Literaturgefluester

2009-04-07

Zum neunzigsten Geburtstag von Edith West

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:43

Nachdem ich jetzt zwei Tage in Wien war und meine Praxis machte, bin ich gerade wieder nach Harland angekommen, um hier Ostern zu verbringen.
Am Ostermontag fahren wir dann zum Margaretner Osterspaziergang zurück und vorhin war ich im Republikanischen Club bei einer Veranstaltung der Theodor Kramer Gesellschaft „Die Mühen der Gebirge und der Ebenen“- Edith und Arthur West zum neunzigsten Geburtstag von Edith West.
Das Zitat entstammt einem Gedicht von Brecht zur Emigration, das Gebirge ist dabei das Gastland da hinter einem liegt, die Ebenen bedeuten die Rückkehr in das Heimatland, hat Konstantin Kaiser erklärt, der mit Edith West ein Gespräch führt, vorher und nachher gab es Arthur West Gedichte und die Veranstaltung war sehr interessant, so daß es sich lohnte, dafür erst um zehn nach Harland zu fahren, da ich den Rest der Woche freihabe und mich dem Schreiben und der Osterwellness hingeben kann.
Dafür habe ich auch die Buchpräsentation des neuen Jaschke Buchs im Literaturhaus versäumt. Da mir Silvia Bartl aber gestern den Text mailte, mit dem sie den „Tag der Freiheit des Wortes“ im Literaturhausprogramm ankündigen will und ich ihr zwar zurückschrieb, daß ich meinen eigenen Text haben will, aber fürchte, außer mich im nächsten Jahr für die „Mittleren IV“, als meine GAV-Veranstaltung, zu entscheiden, ich habe auch schon Ideen, wem ich dazu einladen kann, nichts wirklich dagegen tun kann, war das vielleicht eine gute Alternative, die Ärger erspart.
Ich zähle zwar nicht unbedingt zu Edith Wests Freundeskreis, kenne sie und Arthur West aber schon sehr lang.
Darüber habe ich schon mehrmals geschrieben.
Im Arbeitskreis schreibender Frauen in den späten Siebzigerjahren habe ich die Beiden im „Rotpunkt“ in der Reinprechtsdorferstraße kennengelernt und da glaube ich mich zu erinnern, daß Edith West bei der Vorstellung sagte, sie würde nichts schreiben, außer Briefe an ihre Familie in England und Arthur West hat mich später zu den Lesungen beim Volksstimmefest eingeladen bzw. habe ich mich dazu angemeldet und als er 2000 gestorben ist, habe ich beim Volksstimmefest bzw. im Rahmen des Lesetheaters ein paar Mal seine Gedichte vorgelesen.
Jetzt gab es ein Gespräch über Edith Wests Emigration nach England, wohin sie mit ihrer Mutter und ihren fünf Geschwistern gegangen ist, dort Arthur West bzw. Rosenthal, wie er damals hieß, kennenlernte, bzw. hatte sie ihn schon gekannt, weil sie in Wien in der gleichen Straße gewohnt haben.
Dann kam die große Liebe, Erich Fried war Trauzeuge, Theodor Kramer ist mehrmals zum Essen gekommen, was die Familie sehr belastete, weil er ein starker Esser war und das Essen damals rationiert.
1946 oder 1948 ist das Ehepaar mit dem Sohn Hans nach Wien zurück, weil sich Edith West als Wienerin bezeichnete, die diese Stadt zum Leben brauchte und beispielsweise, nie in St. Pölten leben wollte, was im Publikum zu reger Diskussion führte.
Wie überhaupt sehr viel gefragt wurde. Über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus oder wie das mit dem Stalinismus war, zum Beispiel.
Edith West und ihr Geburtstag ist da bei der Rolle der Sozialdemokraten in den Dreißigerjahren fast ein wenig in den Hintergrund geraten und wie es nach 1950 war, ist überhaupt nicht mehr zur Sprache gekommen.
Aber ab Ende der Siebzigerjahren habe ich sie, Arthur West und Erika Danneberg ja gekannt und ihre Wege ein wenig mitverfolgt.
Nachher gab es noch Wein und Soletti und ich habe mich ein bißchen mit Judith Gruber-Rizy, Konstantin Kaiser und Werner Grüner unterhalten, bevor es nach Harland in den Osterurlaub ging.

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