Literaturgefluester

2017-03-16

Vom Centrope zu Peter Nadas Vorlesung

Vom Centrope Workshop, wo wir heute mit Juirj M. Lotmans  Semiosphäre begonnen haben und uns die Unterschiede eines Jandl-Gedichts in deutscher und ungarischer Sprache angeschaut haben, ist es dann ins Literaturmuseum zu einer Vorlesung zu österreichischen Literatur gegangen, die der 1942 in Budapest geborene österreichische Staatspreisträger für europäische Literatur Peter Nadas gehalten hat.

Das heißt, halt, das stimmt nicht ganz, obwohls im Folder so angekündigt stand, denn der ausgezeichnet Deutsch sprechende Staatspreisträger hat gleich zu Beginn seiner Rede gesagt, daß er nicht über Literatur sprechen wird.

„Schade!“, habe ich gedacht, denn genau deshalb bin ich ja hergekommen, weil ich von dem Schriftsteller einmal von einer meiner Klietinnen sehr viel Lobendes gehört habe, die ihm angeschrieben und sogar eine Antwort von ihm bekommen hat.

Ich habe von Peter Nadas  noch nichts gelesen, weder seine „Parallel-“ noch seine „Schattengeschichten“, mir wohl aber, glaube ich, im Abverkauf einmal ein Bändchen mit einem Theaterstück gekauft und ich interessiere mich, auch wenn mir das meine Kritiker nicht glauben, sehr für Literatur.

Für Geschichte natürlich auch und so war der Vortrag „Eine unerwartete Liebe – eine langweilige Ehe“, die die Symbiose zwischen Österreich und Ungarn erklären sollte, auch sehr interessant und brillant vorgetragen.

Bernhard Fetz hat in seinem Schlußwort von einer literarischen Rede gesprochen und sie ist in den Zeiten hin- und hergesprungen, hat mit artistokratischen Verbindungen zwischen Verwandten begonnen, hat bei den „Lehman-Brothers“ geendet und dazwschen war noch kurz von einem Habsburgerben die Rede, der in Budapest seinen Wohnsitz hat und den Thron wieder übernehmen könnte oder eigentlich nicht, weil schon in anderer Funktion tätig.

Das Literaturmuseum war auch sehr voll. Einige bekannte Gesichter, sogar Walter Famler ist gekommen und ich habe mit dem Lehrer Christian darüber gewitzelt, wieso er nicht in der „Alten Schmiede“ ist, wo Margret Kreidl und Judith Nika Pfeifer auftraten, aber wir waren ja auch nicht dort und Walter Famler hat sich auch in der Diskussion gemeldet und eine lange Frage gestellt, die der Autor geduldig und ausführlich beantwortet hat.

Und um von der Literaturwissenschaft wieder in die Alltagsliteratur zurückzukommen, als ich am Nachmittag in die Spengergasse ging, tummelten sich vor dem „Wortschatz“ die Leute und die Kisten.

Denn jemand hatte offenbar eine ganze Bibliothek ausgeräumt und neuen Lesern zur Verfügung gestellt und interessant, daß hauptsächlich Krimis, also das was die Leute halt so lesen, darin enthalten waren und nächste Woche fällt das „Centrope“ aus, weil wir da ja  nach Leipzig fahren, um uns vier Tage lang den Büchern zu widmen und ans blaue Sofa zu setzen und darüber, hat „Buzzaldrin“ heute geschrieben, wird sie bloggen.

Eine „offizielle blaue Sofa-Bloggerin“ also. Aber das werde ich auch tun und habe es schon getan, seit ich blogge und nach Leipzig fahre.

Natürlich nicht die ganze Zeit, denn es gibt, ja auch noch andere Veranstaltungen, aber auch da macht es wahrscheinlich die Mischung und  Margot Koller hat mir vor ein paar Tagen auch gemailt, daß sie nach Leipzig kommt und mich treffen will und da habe ich ihr entweder den Österreich-Empfang am Donnerstag um fünf oder am Freitag, um zwölf im Österreich-Cafe vorgeschlagen. Ein paar Bloggertreffs, beziehungsweise Verlagstermine gibt es auch und das „Leipziger-Literaturinstitut“ hat mich auch wieder zu seiner Absolventenlesung eingeladen und natürlich werde ich auch am Stand der Tschechen und der Ungarn vorbeischlendern, um mir anzusehen, was mir „Centrope“ anzubieten hat und Litauen, das das Gastland sein wird, ist sicher auch sehr interessant.

2017-03-15

Zweimal Lyrik

Die „Lyrik im März“ wäre heuer fast an mir vorbei gegangen, war ja vorige Woche, als es die traditionelle GAV-Veranstaltung gab, Schreibgruppe und die Lyrikabende in der „Gesellschaft“ am siebenten und am achten März habe ich auch versäumt, wenn  nicht am Dienstag noch einmal zwei Lyrik-Bände dort vorgestellt worden wären und bezüglich Lyrik habe ich am Vormittag auch eine Überraschung erlebt, denn als ich da in die Vinothek in die Ziegelofengasse gegangen bin, um meine Büchersendung abzuholen, hatte mir Anita Keiper ganz unerwartet wieder ein Lyrikbändchen aus ihrer Reihe, nämlich Gedichte des 1984 geborenen Grazers Mario Hladicz geschickt, dessen Band „Gedichte zwischen Uhr und Bett“ wohl an welchen Monsterroman erinnert, den auch ein junger Grazer geschrieben hat, wenn ich mit einer Räselfrage zu der Lyrik in der „Gesellschaft für Literatur“ überleiten darf.

Zu gewinnen gäbe es dann keinen Gedichtband, denn solche schreibe ich ja nicht, aber da sich auf meine Gewinnspiele ohnehin keine Leute melden, gerate ich diesbezüglich wahrscheinlich in keinen Zugzwang und in der „Gesellschaft“ sind wieder zwei gute alte Bekannte aufgetreten, nämlich Manfred Chobot und Christl Greller und die 1940 geborene Christl Greller hat mich, 2002 muß das gewesen sein, als ich mit Uwe Bolius meine „Halbpreislesung“ in der „Alten Schmiede“ hatte, angesprochen, so habe ich sie vermutlich kennengelernt oder kannte ich sie schon von diversen GAV-Veranstaltungen?

Sie sie jedenfalls auch eine eifrige Veranstaltungsbesucherin, ist sehr bemüht und ehrgezig, hat früher in der Werbung gearbeitet und, wie Manfred Müller einleitete in den Neunzigerjahren zu schreiben und zu publizieren begonnen.

Ich habe ihren Namen  auch einmal in der Gewerkschaft gehört, wo ich ja 2000 bei der Schreibwerkstatt der Evelyne Haas mitmachte. Da gab sie eine Lesung und zehn Bücher hat sie, wie Manfred Müller betonte, auch schon geschrieben.

Ein Roman, drei Erzähl-, sechs Gedichtbände. Einige davon habe ich zu Haus und bei Christl Greller Lesungen bin ich auch schon gewesen und eine Spezialität derselben ist wohl, daß sie ihre Arbeiten öfter mit den Werken anderer Künstler verquickt.

So gab es zu einigen Gedichten aus dem „Residenz-Bändchen“ „stadtselenland“, das sie vorstellte, einen Leporello der Künstlerin Yoly Maurer, den man sich im Foyer anschauen konnte und Manfred Müller rühmte auch  die Alltagsthemen, die Christl Greller in ihren Gedichten berührt.

Sie führte dann durch ihren Gedichtband, sagte immer etwas dazu, was ich sehr interessant fand.

Die Jahreszeiten wurden dabei auch berührt, so gab es Frühlingsgedichte, welche über Amseln, Grillen, bis es dann zu Weihnachten ging.

Das Schreiben wurde, glaube ich, auch erwähnt und der Kontrast zu Christl Grellers feiner Lyrik und ihren kleinen feinen Sprachspielerein, war dann der 1947 geborene Manfred Chobot, den ich auch schon über in der „Gesellschaft“ hörte und mit dem ich auch kürzlich in Salzburg gelesen habe.

Einen größeren Kontrast kann es, glaube ich, nicht geben, aber Manfred Chobot, der inzwischen aus Bangladesh zurück ist, wohin er kurz nach unserer Lesung flog, feierte in Mai seinen siebzigsten Geburtstag.

Zu seinem sechzigsten feierte er, glaube ich an dem Tag im Literaturhaus, wo ich den „Tag der Freiheit des Wortes“ veranstalten wollte.

Jetzt gibt es einen von Beppo Beyerl herausgegeben Gedichtband, der eine Sammlung aus den fünfzehn schon erschienenen Bänden ist und durch diesen hat sich Manfred Chobot durchgtelesen. Bekannt für ihn gab es sehr viel Erotisches, das mir manchmal zu stark und zu derb war. Die politischen Gedichte haben mir aber schon in Salzburg sehr gefallen und am Schluß gab es noch eine Diskussion über die Art des Schreibens und, wie die beiden ihre Themen finden?

Auch da gibt es Unterschiede, Manfred Chobot schreibt sehr viel im Dialekt, Christl Greller bleibt bei der Hochsprache und sie hat im ORF auch eines der sogeannten“Schirmgesichte“, das sie auch noch vorlas und dafür um Stimmen für die diesbezügliche Abstimmung bat.

Da weiß ich nicht so genau, ob ich das mache, denn da müßte ich auch die anderen Gedichte kennen, bevor ich mich für mein Lieblingsgedicht entscheiden kann und so genau höre ich nicht Radio oder lese ich den „Standard“, um das entscheiden zu können.

Manfred Chobot, den ich, glaube ich in den frühen Siebzigerjahren durch eine Arbeiterzeitung-Beilage  meines Vaters kennenlernte und später immer wieder bei Veranstaltungen und auch in GAV wiederbegegnet bin, wünsche ich aber zum Geburtstag alles Gute und fein auch heuer etwas von der „Lyrik im März“ mitbekommen zu haen, denn es wird  noch etwas dauern, bevor ich Band fünfzehn der „Editon Keiper“ lesen werde können.

2017-03-14

Nur einmal Reto Hänny

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In der „Alten Schmiede“ hats am Montag wieder einmal eine „literarische Erleuchtung“ gegeben. Der 1947 geborene Schweizer Reto Hänny, den ich, glaube ic,h von einem der „Fried-Preise“ kenne und der einmal auch Bachmannpreisträger war, referierte über den mir unbekannten Robert Pinget, den ich auch nicht näher kennenlernen durfte, denn ich hatte um fünf Uhr eine Stunde eingetragen.

Der Klient ist dann sehr spät gekommen, der Alfred hat  auch noch angerufen, so daß es sich nicht ausgegangen wäre, rasch noch in die „Alte Schmiede“ zu hetzen und vielleicht in die letzte Minute beziehungsweise zur Pause zurechtzukommen.

Also schön langsam und als ich dann die „Alte Schmiede“ kurz vor halb acht erreichte, kam mir eine Stammbesucherin gerade entgegen, ein paar andere standen vor dem Eingang und in der Zeitschriftengalerie lag ein Haufen meist fremdsprachiger Literaturzeitschriften zur freien Entnahme auf.

Nun bin ich ja kein Sprachgenie und habe bekanntlich auch nur wenig Platrz, so daß ich mir nur ein paar der „99 Nummern -Neues Formum Literatur“ nahm und mich dann eine Reihe vor Evelyn Holloway setzte, die jemanden gerade erzählte, daß sie zu wenig zum Schreiben kommen würde, weil sie zuviel lese.

Das passiert mir geigentlich nicht, daß mich das Lesen wirklich vom Schreiben abhält, das wäre eher das Surfen, das Bloglesen, die Weihnachtsfilme oder die You Tube Videos und als ich Montag Morgen vom Wochenende in Harland zurückkam, hatte ich auch zwei Zettel von den deutschen Postdiensten am neiner Wohnungs-Praxistür und da muß man sich die Packerln jetzt ja immer von irgendwelchen Geschäften abholen.

Also zuerst in eine Pizzeria, da bekam ich dann ein Buch von „Klett-Cotta“, auf das ich schon vergessen hatte und da der Weinhändler, bei dem ich mir schon einmal eines meiner neuen Bücher abholte, am Montag geschlossen hat, muß ich noch ein bißchen warten, bis ich erfahre, wer mir ein  Bücher schickte?

Es könnte das der Olga Grjasnowa sein, auf das ich schon warte oder die vom „Hommunculus-Verlag“.

Mal sehen und am Abend habe ich Reto Hänny zugehört, der in seiner Schweizer Aussprache gar nicht leicht zu verstehen war.

Johannes Tröndle hat eingeleitet und erzählt, daß sich, no na, „Blooms Schatten“ auf den „Ulysses“ bezieht und, daß den Reto Hänny schon mit Fünfzehn schreiben wollte und ein diesbezügliches Vorläuferbuch gibt es auch und dann kam die Lesung aus dem Buch, das, wenn ich die Beschreibung richtig verstanden habe, aus einem einzige Satz besteht und ich habe, obwohl ich schon ein paar mal an den Bloomes-Tage mehr oder weniger intensiv teilnahm, den „Ulysses“ nicht gelesen, obwohl ich es einmal versuchte, weil der Patrick, das Buch ja einmal den Alfred schenkte. Aber als ich endlich soweit war, kam die Anna und borgte es sich aus und was tut man nicht alles um das Leseverhalten seiner Töchter zu fördern?

Inzwischen hat sie es mir zwar wieder zurückgegeben, aber keine Zeit, keine Zeit.

Ich habe mich aber vielleicht in dem „Wiener Stadtroman“ auch an dem Thema probiert, denn da rennen ja ein paar Leute einen Tag lang durch Wien im Viertelstundentakt und der Leopold Bloom tut das in Dublin auch.

Wo „Blooms Schatten“ herumläuft, habe ich nicht ganz verstanden, vermutlich in der Schweiz und der versucht sich außer an den fast koscheren Nierndln oder ist es eine Leber, an einem Gorgonzolasandwich und trinkt dazu ein Glas Burgunder.

Sehr schmackhaft also und das anschließende Gespräch das Johannes Tröndle mit dem Autor führte war auch sehr interessant.

Denn der erzählte viel von seiner Art des Überschreibens und sagte, glaube ich, auch etwas, wie, daß man je öfter man den „Ulysses“ liest, ihn immer weniger verstehen würde. Was vielleicht als Aufforderung zu verstehen ist, es doch nicht zu versuchen.

Am Schluß gabs noch eine Zugabe und der Autor bedankte sich beim Publikum, das zum Teil aus seinen Freunden oder Fans zu bestehen schien mit einem Knicks, beziehungsweise tiefen Verbeugung und ich habe wieder einen interessanten Ausflug in die Literatur erlebt, auch wenn ich die Erleuchtung versäumte.

2017-03-13

Tiere für Fortgeschrittene

Weiter geht es mit den Neuerscheinungen und  mit den Tieren. Denn „Kiepenheur & Witsch“ hat dieses Frühjahr gleich zwei Bücher herausgegeben, die „Tiere“ im Titel haben.

„Tierchen unlimited“ und „Tiere für Fortgeschrittene“ und der Unterschied ist, daß es sich bei Eva Menasse, um eine Erzählsammlung handelt und man könnte jetzt noch kritisch anmerken, daß ich mich eigentlich weder für Tiere noch für Erzählbände so besonders interessiere.

Aber ich bin eine Namensammlerin und wähle meine Lektüre bevorzugt nach den Autorennamen aus und Eva Menasse, die Halbschwester vom Robert, 1970 in Wien geboren, seit 2003 in Berlin lebend, kenne ich wahrscheinlich spätestens durch ihren Roman „Vienna“ für den ich eine meine ersten „Thalia-Rensionen“ geschrieben habe, die auch erschienen ist.

„Mit den „Quasikristallen“ hat sie den „Alpha“ und auch andere Preise bekommen und wie im Klappentext steht eine Sammlung mit skurillen Tiergeschichten, die sie in Zeitungen fand.

Grund genug daraus Geschichten zu schreiben, die das moderne Großstadtleben mit seinen Höhen und Tiefen beziehungsweise Alltagskurlitäten, die das Leben und das Sterben umfassen.

Das Buch ist dem 2014 verstorbenen Filmemacher Michael Glawogger gewidmet und im Anhang gibt es eine Liste, wo die Tierzitate erschienen sind.

„Schmetterling, Biene, Krokodil“ heißt die erste Geschichte und der Notiz ist zu entnehmen, daß Bienen und Schmetterlinge ihre Nahrung an seltsamen Orten finden, so setzten sie sich beispielsweise auch auf Krokodile, um deren Tränen aufzusammeln und dann kommt die Geschichte von einer Tom genannten Frau, die mit ihrem Sohn und den zwei Kindern ihres Mannes Georg in einer Patchworkfamlie lebt.

Eine Woche sind die beiden Kinder, Karo und Jonas bei der Mutter, die andere beim Vater und bei ihr und das führt zu Überlebenskämpfen, denn, die Mutter ist so unzufrieden und beschuldigt Tom immer die Kinder schmutzig oder unvollständig angezogen zurückzubringen, so daß sie alle ihre Kleider zweimal kaufte und in den Kleidungsstücken auch Erkennungszeichen angebracht hat. Jetzt geht es aber eine Woche in eine „Touristenfabrik“ in die Türkei, das heißt in einen all inclusive Urlaub ans Meer.  Aber Tom ist nicht gut drauf, ist doch gerade ihr Jugendfreund Martin gestorben und dann spricht sie in dem Hotel noch ein alter Mann an, der sie für seine Schwester hält.

Interessant, die Assoziationskette könnte man meinen und vielleicht nicht viele Übereinstimmungen finden, aber Eva Menasses Erzähleisterschaft, die aus „pointierten Witz, Geheimnis und melancholischen Ernst“ besteht, wird im Klappentext ausdrücklich gelobt.

In „Raupen“ geht es um die „Tabakschwärmerraupen“, die sich ungewollt selbst ihr Grab schaufeln und das erscheint wahrscheinlich jenem alten „Despoten“ als Ausweg, dessen Frau an Demenz erkrankt ist und der sich jetzt gegen die Veränderungen, wie Wohnungsumbau, Annehmen von Dienstleistern beziehungsweise Pflegehelfern zur Wehr setzt,  die ihm seine Töchter aufschwatzen wollen,  in dem er sich, in den zur Pensionierung geschenkt bekommenen Direktorensessel setzt, sich Pornofilme auflegt und an seiner eigenen Todesanzeige schreibt.

Und die „Igel“, die in den von Mc Donald`s erzeugten „Mc Flurry Eisbechern“ verhungern, tauchen dann in Geschichte drei, wo es, um ein Luxusweibchen geht, das nichts gelernt hat und nichts kann, als Champagner zu trinken und sich von ihrem erfolgreichen Ehemann aushalten zu lassen, tatsächlich auf.

Sie rettet einen solchen armen Igel in einem Luxushotel, wo das Paar, beziehungsweise, die Frau Urlaub macht, der Gatte mußte dazwischen zu seinen Aufsichtsratsitzungen und angelte sich einen Liebhaber  und hat  dabei höchstwahrscheinlich ein liebesleeres Leben, wie das bei den nichtberufstätigen Luxusweibchen eben so ist.

Zu den „Schafen“, die ihre Wolle selbst abwerfen, ist Eva Menasse eine bizarre Geschichte von einer Kolonie eingefallen, in die während oder nach einer Krise, vielleicht ist die Welt zusammengebrochen, eine Reihe von ausgewählten Wissenschaften und Künstlern eingeladen werden, um eine unbestimmte Aufgabe zu lösen. Schafe gibt es dort nicht, nur Blattläuse und Mücke, eine Katze, die man nicht füttern und Zitronen die man von bestimmten Stellen nicht pflücken darf.

In Amerika wurde einmal ein betrunkener Autofahrer dabei erwischt, daß er ein totes „Possum“ wiederbeleben versuchte, das läßt Eva Menasse jetzt einen bekannten Regisseur bei einem Reh machen und da ihre Protagonisten ja bevorzugt der Mittelschicht, den Intellektuellen, sowie den Reichen und den Schönen angehören, haben diese dann auch Probleme, wenn sie so offen und „multikulti“ sind, daß  sie ihre Kinder in eine öffentliche Schule geben wollen.

Wie das mit dem „Hai“ im „Haus des Meeres“ zusammenhängt, habe ich nicht ganz verstanden oder ja, denn der gehört dort eigentlich nicht hinein.

Das Kletterverhalten von „Schlangen“ bringt Eva Menasse zu einer komplizierten Beziehungsgeschichte, beziehungsweise einen Neuanfang, in dem ein abgeschlagenes Bein eines Tisches eine große Rolle spielt und, daß „Enten“ gleichzeitig schlafen, als auch nach Feinden Ausschau halten können, habe ich schon irgendwo gehört.

Eva Menasse macht eine Urlaubsreise daraus, die von Panikattacken und Flugangst gequälte Jenna fährt mit ihrem Mann Ben und dem Sohn Sammy im Auto auf Urlaub nach Italien. Dabei machen ihre Kleinhirnhälten gleich mehrere Arbeitsprozesse durch. Geht sie dabei doch in die Holocaustvergangenheit ihrer Familie zurück, während sie sie sich mit ihrem Mann beim Fahren abwechselt, den kleinen Sohn beruhigt und ihm schließlich ein Kuscheltier in einer Tankstelle kauft.

Grandiose Meisterleistung diese Verbindung von tierischen Eigenschaften zu menschlichen Schicksalen und ihren Neurosen, Ängsten, könnte man so sagen.

Manches war  für mich leicht nachvollziehbar, anderes, wie schon erwähnt, eher schwierig bis unverständlich und am Cover prangen neuen Käfer und schillern von grün bis rot in allen Farb-und Formnuancen, obwohl von Käfern in den acht Geschichten eigentlich auch nicht die Rede war.

2017-03-12

Was man lesen soll?

Angeregt von Judith Olivas Blogartikel „Überwältigt von all den Büchern, die man gerne lesen würde“, möchte ich hier auch wieder mal über mein Leseverhalten und meine Bücherliste nachdenken.

Denn das, was sie da beschreibt ist ein Problem, das ich gut verstehe und mit dem ich mich auch regelmäßig auseinandersetze und darüber schreibe.

Problem? Eigentlich ist es gar kein keines, denn es es ja ein Luxus eine große Auswahl, viele Bücher und eine große Leseliste zu haben und ich denke auch, daß es die Mischung zwischen alt und neu ausmacht und daß man beides lesen soll.

Die Neuerscheinungen, aber auch die Bücher die vor ein zwei drei Jahren auf den Buchpreislisten standen, aber auch die Klassiker, den Schwejk, den Ulysses, den „Mann ohne Eigenschaften“ und und und falls man es noch nicht gelesen haben sollte….

Und da bin ich natürlich schon bei dem Problem und komme ihm nicht aus, denn bei neunzigtausend oder was auch immer jährlichen Neuerscheinungen kann man im Jahr 2017 gar nicht alles lesen, so gerne man es will und das will ich, ich gebe es zu.

Obwohl ich natürlich weiß, ich ich es nicht kann und schaffen werde, weil ich ja gar keine so besonders schnelle Leserin bin, sondern, wie man auf meiner Bücherliste unschwer sehen kann, nur hundertfünfzig bis hundertfünfundsiebzig Bücher jährlich schaffe und die Tendenz ist rückläufig, wie man ebenfalls sieht.

Ich lese derzeit fast jeden Morgen ein bis zwei Stunden in der Badewanne und stehe diesbezüglich auch gern ein wenig früher auf, so daß ich es leicht und locker bis zu meiner ersten Stunde, die meistens um zehn beginnt, schaffe und ich mich darauf auch ein wenig vorbereiten kann.

Am Abend komme ich eher nur am Wochenende dazu ebenfalls eine Badewannenleserunde einzulegen und ich lese inzwischen bevorzugt in der Badewanne. Das erspart mir, glaube ich auch, die Saunabesuche, die Urlaube am Meer und die Wellnessaufenthalte, weil ich ja Montag bis Freitag oder Donnerstag bevorzugt zu Veranstaltungen gehe und dann komme ich nach Hause und blogge darüber.

Am Wochenende, wenn mich der Alfred nicht gerade in ein Kino schleppt. lese ich auch am Abend und zu Weihnachten, Ostern oder wenn ich meine Sommerfrische in Harland mache, denn da gibt es kaum Veranstaltungen und ich lese im Schnitt drei Bücher pro Woche, das macht die hundertfünfzig, weil es gibt ja immer auch ein paar dicke, wofür ich  länger brauche.

In den Vorblogzeiten habe ich gedacht, die richtige Lesezahl, beziehungsweise Leseverhalten ist ein Buch pro Woche und habe das glaube ich auch so getan.

Die Durchrschnittsleser, die Österreicher und die Deutschen habe ich mal gehört lesen acht beziehungsweise neun Bücher im Jahr, da bin und war ich eindeutig immer darüber und inzwischen lesen immer mehr Leute weniger bis gar nicht und einige mehr und bloggen oder vloggen beziehungsweise booktuben auch darüber.

Bei mir hat auch das Bloggen das Leseverhalten eindeutig verstärkt, beziehungsweise das Jahr 2010, wo die offenen Bücherschränke kamen, beziehungsweise ich durch die anderen Blogs zu einer hundert Bücher Liste animiert wurde, woraus dann meine Leseliste entstanden ist und die wurde immer länger und länger, dennn 2013 habe ich mich dazu aufgerafft, allle ungelesenen Bücher, ich hatte ja noch viele von den Büchertürmen bei der „Lyrik und März“ und anderen Gelegenheiten, aufzuschreiben und hinunterzulesen.

Teilweise habe ich das auch getan, denn da hatten sich ja wahre Schmankerln und Klassiker angesammelt und in den Bücherschränken findet manauch wahre Schätze und ich bin auch keine, die sagt, ich lese pro Autor nur ein Buch, ganz im Gegenteil.

Wenn ich einen Autor für mich entdecke, will ich möglichst alles von ihm lesen und greife bevorzugt nach seinen Büchern.

So habe ich vor Jahren einen Artikel über das zwischen Alt und Neu geschrieben und habe damals auch eher bevorzugt das Ältere gelesen, nämlich, das was ich auf meiner Leseliste hatte, beziehungsweise in den Abverkaufskisten fand, denn neue Bücher zum Normalpreis habe ich mir schon lange nicht mehr gekauft.

Das kann man gut oder schlecht finden. Die Buchhändler werden sich nicht darüber freuen, aber ich sage, ich habe schon genug und habe irgendwann auch angefangen Rezensionsexemplare anzufragen. Sehr vorsichtig und wenig erst.

Bei der Veranstaltung im „Palais Niederösterreich“ habe ich Gabriele Ecker nach dem Travnicek Buch gefragt und  Dine Petrik ist daneben gestanden und hat  „Macht man das so?“ gefragt.

Wenn man bloggt vielleicht schon und als ich, die „Mimi“ geschrieben habe, habe ich bei „Haymon“ nach Ludwig Lahers „Einleben“ gefragt, daraufhin habe ich dann eine Zeitlang die Vorschauen und die Vorabbücher bekommen. „Residenz“ hat mir auch eine Zeitlang die Kataloge geschickt, denn da habe ich ja einmal den Verlag besucht und ein paar Autoren und Verlage haben mich auch schon angeschrieben.

Der „Holzbaum-Verlag“, zum Beispiel der mir ja in schöner Regelmäßigkeit schickt und ganz langsam und behutsam habe ich auch einmal in Deutschland angegragt.

Als Buzzaldrin 2013, die Aktion „Fünf lesen vier“ startete, woraus sich dann die „Buchpreisblogger“ bildeten, habe ich gedacht, das möchte ich auch, mich aber irgendwie noch nicht so recht getraut und gedacht, die deutschen Verlage schicken mir sicher nicht und ich habe ja meine Leseliste.

2015 habe ich mich dann auch entschlossen „Buchpreiszubloggen“, habe etwa zehn der zwanzig Bücher bekommen und 2016 schon 19 und ab da haben sich immer mehr Verlage gemeldet und mir ihre Bücher angeboten, ganz selten habe ich sie auch ungefragt zugeschickt bekommen und da kann ich, weil ich ja sehr neugierig bin, schlecht neun sagen und es ist ja auch sehr interessant, was da alles erscheint.

Aber die Leseexemplare wandern oft auch in den Bücherschrank und wenn ich Glück habe, komme ich hinzu und nehme sie heraus, setze sie auf meine Liste und freue mich darüber.

Denn vor 2015 habe ich ja nicht  alle Buchpreisbücher gelesen, wenn ich sie also finde wow, freu ich mich und über das Buch der Theodora Bauer, da habe ich zwar einmal anfragte, aber nicht gekommen ist, die Andrea Stift hat es mir auch einmal versprochen und  vielleicht darauf vergessen und dann habe ich es vor einiger Zeit gefunden und Hanno Millesis „Schmetterlingstrieb“ den ich ja sehr gerne mag vor kurzem auch und Sabine Grubers „Daldossi“. Da bin ich schon sehr neugierig, wie mir das Buch gefällt, da es ja auch schlecht besprochen wurde.

Im vorigen Herbst, als ich gerade Buchpreis las und sah, daß ich meine Leseliste unmöglich schaffen werde, habe ich ja umdisponiert, sie kurzerhand gelöscht und dann im Jänner mit den absoluten Schmankerl und den Büchern die ich unbedingt lesen will ergänzt. Das sind die älteren, zum Beispiel Dimitri Dinevs „Engelszungen“ oder „Engelsgift“ von der Susanne Ayoub, oder die Bücher die ich mir aus den Abverkaufskisten ziehe oder bei den Bücherflohmärkten kaufe.

Rezensionsexemplare ziehe ich immer vor und lese sie zuerst. Das wird von mir erwartet und ist ganz klar und dann kann es, wenn man, was ja fein ist, immer mehr Anfragen bekommt und schlecht nein sagen kann und das eigentlich auch nicht will, passieren, daß die Bücherliste, auch wenn ich die alten Schmankerln jetzt schon auf nur mehr fünfzig und nicht hundertfünzig, wie ich 2013, glaubte, daß es zu schaffen ist, immer länger und länger wird und da gibt es ja 2017, die Geburtstags und Weihnachtsbücher vom Vorjahr, die ganz tollen den Tillmann Rammstedt, die Marlene Streeruwitz, die ich unbedingt schaffen will, aber Buchpreis lesen wiill ich wahrscheinlich auch wieder, denn das ist ja eigentlich sehr toll und außerdem jetzt doppelt.

Also muß ich mich auch, wie Jutdith Oliva zwischen alt und neu entscheiden. Es bleibt mir gar nichts anderes über. als das zu tun. Und da gibt es einige Möglichkeiten das zu tun. Ich kann allen Anfragen, ein „Nein!“, eintgegensetzen und selber auch nicht anfragen, nicht mehr Buchpreisbloggen, einen Bogen, um die Bücherschränke und die Abverkaufskisten machen, etcetera….

Ich sagte gleich, ich habe das versucht und überhaupt nicht zusammengebracht und denke mir auch, warum soll ich es tun?

Denn die Lösung ist wahrscheinlich, die Quadaratur des Kreidses ausprobieren, in dem man beides tut. Denken, dieses und dieses Buch auf meiner Liste will ich heuer unbedingt leen, aber wenn ich das will, muß ich vielleicht strenger auswählen und bei den Schränken öfter überlegen, werde ich das wirklich lesen und da trage ich auch regelmäßig etwas zurück.

Julian Barnes „Flaubert Papagei“ auf Englisch beispielsweise auf kurzem. Denn das würde ich zwar gerne lesen, bin aber so realistisch, daß ich weiß, zu englischen Büchern komme ich wahrscheinlich nicht, wenn so viel anderes wartet, wie ich auch kaum ein Buch ein zweites Mal lese.

Würde ich gerne, aber tut mir leid, geht eben nicht. Ausnahmen gibt es, so habe ich den Doderer das letzte Jahr zweimal gelesen, aber daß ich das tue bin, ich erst während des Lesens darauf gekommen, da in dem Buch schon was unterstrichen war und bei der „Welt von gestern“ habe ich das bewußt getan. Da habe ich gedacht, das muß ich tun, wenn ich Stefan Zweig verstehen will.

Judith Oliva meint, glaube ich, daß sich ihre Leser für das Alte nicht interessieren und das ist eine Beobachtung, die ich eigentlich bei mir nicht teilen kann.

Denn ich habe ja einmal vor vielen Jahren in der städitischen Büchereifiliale Gumpendorferstraße aus der dortigen Gratiskiste zwei Ulrich Becher Bücher genommen und dann lange liegen lassen, dennn Ulrich Becher, wer ist denn das? Keine Ahnung, der Johannes R. nicht, wenn man kein Literaturlexikon hat und es noch kein Wikipedia gibt.

Dann habe ich „Kurz nach 4“ gelesen und bin etwas später wandern gegangen und dann hatte ich verzweifelte Anrufe und Mails eines Verlegers, der das Buch neu auflegen wollte, auf meinen Bändern und der Mailbox, weil er glaube, daß ich Briefe hätte, die ohnehin nur in einem „Aufbau Taschenbuch“ standen.

So kann es gehen und weil ich ja manchmal ganz ganz Altes lese,  kommen die Leute die sich dafür interessieren, nur zu mir und zu niemanden sonst. So ist das zum Beispiel bei Sigrid Undsets „Kristin Lavrantochter“ ein Buch aus der Bibliothek meiner Eltern, das wird bei mir sehr oft aufgerufen. Wahrscheinlich gibt es nicht so viele andere Rezensionen.

„Scherbenpark“ wird auch sehr oft aufgerufen. Da stehe ich wahrscheinlich bei den Suchanfragen vorn und „Der Weg des Künstler“, das selbe beobachte ich auch bei Thomas Sautners „Fremdes Land“ und das finde ich spannend, aber mir ist das ja eigentlich egeal, denn ich bin ja  kein Dienstleisterblog, obwohl ich mich über positive Kommentare sehr freue, sondern blogge eigentlich für mich und betrachte mein Bücherarchiv, als mein literarisches Gedächtnis und ich würde gerne allle Bücher lesen und weil das nicht geht, so viel wie möglich und so werde ich auch in Zukunft weiter mischen und  abwarten, wie das geht und was mir davon gelingt?

Im Augenblick habe ich eine längere Leseliste der Frühjahrsneuerscheinungen und werde dafür wahrscheinlich den ganzen März und wahrscheinlich auch den April brauchen. Wenn ich dann wenigstens die Schmankerln von meiner Leseliste herunterlesen kann, bis im August die neue „Buchpreisliste“ kommt und mich wahrscheinlich für den Rest des Jahres lahmlegt, wäre das fein.

Aber vielleicht habe ich dann auch schon einige Bücher gelesen, bei dem neuen buch der Olga Grjasnowa und dem des Ferddun Zaimoglu könnte das ja sein und vielleicht steht auch Juliana Kalnay auf der langen Liste, nur zu würde ich sagen das wäre fein, gilt übrigens auch für „Tierchen unlimited“, das mir sehr gefallen hat.

Es ist die Mischung, die ist macht und es ist schön, daß es soviele Bücher gibt und schade, daß ich jetzt auch schon selektieren muß und denken, na ja diesen Krimi vielleicht nicht und das mußt du auch nicht lesen!

Etwas, was ich eigentlich nicht will, weil ich das beim mir  ja auch nicht hören will, aber wohl nicht immer möglich ist.

In diesen Sinne wünsche ich mir, Judith Oliva und alles anderen, ein schönes Lesen und finde es fein, daß ich die Freude daran im Laufe der Zeit nicht verloren habe.

Das wünsche ich natürlich auch alle den anderen, wenn mir auch das Schreiben der eigenen Bücher natürlich wichtiger ist, das schreibe ich auch dazu und das ist wohl auch der Grund, warum ich nie über die zweihundert Bücher komme werde und Blogs lese ich auch sehr gerne und habe mir in den letzten Monaten auch die „Booktube Videos“ entdeckt, die ich sehr interessant finde.

Da sind zwar sehr viel junge Mädchen dabei, die etwas ganz ganz anderes, als ich lesen. Aber auch eine junge Frau aus Wiesbaden, die mich auf die Idee gebracht hat, Julian Barnes „Lärm der Zeit“ zu lesen, was mir sonst entgangen wäre und das ist veilleicht auch sehr interessant, bei einigen Büchern denke ich mir, daß ich sie nicht lesen will, „Harry Potter“, zum Beispiel, lasse ich im Schrank sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch stehen, da werden jetzt wahrscheinlich einige auschreien und ich entschuldige mich auch dafür, gehört dazu.

„Shades of Grey“ nicht. Da habe ich einmal einen Teil gefunden und der steht auf der Leseliste. Bei Hanya Yanaghara „Ein wenig Leben“ verspüre ich auch wenig Begeisterung, mir das Buch jetzt unbedingt sofort zu bestellen.

Werde aber danach greifen, wenn ich es in den Schränken finden sollte und mich dann nur fragen, wann ich es lesen soll?

Denn meine Leseliste geht schon wieder weit in die Zukunft hinein und da hätte ich auch einige Neuerscheinungen oder vielleicht schon etwas ältere Bücher, die ich gerne finden würde. Das der Julya Rabinowitsch gehört dazu, das letzte des Peter Henisch, Volker Weidermanns „Ostende“ und und und….

Ich bin gespannt und manchmal hat man ja auch Glück und findet, was man sucht, so ging es mir in Salzburg mit Isabell Bodgans „Der Pfau“ und die Klassiker, Pearl S.Buck zum Beispiel, die von meiner Leseliste verschwunden sind, sollten auch nicht zu kurz kommen.

Aber wie heißt es so schön, man kannn nicht allles lesen, aber die Mischung machts!

2017-03-11

Die Sache mit Norma

Das nächste Buch der Frühjahrsneuerscheinung ist Sofi Oksanen, die sich neuerdings zusammenzuschreiben scheint „Die Sache mit Norma“.

„Ein magischer Roman“, steht im Klappentext, was mich zuerst ein wenig irritierte, habe ich doch von der 1977 geborenen, estnisch-finnischen Autorin „Stalins Kühe“ gelesen und das war alles andere, als Fantasy oder märchenhaft und von den Schreibschulen, für die ich mich ja auch sehr interessiere, habe ich noch im Gedächtnis, daß man niemals, unter gar keinen Umständen, genauso wie nicht selber publizieren,  die Genres vermischen darf.

Man kann natürlich, wenn man es versteht, wie Sofi Oksanen meisterhaft beweist und so ist ein erstaunlich frischer Roman herausgekommen, der in einem neuen Ton von den vielleicht schon allbekannten Schrecken und Schurkereien erzählt und das Märchenhafte damit schließlich auch zu einem Thriller macht.

„Ein eigensinniger Roman mit einer klaren Botschaft!, steht weiter im Klappentext und es fängt ganz harmlos auf einen ländlichen Friedhof irgendwo in Finnland an.

Normas Mutter, die sich in Helsinki auf die U-Bahnschienen stürzte, wird beerdigt.  Die demente Großmutter, die Tante, der Pfarrer begeben sich zum Leichenschmaus und Norma macht sich auf den Weg nach Helsinki wo sie mit ihrer Mutter wohnte, zurüclkzufahren, als sie von einem Mann angesprochen wird, der sich als ein früherer Bekannter der Mutter vorstellt.

Norma flieht und will sich auf kein Gespräch einlassen und sie wird, wie das in Zeiten, wie diesen so üblich ist, bald entlassen.

Die Mutter, die früher bei der Post tätig war, wurde das auch, so daß sie zuletzt in einem Haarsalon arbeitete und der, stellt sich bald heraus, gehört einem Max Lambert, also jenen Mann und der ist kein früherer Bekannter, sondern der Ex-Mann von Normas Mutter Freundin Helena, die verrückt geworden, in einer Psychiatrie lebt.

Marion deren Tochter leitet den Haarsalon in der Normas Mutter Anita bis zu ihrem Tod, sie ist gerade von einem Bangkogaufenthalt zurückgekommen, leitete und Norma stellt sich bald heraus, die Sache mit Norma ist, daß ihre Haare, wie die vom Rapunzel wachsen und wachsen und das hat sie von einer geheimnisvollen Eva, der verstorbenen Urgroßmutter, die das offenbar doch nicht ganz ist, denn sie geistert immer noch in Normas Kopf herum und Norma kann noch mehr, sie kann an den Haaren riechen, ob Menschen krank sind, was sie gegessen habe, etcetera….

Die Haarsalons, die Lambert gehören, stellen Haarverlängerungen her und beziehen die Haare aus der Ukraine. Lambert hat auch Leihmütterfabriken, beziehungsweise plant er ein solches Imperium aufzubauen und Anita, stellt sich bald heraus, hat ihnen die Haare aus der Ukraine geliefert.

Die waren aber nicht von dort, sondern von Norma, was niemand wissen durfte. Also jagen die Lamberts dem Geheimnis nach und Anita ist nach Bangkog geflogen nicht um dort Urlaub zu machen, sondern um diesen Machenschaften auf die Spur zu kommen.

Nun ist sie tot, wie die Überwachungskameras zeigen, eindeutig selber auf die Schienen gesprungen und Norma, die vom Clan mit der Mutter Schulden konfrontiert wird und nun selber in dem Salon arbeitet, versucht die Sache aufzuklären.

Nicht ganz leicht zu lesen, diese Mischung eines Märchen mit der harten Wirklichkeit, die noch zu einem Thriller gesteigert wird, aber originell und nachdenken über die Welt, wo die armen Mädchen in den Entwicklungsländern zu Zwangsabtreibungen beziehungsweise Leihmütterschaften gezwungen werden, kann man auch, wenn dabei von übernatürlich wachsenden Haaren erzählt wird.

Vielleicht sogar um so besser, denn das ist neu und leicht und locker und so gesehen hat mich Sofi Oksanens magischer Roman überrascht und ich zähle ihn, wie wahrscheinlich auch Julian Barnes Künstlerroman über Dimitri Schostakowitsch zu den Higlights dieses Frühling.

Und, das kann ich vielleicht auch noch verraten, die Sache mit Norma geht scheinbar gut aus, Dimitri Schostakowitsch ist aber möglichetrweise daran zerbrochen, daß Stalin ihn leben ließ und ihn immer wieder neue Orden in die Hand drückte.

2017-03-10

Themengebiete

Da ich mit dem Lesen der Frühjahrsneuigkeiten nicht so schnell nachkomme, hier ein wenig Literaturwissenschaft in eigener Sache, beziehungsweise Buchpromotion. Denn das ist ja auch eine Funktion des „Literaturgeflüsters“, daß ich hier sowohl mein Schreiben, meine „Works on Progress“, als auch meine Bücher vorstelle.

Und damit habe ich, glaube ich, 2013 angefangen, als es zu „Fünf Jahre Literaturgeflüster“ ein großes Gewinnspiel mit dreißig Fragen zu dreißig Büchern geben.

Zum zehnten Jahrestag gibt es dann vielleicht schon eines, indem ich die inzwischen erschienenen neuen zwanzig Bücher vorstelle und einen Artikel über meine sogenannten Indie-Bücher in dem ich auf die Art des Entstehens meiner Bücher hinwies, hat es vorher auch schon gegeben.

Dabei weiß ich gar nicht so genau, ob dieser Ausdruck richtig ist, ich habe ihn kurz vorher in Bezug auf selbstgemachte Bücher gehört, inzwischen wird er, glaube ich, auch für Bücher die in kleinen unabhängigen Verlagen erscheinen, verwendet und da wird im März ja  groß der sogenannte „Indie-Bücher Tag“ gefeiert, wo man in eine Buchhandlung gehen und sich ein solchen Buch kaufen und sich mit ihm im Netz präsentieren soll.

Und ich bin kein Verlag, sondern mache meine Bücher selber, in dem ich sie fünfzig Mal drucken lasse. Bei „Amazon“ stelle ich sie nicht ein. Das habe ich noch nicht zusammengebracht, aber die Idee sie auf meinen Blog vorzustellen, ist irgendwie auf diese Art und Weise entstanden.

Die „Vorschauen“ gibt es schon lange, wo ich noch vor dem Erscheinen auf das Buch hinweise, inzwischen verlinke ich da auch die Schreibberichte, die es über das jeweilige Buch immer gibt, so daß man, wenn man will, die Schreibprozesse nachvollziehen kann und auch seit 2013 oder etwas später, gibt es ein Gewinnspiel, wo ich drei Fragen zu dem Buch stelle.

Da kann man das Buch dann gewinnen, beziehungsweise etwas mehr darüber erfahren.

Und ist das Buch da, löse ich die Fragen auf und zeige mich mit dem Buch im Netz.

Einen Artikel mit den Coverfotos gibt es  auch, denn da weiß ich inzwischen oft gar nicht mehr, welches Foto ich dafür nehmen soll?

Gibt es ja inzwischen schon so viele Bücher und der Ort des Geschehens ist meistens Wien, beziehungsweise kommen in meinen Bücher oft auch andere Bücher vor.

Mit den ersten Sätzen habe ich mich auch beschäftigt, diese einmal vorgestellt und versuche die jetzt auch immer in den „Vorschauen“ oder bei der Promotion zu geben.

Bei der „Vorschau“ eher, denn inzwischen bin ich auch auf das „Mimikriy-Spiel des Lesens“ gestoßen und das kann man ja damit kombinieren.

Einen Artikel über meine Lieblingsbücher habe ich auch geschrieben, sogar zwei eigentlich, denn einmal habe ich ja versucht, die in einem Art „Buchpreis-Raning“ zu  präsentieren.

Aber was sind jetzt meine Themen über die ich in meinen über vierzig Büchern mehr oder weniger regemäßig schreibe, denn inzwischen wiederhole ich mich wahrscheinlich genauso schon, wie Philip Roth, Martin Walser und wahrscheinlich noch einige andere mehr, das tun.

Und natürlich hat man auch seine Themen und schreibe, wie vermutlich Heimito von Doderer, als erstes sage, immer dasselbe Buch, sein Leben lang.

Ich tue das  in verschiedensten Varianten, trotzdem gibt es Aussrutscher, Abweichungen, Sonderfälle und die will ich hier einmal zusammenfassen.

Ich schreibe realistisch, beziehe meine Themen sicher aus der psychologischen Praxis, das heißt, daß ich mich für Depressionen, Älterwerden, Alkolismus, Alzheimer, etcetera interessieren, aber in meinen Büchern geht es auch viel um Literatur und über das erfolglose Schreiben.

Ich habe bevor ich 2000 mit dem Selbermachen angefangen habe, einige Romane oder Erzählungen geschrieben, die nicht veröffentlicht wurden.

Das erste veröffentlichte Buch waren die „Hierarchien“, die Anfangs 1990 in der „Edition Wortbrücke“ des Jack Unterwegers erschienen sind.

In einer fünfhundert Stück Auflage, mit ISBN Nummer und wenn man hineineinblättert, ich habe ich Harland noch ein paar Schachteln stehehn, erschrickt man über die Qualität, denn der „Digitaldruck“ ist sehr sehr viel besser und auf diese Idee ist ja der Alfred 2000 gekommen.

Über das erfolglose Schreiben geht es bei mir oft, über Einsamkeit und Depression, wenn man auf meine Website geht, findet man von den meisten Büchern, Probekapitel und kann sich so ein wenig einlesen und einen Eindruck machen.

Ein Buch über das Schreiben ist das „Literarische Leben der Dora Faust“, 2000 glaube ich, geschrieben, da kombiniere ich meine Absage- und Verlagsbriefe mit einer Geschichtensammlung beziehungsweise, dem was Dora Fraust, der Heldin, so im täglichen Leben passiert und worüber sich eine Geschichte verfassen läßt.

Das findet man in abgewandelter Form in dem viel später geschriebenen „Berührungen“ auch, geht es da, ja um die Wurfgeschichten, mit denen die dortige Protagonistin Augusta Augenstern einen Roman zu schreiben versucht.

Man sieht die Themen wiederholen sich.

In den „Stimmen der Karoline Wagner oder Fluchtbewegungen“, 2004 oder 5 geschrieben, geht es auch, um das erfolglose Schreiben, beziehungsweise, um eine Nobelpreisträgerin, die sich verstcckt, die zwar nicht Elfriede Jelinek heißt, aber natürlich Modell dafür gestanden ist.

Und eine solche gibt es auch 2009, als ich meinen ersten „Nanowrimo“ schrieb und dabei Materialen aus den verschiedenesten Blogs, die ich damals las, verwendetete und die damalige Nobelpreisträgerin, der der Ruhm vielleicht auch ein wenig zu viel geworden ist, hieß Herta Müller.

Die depressiven Frauen kommen in der „Radiosonate“ vor, da geht es hauptsächlich um Ö1, beziehungsweise um einige der Moderatoren dort. Das wird von der depressiven Josepha Stock gehört, ist ihr fast als einziges Kommunikationsmittel und eine erfolglose Dichterin, die ihre Bücher auf den Straßen verteilt, gibt es auch.

Dieses Buch wurde übrigens 2009 in Ö1 vorgestellt.

2010 kamen dann die Bücherschränke und die spielen, no na, in meinen Büchern auch eine große Rolle. In vier, fünf oder sind es schon sechs, kommen sie wahrscheinlich vor.

Das erste ist glaube ich die „Mimi“ und das ist eines meiner Lieblingsbücher und ich würde es auch als besonderes Buch bezeichnen, geht es da ja auch, um ein besonderes Themea nämlich dem Schreiben mit dem Downsyndrom.

Meiner damaligen Kriterin Yu Sophie hat das Buch nicht gefallen und sie hat eine dementsprechende Rezension darüber verfaßt, ich bin aber nicht ganz sicher, ob sie dem Buch, wo die Ereignisse, um den damaligen Plagiatsskandal bezüglich Helene Hegemann, demonstriert, an einem erfundenen Autor mit den Büchern der Hermine Berger, genannt Mimi oder Bella, mit dem Downsyndrom verknüpft werden.

Eine depressive Nachbarin gibt es da auch. Und das Buch habe ich als Frank Gasser der  österreichische Bücherschrankerfinder dort Lesungen veranstaltetet auch dort einmal in der Grundsteingasse vorgestellt.

Um das Älterwerden geht es in „Beim Sterben sollte man zu Hause sein“, meinem zweiten „Nanowrimo“, aber auch bei der „Paula Nebel“, in „Novembernebel“. Im vierten geht es um Sterbenhilfe oder auch um Behandlungsverweigerung und darauf bin ich durch Fritz Habecks, „Die Mühle der Gerechtigkeit“ gekommen, weil  der Art, wie das dort behandelt wurde, etwas entgegensetzen wollte.

In „Kerstins Achterln“ geht es, um problematische Beziehungen oder, wie man vom Alkohol loskommen kann.

Um Nachbarschaftshilfe und, um Begegnungen, die man macht und, die einen aus Krisen heraushelfen können, geht es in meinen Büchern auch sehr oft.

„Ein Beispiel wäre da die „Frau auf der Bank“, Da gibt es die depressive Selma und die trifft auf einer Bank im Rathhauspark, die Türkin Sevin, die mit ihrer Ehe nicht zufrieden ist und sie geht auch in Therrapie zu der Psychiaterin Svetlana Mihic.

Das ist, glaube ich, das zweite Buch, in denen die Bücherschränke eine Rolle spielen und sich die Selma daraus bedient.

In der Geschichte von den drei Brüdern, dem dritten „Nanowrimo“, wird das auch getan und beim „Miranda Schutzengelchen“, das vielleicht ein bißchen phantastischer ist, denn da tritt da Bertha von Suttner persönlich auf, kommt der „Bücherschrank“ auch vor.

Der Svetlana, die Psychiaterin mit dem Romahintergrund, die sich zuerst in den Psychiater Theo Hardenberg verliebt, ihn später heiratet und Kinder von ihm bekommt, begegnen wir später auch noch öfter, beziehungwweise taucht Theo Hardenberg, als Psychiater der Augusta Augenstern in den „Berührungen“ auf und er kommt auch, das kann ich gleich verraten „im Frühstück“ vor, denn da gibt es ja auch eine depressive Frau.

Und da sind wir wieder bei den Wiederholungen. Denn ich variiere immer wieder die selben Themen. Man kann sagen, daß sie mich interessieren, etwas kritischer vielleicht auch, daß ich sie zu schnell anreiße und dann, weil sie nicht wirklich abgearbeitet sind, wieder auf sie zurückkommen.

Wien ist in meinen Büchern ein häufiger Handlungsort. Da wird im „Wiener Stadtroman oder wie süß schmeckt Schololade“ ein Tag lang im Viertelstundentakt in Wien herumgefahren. Mein James Joyce könnte man so sagen, aber natürlich viel realistischer.

Aber gar so realistisch bin ich vielleicht gar nicht, denn nach dem die „Miranda“ íhren ersten Joint rauchte, begegnet sie ja Bertha von Suttner, beziehungsweise fliegt die in ihren Schnürrstiefel und dem Kreuz an der Brust nach Donetz oder nein, das ist nicht Bertha von Suttner, das ist Mirandas Urgroßmama, die 1914 eine Frühgeburt erlitt, nachdem ihr Mann im ersten Weltkrieg gefallen ist und sie das durch eine Postkarte erfuhr.

Und die Miranda hat eine große Familie, von vielen Müttern- Groß- und Urgroßmüttern, die alle sehr jung ein Kind bekommen haben und dieses Thema taucht auch in der „Absturzgefahr“ auf. Da geht es wieder um das Schreiben und zum eine Schreibtrainerin namens Fritzi Jelinek, weil deren Mutter Deutschleherin war und ihre Tochter nach den zwei großen österreichischen Gegenwartsautorinnen Elfriede Jelinek und Friederike Mayröcker nennen wollte. Die macht einen Schreibtrainerausbildung und betreut, das ein Buch in dem es um eine sechs Frauengeneration geht. Da sind einige Ärztinnen darunter und ein weiteres meiner besonderen Büchern ist das „Haus“, wo ich versuchte, die Geschichte des Steinhofs an Hand einer drei Frauenpsychiaterinnengeneration zu beschreiben.

Auch eines meiner Lieblingsbücher mit vielleicht einem besonderen Thema.

Die Fritzi Jelinek, die eine platonische Liebe zu einem polnischen Priester hat, kommt  auch in der „Pensionsschockdepression“ vor“ und da war meine Idee über eine depressive Frau zu schreiben, die alle ihre Bücher aufliest oder auch weggibt, um aus ihrer Depression herauszukommen.

Das gelingt ihr durch die Begegnung mit der fünfzehnjährigen Yasmin Bilic, die ein Problem  mit ihrer Freundin Selma hat, beziehungsweise hat die ein solches, weil sie ihrem Poly plötzlich kein Kopftuch mehr tragen darf und in dem Buch kommt ganz zufällig und unbeabsichtigt, eine Syrierin namens Fatma Challaki vor, die man dann auch in zwei weiteren meiner Bücher finden kann.

In dem sogenannten „Sommerbuch“ und dem „Adventkalender“, wo ich in dem einen, meine Sommerfrische in Harland bei St. Pölten an Hand von vier Literaturstudentinnen, die aus St. Pölten, Donetzk, Damaskus und Athen kommen, beschrieb und die Fatma dann auch in meinen Adventkalender von der „Nika Weihnachtsfrau“ vorkommen ließ, den ich auch schon lange schreiben wollte und den ich auch als meinen „Blogroman“ bezeichne, weil ich im Dezember immer ein Stücken davon in den Blog stellen werde.

Die „Nika Weihnachtsfrau“ war übrigens mein fünfter „Nanowrimo“ und die Idee wurde das erste Mal in den „Dreizehn Kapitel“ verarbeitet und das ist ein Versuch einen Roman zu schreiben in dem man einfach mit einer Person anfangt und im nöchsten Kapitel mit einer anderen fortfährt, bis man reigenartig am Schluß wieder bei der ersten angekommen ist.

Da gibt es schon die „Nika , Weihnachtsfrau“, es gibt aber auch eine depressive Büchersammlerin und die findet ein Buch, das ich einmal im Schran gefunden habe, eine DDR-Ausgabe von Erzählungen aus China die einen Herausgebe mit einem deutschen Namen hat, was mich dazu bewog, den Namen Ernst Schwarz zu googlen und ich hatte ein interessantes Kapitel, diesbezüglich ich auch regelmäßig Anfragen von Studenten und anderen Interessieren bis aus Korea bekomme, weil mich da einer in „Wikipedia“ verlinkt hat.

Also auch ein besonderes Buch.

Die Transgendergeschichte „Paul und Paula“ ist das auch und diesbezüglich gab es im Vorjahr auch einige Aufregungen. Es ist aber auch das Buch mit einem „professionellen Cover“, das mir der Alfred machen ließ. Weil man ja immer hört, daß sich das die Selfpublisher machen und nicht dabei sparen sollen. Das und ein Lektorat. Mein Lektorat ist der Alfred. Da höre ich auch immer, daß man das nicht in der Familie machen darf. Ich glaube aber, er ist sehr gründlich und genau und mir ist ja die Rechtschreibung, wie ich immer so schön schreibe, eigentlich egal.

Ein Lieblingsbuch von mir ist auch das „Tauben füttern“, ein Krimi, der eigentlich keiner ist, denn mit den Morden tue ich mir irgendwie schwer, weil ich die, als erstes unrealistisches finde, daß überall Leichen in der Gegend herumkugeln, weil sich die Leute gegenseitig so viel umbringen und ich zweitens ja von Gewalt nicht viel halte.

Mir geht es eher, um die psychologischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Lebens und da finde ich genügend Material.

So ist die „Flüchtlingstrilogie“ geworden. Ich habe Bücher über erfolgloses Schreiben, eines wäre davon auch,  der die drei Erzählungen  „Tod eines Jurymitlgiedes“, da gibt es wieder eine von einem Baum erschlagene Jurorin, „Thea Leitner verrückter Traum“ und „Das Salz in der Suppe“,- enthaltende Band „Schreibweisen“,  wofür mir auch Alexandra Milner, die Kritikerin und Literaturwissenschaftlerin, die einmal Annas Lehrerin bzw. Praktikantin war, den Buchtext schrieb.

Und was meine „Wienlastigkeit“ betrifft, es gibt natürlich Bücher, die ins Ausland führen. Das wäre schon das erste Digi „Die Wiener Verhältnisse“, die trotz des klingenden Namens nach New York zu einem alten Juden führen und das Buch habe ich als Antwort auf ein Buch der Ruth geschrieben und angeblich hat sich einmal in Frankfurt oder Leipzig der „Mandelbuch-Verlag“ dafür interessiert und sich bei der Ruth, der es ja gewidmet ist, danach erkundigt.

Mein zuletzt erschienenes Buch „Claire- Klara- Clarisse“ ist eine eher poetische Liebesgeschichte, die mir auf unseren Kroatienurlaub eingefallen ist und jetzt geht mit dem „Frühstück“  in die Hauptbücherei, aber auch nach Belgrad, Graz, Linz, Salzburg und Berlin und es ist nur scheinbar ein Buch über Obdachlosigkeit, wenn ich mich wieder mal selber spoilern darf.

Eigentlich entpuppt es sich im Laufe des Geschehens als Fortsetzung der“Viertagebuchfrau“ und das ist mein fünftes „Digi“ und der Versuch die ersten hundert Tage der blau schwarzen Regierung von 2000 literarisch zu beschreiben. Politisch bin ich also auch.

Literatur, Psychologie, Gesellschaft Politik sind also  meine Themen, die mich manchmal sogar bis in den Himmel führen. Meine depressiven Frauen machen manchmal Reisen. Die „Sophies Hungers“ mit der ich mich übrigens mit meiner ersten Kritikerin wegen der sprechenden Namen herumstritt, ist eine Art Road Movie. Nach Odessa geht es einmal auch und Frauen, die ihr Geld von der Bank abheben und versuchen damit in den Wald hinauszugehen und nicht mehr wiederzukommen, gibt es bei mir auch, zum Beispiel in der „Begrenzten Frau“ und da ich ja offenbar eine hoffnungsvolle Optimistin bin, ergeben sich im Laufe des Geschehens Möglichkeiten und das Leben geht weiter und nachbarschaftshilfe findet statt, so wie es mir wünsche und es sein sollte und es vielleicht in der Wriklichkeit nicht ist.

Also bin ich wieder vielleicht doch nicht so eine realistische Autorin, aber Literatur soll ja auch einen Utopie- und Hoffnungsraum eröffnenen, also das unmögliche Möglich machen, wie es so schön heißt.

„Lore und Lena“, beziehungsweise „Mutter möchte zwanzig Kinder“ sind zwei Jugendbücher, die ich in den Neunzigerjahren geschrieben habe und das dritte bezeihungsweise „Digi-Buch“ und gehören auch zu meinen Lieblingsbücher. Leider kann man auf meiner Website noch keinen Ausschnitt davon finde. Ich habe aber, für die, die es interessiert noch einige Bücher in meinen Regalen.

Man sieht ich bin auch in meinen Genres vielfältig und dann gibt es noch die zwei „Best of“ Bände mit Kurz- und Kürzestgeschichte, in der zum Teil Texte enthalten sind, die ich für verschiedene Wettbewerbe und Anthologien geschrieben haben, die ich dann doch nicht gewonnen habe oder nicht veröffentlicht wurden.

Es sind aber immer wieder Teile, meist auch das Probekapitel, das man auch im Netz finden kann aus meinen Büchern, in den „Volksstimmeanthologien“ veröffentlicht in denen es Texte von mir gibt, weil ich dort ja regelmäßig Jahr  für Jahr beim „Linken Wort“ lese.

Das „Literaturgeflüstertextebuch“ , mit dem zum Zeitpunkt des Erscheinens damals besten Blogartikeln, die die Bevorzugt meine Reisegeschichten, Glossen Ansichten über den Literaturbetrieb etcetera, erzählen gibt es auch und ich habe auch ein paar Mal versucht, meinen Werkreigen auf Lesungen zu präsentieren.

So zu meinem sechzigsten Geburtstag, wo ich sechzig Minuten aus den damals vorhandenen dreißig Büchern gelesen habe.

In Wahrheit habe ich die nur gezeigt und drei vier „best ofs“ aus drei vier Büchern gelesen und im „Werkl im Goethe Hof“ habe ich das auch einmal gegeben.

Eine eigentliche sehr umfangreiche Themenvielfalt also, aber das Leben ist  auch vielfältig und bunt. Jetzt geht mir zwar schon langsam der Stoff aus. Die nächste Idee für das nächste Buch, wird aber vielleicht wieder depressive Frau umfassen, die vielleicht Abends für Abend bei einem Glas Wein in einer Pizzeria sitzt und Leben refelektiert oder aber wird es vielleicht eine Art Blogroman, wo sich vielleicht ein paar konstruktive Kritiker in ein Blogleben einschalten?

Und da fällt mir ein, daß ich jetzt beim Alter und beim Sterben und den Krebsbehandlungen, ganz auf die Anna, die gegen ihr Vergessen kämpft, vergessen habe und die hat eine Enkeltochter mit einem Blog und die bekommt von einem depressiven Verleger ein interessantes Angebot.

Ja, ja so kann es gehen, wenn man schon über vierzig Jahre schreibt und über vierzig Jahre Bücher über das Leben, das Schreiben, den Erfolg und Mißerfolg, die Politik und über vieles andere geschrieben hat.

Ich habe versucht möglichst umfangreich über meine Bücher zu informieren und sie zusammenzufassen. Da ich aber nicht umfehlbar bin, sondern wie es scheint ein wenig schlampert, fordere ich meine wohlwollenden Leser auf, sich an Hand meiner Gewinnspiele und meine Bücherliste vielleicht selbst ein Bild von der Sache zu machen und gegebenenfalls das zu ergänzen, was ich vergessen habe.

Dafür gibts natürlich ein Buch als Belohnung.  Für Fragen stehe ich selbstverständlich auch zur Verfügung und einen Artikel übers „Themen finden“, gibt es, wie ich gerade gesehen habe, in diesem Blog auch schon längst.

2017-03-09

Das Mädchen an der Grenze

Der 1970 geborene Thomas Sautner ist ein besonderer Autor, der schon mehrere bei „Picus“ erschienene Romane geschrieben hat.

Mit „Fuchserde“ und „Milchblume“ habe ich ihn glaube ich bei der alten „Rund um die Burg“, wo es noch die ganze Nacht lang gegangen ist, kennengelernt, „Die Glücksmacher“ hat er schon bei „Rund um die Burg“ neu vorgestellt.

„Fremdes Land“ habe ich im Schrank gefunden, „Die Älteste“, hat mir, wie dieses Buch auch der Verlag geschickt.

Besondere Bücher, besondere Themen. In „Fuchserde“ geht es um die Jenischen. Bei „Milchblume“ geht es in das Waldviertel, wo Thomas Sautner, glaube ich, auch lebt.

„Fremdes Land“, deren Besprechung oft bei mir aufgerufen wird, hat mich erstaunt, weil  es hier in die Zukunft und um die Verlust der Freiheit geht und bei der „Ältesten“, geht es um eine Heilerin.

Also wichtige Themen, die mit einer leisen Sprache, ein Stück Literatur neben der lauten, gehypten, der experimentellen, etcetera auch ihren Berechtigung hat, wichtig ist und gelesen werden sollte.

„Das Mädchen an der Grenze“ ist wieder so ein leises, aber sicher sehr ungewöhnliches Buch. Ein Mächen, eine Utopie, ein Aufruf zur Esoterik, ein Verwischen der Grenzen von Traum und Wirklichkeit…?

Es hat sehr viele Ebenen und ist daher höchstwahrscheinlich gar nicht so einfach zu lesen und zu verstehen.

Es geht in das Jahr 1988, 1989 und in ein Zollhaus an der tschechoslowakischen Grenze zurück, wo der eiserne Vorhang noch sehr bewacht wird.

Da lebt Malina, denn ihr Vater ist dort Zollbeamter oder Grenzbewacher und sie ist ein sehr seltsames Mädchen.

Denn sie kann, in dem sie sie anstarrt, Dinge zum Verschwinden bringen und Wirklichkeiten verrücken.

Das verärgert ihren Vater, der dann aber, als die Kinder, obwohl das streng verboten ist, einmal über die Grenze laufen und Malina von den tschecholsowakischen Grenzern in ihr Zollhaus gebracht wird, im Unterleiberl mit dem Fahrrad über die Grenze fährt, um sie zurückzuholen.

Dort kommt es es fast zu einer freundschaftlichen Begegnung mit viel Schnaps mit dem tschechoslowakischen General, den die „seltsame“ Malina, die von den anderen Kindern und den Leuten im Haus für verrückt erklärt wird, einen Gefallen tun konnte.

Was der war, wird nicht sofort klar, denn die Traumwelt verrückt sich ja mit der Wirklichkeit und Malina sinkt auch in eine Krankheit ab, man könnte sie, wenn man in der Realität verbleiben will, vielleicht, als eine Art Epilepsie bezeichnen.

Sie spricht jedenfalls mit Traumgestalten und liegt wochenlang in ihren Fieberträumen, bis sie der Hausarzt endlich doch in ein Krankenhaus bringt, wo sie mit Medikamenten behandelt wird und währenddessen ändert sich die Welt.

Grenzzäune werden aufgeschnitten, die DDR- Flüchtlinge kommen, das Ehepaar Ceausescu wird erschossen. Vaclav Havel Präsident, die Grenzen gibt es nicht mehr und Malina, die gesundet, ihrgendwann wieder in das Haus an der Grenze zurückentlassen wird, findet zu ihren Vater.

Sie wird auch Schriftstellerin, schreibt oder liest ein Buch, denn solche Geschichten lassen sich nur erfinden, beziehungsweise liest der Vater ihr das vor und, wie ist das nun mit den Grenzen oder warum wurde der kurze Roman, er hat nur knapp hundertfünzig Seiten, ausgerechnet heute, wo die Patrioten schon schon wieder neue Grenzen fordern oder diese geschlossen werden, damit wir nicht von zu vielen Fremden überrannt werden, geschrieben?

Ich interpretiere es mir, als Thomas Sautners Versuch, der neuen Schließung, Radikalisierung, Verhärtung etwas Poetisches entgegen zu setzen.

Zu sagen, seht her, es gibt viel mehr, als eine Wahrheit. Es gibt das Unbewußte, die Phantasie, die Träume und es gibt die Wirklichkeit, wo die Menschen an der Realität zerbrechen, flüchten, sterben, aber auch die Hoffnung und die Bücher, die die Väter den Kindern vorlesen.

Die Traumgestalten, die aus den Phantasien aufsteigen und vielleicht auch die Verrückten, die vieles sehen und spüren können und auf die man vielleicht mehr hören sollte, als sie nur mit Medikamente zuzuschütten oder in Psychiatrien einzusperren.

Ganz wird das der Wirklichkeit wahrscheinlich nicht entsprechen, aber sicher schön zu lesen, sich seine Gedanken zu machen und Thomas Sautner, als einen besonderen Autor mit  besonderen Büchern wahrzunehmen.

 

2017-03-08

Weiter mit dem Centrope Workshop

Nach der ziemlich ermüdenden Diskussion über meinen Hobbyautorenstatus und meinen Blogdiletantismus der letzten Tage und der Dialogübung bei der gestrigen Schreibgruppe, ist es heute gleich wieder literaturwissenschaftlich weitergegangen, obwohl ich wegen meines Psychologiestudiums diesbezüglich eine wirkliche Autodikatin bin, war ich ja nur ein einziges Mal in meinem Leben in einer Germanistikvorlesung, nämlich, in den Siebzigerjahren, als ich wahrscheinlich im fünften Semester war, bei einer Vorlesung des ziemlich jungen Assistenten Wendelin Schmidt Dengler, der ja später der große Literaturprofessor wurde und inzwischen leider verstorben ist.

Allerdings habe ich inzwischen auch einige Symposien auf der Uni,  im Literaturhaus oder in der Wien-Bibliothek besucht und das von Stefan Teichgräber angebotene „Workshop zur Gegenwartsliteratur im Centrope“ richtet sich auch außer an Studenten der Literaturwissenschaft, die es dort gar nicht gibt, an alle literaturwissenschaftlichen Leser, Übersetzerinnen, Autorinnen, Schriftstellerinnen, Dichterinnen, Journalistinnen, Theologinnen, Schauspielerinnen Politikerinnen usw. u. so fort. Also ein ziemlich breitgefächterter Interessentenkreis und irgenwo werde ich darin schon zu finden sein.

Das Workshop hat außer mir aber ohnehin nur einen anderen Teilnehmer und den Referenten, also ein ziemlich Luxus sich ein Semester lang im kleinen Kreis analytisch mit Büchern auseinanderzusetzen, über die ich sonst ja nur plaudere, spoilere, eine Inhaltszusammenfassung gebe, beziehungsweise, die mit der Biografie des Autors und meinen persönlichen Erfahrungen zu einem literarischen Portrait zusammenzusetzen.

Also das, was man höchstwahrscheinlich in der Fachwelt nicht machen darf und vielleicht auch das, was meinen Leser Uli so nervt.

Aber gut, ich bin lernfähig und da ich  auch gern ost- oder mitteleuropäische Literatur lese, werde ich mich jetzt ein Semester lang mit Ausnahme der Mittwoche, wo ich in Leipzig bin oder mit Ruth und Alfred um den Bodensee radle, beziehungsweise in Harland Ostereier suche oder das Haus einem Wohnungsputz unterziehe, mit der literarurwissenschaftlichenTextanalyse beschäftigen.

Die Grenzen des Centropes haben wir ja schon das letzte Mal abgesteckt, bei den Kommentaren, des diesbezüglichen Artikels ist es dann leider eher, um etwas ganz anderes gegangen.

Aber heute ging es  weiter mit der Definition und der Abgrenzung, beziehungsweise ging es da bald zu einer Bücherliste.

Die vier Länder des Centropes sind Teile Österreichs, Ungarns, Teschechiens und der Slowakei und Stephan Teichgräber hat zu Beginn noch etwas zu den diesbezüglichen Universitäten erzählt und dann, die muttersprachlichen Bücher von Michal Hvoretzky und Irena  Douskova auf den Tisch gelegt, die wenn ich es recht verstanden habe, auch bei dem Centrope Festival im Mai lesen werden.

Aber die Literatur Österreichs, Ungarn, Tschechien und der Slowakei ist ja sehr vielseitig und so steht auch Radek Knapp auf dieser Liste, weil er ja auf Deutsch schreibt und in Wien lebt und Ilija Trojanows „Macht und Widerstand“, sogar Thomas Glavinic und Alfred Komarek, beziehungsweise Gabor Schein offenbar ein ungarischer Autor der mir nicht viel sagt.

Aber auch das im „Nischenverlag“ erschienene Buch „Der ausgestopfte Barbar von Gergely  Peterfy, das Stephan Teichgräber in seinem Vortrag ausdrücklich erwähnte und er forderte dann noch auf, daß man eigene Bücher für die Analyse mitbringen könne.

Und da habe ich in der letzten Zeit und auch früher ja einiges gelesen, zuletzt zwar Julian Barnes „Der Lärm der Zeit“, das, da Julian Barnes ja ein Engländer ist, nicht ganz den Kriterien entspricht, aber in der Diskussion ist es auch öfter, um den Stalinismus beziehungsweise, die Repressionen gegangen, die es in der SU zu dieser Zeit gegeben hat, gegangen

Aber ich habe in der letzten Zeit auch Ivan Ivanijs „Schlussstrich“ gelesen und der gehört dazu, weil der Autor, glaube ich, in Wien lebt und Thomas Sautners „Mädchen an der Grenze“ sowieso und umsomehr, denn der Autor lebt im Waldviertel und das Buch spielt 1989 an der tscheoslowakischen Grenze.

Also werde ich die beiden Bücher das nächste Mal mitbringen und den Trojanow habe ich schon gelesen und auch einiges aus der ungarischen Literatur, weil wir mit der Schwiegermutter in den letzten Jahren ja mehrmals in Bük im Bad waren und dort habe ich bevorzugt ungarische Literatur gelesen.

In der hohen Tatra waren wir in früheren Jahren auch mehrmals, da weiß ich jetzt nicht ganz genau, ob das noch dem Centrope entspricht, aber damals habe ich auch noch nicht so viel slowakische Literatur  mitgenommen, habe aber einige „Wieser Bände“ aus demseiner „Edition zwei“ in meinen Regalen und bin  auch eine eifrige Besucherin der Literatur im Herbst, wo ja diese Literatur bevorzugt behandelt wird und die Donau Lounge bei der „Buch Wien“ besuche ich auch regelmäßig und sammel auch die diesbezüglichen Bücher, wenn ich sie in den Bücherschränken finde.

So gesehen ist es sicherlich  interessant von dem leichten lockeren unwissenschaftlichen vor mich hin über Literatur plaudern, ein wenig wissenschaftlicher zu werden und nächste Woche, beginnen wir, glaube ich auch mit dem Analysieren.

Dann gibts, sowie so eine Centrope-Pause, weil ich  ja nach Leipzig fahre, wo das Gastland Litauen ist, das auch sehr interessant ist und ich mich ja auch schon einmal völlig unwissenschaftlich auf dem Campingplatz von Wigry  mit der litauischen Literatur beziehungsweise den Probeheftchen beschäftigt habe, die ich mir 2002, als dort Litauen Gastland war, von der Frankfurter Buchmesse mitgenommen habe.

Und in Leipzig gibt es in der Halle vier nicht nur das Österreich Cafe, wo ich mir heute schon das Programm, ausgedruckt habe.

Da wird zum Beispiel auch Thomas Sautners „Mädchen an der Grenze“ bvorgestellt, sondern auch einen Tschechen-, Ungarn-, etcetera Stand, wo ich mich auch mit der diesbezüglichen Literatur eindecken kann, beziehungsweise kann ich das nächste Mal in die Spengergasse auch Marketa Pilatovas „Tsunami Blues“, das ich inzwischen vielleicht schon gelesen habe, mitnehmen und Stephan Teichgräber fragen, ob die Autorin auch dem Centrope-Gebiet entspricht?

2017-03-07

Dialog schreiben lernen

Heute wieder Schreibgruppe zum zweiten Mal bei mir im Wohnzimmer und da war ich eigentlich überzeugt, daß gar keine Leute kommen werden, denn erstens ist die Gruppe inzwischen ja sehr klein und zweitens haben wir das letzte Mal den Termin vom Donnerstag auf den Dienstag verlegt und dann stellte sich heraus, daß ja heute eigentlich die große GAV-Veranstaltung „Lyrik im März“ standffindet und so habe ich vorige Woche ein diesbezügliches Mail von der Ruth beommen, die mich auch fragte, ob ich alle Teilnehmen auch noch einmal erinnert habe?

„Nein!“, habe ich gesagt. „Aber du kannst das gerne machen!“

Das wollte sie dann auch nicht und am Sonntag hat mich  der Robert angerufen und ebenfalls nachgefragt, ob die Gruppe stattfindet.

„Natürlich!“, habe ich geantwortet.

„Ich stelle eine Flasche Wein auf den Tisch und warte, ob wer kommt und dann können wir auch die Leute fragen, ob man sie vorher erinnern muß und wer das tun soll?“

Heute bekam ich dann ein Mail von der Doris Kloimstein, daß sie krankheitshalber nicht kommt.

„Uje, uje!“, habe ich gedacht und  auch kurz, daß ich als Thema den „Frauentag“ vorschlagen könnte und dann sind auch alle gekommen, der Robert, die Ruth, der Klaus Khittel und diesmal sogar, seit langem wieder der Peter Czak.

Robert hat wieder eine Flasche Wein,  Ruth, Bananenchips und getrocknete Ananas mitgebracht und Klaus Khittl, hat meine „Berührungen“ sehr gelobt, aber auch gemeint, daß die DDialogenialoge noch nicht stimmen.

„So spricht ja keiner!“, hat er gemeint und das stimmt, daß ich mit den Dialogen Schwierigkeiten habe. Das heißt, das ist jetzt schon viel besser geworden, denn in meinen Bücher gibt es ja solche (mit sehr vielen „sagte sie“, „sagte er“).

Aber ich kann mich an das Jahr 2000 und an die Schreibgruppe der Gewerkschaft mit der Evelyn Haas erinnert, wo wir auch einmal dieses Thema hatten und ich bin gesessen und gesessen und habe am Ende zwei oder drei kurze Sequenzen herausgebracht und an ein Schnupperworkshop beim Writerseminar kann ich mich auch erinnern, wo eine Teilnehmerin, einen sehr fetzigen Dialog zusammen brachte, der nur aus „Ja!“- „Nein“, bestand, während die anderen, mich einbegriffen, herumgeschwafelt und herumgeschwafelt habe.

„Dialog schreiben!“, kann man lernen hat der Klaus noch gesagt und ich habe ihm geantwortet.

„Dann nehmen das heute als Thema!“

Es gab noch eine kurze Diskussion, ob alle damit einverstanden waren und landeten dann beim „Streitgespreäch“ und ich bin dagesessen und dagessessen und habe wieder nicht gewußt, wie ich es beginnen soll.

Dann habe ich „Hearst kannst net aufpassen?“, geschrieben und bin wieder dagesessen, bis ich mich entschieden hatte, das Ganze in der U-Bahn spielen zu lassen, in der U-4 nach Hütteldorf, kurz vor der Station Hietzing.

Ich sitze da,  blättere in der U-Bahnzeitung und ein alter Herr im Lodenanzug schreit einen jungen Flüchtling, einen Syrier oder Afghanen vielleicht, an „Hearst kannst net aufpassen, depparter Ausländer?“, vielleicht ist er ihm auf die Zehen getreten oder hat ihn angerempelt und der Junge schaut ihm treuherzig an, läßt seine Zähne blitzen und sagt dann „Du krank, friend, weil so böse schauen?“ und hält dann nach und nach einen Dialog an das schöne Österreich, wo die Leute doch so reich, aber auch so unfreundlich sind. Vielleicht weil es so kalt, viel Regen und Schnee und die Sehnsucht nach der Mama in Kabul ist auch da.

Der Herr im Lodenmantel gibt  noch einmal eine Replik, dann fährt die U-Bahn in die Station Hietzing ein. So gibt er dem Jungen mit den blitzenden Zähnen schnell auch noch einen Rempler und stürzt aus der U-Bahn hinaus und der Junge bleibt stehen, schaut fragend in den U-Bahnzug  und die Passanten an und sagt dann „Was hat alter Mann? Warum ist er so traurig? Österreich ist doch schönes Land! Das werde ich heute beim Telefonbieren Mama sagen, daß Menschen hier nicht fröhlich sind!“

Bis ich soweit war, das ist jetzt eine Kurzzusammenfassung, habe ich den Text dreimal ausgebessert, bis ich das Pidguin Deutsch des jungen Afghanen namens Abdul hatte.

Zuerst hielt er seinen Monolog in sehr komplizierten, unrealistischen Sätzen und dann hörte ich noch dem „Verstehst mi – du verstehst mi net!“, Dialog von Klaus Khittel zu.  Peter Czak brachte ein Gespräch zwischen Sohn und Vater in einem Restaurant, das dann der Sohn aufgeregt und verärgert verläßt.

Robert wählte für seinen Konflikt den Frauentag, der ja morgen gefeiert wird und die Ruth brachte ihre autobiografischen Erlebnisse bezüglich eines Bibliotheksdienstes zu dem sie sich gemeldet hat, ihn aber nicht wirklich halten wollte

Wieder  wurde konstruktiv kritisiert. Das war ja ein Vorschlagvon Klaus Khittel, den er in der Dezemberrunde eingebracht hat und er ist da sehr liebevoll, aber auch sehr kompetent und so habe ich bei der heutigen Runde wieder viel gelernt, obwohl ich  nicht aktiv an einer aktuellen Romanszene geschrieben habe, denn da korrigiere ich ja  noch am „Frühstück“, jetzt bin ich wieder in dem Stadium, wo ich mir das Ganze, das ich eigentlich schon für ziemlich fhlerfrei hielt, laut vorlese und dann Fehler um Fehler.

Korrgieren Sie mal schön!“, hat mein Kritiker Uli am Freitag gemeint „Aber halten Sie sich um Himmels Willen nicht an die geltende Rechtschreibordnung, sondern an Ihre eigene. Es könnte sonst ja noch ein fehlerfreier Text dabei herauskommen!“

Und mit dem habe ich mich ja in den letzten Tagen nicht sehr konstruktiv herumgestritten, beziehungsweise im Kreis geschrieben.

So war die heutige Schreibgruppe, die wahrscheinlich nicht mehr „Westbahn spontan“, weil sie jetzt ja in der Krongasse stattfindet, heißen kann, wieder sehr aufbauend und wirklich lehrreich,

Auch, daß am Ende soviele verschiedene Texte herausgekommen sind und im April wird es dann wieder am Dienstag weitergehen. Danach wahrscheinlich auch nicht mehr am Donnerstag, was ja auch für mich sehr gut passt, weil wir hier öfter auch nach Harland fahren.

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