Literaturgefluester

2008-11-03

Nanowrimo-Writing

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:53

Nach all den Festaktivitäten und Festvorbereitungen läßt sich nicht vergessen, daß der November nicht nur wegen der Buch-Wien und dem Weihnachtsbuchgeschäft, sondern auch für die Internet-Schreiberszene ein wichtiger Monat ist.
Nämlich der National Novel Writing Month, der in Amerika vor zehn Jahren ausgerufen wurde und bei dem es, wie man hört und staunt, heuer bereits über 69.000 Teilnehmer gibt. Ich habe von dem Schreibemonat, wo sich inzwischen die ganze Welt zusammensetzt, um vom ersten bis zum dreißigsten November einen Roman zu schreiben, der mindestens 50.000 Wörter hat, die Quantität ist wichtig, das erste Mal vor einem Jahr durch das Writersstudio gehört und finde die Idee sehr spannend.
Obwohl ich nicht die Absicht habe mitzumachen. Die „Radiosonate“ ist ja noch zu korrigieren und da werde ich bis Weihnachten brauchen. Aber für das nächste Mal oder im nächsten Jahr könnte ich es mir vorstellen, um Material zu sammeln.
Obwohl ich keine Schwierigkeiten mehr habe, eine Sache zu Ende zu bringen, da hat mir die Struktur des Tages beim Wiener Stadtroman oder des Jahres, bei der „Radiosonate“ sehr geholfen und mein nächstes Projekt ist überhaupt eine Viergenerationengeschichte. So glaube ich nicht, daß ich mich anmelden will, um meine Worte abzuzählen und am Schluß eine Urkunde zu bekommen, während das fertige Produkt niemand zu sehen bekommt, weil nur die Quantität wichtig ist. Ein paar der Nanoschreiber sollen ihre Romane aber schon veröffentlicht haben, etwas anderes ist für mich interessant. Habe ich in meiner nun schon fünfunddreißigjährigen Schreibgeschichte ja immer zu hören bekommen, du bist nicht gut genug, schreib nicht soviel, weil uns das nicht interessiert!
Hier wird der Spieß umgekehrt, ist doch das Ganze eine Übung, um Schreibblockaden wegzubringen und dann fasziniert mich die Idee, daß sich siebzigtausend meist sehr junge Leute an den Computer setzen, von denen einige Tausend die 50.000 Wörter dann auch schaffen. Das ist wirklich interessant, passiert es doch trotz der großen Schreiberzahl unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Der Buchhandel interessiert sich nicht dafür. Der will seinen Nobel- bzw. Buchpreisträger und die Verlage pushen, jeweils, wie ich beobachten konnte, einen Shooting-Star hinauf, daß sich aber so viele Leute für das Schreiben interessieren, bleibt unerwähnt und die werden in Leipzig bzw. für das Bachmannlesen auch nicht genommen, während unsere Schulen inzwischen angeblich 20% Analphabeten erzeugen, die den Sinn gedruckter Seiten nicht mehr erfassen können.
Dieser doch sehr leichtfertige Umgang mit der menschlichen Kreativität hat mich immer schon beschäftigt und ich versuche mit meinen Möglichkeiten dagegen anzukämpfen, weil es für mich zu wenig ist, daß von 600 Schreibenden, die angeblich 15 besten ausgewählt werden, während die verkümmerte Kreativität der Abgelehnten später vielleicht in einem Altersheim, von einem Schreibanimator im Sinne der oralen History, mühsam erweckt werden muß. Die Alternative liegt vielleicht in den Schreibforen im Internet, die ich sehr interessant finde.
So werde ich mich mit dem Nationalen Writing Month (nanowrimo.de oder nanowrimo.org) sicher sehr beschäftigen. Mal sehen, ob man außerhalb der Internet Communitiy etwas davon zu hören bekommt.
Ich hätte heute eigentlich ins Literaturhaus gehen wollen, um mir die Gedenklesung der Grazer Autoren bzw. des ersten Wiener Lesetheaters anzuhöen.
Dann ist es sich mit meinen Stunden nicht ganz ausgegangen, bzw. hat mir das Literaturgeflüster in den Fingern gejuckt.
Und dann habe ich schon wieder bei einem Gewinnspiel mitgemacht und ein Buch gewonnen, was ich schon habe, nämlich „Bevor Max kam“ von Michael Köhlmeier, weil ich wußte, daß das die Kaffeehausgeschichtensammlung ist, die für den Kurier geschrieben wurde. Leider war ich zu schnell in meiner Begeisterung und als ich vorsichtig anfragte, ob ich nicht stattdessen, den neuen Köhlmeier haben könnte, lag es schon im Briefkasten. Jetzt kann ich es veschenken und das andere habe ich auch umsonst bekommen, nämlich als erstes oder zweites bei dieser Libro Bestseller Aktion, vor zehn Jahren, als es noch den alten Libro, um den Andre M. Rettberg gegeben hat. Also wieder eine Gratwanderung zwischen dem Guten und dem Schlechten, die Liste der fünfzehn österreichischen Neuerscheinungen habe ich aber schon im Kopf.
Und Nervosität bezüglich meines Geburtstagsfests. Da melden sich jetzt die Leute ab und an und leider hat Lidio Mosca Bustamante, der argentinische Schriftsteller, den ich bei Hilde Schmölzer kennenlernte, mit einer Operation Pech gehabt, so daß er nicht weiß, ob er kommen kann.

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