Literaturgefluester

2021-04-28

Künstlerprotest und Arbeitsbericht

Was tut sich auf der Corona-Front könnte man so fragen? In Wen wird der verschärfte Lockdown ab Montag beendet werden und man darf dann wieder ohne Maske den Donaukanal entlanglaufen und dort wurde angeblich auch der ehemalige Gesundheitsminister Rudi Anschober, der vor zwei Wochen aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist, oben ohne gesehen. In Wien gehen die Inzidenzzahlen zurück, in Vorarlberg wo man seit einigen Wochen mit Test die Restaurants besuche darf, gehen sie hinauf und ab neunzehnten Mai soll man wieder mit Test und dem grünen Paß in Lolkale dürfen, in Wien wahrscheinlich in den Schaigärten, in den anderen Bundesländern auch hiein. Wir haben einen neuen Gesundheitsminister, einen grünen Arzt und TCM-Mediziner, derTurnschuhe trägt und damit vorige Woche das ganze Land erregte, haben wir keine andere Sorgen?, könnte man fragen.

Offenbar nicht. Denn ganz Österreich jubelt über die neue Freiheit,die wir ab Mitte Mai angeblich wieder haben, weil wir dann getestet geimpft und genesen mit strengen Auflagen wieder zum Friseur gehen dürfen.

Ich nicht, denn meine Haare sind sehr kurz. Habe ich sie mir vor ein paar Wochen doch selbst geschnitten und gar nicht so schlecht könnte ich stolz anfügenund halte den Ausnahmezustand, in dem wir da vor einem Jahr hineingeschlittert sind, mehr oder weniger locker aus und werde ab Mitte Mai auch nicht mit Maske in die „Alte Schmiede“gehen, sondern mir weiter die Livestreams, solange es sie gibt, ansehen und hoffentlich solange die Inzidenzen nicht zu hoch und ich wieder testlos zurück kann, in Harland radfahren.

In Österreich herrscht also Freude, da unter strengen Auflagen villeicht in drei Wochen geöffnet und dieImpfungen sollen auch schon angelaufen sein, so daß alle bis Sommer durcheimpft werden sollen, wird in Deutschland noch einmal die Notbremse gezogen und man soll dort nach acht oder neun ohne Jund nicht mehr auf die Straße dürfen.

Das gilt bei uns zwar schon seit November, aber man darf, wenn man es braucht, auch ohne Hund hinaus. Wo soll man aber hingehen, wenn alles geschloßen ist und, daß das Virus ab acht oder neun ansteckender, als vorher ist, ist auch irgendwie unlogisch und das dürften sich in Deutschland auch einige Künstler gedacht haben. Fünfzig dort und drei aus Österreich, Nina Pröll, Roland Düringer, Niki Ofczareck gehört, glaube ich, auch hinzu und haben ab Donnerstag unter dem Hashtag „Alles dicht machen“, Videos herausgegeben, die alle mit dem Satz „Ich heiße sowieso und bin Schauspieler/ in!“, beginnen und da setzt sich eine solche auf den Boden und erzählt von ihrer Tochter,der es jetzt angeblich viel besser geht. Die sitzt in ihrem Zimmer vor dem Computer, trägt aber plötzlich schwarz und geht nicht mehr hinaus. Die Mutter stellt ihr das Essen vor dieTür und kommt plötzlich darauf, sie hat es die letzten drei Tage nicht mehr hineingeholt.

“ Ach ja, die Pubertät“, schließt sie, glaube ich, bevor sie den Schlußsatz „Bleiben Siegesund!“, hinzufügt. Ein anderer Schauspieler bläst in eine Tüte, die Luft hinein, in eine andere hinaus undschützt sich dadurch vor Ansteckung. Dann wird nicht mehr aufgemacht, wenn draußen der Pizzdienst läutet und der Presse wird auch gedankt, daß sie einem durch ihre Beichterstattung und Angstmache das Denken erspart und so weiter und so fort. Die Presse tobte am nächsten Tag. Den Schauspielern wurde Verhöhnung der Intensivpatienten vorgeworfen und Instrumentalisierung durch die Rechten. Was das damit zu tun hat, müßte man auch einmal erklären und wurde auch von den Künstlern auch thematisiert, die sich den Applaus nur von links wünschen und dasPublikum dazu aufforderte, auf diese Seite zum Klatschen zu gehenl.

Da sind wir also bei der Satire, dem Humor und der Ironie mit dem ich mir ja sehr schwer tue, aber trotzdem die Videos nur gut finde. Denn wer wird hier verarscht? Die Kranken nicht, sondern den überzogenen Maßnahmen den Spiegel vorgehalten. Denn wem verhöhnt, die Mutter, wenn sie den Ausnahmeszustand ihrer Tochter schildert? Da braucht man nur auf die Kinderpsychiatrien gehen, um nachzufragen, wieviel depressive, mager-und computersüchtige Kindern es dort gibt und Milena Michiko Flasar hat ja auch schon vor Jahren ein Buch darüber geschrieben.

Endlich thematisiert das jemand, habe ich mir gedacht und war erstaunt, daß es pötzlich hieß, die Schauspieler haben alle beleidigt, sind geschmacklos und werden nie mehr im öffentlichen Rundfunk eine Anstellung finden.

„Uje, uje!“, könnte man da sagen und noch schlimmer ist, daß dann einige kurz darauf ihre Videos wieder zuücknahmen und sich entschuldigten „Ich bin kein Rechter und lasse mich selbstverständlich impfen!“

Uje, uje, es scheint aber trotzdem ein paar konstruktiven Stimmen und vielleicht sogar eine Diskussion darüber zu geben und das wäre ja die Chance endlich einmal über die Kollerationalschäden, die der Lockdown auslösen kann und auslöst hat zu reden und ich bin ja auch für die Freiheit.

Für das freiwilliige Tragen der Maske, wenn man das will, das freiwillige testen und keine Verpflichtung, das mit einem Test vorzuweisen, weil man einem nicht traut und man sonst vielleich sein ganzes restliches Leben lang zu Haus bleiben muß.

Also keine zwei Klassengesellschaft, obwohl ich es aushalten werde, die nächsten Jahre nicht zu verreisen und meinetwegen auch in keinem Restaurant zu sitzen, aber gut ist das wahrscheilich auch für meine Psyche nicht und höchstwahrscheinlich auch nicht notwendig und während ich mir die Videos hineinzog und von den geplanten Öffnungsschritten hörte, ist es bei mir in der letzen Woche sehr rund gegangen. Ist doch mein Computer, der ohnehin schon ein Jahr vor sich hinkränkelt am Mittwoch nicht mehr hochgegangen. Der neue ist zwar schon bestellt, hat aber Lieferschwierigkeiten und ist nicht zu bekommen, was mich in Panik versetzte, wie mache ich das dann mit dem Bloggen?

Jetzt ist er wieder repariert und geht vorläufig ausgezeichnet. Allerdings ist dann der Drucker kaputt geworden und der Ausdruck meines Corona-Texte-Buchs so verschmiert, daß ich ihn fast nichtmehr lesen kann. Da korrigere ich jetzt ja Fehler um Fehler und hoffe langsam damit fertig zu werden und bevor der Drucker eingegangen ist, hat mir der Alfred auch das Cover der „Mathilde“ ausgedruckt. Da gibt es dann ein recht marcialisches Demobild zu sehen und wenn der Drucker wieder funktioniert, könnte es auch bald eine Vorschau auf das neue Buch geben und wenn ich mit dem Korrigieren der Corona-Texte fertig bin, könnte man mich fragen, wie es mit meinen Schreiben weitergeht?

Da bin ich eigentlich nicht sehr hoffnungsvoll. Habe zwar vor ein paar Wochen ein paar Ideen aufnotiert, weiß aber nicht, ob ich damit wirklich weiterkomme? Also vielleicht doch ein paar Recherchetage, über den Donaukanal kann ich jetzt ja vielleicht wieder maskenlos laufen und die Bücherschränke inspiizieren und mit meinem Notiubuch herausfinden, ob ich da auf neue Ideen komme?

Irgendwie denke ich ja immer noch, ich bin ausgeschrieben und wer will mich lesen? Die Textvorstellungen in der „Alten Schmiede“ scheint es auch nicht mehr zu geben, auch wenn man dort vielleicht wieder einmal test- undmaskenlos auftreten können kann. Mal sehen, wie es wird, schreibe ich wieder. Vorläufig muß ich ohnehin meine Monatsabrechnun gmachen und auf der Bank meine Kontoauszüge beheben und da könnte ich, denn es tut sich auch in Wien, o Wunder, ein bißchen was, nämlich eine Kundgebung am Platz der Menschenrechte und ein Aufruf zum Widerstand gegen den Ausnahmezustand, wo Roland Düringer auftreten soll, Gerhard Ruiss und Hannes Hofbauer, der auch den „Lockdown 2020“ herausgegeben hat, unterschrieben haben, kurz kann ich da vielleicht hinschauen, dürfte aber nicht verhaftet werden, da um sechs und sieben eine telefonische Stunde. Also schön, daß sich auch in Wien etwas tut und ein ewiger Lockdown und eine ewige Entmündigung ist wohl keine Lösung, was tun wir also dagegen,wenn man nicht mehr demostriere darf?

2021-04-27

Keines natürlichen Todes

Filed under: Bücher — jancak @ 00:09

jetzt bin ich gleich an den anderen Ende des Tellerrandes gehüpft, denn nach den „Wilden Theorien“ kommt ein Krimi. Kein gewöhnlicher, sondern der dritte Band von der von 1893-1957 gelebt habenden Dorothy Sayers „Ein Fall für Lord Peter Wimsey- Reihe“, die „Wunderlich“ jetzt neu übersetzt neu herausgibt. Den zweiten Band habe ich gelesen und spannend ist natürlich auch, daß ich jetzt viele Bücher lese, die vor hundert Jahren geschrieben wurden oder dort spielen und interessant ist auch, daß von der spanischen Grippe, die da ja gerade aktuell war, nicht die Rede ist, vielleicht ist das auch in hundert Jahren so, wenn da die Bücher gelesen werden, die Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts geschrieben wurden, daß das Wort Corona nicht erwähnt wird?

Daß Dorothy Sayers Stil sehr interessant und ungewöhnlich ist, habe ich schon bei den „Diskreten Zeugen“ beschrieben. Hier ist das wieder so und denkt man an die tausend Millionen Krimis, die seither geschrieben wurden und die man vielleicht gelesen hat, findet man einiges was sich vielleicht naiv liest, denn wir sind bei den Krimis ja schon anderes gewohnt.

Da sitzen also zwei Herren in einem Restaurant und unterhalten sich. Da mischt sich plötzlich der Herr vom Nebentisch ein, sagt er ist oder war Arzt und erzählt eine Geschichte, wo er sich in einem Fall zu viel eingeschmischt und jetztden Schaden hat. Denn da ist eine krebskranke alte Dame gestorben. Er schöpfte Verdacht und autopsierte sie. Es kam kein Ergebnis heraus und er hatte plötzlich keine Patienten mehr. Die Braut war auch weg und die war Krankenschwester bei besagter Miss Dawson. Die hatte eine Nichte, die alles erbte, wollte aber kein Testament machen, weil sie abgergläubisch ihren Tod nicht selbst herbeiführen wollte. Dann wurden noch die zwei Dienstmädchen entlassen, weil sie eine Teekanne zerbrochen hatten und Lord Wimsey hat Blut geleckt, obwohl ihm Inspektor Parker abrät, die Nase in den Fall, der keiner ist, zu stecken.

Er gibt aber ein Inserat auf, damit sich die Dienstmädchen melden und eines wird davon tod aufgefunden, an einem plötzlichen Herzschlag im Wald verstorben. Lord Wimey kommt in die Wohnung einer Mrs. Forrest, die ihm Schaudergeschichten erzählt und ihm dann verführen oder vetäuben will und eine alte Klatschbase wird von ihm in das Dorf geschickt, wo die Eregnisse stattfanden.

Ein Rechtsanwalt taucht auf, der auch fast ermordet wurde und alles deutet auf die Nichte hin. Aber die hat ein Alibi, ist sie doch von einer jungen Dame umgeben, die so verliebt in sie ist, daß sie sie nicht aus den Augen läßt.

Das ist auch interessant, obwohl das wort lesbisch nicht erwähnt wird und die wird tot im Wald aufgefunden. Diesmal wars ein Überfall, aber der scheint fingiert zu sein. Ein Reverend Hallelujah Dawson aus Westindien taucht auch noch auf und gerät in Mordverdacht und dann findet Mss Climpson in der Kirche den Beichtzettel jener Vera Findlater, wo sie die Lügen, die sie über Mary Whittacker erzählte, aufschrieb und gerät in Gewissennöte. soll sie ihn lesen oder nicht? Sie tut es und bricht dann in die wohnung jener Missis Forrest auf und wäre dort fast auch eines natürlichen todes verstorben, wäre nicht Lord Wimsey, der die Lösung des Rätsel inwischen herausgefunden hatund interessant ist vielleicht noch der letzte Satz des Nachwortes „Über Dorothy L. Sayers, der von einem Walther Kill geschrieben wurde.

„Ich bin ein Autor und kann mein Handwerk“, hat da Dorothy Sayers stolz über sich gesagt. Das Zweite stimmt, das Erste nicht, füge ich besserwisserisch an. Aber damals hat man noch nicht gegendert, obwohl Dorothy Sayers Miss Climpson schon bedauern ließ, daß sie nicht studieren durfte, sondern vom Schicksal zu einer neugierigen alten Jungfer verdammt wurde.

Jetzt bin ich nur gespannt wieviel der elf Bände ich noch lesen werde?

2021-04-26

Von der Ukraine nach Kroatien

Während wir uns hier im tiefsten Lockdown befinden und und ich sicher nicht mit grünen Impfpaß auf Reisen gehen werde, kann man das per Stream relativ einfach tun, den der1960 in Iwano-Frankiewsk geboren Juri Andruchowytsch den ich schon öfter, beispielsweise im Rahmen der „Buch Wien“ live erlebt habe, scheint ein Stipendium des Instituts der Wissenschaften oder des Literaturhauses Krems zu haben und wurde daher in der „Gesellschaft“ von Cornelius Hell vor den gläseren Vorhang gebeten, was ich insofern gut trifft, da ich erst vor kurzem eine andere Ukraininer, nämlich Natalka Sniadanko dort gehört habe und wenn ich mich nicht sehr irre, habe ich aus dem präsetierten letzten Roman „Die Lieblinge der Justiz, parahistorischer Roman in achteinhalb Kapiteln“ schon einmal gehört.

Cornelius Hell stellte Juri Andruchowytsch, der wie Natalka Sniadalko sehr gut Deutsch spricht vor und erzählte beispielsweise, daß er seinen Namen von Yuri Gagarin bekommen hätte, was der Autor dann ein bißchen in die Fktion verlegte und das Buch scheint berühmte Kriminalfälle der Geschichte mit der Fiktion zu verbinden und Juri Andruchwyitsch betonte, daß er noch nie für ein Buch soviel recherviert und dann doch sehr viel dazu erfunden hat.

Er las dann ein Kapitel von einem Kolnialwarenhändler, der in Kolomea sein Geschäft machte, sich aber auch von Magiern angezogen fühlte. Klingt interessant, ist aber wahrscheinlich kein Buch, das ich lesen würde. Die Historie liegt mir da ja nicht so sehr. Denn Juri Andruchowytsch war gerade beim Kaiser Franz Josef als Johanna Öttl in der „Alten Schmiede“ ihre zwei kroatischen Gäste ankündigte, die nach Wien gekommen waren und von Mascha Dabic zum Teil übersetzt und ganz gedolmetscht wurde und das ist interessant, denn wenn ich jemals, was ich, da ich ja wahrscheinlich keinen grünen Paß haben werde, nicht mehr tun werde, nach Kroatien komme, hätte ich kein Problem zu entscheiden ,welche Bücher ich mir diesbezüglich mitnehmen werde, denn das habe ich 2016 ja getan und mir dann auch noch ein literarisches Sovenier von dort mitgenommen. Auf jeden Fall habe ich zwei interessanten Autoren kennengelernt von denen ich bisher keine oder nur sehr wenig Ahnung hatte. Jana Volkmann moderierte und leitete die zwei Romane oder zwei Autoren ein, die, wie sie erklärte sehr unterschiedlich wären es aber auch Gemeinsamkeiten gebe würde.

Der Erste war der 1969 in Rijeka geborene Ivica Pretenjaca mit seinem Roman „Der Berg“, der eine Aussteigergeschichte zusein scheint. Denn da zieht sich der namenlose Protagonist, ein Kulturschaffender in einem Sommer für drei Monate auf eine Insel zurück um dort einen in einem Leuchtturm aufzupassen, daß es kein Feuer gibt und dort mit der Natur Verbindung aufnimmt. Er baut eine Beziehung zu einem Esel auf, hat aber auch Kontakt zu esoterischen Touristen und ich denke, auch wenn dieses Aussteigerthema nichts wirklich Neues ist, finde ich es sehr interessant, und Ivica Prtenjaca erzählte, gedolmetscht von Mascha Dabic Jana Volkmann, das Buch in Kroatien 2014 herausgekommen ist. Inzwischen hat er noch zwei andere Romae und einen Erzählband geschrieben und einer der Romane handelt in der Stadt in einer Wohnung und der namenlose Protagon, ist in der Verfilmung die schon geplant ist, wird er Bäcker heißen, ist ein interessanter Typ, was er mit dem Protagonisten des 1978 geborenen Goran Fercec gemeinsam hat, der interessanterweise auch noch Bender heißt und nicht aussteigt, sondern zurückkommt, nämlich in das kroatische Dorf, daß er kriegsbedingt verlassen hat. Jetzt in einer deutschen Stadt lebt, dort auch Gewalterfahrungen macht, bis ihm sein Vater anruft und weil die Mutter verschwunden ist, in das Dorf zurückruft.

Da gibt es dann ein Kapitel, das aus einem Monolog besteht, wo der Vater dem Sohn die Kriegserlebnisse schildert. Denn das Dorf ist leer, in den Häusern wohnen Hunde und die Soldaten haben die Besitztümer der Vertriebenen dem Vater zur Verahrung übergeben. Aus dem Htoel wachsen Bäume, die Mutter brät dem Vater Eier und Mascha Dabic hat das Buch überrsetzt, das und das ist auch interessant, in Wien vor zehn Jahren entstanden ist, denn da hatte er ein Stipendium und hat die „Alte Schmiede“ bersucht. Dann ist Jessica Beer aufdas Buch oder auf den Autor aufmerksam geworden und hat es offenbar von Mascha Dabic übersetzen lassen und ich habe zwei interessante kroatische Autoren kennengelernt. Jana Volkmann forderte das unsichtbare Publkum auch zum sich besorgen der Bücher auf. Da gibt es während des strengen Lockdown das Clik und Collektsystem und ich hätte mich eigentlich auch noch ins Literaturhaus streamen können, denn da gab es einen Überetzerabend mit der Kärntnerslowen Maja Haderlap mit der Katja Gasser ein Gespräch führte und da man den Stream, glaube ich, noch vier Wochen nachsehen kann, habe ich mich zu OE24- TV gestreamt, um mir die Diskussion zwischen Andreas Mölzer und Robert Misik über die gepalnten Lockerungsmaßnahmen, in drei Wochen alles öffnen mit Eintrittstest und grünen Paß beziehungsweise über die Impffortschritte, die heute voll angelaufgen sind, anzuhören.

2021-04-25

Wilde Theorien

Jetzt kommt wieder ein Kunststück, nämlich ein Buch ohne Plot „Sie möchten sich von einem Roman verzaubern lassen? Literarische Figuren kennenlernen, die zu guten Freunden werden? In „Wilde Theorien“ gibt es nichts davon – nur intellektuelle Trolle mit empathiefreiem Weltzugang, grenzenloser Lust an der Provokation und dem unstillbaren Wunsch, zu dominieren. Eine philosophische Komödie über Macht, Verführung und die Schönheit der Niedertracht – barock, brillant-verrückt, erbarmungslos“, steht auf dem Buchrücken von Pola Oloixarac „Wilden Theorien“ dem im Original 2008 erschienen Debut der Autorin, die 1977 in Buenos Airen geborenen wurde und von der ich schon „Kryptozän“ gelesen waren.

Klingt eigentlich nicht nach dem was ich unter Literatur verstehe, Struktur, Handlung und ein wenig Sozialkritik, aber ich lese, wie meine Leser wissen eigentlich alles und gerne über den Tellerrand, gehe oder ging immer wieder in die „Alte Schmiede“ oder in die „Gesellschaft“, wenn dort „Ritter-Bücher“ vorgestellt werden, die wohl ähnliche Ansprüche haben und auf dieses Buch wurde ich Anfang März durch das „Morgenjournal“ aufmerksam gemacht und kann meinen Kritikern jetzt schreiben, wieder ein Buch das ich nicht verstanden habe und es daher nur mehr oder weniger schnell durchgelesen habe. Trotzdem finde ich es interessant, was andere Leute schreiben und was von der hehren Literaturkritik hochgelobt und mit Preisen bestückt wird?

Nun zum Inhalt, Kritiker freut euch weiter, hier kann ich nicht viel spoilern, sondern nur mehr oder weniger das wiedergeben, was am Klappentext steht. Es geht um eine wunderschöne Erzählerin, sie ist oder gibt an achtundzwanzig und hat schwarze Haare. Fotos oder Illustrationen gibt es auch immer wieder, studiert Philosophie. Am Klappentext steht noch was, daß sie immer eine dreisprachige Aristotelausgabe mit sich führt. Das habe ich offensichtlich überlesen und ist mir entgangen. Sie geht aber mit einem Augusto essen, das ist offenbar ihr Professor. Dann gibt es noch die kleine Kamtchowsky mit ihrem Freund Papst. Was sie aber nicht daran hindert zum Mac Donaldś zu gehen und sich von einem Downsyndrommitarbeiter sich durch das Lokal führen zu lassen und Spekulationen darüber zu machen, ob Behinderte besseren Sex machen? Was in Zeiten, wie diesen eigentlich als nicht mehr korrekt gelten sollte. Aber vielleicht war das 2008 anders?

Einen dritten Strang gibt es auch. Da beforscht ein genialer niederländischerAnthopologe 1917 den Urwaldund verschwindet dort.

Diese Handlungsstränge und vieles anderes werden, wie der Titel schon besagt, in wilden Theorien, frei philosophisch oder intellektuell assozierend aneinandergereiht. Psychoanalytische Theorien tauche auf, aber dann geht es gleich auf Klo und auch woanders hin.

„Pola Oloixarac ist eine derbesten Schriftstellerin des Internets, dem einzigenLand, das größer ist als Argentienien“, schreibt Joshua Cohen und über dessen „Buch der Zahlen“ bin ich ja auch gestolpert und habe es nicht verstanden. Aber trotzdem Kritiker, hört und merkt es euch, habe ich es zu Ende gelesen. Denn ich breche selten Bücher ab, auch wenn ich sie nicht verstehe. Füge interessant hinzu, würde aber wieder gerne wissen, wie viele Leser Pola Oloixarac wirklich hat? Und kann auch noch „Amazon“ anführen, wo LutziFutzi schreibt. „Sorry, nichts für den Durchschnittseuropaier. Meiner Meinung nach nur verständlich, wenn man sich mit der Geschichte Argeniniens auskennt. Weitere Kritikpunkte sind die verschachtelnten Sätze mit bedeutungsvollen Wörtern, die nur erahnen lassen, was gemeint ist. Man könnte auch sagen, einfaches kompliziert ausgedrückt. Das hemmt den Lesefluß ungemein und man kommt nicht wirklich in die Geschichte hinein und den handelnden Personen nahe. Bin dann nach der Hälfte ausgestiegen.“

Das bin ich, wie schon erwähnt nicht. Kann mich aber trotzdem im Großen und Ganzen anschließen. Die Literaturkritiker, wie etwa bei „Spiegel Online“: Oloixaracs Sprache könnte schärfer nicht sein“ oder „Ohne Zweifel einer derersten spanischsprachigen Klassiker des 21. Jahhunderts“, „El Mundo“, sehen es wohl anders.

2021-04-24

Lange Nacht der Lyrik

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:20
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Der „Schöffling-Verlag“gibt seit vierig Jahren ein „Jahrbuch der Lyrik“heraus wo eine Reihe von Autoren je mit einem Gedicht enthalten ist. Das vom Vorjahr habe ich gelesen und heuer hat mich der Verlag pünktlich zum „Tag des Buches“ zu einer „Langen Nacht der Lyrik“ eingeladen. In Zeiten, wie diesen natürlich nur als „Zoom-Veranstaltung“, was vielleicht ein wenig seltsam ist, aber wie ich bei ähnlichen Gelegenheiten schon festgestellt habe, eine Chance zu der ich sonst nicht gekommen wäre und außerdem, was diesmal ganz besonders zutraf einen Einblick in die verschiedenen Wohnzimmer der Autoren die meistens vor großen Bücherwänden saßen, gab.

Von sechs Uhr abend bis ein Uhr früh lasen da im fünf Minutentakt, die Autoren und Autorinnen je das Gedicht aus dem Jahrbuch und dann noch ihr Lieblingsgedicht aus den vorigen Bänden vortrugen. Die Herausgeber Christoph Buchwald und Carolin Callies führten durch das Programm und so ging es mit einer Einleitung des Herausgebers los, der den Wunsch äußerte, daß sich das Publkum, nachdem es sich die Nacht gegeben hat, einen Eindruck der zeitgenößischen Lyrik bekommen hat und stellte dann oder beantwortete dann noch die Frage, wie man in das Jahrbuch kommt?

Katzenzungen oder andere Bestechungsversuche helfen nicht, betonte er. Es wird wahrscheinlich schon die Qualität sein, aber die ist wahrscheinlich auch subjektiv zu beurteilen und so erwähnte er auch, daß sich eine Autorin einmal weigerte eine Auswahl zu treffen und dann ging es schon los mit dem Stundentakt, wo ich einige Autoren kannte, die meisten anderen waren mir unbekannt, weil ich mich mit den deutschen Lyrikerinnen trotz der Lyrikfestivals der „Alten Schmiede“ nicht so auskenne.

So begann die 1989 geborene Katharina Schultens. Christoph Buchwald erwähnte immer die zuletzt erschienen Gedichtbände, die außer ihrem, das sie als zynisch bezeichnete, noch das Gedicht ihres Mannes las. Der 1948 geborene Urs Allemann, von dem ich schon einiges gehört habe, erwähnte, daß sein Gedicht demnächst in einem Band bei bei Ralph Klever erscheinen würde. Dann las er noch ein Jandl-Gedicht und Dirk von Petersdorff, der ein Wintergedicht vortrug, trug dann eines von Peter Rühmkoff vor. Dann kamen zwei jüngere Frauen, die noch keine Lyrikbände hatten, sondern, wie die Paris lebene Friederike Haerter schon in Anthologien veröffentlicht hat, während die 1997 geborene und in Münstler lebende Lea Wahode ihre Erstveröffentlichung vortrug und dementsprechend aufgeregt war.

Die 1945 geborene Christa Wißkirchen las ein Gedicht von Dirk vor Petersdorff au sdem Jahrbuch 1990/91 „Am grunde des Teiches schwimmt ein Fisch“, dann kam der Niederländer Wiel Kusters, der einzige Ausländer, wie Christoph Buchwald erwähnte und meinte damit wohl die nicht deutsche Muttersprache. Er las von „Städten und Dörfern“ und dann, obwohl die Verbindung sehr schlecht war, ein Gedicht von Oskar Pastior. Die 1967 geborene Iiris Lilja Schmidt schreibt erst seit eineinhalb Jahren Gedichte, hat aber schon einen einen Roman und Erzählungen veröffentlicht und einen sehr eindrucksvollen Stil.

Christoph Buchwald rundete die erste Stunde mit einem Gedicht von dem 1934 geborenen Johannes Kühn vor, der wie er meinte, einen sehr modernen altmodischen Stil hat. Dann interviewte die Mitherausgeberin Carolin Callis Christoph Buchwald, der dieses Jahr seine Herausgabe beendet und fragte ihn, wie er zu dem Jahrbuch gekommen war und stellte als Erstes den 1954 geborenen Hans Till vor. Dann kam Julia Grinberg und brachte außer ihrem noch drei andere Gedichte darunter eines von Franzobel mit dem Titel „Österreich ist schön“. Das habe ich, glaube ich, schon gehört, obwohl ich den Bachmannpreisträger von 1995 eigentlich nicht für einen Lyriker halten würde.

Carolin Callis las dann aus einem Lyrikjahrbuch ein, wie sie meinte, humorvolles Gedicht von Oswald Egger „Ich will nie wieder beim Lyrikjahrbuch mitmachen“, ein ständig wiederholter Vorsatz, den er wahrscheinlich nicht eingehalten hat und erklärte dann, daß man noch bis zum dreißigsten Juni Gedichte für den neuen Band einschicken kann, der von Nadja Küchenmeister, von der ich auch schon was gelesen habe, mitherausgegeben wird.

Uta Gosmann lebt in den USA übersetzt gerade Luise Glück und dann kam die 1960 geborene Monika Vasik, bei mit der ich mich bei dem letzten „DichtFest“ bei dem ich live in der „Alten Schmiede“ über die Leipziger Buchmesse, die dann nicht stattfand, unterhalten habe. Dann kam nach einer Claudia Gabler, Philip Krömer, den ich 2016 bei „Bloggerdebut“ kennengelernt habe und auch nicht wußte, daß er Gedichte schreibt.

Vor der Übergabe zur dritten Stunde befragte Carolin Callies Christoph Buchwald zu den Gedichteinsendungen und meinte, daß er wohl der sei, der die meisten Gedichte gelesen habe und der stellte dann als Erstes, den 1982 geborene Sascha Kokut vor, der in Leipzig lebt und am Leipziger Lteraturinstiut, wie er sagte, gemeinsam mit Simone Hirth studierte, die ich auch als Romanautorin kennenlernte und las ein Gedicht von ihr vor. Nach Elke Bludau ging die Staffette an den mir ebenfalls bekannten Andreas Unterweger, der jetzt die „Manuskripte“ herausgibt, in Leibnitz lebt und von Christoph Buchwald zu dem im Vorjahr verstorbenen Alfred Kolleritsch befragt wurde. Sunje Lewejohanns Auftritt war sehr originell hatte sie doch im Hintergrund einen Bärenkopf sitzen, der ein Lyrikhandbuch in der Hand hielt und mitlas, was Christoph Buchwald in seiner Moderation aber nicht erwähnte. Elena Mpei scheint in Griechenland zu leben und aus dem Griechischen zu übersetzen. Markus Breidenich las mit Vogelgezwitscher.

In der vierten Stunde begann die 1979 geborene Ulrike Almut Sandig, die ich eigentlich auch nicht als Lyrikerin kenne, aber vor kurzem ein Buch gelesen habe und die hatte auch ein Kind im Hintergrund sitzen und setzte sich bei ihrem Gedicht „Anleitung zum Abstand“ eine rote Perücke auf. Dann ging es wie Carolin Callies moderierte zum Corona-Teil, denn Florian Foßs Gedicht „Plage“ beginnt mit „Schu, schu, jetzt kommt der Seuchenzug“, das im Jahrbuch auch die Kapitelüberschrift stellte, während die 1964 in Hildesheim geborene Birgit Kreipe in die Abteilung Naturlyrik landete, handelte Ihr Gedicht doch von einem Kohlweißling und ist der 1981 verstorbenen Photographin Fransesca Woodman gewidmet. Der 1979 geborene Christoph Wenzel ist frischer“ Dresdner Lyrikpreisträger“ und lobte die Veranstaltung, bei der vom Anfang an zugesehen hat, sehr. Stark die Gedichte der 1955 geborenen Kornelia Koepsell, die schon mehrere Gedichte in den Jahrbüchern hatte. Die 1995 geborene Dorina Marle Heller lebt teilweise in Wien, stellt gerade ihren ersten Gedichtband zusammen. ihr Gedicht ist im Lockdown entstanden und ihr Bonus Gedicht stammt von Friederike Mayröcker, die sie erst in der letzten Zeit entdeckte.

Das Gedicht der 1980 in Rostock geborenen Dorothee Arndt heißt „Schlafende Schuhe“ und sie nahm, um es zu demonstrieren auch ein paar Schuhe in die Hand und ihr Bonusgedicht war Michael Krüger gewidmet. Der 1979 in Regensburg geborene Johann Reißer ist mit seinem „Frau Holleland“ beim Märchen geblieben und las dann noch ein Gedicht von Marcel Beyer vor.

Im Gespräch kurz vor zehn ging es um die vergessenen Dichter und da erzählte Christoph Buchwald von einem der ihm einmal ein Pinguin- Gedicht aus herausgeschnittenen Gedichtzeilen zusammenstellte. Dann kam das Gespräch darauf, daß sehr viele Autorin die mit Gedichten geschrieben haben, mit Gedichten angefangen haben, später Romane herausgegeben haben und Christoph Buchwald betonte, daß man eine Welt auch aus zehn Worten zusammenstellen kann, wozu andere hundert Seiten brauchen.

Dann kam die 1980 geborene „Bachmann-Preisträgerin“ Nora Gomringer, die ich schon mal im Literaturhaus hörte und las oder rezitierte über das „Kollektive Stillhalten der Füße“. Anna Hetzer brachte ein dreisprachiges Gedichte von Dagmara Kraus die ich schon beim Lyrik Schwerpunk Rauris hörte. julia Trompeters Gedicht war „ziemlich ringeling“ und brachte dann wieder was von Oswald Egger aus dem Jahrbuch von 2018, das sie live performte, da es aus einer partitur besteht. Dann kam wiederein Bekannter von dem ich ebenfalls nicht wußte, daß er Lyrik schreibt, obwohl sein Gedichtband in wenigen Wochen schon bei „Haymon“ erscheint. Er hat aberschon zwei Romane geschrieben, die ich gelesen habe und bei den O- Tönen und in der AK-Bibliothekhttps://literaturgefluester.wordpress.com/2018/11/07/bevor-wir-verschwinden/ habe ich ihn auch schon gehört.

Dann gabs eine Pause um sich ein Glas Wein zu holen, ich habe meines schon getrunken und bin mit dem Laptop ins Schlafzimmer übersiedelt, denn jetzt gings in die „Nachtöffnung“, wie eines der Kapitel heißt und der erste Lesende war der1991 geborene in Wien lebende Raoul Eisele, der schon zwei Gedichtbände herausgebracht hat und von dem ich bisher keine Ahung hatte, interessant, was ich alles nicht weiß. Der 1988 geborene in München lebende Tristan Marquadt hatte dann sogar einen „Schlafkatalog“.

Die 2002 geborene Ruta Dreyer war die jüngste Lesende und las ihr Gedicht „Gezeiten“. Jan Kuhlbrodt hatte ein Birnengedicht. Dominik Dommbrowski hatte auch was über Einschlafen über „Sterne“ging es dann bei Federicio Federici, der sein Gedicht zweisprachig las. Vor dem letzten Block fragte Carolin Collies Christoph Buchwald dann, was ihm fehlen würde,wenn er jetzt die Herausgabe niederlegt.

Und von den Lesenden der letzten Stunden habe ich Anja Kampmann und Sandra Gugic gekannt,von denen ich ich auch schon Prosa gelesen habe.

„Die längste Lyriklesung aller Zeiten!“, steht auf der Facebookseite, wenn ich an die frühen Poet Nächte unter RolfSchwendter denke, weiß ich nicht, ob es stimmt. Aber da wurde auch Prosa gelesen und Scatches präsentiert und das Jahrbuch hat natürlich mehr als die lesenden siebzig Autoren und es sind auch berühmte Autorennamen, wie beispielsweise Elke Erb die letzte Büchner-Preisträgerin darin zu finden.

2021-04-23

Zweiter Corona-Buchwelttag

Filed under: Büchergeschichten — jancak @ 00:50

Der „Welttag des Buches“ wird seit 1995 am dreiundzwanzigsten April gefeiert, weil da sowohl Wiliam Shakespeare, als auch Miguel de Cervantes ihren Todestag haben und es bei den Katalanen Brauch war, an diesem Tag Rosen zu verschenken. Man kann das natürlich auch bei Büchern machen und ich weiß nicht mehr genau in welchen Jahr ich auf dieses Datum aufmerksam wurde. Da gab es aber Gratisbücher des deutschen und auch österreichischen Buchhandels und man konnte in Buchhandlungen gehen und sich dort ein Buch aussuchen, was ich auch machte.

Der österreichische Hauptverband hatte immer ein Gratisbuch. Es gab ein oder zweimal eine Bücherbim und irgendwelche Veranstaltungen. In Deutschland wurde einmal eine Schachtel voller Bücher an Interessierte verschickt, die man dann verteilen konnte und da hat sich Wolfgang Tischer vom Literaturcafe einmal aufgeregt, daß die Leute die Bücher gar nicht wollten.

Aber vielleicht dachten sie, man wollte ihnen die Bibel ansdrehen oder Geld dafür haben. Anna Jeller hat ein paarmal ihre Leseexemplare verpackt ins Schaufenster gelegt, die man sich holen konnte. Ich war einmal zu einem Fest der Wohnpartner eingeladen und habe weil ja eine Bücherfee, Ratte oder was auch immer bin und dsher auch ein besonderer Tag.

Aber heuer haben wir ja noch immer Corona und wie im letzten Jahr Lockdown. Das heißt die Buchgeschäfte geschlossen und der Hauptverband hat, glaube ich, im Vorjahr auch mit der Gratisanthologie aufgehört. Was macht man also heuer um diesen Tag zu feiern? Denn das sollte man doch. Noch dazu, wo Lesen in Zeiten der Ausgangssperre ja zu den wenigen Dingen gehört, die man darf oder kann und das gibt auch Anlaß für einen schönen Blogartikel über das Lesen in Coronazeiten, was ich intensiv betreibe und mich demnächst auch mit den Leipziger Buchpreis- Büchern beschäftigen und wenn man bloggt hat man auch das Glück, daß manche Informationen ins Haus kommen und so hat mich der Grützner-Literaturtest auch zu einem digitalen Netzwerk eingeladen, wo sich die Blogger besser kennen lernen können und der „Schöffling- Verlag“ veranstalt eine „Lange Nacht der Lyrik“, wo von sechs bis ein Uhr früh siebzig Lyriker und Lyrikerinnen darunter, glaube ich, auch Monika Vasik ihre Gedichte lesen und es gibt ja auch verschiedene Seiten, wo man sich über das Lesen austauschen kann.

Und dann hat mich auch ein Jeremy und mich auf seine Website „Reihefolge.org“ aufmerksam gemacht, die sich auf Serien spezialisiert hat und mich zu einen Besuch eingeladen. Also voila, bevor ich mich auf die „Lange Nacht der Lyrik“ begebe und vielleicht auch zum „Wortschatz“ der ja offen hat, schaue ich nach, was mir die Seite zu bieten hat, obwohl ich ja keine Serienleserin bin und sich bei meinen Leseverhalten im Laufe der Zeit einiges verändert hat.

Jetzt lese ich hauptsächlich Gegenwartsliteratur, Neuerscheinungen und die Backlist meiner Bücherschrankfunde. In letzter Zeit sehr viele Buchpreise, den deutschen, österreichischen, schweizer und jetzt auch den des Leipziger Buchpreises,. Bin aber, wie meine Leser wissen, offen für alle und möchte immer noch sehr gerne alles lesen. Also lese ich auch Krimis, Chicklits und habe mich auch einmal an erotischer Liiteratur oder Science Fiction probiert und da hat die Serienseite auch einiges anzubieten. Unterscheidet sie bei ihren eintausenfünfhundert Autoren, die sie schon etwa vierzigtausend Menschen dargeboten haben, zwischen Krimis und Thriller, Fantasy, Science Ficton, Romane und Erzählungen, historische Romane, Liebe und Romantik, Kinder und Jugendbücher, Horror, Lachen und Erotik. Also ganz schön viel und jetzt hineingetaucht in die Serien und schauen, job ich was bekanntes oder auch Neues finde?

Bei den Krimis werde ich schon mal fündig. Denn da ist gleich einmal Sebastian Fitzek aufgelistet, von dem ich schon viele Bücher gefunden und auch einige gelesen habe. Als Serie hätte ich das gar nicht empfunden. Von Dan Brown habe ich, glaube ich, schon was gefunden, aber noch nichts gelesen. Kathy Reichs ist mir vollkommen unbekannt. Von Nele Neuhaus habe ich das „Schneewittchen“ gelesen und von Volker Klüpfl auch schon viel gefunden. Stieg Larsson ist ein Serienschreiber und inzwischen verstorben, wurde aber, glaube ich, weitergeschrieben. Dann würde ich noch die Serienschreiberin Eva Rossmann anfügen von der ich schon sehr viel, fast alles gelesen habe.

Weiter geht es mit der Fantasy, wo ich, wie gestehen muß eigentlich nur Stephen King kenne, beziehungsweise ihn auf meiner Leseliste stehen habe, weil er bei den Bloggern einen großen Fankreis hat und bei der Sciene Fiction ist mir Andreas Eschbach und Haruki Murakami bekannt, obwohl ich den eigentlich nicht in disee Schachtel geschlichtet hätte. Er kommt aber, kann ich gleich anfügen bei den Romanen und Erzählungen nochmals vor. Da gibt es dann noch Ceceilia Ahern, Jojo Moyes, Lucinda Riley, Charlotte Link und Markus Zusak, da hätte ich auch noch großen Nachhollesebedarf.

Auf der historischen Schiene habe ich schon Ken Follet und Noah Gordon gelesen, bin da aber keine Spezialistin. Bei der Romantik ist mir Daniel Glattauer am besten bekannt, obwohl ich den gar nicht so eingeschätzt hatte.

Bei Lachen und Satire taucht zu meinen Erstaunen Sophie Kinsella auf, hätte ich die doch eher unter Liebe und Romantik eingereiht, aber viel von ihr gelesen und bin ein großer Fan von ihrer „Schnäppchenjägerinr. Dann gibt es noch David Safier, Tommy Jaud, Kerstin Gier, die ebenfalls als Liebesautorin eingereiht hätte und Marc-Uwe Kling dessen „Känguru- Bücher“ überreichtvon der lieben Doris ich in Harland auf dem Bücherstapel liegen habe.

Die Kinder und Jugendbücher, den Horror und die Erotik überlasse ich meinen Lesern sich da selber fündig zu machen, wünsche einen schönen Welttag des Buches, erinnere daran, daß man Bücher wenn die Buchläden schon geschlossen haben, ja auch bestellen kann und verweise auf die offenen Bücherschränke die ja immer offen haben. Also schönes Lesen! Was soll man auch in Zeiten wie diesen anderes machen?

2021-04-22

Geschichte schreiben in der „Gesellschaft“ und in der „AS“

Heute habe ich schon gedacht, ich könnte mich weder von der „Gesellschaft“ in die „AS“streame,n noch meinen täglichen „Literaturgeflüster-Artikel“ schreiben“,denn mein Computer, ich habe es, glaube ich, schon angedeutet, ist seit fast einem Jahr am Eingehen. Der Neue zwar schon bestellt. Aber die Liieferung verzögert sich immer wieder und wiederund so hatte ich in den letzten Tagen zunehmende Schwierigkeiten beim Hochladen, bis er mir gestern Abend wirklich abgestürzt ist. Zum Glück gibt es aber Reparaturanstalten und so habe ich ihn rechtzeitig vor sechs wiederbekommen und dazwischn mein „Corona-Textebuch“ auch ohne OE24 im Hintergrund laut lesend durchkorrigiert und bin dabei auf Fehler und Fehler gestoßen, so daß ich tagsüber sehr beschäftigt war, wo ich schon dachte, ich bin ohne Computer verloren und kann nichts anfangen und am Abend gab es ein abwechslungsreiches Literaturprogramm,so daß ich bequem zwischen der „Gesellschaft“ und der „Alten Schmiede“ wechseln konnte, während ich meine Misik-Rezension korrigierte, zu der ich gestern nicht gekommen bin, aber noch viele Fehler drinnen hatte. Und das Literaturprogramm war sehr abwechslungsreich. Stellte doch der „Haymon-Verlag“ doch in der „Gesellschaft für Literatur“ sein Programm vor und da zwar die ukrainische Autorin Natalka Sniadanko, die ich schon einmal in der „Gesellschaft“ hörte als sie dort ihren Roman „Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen“, vorstellte. Das ist ein interessanter Titel, der neugierig macht und ich hatte auch das Glück das Buch, weil es einen zerissenen Umschlag hatte, im Frick-Discounter, um einen oder zwei Euro zu kaufen und das Buch, das heute vorgestellt wurde, heißt noch ungewöhnlicher, nämlich „Der Erzherzog der den Schwarzmarkt regierte, Natrosen liebte und mein Großvater wurde“.

Die1973 in Lemberg geborene Autorin scheint eine Vorliebe für lange Titel zu haben und spricht auch gut Deutsch obwohl das Buch von Maria Weissenböck aus dem Ukrainischen übersetzt wurde und das Buch ist die Geschichte des Erzherzogs Wilhelms, der 1895 in Pola geboren wurde und 1948 in der Ukraine dem Stalinismus zum Opfer fiel und von Natalka Snidalko in eine fiktive Umgebung versetzt wurde, beziehungsweise die Geschichte von seiner fiktiven Enkeltochter erzählen läßt. Eine interessante Geschichte, die neugierig auf das Buch macht. Aber ich habe ja noch die „Frau Müller“ zu lesen und nachdem die Lesung und das Grspräch mit Ursula Ebel beendet war, kam noch die „Haymon-Lektorin“ Linda Müller, die für das Programm zuständig war, auf die Bühne oder auf das Lesetischchen und stellte das Verlagsprogramm vor, das auch einige ukrainische Autoren , wie Jurij Wynnytschuk, vor. Dann wurde in der „Gesellschaft“ noch Katharina Schaller mit ihrem Debut „Unterwasserflimmern“ vorgestellt. Aber da bin ich in die „AS“ hörte hinübergeschwankt, denn da stellte Sabine Scholl in ihrer Reihe „Geschichte schreiben“ Marketa Pilatova und ihren Roman „Mit Bata, im Dschungel vor“ und Bata ist ja eine tschechische Schufabrikantenfami lie, die, offenbar vor den Naszis in den brasilianischen Dschungel flüchtete und dort eine tschechische Kolonie aufbaute und die ebenfalls 1973 geborene Marketa Pilatova, die heute in Prag lebt und von dort in die „Alte Schmiede „gekommen ist, hat ja einige jahre als Tschechischlehrerin in Braslien und Argentinien gelebt und ist dort mi tder Enkeltochter in Bezihungs gekommen und hat dann die idee gehabt, die historischen Fakten zu einen Roman zu spinnen in dem sie, wie bei einer Fuge verschiedene Stimmen, darunter interessanterweise auch die Fabrik, erzählen läßt.

Es war eine zweisprachige Lesung mit Unterstützung des tschechischen Zetrums und dort habe ich Marketa Pilatova schon einmal im Rahmen der „Buch Wien“ lesen gehört und dann auch noch „Wir müssen uns irgendwie ähnlich sein“ und ihren „Tsunami Blues“ gelesen. Jetzt las Johannes Tröndle, die deutschen Stellen, die Autorin auf Tschechisch und Marketa Pilatova erzählte im Gespräch mit Sabine Scholl dann genauso viel über Antonin Bata, wie vorher Natalka Sniadanko Ursula Eibel viel über diesen Erzherzog erzählte und interessant sind auch die Enkeltöchter, die in beiden Büchern auftauchen. Die Bata Enkeltochter Dolores hat Marketa Pilatova viel erzählt und Natalka Snidelko hat eine Enkeltochter Halyna zu ihrer Protagonistin gemacht, wurde aber schon gefragt, ob sie vielleicht die Ekeltochter des Erzherzogs ist. Das ist sie nicht, hatte aber auch zwei Großmütter, die denen ähneln, die in ihren Roman vorkommen. Interessant, die Ähnlichkeiten zwischen den Büchern, die historische Details auf der eine Seite von einer Ukrainerin, auf der anderen von einer Tschechin erzählt wurden undich plage mich derzeit mit einer argentinischen Autorin und ihren „Wilden Theorien“ ab.

Und noch einen Erfolg habe ich zu vermelden, das Cover von „Mathilde im Coronaland“ ist jetzt da, so daß die Vorschau bald erscheinen kann.

2021-04-21

Die neue (Ab)normalität

Filed under: Bücher — jancak @ 09:30
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Ich bin ja, meine Leser wissen es wahrscheinlich, sehr am Thema Corona interessiert, habe, während ich schon unzählige Artikel geschrieben habe und gerade an meinem Corona-Literaturgeflüsterbuch arbeite, auch schon einige gelesen, Sucharid Bhakdis „Corona Fehlalarm?“, „Pandemische Zeiten“, „Lockdown 2020“, beispielsweise und natürlich das erste von Paolo Giordano „In Zeiten der Ansteckung“, das Robert Misik auch erwähnt und was alle, bis auf das Letzte gemeinsam haben, ist, daß sie eher Corona kritisch sind.

So hat der „Lockdown 2020“ , beispielsweise „Wie ein Virus dazu benützt wird, die Gesellschaft zu verändern“, aus dem „Promedia Verlag“ als Untertitel. Dann gibt es noch unzählige andere. So hat wahrscheinlich Martin Sprenger eines geschrieben. Michael Fleischhacker, der jeden Donnerstag sehr kritische Diskussionen zu diesem Thema im „Hangar 7“ macht, wo man sich allerdings auch testen lassen muß, so daß allzu Kritische dort nicht mehr hingehen und das Interessante ist daran, wie schnell die Kritiker ins rechte Eck, wie die Demonstranten, gerückt werden, was man vielleicht auch einmal untersuchen sollte.

Ich höre seit März 2020 sehr viel OE24-TV, weil mich das Thema sehr interessiert und die ständig darüber berichten und obwohl das vielleicht ein konservativer Boulvardsender ist, bringen sie, glaube ich, eher Kritischeres, als beispielsweise Ö1.

Das hat sich im letzten Jahr auch erstaunlich viel geändert, was man untersuchen sollte und sie bringen täglich Diskussionen zwischen links und rechts. Josef Cap gegen Peter Westenthaler, Sebastian Bohrn-Mena gegen Gerald Grosz und am Montag Robert Misik gegen Andreas Mölzer, der sich am Donnerstag auch gelegentlich mit einem Heimo Lepuschitz matscht und ich kenne, den 1966 geborenen Blogger und Politjournalisten schon lange und habe ihn eigentlich immer als sehr kritisch eingeschätzt. Eine Zeitlang habe ich mir seine Vlogs angeschaut und war auch einmal bei einer Diskussion im Kreisky-Forum, wo er, glaube ich, Kurator ist.

Jetzt diskutiert er ein – bis zweimal in der Woche als Linker gegen rechts und da habe ich gemerkt, er ist einer, der das Corona-Virus offenbar für gefährlicher, als ich es finde, hält und er sich auch vor der Ansteckung fürchtet und habe ihn, als er sich einmal darüber wunderte, daß da offenbar auch ein paar linke Bekannte, auf die Demos gehen und nicht nur die bösen Rechten, bevor ich das auch tat, als man das noch konnte, ohne gleich registriert und angezeigt zu werden, gemailt, daß ich gern mit ihm darüber diskutieren möchte.

Er hat mir leider nicht geantwortet und genauso leider nach dieser oder der nächsten Demo bei OE24 gesagt, daß man doch mit Wasserwerfern gegen die rechten Corona-Covidoten auftreten sollte, was ich nicht finde und dort zwar sehr viele Österreichfahnen, aber eigentlich wenig Idioten sehe und was der Grund ist, daß die Linken nicht auf diese Demos gehen würde ich gern mit ihm diskutieren.

Er hat aber jetzt ein Buch über die neue Corona-Abnormalität geschrieben und das habe ich mir natürlich besorgt. Las es gespanntund kann berichten, daß es mich vom Stil mehr beeindruckt hat, als die „Herrschaft der Niedertracht“ die ich gelesen habe.

Denn Robert Misik geht es sehr literarisch an und beginnt mit Charles Beaudlaire und seinen „Bösen Blumen“. Denn da gibt es ein Gedicht „Auf eine Vorübergehende“ wo die zufällige Begegnung mit einer Passantin beschrieben wird, die man gerne kennenlernen möchte, es dann aber doch zu keinen Kontakt kommt und das darf man jetzt auch nicht. Denn seit dem letzten Jahr ist das soziale Distancing angesagt und da beginnt Robert Misik und das finde ich interessant, gleich die Masken tragenden guten Amerikaner von den bösen Trump-Wählern zu trennen, die das nicht tun.

Da fängt auch meine Frage an, wie ist es zu dieser Klassizifierung gekommen? Weil man vielleicht deshalb keine Maske tragen will, weil man ein Trauma oder Atmebeschwerden hat? Ich habe bei mir selber nachgeforscht, warum ich so gegen Masken bin, daß es mich schon beutelt, wenn ich daran denke, daß ich eine aufsetzen soll und habe lange gedacht, daß das so ist, weil ich mich nicht zu etwas zwingen will, was ich nicht wirklich nachvollziehen kann!

Dann ist mir aber eingefallen, daß ich mit knapp sieben einmal fast ertrunken wäre. Das Buch „Mauern“ hat mich darauf gebracht, daß ich da vielleicht eine Traumatisierung habe. Ich habe nie um eine Maskenbefreiung angesucht, aber die werden auch nicht anerkannt, sondern Maskenverweigerer gleich als rechts bezeichnet. Ob das wirklich so einfach ist, lieber Robert Misik möchte ich bezweifeln, weil ich wegen der Widersprüche auf die Demos gehe und nicht, um das Parlament zu stürmen und ich diese Vermischung für sehr gefährlich halte!

Robert Misik kommt aber in seinem zweiten Kapitel zu den Epdiemien und führt uns da durch die Pest, die Cholera und die spanische Grippe. Also durch Krankheiten, wo die Menschen wirklich reihenweise umgefallen sind und tot auf der Straße lagen, was bei Corona zum Glück nicht der Fall ist. Da ist es wohl eher die Angst davor, was vielleicht den logischen Blick vernebelt.

Es gibt aber auch literarische Vorbilder. So hat Camus mit der „Pest“ ein berühmtes Buch darüber geschrieben und Foucault hat sich mit der Pest in historischen Zeiten beschäftigt und ich frage mich immer noch, wie man dazu gekommen ist, ab März 2020 mit Polizei- und Militärgewalt gegen das Virus anzukämpfen. Das tut man jetzt vielleicht ein wenig weniger offensichtlicher. Mich stört ja da vor allem die Entmündigung, die da passierte und die mich auch demonstrieren ließ, weil ich mir immer noch denke, man müßte es eigentlich mit Hausverstand probieren und kann ja selber den Abstand halten und die Politik kann auch darauf vertrauen, daß sich die mündigen Menschen vielleicht selber testen und müßen das nicht unbedingt kontrollieren, was aber offenbar nicht passiert, so daß es, was mich auch stört, zu einer Vernaderungsgesellschaft gekommen ist oder kommen kann.

„Die Krankheit als Metapher“, ein Ausdruck, den Susan Sontagfür einen Essay verwendet hat, kommt bei Misik auch vor. Früher war es einmal schick „tuberkulös“ zu sein, schreibt er und meint damit wohl die „Zauberberg-Gesellschaft“ obwohl er den nicht zitiert und, daß Seuchen immer auch soziale Ursachen haben, was vielleicht auch bei Corona so ist.

Wenn ich in beengten Verhältnisse wohne, klebe ich halt mehrauf den anderen, als wenn ich eine Luxusvilla mit Garten habe. Deshalb gab es vor hundert Jahren den sozialen Wohnbau, um die Nachwirkungen der spanischen Grippe zu bekämpfen. Daß die neoliberale Gesellschaft das Gesundheitssystem kaputt gespart hat, ist auch kein Geheimnis.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem Leben in der Pandemie und da beginnt Robert Misik mit den Gesetzen über die man sich nicht wundert, wenn man sie für gerecht hält. So schnallen wir uns protestlos an, wenn wir mit dem Auto fahren. Nur als das Rauchen verboten wurde, begannen vielleicht die Probleme und jetzt haben wir die, wenn die Reichen ungestört ihre Corona-Parties feiern oder nach Dubai fliegen, während wir zu Hause sitze

Da habe ich das Problem, daß ich denke, daß mit Freiwilligkeit alles besser geht und ich keinen Polizisten brauche, der mit sagt, daß ich eine FFP2-Maske aufsetzen muuß, wenn ich beim Karlsplatz um die Ecke biege. Es gibt Umfragen, daß sich etwa fünfzig Prozent schärfere Maßnahmen wünschen. Die sollen ihre Masken tragen und sich testen lassen, denke ich. Die anderen, die das Virus für nicht so gefährlich halten, zumindestens steckt sich ja nicht jeder an und fällt tot um, wie man manchmal suggeriert bekommt, passen vielleicht so auf, in dem sie Abstand halten und keine Hände geben. Das tue ich zum Beispiel und hatte daher überhaupt keine Angst, daß ich mich damals auf der Jesuitenwiese anstecken könnte, wurde aber schon danach gefragt und ärgere mich manchmal über Leute, die den Abstand nicht halten und sich, wie beispielsweise im Sommer am Markt einfach, um das überfüllte Tischchen drängten.

Robert Misik kommt hier schnell zu der Ungerechtigkeit und das rechne ich ihm hoch an. Die systemerhaltene Putzfrau im Krankenhaus und die Kassiererinnen im Supermarkt wurden bekatscht, haben aber nichts davon, während wir uns ärgerten, daß wir zu den nicht Systemrelevanten gezählt wurden und das habe ich teilweise auch so empfunden.

Das Virus steckt die Armen an, die Reichen können es sich richten, schreibt Robert Misik und erzählt von Lehrern, die sich beklagten, daß manche Kollegen zu den Verschwörungstheoretikern zählen und nicht lüften wollten. Da denke ich, daß die sogenannten Verschwörungstheorien, „Das Virus dient Bill Gates!“, beispielsweise, wahrscheinlich auch den Zweck haben, sich die Unischerheit zu erklären und sollten vielleicht doch nicht so verteufelt, sondern ernster genommen werden und Robert Misik beschreibt auch, wie er bei einem Meeting mit vier Personen saß und plötzlich kam die Nachricht Paula wurde postiv getestet und er hat mit ihr erst vor ein paar Tagen gegessen. Ist er jetzt Kontaktperson und auch positiv uje uje?

Die „Betrachtungen“ der Zadie Smith, die ich auch gelesen habe, werden zitiert und das nächste Kapitel ist der Wirtschaft „Koste es was es wolle!“, gewidmet und den Konkursen, die wir in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich erleben werden und den auch eintreffenden sozialen Niedergang und interessant auch das Schlußkapitel, das sich „Laßt die Party beginnt!“ überschreibt, denn was folgte auf die spanische Grippe?

Die wilden Zwanziger, wo sich die Frauen die Haare abschnitten, Zigaretten rauchten und sich vielleicht eine Freundin suchten. Da habe ich ja, vielleicht nicht so zufällig, einiges gelesen und was kam dann, uje uje…?

Gar nicht auszumalen, obwohl die Verwandlung von links nach rechts ist schon da und Martin Sellner rühmt sich tatsächlich, daß es seine Leute sind, die er auf die Demos bringt.

Ein gutes Buch und Robert Misik ist zum Glück doch noch kritischer, als ich schon befürchtet habe, daß er es vielleicht nicht mehr ist. Also lesen, lesen, lesen und ich würde noch immer sehr gern mit ihm darüber diskutieren!

2021-04-20

Der verkaufte Feminismus

Filed under: Bücher — jancak @ 00:41
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Für die, die sich vielleicht darüber mokieren, daß ich beim „Leipziger Buchpreis“ keine Sachbücher anfragte, ich lese manchmal welche, nicht sehr oft zugegeben und auch nur in bestimmten Fachgebieten die hauptsächlich die Politik, die Literatur und vielleicht auch sonst noch Gesellschaftskritisches betrifft und voila, jetzt kommt ein Sachbuch, eines über den Feminsmus, zumindest stehtdas darauf. Es ist bei „Residenz“ erschienen, es aber durch ein Literaturbüro zugeschickt bekommen und der Titel ist verwirrend „Der verkaufte Feminsmus“, was bedeutet das?

Doch natürlich hat die Feministin, die vielleicht verspätet in die Auf-Bewegung hineingekommen ist, da eine Antwort parat, haben wir den ja, glaubt man, schon überwunden, glauben, wir brauchen ihn nicht mehr. Denn die Frauen können ja studieren und manche Medizinstudentin soll schon gesagt haben „Ich bin doch nicht so blöd, wie meine alleinerziehende Mutter, die sich in ihrer Praxis abquält! Ich heirate meinen Doktor lieber, als ihn selbst zu machen!“

Und Ronnja von Rönne hat ja vor einigen Jahren auch viel Unmut erregt, als sie sich über den Feminmus mokierte.

Aber wir sind nicht so weit, auch wenn die meisten Frauen arbeiten und daher von ihren Männern angeblich nicht mehr so abhängig sind und sie brauchen sie auch nicht mehr fragen, ob sie das dürfen? Trotzdem verdienen sie weniger, haben die Doppelbelastung und den muslimischen Frauen geht es besonders schlecht und sind verstärkt Gewalt ausgesetzt. Die Me to-Debatte gibt es auch. Also interessant und bin gleich darauf gekommen, daß der Titel eigentlich eine Mogelpackung ist. Denn es geht weniger, um den Feminsmus sondern darum, wie sich der Kapitalismus derFrauen bemächtigen, um damit seine Geschäfte zu machen.

Die 1978 in Trol geborene Standard-Redakteurin Beate Hausbichler setzt sich in drei Teilen damit auseinander.

„Wie aus einer politischen Bewegung ein profitables Label wurde“, lautet der Untertitel und der erste Teil beschäftigt sich mit der „Pseudofeministischen Warenwelt“ und die ist interessant, haben sich die Firmen doch in den letzten Jahren scheinbar den Frauen angenommen, in dem sie „Feminist-Washing“ machten und also um viel Geld frauenfreundliche Produkte anboten und das ist gleich meine Kritik an dem Buch. Die vielen englischen Ausdrücke, kann man das nicht in Deutsch schreiben und sind es wirklich nur die amerikanischen Firmen, die sich in den letzten Jahren den Frauen angenommen haben?

Die ersten Kapitel könnten darauf schließen lassen. Die Marke „Dove“ gehört aber zu „Unilever“ und die hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht, weil sie die Frauenkörper so darstellen, wie sie sind und daher zur „Body Positivity: Liebe dich selbst wie deine Beautyprodukte“, aufriefen, uje, schon wieder Denglisch!

Aber das ist ein wichtiges Thema, obwohl es eigentlich nicht viel mit Feminsmus zu tun hat, warhscheinlich ganz im Gegenteil, denn die Feminstinnen die ich kenne, schminken sich eher nicht und geben ihr Geld auch nicht für in Beauytprodukte aus. Aber die Frauen, die das tun, sind oder waren in der Werbung vorwiegend hyperschlanken Frauenkörpern ausgesetzt und bekamen dann Schuldgefühle, weil ihre Körper das nicht waren und sie nicht Kleidergröße 34 hatten, wie die Models, die sie ihnen vorführten und das, denke ich, ist ein wichtiges Thema.

Gut, daß es schon Kampagnen gegen die magersüchtigen Models gibt, die dazu gezwungen werden. Die Durchschnittsfrau ist dagegen meist adipös oder hat sich ein paar Kilo zu viel angefressen. Daher ist es sicher gut, daß die Kosmetikfirmen mit normalgewichtigen und normalaussehenden Frauen werben, wenn wir dabei nicht bei dem Punkt sind, daß Übergewicht vielleicht doch nicht so gesund ist, weil es ja zu Bluthochdruck und Diabetes führen kann, aber das ist ein anderes Thema!

Beate Hausbichlergeht es, glaube ich, eher darum, daß es den Firmen nicht, um die kleinen Schwächen der Frauenkörper geht, sondern darum, daß sich diese die meist teuren Produkte kaufen sollen und sich damit verschönern.

Von da kommt Beate Hausbichler, die sich, wie schon bemängelt, in ihrem Buch ein wenig sehr an Amerika orientiert, zur Black Lives Matter- Bewegung, die hat mit Feminsmus vordergründig nicht soviel zu tun, da ja ein Schwarzer von einem weißen Polizisten erstickt wurde. Aber die schwarzen Frauen haben es zugegeben, noch viel schwerer, als die weißen Alleinerzieherinnen und können sich die Wohlfühlcremes noch weniger leisten, sondern produzieren wahrscheinlich zu miserablen Bedingungen, die Wohlfühlkleidung für die weißen Feministinnen, die inzwischen vielleicht schonMarkenkostüme und nicht nur Latzhosen tragen.

Das weiß ich nicht so genau, aber nach dem „Feminst- Washing“ kommt das „Greenwashing“. Das hatmit Feminismus wohl auch nicht soviel zu tun, wenn sich die Firmen, um ihre Produkte zu verkaufen, einen ökologischen Anstrich geben und sagen „Unsere Waren werden nachhaltig erzeugt!“, aber die unverkaufte Waren bei „H&M“ werden, statt sie billig an Unterpriveligerte weiter zu geben, da lobe ich mir die Bücherschränke, wo man seine ausrangierten Bücher abgeben kann, verbrannt.

Dann schreibt Beate Hausbichler noch von einer dieser pseudofeministischen Kampagne, die auch bei uns im letzten Jahr beschlosen wurde, nämlich die Steuersenkung bei Damenhygieneartikeln und da bemängelt, die Autorin, den antiquierten Ausdruck. Es sind die Tampons und Slipeinlagen damit gemeint und, daß sich die Frauen mit der Pille vielleicht nichts Gutes getan haben, ist auch ein anderes Thema, das angeschnitten wird, während Beate Hausbichlervon der von der „Period Pride“ schreibt, die die Firmen in der „Liebe deinen Körper- Bewegung“, den Frauen beibringen wollen. Aber wenn man jedes Monat Regelschmerzen hat, ist das nicht so leicht und da hilft wahrscheinlich die schöne teure Tamponpackung mit der aufgemalten Vulva auch nicht weiter.

Im zweiten Teil geht es um die Medien oder „Feminismus auf Quote und Kliks optimiert“und da beginnt Beate Hausbichler damit, daß sich die Medien lange nicht um die frauenspezifischen Themen kümmerte. Dann änderte sich das allmählich, aber auch da blieben die wirklich relevanten Themen unerwähnt. Denn es geht ja um die „Quotenbringer“.

Aber dann kam die „Me too-Debatte“, die auch im Mainstream nicht zu übersehen war. Beim Kopftuch war das anders und da führt Beate Hausbichler das Beispiel von Kübra Gümüsay, einer kopftuchtragenden engagierten Feministin an, die lange als Quotenfrau zu diversen Talkshows eingeladen wurde, die aber im Vorjahr ausgestiegen ist, weil sie erkannte, daß das Vorsichhertreiben der immer gleichen Themen die Frauenbewegung auch nicht wirklich weiterbringt.

„Alte Werte neu verpackt“, heißt das Kapitel, wo es um die „Frauenmagazine“ geht, die sich im Laufe der Jahrzehnte auch des Feminismus angenommen haben. Was heißt, daß eine Frau jetzt nicht nur mehr schön und sexy, sondern auch selbstbewußtzu sein hat und als geschminkte Karrierefrau, den Haushalt und die Kinder nebenher schupfen muß. So strotzen diese Magazine jetzt von Artikel zum Frauenempowerment und geben Ratschläge, wie die Frauen die Drei oder Vierfachbelastung packen kann. Als Beispielwird hier eine Ausgabe derZeitschrift „Woman“ angeführt, die im Jahr 2020 als Cover die „Neue Heldin der Frauen, die US-Politikerin Alexandria Ocssio-Cortez“ zeigt und dann im Inneren Tips gibt, „wie man mit Raumdüften ein atmosphärischen Heim kreirt, der Rat, die deutsche Feministin Margarete Stokowsi zu lesen, Erzählungen von Promi-Frauen, wie sie lernten, ihr Äußeres zu lieben, statt sich häßlich zu finden, Beratung, man seinen inneren Schweinehund überwindet, der durch falsche Reaktionen im Alltag unser Lebenglück ruiniert, sowie ein „Best of Wintermäntel“ zeigt. Ziemlich kompliziert, das Ganze und dann steht auf einer Zeitschrift oder auf einem T-Shirt auch noch „FeminisMUSS“ was ganz schön die Kontrakonkuriertheit zeigt.

Das nächste Kapitel ist den meist amerikanischen Serien gewidmet, wo ich mich, weil ich die nicht sehe, nicht auskenne. Aber die Sitcoms, hieß es schon früher, dienten in den Fünfziger- und Sechzigerjahren dazu, den Hausfrauen beim Kochen, Putzen und Babyfüttern, Abwechslung zu bringen und so durften sie nicht anspruchsvoll sein, weil man ja während des Kochens öfter wegrennen muß und da soll man nicht zu viel versäumen. Das hat sich jetzt geändert, weil die Sitcoms oder Serien jetzt auch den Aufstieg und die Nöte der meist Mittelschichtkarrierefrauen zeigen. So gibt es eine Premierministerin, die eine magersüchtige Tochter hat, mit der man mitleiden kann.

Sehr kritisch scheint Beate Hausbichler mit der „Social Mediea“ umzugehen, schreibt sie doch „Von wegen Freiheit“ dazu und meint, daß man wenn man seine Meinung in den Netzen von Facebook, Instagram, Twitter allzu freudig preisgibt, der Werbemachinerie ausgeliefert ist und führt als Beispiel an, daß man dann vielleicht ein Johanna Dohnal Buch empfohlen bekommt, wenn man allzu offen über eine Frauenkonferenz schreibt, die man besucht hat. Sollte es Schlimmeres geben, könnte man meinen und natürlich mögen die Vollzeitjournalisten die Bloggerszene nicht. Aber trotz aller Mißbrauchsmöglichkeitfinde ich es doch sehr gut, daß man hier seine Meinungnoch mehr oder weniger offen äußern kann.

Der dritte Teil „Feminismus, markttauglich gemacht“ beginnt mit einem Zitat aus den „Zündenden Funken“, das Buch über die „Auf“ die sogenannte zweite Frauenbewegung, die erste war wohl zu Beginn des neunzehnten jahrhunderts, als die Frauen um das Wahlrecht zu bekommen, aufdie Straße gingen, das von Ruth Aspöck, , Erna Dttelbach und anderen Frauen herausgegeben wurde und führt dann über die „Frauennetzwerke“ zu der „Individualismus-Falle“. Begriffe wie „Choice-Feminsmus“ oder „Populärer Feminismus“ tauchen auf, die mich etwas verwirrt zurücklassen. Beate Hausbichler meint damit aber wohl, wie auch am Buchrücken steht „Daß überall, wo Feminsmus in dicken Lettern draufsteht, wohl nur Selbstoptimierung, Selbstdarstellung und letztlich Konsum drinstecken“.

Etwas, was wohl nur die Frauen selbst ändern können, die natürlich die Wahl haben, ob sie sich im Beruf oder bei ihren Kindern wirklichen wollen und dazu amerikanische Markenkleidung oder Parfums brauchen und auch, wie sie es mit ihren Kndern halten wollen und dadenke ich immer noch, daß man, wenn man rechtzeitig verhütet, auch nicht auf das Recht auf Abtreibung bestehen braucht.

Ein interessantes Buch, das viele Aspekte aufzeigt, die mir bisher unbekannt waren und denke, daß die Frauen es immer noch oder immer wieder schwer haben. DieFrauenbewegung viel erkämpft hat, was man sich nicht durch den Markt und auch nicht durch den Neoliberalismus oder Corona wegnehmen lassen soll, da stimme ich Beate Hausbichler zu und interessant ist auch, daß bei den „Amazon Rezensionen“ eine sehr lange zu finden ist und eine das Buch als „unlesbar“ beschreibt, dem ich nicht zustimmen kann.

2021-04-19

Marie-Therese Kerschbaumer, Elisabeth Wäger und Ilse Kilic

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:18
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Wieder Doppelpack in der „Alten Schmiede“ und man könnte auch sagen, Begegnung mit Kolleginnen, denn alle drei erwähnten Autorinnen habe ich in der GAV oder in der „Alten Schmiede“ getroffen und zuerst begann es mit der „Dichterin liest Dichterin-Reihe“ und da hat die 1938 geborene Marie -Therese Kerschbaumer, die ich beim „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt habe und dann immer wieder bei den GAV- und den IG-GVs getroffen habem hat sich der 2019 verstorbenen Elisabeth Wäger, die ich unter den Namen Wäger-Häusle kennengelernt habe, angenommen und sich durch ihre Texte gelesen. Johanna Öttl hat eingeleitet und Marie-Therese Kerschbaumer, als eine Weggefährtin oder Freundin, der 1942 in Rankweil Geborenen vorgestellt, die mehrere Nachworte für ihre Bücher geschrieben hatund Marie-Therese Kerscbaumer hat mit einem frühen Buch nämlich „Annas Häuser “ begonnen. Dann kam der 1983 erschinene Erzählung „Verhärtung der Puppenhaut“, wo Reinhardt Priessnitz das Nachwort geschrieben hat und Marie-Therese Kerschbaumer merkte an, daß sich Elisabeth Wäger sehr darüber gefreut hat, weil er sehr streng gewesen wäre. Marie-Therese Kerschbaumer hat dann einen Texgt über eine verstorbene Tante Stella gelesen, deren Haus ausgeräumt werden mußte in dem viele unausgepackte Schachteln oder Koffer standen, denn die Tante hat nicht einmaldie Bücher indie Regale geräumt und die mutter hat immer wieder eingeworfen, daß Tante Stella nicht lange bleiben wollte, als sie mit Deißig zurückgekommen ist. Sehr dichte beeindruckende Sätze, die immer wieder wiederholt wurden.

„Blick durch den Spiegel!“ ist 1991 in der „Edition Splitter“ erschienen, da hat Marie -Therese Kerschbaumer das Nachwort gschrieben und hinzugefügt, daß sie sich noch gut an die Präsentation erinnern kann, da gibt es einen sehr berührenden Text über einen verschwundenen Sohn, der offenbar autobiografische Bezüge hat.

Dann gibt es ein „Podium Portrait“ aus dem Jahr 2012 und andere Texte der Autorin, die auch Theatertexte geschrieben hat, die Marie Therese Kerschbaumer sehr berührend gelesen hat und immer wieder etwas dazu erzählte und ich habe wie schon erwähnt, die Autorin mehrmals getroffen und auch zwei ihrer Bücher in meinen Regalen, die offenbar doch kein GAV-Mitglied war, wie ich glaubte, da sie sich in den Schachteln befunden haben, die mir Doris Kloimstein von ihrer PEN-Ausstellung im St. Pöltner Stadtmuseum hinterlassen hat.

Die 1958 geborene lIse Kilic, die, wie im Programm steht, im „Fröhlichen Wohnzimmer“ lebt, kenne ich, glaube ich, wirklich durch die GAV, war sie doch, als ich dort aufgenommen wurde, Sekretärin oder habe ich sie schon vorher in Linz kennengelernt, als ich im Römerhof zu der Schreibwerkstatt eingeladen wurde, und sie den „Max von der Grün-Preis“ gewonnen oder dort gelesen hat? Das weiß ich nicht mehr so genau. Ich kenne sie jedenfalls schon sehr lang, war bei vielen ihrer Veranstaltungen. Sie war auch in unserer Schreibgruppe. War GAV- Generalsekretärin, jetzt, glaube ich, die Prädsidentin und hat viele Bücher geschrieben. Die „Verwicklungsromane“ mit Fritz Widhalm, ihrem Lebensmenschen, etcetera und jetzt ist bei „Ritter“ wieder ein Buch herausgekommen.

„Fadenspannung – Eine Verbündung“ heißt es und Johanna Öttl erwähnte, daß es viele Autoren verknüpft und das kenne ich von Ilse Kilic, hat sie ja einmal vor vielen Jahren, bei einer GAV-Vollversammlung oder der nachfolgenden Lesung ein Gedicht vorgetragen, daß sie Ernst Jandl gewidmet hat und bei der „Lyrik im März“ hat sie auch einmal andere Autoren ein Gedicht gewidmet. Jetzt hat sie nach Annalena Stabauers Einleitung Gedichtzeilen gelesen, die ich eigentlich für typisch Kilic gehalten habe. Der Bauch ist darin vorgekommen. Dann hat sie zwei Gedichtzeilen von Jopa Jotakin zitiert, die auch vom Bauch, aber von dem eines Fisches handeln und ist nachdem sie die Ultraschallbehandlung ihres Bauches erwähnte, zur Liebe übergegangen, wo sie meinte, daß sie die nicht mag. Dann folgte die Erwähnung der „Ode an die Masturbation“ des 1988 geborenen vietnamnesischen-amerikanischen Autors Ocean Vuong.

„Die Argonauten“ von von Meggie Nelson kamen auch vor und im Gespräch mit Annalena Stabauer stellte sich heraus, daß das Buch ihre Lektüreerfahrungen wiedergegeben hat oder soll und da kann ich mich an ein Gespräch erinnern, wo sie mir einmal sagte, daß sie keine Mainstreamautoren lesen würde. Nun diese waren mir unbekannt und daran knüpfend ihre Bezüge oder die zum realexistierenden Lebenherstellen würde. Dann ging es noch um die „Entlassung der Figuren“, was ich auch nicht so ganz verstanden habe und in der zweite Stelle, die sie las, ging es ums Zitieren und da war die Fragen, ob sie ein Buch von Fritz Widhalm abschreiben und mit Anführungszeichen, als das ihre herausgeben könne oder dürfe? Nun dazu gibt es ja das Urheberrecht, das sich damit beschäftigt, aber Ilse Kilic ist, glaube ich, sehr originell und es lohnt sich sie zu lesen. Zeichnungen sind auch dabei und im Programm steht noch, was der Verwirrtenein wenig weiterhelfen könnte „Die Bücher von Ilse Kilic sind Verbündungen. Sie verbünden sich mit Romanfiguren mit Leser*innen und Autor*innen, welche im besten Fall selbst wiederum Leser*innen sind und so den Kreislauf zwischen Literatur und Leben befeuern“.

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