Literaturgefluester

2022-08-05

Hier geht`s lang!

Filed under: Bücher — jancak @ 00:02
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Lesen mit Elke Heidenreich, oder das Leseleben der 1943 in Köln geborenen, die ich seit es das „Literaturgeflüster“ gibt, auf diesen Blog verfolge. Denn da hätte ja 2008 glaube ich Marcel Reich-Ranicki, einen Fernsehpreis bekommen sollen, den er dann abgebrochen und die Sendung erbost verlassen hat, weil zu wenig literarisch und Elke Heidenreich hat ihn verteidigt und hat dafür ihre Sendung „Lesen“ im ZDF, glaube ich, verloren. Sie versuchte einige Zeit im Internet weiterzumachen und im Schweizer Literaturclub hat es auch eine Aufregung, um eine ihrer Äußerungen gegeben, die dann den Moderator seine Moderatorentätigkeit kostete.

Eine Lesebesessene und Tierfreundin könnte man sagen. Katzenfreundin, glaube ich, denn da habe ich einmal ein Büchlein von ihr gelesen und auch sonst, glaube ich, einiges von ihr gefunden und jetzt wo sie bald achtzig wird, hat sie ein Buch über ihr Leseleben herausgebracht das auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde und dann habe ich es mir von der Anna zum Geburtstag schenken lassen.

„Mit Bücher von Frauen durchs Leben“ ist der Untertitel. Es ist also ein Buch über Frauenliteratur und die sind ja in der Literaturgeschichte immer noch ein wenig unterpräsentiert oder waren es, denn die Zeiten, wo die Männer, die Literaturpreise abräumten sind, glaube ich, schon ein bißchen vorbei.

Anita C. Schaub, die ja eine Frauengruppe im Lesetheater gründen wollte, hat in ihrem Buch über das weibliche Schreiben auch mich interviewt und bei der Präsentation in der „Gesellschaft für Literatur“ habe ich behauptet, daß ich bei einem Buch ohne Autorenname erkennen würde, obs von einem Mann oder einer Frau stammt.

Ruth Klüger hat das dementiert, ich denke aber schon, daß mans erkennt, denn die Frauen schreiben über ihre Familien, ihre Kinder, die Liebe, wollen die Welt verbessern. Die Männer über Sex über ihre schwindende Manneskraft ihre Affairen und ihre Abenteuer und das kommt auch ein bißchen bei Elke Heidenreichs Einleitung heraus, auch wenn sie es nicht so benennt.

Sie beginnt bei dem kleinen Mädchen, das mit streitenden Eltern im Nachkriegsdeutschland aufgewachsen ist und das sich immer still und ruhig mit einem Buch in eine Ecke setzte. Auch die Bibliothek besuchte, denn Geld für Bücher gab es in der Familie nicht viel und dort gab es eine eigene Abteilung für Mädchen und eine für Jungenbücher. Die Mädchen lasen „Trotzkopf“, “ Elke der Schlingel“ und das „Nesthäckchen“. Die Buben den „Winnetou“ und Elke Heidenreich erwähnt hier Hugh Lofings „Dr. Dolittle“, der ihr die Lebe zu und die Sprach der Tiefe beibrachte.

Das war zugegeben ein Mann und den habe ich als Mädchen auch gelesen. Den „Trotzkopf,“ das „Nesthäkchen“ und den „Winnetou“ nicht. Dafür Enid Blyton und den Einstieg in das literarische Leben erlebte sie durch Selma Lagerlöf, die Lehrerin, die 1909 als erste Frau den Nobelpreis bekommen hat und mit ihrem „Nils Holgersson“, den schwedischen Kindern auf anschauliche Weise, die schwedische Geografie beibringen wollte.

Das Buch ist sehr bebildert. Da sieht man nicht nur die kleine und immer größer werdende Elke beim Lesen. Man sieht auch die schönen alten „Nesthäkchen-“ und „Trotzkopf-Ausgaben“ und dann geht es vom Kind, das die Nachkriegsmädchenbücher verschlang, zum „Mädel“, das „Heidi“ gelesen hat, obwohl die Schweizer Berge auch nicht viel mit ihrem Aufwachsen im Nachkriegs-Essen zu tun hatte.

Astrid Lindgren ist erst später zu ihr gekommen oder überhaupt erst, als sie schon erwachsen war und was anderen gelesen hat. Sie erwähnt aber das „Entschwundene Land“ in dem sich die 2002 Verstorbene mit ihren Eltern beschäftigt hat.

Dann kommen die Märchen und die Sagen und da sind wir schon wieder oder immer noch bei den Männern. Bei den Brüdern Grimm, die die Volkssmärchen gesammelt und aufgeschrieben haben und Hans Christian Andersen, den Kunstmärchendichter an den und des „Kaisers neue Kleider“, ich in Corona-Zeiten öfter gedacht habe und dann hat sich das Mädchen irgendwann natürlich für die deutschen Heldensagen interessiert, und Siegfried als ihre erste Liebe bezeichnet, die ich, wie ich mich erinnern kann, als Zehn- oder Zwölfjährige auch mit Begeisterung gelesen habe und später bin ich, wie wahrscheinlich auch Elke Heidenreich ähnlich begeistert in die Wagner-Opern gegangen.

„Der Backfisch“, wie die Teenager oder Teenies früher geheißen haben, liest dann, wie die meisten anderen Mädchen „den fürchterlichen Kitschschinken der Anne Golon „Angelique“, der verarmten Adeligen mit den blaugrünen Augen und den schweren goldkäferfarbenen Haar“, das einen häßlichen Adeligen heiratet, in den sie sich dann verliebt. Es gibt davon zwölf Bände, Elke Heidenreich hat davon drei oder vier davon gelesen und die Reste der ab 1956 erschienenen Serie gab es vor einiger Zeit in der ehemaligen Telefonzelle in Stattersdorf, ich habe sie liegen lassen und auch keines der Bücher gelesen.

Dann steht sie vor dem Bücherregal ihrer Mutter, wo es neben „Mein Kampf“, was man damals zur Hochzeit bekommen hat, auch Shakespeare-Sonnete gab, die die Jugendliche begeistert gelesen hat. Das erste Buch, das sich Elke Heidereich kaufte war Hans Falladas „Kleiner Mann -was nun?“, wo sie nach dem Pferd aus dem Märchen suchte und dann über die Sozialkritik der Handlung erstaunt war. Sie hat alle fünfhundert Bände dieser „Rororo-Taschenbuchausgabe“, wo es die berühmte Werbung gab.

Ich habe auch einige, nicht alle Bände dieser Reihe und Elke Heidenreich ist dadurch sowohl zum Lesen als auch zum Rauchen gekommen. Sie hat später eine Hotelbibliothek eingerichtet und in ihren Jugendtagen begeistert „Vom Winde verweht“, als auch „Das Herz ist ein einsamer Jäger“ gelesen. Dann kommt Elke Heidenreich zu den Frauen, in ihrer Auswahl hat sie viele Frauen vorgeschlagen und auch mit Ruth Küger, die ein Buch darüber geschrieben hat, darüber diskutiert und natürlich war auch Virginia Woolf mit ihrem „Zimmer für sich allein“ für ihre Leseentwicklung maßgebend.

Die Studentin wählt natürlich Germanistik. Zuerst in München, dann in Hamburg und bekommt da von ihren Professoren Leselisten mit ein paar hundert Büchern zum Thema „Sturm und Drang“ in die Hand gedrückt, die natürlich von Männern geschrieben wurden, die im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert der Ansicht waren, daß Frauen zu den Kochtöpfen und nicht an den Schreibtisch gehörten. Manche tun das vielleicht noch heute und die Caroline von Günderrode, die von Christa Wolf trefflich beschrieben wurde. Die Schwestern Brotne und auch die jetzt berühmte Jane Austen mußten oft Männernamen verwenden oder am Küchentisch schreiben. Die ebenfalls berühmte Colette, von Elke Heidenreich hoch gelobt, tat das am Anfang auch und das <kindermädchen lief entsetzt zu Missis Christie und schrie „Die vierjährige Agatha kann schon lesen!“

Die hat dann keinen Männernamen verwendet und die junge Elke war bald von Hannah Arendt, Dorothee Sölle und Simone de Bevoir begeister,t die damals nicht an Universitäten lehrten. Deshalb hat Elke ihre Doktorarbeit auch nicht fertigeschrieben, sondern jung geheiratet und dann für ihren Mann die Rezensionen oder Beiträge für den Sender geschrieben.

Das tat sie schon vorher, um Geld zu verdienen mit Seminararbeiten und bekennt das freimütig. Ich denke da ein bißchen strenger, das darf nicht sein und man soll sich auch nicht damit rühmen und es ist auch verboten.

Aber Elke Heidenreich ist, obwohl sie nicht gendert, sehr selbstbewußt. Mit Swetlana Geier, das ist die alte Dame, die aus „Schuld und Sühne“ ein „Strafe und Verbrechen“ machte, was ich auch nicht goutiere, denn der Dostojewski heißt auf Russisch auch immer gleich und auch mit Alice Schwarzer mit der sie nicht immer einer Meinung war, hat sie diskutiert und von Susan Sonntag war oder ist sie begeistert.

„Sempre Susan“ hat sie zeitgleich mit dem Schreiben des Buchs gelesen und da kann ich gleich anfügen, daß ich schon glaube, daß man als Frau geboren wird, auch wenn das durch die rosa Jäckchen verstärkt wird. Simone de Bevoir hat das bezweifelt und Susan Sonntag meint, daß man an seinen Krebs nicht automatisch schuld ist. Da bin ich auch nicht ganz sicher. Ein bißchen kann man da wohl schon dafür oder dagegen steuern und Elke Heidenreich, die zweimal geschieden ist, hat auch einmal eine Krebsdiagnose bekommen.

Interessant ist die Feststellung, daß Frauen Literatur von Männern lesen, aber die nicht von Frauen und Elke Heidenreich führt wieder die Wichtigkeit der Frauenliteratur an. Sie liest aber auch Männer und moderiert darüber und ich denke auch, daß ich beides lesen will und ich habe wieder ein sehr interessantes Buch gelesen und wieder Neues kennengelernt, obwohl ich ja auch eine professionelle Vielleserin bin, obwohl manche meine Leser mir das nicht glauben und mich darin auch gut auszukennen glaube.

2022-08-04

Fiston Mwanza Mujila und Kurt Fleisch bei den O-Tönen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:34
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Klaus Kastberger, Kurt Fleisch

Da wir schon am Mittwoch aus Kroatien zurückgekommen sind ist es sich doch ausgegangen wieder zu den O-Tönen zu gehen. Da war ich diesen Sommer erst einmal und da wir nächste Woche in Ungarn sein werden gibts dann noch zwei Termine im August.

Heuer laufen die O-Töne ja wieder ganz normal ab. Margit Heumann habe ich gesehen, beziehungsweise hat sie sich zu uns gesetzt. Christa Unterauer, die ich sonst immer im MQ getroffen habe, habe ich heuer noch nicht gesehen und das Debutbuch „Aibohphobia“ von Kurt Fleisch das vom Rollentausch zwischen einem Psychiater und seinen Patienten handelt, habe ich schon gelesen.

Klaus Kastberger hat moderiert und das angesprochen, was ich auch beim Lesen empfunden habe, daß das Ganze ein bißchen anachronistisch ist und Kurt Fleisch meinte, daß er das bewußt so gewählt hat.

Fiston Mwanza Mjulijas „Tanz der Teufel“ habe ich zwar nicht gelesen, aber die „Tram 83“ und auch schon eine Lesung daraus gehört. Es ist ein schrilles Buch des 1981 in Zaire oder im Kongo geborenen, das, was ich nicht wußte oder schon vergessen habe, auf Französisch geschrieben und von zwei Damen übersetzt wurde und Fiston Mwanza Mulija, der seit 2009 in Graz lebt und dort einmal Stadtschreiber war, hat auch ein sehr starkes Performancetalent und eine laute eindrucksvolle Stimme.

Klaus Kastberger, Fiston Mwanza Mulija

Seine Bücher sind kein Romane betonte Klaus Kastberger, sondern eher eine Stimmungsansammlung. Personen treten auf und gehen wierder. Das Ganze spielt in einer Bar im Kongo, die von einer Reihe von Personen besuchtt werden. Drei junge Burschen gibt es, die in Angola in den Mienen suchen eine Madonna der Mienen. Eine starke Frau, die durch Fiston Mwanza Mjulijas Großmutter inspiriert wurde und einen Schriftsteller, der Franz Baumgartner heißt und aus St. Pölten stammt, gibt es auch. Da hat das Publikum gelacht und Fiston Mwanza Mulija meinte, daß er eigentlich die tragende Person des Buches ist, die die Handlung zusammenhält.

Am Schluß performte Fiston Mwanza Mulija, den ich schon einmal bei der „Literatur und Weint“ gehört habe, ein Gedicht und ein Goodie-Sackerl, wo sich diesmal Chips befanden, gab es wieder auch. Darum bin ich ja die letzten zwei Jahre gekommen, weil damals ja das Kontactrtracingformular, das man abgeben sollte oder mußte, dort angehängt hat.

2022-08-03

Zurück von den kroatischen Inseln

Filed under: Alltagsgeplauder,Reisebericht — jancak @ 23:42
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Leibnitz
Senji

Zurück vom Urlaub, seit 2019 hatten wir Corona bedingt ja keinen richtigen, damals waren wir einige Male in der Schweiz und 2016 in Kroatien.

Damals sind wir zwei Tage nach dem ersten Durchgang der Bundespräsidentenwahl, wo Alexander van der Bellen, knapp gewonnen hat, weggefahren und als wir zurückgekommen sind, habe ich schon bei der Rückfahrt in der Zeitung gelesen, die Wahl wird wiederholt.

Jetzt gibt es im Oktober, glaube ich, wieder eine Bundespräsidentenwahl und ich werde Alexander van der Bellen, für den ich damals sehr gekämpft habe und große Angst hatte, daß er die Wahl verlieren könnte, nicht mehr wählen.

Restoran Kapela
Camping Bacinska Jezera

Aber zurück nach Kroatien, wo der Alfred, der schon im Mai mit dem Karli dort war, die kroatischen Inseln auswählte, also eine Route, die für mich ziemlich unbekannt war und kleinere Orte betraf.

Mein erster Kroatienurlaub hat mich also sehr geprägt und ich habe mir ein Buch mitgenommen, beziehungsweise eines darüber geschrieben und diesmal hatte ich auch eine ganze Tasche von KroatienBücher mit und habe da, darüber werde ich noch schreiben, ganz zufällig und ohne es zu wissen, eine gute Auswahl getroffen.

Am zwölften Juli sind wir also mit dem Anhänger, den sich der Alfred zu Beginn der Pandemie gekauft hat und dem alten Auto losgefahren und weil es der Alfred langsam angehen wollten, sind wir nur bis Leibnitz gefahren und haben dort auf einen schönen Campingplatz gleich neben dem Bad übernachtet. Dann ist es bis Senj gegangen, das ist eine kleine Stadt an der Adria.

Kreuzfahrtschiff vor Korcula
Mostar

„Jadran heißt die Adria“ habe ich von meiner Freundin Ruth Aspöck gelernt oder darüber gelesen und „Doar dan“ heißt „Guten Tag“. Das ist ungefähr das Einzige, was ich auf Kroatisch kann. Mehr braucht es auch nicht, weil die Orte, die wir bereisten, alle auf Tourismus ausgerichtet ist und man mit Englisch oder Deutsch sehr gut durchkommt.

Auf die Festung Nehaj gegangen, wo die Uskoken im sechzehnten Jahrhundert gegen die Türken kämpften und so sind in dem Städtchen auch überall Kanonen aufgestellt. Der Campingplatz war sehr klein, eigentlich nur ein Parkstraße, wo man sein Wohnmobil aufstellen konnte. Aber sehr funktional, gleich am Meer gelegen, so daß man dort, glaube ich, sehr gut seinen Sommerurlaub mit am Tag schwimmen, segeln, surfen und am Abend grillen oder über die Promenade flanieren und einen Drink nehmen, verbringen kann.

Kornaten
Makarska

Wir sind aber gleich am nächsten Tag nach Trogir gefahren, wo wir ja vor sechs Jahren länger waren und meine Erzählung auch auf dem Campinglatz Rozak, wo wir wieder übernachteten, zum großen Teil spielt.

Dann ist es nach Ploce auf einen Campingplatz gegangen, der an einem kleinen See gelegen ist, was ein spannender Kontrast zum Meer, darstellte und es viele französische, belgische Kinder und auch viele Gelsen gab.

Da sind wir einige Tage geblieben, haben öfter die Fähren benützt, um an die Halb- oder Ganzinseln zu kommen und sind auch einen Tag nach Mostar gefahren, um die berühmte Brücke, die im Krieg zerstört wurde und inzwischen wieder nachgebaut wurde, zu besichtigten.

Wir sind auf der Insel Cres auf einen sehr schönen Campingplagtz gewesen, wo es zweimal in der Woche eine Grillparty gibt, wo man Sardinen, die Cevapcici, Calamari und auch Pommes Frites genießen konnte.

Camp Kovacine in Cres
Grillfest im Camp Kovacine

Wir sind ja keine Schwimmer, sondern sind herumgefahren und haben uns die kleinen Städten mit ihren Kirchen und ihren Türmen angeschaut. Haben immer gut gegessen und einmal sogar einen Bücherschrank gefunden, wo es zwar kroatische Bücher gegeben hat, was ich aber auch interessant gefunden haben.

Einmal haben wir eine Kornatenrundfahrt gemacht. Das heißt wir sind den ganzen Tag mit einem Schiff, um die Inseln herumgefahren. Ein freundlicher Maat oder Kapitän uns alles erklärt, wo es eine Kirche oder eine Thunfischfarm gab. Zu Mittag gab es Fisch oder Fleisch zur Auswahl und zweimal einen Aufenthalt zum Schwimmen.

Auf dem Campingplatz in Moscenica Draga sind wir auch schon vor sechs Jahren gewesen. Da haben wir Ausflüge nach Rijeka und Opatija gemacht, wo es die berühmte Promenade gibt, die schon in der K u K Monarchie gegründet wurde und da sind wir von Dalmatien schon nach Istrien gekommen.

Dort gibt es den „Johnson“, ein berühmtes Fischrestaurant, das wir damals besuchten und auch am letzten Sonntag waren und dann in der Nähe von Pula, wo wir die Anna, den Andreas und die kleine Lia getroffen haben, die dort in einen Resort in der Nähe ein paar Tage verbringen. Da haben wir mit ihnen einen Nachmittag am Strand verbracht und ich habe meine Füße ins Wasser gesteckt. Ich bin ja, wie erwähnt, keine Schwimmerin, weil ich als Kind ein mal fast ertrunken wäre und sind dann am dritten August über Slowenien zurückgefahren.

Mošćenička Draga

Die Bücher sind gelesen. Ein paar Ideen für mein Romanprojekt und ein paar Reisegeschichten, die ich nach und nach einfügen werde, gibt es auch. Aber diesmal wahrscheinlich keine eigene Kroatien- Geschichte nur die Erkenntnis, daß man den Sommer in Kroatien trotz der vielen Krisen mit Baden Schwimmen, Segeln, Surfen verbringen oder auch durch die kleinen Orte marschieren, um sich die Festungen und die Burgen anschauen kann.

Zum Frühstick Kaffee und meist ein Schokoladecroissant, das man auch Brioche nennen kann. Zu Mittag Calamari, Fische oder Cevapicici. Sardinen gab es interessanterweise diesmal weniger, obwohl die am billigsten sind, aber an einigen Orten Spanferkel, die vor allem den Alfred sehr begeistert haben, mir eher weniger schmeckte und alles war sehr teuer, was aber auch in Österreich inzwischen so ist, da wir ja die größte Inflation seit 1945 haben und was Corona betrifft, konnte ich mich nur wundern, daß es das in Kroatien offenbar nicht gibt.

Zwar waren auf allen Campingplätzen Desinfektionsflaschen zu finden und Plakate, die zeigten, wie das richtige Hände waschen geht. Masken habe ich in den drei Wochen aber nur jeden zweiten, dritten Tag eine oder zwei gesehen und die waren meistens auch noch falsch aufgesetzt.

So geht es auch, denke ich und bin jetzt wieder in eine Welt zurückgekommen, wo sich einige über die Rücknahme der Quarantänmaßnahmen aufregen, die Zahlen aber zurückgehen und wie, die Zahlen in Kroatien waren, habe ich gar nicht mitgekommen.

Jetzt gibt es eine kleine Urlaubserholungspause in Harland. Morgen werden wir auch nach Wien fahren, um die Post nachzusehen und die Blumen zu gießen und am Abend werden wir zu den O- Tönen gehen, bevor es nächste Woche mit der Anna, dem Andreas und der Llia nach Ungarn geht, um eine andere Urlaubsvariante zu erleben und braungebrannt bin ich inzwischen auch.

2022-08-02

Neue Schreibideen

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 19:17
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Ich bin ja mit den dreiundzwanzigeinhalb Seiten, elf Szenen und 11 314 Worten Rohentwurf, der Steffi Schuster oder „In den Wolken leben“ in den Kroatienurlaub gefahren und habe auf neue Ideen gehofft.

Denn ich habe es schon öfter geschrieben, ich fühle mich ein bißchen ausgeschrieben und bin ja überhaupt erfolglos. Habe in diesem Jahr aber schon drei CoronaTexte, eher kürzere Erzählungen, geschrieben und im Mai dann sehr schnell mit dem Vierten angefangen.

Das heißt, da wußte ich nicht, ob ich wieder über Corona schreiben soll? Eigentlich wollte ich das nicht sondern über das Soziale Kreditsystem, über das ich aber nicht wirklich viel etwas weiß und bin dann in die Cafe Konditorei Aida auf die Mariahilferstraße gegangen und habe dort das Gespräch zwischen einer älteren Dame und der Serviererin beobachtet und die dann etwas später in einem Geschäft mit Maske gesehen. Das hat mich beeindruckt und ich habe überhaps zu schreiben angefangen. Das Problem war aber, ist die Steffi Schuster jetzt eine Maskenverweigerin, wie die Mathilde?

„Nicht schon wieder!“, höre ich meine Kritiker schon schreien und wann spielt das Ganze? Ist Corona vorbei oder bin ich noch mitten drin? Also vorbei, denn ich will ja nicht mehr über Corona schreiben, aber da weiß ich ja nicht, wie es dann ausschaut? Wie es dann mit der Teuerung, dem Gas, dem Virus, den Masken, der Entmündigung, der Überwachung, etcetera ist?

Im Mai galt ja noch die ausgesetzte Impfpflicht. Jetzt ist die abgeschafft und man darf mit Maske auch als Positiver in ein Restaurant und arbeiten gehen, dort aber nichts essen und trinken und die Maske acht Stunden nicht abnehmen. Ein wenig verrückt und es meldet sich Widerstand. Obwohl die Zahlen zurückgehen, spricht man immer noch von der Sommerwelle und vier Szenarien für den Herbst sind auch schon geplant.

Ich habe das Ganze, weil ich nicht wirklich damit zufrieden war, also mehrmals umgeschrieben, da aber, wie das bei mir meistens so ist, nicht wirklich viel verändert. So das ich immer noch denke, ich sollte vielleicht anders anfangen. Aber wie, aber was?

Ich bin, glaube ich ,mit drei oder vier Szenenplänen weggefahren. Die Steffi hört sich die Nachrichten an, die Sun-<Jong beginnt wieder im Austra Center und die Tina hat ihre erste Chinesisch Stunde.

Vielleicht bekomme ich in Kroatien Ideen habe ich gedacht. Das letzte Mal habe ich mir ja eine ganze Erzählung von dort mitgenommen bzw. geschrieben. Ich habe mir die Seiten ei ngepackt, aber nicht wirklich vorgehabt, dort zu schreiben. Weil kein Laptop und seit ich den ersten „Nano“ geschrieben habe, habe ich mir den ersten Entwurf mit der Hand zu schreiben, wie ich das vorher machte, abgewöhnt.

Als wir 2009 nach Sizilien und Bozen gefahren sind, habe ich einige Szenen der „Sophie Hungers“ glaube ich, mit der Hand geschrieben, aber nachher nicht mehr lesen können und soviel Papier wollte ich mir auch nicht mitnehmen. Das Notizbuch aber schon und darin kann ich ja die Ideen aufnotieren.

Daß eine Ortsveränderung neue Ideen bringen, kann ich bestätigen oder schon spoilern. Man bekommt in der neuen Umgebung neue Sichtweisen und so ging es mir, glaube ich, an unseren zweiten Tag auf diesen Parkstraßencamp in Senj ,wo ein Wohnmobil neben dem andern aufgestellt war. Davor lag das Meer und über dem Ganzen, eine Straße, wo die Autos und Lastwägen vorüberrasten. Wir sind zuerst hinter dem Zelt an der Mauer gesessen und haben und geärgert, weil ein Auto plötzlich kam, das nicht zu seinem Zelt kommen konnte, weil eine Gruppen Schweden Tische auf der Straße aufgestellt haben.

Der Alfred hat sich geärgert. Mir war das eigentlich egal, ich bin aufs Klo zum Waschen und Zähneputzen gegangen und habe dann eine Beach Bar am anderen Ende des Camps entdeckt und am nächsten Morgen einen Mann in Badehose, Brille und einen Goldketterl, um den den Hals, der sehr intensiv Gläser putzte, bei den Schwedenmobile gesehen und da ist mir die Idee der Johanne Amundsen, ein bißchen inspiriert vom Krausser, den ich vorher gelesen habe, wahrscheinlich, gekommen. Ein Mitglied der schwedischen Akademie, die den Nobelpreis vorschlägt. Meine Leser wissen es, das ist mein Trauma, das ich schon in mehreren Texten thematisiert habe und habe mir vorgestellt, die Johanne ist mit ihrer Tante, ihrem Onkel und zwei Freundinnen nach Kroatien gefahren und findet da am Klo oder sonstwo meine Texte oder die der Eja Augustin, meinem Alterego. Da gibt es ja eine Szene in diesem Blog, die habe ich mir da zum Schreiben vorgenommen. Aber schon die Idee gehabt, die Johanne mit ihrem Fund nach Wien zu schicken, um nach Eja Augustin zu suchen und die Steffi Schiuster ist eine Jugendfreundin ihrer Tante. So kommt die Johanne nach Wien. Mein Text geht weiter und bekommt einen neuen Schwung.

Etwas später ist mir dann die Idee gekommen auch 1984 einzubeziehen. Da könnte die Steffi in der Konditorei Aida, die sie ja sehr gern frequentiert, einen englischen Lehrer, Winston Smith oder so ähnlich, treffen, der darüber forscht oder den dortigen Helden nachlebt und der Sun-Jong konnte es noch gelingen ihren Bruder nach von Shanghai nach Wien zu bringen.

Das ist ja schon einiges. Da hätte ich neue Handlungsstränge und könnte ein Stückchen weiterkommen.

Die Frage neu anfangen oder nicht ist noch immer offen und auch den Zeitpunkt könnte oder muß ich noch überdenken. Die Teuerung und die Inflation kommt ja auch noch dazu, der Energie-Lockdown, etcetera, etcetera.

Also weiterschreiben. Mich an Hand der Wirklichkeit entlang hanten und dabei „1984“ neu anschauen.

Da hatte ich ja am letzten Tag, als wir im „Autogrill“ ein Schnitzel gegessen haben, auch eine Idee. Am Klo muß man zahlen, der Putzfrau oder dem Automaten. Eine Köchin teilt das Schnitzel aus, man bezahlt an der Kasse und soll das Geschirr dann in einen Tablettständer stellen. – Tut man es nicht, bekommt man vielleicht einen elektroschen Schock beim Ausgang oder einen Schlechtpunkt in sein Handy. Denn das man damit alles zahlen oder das Klo und die Tür bedienen kann, wäre ja schon das soziale Kreditsystem. Aber dazu müßte ich vielleicht anders anfangen, um die Spannung zu bekommen und Frauen, die das Handy, um den Hals trugen, habe ich in diesem Restaurant auch gesehen.

Interessant, interessant und es geht weiter, kann ich schreiben und meinen Kroatienurlaub damit abschließen.

Jetzt einmal ein paar Tage nach Ungarn, nach Bük ins Bad und da können wieder neue Ideen kommen und da nehme ich, weil wir in einem Hotel wohnen, auch den Laptop mit. Die dreiundzwanzig Seiten werde ich wahrscheinlich zu Hause lassen. Ein neues Notizbuch wird aber dabei sein.

2022-08-01

Wann das mit Jeanne begann

Jetzt kommt ein Buch, das vielleicht auf der nächsten deutschen Buchpreisliste stehen wird, Helmut Kraussers „Wann das mit Jeanne begann! und von dem 1964 geborenen deutschen Autor habe ich schon einiges gelesen und einige Bücher in meinen Regalen und dieses vom Verlag gleich dreimal bekommen. Einmal als PDF, als Arbeitsexemplar und dann noch das richtige, das am 28 7. erschienen ist.

Das Arbeitsexemplar habe ich mir nach Kroatien mitgenommen und dann bis Leibnitz gelesen und als ich mit den anderen Büchern fertig war,, zu Ende und kann sagen es ist ein sehr skurilles Buch, was meinen Verdacht bestätigt, daß die Autoren nicht mehr wissen über was sie schreiben sollen?

Mir geht es da ja auch ein bißchen so und daher immer seltsamer werden und so hat sich Helmut Krausser als seine Protagonisten zwei Weißmagier gewählt.

Getrude Cläronore Schmidt, Trudi genannt und Jazik Wozinak, die eigentich schon über hundert Jahre alt sind, sich aber mit falschen Papieren für jünger machen und die beschäftigen sich mit zwei Johannas. Einmal mit Jeanne d’Àrc, hier ein bißchen anders geschrieben und da wird, deren Leben in Protokollen wiedergegeben.

Sophie Reyer hat sich ja mit etwas ähnlichen beschäftigt und dann mit einer Seefahrerin oder Piratin Jeanne de Belleville und dazwischen kommen immer wieder Sequenzen, der beiden Un- oder Haltoten, die auch recht aggrev sein können und zwei Einbrecher, die sie überfallen wollen, ermorden und beseitigen. Eine Schwarzmagerin oder Hexe kommt auch vor und wenn man sich jetzt fragt, wie schaffen die das, so alt zu werden oder ewig zu leben?

Die Erklärung ist, sie schlüpfen einfach in eine andere Person, wie ein Vampir, die anderen aussaugt. Trudi und Jazek versuchen das mit zwei jungen Türken, das mißlingt. Die Hexe Zia tut das, glaube ich, auch mit der Mutter von Jeanne de Belleville und sogar was ich eigentlich geschmacklos finde, in Jeanne ´Arc.

Es gibt einen Forscher, der sich mit Jeanne de Belleville aber auc mit Jeanne d` Arc beschäftigt und deren Schwerter oder Fahnen sammelt, der stirbt dann irgendwann und ich frage mich, ist Corona und der Lockdown irgendwie schuld daran, daß die Bücher immer seltsamer werden.

Jetzt bin ich nur gespannt, was die hehre Literaturkritik dazu sagt und ob es auf die Buchpreisliste kommt?

Und weil das Buch am Meer, aber in Frankreich spielt, hat es auch zu meiner Kroatienlesereise gar nicht so schlecht gepasst.

2022-07-31

Lesen in Kroatien

Filed under: Büchergeschichten — jancak @ 21:30
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Irgendwann bin ich während meines Bloggerlebens daraufgekommen, daß ich mir bei Reisen immer die jeweiligen Bücher mitnehme.

Nun bin ich von meiner Ausbidung Psychologin und Psychotherapeutin und dazu noch schreibende Frau und keine vergleichende Literaturwissenschaftlerin. Also keine wirkliche Kennerin der jeweiligen Literatur und so bin ich es vor sechs Jahren als wir das erste Mal in Kroatien waren, sicher diesbezüglich sehr naiv angegangen und habe nachgesehen, welche Bücher von kroatischen Autoren habe ich, weil ich ja auch nicht groß einkaufen wollte und die dann mitgenommen.

Marica Bodrozic, Bora Cosic, Jagoda Marinic und Stanko Andric sowie zwei Gebrauchsanweisungsbücher ,sind das gewesen und das war auch sehr interessant und interessant ist auch, daß ich als ich von der Reise nach Hause gekommen bin, mich nicht nur über die Wiederholung der Bundespräsidentenwahl geärgert habe, sondern auch ein Buch über Kroatienh gescrieben habe und weiter war ich während meines literarischen Lebens beziehungsweise bei meinen Veranstaltungsbesuchen auf die kroatische Literatur sensiblisiert und habe da auch einige Lesungen besucht.

Bora Cosic habe ich dann auch persönlich einmal in der „Alten Schmiede“ getroffen und seine Frau hat sich sehr nett mit mir unterhalten. Miljenko Jergovicbei der „Buch und Wein“ gehört und als ich mich heuer wieder für eine Kroatienreise rüstete und da war ich zugegeben nicht sehr motiviert, weil ich keine Schwierigkeiten bei der Rückkehr mit dem Testen haben wollte und auch sehr kskeptisch war, ob das funktionieren wird, habe ich dann zwei Bücher von Edo Popovic gefunden, auf den bin ich durch eines der Gebrauchsanweisungsbücher aufmerksam geworden. Vom Miljenko Jergovic gekauft eines und das andere gefunden und auf Adriana Altaras, deren „Titos Brille“über meinen Bett in <harlan lag bin ich auch aufmerksam geworden.

Also das einpacken. Ein Buch von Marica Bodrozic habe ich, glaube ich, auch irgendwo liegen. Aber nachdem habe ich gar nicht gesucht, weil ich dachte, fünf Bücher sind genug. Dann dachte ich aber Rene Freund „Ans Meer“ wäre vielleicht auch ganz gut auf dem Weg bis zur slowenischen Grenze zu lesen. Dann hatte ich aber noch das Arbeitsexemplar von Helmut Krausser „Wann das mit Jeanne begann“, das ich eigentlich noch vorher lesen wollte, aber nicht schaffte. Also habe ich mir das für die Reise mitgenommen und ein Memoir, das mir eine Klientin gegeben habe, habe ich auch mitgenommen und den Freund zu Hause gelassen.

Wird schon passen, habe ich gedacht und dann eigentlich viel mehr, als gedacht gelesen. Kunststück was soll man auch im Auto, am Strand oder am Campingplatz anderes tun? Da hat mich dann der Alfred auf Bogumil Balkanskys „Der dümmste Krieg“ eine Beschreibung des Jugoslawienkriegs aufmerksam gemacht und die Bücher habe ich beim Lesen herausgefunden, haben auch sehr gut zusammengepasst und ich habe viel über Kroatien uund seine Geschichte gelernt.

An den letzten Tagen haben wir dann den Bücherschrank gesucht, wo wir nicht sicher waren, ob sich der jetzt in Krysan, Bulje, Kastav oder Labin befindet?

Er war in Labin und es lagen nur kroatische Bücher oder Schriften darin. Trotzdem habe ich mir ein paar Bücher. mitgenommen. Ein zweisprachiges, Kroatisch, Italienisch über Tomaso Luciani der von 1818 bis 1894 lebte, ein italienischer Patriot war und offenbar in Albona lebte, wie Labin früher hieß. Dann einen Istrien-Kalender von 2008 mit vielen Bildern. Ein Poesiealbum gab es auch und interessant auf den Campingplätzen hat es immer wieder Bücher gegeben, offenbar die, die die Touristen zurückließen, da waren sicher ein paar deutsche Krimis dabei. Ich habe aber nicht recht gewußt, ob man die sich nehmen konnte und hin und wieder habe ich auch am Stand einen lesenden Menschen gesehen, die meisten haben aber in ihr Handy geblickt und jetzt zurückgekommen und wieder ein paar Bücher vorgefunden.

Darunter einen Krimi von Petrus Makaris der sich, höre und staune, unter dem Titel „Verschwörung“ mit dem Thema Corona ,beschäftigte und noch ein paar die vielleicht auf der neuen deutschen Buchpreisliste, die am 23. August bekanntgegeben wird, stehen könnte? Und jetzt bin ich natürlich neugierig, welche Bücher von kroatische Autoren ich noch in meinen Regalen habe. Von Marica Bodroziic weiß ich schon, daß ich „Kirschholz und alte Gefühle“ habe und von Bogumil Balkansky „Auf Neuseeland sind alle alle Briten Tschuschen“.

Aber da weiß ich ja nicht, wann ich wieder nach Kroatien komme und wieviel kroatische Autoren ich demnächst in der „Alten Schmiede“, im Literaturhaus und in der „Gesellschaft für Literatur“ hören werde.

2022-07-30

Um die Kornaten

Filed under: Reisebericht — jancak @ 19:40
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Boutique Camping Bunja, Brac

Von der Insel Brac und dem Boutique Camping Bunja in Supetar, wo wir sehr teuer auf einem Parkplatz neben dem Klo kampierten, sind wir nach Murter gefahren und haben dort eine Kornatentagesrundfahrt gemacht.

Das ist ein Nationalpark oder ein sehr sandiger schmaler Inselzug, wo es nichts außer einer Kirche, einem Restaurant und Felsen, Felsen, beziehungsweise Kieselsteine gegeben hat.

Kornatenfahrt

Von neun bis fünf hat die Fahrt gedauert. Ein Begrüßungsdrink und das Mittagessen waren dabei. Un der freundliche Maat, der auf dem Schiff herumgefangen ist, hat in verschiedenen Sprachen erklärt, daß pro Tisch sechs Personen Platz hätten.

An unseren Tisch ist eine Familie mit zwei kleinen Kindern gesessen. Ana hat das Mädchen, glaube ich, geheißen. Die Mutter hat einen Strohhut getragen und einen Bikini unter ihrem Strandkleid und es war sehr interessant zu beobachten, wie es das kleine Mädchen schaffte, sich dorthin zu setzen, wo sie direkt auf das Meer sehen konnte. Das war ja auch die Sensation der Fahrt. So haben sich alle an den Rand des Schiffes gestellt und der sehr umtriebige Schiffsangestellte ist herumgegangen und hat allen das Geschehen und die Attraktionen erklärt.

Kornatenfahrt

„Hier ist eine Fischfarm, dort eine Kirche!“, hat er gesagt und wir sind gefahren und gefahren und haben eigentich nicht viel außer Wasser, Felsen, Steine und den Hmmel gesehen. Hin und wieder begegneten wir einem Boot und zwei Aufenthalte zum Schwimmen gab es auch. Deshalb hatten auch die Meisten unter ihren T-Shirts einen Bikini oder Badeanzug an.

Aber ich bin, wie schon geschrieben, keine Schwimmerin und so sind wir bei dem ersten Aufenthalt, wo man sich zwischen dem Meer und einem kleinen Spaziergang auf die Felsen, entscheiden konnte, auf einem Stein gegessen und haben einem kleinen Buben und seinen Großvater beim Tauchen beobachtet. Der Bub hatte wahrscheinlich, um die Seeigel abzuwehren ein weißes Hemd an, der Großvater nur eine Badehose und besondere Schuhe, um sich vor den Seeigeln zu schützen, haben sie auch angehabt.

Kornatenfahrt

Dann gab es schon das Mittagessen.

„Fish oder Meat?, wurde man beim Einstieg gefragt. Ich habe mich für Fisch entschieden und eine Makrele mit Salat bekommen, die sehr gut schmeckte. Der Alfred hat ein Kottlett bekommen und ein Flasche Weißein und eine mit Mineralwasser hat es pro Tisch auch gegeben. Ich trinke ja eher Roten. Aber der scheint bei Fisch und in Kroatienn nicht so üblich zu sein und allmählich gewöhne ich mich an die weiße Mischer, weil ich ja auch sehr gerne „Hugo“ oder Kaiserspritzer trinken.

Kornatenfahrt

Als das Essen vorbei war und der Maat, offenbar das Mädchen für alles, die Teller abservierte, hat er die Fischköpfe ins Wasser geworfen, was mich ein wenig wunderte, aber dann kamen die Möwen und schnappten danach. Später haben sie ihm, was auch die Attraktion des Publikims war, die Köpfe von der Hand gefressen.

Einen zweiten Aufenthalt, der etwas länger dauerte, gab es auch. Da hat es sogar eine Art Souveniershop gegeben und wir sind wieder auf einer Klippe gesessen und haben den anderen beim Schwimmen zugeschaut, beziehungsweise habe ich in dem Buch „Vater“, gelesen. Dann gings zurück und es war wieder sehr heiß auf den Schiff so daß sich die Familie in das überdachte Unterdeck, wo sich auch die Bar befand, begaben und am Schluss, nachdem wir angekommen sind, haben wir uns noch in eine kleine Cafebar begeben. Ich habe meinen „Hugo“, der Alfred Cola oder Bier getrunken und haben das rege Hafengeschehen beobachtet.

2022-07-29

Der dümmste Krieg

Filed under: Bücher — jancak @ 18:36
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Jetzt wäre ich eigentlich mit den Büchern fertig, die ich mir auf unseren heurigen Kroatien-Urlaub mitgenommen habe. Aber der Alfred hatte einen Tip, beziehungsweise mich schon früher, als er noch nach Albanien, Mazedonien, Monte Negro, Serbien, in den Kosovo und wohin auch immer, fahren wollte, fragte, ob ich Bogumil Balkansky kenne, beziehungsweise den „dümmsten Krieg“ von ihm habe. <

Kannte ich nicht, in meinem Bibliothekskatlog aber „In Neuseeland sind die Briten Tschuschen“ gefunden. Keine Ahung wo ich das Buch herhabe. Der Alfred hat sich aber inzwischen den „Dümmsten Krieg“ besorgt, beziehungsweise es gefunden.

Und auf Bogumil Balkansky, der im wirklichen Leben, glaube ich, Sreten Calic, heißt und im „Standard“ Artikel schreibt, von da kennt ihn der Alfred, habe ich dann in dem Fischerdörfchen Sutivan, auf der Insel Brac mehr erfahren. Denn darüber wo er offenbar geboren wurde, hat er immer wieder geschrieben und einige seiner Artikel hat mir der Alfred auch in der Bar, wo ich einen Nescafe und er ein Cola getrunken habe, vorgelesen.

Er hat im letzten Jjahr aber auch ein Buch über den Jugoslawienkrieg „Ein kurzer Weg nach Srebencia“, ist der Untertitel, geschrieben und das war vor allem nach meiner Popovic und Jergovic-Lektüre interessant, denn es schließt könnte man so sagen, daran an.

In der „Ruth Tannenbaum“ habe ich ja einiges über Ustasa erfahren, die 1941, die Juden aus Kroatien entfernten und daß man nur Kroate werden konnte, wenn man sich taufen ließ, hat Miljeko Jergovic in seinen „Vater-Buch“ geschrieben. Das habe ich da noch nicht so ganz verstanden. Bogumil Balkansky erklärt es genau und auch den <krieg, der sich seiner Meinung nach direkt an Weltkrieg 1 und Weltkrieg 2 anschließt und da gibt es die muslimischen Bosnier, die serbisch-orthodoxen Serben mit der kyrillischen Schrift und die katholischen Kroatischen mit der normalen schrft.

Dann führt er, der eine sehr direkte Sprache hat und seine Leser auch direkt anspricht „Ach ein Wort noch: Erwarte keine Verschwörungen dunkler Mächte!“, beispielsweise, ein in die Machthaber der drei Kriegsnationen.

Erklärt die Biografie von Slobodan Miilosevic 1941-200, dem Serbenführer, Franjo Tudman, dem Kroaten 1922-1999 und dem Bosnienführer Alija Izetbegovic 1925-2003 und da habe ich noch vergessen , daß Bogumil Balkansky meint, daß man schon an den Namen erkennt, wer jetzt Kroate, Bosnier oder Serbe ist. Trotzdem scheinen sich die Nationen sehr vermischt zu haben, denn Bogumil Balkansky, der, glaube ich, einen serbischen Vater, eine kroatische Mutter und einen österreichischen Paß hat, schreibt von einer Begegnung, die er im Jahr 1992 in Sutivan mit Alija Izetobegovic hatte. Den hat er auf einen <parkplatz getroffen, wo er mit einem Schaubenzieher in der Hand sein Moped reparieren wollte, während der Präsident seine Tochter Sabina besuchen wollte, weil sein Schwiegersohn dort ein Sommerhaus hatte.

„Guten Tag Herr <präsident!“, hat er ihn begrüßt, der Security hat ihm den Schraubenzieher abgenommen und der Präsdient zeigte in Rchtung des Häuschen von „Tante Sabina“, da zu dieser Zeit alle Frauen in dem Ort „Tanten“ waren und Balkansy erzählte ihm, daß er die vorhin am Strand getroffen habe, wo sie rot wie eine Krabbe gewesen wäre. Der Präsident und Balkansy lachten. Der Security nicht, gab ihm aber den Schraubenzieher zurück.

Wahr oder nicht, eine interessante Anektote. Es wird dann noch von den „Hyänen des Krieges erzählt und da auch einige Biografien von Personen anführt, die an dem Krieg maßgebend beteiligt waren und daran verdienten. Einer davon ist der General Mirko Norac, der in dem Ustasa-Nest Senj aufgewachsen, wie Balkansky schreibt, der dann um Geld zu verdienen nach Split als Kellner ging, bevor er sich dem Krieg widmete.

Der ist, glaube ich, 1992 ausgebrochen und da war Balkansky in Sutivan und erzählt da, wie es ihm mit seinem serbischen Vater, der kroatischen Muutter und dem österreichischen Paß gegangen ist, dem er es wohl zu verdanken hat, daß er zwar ein paar mal zusammengeschlagen wurde, aber nichts Ernsthafteres passierte.

Er erzählt auch von dem Schicksal seiner Freunde und seiner Schulkollegen und führt neben den „Hyänen des Krieges“ auch die „Wahren Helden“ an, die versucht haben, sich dem Kriegsgeschehen entgegenhzusetzen.

„Geschichten aus dem Niemandland“ heißt dieses Kapitel. Ein paar der Texte wurden schon im „Standard“ veröffentlicht und ich denke wieder, es ist interessant sicher wichtig, wenn man durch Kroatien fährt ,zu erfahren, wo da im Karst vielleicht noch die Leichen von deutschen Soldaten liegen, die 1945 ihr Leben lassen mußten und auch das Beispiel „Herbstregen“ wird angeführt, wo kroatische Polizisten in Zagreb einen serbischen Fleischhauer und seine Familie ermordete und seine Frau und seine Tochter vorher noch vergewaltigte und man die Leichen erst viel später fand. und am Schluß des Buches geht es nach Bleiburg, wo Bogumil Balkansky die Geschichte seines Großvaters erzählt, der bei den Partisanen war.

Ein interessantes Buch, vielleicht wieder nicht ganz einfach zu lesen, wenn man nicht wirklich viel Ahnung vom dem Krieg in Jugoslawien hat. Man bekommt aber interessante Einblicke. So hat sich bei mir das Fischerdörfchen Sutivan, wo ich, wie beschrieben einen Nescafe getrunken habe, eingeprägt und das Städtchen Senj hat für mich auch eine stärkere Bedeutung bekommen und wenn ich das nächste Mal nach Kroatien fahre, nehme ich, ich verspreche es, sofern ich es finde, das erste Buch von Bogumil Balkansky mit.

2022-07-28

Zwei Literaturkritiker am Strand

Elf Uhr Vormittag in der Marina-Cafebar in Sutivan. Zwei Männer in Badehosen an einen der Tische, vor sich den Laptop und das Handie, trinken einen Chappuccioo und schauen auf das Meer.

„Erich, sei so gut und verrate mir welche Kanditaten du nächste Woche für die deutsche Buchpreisliste vorschlagen wirst!“, sagte der eine und schaute den anderen herausfordernd an, der den Kopf schüttelte und abwehrend die Hand hob.

„Keine Chance, mein Lieber! Das ist alles, wie du weißt, streng geheim und ich bin, wie dir ebenfalls bekannt sein müßte streng gehen das Spoilern!„, sagte der und griff nach seiner Tasse.

„Gut, Erich, Geheimnisträger ich habe verstanden! Dann versuche ich es selbst und beginne zu vermuten was von den Neuerscheinungen auf der Liste stehen könnte! Da habe ich vor kurzem Helmut Kraussers „Was mit Jeanne begann“ gelesen. Das ist zwar ein verrücktes Buch, ich gebe ihm aber durchaus Chancen und dann natürlich Heinz Strunks „Sommer in Niendorf“. Das ist doch sicher wichtig, obwohl die Gruppe 47 falsch datiert wurde und wir uns momentan an einen ganz anderen Ort, als an einem Ostseestrand.

Der Erich genannte hob wieder abwehrend die Hand und schüttelte den Kopf.

„Hör mir doch um Gottes Willen mit den alten weißen Männern auf! Die will, glaube mir, mein Lieber, niemand mehr hören und sogar die Blogger und die Bloggerinnen regen sich in ihren Instagram-Stories schon darüber auf!“

„Dann halten wir uns an die jungen Frauen mit Migrationshintergrund oder an die Literatur von Transpersonen! Das dir der neue Uwe Tellkamp wahrscheinlich zu politisch inkorrekt erscheint und du ihn deshalb vermutlich nicht empfehlen wirst! Da sind zwar schon im Vorjahr fünf der engagierten jungen Frauen auf der Liste gestanden und die Antje Ravic Strubel hat mit ihrer „Blauen Frau“ gewonnen. Was gibt es da Neues, verrate mir, was du das an Vorschlägen hereinbekommen hast, denn die jungen diversen Frauen werden sicher mit dem Schreiben nicht aufgehört haben?“ fragte er und blickte den anderen herausfordernd an, der wieder nur den Kopf schüttelte..

„Auch da gibts keine Informationen, mein Lieber und wenn du meine ganz persönliche Meinung wissen willst, zuviel Trans ist nicht gut, löst nur Verwirrung aus und fünf moderne junge Frauen sind genug! Das will das Publikum, gaub es mir, nicht lesen! Denk nur an die Diskussion vor ein paar Jahren, die da Frau Hartlieb auslöste, als sie lauter Bücher lesen sollte, die sie in ihrer Buchhandlung ihren Kundennie und nimmer verkaufen konnte!“

„Also lassen wir die jungen Frauen und wenden uns einem anderen aktuellen Thema „Covid und das Corona-Virus“ zu! Das sehe ich dich schon wieder den Kopf schütteln, empört schauen und höre dich bereits kontern, daß Schwurbler-Bücher auf keinen Buchpreisliste ndürfen! Ich hätte auch keinen konkrete Vorschläge, denn der Covid- Roman der Marlene Streeuwitz „So ist die Welt geworden“Jahren erschienen. „Die gestohlenen Jahre“ und „Die Uhren haben ihre Zeit verloren“, sind soviel ich weiß im Eigenverlag erschienen und haben daher keine Chance, wie auch der Krimi des griechischen Autors Petros Markaris „Verschwörung!“

„Richtig, Kollege!“, antworgtegte Erich gemütlich und schaute in sein Handy.

„Lassen wir auch diese Einbahnstraße und gehen wir zu den Neuerscheinungen! Da hast du einige vergessen. Oder liest du die nicht mehr?“, fragte er ein wenig provozierend und nun schüttelte der andere den Kopf.

„Kein Provokationen, Erich! Natürlich habe ich das! Also würde ich Arno Camenischs „Welt“ vermuten und Tom Kummers „Unter Strom“, die beide schon auf der Liste gestanden sind! Aber gehen wir zu den Österreichern, um auf der Insel Brac unseren Nationalismus herauszulassen! Da hätten wir ja einiges im Köcher! Cordula Simons „Wölfe von Pripyat“ oder Kaska Brylas „Die Eistaucher“ fallen mir da ein! Aber du wirst jetzt sicher einwerfen, das gehört auf die österreichische Liste und ist ein anderes Thema! Also lassen wir das Spekulieren und wenden uns dem schönen Örtchen Sutivan und seinem großen Sohn Sreten Calic sprich Bogumil Balkansky zu, der zwar auch kein aktuelles Buch zu bieten hat, das auf deiner Liste stehen könnte, aber schon seit Jahren immer wieder Glossen über seinen Heimatort postet! Beschäftigen wir uns damit und lassen wir das Spekulieren! In vier Wochen werden wir es wissen und du mußt deine Geheimniskrämerei aufgeben“!

2022-07-27

Vater

Filed under: Bücher — jancak @ 03:52
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Jetzt kommt das zweite Miljenko Jergovic Buch, ein Memoir, Roman würde ich es nicht nennen, übersetzt von Brigitte Döbert, 2015 erschienen und daraus habe ich den Autor schon bei der „Literatur und Wein“ kennengelernt und das war mein erster Kontakt zu ihm. Später habe ich mir dann die „Ruth Tannenbaum“ mit einem Geeburtstagsgutschein gekauft und es schließt sich beinahe nahtlos an Adriana Altaris „Tito Brille“ an.

Miljenko Jergovic wuurde 1966 in Sarajewo geboren und lebt jetzt in Zagreb und das Buch beginnt auch mit dem Tod seines Vaters und ist eine Auseinandersetzung mit ihm, der, ein berühmter Arzt, auch sehr abwesend war.

Die Mutter also eine „Alleinernährende“, wie das wohl auf Kroatisch heißt oder von Brigitte Döbert so übersetzt wurde.

Der Vater kam wöchentlich, glaube ich, auf Besuch und hat die Alimente ausgeteilt. Er hat sich auch um den Sohn gekümmert, hat ihn sozusagen ins Krankenhaus in die Totenkammer mitgenommen und ihm die Leichen gezeigt.

Ein Kapitel widmet sich dem Arzt-Patientverhältnis im sozialistischen Jugoslawien. Die Ärzte sind die Götter, die Patienten die Untertanen und bekommen die Diagnosen nicht wirklich mitgeteilt.

Das war in den Sechzigerjahren in Wien glaube ich ,auch nicht viel anders und Vater und Sohn haben sich nach Ausbruch des Krieges getrennt, denn da ist der Sohn nach Zagreb gegangen. Der Vater, der 1928 in Sarajevo geboren wurde, ist dort geblieben.

Das war aber auch nicht so einfach kroatischer Staatsbürger zu werden, obwohl die Familie kroatische Wurzeln hatte. Dazu hat er sich erst taufen lassen müssen, was er eigentlich nicht wollte, schließlich aber doch tat.

Das Buch ist also auch eine Auseinandersetzung mit der politischen Situation während des Krieges und der Vater hat sich später wieder verheiratet und der Sohn ist nach seinen Tod und das finde ich sehr interessant, wenn ich es auch nicht ganz verstehe, nicht zum Begräbnis des Vaters gekommen, weil er die neue Frau nicht kennenlernen wollte.

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