Literaturgefluester

2008-07-04

Schreibworkshop

Filed under: Uncategorized — jancak @ 17:43

Gestern war ich also in der Thalia-Buchhandlung und habe bei einem Schreibworkshop zum Thema „Portrait erstellen“ mitgemacht, das sehr voll war und auch sehr informativ.
Es gibt also viele jüngere und ältere Personen, die sich für das Thema Schreiben interessieren und inzwischen schon sehr viele Angebote zu Schreibkursen und Seminaren.
Solche, die wie gestern gratis waren und als erste Anregung dienen und auch viele andere, bei denen sich Autoren ihr Zubrot verdienen oder gänzlich davon leben.
Als ich vor fünfunddreißig Jahren zu schreiben angefangen habe, war das ganz anders. Damals glaubte man noch nicht, daß man das Schreiben lernen kann und der Arbeitskreis schreibender Frauen, bei dem ich dann landete, war meines Wissens das erste dieser Art.
Ich habe das Schreiben trotzdem erlernt und kann es inzwischen auch recht gut und denke, daß es gut ist, daß es inzwischen viel zu diesem Thema gibt.
Unzählige Bücher zum Thema Schreiben und sehr viele Seiten im Internet. Wenn ich das damals schon gehabt hätte, hätte ich mir sicher leichter getan, so kann ich mich darüber freuen, daß ich auf vieles selber darauf gekommen bin und habe bei der Portraitübung eine Charaktersierung einer meiner Figuren aus der „Radiosonate“, an der ich gerade schreibe, gemacht und das Ganze vorgelesen.
Als ich in den Arbeitskreis schreibender Frauen gekommen bin, habe ich noch meine Freundin Elfi mitgenommen, die meinen Text vorgelesen hat, weil ich mich das noch nicht getraut habe. Dafür wurde ich damals kritisiert und mit der angeblich konstruktiven Kritik, die dort geübt wurde, habe ich mir schwer getan.
So finde ich es spannend , daß soviele Menschen Texte schreiben und sie sich auch vorlesen trauen. Bei dem spannenden Thema, was ist Literatur?
Kann man sie lernen, darf man schreiben oder doch nur lesen und dann vor allem, muß ich einen Verlag finden und was ist, wenn ich keinen finde? Darf ich dann meine Bücher selber machen? Zum Beispiel im Book on demand und im Digitaldruckverfahren, wo es inzwischen schon viele Möglichkeiten gibt, es schnell geht und auch leistbar ist, nur darf man das heute noch immer nicht laut sagen, weil die erste Frage immer noch die nach dem Verlag ist.
In zehn, zwanzig Jahren wird sich auch das ändern, wird, wie ich hoffe, selbstverständlicher sein, so wie es in den Schreibseminaren schon selbstverständlich ist, daß Schreiben Kreativität, also aktive Betätigung bedeutet und es schön ist, wenn man es tut und, daß man sich damit auch präsentieren darf.
Es gibt aber schon Ansätze, den „Schreib-weiter-Krimi“ im Thalia-Krimi- Sommer zum Beispiel, wo es interessanterweise ausgerechnet, um dieses Thema geht, um den „erbärmlichen Thriller und die seelenlose Reißbrettarbeit, die kein Verlag dieser Welt haben will“ und von dem Alptraum, in der Thalia-Buchhandlung zu sitzen und sein Buch hunderten erwartungsvollen Augenpaaren und noch ein paar Fotografen vorzutragen.
Interessant nicht wahr? Diesen Krimi habe ich inzwischen in meinen Sinn fortgesetzt und zu den O-Tönen ins Museumsquartier bin ich gestern nicht mehr gekommen, habe heute aber im Morgenjournal gehört, daß Franz Schuh ein großes Publikum hatte.

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