Literaturgefluester

2009-07-14

Frauengeschichten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:05

Für zwei Praxistage nach Wien zurückgekommen, habe ich festgestellt, daß das literarische Leben doch noch nicht Saisonschluß hat, denn im „read!!ing room“ in der Anzengrubergasse 19 fand am Montag ein Rezitationsabend „Frauengeschichten“ in Margareten mit Manuela Kurt, Helga Pregesbauer und Günter Vallaster statt, bei dem die Zuhörerinnen ein Konglomerat aus Prosa, Poesie und Dazwischenliegendem mit einem reichen inhaltlichen Spektrum von Themen, wie der zunehmenden Verlorenheit des Individuums und der grobgerasterten plakativen Welt, geboten bekommen haben.
So stand es in der Einladung aus „diestandard.at“, die mir Alfred am Freitag schickte und das klang interessant und so ließ ich sowohl das Kino unter Sternen, als auch den Rathausplatz aus, um mir Literatur zu geben.
Ich kam zwar etwas zu spät, denn um sieben hatte ich noch eine Stunde.
Günter Vallaster hat gerade gelesen, als ich eintraf und so habe ich nie erfahren, wieso ein Vorarlberger Magaretner Frauengeschichten rezitiert. Es war aber ein sehr realistischer Günter Vallaster, den ich hörte. Ich habe gar nicht gewußt, daß er so schreiben kann und es war wohl die grobgerasterte plakative Weltgeschichte des verlorenen Individuums, die ich zu hören bekam.
Es ging um eine Viola und einen Peter. Da ich zu spät kam, habe ich vom Tun der verlorenen Viola nicht viel mitbekommen, der Peter war aber hungrig und stieg deshalb in Plakatwände ein, zuerst in das mit Uhren, danach weil er etwas essen wollte, verirrte er sich bei dem Vöslauer Dreieck, bekam aber nur Bier zu trinken und beim Bankgeschehen wälzte er sich im Geld, das er zwar nehmen, aber nur innerhalb des Plakatraums verwenden konnte, so ein Pech!
Danach kam eine der beiden mir unbekannten jungen Frauen, ich glaube es war Manuela Kurt, die Gedichte las, die in Wien und Leipzig entstanden sind und von der ich nichts ergooglen konnte. Die Gedichte waren aber sehr schön, frisch und stimmig.
Dann gabs eine Pause, in der ich Gabi Rökl meine neuen Bücher zeigte und mit ihr einen Präsentationsabend am 21. September um 19. 30 ausmachte.
Für alle, die es sich schon vormerken wollen, da werde ich fünfzig Minuten aus meinen neuen Büchern lesen, die ich auch auslegen werde, so daß man sie sich anschauen oder kaufen kann.
So weit war ich die angekündigte Überraschungsgästin. Elisabeth Chovanec war auch da und hat sich sehr nett mit mir unterhalten und Bücher aus der fröhlichen Wohnzimmeredition und ein Katalog der Edition Ch mit Ilse und Fritz lagen auf.
Nach der Pause ging es weiter mit Helga Pregesbauer, wie ich annehme, die wurde jedenfalls 1977 in Zwettl geboren, studierte Geschichte, Philosophie, Kultur- und Sozialanthropologie und hat ein Buch über irreale Sexualitäten – zur Geschichte von Sexualität, Körper und Gender geschrieben, wie ich dem aufliegenden Flugblatt entnahm und gelesen hat sie zwei Texte.
Einen über einen Besuch im Völkerkundemuseum, der ungefähr „Männer, Götter, Kuratoren“ heißt und einen Ausstellungsbesuch aus der männlichen Sicht des Kurators Christian Schicklgruber, der wirklich so heißt, geschildert. Dafür kann er aber nichts und viele Frauen sind vielleicht noch wirklich unterdrückt, in Indien, im Urwald und in Österreich.
Der zweite Text war ebenfalls beeindruckend, die Vergangenheitsbewältigung einer jungen Frau, die für diese nichts kann, aber dennoch eines Morgens, als sie schlecht gelaunt in eine Bäckerei gehen muß, weil sie im Supermarkt das Brot vergessen hat, einen alten Mann sieht, der sich in einem Gemisch aus Wiener Dialekt und Englisch erkundigt, ob unter Schinken Ham zu verstehen ist.
Die Verkäuferin ist desinteressiert und der Kundin geht die ganze Vergangenheit im Kopf herum. Von Wien gleich nach New York oder vorher den polnischen Umweg über Auschwitz und Bergen-Belsen? Denn Haberer ist Jiddisch und bedeutet Freund.
Ein interessanter Abend also, was das mit Margaretner Frauengeschichte zu tun hat, habe ich nicht ganz verstanden, aber vielleicht wohnen die beiden Damen in Margareten oder es bezieht sich auf den read!!ing room und von und über Frauen wurde auch gelesen.

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