, zwei Corona-Leugner mitzunehmen!“

So das ist der Text, den ich eigentlich auf dem Volksstimmefest lesen wollte. Meine Leser können beurteilen, ob er zu wenig links oder zu Corona kritisch ist und um nichts zu verschweigen, ich hätte auf dem Volksstimmefest den Beginn des „Frühlingserwachen“ lesen können. Aber leider leider ist mir da dann noch die 3G- Regel dazwischen gekommen und ich bin ja eine widerständische Person und ein Corona-Opfer!

2021-08-22

Eine überraschende Begegnung

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:09
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„Wir müssen uns sehr anstrengen, um der sehr viel ansteckerenden Delta-Variante zu entkommen und uns nicht im Herbst im von uns allen so gefürchteten vierten Lockdown wiederzufinden!“ erklärte der imposante etwa Fünfzigjährige im weißen Ärztemantel energisch und schaute sowohl entschloßen, als auch grimmig vor sich hin.

„Jeder von uns muß sein Schärfchen dazu beitragen, um der drohenden Gefahr zu entgehen und kann das auch, denn die Losung heißt, Impfen, impfen, impfen, nur so können wir den Kampf gewinnen und unsere Freiheit sowie unser altes oder neues normales Leben zurückzuerhalten und da befinden wir uns noch immer in einer Krise, nämlich in einem Impfscheckentempo! Vom Impfweltmeister sind wir zur lahmen Ente gworden und haben beispelsweise am letzten Sonntag nur fünfundertfünfundachtzig Erststiche gesetzt und sind da schon an letzter Stelle Europas gelandet! Haben nicht einmal noch eine Durchimpfungsrate von sechzig Prozent erreicht und müßen mindestens fünfundachtzig haben, also anstrengen, anstrengen, anstrengen, um dieses Ziel zu erreichen und da kann und das ist die gute Nachricht in diesem Pessimismusszenario! Jeder von uns kann sein Schärfchen dazu beitragen, weil ja jeder wahrscheinlich noch ein – oder zwei Ungeimpfte kennt und die gilt es zu überzeugen! Denn das wissen wir, daß das hilft! Nur so haben wir vor einigen Jahren, den Eintritt in die EU geschafft und das müßen wir jetzt wiederholen! Also liebe schon geimpfte Österreicher, gebt euch einen Ruck und sprecht mit euren noch nicht geimpften Schwestern, Ehemännern, Kollegen und überzeugt sie von der Wichtigkeit sich immunisieren zu lassen,!“ sagte er und brach ab, um jetzt etwas freundlicher dreizusehen, während Lotte Füchsel, die in ihrem schwarzen „gesund, frei widerständig“ statt 3G-Leiberl vor dem Fernseher saß, immer noch skeptisch wirkte und den Kopf schüttelte.

„Vielen Dank Herr Professor Knirsch!“, hörte sie jetzt die Moderatorenstimme, die von einer blonden jungen Frau, die ein tiefausgeschnittenes rotes Kleid trug und den Zuschauern erklärte „Das werden wir uns sicher zu Herzen nehmen, was unser bekanntester Starvirologe, der uns eben wieder über die Lage der Nation informierte, riet, denn es ist ja wirklich sehr einfach mit den noch nicht so Informierten zu sprechen und sie aufzukären, wie wichtig die Impfung ist, um einen schönen Herbst und Winter zu erlebenn!“, behauptete sie und Lore Füchsel schüttelte nochmals den Kopf.

„Dabei habe ich gedacht, die Impfung wäre der Gamechanger, die uns allen unser normales Leben zurückbringt, wenn alle ein Impfangebot haben, ist der Spuk vorbei und jeder wieder für sich selbstverantwortlich! Aber jetzt gibt es Gerüchte, daß dann nur mehr Geimpfte Lokale, Restaurants und Veranstaltungen besuchen dürfen und ganz Radikale sprechen sogar schon davon, daß das auch auf den Lebensmittelhandel und die anderen Geschäfte ausgedehnt werden soll, so daß man gar keine Chance mehr haben wird, der Impfung zu entkommen, weil die Schlinge immer enger zugezogen wrd und dabei häufen sich die Studien und die Berichte, daß die Geimpften genauso ansteckend wie, die Ungeimpften sind und, daß in den Intensivstationen Israels, die ja die unbestrittenen Impfweltmeister sind, schon sehr viele doppelt Geimpfte liegen!“, seufzte Lotte Füchsel und stand auf, um den Fernseher abzudrehen.

Denn noch war es nicht so weit. Noch war erst August und der Naschmarkt stand noch auch für ungeimpfte Maskenlose offen, so daß sie einkaufen konnte,um nicht gänzlich von Erika, die das sonst für sie erledigte, abhängig zu sein und es warauch gut, um sich abzulenken, an die frische Luft und auf andere Gedanken zu kommen, wenn die Schlinge schon so eng geworden war und man in den sogenannten Mainstreammedien, nichts mehr anderes, als impfen, impfen, impfen hörte und eine Bedrohungssituation aufbaute, die Angst machen und spalten konnte und das war nicht gut, denn Angst war ein schlechter Ratgeber! Das hatte sie schon in ihrer Bachblütenausbildung gelernt. Also tief durchatmen, die Jacke nehmen, die Handtasche und den Einkaufskorb, um die vielleicht letzten Tage Freiheit zu genießen und spazieren gehen. Frische Luft einatmen, denn auch das war gesund und stärkte die Abwehrkräfte, so daß sie sich vielleicht doch nicht, wie auch der Bundeskanzler vo rein paar Tagen gedroht hatte, sich unvermeidlich anstecken würde und wenn doch, kam sie mit einem Schnupfen davon, wie sie den schon öfter gehabt hatte, denn sie stärkte ja ihre Abwehrkräfte, ernährte sich genund, aß Zitronen und Orangen und das würde sie auch jetzt tun, dachte Llore Füchsel entschloßen eine Stunde später, als sie mit ihrem vollen Einkaufskorb, in dem sich Weintrauben, Melonen, Äpfel, Tomaten und ein paar Gurken befanden,vor dem kleinen Park Halt machte, der zwischen ihr und ihrer Wohnung lag. Eine kleine Rast einlegen und ihre Gedanken ordnem, bevorsie nach Hause ging, sich einen Vitamincocktail und einen griechischen Salat bereiten würden, um sich dann an den Schreibtisch zu setzen oderdas nächste Video, das sie mit Richard drehen wollte, vorzubereiten.

Im Park war es still undruhig. Ein paar Kinder spielten Fußball. Einige junge Mädchen saßen mit einem Kaffeebecher auf den Bänken und unterhielten sich kichdernd und sie suchte sich einen freien Platz auf dem siesich ausruhen und trotzdem den immer noch geforderten Abstand halten konnte.

„Setzen Sie sich zu mir junge Frau! Ich beiße nicht und bin auch nicht ansteckend!“, hörte sie plötzlich die Stimme eines alten Mannes,der mit seinen weißen Haaren und den buschigen Augenbrauen einen vertrauensvollen Eindruc kmachte und ihr zu zwinkerte, als hätte er ihre Gedanken erraten.

„Ich beiße nichtund komme Ihnen auch nicht zu nahe! In jeder Weise, in der das geschehen könnte, tue ich das nicht! Denn ichhabe den Zenit meines Lebens, das heißt, meinen fünfundachtzigsten Geburtstag schon hinter mir, bin Witwer und dreifacher Großvater und ich bin auch nicht ansteckend, auch wenn ich, trotz meiner Risikogruppenangehörigkeit, noch nicht geimpft bin, denn ich bin ein Rebell! Aber das sind Sie, wie ich an ihrem T-Shirt sehe, auch! Frei, gesund, widerständig, kann ich trotz meiner schon etwas schwachen Augen lesen und da blitzen auch meine Gehirnzellen auf! Sie sind die Frau Füchscel vom „CGDF-Kanal“, den ich, da staunen Sie, was, mir in meiner Seniorenwohnung immer mit Vergnügen ansehe! Aber jetzt habe ich vergessen, mich Ihnen vorzustellen und in meiner Geschwätzigkeit alle Höflichkeiten, die ich schon in der Schule gelernt habe, außer Acht gelassen! Verzeihen Sie dem alten Greis seine Unachtsamkeitich! Hans Knirsch ist mein Name!“,sagte er und fügte, als er Lottee Erstaunen bemerkte, fast vergnügt hinzu „Sie kombinieren richtig! Ich bin der Vater des berühmten Starvirologen, der jetzt fast täglich im Fernsehen zur Impfung treibt und über den Sie sich bestimmt schon geärgert haben und somit das schwarze Schaf der Familie, wie es der Philip meint.“

So das war vielleicht der Beginn meines neuen“Work in Progreß“ und fünften Corona-Romans, das „Seitengewitter“heißen könnte und das versprochene Lore Füchsel- Schmankerl, wenn das Bloggen Angesichts der geringen Lesekapzitätund der mangelnden Veranstaltungsbesuchsmöglichkeiten nicht so schnell geht, um das inzwischen üblich gewordene tägliche Geplauder zu bieten. Seien wir gespannt wie es weitergeht, denn das war eine Premiere und der Text im Blog begonnen, weil ich ja noch an meiner „Alten Frauen Geschichte“ korrigiere.

2021-08-10

Zitroneneis mit und ohne Prosecco

„Komm, essen wir ein Eis!“, sagte Gisi großzügig, als sie in den kleinen Platz einbogen auf den vor ihnen beschaulich von einigen Palmen und Oleandern, die in Kübel standen, umrandet ein Eissalon lag, der mit seinen Korbstühlen und Tischen ein italienisches Flair vermittelte.

„Bin ich nicht großzügig!“, fragte sie nach dem sie Platz genommen hatte und nach der bereitliegenden Karte griff, „- daß ich mit dir einer Ungeimpften treffe? Der Georg hat gesagt, er würde das nicht tun! Denn wie kommt er dazu, daß er sich vielleicht in eine Intensivstation legen muß, nur weil die Schwurbler und die Verschwörungstheoretiker zu faul sind, sich impfen zu lassen oder den Unsinn glauben, daß man nachher nicht mehr schwanger werden kann oder ein drittes Ohr oder Nase bekommt! Aber ich bin nicht so borniert und engstirnig und werde natürlich meine alte Freundin treffen, denn im Freien kann man sich ja nicht anstecken haben wir gehört! Da ist geimpft und ungeimpft egal! Aber sag was wirst du machen, wenn du keinen grünen Impfpaß hast und dich der Kellner danach fragt? Denn das müßen die jetzt tun, weil ihnen sonst dreißigtausend Euro Strafe drohen und du auch achtzig Euro Strafe zahlen mußt, wenn du erwischt wirst!“, fragte sie und schaute Mathilde nachdenklich an, als würde sie überlegen, daß sie nicht so großzügigwar, die zu bezahlen, aber nicht wußte, wie sie das hinüberbringen sollte.

„Ich gehe zur Verkaufstheke und hole mir mein Zitroneneis selber und esse es neben ihr stehend!“, anwortete die und kramte in ihrer Handtasche.

„Denn das ist erlaubt! De Fünfzigmeterregel ist ja aufgehoben und daß man sich im Freien nicht anstecken kann, habe ich auch gehört! Also mußt du dich vor mir nicht fürchten und kannst auch deinen Georg diesbezüglich beruhigen!“

Sie nickte Gisi zu und war an die vor ihr liegende Theke getreten, wo sie auch nicht lange warten mußte, bis sie ihr Zitroneneis bestellen konnte und mit diesen in der Tüte zu Gisela zurückgekommen war, die inzwischen dem Kellner stolz und selbstbewußt ihren gelben Impfpaß gezeigt hatte.

„Schon zweimal vollimmunisiert und im Herbst kommt dann die Auffrischungsimpfung!“, zu ihm sagte.

„Denn ich bin eine verantwortungsvolle Bürgerin, die weiß was sich gehört und sich und die anderen schützt!“

Und dann einen Eisprosecco bei dem jungen Mann bestellte, der zustimmend nickte und „Selbstverständlich, gern, Signora! Wird prompt servieiert, bellimissimo!“

„Schade, daß du das nicht kannst! Ich hätte gern mit dir angestoßen!“, sagte Gisela dann bedauern zu Mathulde.

„Aber ich habe, um trotzdem etwas mit dir gemeisam zu haben einen mit Zitroneneis dazu bestellt!“

„Bin ich nicht großzügig!“, schien sie noch hinzufügen zu wollen, wurde aber von Mathilde unterbrochen, die inzwischen von ihrer Tüte abgeschleckt hatte und ebenfalls „Bellissimo!“, sagte und „Mach dir keine Sorgen, Gisi! Das Eis ist auch so sehr gut und das nächste Mal kann ich mir ja ein Fläschchen Prosecco und einen Becher mitbringen! Du kannst mir das ja, weil du so großzügig bist, vorher mit deiner Maske aus dem „Hofer-Markt“ besorgen und dann, hast du nicht gehört, daß unlängst eine Studie herausgekommen ist, die nachwies, daß in Niederhössterreich 43 % der Infizierten zweimal geimpft sind! Daß sie also offenbar weder vor der Ansteckung, noch vor der Weitergabe geschützt sind! Die 3G-Regel also genauso unnütz ist, wie die Stimmen, die jetzt verlangen, daß es für das Spitalspersonal selbstverständlich eine Impflicht geben muß, denn wie kommt der Patient dazu, sich von ihm infizieren zu lassen! Aber wenn sich die jetzt nicht mehr testen lassen müßen, können sie das ja unbemerkt weitergeben und mußen sie sich sich testen lassen, wären sie ja betrogen worden, hat es doch immer geheißen, der Vollgeimpfte seine Freiheit mit dem zweiten Stich zurückbekommt und jetzt mußt du, weil du schon über sechzig bist, dir einen dritten Stich geben lassen, damit du weiter dein Eis im Sitzen essen darfst, denn der Impfpaß gilt ja, glaube ich, nur für diese Zeit!“, hinzufügte und nickte dem jungen Kellner zu, der inzwischen, das Proseccoglas vor Gisi gestellt hatte und „Buon Appetito! Lassen Sie es sich schmecken, bella Signora!“, Gisi wünschte. Mathilde nickte er ebenfalls zu, fragte „Schmeckt das Gelato?“ und bedauerte, daß sie sich nicht setzten könne?

„Vo mir aus könnten sie das gerne, Signora! Ich würde Ihnen auch den Prosecco bringen! Aber wissen Sie, die Kontrollen sind sehr streng, weil Sie sich so wenige Leute impfen lassen und wir ja mindestens fünfundachtzig Prozent Impfwillige brauchen, um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen und so schaut der Chef sehr streng darauf, daß ich keine Ausnahme mache!“ sagte er bedauernd. Mathilde schüttelte den Kopf und nickte ihm nochmals zu.

„Keine Sorge!“, sagte sie.

Das Eis schmeckt auch so ausgezeichet! Das nächste Mal nehme ich mir mein Fläschchen mit! Das habe ich mit meiner Freundin schon besprochen! Dann ist nur Ihr Chef zu bedauern, der um die Mehreinnahme kommt! Aber Eis kann man auch im Stehen essen! Es schmeckt dann genauso gut!“ und fügte, nachdem der Kellner zum Nebentisch getreten war und die dort sitzende Frau, die mit zwei KindernPlatz genommen hatte, nach ihrem Impfpaß fragte, hinzu:

„Obwohl das natürlich schon eine zwei Klassengesellschaft ist, daß der sogenannte brave Bürger oder in diesem Fall die Bürgerin, ihr Eis im sitzen essen darf, während der andere böse Parier es im Stehen verzehren muß und haben wir nicht gehört, daß es keine Priveligierung von Geimpften geben darf?““

„Reg dich ab!“ , antwortete Gisi selbstbewußtund hob ihr Glas!“

.“Prost!“, setzte sie hinzu,

„Natürlich kaufe ich dir, wenn wir uns das nächste Mal treffen, deinen Prosecco im Supermarkt oder bringe dir das Fläschen mit, weil du ja auch keine Maske willst und in Deutschland soll man ab September auch für dort die 3 Gs brauchen, aber ich fahre ich mit dem Georg, der ja ebenfalls schon geimpft ist, nicht dorthin, sondern demnächst für ein paar Tage nach Venedig, um den Sommer zu genießen, obwohl sich der Georg auch da nicht sicher ist! Hört man da doch so einiges, daß man, wenn der Staat inzwischen zum Risikogebiet gezähltwird bei der Rückkehr vielleicht auch einen PCCR-Test braucht! Da hast du mit deinem Geschwurbel vielleicht recht und es ist wahrschein auch gut, daß man vorsichtig sein muß und die Urlaubesrückkehre nicht ungetestet ins Land lassen darf! Denn das Virus kommt ja mit dem Auto haben wir im Vorjahr gehört und dann sind die Zahlen angestiegen, und wir sindin den zweiten und dritten Lockdown gerutscht! Dasdarf uns heuer nicht passieren! So muß man streng sein und muß kontrollieren, wollen wir im Herbst ja keinen vierten Lockdown haben! Obwohl der, habe ich gehört, dann nur die Nichtgeimpften treffen wird und dann bist du selber schuld, wenn du auf die Intensivstation kommst und der Georg hat recht mit seinen Mahnungen, denn wie kommt er dazu sich von dir sein Inventsivbett wegzunehmen zu lassen, wenn er einen Schlaganfall oder einen Unfall hat?“

„Ja, das könnte vielleicht passieren, weil wir drei schon über fünundsechzig sind und nach den herrschendenn Definitonen zu den Risikogruppe zählen! Aber haben wir nicht früher gehört, daß man, wenn man ein bißchen auf sich aufpasst genügend Abwehrkräfte hat, damit man im Falle des Falles nicht schwer erkrankt und die Geimpften werden das ja, höre ich immer, nicht, sondern bekommen höchstens einen Schnupfen! One apple perda keeps the doctor away!, hat man frühergesagt! Das gilt nicht mehr, ich weiß und die Herdenimmunität soll man so auch nicht bekommen! Aber die Jungen, die jetzt noch nicht die richtige Impfrate haben, werden ja auch nicht krank und wenn sich die, die sich aus irgendwelchen Gründen nicht impfen lassen wollen, selbst auf sich aufpassen, Abstandhalten, Hände waschen, sollte nichts passieren oder habe ich da etwas falsch verstanden?“, fragte sie nachdenklich und hatte ihr Eis aufgegessen.

„Hast du wahrscheinlich! Denn du bist ja eine rebellische Person! Widerständig und schwurblerisch und warst, wenn ich mich nicht irre, auch auf diesen Demos, als es die noch gegeben hat, aber ich bin, wie du weißt ja großzügig!“, wiederholte sie und griff in ihre Handtasche, um einen Geldschein herauszunehmen und den Kellner damit zu winken.

„Jetzt habe ich dich doch nicht eingeladen!“, sagte sie bedauernd, als sie das Restgeld in die Tasche steckte.

„Aber ich bin nicht schuld daran! ich habe es versucht und das nächste Mal nehmeich das Proseccofläschchen mit, wenn wir von Venedig zurück sind oder zwei und damit setzten wir uns auf die Stufen vor dem Brunnen und schlürfen dort gemeinsam unser Eis, damit du nicht zu mir hinauf und ich zu dir hinunterschauen muß und du dich nicht über die Apartheid beschweren mußt, in die du dich durch dein uneinsichtiges Verhalten bringst! Aber ich fürchte mich nicht vor dir, obwohl der Georg mich sicher mahnen wird vorsichtig zu sein! Doch ich bin ja eine, die auf ihre alte Freundin nicht vergißt, obwohl der Georg, wie schon erwähnt, keine Ungeimpfen treffen will! Ich dich daher auch nicht zu meinen Geburtstag einladen kann!“, sagte sie bdauernd und war aufgestanden.

„Und jetzt gehen wir ein bißchen am Donaukanal spazieren, wo man jetzt nicht mehr, wie zu Ostern maske tragen muß und der, wie ich hörte, auch nicht mehr so überfüllt ist, weil die Jungen ja jetzt ihreDiskos und ihre Impparties haben, wo sie sich bei den Ersteren aber anstecken und Cluster auslösen, weil so viele mit gefälschten Nachweisen dort einmarschieren wollen, was zum Glück aber jetzt auch streng kontrolliert werden wird!“

Nach einem fast wahren Erlebnis erzählt und zwei Mathilde-Geschichten gibt es hier auch schon.

2021-07-21

Geburtstagsfest mit Streß

Es geht gleich weiter mit den „Hundert Seiten Depression“ und zwar begeben wir uns nach Weitra zu Lore Spielbergs Geburtstagsfest:

„“Elfi und Angela waren die Ersten, die am Samstag eintragen!“, dachte Lore Spielberg und sah sich prüfend in der Küche um. Für den Grill, der am Nachmittag im Garten stattfinden sollte und für den sich Richard, als Grillmeister angeboten hatte, war alles hergerichtet. Die Salate vorbereitet. Die Steaks und die Würstchen vom Bauernladen geholt. Die Beiden waren in Elfis blauen Golf angekommen, hatten sie umart und waren dann zusammengezuckt, um sich zu erkundigen, ob sie sich vorAnsteckung fürchte?

„Aber wir beiden alten Schachteln sind schon geimpft! Da kann nichts passieen!“, rief Angela beschwichtigend aus.

„Du bist das sicher auch?“, wollte sie noch wissen und schüttelte den Kopf, als Lore „Noch oder überhaupt nicht! Denn da bin ich mir noch nicht so sicher und muß mich erst informieren!“, antwortete und die Achseln zuckte, als Elfi „Du bist und bleibst die Alte! Noch immer starsinnig und gehst den eigenen Weg, wie damals, als wir doch kotzend im Badezimmer fanden und dir einen Termin am Fleischmarkt vermitteln wolten, du aber auf das Kind bestanden hast! Ganz egal was daraus werden hätte können?“, einwarf.

„Ein erfolgreicher Sohn und eine Enkeltochter, die vor kurzem die Matura bestanden hat und jetzt in meine Fußstapfen steigen wird!“, antwortete Lore ungerührt.

„Und ich kann mich, wenn ich hier am Land, wie eine Erimitin lebe, auch wenn ihr den Sommer mit mir verbringt und wir heute eine Ausnahme machen, nicht wirklich anstecken! Aber kommt herein und packt eure Sachen aus!“, sagte sie und überhörte, daß Angela etwas von „Verschwörungstheorien!“, zu murmeln schien, die hinzufügte, daß sie erfahren hatte, daß Richard Schweirigkeiten mt seiner Zeitung bekommen hatte, weil erauf einer Demo gesehen worden war!

„Warst du auch auf diesen „Covidiot-Veranstaltungen“ und bist du rechts gewordenß!“, fügte sie entsetzt hinzu.

„Ncht, daß ich wüßte und wenn ich, wie ihr behauptet, ganz dieAlte bin, muß ich eine Lnke sein, denn das bin ich, wie oft kritisiert wurde,geworden! Aber wir müßen uns nicht streiten, sondern wollen unsere Frauenvergangenheit aufarbeiten!“, sagte sie versöhnlich und nickte zustimmend, als die Beiden das Wohnzimmer in Beschlag nahmen.

„Dann kann dein Sohn dein Arbeitszimmer nehmen und wo wirst du den Theo unterbringen? Du hast doch gesagt, daß du ihn eingeladen hast und er seine Töchter mitbringt!“, erkundigte sich Angela.

„Nur die Jüngste, Laura, dieFamilienrichterin, Barbara läßt sich entschuldigen, weil ihr Sohn Emil Angina hat und Theo hat mir vorhin gesmst, daß er, um mir keine Mühe zu machen im Hotel Post abgestiegen ist un din zwei Stunden erscheinen wird! Richard ist mit der Melia auch schon unterwegs!“

Dann bedankte sie sich für die Bücher, die Elfi ihr entgegenstreckte, nach dem sie ihre Reisetasche ausgepackt hatte.

Marlene Streeruwitz „Covid Roman“, weil ich weußte, daß dich das interessiert und dann „Hippocampus“ von Gertrud Klemm, die in unsere Fußstapfen getreten und eine der frauenbewegtesten jüngern Autorinnen ist!“, sagte sie und zuckte, als die anderen eingetroffen waren, zuswammen, als Lore Amelias Geschenke auspackte.

„Stell dir vor, den „Verkauften Feminismus“,hätte ich dir auch fast gebracht! Da habe ich Glück gehabt und muß nichts umtauschen und dein Sohn hat an Champagner gedacht! Das passt zu der Torte, die Angela gebacken hat, während dem Theo-!“ sagte sie verächtlich zu dem eleganten älteren Mann blickend „-nichts Besseres eingefallen ist, als eine Flasche Parfum auszusuchen ,als ob du jemals solches verwendet hättest!“

„Er hat es sicher gut gemeint!“, antwortete Lore und nickte ihm, der auch im Freizeitanzug, wie aus der Schae gepellt wirkte, beschwichtigend zu.

„Fein, daß du gekommen bist, um deinen Sohn zu begrüßen!“

„Natürlich, um diir zum Geburtstag zu grulieren und der Enkeltochter zur Matuera! Was wirst du denn studieren?“, fragte er und ließ sich nicht anmerken, daß es ihm vielleicht mißfiel, als Amelia „Gender!“, antwortete.

„Ganz in den Spuren, der Großmama!“, antwortete er nur und nickte Angela zu.

„Und du bit mit deinen Filmen inzwischen bekannt geworden! Hast in der Lonie einen Fan gefunden, die sich entschuldigen läßt! ich glaube, sie ist ein wenig eifersüchtig und wollte auch nicht stören! Dafür stelle ich dir Laura vor, die eine erfolgreiche Frau ist, die es auch mit einem Jusstudium weit gebracht hat! So ein siebzigster Geburtstag ist ja sehr feierlich! ich kann das behaupten, denn ich habe den meinen frünf Jahre vorbei, obwohl du es viel leichterhast, als ich, der das ganze Institut bewirtenmußte! Corona würde das heute verhindern! Also war ich wieder zu früh daran!“, sagte er launig und nickte Richard zu.

„Ich habe gehört, daß du Schwierigkeiten mit deiner Zeitung hattest und nun selbstöndig bist!“, wußte auch er und Lore mußte denken, daß das offenbar die Runde gemacht hatte, während siedavonichts mitbekommen und eserstvon<meliaerfahren hatte.

„Stimmt!“,antwort ete der.

„Das mußte sein und ich hoffe, daß ich euch nicht zu kritisch bin!Hätte die Damen aber ebenfalls so eingeschätzt!“, sagte er mit Blick in Elfis und Angelas Richtung, die prompt „Wir sind keine Verschwörungstheoretikerinnen!“, ausriefen.

„Dann wollen wir den Champagner leeren, der schon eingekühlt ist und uns an die Steaks und an die Bratwürstchen machen! Der Grill ist gleich angeheitzt! ich hoffe es sind keine Vegetarier dabei?“

„ich!“, antwortete Angela spitz.

„Das weißt du doch! Kannnst du dich nicht mehr daran erinnern?“

„Dann mußt du dich an den Mais und den Grillkäse halten!“, sagte Rchard und prostete Lore zu.

„Alles Gute zum Geburtstag, Mama!“

Und verkniff es sich offensichtlich hinzuzufügen, daß er nicht sicher war, ober sich über des Vaters, Elfis und Angelas Anwesenheit freute, die mit ihren taktlosen Bemerkungen schlechteStimmung machten und erkundiggte sich stattdessen bei der Mutter, ob sie mit Anna Jellers bei der Mutter, ob sie mit Anna Jellers Buchempfehlungen zufrieden war?

„Natürlich!“, antwortete die.

„Das sind drei tolle Bücher, von denen ich schon gehört habe! Auf die Streeruwitz freue ich mich auch und natürlich auf die Torte, die Angela nach einen Spezialrezept gebacken hat und die es mit Schlagobers geben wird! Es ist alles bereit, stoßen wir an und lassen die Unstimmigkeiten, weil wir uns nicht spalten lassen, auch wenn das die Regierung vielleicht will!““

2021-07-20

Rückkehr nach Wien

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 15:24
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Hier, wie versprochen, das erste Kapitel meines momentanen Works on progress „Wo wir waren oder hundert Steiten Depression“, das Mieze Medusa, beziehungsweisem den „Alten Frauen in der Literatur“ gewidmet ist:

„“Das ist mein Corona-Zeugnis!“,sagte Amelia Spelberg seufzend und blickte skeptisch die Großmutterr an, die gerade aus dem Haus kam.

„Gratuliere, Kindchen und laß dich von dem Gerde nicht anstecken! Deine Matura ist genauso wertvoll, wie die,vor zwei Jahren, als es die Pandemie noch nicht gab! Du mußt nu ran dich glauben und stolz auf dich sein! Ich finde es auch schön, wenn du in meine Fußstapfen trittst und in Wien Gender studieren willst, auch wenn das deinem Vater,wie ich fürchte, nicht sehr gefällt!“

„Richtig ,Oma!“, antwortete Amelia und legte das Zeugnis auf den Küchentisch.

„Das stimmt vielleicht ein bißchen! Aber davon laße ich mich nicht abschrecken und du sollst dich auch nicht ärgern,wenn der Papa immer über die blöden Emanzen schimpft, die nichts als meckern, statt etwas Ordentliches zusammenzubringen!“

„Daran bin ich, wie, ich füchtei, schuld!“, sagte Lore Spielberg ein wenig schuldbewußt.

„Denn ich habe, als der Richard klein war, nicht gemeckert, sondern im Institut für höhere Studien geforscht und mit der Angie und der Elfi versucht, den Feminsmus aufzubauen! Da ist deinVater, wie ich fürchte, zu kurz gekommen und hat sich vernachläßigt gefühlt! Es tut mir leid, daß er so empfindet! ich konnte nicht anders, hoffe aber, daß dein Vater nicht so unglücklich war! Beruflich hat er es als stellvertretender Chefredakteur einer bedeutenden Tageszeigung zu etwas gebracht!“, sagte Lore Spielberg, strich mit der Hand über die Stirn und fügte „Aber jetzt laßen wir das heikle Thema und konzentrieren uns auf deine Matura! Ich habe dein Lieblingsessen zubereitet! Vielleicht magst du dein Zeugnis verräumen! Dann decke ich den Tisch und du nimmst Platz!“, hinzu.

„Ich helfe dir natürlich, Oma und glaube auch, daß es der Papa zu etwas brachte, obwohl es mit dem Glück ein wenig schwierig war! Hat er den Selbstmord der Mama, doch noch immer nicht ganhz weggesteckt! Mit seiner Zeitung ist er aber, glaube ich, zufrieden!“

„Dann grüße ihn von mir, wenn du ihn am Montag sehen wirst! Da wirst du doch nach Wien fahren und mich verlassen!“, bedauerte Lore Spielberg und stellte die Schüßel, die sie aus dem Backrohr genommen hatte, auf den Tisch.

„Stimmt, Oma! Ich hoffe nur, daß du nicht zu traurig bist, daß ich in Wien studieren werde und zum Papa ziehe!“

„Nur ein bißchen, Liebling!“,bedeuerte Lore Spielberg und stellte eine Flasche Wein auf den Tisch.

„Zum Fest des Tages ein Schlückchen Wein! Aber sonst verstehe ich, daß du in Wien studieren willst! Das habe ich vor zweiundfünfzig Jahren auch getan! Damals bin ich in ein Studentenheim gezogen! Habe dort die Angela und die Elfi kennengelernt und etwas später auch den Theo!“, sagte sie und ihre Stirn hatte sich noch einmal verwölkt.

„Den Großvater, den ich nur alle heiligen Zeiten zu Gesicht bekomme, weil er dich noch vor Papas Geburt verlassen hat und inzwischen, glaube ich, noch einmal Opa wurde!“,ergänzte Amelia ungerührt.

„Stimmt! Aber sein Enkel aus seiner Ehe ist noch sehr klein! Hat er doch erst viel später seine Leonie geheiratet, weil ihm das Studium wichtiger war, als mit Fünfundzwanzig Vater zu werden! So wurde aus mir, wie es das Schicksal bei den Frauen noch immer will, eine alleinerziehende Mutter und Richard hat sich vernachläßigt gefühlt, weil es nicht so leicht war, mit Zwanzig Mutter zu werden. Ich mir, weil in dem Studentenheim kein Platz für alleinstehende Mütter war, eine Wohnung suchen mußte und die Elfi und die Angela waren, wie ich fürchte, von dem Kleinen auch nicht so begeistert und haben „Verpatz dir doch nicht dein Leben, Lore, Abtreibungen sind zum Glück jetzt erlaubt!“, oft genug auf mich eingeredet und haben nicht verstanden, wenn ich den Kopf geschüttelt habe! Natürlich wäre das leichter gewesen! Das darfst du aber deinem Vater, der ohnehin so etwas zu ahnen schein, nicht verraten, Melia!“, sagte sie entschlossen und häufte der Enkeltochter eine Portion Quiche auf den Teller.

„Nimm dir Salat, Liebling! Er ist aus dem Garten, wie du weißt und lassen wir die traurigen Thehmen, ist heute doch ein Freudenstag! Aber die Vergangenheit holt eine natürlich ein und selbstverständlich ist es traurig, daß ich dich verliere! Habe ich mich inzwischen doch daran gewöhnt, junges Blut im Haus zu haben! Jetzt muß ich mich an die Einsamkeit gewöhnen, aber das werde ich schon! Auch wenn ich bald siebzig bin, kann ich immer noch dazu lernen!“

„Richtig, Oma!“, sagte Amelia und hob das Glas.

„Prost und auch wenn man das nicht soll, schon im Voraus alles Gute zum Geburtstag! In drei Wochen sehen wir uns wieder, um deinen Siebziger zu feiern! ich werde den Papa mitbringen und du hast auch Gäste eingeplant! Wird der Opa kommen?“, erkundigte sie sich neugierig.

„Das weiß ich noch nicht so genau! ich habe den Theo zu dem ungereglmäßiger Kontakt besteht, weil ich ihn manchmal auf Kongreßen und Tagungen getroffen habe, eingeladen! Da kann er auch die Leonie, seine Töchter und den Enkel mitbringen und dann werden auch die Angela und die Elfi erscheinen, denn du weißt, ich will meine Memoiren schreiben, beziehungsweise ein Feminismusbuch und die Beiden, die jetzt auch Pensionistinnen sind, helfen mir dabei! Also werde ich nicht einsam sein! Auch wenn ich dich vermissen werde! Dein Vater wird sich aber freuen, sein Töchterlein bei sich zu haben, das ich ihm vor zehn Jahren, als ich meine Pension angetreten habe und in mein Elternhaus zurückgezogen bin, entführte und du auch früher oft bei mir gewesen bist!“

„Was sollte der Papa auch, der in seinem Beruf aufsteigen mußte, mit einem Säugling anfangen, nachdem die Mama, als ich sechs Wochen war, den Medikamentenschrank plünderte und sich die Pulsadern aufgeschnitten hat? Er wäre, wenn du dich nicht, um mich gekümmert hättest, verloren gewesen, Oma, wie er öfter sagte! Also brauchst du keine Schuldgefühle haben, denn du hast viel ausgeglichen, was du vielleicht mit Zwanzig versäumtst, als dich der Opa verlassen hat und die Mama später mich! jetzt werde ich dich verlassen, um Gender zu studieren und nicht den Medikamentenschrank plündern, denn ich bin trotz meiner Corona-Matura und der verlorenen Generation, der ich angeblich angehöre, nicht depressiv! Also Prost, Oma! Dein Quiche schmeckt ausgezeichnet! Deine Kochkünste werde ich vermissen und den Garten, obwohl ich mich, ganz ehrlich, auf die Stadt freue und darauf, daß man wieder hinaus darf! Auf den Donaukanal und den Karlsplatz, obwohl es da, wie ich in den Nachrichten hörte, große Unruhen und Polizeieinsätze gab!“

„Kein Grund depressiv zu sein und damit du das nicht wirst, hole ich die Erdbeeren, die aus dem Garten stammen! Ich habe sie schon mariniert! Möchtest du Schlagobers dazu?“

„Den Garten werde ich vermissen, obwohl es in Wien den Donaukanal, den Karlsplatz, die Donauinsel, sowie den Stadtpark gibt und fürs Einkaufen den Naschmarkt! Ich also eine Glückspilzin bin, denn die Maturareise, wo wir nach Wien gefahren wären, ist Corona bedingt ausgefallen! Deshalb habe ich mich entschlossen gleich nach Wien zu ziehen, als es mir der Papa angeboten hat und den Sommer dort genießen! Das habe ich aus Egoismus entschieden und hoffe, dich nicht gekränkt zu haben! Aber wenn deine Freundinnen kommen, ist das fein!“, sagte Amelia tröstend.

„Aprpos, Depression, Oma! Was habe ich da auf deinen Schreibtisch entdeckt? „Hundert Seiten Depression“, ist auf dem Mansukript gestanden, das neben deinem Lapop liegt! Werden deine Memoiren so heißen?“, erkumdigte sie sich neugierig. Lore Spielberg, die Amelia, die Schlagobersschüßel hinschob, nickte.

„Stimmt, Melia! So lautet der vorläufige Arbeitstitel! Das ist mir vor ein paar Tagen eingefallen! Aber lassen wir das heikle Thema! Deine Matura ist trotz Corona, ein freudigs Ereignis! Wir genießen das Wochenende! Am Montag bringe ich dich zum Zug und in drei Wochen kommst du mit dem Richard wieder! Vielleicht ist dann auch dein Großvater da! Wenn nicht, werden wir ihn nicht vermissen! Haben wir ihn doch auch vorher nicht gebraucht und jetzt konzentrieren wir uns auf das Mittagessen!““

2021-07-13

Menschin zweiter Klasse oder was bisher geschah?

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:52
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„Hast du deine Enkeltochter jetzt schon gesehen und bist du schon geimpft oder immer noch so stur, die Corona-Maßnahmen zu verweigern?“, fragte Gisi, die gerade angerufen hatte, in vorwurfsvollen Ton und Mathilde konnte nur den Kopf schütteln.

„Habe ich noch nicht, denn immer, wenn wir das wollten, wurden die Maßnahmen verschärft, der zweite, dritte oder vierte Lockdown ausgerufen und, nein, geimpft bin ich noch nicht! Dazu habe ich mich noch nicht entschließen können, obwohl diesbezüglich jetzt starker Druck ausgeübt wird, denn man fast als Nötigung empfinden könnte und das ist es, was mich bisher zögern ließ,weil ich mich zu nichts zwingen lassen möchte, hinter dem ich nicht mit vollsten Herzen stehe, auch wenn ich deshalb, wie ich fürchte, zur Menschin zweiter Klasse geworden bin!“

„Na, so schlimm ist es nicht!“, sagte Gisi insTelefon „-denn du bist,wie ich vermute noch immer in deiner Wohnung und nicht, wie du anklingen last lassen, in ein „Nichtgeimpften-Ghetto“ umgezogen. Das gibt es nicht und ich habe noch nichts davon gehört, daß ein solches errichtet werden soll! Also bleibe sachlich und lasse deine dystopischen Phantasien, die nur in einem Roman und sonst nirgends hingehören!“

„Das „NI-Ghetto gibt es nicht, stimmt!“, antwortete Mathilde in die Leitung und versuchte ruhig zu bleiben.

„Stimmt auch, daß ich mir ein solches ausgedacht, beziehungsweise befürchtet habe, daß es dahin kommt! Das gibt es nicht und wird es vermutlich auch nicht geben,dafür aber die 3 G-Regeln seit einigen Monaten, die man als etwas diesbezüglich Vergleichbares einschätzen könnte. Ohne 3G kein Urlaub, kein Restaurant- und auch kein Friseurbesuch, so ist das schon seit einem halben Jahr! Deshalb habe ich mir die Haare selbst geschnitten und einkaufen geht, weil ich keine Maske tragen will, immer noch meine liebe Nachbarin für mich oder eigentlich deren Schwester, weil, die Rosa inzwischen zu ihrem Freund gezogen ist und nur selten in ihre frühere Wohnung kommt. Also stimmt es mit der Menschin der zweiten Klasse und es wäre nur ein weiterer Tropfen auf den heißen Stein, wenn die Gemeinde Wien beschließen würde, nur Geimpfte in ihren Wohnungen zuzulassen. Soweit ist es noch nicht und ich kann dich auch beruhigen liebe Gisi, es geht mir trotzdem gut und ich fühle mich durchaus nicht, obwohl ich das immer in den Medien höre, als Menschin zweiter Klasse, sondern gesund, frei und widerständig und habe mir das auch auf mein T-Shirt drucken lassen, daß ich mich dem vierten G zugehörig fühle, aber keinen grünen Impfpaß habe und ganz ehrlich möche ich auch keinen Kellner oder Billiteur meinen Impfnachweis zeigen, wenn ich ins Cafe oder ins Theater gehen will! Dann lasse ich es und mache mir meinen Kaffee selber! Ich habe, wie du weißt, eine ausgezeichnete Kaffeemaschine und auch Internet im Haus, so daß ich Online ins Theater, ins Konzert oder auch an anderen Kulturveranstaltungen teilnehmen kann! So gesehen fühle ich mich nicht eingeschränkt, sondern frei, weil ich mich zu nichts zwingen lassen will, was ich nicht wirklich möchte und ich wundere mich auch ein bißchen, liebe Gisela, daß du das anders siehst! Habe ich dich bisher doch, als kritische Person eingeschätzt! Bist du schon geimpft und hattest du nicht das Gefühl, daß du hier vielleicht zu vorschnell zu etwas gedrängt wirst, von dem man noch nicht wirklich sagen kann, ob es hundert Prozentig sicher ist und da denke ich immer noch, daß man das nur soll, weil man nicht krank werden will und nicht, um wieder frei zu leben! Denn das sollte man auch ohne Impfzwang können und daher habe ich vor den niederschwelligen Angeboten von denen jetzt ständig die Rede ist, Bedenken! Denn ich halte es nicht für professionell, die Leute, die zum Filmfestival am Rathausplatz gehen wollen, vorher schnell durchzuimpfen, denn Ersten bräuchten sie dann trotzdem einen Test, weil die Impfung erst nach drei Wochen als solche gilt und wenn ich im Fernsehen so sehe, daß sie sich schon vor dem Parlament maskenlos anstellen, sehe ich da eigentlich eine Gefahr, noch dazu, da ich immer höre, daß die neue Delta-Variante viel viel ansteckender als die Alpha- ist und die ist noch viel anstecker, als der Wild-Typ, obwohl man da schon hörte, daß sie so gefährlich ist, daß der erste Lockdown beschloßen wurde. Daher sind solche Events eigentlich nicht so ungefährlich und über diese Impfparties von denen mir Mar, meine Nachbarin, mir erzählt hat, kann ich nur den Kopf schütteln! Denke ich doch, daß man das in einer Ordination nach voriger genauer Abklärung tun sollte und sich anschließend noch eine halbe Stunde in Beobachtung begeben, damit kein allergischer Schock entsteht oder Nebenwirkungen auftreten. Aber da bekomme ich einen Stich, damit ich tanzen und vielleicht auch Alkohol trinken kann, was nicht im Sinne der Gesundheit sein kann! Findest du das nicht verrückt, liebe Gisi? ich denke, das ist das schon einbißchen!“,sagte Mathilde und atmete tief durch. Dann blickte sie in ihren Laptop in dem Richard Spielbergs neuer Blog lief, der gerade mit „Seit fast fünfhundert Tagen bin ich schon Gefangener der Corona- Gesundheitsdiktur-Fraktion“, seine Zuhörer begrüßte und ein ähnliches T-Shirt, wie sie trug und blickte auf das vor ihr liegende Manuskript „Mathilde im Coronaland“ hieß es und darin hatte sie versucht, die Ereignisse des jahres 2020 aufgeschrieben. Jetzt schrieb man Juli 2021 und sie hatte das Manuskript gerade vom Verlag zurückbekommen, weil es angeblich zu dystopisch wäre, hatte ihr ein Lektor namens Rainer Wilbig geschrieben und sie schüttelte den Kopf, denn sie hatte das Buch im vorigen Dezember mit dem Zusatz, daß sie in eine „Nicht- Geimpften- Wohnung“ übersiedeln würde, beendet. Das war nicht eingetroffen, aber sehr viel anderes geschehen. Das Freitesten und die 3Gs waren eingeführt worden, auf den dritten Lockdown war zumindestens in Wien der vierte gefolgt, während der Bundeskanzler immer einen Sommer voll der Freiheit versprochen hatte, womit er allerdings das 3G-Regime meinte, mit dem man ungestört auf Urlaub fahren oder ins Kino gehen könne.

So hatte die Realität ihre Phantasie eigentlich bei weitem übertroffen und sie hatte damals nicht gedacht, daß sie, wenn sie sich nicht testen oder impfen ließ, nicht einmal in einen Gastgarten setzen oder zum Friseur gehen konnte, was sie auch nicht mußte, denn sie hatte sich ein Video angesehen, dann selbst zur Schere gegriffen und brauchte, obwohl, die Delta-Variante schon bedrohlich über allen Köpfen schwebte, Mars Einkaufdienste derzeit nicht in Anspruch nehmen, gab es im Moment doch keine Maskenpflicht im Freien, so daß sie unbehelligt auf den Naschmarkt gehen konnte und beim Würstlstand bekam sie auch eine Käsekrainer und einen weißen Spritzer. Also ging es ihr, wie sie Gisi versichern konnte, eigentlich auch als Menschin zweiter Klasse gut, zumindestens durch die Hintertür und im Freien. Das hätte sie der geimpften Gisi, die sich inzwischen weigerte, sie als Ungeimpfte zu treffen, entgegnen können. Aber die hatte schon aufgelegt und Richard Spielberg hatte gerade die Faust erhoben und verabschiedete sich mit „Macht es es gut, liebe Mitgefangene und laßt euch nicht unterkriegen! Kopf hoch und passt auf euch auf, damit euch die böse Delta-Variante nicht erwischt!“

2021-07-12

Urlaub in Wien

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:40
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„Fein der Kindergarten ist aus, jetzt habe ich Ferien, brauche ein Monat lang nicht hingehen und kann mit euch Urlaub machen, Mama, ich freu mich so!“, rief Lena laut und streckte Michaela Reisinger ihre Kindergartentasche hin aus der einige Zeichnungen und Bastelbögen herausragten.

„Und diese dummen Lollypops muß ich auch nicht mehr lutschen, nicht wahr, Mama, das brauche ich jetzt nicht mehr? Ich freu mich so, daß du ind der Papa jetzt zu Hause seid, Zeit für mich habt und auch, daß der Leo zu uns kommt und mit uns Ferien macht! Wann kommt er denn, Mama und warum kommt er zu uns? – Weil seine Mama, deine Freundin Melanie vom Arbeitsamt nach Tirol geschickt wurde, um dort zu servieren und weil sie ihn dort nicht mitnehmen kann, kommt er zu uns, nicht wahrr? , fragte sie und Michaela Reisinger nickte.

„Das freut dich doch Lena, dann bist du nicht so allein und wirst deine Kindergartenfreunde nicht vermissen! Der Leo ist zwar schon ein bißchen größer als du, ihr werdet aber genug Platz in deinem Zimmer haben und du hast dich doch auch immer gut mit ihm verstanden!“

„Klar Mama, er ist acht und kommt schon in die dritte Klasse, während ich ja immer noch im Kindergarten bin, obwohl ich bald vier bin und daher auch schon groß bin, aber-!“, sagte sie und brach ab, um Michaela mit ihren großen Kinderaugen erschrocken anzusehen

„Stimmt das, daß der Leo sich dreimal in der Woche testen lassen muß, um mit uns in den Prater Ringelspiel fahren und ins Gäsehäufel zu gehen zu können? Stimmt das, Mama, daß du das auch mußt, wenn wir Eis essen gehen? Aber ich muß das nicht! Ich muß nicht mehr diese Lollypops lutschen oder schon!“, hat die Tante Hlde gesagt! Die hat gesagt, daß wir weiter freiwillig die Lutschtests machen sollen, damit wir wissen, daß wir nicht ansteckend sind und unsere Oma nicht krank machen! Aber die Tante Laura hat gemeint, daß die nicht mehr gültig sind, daß man keine Selbsttests mehr machen darf, weil damit viel zu viel geschummelt wurde! Wir sollen gurgeln, hat die Tante Laura gemeint, weil das sehr einfach und sicher ist! – Warum gurgeln wir nicht Mama?“, fragte sie und sah Michaela Reisinger, die wieder etwas ratslos wirkte, fragend an. Die hatte Lenas Kindergartentasche genommen, die Zeichnungen und die Bastelbögen herausgenommen und in Lenas Regal gelegt. Dann drehte sie sich um, sah das Töchterlein an und fügte „Stimmt hinzu!“

„In Wien müßen auch die die Kinder weiter, wie bisher in der Schule, gestestet sein, damit sie nicht das Delta-Virus das sich jetzt verbreitet und sehr ansteckend sein soll, in sich haben! Aber du brauchst das noch nicht, denn du bist erst vier!“, antwortete sie sich schon vor Lenas Frage, warum sie das nicht müße, fürchtete und fügte „Wir haben das bisher nicht gebraucht und brauchen es vielleicht auch mit dem Leo nicht zu sehr tun, da wir heuer nicht wegfahren, sondern den Sommer in Wien verbringen wollen!“

„Gehen wir da nicht ins Bad schimmen und nicht in den Prater Ringelspielfahren, wenn der Leo sich dreimal in der Woche testen lassen muß?“, fragte Lena und wirkte enttäuscht.

„ins Gasthaus werden wir nich so viel gehten,weil ichselber koche nd im Park in den du gern gehst und der auch dem Leo gefallen wird, braucht er keinen Test und auch nicht, wenn ihr ein Eis essen wollt! Das bekommt ihr an der Theke, glaube ich, auch so und in den Gastgarten müssen wir unsnicht setzen“,antwortete Michaele Reisinger tröstend.

„Im Freien baucht man auch keine Maske!“, ergänte Lena schon wieder fröhlich.

„Das finde ich fein, denn hinter den weßen Kaffeefilter, die der Papa immer trägt, wenn er mit mir in den Supermarkt geht, schwitzt man fürchterlich und du schaust damit auch wie eine Ente aus!“, sagte sie und kicherte vor sich hin.

„Deshalb trage ich sie auch nicht so gern!“, erklärte Michaela Reisinger und lächelte auch.

„Stimmt, Lena im Freien braucht man die Masken nicht mehr und wenn man im Parks die Tests nicht braucht, dann brauchen wir auch nicht soviel gurgeln und wir werden auch im Wienerwald wandern gehen! Du wirst sehen, das wird toll und wir werden einen schönen Sommer haben!“, versprach Michaela Reisinger und war in die Küche gegangen, um den Tisch für das Mittagessen zu decken.

„Es gibt Pizza, Lena, die magst du doch gern und dazu Hollundersaft!“

„Fein!“, rief diese, um dann wieder besorgt vor sich hinzusehen.

„Aber auf den Rathausplatz zu diesem Filmfestival, wo du und der Papa immer gegangen seid, können wir dann auch nicht gehen, Mama und weißt du, was die Tante Laura noch erzählt hat? Sie hat gesagt, wenn man das jetzt macht, kann man sich vorher in einer Impfbox impfen lassen und braucht dann nicht den 3-G oder grünen Impfnachweis, wenn man sich nachher den Film ansehen will! Aber die Tante Hilde hat geschimpft und gesagt, daß das Blödsinn ist, weil sich dann die Leute schon beim Parlament anstellen, um in die Impfbox zu kommen und dabei keine Kaffeefiltermasken tragen und da stecken sie sich an und nach dem Impfen kommen sie in den Rathausplatz auch nicht hinein, wenn sie keinen Test haben! Das ist sehr kompliziert und man sollte das viel ernster nehmen und beim Impfen, das sehr wichtig ist, nicht so leichtsinnig sein? – Bist du schon geimpft, Mama?“, fragte sie dann und schaute Michaela, die wieder etwas ratlos und verlgen geworden war, so streng an, wie das vermutlich auch die Tante Hilde im Kindergarten tat.

„Noch nicht!“, antwortete sie und schüttelte entschlossen den Kopf.

„Da warten wir noch etwas, haben der Papa und ich uns gedacht, weil ich eine Freundin habe, bei der diese Thrombose aufgetreten ist und sie starke Schmerzen hatte!“

„Und die Impfungen sind auch noch nicht so ganz erprobt und zugelassen, Mama, nicht wahr? Das hat die Mama vom Kevin, der von der Kira gesagt, aber die ist da bös geworden und hat gemeint, daß die Kevin-Mama eine Impfverweigerin und eine Schwurblerin ist! – Bist du das auch, Mama? Aber Schwurblerin ist ein schönes Wort! Ich möchte auch schwurbeln, Mama! Bitte laß mich das tun, wenn ich schon mit dem Leo nicht Ringelspiel fahren darf, weil der sich nicht ständig testen lassen will! Aber du und der Papa könnt zu diesen Impfparties gehen, von denen die Tante Laura der Tante Hilde auch erzäht hat, daß es die jetzt gibt, um die Leute zu der Impfung zu motivieren! Denn die brauchen einen Anreiz, um das zu tun, weil sie zu faul dazu sind! Also brauchen sie niederschwellige Angebote und die soll es im Supermarkt und auch am Friedhof geben, hat die Tante Laura gesagt. Warum am Friedhof, Mama? Da kann man doch keine Party machen, weil das die Ruhe der Toten stört und die dann nicht mehr ruhig schlafen können, wenn die Leute auf der Party gtanzen! Am Friedhof muß man erst und still sein, hat die Tante Hilde erklärt und nach dem Impfen soll man auch keinen Alkohol trinken, sondern sich niedersetzen und schauen, ob man den Stoff verträgt und keinen allergischen Schock bekommt! Wie kann man dabei tanzen und Musik hören, Mama? Das ist doch komisch, nicht wahr?“, wollte Lena wissen und schaute Michaela fragend an, die immer noch ratlos war und den Kopf schüttelte, weil sie das auch nicht wußte und all die Widersprüchlichkeiten, die sich da auftaten, der kleinen Tochter nicht erklären konnte. Also drehte sie sich zum Herd, nahm die Topfhandschuhe und die Pizza aus dem Rohr, um sie auf den Tisch zu stellen.

„Das weiß ich auch nicht, Lena, ich denke aber, daß der Bürgermeister meint, daß die Kinder, die das schon gewohnt sind, sich weiter testen lassen sollen und die Leute sollen sich impfen lassen, damit sie geschütztsind und sich das Virus nicht verbreiten kann und wir einen schönen Urlaub erleben und den werden wir haben, wenn der Leo kommt und mit ihm die Parks entdecken, damit er nicht traurig ist, daß das Arbeitsmarktservice seine Mama nach Tirol geschickt hat, weil man dort Servierinnen braucht, wo sie sich übrigens auch regelmäßig testen lassen muß, damit sie die Gäste nicht ansteckt! Wir werden uns davon nicht irritieren lassen, sondern unsere Pizza essen und dann in deinem Zimmer alles für den Leo herrichten und du kannst ihm, wenn er am Nachmittag kommt, auch deine Zeichnungen zeigen, damit er sieht, was ihr im Kindergarten so macht und er kann dir dein Zeugnis zeigen, daß, wie mir die Melanie berichtet hat, sehr gut sein soll!“

2021-06-05

Feldkircher Literaturbahnhof, Glückschweinmuseum-Souveniers und Friederike Mayröcker gestorben

Was tut sich jenseits der Corona-Front und jenseits der „Schmiede– und Literaturhaus– Veranstaltungen“ werden meine Leser vielleicht wissen wollen. Einiges, auch wenn es auf dem ersten Blick gar nicht so aussieht und man denken könnte, es tut sich nichts bei der Literaturbesessenen, weil keine Lesungen, keine Einladungen und derzeit auch kein Preisgeschehen.

Aber lesen und schreiben kann man und das tue ich sehr fleißig, habe die nomierten Bücher für den Leipziger Buchpreis gelesen und hoffe bald zu meiner Backlist zu kommen, was gar nicht so leicht ist, da ich bei Angeboten nur schwer „nein“ sagen kann, obwohl ich es mir immer vornehme und das Schreiben.

Ja, da ist das dritte Corona-Buch fertig korrigiert. Die „Vorschau“ gibt es schon und der Text ist an druck.at gegangen. Also bald das fertige Buch und da kann ich gleich zu einer Leserunde, das heißt zu einer Diskussion darüber auf meinen Blog aufrufen und ansonsten korrigiere ich an meinen Corona-Texten, hoffe bald fertig zu werden, damit ich meine Rechercerunden machen kann. Ab zehnten Juni braucht man im Freien keinen Maske und da kann ich mir vielleicht vom Würstlstand was holen. Aber wie das so ist, Fehler um Fehler, vor allem, wenn ich den Text laut lese und da ja coronamäßig soviel passiert. Obwohl die Zahlen fallen, kommen immer wieder neue Artikel dazu, so daß der Rohtext jetzt schon an die hundertvierzig Seiten hat und, ich glaube, diese Textsammlung von März 2020 bis derzeit Juni 2021 sind sehr spannend, weil man da gut die Corona Entwicklung und Veränderungen bemerken kann, so daß ich schon ein bißchen Werbung machen kann und die Texte sind, wenn auch unkorrigiert, da ich kein Sekretariatsteam hinter mir habe, im Blog zu finden und noch etwas gibt es abseits vom täglichen Lesen und Schreiben und dem abendlichen Literaturveranstaltungensstreams.

De liebe Erika Kronabitter, in deren Verteiler ich bin, obwohl sie mich bei dem F.M. Geburtstags-Buch vergessen hatte, hat mich angeschrieben und mir mitgeteilt, daß sie den Feldkircher Bahnhof literarisch neu gestaltet und dafür Texte haben will. Ein Gedicht oder kurzer Prosatext zehn Zeilen plus Überschrift zum Thema „Reisen, Sehnsucht, Fernweh, Nähe/Distanz“ und da bin ich jetzt immer skeptisch, weil es meistens, wenn ich was dazu schreibe oder schicke, doch nichts bringt. Aber zehn Zeilen sind nicht viel, das habe ich, Uli schau her, in zehn Minuten so schnell kann ich gar nicht schauen, zu denken, Feldkirch da war ja mal der James Joyce, denn ich war da ja einmal da und habe mit der Erika Kronabitter und der Anni Bürkl die „Mittleren II“ dort veranstaltet, weil mich die Silvia Bartl nicht im Literaturhaus haben wollte und bin da draufgekomme, daß James Joyce dort war und dann das Thema Abstand und Reisen. Das juckt ja meine Corona-Seele und habe, obwohl ich keine Lyrikerin bin für das Lteraturcafe ein Corona-Gedicht geschrieben, also hingesetzt, in die Tasten gehaut und dann war es schon da:

„Zu James Joyce hinaus“

„Reisen, ich möchte verreisen, möchte in die Welt hinaus

ohne Maske und ohne grünen Paß

Will mich nicht registrieren lassen

Weil mich dann ein Virus küßt

vor dem ich mich schützen muß

Stattdessen weiterleben, weiterreisen, in die Welt hinaus

Mit dem Zug nach Feldkirch

dabei an James Joyce denken,

der das maskenlos tat

Wann wird das, frage ich sein?“

Und ich habe, das kann ich schon vermelden, von der Erika Rückmeldung bekommen, der das mit dem James Joyce gefallen hat.

Aber das ist für die Gesunde, Freie, Widerständige natürlich noch Utopie, denn nach Feldkirch müßte ich im Zug eine Maske aufsetzen und weil man über das deutsche Eck muß, wohl auch im Auto einen Text vorweisen. Ganz abgesehen vom Hotel, wo es eine zweitägige Testpflicht gibt.

Also vorläufig nur in der Phantasie, dafür jedes zweite Wochenende nach Harland in den Zweitwohnsitz, da auf der Terrasse sitzen, schreiben, auf die Rudolfshöhe wandern, das Takeaway Angebot genießen und bei der Radschenke steht, man braucht zwar keinen Test, aber eine Maske beim bestellen. Was aber, glaube ich, am Zehnten fallen wird und dann gibt es im großen Wohnzimmer noch eine Neuigkeit nämlich einen Schreibtisch mit einem Schwein auf der Vorderseite und einem Schweinmotiv auf derHinterwand, das man aber eigentlich nicht sehen kann.

Der Schreibtisch, der vorher im Glücksschweinmuseum der Ilse Kilic und des Fritz Widmhalm gestanden ist, bei dem ich ein paarmal bei Lesungen war, das es aber nicht mehr gibt oder nicht mehr geben wird, da der Raum wird von den Eigentümern gebraucht und Ilse Kilic hat das Inventar offenbar verschenkt oder verkauft. Den Schreibtisch und zwei Bilder, die momentan in der Krongasse herumliegen, weil da demnächst ausgemalt werden soll, an den Alfred und so kann ich, wenn ich will, meine künftigen Texte an dem ehemaligen Glücksschwein- oder fröhlichen Wohnzimmerschreibtisch schreiben und eine „Corona-Texte Anthologie“ hat mir die Ilse Kilic auch noch geschenkt. Die muß ich noch lesen und dann in meinen Corona-Text- Buch, falls es dann noch möglich ist, darüber berichten kann und ist es schon zu spät dazu, kann ich auf meine Corona-Texte hinweisen. Es tut sich also auch in Corona-Zeiten was in Sachen Lliteratur bei mir, auch wenn meine im vorigen April geäußerte Vermutung, daß mich der Lockdown noch ein Stückchen weiter vom Lteraturbetrieb bringen wird, zu stimmen scheint.

Am Schluß muß ich noch etwas Trauriges bekanntgegeben. Friederike Mayröcker ist, habe ich am Freitagnachmittag erfahren, im siebenundneunzigsten Lebensjahr verstorben. Jetzt ist sie doch nicht hundert geworden, wie sich das die erste Ehrenbürgerin Wiens, glaube ich, wünschte. Den ersten österreichischen Buchpreis hat sie 2016 bekommen, den Nobelpreis nicht und auch nicht den „Preis der Leipziger Buchmesse“ mit ihren „da ich morgens undmoosgrün. Ans Fenster trete“. Ein Buch das ich gerne lese würde. Vielleicht finde ich es mal, obwohl man Mayröcker-Bücher selten in den Schränken finde. Den „Liebling“ habe ich gelesen. Sie hat ganz in meiner meiner Nähe,nämlich in der Zentagasse, in einer, wie es so heißt, total vermüllten oder mit Material gefüllten Wohnung gelebt und ich war bei einigen ihrer Veranstaltungen, bei den letzten O-Tönen, wegen der vermaledeiten Maskenpflicht leider nicht.

2021-04-04

Meister Hoppel und der grüne Paß

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:43
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Hase Hoppel war dabei seinen großen Korb mit den bunten Eiern, rote, grüne, blaue, violette und auch ein paar pinke waren dabei, zu füllen und sich diesen um den Rücken zu schnallen, dennn es war wieder Ostersonntagmorgen, das Wetter war schön, die Sonne funkelte schon vorsichtig vom Himmel herunterund kitzelte sogar frech seine Hasennasenspitze.

„Tschüß, Hoppeline, Hasenfrau!“, rief er in das Hasenhäuschen hinein und freute sich schon auf den Karottenbraten, den ihm seine Angetraute, wenn er am Abend mit leeren Korb zurückkehrte, zum Nachmahl kredenzen würde.

„Tschüß, Hoppeline, Hasenfrau!“, schrie er hinein und wunderte sich ein bißchen, daß er seine Angetrauten noch ein wenig verschlafen im Schlafrock, aber trotzdem aufgeregt aus dem Hasenhaus stürzenund auf ihn zulaufen sah. Hatte er etwas vergessen? Die Eier waren doch alle fertig bunt gefärbt, sorgfältig in den Korb gepackt und die Adressen der Kinder denen er sie in den Garten oder ins Kinderzimmer legen sollte, lag auch oben auf.

„Halt, Hoppelmann“, rief die angetraute Hasenfrau und winkte in der einen Hand mit einem weißen, in der anderen mit einem grünen Ding, mit denen sie auf ihn zustürzten.

„Halt, Hasenmann! So kannst du nicht losstarten! Haben sie doch in der Stadt noch immer Lockdown und jetzt sogar Osterruheausgangssperre oder, wie das heißt und eine FFP 2-Maske müßen die Menschen schon länger tragen, wenn sie in die Geschäfte gehen, damit sie nicht einander anstecken können und du brauchst jetzt auch einen grünen Impfpaß in dem du deine Testung und damit deine Ungefährlichkeit nachweisen kannst!“, rief die Angetraute, drückte ihm das grüne Ding in die Hand und begann ihm das weiße, um die Schauze zu binden, was sehr unangenehm war, weil er keine Luft bekam und husten mußte.

„Was tust du, Hoppeline!“, rief er und schüttelte den Kopf mit den langen Hasenohren.

„Bleib mir damit von der Schnauze, was soll denn das?,“ rief er empört und schüttelte sich noch einmal.

„Die Menschen haben doch jetzt Pandemie, haben wir in der Schule gelernt, Papa!“, riefen jetzt auch Hoppelmann und Hoppeline junior, die ebenfalls mit ihrem Nachthemd und Nachpyjama aus dem Haus stürmten.

„Da mußt du aufpassen und vorsichtig sein und einen zwei Meter Sicherheitsabstand muß man auch einhalten, hat die Frau Lehrerin erklärt!“, ergänzte Hoppeline junior und die Angetraute nickte befriedigt mit dem Kopf.

„Schön, schaust du aus, Hoppel! Du darfst dich auch nicht mit diesem Virus anstecken, da ist das bißchen Husten egal! Du wirst dich schon daran gewöhnen, die Menschen müßen das auch!“, rief sie befriedigt.

„Jetzt kannst du losstarten und paß auf dich auf!“, fügte sie noch besorgt hinzu. Und Hoppeline und Hoppelmann Junior riefen „Bring uns aus der Stadt etwas Schönes mit, Papa! Vergiß das nicht, wir wollen auch ein Osternestchen haben und erzähl uns von den Kindern, wie es ihnen geht, wenn sie heuer wegen der Osterruhe nicht aus dem Haus gehen dürfen! Aber dafür brauchen sie nach den Osterferien nicht in die Schule, weil das Distancelearning wegen diesem Pandemiedings verlängert wurde! Das möchte ich auch gern, Papa!“, rief Hoppelinchen Junior vorlaut. Hoppel schüttelte den Kopf, versuchte das weiße Sicherheitsstück von der Schnauze zu bekommen, denn es drückte sehr und war unangenehm und rief seiner Angetrauten und seinem Nachwuchs ein neuerrliches Unsinn zu, bevor er sich auf den Weg machte. Denn der war weit und er wollte pünktlich sein, um die Menschen und deren Kinder, die von den Maßnahmen wegen dieser verdammten Seuche, sowieso schon angeschlagen schienen, nicht zu enttäuschen.

„Ich bringe auch etwas mit und freue mich schon auf den Karottenschmaus am Abend!“, rief er und winkte ihnen zu! Dann war er schon losgehoppelt und wiederholte sein „Welch ein Unsinn!“, noch einmal!“

Dann blieb er, als er sicher war, daß ihn Hoppeline und Hoppelmann und Hoppelinchen junior nicht mehr sehen konnten und riß sich das weiße Pappding, das in der Stadt jetzt alle tragen mußten, um sich nicht mit diesem Virus anzustecken, von der Schauze. Er brauchte das nicht, denn er war ein Hasenmann und im Wald war ohnehin kein Polizist zu sehen, der ihm darob ermahnen und eine Strafe wegen der Nchteinhaltung der Covidgesetze, von ihm verlangen konnte, wie ihm Hoppeline erzählt hatte, daß das die Polizisten in der Stadt so taten.

“ So ein Unsinn!“, dachte er wieder und hoppelte weiter. Die Stadt mit ihren ersten Häusern und Vorstadtgärten war bald erreicht. Er konnte stehenbleiben und seine buntgefärbten Eier in den Rasen legen. Da fiel ihm wieder das grüne Ding ein, daß ihm Hoppeline in die Hand gedrückt hatte.

„Den grünen Impfpaß!“, hatte sie gesagt, den er herzeigen mußte, wenn er in ein Geschäft gehen wollte, um sich, wenn die Eier vielleicht ausgegangen waren, Nachschubzu besorgen.

“ So ein Unsinn!“, dachte er noch einmal. Denn er brauchte keinen grünen Paß und auch keine Eier kaufen. Denn er war ein gewißenhafter Osterhase und hatte sich schon eine Extraration mitgenommen, so daß er nicht in Verlegenheit kam. Aber den Hasenkindern sollte er ein Geschenk mitbringen. Das hatte er versprochen, dachte er und schüttelte nochmals den Kopf.

So ein Unsinn! Im Wald, wo er mit seiner Hoppelfamilie lebte, brauchte er das nicht. In der stadt sollte das aber schon seit einemJahr so sein und es war ihm auch aufgefallen, daß viele, die ihm auf dem Weg entgegengekommen waren, ein solches weiße Maskending, um ihre Schnaue, sprich Menschenmund umgebunden hatten.

„So ein Unsinn!“, rief er noch einmal. Da würde er Hoppelinchen und Hoppelmann Junior stattdessen ein paar Wiesenblumen und Bärlauchblätter mitbringen. Löwenzahn vielleicht, wenn derschon blühen sollte und die Menschengeschäfte auslassen, dachte er, legte das grüne Impfding in den Korb, zog stattdessen seine Adressenliste hinaus und betrat den Garten, der auf seiner Liste stand. Hier war er richtig und hier gehörten drei Eier in das Gras. Ein grünes, ein blaues und ein rotes für die kleine Dörte, den kleinen Florian und die Arabella und im Nebengarten bekam der kleine Jonas ein oranges und die kleine Liawünschte sich ein pinkes, dachte er befriedigt und dann fiel ihm ein, daß er gutes kühles Bier gut tun und ihn erfrischen würde, bevor er nach getaner Arbeit abends in den Wald zurückhoppeln würde. Aber wenn er dazu einen Impf- oder Testpaß brauchen würde, um zu seinen Trunk zu kommen.

„Das war wirklich sehr verrückt!“, dachte er und schüttelte den Kopf, als er mit seiner Liste in derHand und den Korb am Rücken weiterhoppelte um zu einem Noah und einer Marie zu kommen, die sich je ein blaues Ei gewünscht hatten und da vorne lag auch das Gasthaus, bemerkte er und freute sich. Ein Bier war gut und vielleicht konnte er jetzt schon Einkehr halten und mit dem grünen Impfpaßding konnte er, wenn das Hoppeline oder der Wirt so wollten, auch herumwackeln, selbst wenn er das für Unssinn hielt.

„Also gut, er war nicht so!“, dachte er, war aber kurz darauf enttäuscht, als er keine Gäste im Gastgarten sitzen saß, sondern dieser mit einem weißrotgestreiften Band und einer Kette abgesperrt war.

„Die Schanigärten werden jetzt doch nicht geöffnet, die Zahlen sind zu hoch!“, hörte er einen Passanten zu seiner Begleiterin sagen, die an ihm vorübergingen und schüttelte nocheinmal den Kopf mit seiner Hasenschnauze.

Verdammt, verdammt, zu früh gefreut. Da nützte ihm auch das grüne Impfpaßding gar nichts, wenn die Gastgärten sowieso geschloßen hatten. Also kein Osternestchen aus der Bäckerei im Einkaufszentrum für Hoppelinchen und Hoppelmann Junior. Den Blumenkranz konnten sie haben und auch die übergebliebenen Eier und die angetraute Hoppelfrau würde ihm einen selbstgemachten Malzbierdrink zubereiten. Es blieb aber wirklich verdammt, dachte er, hatte die nächste Adresse erreicht, um für die kleine Lena ein extragroßes Ei auszupacken und ins Gras zu legen. „Schau, Mama, da ist schon der Osterhase!“, hörte er ein helles Stimmchen und sah, als er sich umdrehte einen Finger begeistert auf sich zeigen.

„Schau, Mama, der Hoppelmann ist schon da! Hat aber keine FFP-Maske aufgesetzt! Darf er das und darf ich, wenn er die Hygienemaßnahmen nicht einhält, das Ei dann nehmen? Aber ich habe mich so darauf gefreut!“, rief die Kleine jetzt enttäuscht, während die Mutter, die ebenfalls so ein weißes Ding um Mund und Nase gebunden hatte „Natürlich, Lena, darfst du das!“, antwortete.

„Denn Osterhasen unterliegen keiner Maskenpflicht!“

Die Kinderhand war näher gekommen und er hörte Lena noch „Darf ich ihn streicheln, Mama?“, die Mutter fragen. Aber da war er schon weggehoppelt. Sollten ihn die Kinder doch nicht sehen und im nächsten Garten warteten auch ein Lothar und eine Lotte auf ihre Eier.

„Der Osterhase braucht keine FPP2-Maske tragen!“, hörte er die Mutter noch wiederholen und nickte befriedigt vor sich hin.

So war es richtig! Das würde er Hoppeline, wenn er zurückgekommen war und sein Malzbier trank und seinen Kartottenschmaus verzehrte auch erzählen, dachte er und in die Maske würde er den Bärlauch und den Löwenzahn für die Kinder packen und je ein rotes und ein blaues Ei dazulegen, um Hoppelmann und Hoppelinchen Junor mit diesem Osternestchen zu trösten, wenn sie enttäuscht sein sollten, daß er ihnen aus der Bäckerei nichts mitgebracht hatte.

„Denn die war wegen dem Osterlockdown geschloßen, Kinder!“, würde er ihnen erklären.

„Nicht einmal ein Bier habe ich trotz Paß bekommen! Die Kinder haben sich aber über die Eier sehr gefreut und das nächste Jahr ist dieser Spuk hoffentlich vorbei!

2021-02-05

Der Traum

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 18:33
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„Uje, uje!“, dachte Ursula und schaute vorsichtig vor sich hin. Genau genommen schielte sie um die Ecke, ihr Herz klopfte verdächtig, sie war aufgeregt und außer Atem, die Haare waren zerzaust.

„Verdammt, verdammt, großer Schit und Ungewitter!“

Sie konnte schon die Stimme ihrer Mutter und ihres Freundes Uli hören, die sie mahnten und „Benimm dich, Uschi, du sollst nicht fluchen, weißt du das nicht? Hast du das nicht in der Schule gelernt, daß man das nicht soll?“

Die Mutter würde sie streng mustern und „Zum Friseur solltest du auch einmal gehen, Kindchen, deine Haare sind viel zu lang! Das schaut nicht gut aus und macht einen schlechten Eindruck wenn du so ungepflegt mit wilden Zotteln durch die Gegend rennst!“

Noch einmal „Verdammt, verdammt!“, vor sich hindenken, tief durchatmen und versuchen nicht zu sehr zu hyperventilieren. Denn das war es, ganz genau!

„Stimmt, lieber Uli, du hast ganz recht!“, könnte sie denken.

„Ich schaue wirklich fürchterlich aus und genau das ist das Problem, wo ich auch fluchen darf! Denn du tust das ja auch! Äußerst deinen Unmut auch nicht mit schönen höflichen Worten, wenn du dich wieder einmal über die blöden Genderfrauen ärgerst, die partout „Heimat bist du großer Töchter!“, singen wollen und die nicht verstehen können, wenn sich Andreas Gabalier darüber ärgert! Über die „Hirnverbrannten Idioten!“, äußerst du dich ja auch nicht gerade vornehm, wenn die wieder einmal verlauten, daß sie eine „Pippi Langstumpf-Ausgabe“ verbrennen wollen, weil da das böse Wort „Negerkönig“ enthalten ist! Dann schüttelst du den Kopf und fluchst und schimpfst noch viel lauter als ich! Aber du hast recht! Ich bin schon still, denn das ist jetzt nicht das Thema und auch nicht das Problem! Das ist ein ganz anderes, liebe Mama, denn du hast ebenfalls recht, ich sehe fürchterlich aus und sollte schleunigst zum Friseur, weil ich da schon seit letzten Juli nicht mehr war und jetzt haben wir Februar! Du hast ganz recht, es wäre schon längst an der Zeit!“

„Warum tust du es dann nicht, liebes Urselchen?“, höre ich dich von deiner Wolke sieben oder fünfundvierzig fragen, wo du dich, wenn man den Mythen glauben kann, momentan befindest.

„Warum tust du das nicht? Ruf doch den Herrn Erich an, das ist ein Könner seines Faches und so teuer ist er auch nicht, daß du ihn dir nicht leisten kannst! Dann sparst du eben an anderer Stelle etwas ein, weil es wichtig ist, immer adrett auszusehen, um einen guten Eindruck zu machen! Habe ich dir das nicht beigebracht?“

„Hast du, Mama, keine Frage! Aber du hast, leider, leider, das letzte Jahr nicht erlebt! Der Brustkrebs hat dich dahingerafft, so daß du nicht weißt, daß das heuzutage nicht so einfach, sondern ganz und gar verboten ist!“, dachte Ursula und seufzte nochmals auf.

„Ha, ha, verboten, das stimmt ja nicht! Da hast du jetzt etwas verwechselt und bist dabei die Wirklichkeit zu verdrehen, weil sie dir nicht passt!“, würde wohl jetzt der Uli sagen oder nein, der nicht. Der war in diesem Punkt wohl ihrer Meinung und ließ sich wahrscheinlich gerade selber einen Bart wachsen, fuhr sich mit einer Haarschneidemaschine übers Haar oder setzte sich das berühmte Häferl auf, um rundherum darum zu schneiden, so wie man das angeblich beim Militär oder in der Kadettenausbildung früher mal so machte.

Ihrer Freundin Edeltraud könnte sie diesen Sager schon eher in den Mund legen und die war vor Weihnachten, als man das gerade noch zwei Wochen durfte, dort gewesen. Hatte sich waschen, schneiden, föhnen, Strähnchen legen und sich auch ein bißchen färben lassen, sowie ihr das Resultat dann stolz gezeigt und gerade vorhin hatte sie die Traude auch angerufen und ihr versichert, daß sie mit ihrem Starfigaro schon einen Termin für nächste Woche, wo die Friseure wieder öffnen durften, vereinbart hatte.

„Und das war gar nicht so einfach, einen Termin zu bekommen, Ursulchen! Da mußte ich meinen ganzen Charme verwenden, um den Figaro zu überzeugen und richtig bei der Apotheke muß ich auch anrufen, um mich für den vorgeschriebenen Schnelltest anzumelden! Ich rate dir das auch zu tun oder hast du vor in eine dieser Teststraßen zu gehen?“, hatte sie wissen wollen und hätte sie, wenn das Gespräch nicht per Telefon passiert wäre, sicher genauso schräg, wie die liebe Mama gemustert und „Du hast es auch schon nötig, dir einen Termin zu sichern, denn du siehst wirklich sehr zerzupft aus!“

Richtig, das tat sie wohl! Die Haare waren gewachsen und langten schon beinah bis zu ihren Schultern und weil sie sehr dünne Haare hatte, die sich ringelten und kringelten, sah das wirklich nicht schön aus, waren eigentlich noch nie so lang gewesen und die Stirnfransen total verschnitten. Denn da war sie seit letzten Juli selber zwei drei Mal mit der Schere drüber gefahren und weil sie keine Friseurin war, sah es auch entsprechend aus und die Kollegen würden, wenn sie wieder ins Büro kam, sicher ebenfalls „Hast du schon einen Friseurtermin? Du hast es wirklich nötig! Denn du siehst schon fürchterlich aus!“, mahnen.

Hatte sie nicht. Keinen beim Friseur und keinen in der Apotheke, um sich vorher Freitesten zu lassen, wie das jetzt hieß und was man mußte, um bei einem Figaro zugelassen zu werden. Eine FFP2-Maske hatte man auch anzulegen und, wie der Figaro dann rundherum ihre Haare schnitt war auch nicht so klar und sie eine Maskenverweigerin. Sie mußte, sollte aber zum Friseur, denn ihre Haare waren im letzten halben Jahr sehr gewachsen, so daß eine Rundherumerneuerung dringend nötig war und sie Edeltraud nicht wirklich etwas entgegnen konnte, als sie vorhin mahnte, sich doch einen Termin auszumachen.

„Du hast das, glaube ich, dringend nötig! Hast du schon gebucht?“

„Habe ich nicht!“, hatte sie kleinlaut geantwortet und nicht verhindern können, daß sie rot geworden war. Rot und verlegen und keine Antwort auf Edeltraudes Frage, ob sie vielleicht vor hatte, sich illegal bei einem Friseur ohne Test und Maske einzuschleichen und den und sich damit zu gefährden?

„Hast du das etwa vor, Urselchen und weißt du nicht, daß das dem seine Konzession kosten und auch du bis zu tausend Euro Strafe zahlen kannst, wenn man dich dabei erwischt? Sag, Ursula, ich merke es dir an, du hast das vor! Nenn mir den Namen dieses Figaros damit ich ihn, um die Allgemeinheit zu schützen, als gesetzeskonforme Bürgerin anzeigen und sein Handwerk legen kann!“

„Habe ich nicht!“, hatte sie wiederholt und Edeltraud weggedrückt. Dann nach ihrem Rucksack und der Jacke gegriffen und war losmarschiert. Denn sie hatte tatsächlich vor solches zu versuchen. Eine Adresse und einen Tip zugesteckt bekommen, wo man sich am Abend in einen Keller schleichen, an einer verschloßenen Türe klopfen, ein Codewort murmeln und dann nach einem genauen Klopfsignal, wenn man Glück hatte, in die heiligen Halle eingelassen wurde.

„Klopf, klopf!“, machten Ursulas Finger. Sie zitterte, ihre Haare waren naß vor Schweiß und die Türe öffnete sich, obwohl sie immer lauter klopfte, nicht und nicht.

„Nein, das war kein Klopfen, das war ein Schrillen, das war das Weckersignal!“, dachte Ursula verschlafen, öffnete die Augen und schüttelte den Kopf. Es war der Wecker und sie hatte einen schlechten Traum gehabt. Ein Alptraum war es, der sie angsterfüllt und schweißbedeckt aufwachen ließ. Nur ein dummer Traum und weiter nichts!

„Dumme Ursel!“, würde ihre Mutter schimpfen.

„Das hast du davon, daß du soviel liest! Das hast du von deinen dystopischen Romanen, von deinem „1984“, der „Schönen neuen Welt“, „Mathilde im Coronaland“ und wie sie alle heißen! Laß das das doch! Davon wirst du nur verrückt!“

Ursula war aufgestanden und mit nackten Füßen ins Badezimmer getappt, um sich den Schweiß von der Stirn zu waschen.

„Stimmt, Mama! Das war wirklich nur ein Unsinn, was ich da träumte und Gott sei Dank weit entfernt von jeder Realität! Ich werde mich bessern und keine Horrorgeschichten vor dem Einschlafen mehr lesen! Aber Herrn Erich sollte ich wirklich anmelden, da hast du schon recht!“

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