Literaturgefluester

2020-02-13

Elisabeth Klars und eigene Metamorphosen

Der erste Roman der 1986 geborenen Elisabeth Klar „Wie im Wald“, die ich, glaube ich, im Zuge dieser von Semir Insaif geleiteten Schreibwerkstatt in der „Gesellschaft für Literatur“ kennenlernte, hat mir ja nicht so gefallen, obwohl er hoch gelobt wure, den zweiten, 2017 erschienen, „Wasser atmen“ habe ich dann nicht gelesen, weil mir „Residenz“ nicht mehr seine Vorschauen schickte.

Jetzt ist der dritte „Himmelwärts“ erschienen und ich muß sagen, wenn  auch keine Metamorphose, so erlebte ich mit Elisabeth Klars Schreiben eine Veränderung oder Weiterentwicklung, so daß sich wieder einmal bestätigte, daß man ein Buch zu Ende lesen und von einer Autorin auch ein eiteres beginnen soll, wenn einem das erste nicht so gefallen hat.

Als ich den Veranstaltungssaal im Palais Wilczek erreichte, stand Manfred Müller schon am Podium und lobte das Buch in den überschweniglichsten Worten.

„Ein kleines Buch, das einem viel mehr gibt, denn wenn man es liest, hat man die ganze Welt erlebt!“ oder so. Vorher hat er noch etwas von einer Füchsin und einem Jonathan, der nach Huhn riecht und von männlichen und weiblichen Verwandlungen, etcetra, erzählt, was Elisabeth Klar, die sich, glaube ich, auch optisch verändert hat, seit ich sie das letzte Mal gesehen habe, mit einem Lächeln quittierte und dann wiederholte, daß es um die Füchsin Sylvia ginge, die sich eine Menschenhaut übergestreift hat und, um eben diesen nach Huhn riechenden Jonathan, der für ein Jahr nach Brasilien gegangen ist und um eine Bar, die so, wie der Buchtitel heißt.

Die Füchsin Sylvia, die gerne tanzt, arbeitet oder jobbt auch auf der Mariahilferstraße, als Spendensammlerin und offenbar auch in einem Lokal im Prater und  Jonathan, der gerade von Brasilien zurückkommt und bei Sylvia einzieht, wachsen Engels oder Hühnerflügel, obwohl er immer ein Mensch gewesen ist.

Die Flügel will er dann loswerden, dazu braucht er eine Rattenkönigin, die am Karlsplatz in den Mistkübeln stirlt, eine alte Katze gibt es auch und in dem Lokal treten die Dragqueens auf.

Alles sehr verwirrend, schön erzählt und vorgelesen und was mich besonders freut ist, daß es auch um das politische Zeitgeschehen, die Flüchtlingsproblematik und anderes zu gehen scheint.

„Eine Utopie“ steht im Programm und offenbar auch am Buchrücken und Elisabeth Klar erzählte im Gespräch erstaunlich viel von ihren Erzählperspektiven und ihren Schreibblockaden, die sie während des Schreibens hatte.

Märchen oder Metamorphosen, beziehungsweise die literarischen Vorlagen wurden noch erwähnt und Semir Insaif, der im Publikum saß, erzählte wieder sehr viel von seinen Eindrücke und Erfahrungen, die er beim Zuhören hatte.

Das Damenteam des „Residenz-Verlags“ war gekommen, Gertraud Klemm, Christl Greller und noch einige bekannte Gesichter habe ich gesehen und mir das Buch wender gekauft, noch angeschnorrt, obwohl es mich sehr interessiert und über zwei literaische Ereignisse, eine gute und eine schlechte, die mir heute widerfahren sind, kann ich auch berichtetn.

Kam doch zuerst ein Mail von Christoph Kepplinger in dem er mitteilte, daß er sich entschloßen hat, keine „Lnkes Wort-Lesungen“ mehr am Volksstimmefest zu organisieren, was sich zwar ohnehin schon angebahnt hat und mir Gerald Grassl im vorigen Mai bei Peter Paul Wiplingers Geburtstagsfest schon andeutete und es ja auch die Anthologien von 2018 und 2019 noch nicht gibt, für mich aber ein Schlag im Wasser ist, denn wo werde ich dann noch lesen?

Die Antwort auf diese Frage kam dann gleich am Nachmittag durch ein Mail von Doris Kloimstein oder doch nicht so ganz, denn sie hat mich zu  keiner Lesung eingeladen, aber  zu einer Art Schreibwerkstatt beziehungsweise zu einer Bibelfestwoche ins Stift Seitenstetten, wo sieben Schriftsteller und sieben Maler vier Tage zu den biblische Prophezeiungen arbeiten sollen und  dann in einem Buch verewigt werden wird.

Was zwar  ein Sprung in eine ganz andere Richtung bedeutet, für eine Atheistin aber vielleicht auch sehr  spannend sein kann.

2020-02-12

Kriegserinnerungen

Zum dritten Mal in dieser Woche „Alte Schmiede“, nach Josef Haslingers Mißbrauchserlebnisse im Stift Zwettl und der Geschichte des argentinischen Geldes, geht es jetzt in den World war II oder überhaupt in das letzte Jahrhundert, denn die 1941 in Wien geborene und in Berlin lebende Ditha Brickwell hat in ihrem neuen Erzählband „Die Welt unter meinen Zehen“, über die geschehnisse der letzten hundert Jahre berichtet.

Jana Volkmann, die ich von der Literatur im Herbst kenne moderierte und Ditha Brickwell, die ich von den GAV GV kenne, beziehungsweise von ihr einmal ins Cafe Hummel eingeladen wurde, um mit ihr eine Lesung in ihrer Reihe, die nie stattgefunden hat, zu besprechen, las zwei Geschichten vor, die im Jahr 1945 spielen und scheint sich überhaupt sehr für dieses Thema zu interessieren, da ich sie schon einmal mit ihrem Vorgängerbuch in der „Gesellschaft“  hörte.

Da flieht eine Mutter mit ihrem Kind um den Bomben oder Fliegerangriffen in der Josefstadt zu entgehen, im winter aufs Land, muß dann den Zug verlassen, ein Stück auf einem Lastwagen weiterfahren und den Rest durch den Schnee waten, bis sich ein Förster ihrer erbarmt und das Kind auf den schultern ins nächste Gasthaus trägt, wo ich, glaube ich, schon im Sommer eine ähnliche Stelle im Cafe Prückl hörte.

Bei der zweiten Erzählung „Das macht der Krieg aus den Weibern“, ist der schon aus, die Mutter mit dem Kind wieder in der Josefstadt zurück und da dringen die Ratten aus den Kellern, die sind fett, weil sie sich offenbar von den Toten, die dort vergraben sind, ernähren und die Kriegsheimkehrer weigern sich sie zu erschlagen, da läßt sich die mutige Mutter den Schürhaken holen und geht ans Werk.

Eine Geschichte, die Ditha Brickwell mit sehr eindringlichen Wiener Dialekt- Dialogen unterfütterte und dann folgte, die 1958 in Klagenfurt geborene Helga Glantschnig, die ich auch aus der GAV kenne, einige Bücher von ihr in meinen Regalen habe, aber sonst schon länger nichts von ihr hörte. Jetzt hat sie bei „Klever“, die aus drei Heften bestehenden Kriegstagebücher, ihrer 1927 geborenen Mutter, die diese von 1943 bis 1945 schrieb und die eine eifrige NS-Anhängerin war,  herausgegeben und mit einem Essay versehen.

Interessant, so unmittelbar in den Krieg, beziehungsweise sein Ende einzudringen und ebenfalls interessant, daß sich Helga Glantschnig, die ja Romane, wie beispielsweise „Mirnrock“ geschrieben hat, gegen eine Fiktionalisierung wehrte und meinte, daß man das als nicht Betroffener nicht tun soll.

Ich habe das ja mit den „Wiener Verhältnissen“ versucht und, glaube ich,  eine ähnliche Reaktion bekommen und auch Takis Würger ist mit seiner „Stella“ wo er die Fiktion mit der Wirklichkeit vermischte gestoßen.

Ich habe die Tagebucheintragungen der Siebzehnjährigen, die gern ins Theater und ins Kino in Klagenfurt ging und dann mit dem Rad ins elterliche Dorf zurückfuhr und später Lehrerin wurde, sehr interessant gefunden und als mein Vater gestorben ist und wir die Wohnung auflösten auch ein Heft gefunden, wo meine Mutter ihre Eindrücke, da hat sie, glaube ich, auf meinen Vater, der noch in Gefangenschaft war, gewartet, geschildert.

Heute ist übrigens, kann ich noch ergänzen, ein historischer Tag, ist da ja nicht nur Thomas Bernhard ausgerechnet im Jahr des Mauernfall, der von Ditha Brickwell als ein sehr entscheidenes Datum erlebt wurde, es hat in Österreich auch den Bürgerkrieg gegeben, den man vielleicht als den Anfang vom Ende bezeichnen kann.

2020-02-11

Argentinisches Geld

Noch einmal „Alte Schmiede“, diesmal viel leerer und mein üblicher Platz in der zweiten Reihe viel leichter zu bekommen, dafür vier Personen am Podium.

Johanna  Öttl, die Moderatorin, Johannes Tröndle, der die Romanausschnitte des 1959 in Buenos Aires geborenen Alan Pauls auf Deutsch las, der Autor und seine Dolmetscherin und am Büchertisch lagen alle drei Teile der Trilogie auf, von der in der „AS“, der dritte Teil „Geschichte des Geldes“ vorgestellt wurde.

Dann gibt es noch die „Geschichte der Tränen“ und die der „Haare“ und Johanna Öttl erklärte in ihrer Einleitung, daß es in allen drei, um die Geschichte Argentinien der sechziger oder siebziger Jahre ginge und Alan Pauls der deutsche Wurzel hat und jetzt auch ein Jahr in Berlin verbringt, eine eigene mäandernde Schreibweise hat.

Er schreibt im Präsens, vermischt dadurch ständig, die Gegenwart mit der Vergangenheit und in der „Geschichte des Geldes“ liegt gleich ein von einem Helikopter gefallener Mann mit einem Koffer voller Geld, in der Wohnung oder Villa eines fünzehnjährigen Jungen und dann geht es in dem ganzen Buch, um das Geld, das man hat oder nicht hat und, das man vor der Inflation retten möchte, in dem man ein Haus baut, das schließĺich viermal so groß wird und zehnmal soviel kostete, als geplant und als es fertig ist muß man es schnell wieder verkaufen, weil man kein Geld hat, um es zu erhalten.

Es geht um eine Mutter, die für ihren Sohn eine Lebensversicherung abschließt,  ihn dann ständig, um Geld anschnorrt und, wie Johanna noch weiter ausführte, um noch noch zwei weitere Protagonisten, die des Geldes und der Sprache.

Einige Stellen wurden auf Deutsch und auf Spanisch gelesen. Es gab dann ein Gespräch in dem Johanna Öttl, den Autor genauer nach seiner Schreibweise befragte und am Schluß erkärte, daß man auf das vierte Buch noch warten muß, bis es auf Deutsch erscheint.

Einstweilen kann man die drei anderen lesen, was ich wahrscheinlich so bald micht machen werde, aber  einen mir bisher unbekannten autor kennenlernte und einen interessanten literarischen Abend erlebte.

Was die argentinische Literatur beziehungsweise ihre Autoren betrifft, kann ich übrigens auf den in Wien lebenden Lidio Mosqua Bustamante hinweisen, den ich durch Hilde Schmölzer kennenlernte, der einige Male auf meinen Geburtstagsfesten gelesen hat, von dem ich allerdings schon länger nichts mehr gehört habe.

2020-02-10

Josef Haslingers Fall

Der 1955 in Zwettl geborenene Josef Haslinger, der Mitbegründer des „Wespennestes“ und zu der zeit als ich in die GAV aufgenommen wurde, dort Generalsekretär war, den ich also öfter meine Manuskripte geschickt habe, der den „Opernball“, das „Vaterspiel“   und „Jachymov“ geschrieben hat, seit  1996 Professor am Literaturinstitut Leipzig ist und 2006 auch über den Tsunami  in „Phi Phi Island“ geschrieben hat, hat jetzt in einer Art Dokumentarbericht seine Mißbrauchserfahrungen, die er im Zisterzienserkonvikt Zwettl erlebte, aufgearbeitet und, ich glaube, schon bei den „Friedtagen im November“ darüber berichtete, aber da war auch die „Poet-Night“, wo ich mich mit einigen Leuten verabredet habe, so daß ich gerade vorher weggegangen bin und daher froh darüber war, daß Josef Haslinger heute in der „Alten Schmiede“ sein Buch „Mein Fall“ vorstellte und daher gerne die „Wilden Worten“ zu denen ich wahrscheinlich sonst gegangen wäre, ausließ und die „Alte Schmiede“ sehr sehr voll.

Als ich sie zwanzig Minute vorher mit dem Alfred erreichte, war der untere Saal schon voll und man konnte nur mehr das ganze über die Videoleinwand im „Schmiedesaal“, was ich ja nicht so gerne mag und mir einmal schon im ungekehrten Fall passierte, verfolgen.

Katja Gasser moderierte, leitete kurz ein,  dann las Josef Haslinger aus dem Buch in dem er offenbar seine persönliche Geschichte, wie er als zehn- zwölf- und dann auch äterer, sehr gläubiger Sängerknabenschüler, der Priester werden wollte, von den Patres mißbraucht wurde, als auch die Aufarbeitung dieser Mißbrauchsfälle, die es seit zehn Jahren durch die sogenannte Klasnic-Kommission gibt, schilderte.

Er hat offenbar auch schon vorher literarisch fiktional über die Geschehnisse beispielsweise im „Konviktskaktus“ geschrieben, die Namen der Täter aber erst nach ihren Tod genannt und hat sehr lange sehr berührende Stellen aus dem Buch gelesen, die natürlich sehr betroffen machen und eine Dame auch die Fragen stellen ließ, wieso er sich nicht wehrte und seinen Eltern davon erzählte?

Damals konnte man das wohl nicht und Josef Haslinger hat auch die sehr autoritären Strukturen in dem Stift geschildert und seine Abhängigkeit beziehungsweise emotionale Zugehörigkeit zu den Tätern, die sehr freundlich zu ihm waren.

Zölibat abschaffen, wären da meine Forderungen und in die Internate gehören auch Frauen, die auf die Geschehnisse achten und vor allem natürlich, die Kinder so selbstbewußt erziehen, daß sie sich das nicht gefallen lassen und sie wehren.

Ein sehr beeindruckendes Buch, ein sehr beeindruckendes Thema mit dem man sich beschäftigen sollte und eine lange Warteschlange vor dem Signiertisch, den Rudi habe ich gesehen, die Astrid Nischkauer, die Frau Schmidt-Dengler, die Helene Hofmann, aber auch sehr viele Leute, die ich nicht kannte und vielleicht zum ersten Mal in der „Alten Schmiede“ waren.

2020-02-09

Das Loch

Filed under: Bücher — jancak @ 00:07
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Das dritte bei „Kremayr&Scheriau“ erscheinene Buch der 1985 in Freudenstadt geborenen Simone Hirth, die das „Leipziger Literaturinstitut“ besuchte und offenbar mit Kind als Lektorin und freischaffende Autorin in Kirchstetten lebt.

Ich schreibe offensichtlich, denn in dem Briefroman „Das Loch“, geht es um Briefe, die eine offensichtlich in das „Mutterloch“ gefallene Frau an Gott und die Welt schreibt. um von dort wiederherauszukommen,.

Auf den etsten Seiten steht aber gleich „Handlungen und Personen in dem Buch sind erfunden. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlich existierenden Personen ist nicht beabsichtigt und wäre daher Zufall.“ und dann sind diese Briefe an den Kanzler, an die Frauenministerin, an Jesus, Buddha, Mohamed, gerichtet.

Gut, könnte man sagen, der Kanzler und die Frauenministerin trägt keinen Namen und Jesus und Buddha hat es vielleicht nicht gegeben, den „Werther“ auch nicht, denn der ist eine Romanfigur, die Ulrike Meinhof, schon, und die Madonna, die Popikone, nicht die „Maria“, die Mutter Jesus, die auch noch vorkommt und dann gibt es noch den „Frosch“, das „Mumeltier“, und und , daß Simone Hirth sehr originell ist und ungewöhnliche Einfälle hat, weiß ich schon von ihrem Debutroman, obwohl das, was da in den Briefen vom 31. Dezember 2017 bis 31. Dezember 2018 da beschrieben wird, gar nicht so originell ist, sondern das, was wahrscheinlich jede Mutter im ersten Lebensjahr ihres Kindes erlebt und ich das Buch, die Doppelszusendung, ich habe es zweimal bekommen, wahrscheinlich der Anna geben werde, die zwar eine Tochter und keinen Sohn hat, aber vielleicht ebenso empfindet oder doch nicht so ganz, denn die namenlose Briefschreiberin, das heißt, sie unterschreibt ihre Briefe manchmal mit „Henriette“, dann aber wieder mit „eine Gläubige“, „eine Mutter“, „eine Fernseherin“, etcetera, hat das „Literaturinstitut in Leipzig“ absolviert.

Das steht auch in einem der Briefe, hat eine Lesung und eine Stipeniuumswohnung, die sie mit Sohn und Mann Jakob, bezieht und auf eine Buchmesse geht es auch.

Aber dann ist es schon aus, denn die Tagesmutter in dem Ort, er wird „Unterfelden“ genannt, ist über Jahre ausgebucht. Der Bürgermeister hat keinen Kindergartenplatz für die zweite Mutter, die sie dann doch kennenlernt. Der Mann Jakob scheint sich zu vertschüßen und ist nie da, wenn der Sohn schreit und die Schweigermutter stellt ihr ein Glas Nutella in den Eiskasten, das dann auch einige Briefe bekommt, bevor es verschimmelt weggeschmissen wird.

„Liebes Loch, du kannst deine Koffer packen du bist raus, gute Reise!“, steht als versöhnlichesEnde auf einer Ecke der orangen hinteren Vorumschlagseite und ich kann das Buch jeder jungen Mutter oder auch den anderen, die sich für das erste Jahr mit Kind, das schreit und schreit und doch sehr geliebt wird, sehr empfehlen.

Eine interessante Lektüre, obwohl mich am Anfang der Titel abgeschreckt hat, was aber eigentlich unverstänlich ist, denn ich habe ja auch schon von einem „Pensionsloch“ geschrieben.

2020-02-08

Heute ist Mittwoch

Jetzt kommt der neue und wie im Klappentext steht, bisher politischste Roman des 1948 im heutigen Kosovo geborenen und in Kanada lebenden oder gelebt habenden David Albahari, den ich einmal bei der „Literatur im Herbst“ kennenlernte und von dem ich „Die Ohrfeige“ und „Mutterland“ in meinen Regalen, aber noch nicht gelesen habe.

Im Klappentext steht weiter etwas von „Schwarzen Humor und erzählerischer Raffinesse mit der vermeintliche Wahrheiten über  Opfer und Täter in Frage gestellt werden“ und es ist wahrhaft ein in sich habender Roman oder Kammerstück, für das man etwas Geduld benötigt um sich in es hineinzulassen und nicht in den vermeintlichten Widersprüchlichkeiten stecken zu bleiben.

„Es ist Mittwoch“, heißt das Buch, steht auch im Klappentext, weil am Mittwoch ein Mann, der namenlos gebliebene Ich-Erzähler, seinen an Parkinson erkrankten Vater in eine Belgrader Klinik zu einem Dr. Stankovic zur Untersuchung bringt und man denkt, aha, das Buch spielt an einem Tag, aber weit gefehlt, denn der Sohn geht auch am Donnerstag mit seinem Vater in die Klinik und sonst an die Donauufer spazieren und versucht da aus ihm seine Täterschaft im kommunistischen Gewaltregime herauszulocken, beziehungsweise erzählt der Vater sie ihm, weil sie laut Klappentext bei ihren Spazierengängen einem Mann begegnen, der ihm an seine Vergangenheit erinnern.

Der Sohn ist Ende fünfzig, seine Schwester drei Jahre älter, geschieden und deren Töchter, die Zwillinge, Mila und Anka, die deshalb und das gehört wohl zu dem beschriebenen Humor, so heißen, weil man leichter zum Abendessen „Mlilanka, essen fertig!“, rufen konnte, so daß diese nur in der Wir-Form redeten, was den Großvater reizte.

Jetzt sind die Zwillinge längst erwachsen, der Sohn ist nach dem Tod, der an Krebs verstorbenen Mutter zum Vater gezogen, um ihm beim Anziehen zu helfen, beziehungsweise zu den besagten Untersuchungen zu bringen und die Mutter hat der Vater, der offenbar, um einiges älter als sie war, obwohl das im Buch, glaube ich, nicht explizit erwähnt wird, kennengelernt, als er ein junger oder älterer Kommandeur war und sie noch Zöpfe hatte, die sie laut ihm abschneiden oder ihre Unterhose ausziehen sollte.

„Die Zöpfe gebe ich nicht her und die Unterhose hängt noch auf der Wäscheleine, weil man sie feucht nicht anhziehen und mit einer schmutzigen auf keine Kommatur gehen soll!“, sagte die Mutter und hat den Vater, der sie später quält, geheiratet.

Diese Stelle wird, was vielleicht ein wenig ungewöhnlich ist, dreimal im Buch wiederholt, später erfahren wir, der Monolog des Buches gibt das Geschehen nicht chronolisch wieder, daß sie den Vater, der nicht nur bei der Enteignung, die Bauern erschoß und folterte, sondern selber in einem Lager, auf der berüchtigten „nackten Insel“ war, an das ihn jener Unbekannte auf der Promenade erinnerte, verraten hat, in dem sie angab, daß er „Stalin in den Arsch kroch oder so“

Jetzt ist aber die Mutter gestorben, der Vater anParinkson erkrankt, die Schwester, deren Gatte ebenfalls ein Ekel war, geschieden und bekocht Vater und Sohn täglich, während sie sich weigert ihn in seiner Wohnung zu besuchen. Auch so ein Widerspruch.

Es geht um die Frage der Schuld und, wie man es aushält, einen solchen Vater zu haben, das wurde schon erwähnt und darum, ob der Parkinson, die Strafe Gottes oder von wem auch immer, für das kommunistische Foltern ist und der schwarze Humor äußert sich auch gleich am Anfang, als der Sohn den Art nach Viagra fragt, weil der Vater dieses nehmen will.

„Warum nicht?“, antwortet dieser.

„Parkonson spricht nicht dagegen, nur der hohe Blutdruck täte dieses!“

So stapfen sie in die Apotheke, die Apothekerin hat nur eine 100 mg Packung. Sie kaufen noch ein paar solche und die Schwester schimpft dann mit dem Sohn, als die Packung in der Manteltasche leer ist, der Sohn geht wieder zu Dr. Stankovic, denn der Vater hat etwas von der Krankenschwester Nadica erzhlt, mit der er gern-

Die lacht dem sohn aus und sagt, sie habe ihn das Wasser für die Tablette gegeben, ihn ins Wartezimmer gesetzt und später laut vor den Patienten gefragt, ob er eine Erektion hätte?, worauf er errötet verschwunden wäre. Das tut der Vater, dement geworden, um vor seiner Vergangenheit zu flüchten, wie der Sohn vermutet oder mit dem Arzt deshalb darüber streitet, später noch einmal. Denn jetzt will der Sohn ihn in ein Heim überstellen, wird aber ein paar Tage später aus der Klinik angerufen, daß der Vater während der Untersuchungen verschwunden ist.

Ein interessantes Buch in dem man viel über die Geschichte Jugolsawien erfahren kann, in einem interessanten Stil geschrieben, den ich sehr empfehlen kann und mir daher wieder vornehme, auch meine anderen Albahari-Bücher, eines habe ich  bei unserer Donauradreise vor ein paar Jahren in Ulm bei dem Thalia-Abverkauf, den es dort gab, um einen Euro gekauft, möglichst bald zu lesen.

2020-02-07

Robin und Lark

Eine Neuerscheinung einer mir bisher unbekannten kanadischen Autorn, „Robin und Lark“, der 1972 in Montreal geborenen Alix Ohlin, die schon viele Preise gewonnen hat und das kreative Schreiben lehrt.

Bei „Robin und Lark“, geht es um ein Frauenleben oder auch, wie im Klappentext steht, um die Beziehung zweier ungleicher Schwestern, die von einer sehr jungen und wahrscheinlich überforderten gefühllos ambivalenten und sehr auf ihr eigenes Leben bezogenen, alleinerziehenden Mutter, ziemlich auf sich allein gestellt aufgewachsen sind und die irgendwie Vogelnamen bekommen haben. Lerche und Rotkehlchen und Lark die ältere, nimmt sich um die vier Jahre jüngere Robin an, erzieht sie mehr, als es die Mutter tut.

So kommen sie zu einem „Hexenhäuschen“, wo aber keine Hexe, sondern eine Klavierlehrerin lebt, die Robins großes Talent erkennt.

Lark, die Erzählerin fühlt sich dagegen von Filmen angesprochen, ist schon als vierjährige, wie sie schreibt allein in einem Kino gesessen und hat das Geld für die Karte der Mutter geklaut. Das erscheint mir ein wenig unglaubwürdig, mit der politischen Korrektheit geht es auch sehr locker zu, so wird offen geschrieben, daß die Mädchen klauen und ihre Freunde dealen und Lark bewirbt sich in einem College in Amerika. Sie hat sehr gute Noten, so bekommt sie ein Stipendium, muß aber trotzdem einige Jobs aufnehmen, so wird sie die Assistentin einer Filmlehrerin und Robin von der sie in dieser Zeit wenig hört, hat sie auch verlassen.

Die taucht aber bald in den USA auf, weil sie Schwierigkeiten mit einem der  Freunde ihrer Mutter hat. Lark kümmert sich um sie, sie ziehen zusammen in eine Wohnung, wo Lark schon während des Sommers gelebt hat, weil sie nicht nach Kanada zu der Mutter fahren wollte.

Sie verschafft ihr auch Klavierstunden und als sie das College hinter sich hat, wird Lark auf eine Filmhochschule in New York aufgenommen. Robin bekommt einen Freiplatz  an einer Nobelmusikuni, wo ihr Talent ein wenig heruntergebrochen wird.

Die schüchterne Lark, die kaum aus sich herausgeht, überwindet sich und spricht plötzlich einen berühmten Filmemacher, der auf die Uni kommt, an und wird später sowohl seine Geliebte, als auch seine Assistentin, während Robin auf Auslandstournee gehen soll.

Aus Schweden kommt dann eine Karte mit der Aufschrift „Such nicht nach mir!“

Die impulsive Unberechenbare hat die Tournee abgebrochen und bleibt für einige Jahre verschwunden. Später erzählt sie der Schwester, daß sie damals schwanger war, das Kind aber verloren hat. Sie bricht ihre Pianistenlaufbahn ab, jobt an verschiedenen Stellen und zieht sie schließlich in die Berge zurück, wo sie Wölfe und Klaviere rettet.

Lark verläßt, als sie Mitte dreißig ist, den Filmemacher, weil sie ein Kind  will, er aber schon eine Tochter hat, zieht nach New York , wird Cutterin und widmet sich fortan ihrem Kinderwunsch.

Was nicht so einfach ist, denn mit denDatingforen klappt es nicht so sehr, so probiert sie es mit der künstlichen Befruchtung, was mich ein wenig wundert, daß das in Amerika oder Kanada so leicht geht, die Schwester wird jedenfalls die Leihmutter und die eigene Mutter stirbt knapp sechzigjährig, bevor sie, weil dement geworden, in ein betreutes Wohnheim umziehen soll.

„Robin und Lark“ ist ein tief berührendes Werk. Ein poetischer Bericht über das Leben zweier Frauen, ihr Scheitern, ihre Hoffnungen und letztlich ihre Befreiuung“, steht am Buchrücken und ich bleibe ein wenig ambivanent zurück, denn einerseits ist es sicher ein berührendes Buch, dessen Sog eine mitreißen kann, andererseits ist aber auch eine Aufeinanderreihung der Episoden eines vielleicht ein wenig ausgeschmückten, prekären Frauenlebens und man könnte sagen, daß die für einen Roman doch so geforderte Plot und die Handlung fehlt.

2020-02-06

Winterbergs letzte Reise

Filed under: Bücher — jancak @ 00:11
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Nun kommt noch ein Nachtrag zum Tschechien Schwerpunkt, der letzten Leipziger Buchmesse, ein Buch das  mir der Alfred in Göttweig kaufte und das natürlich auch zum Centrope-Workshop der Gegenwartsliteratur passt, nämlich Jaroslav Rudis „Winterbergs letzte Reise“, das auf Deutsch geschrieben wurde und ich habe den 1972 in Turnov geborenen Schriftsteller, glaube ich, bei meinem ersten „Literatur und Wein“ Besuch kennengelernt, inzwischen „Grand Hotel“ und „Die Stille von Prag“ von ihm gelesen und den „Winterberg“ mir in Göttweig von dem sehr freundlich grüßenden Autor auch signieren lassen und es ist ein fulminates Buch, das wie am Buchrücken steht „Die Geschichite Mitteleuropas, so wie noch nie erzählt“ .

Bei „Amazon“ schreiben einige, daß sie das Buch abgebrochen haben, weil es aus vielen Wiederholungen besteht und es stimmt, es ist auf eine, was wahrscheinlich Rudis Spezialiät ist, eher flapsige Art geschrieben. Manches erscheint mir auch übertrieben, bei manchen  bin nicht so recht mitgekommen, habe es überlesen, etcetera.

Da ist also der Ich-Erzähler Jan Kraus, ein Altenpfleger, so um die fünfzig würde ich schätzen, wenn ich die Handlung richtig mitbekommen habe, er ist aus der Tschechoslowakei geflüchtet, war im Gefängnis und hat genauso seine geschichtllichen oder Lebenstraumen, wie der alte Wenzel Wintersberg, 1918 geboren, also so alt, wie die Feuerhalle in Reichenberg und die Tschoslowakei und jetzt in Berlin lebend oder sterbend sozusagen und Jan Kraus, wurde von seiner Tochter zu ihm bestellt, um ihn zu betreuen oder, wie es Jan Kraus nannte, ihn auf seiner letzten Überfahrt zu begleiten.

Er liegt auch im Bett, als Kraus in der Wohnung auftaucht, der hält ihm aber ein Buch hin und liest ihm Worte vor und nach ein paar Tagen, was ich ein wenig unrealistisch finde, ist er kerngesund und macht sich mit Kraus auf eine Fahrt durch die alte Donaumonarchie mit einem alten Baedeker von 1913 auf, um seine erste Frau die „Frau im Mond“ Lenka Morgenstern wiederzufinden, die ihm, weil sie als Jüdin Reichenberg verlassen mußte, Karten aus Wien, etcetera bis Sarajevo schrieb, wo dann nichts mehr kam und die Beiden machen sich auf eine Eisenbahnfahrt, um diese Städte zu bereisen.

Aber eigentlich wollen sie nach Königsgrätz oder das Buch beginnt dort, denn Königgrätz, beziehungsweise die Schlacht dort, ist an allem schuld, wie Wintersberg sagt, schuld an seinem historischen Leiden und so reisen die Beiden mit dem Baedeker dahin. Wintersberg liest vor, unterhält laut den ganzen Zug mit den Preisen der Hotel von damals, wieviele Heller man Trinkgeld gibt und den Orten, die in dem alten Buch empfohlen werden. Kraus haßt und verflucht ihn, will ihm mehrmals verlassen, bringt das nicht zusammen und in Wien besuchen sie sowohl die Kaisergruft und das heeresgeschichtliche Museum. Sie trinken natürlich Bier und logieren oder essen im Cafe Sarajevo, nahe dem heutigen Hauptbahnhof, da treffen sie dann auch die Tochter Silke wieder, die Kraus zuerst verhaften lassen will, ihn später aber zur Weiterfahrt auffordert und so reisen die Beiden weiter. In Brünn wird ihre Reise unterbrochen, weil Kraus einen Herzanfall erleidet, ins Spital muß, wo Winterberg ihn jeden Tag besuchen kommt und ihn jedesmal eine Flasche Bier mitbringt, die sich dann auf seinem Nachtkästchen häufen.

Sie reisen weiter nach Sarajevo, aber dorthin gibt es keine Züge mehr, so müßen sie von Zagreb aus, wo sich angeblich der schönste Weihnachtsmarkt befindet, ja richtig, das Buch spielt im Winter, um die Weihnachtszeit, mit dem Bus fahren, was aber auch nicht gelingt, denn die Bosnier, die dort heim zu ihren Familien reisen, bieten ihnen Schnaps an, der Wintersberg so in Rage bringt, daß er aus dem Bus geschmissen wird.

So geht es zurück nach Berlin, wo sie aber auch nicht lange bleiben und schließlich entschwindet Wintersberg in einem Schneestum oder kommt dort um, macht sich auf, auf seine letzte Reise und Jan bleibt in der Wohnung bei der Tochter sitzen oder will sich auch auf seine letzte oder vorletzte Reise machen.

Man weiß das nicht so genau , denn das Buch ist sehr widersprüchig und Jaroslav Rudas, ein Meister des Erzählens und höchstwahrscheinlich ein sympathischer Mann.

2020-02-05

Wieder da

Das ist jetzt keine Rezension von Timur Vermes Kultbuch „Er ist wieder da“, obwohl ich das Buch, glaube ich, zu Anfang des vorigen Jahres im Schrank gefunden habe aber das Lesen noch nicht schaffte, sondern ein Bericht zu zehn Jahre offener Bücherschrank in der Zieglergasse, den es dort ja seit 2010 gibt und von mir fleißig frequentiert wird.

Er wurde dann auch einmal erneuert und unter der Patronanz von Nermann Nietsch wiedereröffnet und als ich im Sommer oder Herbst einmal vorbei kam, war er o Schreck verschwunden, und der Platz auf dem er steht, eine Baustelle, wird ja derzeit die ganze Wiener Innenstadt zu einer Fußgängerzone umgestaltet und ein Herr sagte mir auch beim „Wortschatz“ am Margaretenplatz, daß er bis Weihnachten verschwunden sein würde.

Weihnachten ist vorbei und der Schrank nicht aufgetaucht, aber dafür eine Notiz auf der Seite bzw. am Platz, am 5. Februar um zehn Uhr ist Eröffnung und da bin ich natürlich hin, obwohl mir gar nicht so klar ist, ob das jetzt ein großes Ereignis sein wird oder nicht?

Es war dann auch nur ein Kleineres, als ich ein paar Minuten nach zehn dort auftauchte, denn der Schrank vorhanden, jetzt, glaube ich, von einem anderen Künstler gestaltet, ein paar Leute standen, um ihm herum. Schachteln standen am Boden und so ein Stehtischenchen war aufgestellt, auf dem eine Sekt Flasche stand. Frank Gassner war, glaube ich, da, der sich mit einer Frau unterhielt, die sich erkundigte, ob die Sitzgelegenheiten auch wieder aufgestellt werden würden, weil sie da gerne lesend gesessen hätte. Sie kommen, versicherte er und der Schrank gefüllt, aber mit gar nicht so besonderen Stückchen, den Tom Wolfe sah ich zwar und noch ein dickes Stück und ich habe mir James Joyces „Portrait des Künstlers als junger Mann“ und Eva Menasses „Sieben Todsünden“ herausgefischt, sowie, „Die Farbe Lila“, die ich, wie ich ientdeckte, aber schon hatte, also in den „Wortschatz“ zurücklegen werde und bin dann in den Bürosupermarkt in die Neubaugasse um Büroklammern zu kaufen gegangen und als ich zurückkam, waren die Leute, das Tischchen, die Schachteln und der Sekt verschwunden und vor dem Schrank stand ein einzelner Mann.

Also ein sehr kurzes Event, aber trotzdem Bücherfreunde aufgepasst, der Schrank ist wieder da und kann bedient werden.

Geben und nehmen auf der einen und auf der anderen Seite und ich füge hinzu, daß ich diese Initiative des öffentlichen Raumes sehr sehr toll finde. Frank Gassner geht es, glaube ich, gar nicht so sehr um die Leseförderung, sondern eher, um das Kunstprojekt.

Die Schränke, die es in Wien aber jetzt zehn Jahre gibt, haben eingeschlagen wie die berühmten Schwammerln aus dem Boden. Mein Leseverhalten hat es verändert, habe ich doch durch den Schrank so manches Schmankerl gelesen, an das ich sonst vielleicht nicht herangekommen wäre und es gibt inzwischen zahlreiche Schränke in Wien, von denen ich wahrscheinlich gar nicht alle kenne, bei der Eröffnung im Hegerpark bin ich aber gewesen, bei dem in der Grundsteingasse habe ich einmal gelesen und sonst gibt es natürlich den „Wortschatz“, der aber nicht unter Frank Gassners Fittiche fällt, ich frequentiere, wie schon beschrieben die Schränke häufig und regelmäßig, lese aber inzwischen auch Neuerscheinungen und habe da, als ich mit meinen Bücherschrankfunden, sowie einen Glühweingewürz und zwei Glühweinhäferln, die ich bei diesem Geschäft in der Zieglergasse, bei dem man auch die Zaunerstollen kaufen kann, als Schnäppchen bekommen habe, David Albaharis „Heute ist Mittwoch“, das ich schon gelesen habe, ein zweites Mal bekommen , während ich immer noch auf Nele Pollatscheks Brexitroman warte.

2020-02-04

Peter Kreisky Buch

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:55
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Irmtraut Karlsson, Robert Misik, Erwin Riess, Julia Herr

Irmtraut Karlsson, Robert Misik, Erwin Riess, Julia Herr

Als ich vor ein paar  Jahren Christl Fallenstein in ihremPflegeheim besucht habe, habe ich Eva Brenner dort getroffen, ihr, wie ich mich erinnern kann, eines meiner Bücher gegeben und mit ihr Adressen ausgetauscht. Seither bin ich in ihrem Verteiler und bekomme von ihr regelmäßig Informationen, beziehungsweise Einladungen zu ihren Veranstaltungen, zu denen ich meistens nicht hingehe.

Aber heute habe ich mich entschieden, an der Präsentation des von ihr herausgegeben Buches „Den Bruch wagen“ über den 1944 in Stockholm geborenen und 2010 bei einer Wanderung  verstorbenen Lebensgefährtes Peter Kreisky, des Sohnes des ehemaligen Bundeskanzlers,  zu gehen, denn mir ist der sehr stark seinem Vater ähnlich sehende Linkssozialist öfter bei Demonstrationen und anderen Veranstaltungen gegegnet, so kann ich mich erinnern, daß ich vor oder hinter ihm ins Wien Museum gegagen bin, als dort die Ausstellung über Ernst Jandl eröffnet wurde und die Theaterwissenschaftlerin und Expermeimentalleiterin Eva Brenner habe ich wahrscheinlich bei einem der Adventspaziergänge durch den siebenten Bezirk in ihrem Experimentaltheater, die „Fleischerei“ kennengelernt und auch sonst immer bei verschiedenen Veranstaltungen gesehen.

Im Bruno Kreisky Forum in der Armbrustergbasse war ich auch ein paar mal, vor längerer Zeit als dort die Kreisky Preise vergeben wurde und dort das Buch „Die Sprache des Widerstandes“, zu blau schwarz eins, in dem ich auch einen Text habe, einen Preis bekommen hat, einmal bei einem Fest der „Kramer Gesellschaft“ und das letzte Mal vor circa eineinhalbJahres bei einer von Robert Misik moderierten Diskusionssionsveranstaltung. Der hat auch heute moderiert und als ich um halb sieben die Armbrustergasse erreichte, sind vor mir ein paar Leute in die ehemalige Kreisky-Villa gegangen und es war schon erstaunlich voll.

Die Angela und den Josef habe ich gesehen, Konstantin Kaiser, Marius Gabriel und noch eihn paar andere Bekannte und zuerst erzählte Eva Brenner etwas über das Buch, das heißt, zuerst bab es überhaupt einen Ausschnitt von einen Film über Peter Kreisky, in dem er, glaube ich, etwas über seine politische Einstellung erzählte.

Das Buch ist, erzählte Eva Brenner weder eine Bografie noch ein Memoir, sondern ein Einblick in das linke politische Leben seit 1968 und am Podium waren die Politikerin Irmtraud Karlsson, die Peter Kreisky am längsten kannte, dann Erwin Riess, der Autor der Groll Romane, den ich immer am Volksstimmmfest treffe und Behindertensprecher, der einige Geschichten über seine Bekanntschaft mit Peter Kreisky und dann über sein Engagement bezüglich des selbstbestimmten Behindertenlebens etwas erzählt und Julia Heer, eine junge SPÖ- Politikerin, die den Kreisky Sohn zwar nicht persönlich kannte, aber trotzdem an ihm erinnerte oder sich über ihn eingelsen hat.

Nachher gab es wieder  Wein, Brot, Salz und Olivenöl und ich habe ein bißchen bereuet nicht in die alte Schmiede zur Teresa Moira gegangen zu sein, weil die Veranstaltung nicht sehr literarisch war, aber ich bin ja auch gesellschaftspolitisch interessiert und kann mich an den sehr linkssozialistischen Kreisky Sohn, der in der Arbeiterkammer gearbeitet hat, sehr gut erinnern und schätze ihn auch sehr.

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