Literaturgefluester

2009-12-24

Weihnachten in Harland

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:08

Nun also das Weihnachtsfest. Wichtigster Wirtschaftsfaktor inzwischen und wenn man bei www. buecher.at, der Seite des Hauptverbandes nachsieht, sieht man, am vierten Einkaufssamstag ist das Weihnachtsgeschäft nicht so gut gelaufen, dafür haben das die Käufer nachgeholt und in den letzten Tagen, bis heute vierzehn Uhr, offenbar doch noch genügend Bücher eingekauft.
Wie ist das bei mir, einer konsumverweigernden Atheistin?
Weihnachten ist für mich sehr schön und auch sehr wichtig, aber es ist in den Advent vorverlegt. Eigentlich beginnt es meist Anfang November mit meinem literarischen Geburtstagsfest. Da gibts oft schon Geschenke vom Weihnachtsmarkt und die vielen Lichter und die Dekorationen haben einen Reiz auf mich und die Gutscheine natürlich.
Da gabs heuer bei dem Kronenzeitungsprobeabo, das ich auf der Buch-Wien abgeschlossen habe, einen Gutschein über sieben Euro von Möbel Lutz. Ein ganz liebes Weihnachtsengerl und drei Punschhäferln habe ich mir eingelöst und dann gibts natürlich den Weihnachtspunsch. Den mache ich mir immer selber, ein drittel Rotwein, ein drittel Wasser, ein drittel Orangensaft, ein Sackerl Früchtetee, eine halbe in Scheiben geschnittene Orange und etwas Zimt. Heuer hat mir eine liebe Klientin um den Nikolo ein Sackerl mit einem Teelichtständer, einem Weihnachtshäferl und fünfzig Gramm Weihnachtstee mit Mandeln und Rosinen gebracht. Eine andere brachte Kaffee und Weihnachtsstollen und dann gabs noch eine Großpackung After Eight und im Haus der Energie wurden Energiebündel verteilt. Das sind orangenfarbene Sackerl mit einer Packung Schogetten, einer Teeprobe und zwei Nußkostproben. An den Dezember-Dienstagen gab es dazu Maroni oder Bratkartoffeln. Die Anna hat Kekse gebacken und ich habe mir die FM4-Anthologie von der Buch Wien nach Hause geholt, das neue Etcetera und dann noch die „laut lauter lyrik“ – Anthologie von den Erich Fried Tagen. Von der Nanowrimo Blogparade gab es das schöne Paper Blanket und das kleine Bücherpackerl vom Resistenzverlag und dann natürlich den Ohrenschmaus, den ganz besonders. Diesmal habe ich sogar noch ein Packerl mit einer Zotter-Schokolade und einer CD zugeschickt bekommen und von der Anna gab es zum Geburtstag den Sonnentor Tee-Adventkalender.
Es ist also der Advent mit den vielen vorweihnachtlichen Überraschungen, die zum Einkaufen animieren sollen, aber da ist eine konsumverweigernde Atheistin abgestumpft. Literarisch gab es den Adventrundgang „Alles Gute“ und im Amerlinghaus die traditionelle Kleinstverlagsschau xxxxxxx-small und Punsch trinken im Amerlinghaus pflege ich mit der Anna seit einigen Jahren auch regelmäßig.
So zieht sich der Advent dahin mit den Adventkalendern, diesmal mit dem der Claudia Zotzmann und dem vom literaturcafe und dann fuhren wir am Abend des dreiundzwanzigsten nach Harland. Ich habe dort geschmückt, aber keinen Christbaum. Den gibts im Erdgeschoß bei Alfreds Eltern, da treten wir um fünf Uhr an. Bekommen unser Geschenkpaket, hundert Euro und eine Packung Lindorkugeln und vom Alfred Buchgeschenke. Diesmal war es Gustav Ernst „Helden der Kunst – Helden der Liebe“ und den Arche Literatur Kalender über das Schreiben. Von der Anna gab es ein Hörbuch, nämlich „Bitterfotze“ von Maria Sveland, denn aus irgendeinem Grund schenkt mir die Anna nicht so gerne Bücher.
Ich habe „Das Haus“ und die Volksstimmeanthologie an die Schwiegermutter, die gern liest, verschenkt, die Anna bekam ein Zweijahres-Falter-Geschenkabo und die zweite Ohrenschmaus CD. Dann ist es meistens aus. Nach der Geschenkübergabe und dem Foto vor dem Christbaum gibts ein Abendessen mit den Eltern, diesmal Fisch mit Kartoffelsalat und natürlich Weihnachtskekse. Der Schwiegervater war gelernter Konditor, bevor er als Briefträger in Pension gegangen ist. Danach war es oft wie abgerissen. Ich habe den kitschigen Weihnachtsmann mit Dschingle Bells, den meine 1991 verstorbene Mutter einmal der Anna zu Weihnachten geschenkt hat, aufgedreht und meistens den aktuellen Eva Rossmann Krimi gelesen. Diesmal aber nicht, denn den gabs schon im September. Ich habe aber den Ilija Trojanow im Badezimmer, den mir der Alfred vor zwei Jahren geschenkt hat und ein paar Tage Zeit. Bis Sonntag. Dann gibt es zwei Praxistage, zu Silvester sind wir bei Ruth Aspöck in der Burggasse eingeladen und weil ich es mir diesmal schlecht eingeteilt habe, müssen wir am Sonntag wieder nach Wien, denn am 4. und 5. habe ich Stunden, obwohl es noch einen Feiertag gibt.
Kann aber trotzdem geruhsam werden und wird es sicher auch und den Jahresrückblick für 2009 kann ich schon geben. Da gab es gleich Anfang Jänner die Abfuhr von Christa Nebenführ, weil ich mich für die Prückl-Sommerlesereihe, wozu sie in den GAV-Nachrichten aufgerufen hat, angemeldet habe. Sie hatte ästhetische Bedenken und das hat sich fast durchs ganze Jahr gezogen und vor Weihnachten gab es den literarischen Rundumschlag von Maria Heidegger.
Dazwischen habe ich bei den Textvorstellungen in der alten Schmiede gelesen, war kurz in Leipzig bei der Messe, hatte im November ein sehr schönes Portrait bei den „Texten“ in Ö1 und war als special guest in der Augustin Schreibwerkstatt, sowie bei den wilden Worten.
Vor allem aber habe ich geschrieben. „Das Haus“ habe ich im Jänner begonnen, dann kam „Sophie Hungers Krisenwelt“ und ganz überraschend und höchst erfolgreich, das Nanowrimowriting mit „Heimsuchung oder halb eins“, an dem ich gerade korrigiere.
Natürlich gab es das Literaturgeflüster, mit dem ich das ganze Jahr beschäftigt war und das ist sehr toll, mit den fünfzig bis hundert Zugriffen pro Tag, die ich inzwischen habe, gibts da keinen Zweifel. Vor allem macht es großen Spaß. Ich habe meine Stammleser, einige davon sind Autoren: Andrea Stift, Cornelia Travnicek, Anni Bürkl, seit kurzem auch Rudi Lasselsberger und drei Verleger haben sich auch dann und wann gemeldet. Alfred Goubran, Herwig Bitsche, Paul Jaeg, der hat diese Woche übrigens, als ich noch mit der Fehlerkultur und den Kommentaren von Frau Heidegger beschäftigt war, meinen Schlagabtausch mit Frau Heidegger bezüglich der Poet Night gefunden und seine diesbezügliche Meinung abgegeben. Wen es interessiert, es ist ermutigend.
Ja und auch den leselustfrustblog habe ich in diesem Jahr gefunden. Das war interessant. Es war August und ich war in der Sommerfrische. Hatte gerade Anni Bürkls Buchpräsentation besucht, surfte herum und stieß auf einen Blog, der mein Design hatte. Dann gings noch um ähnliche Inhalte und die Betreiberin wohnt auch in der nächsten Straße und für mich spannend, sie interessiert sich im Sommer für Sommerbücher, im Winter für Weihnachtsbücher und das ist für mich etwas Fremdes. Zwar bin ich vor Jahren, als der Thalia noch Amadeus hieß und sich in St. Pölten angesiedelt hatte, an einem frühen Samstagmorgen mit dem Rad dorthin gefahren, weil die ersten fünfzig Besucher das Amadeus Weihnachtsbüchlein bekamen.
Sie haben es für mich aus dem Lager geholt und eine Adventgeschichte habe ich auch einmal geschreiben und zwar einen Adventkalender. Jeden Tag ein Stückchen, dann das Ganze zusammengefaßt und in dem „Best of Eva Jancak Lesebuch“ veröffentlicht und als ich 2000 in der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft war, ist auch eines meiner wenigen Gedichte entstanden. Weihnachten 2000 heißt es und ist ebenfalls im „Best of, Lesebuch“ enthalten.
Eigentlich wollte ich es meinen Lesern als Weihnachtsgeschenk ins Literaturgeflüster stellen, aber dieser Blogbeitrag ist schon sehr lang. Also morgen, schöne Weihnachten noch einmal und eine stille Nacht, auch wenn ich nicht zur Christmette gehe.

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4 Kommentare »

  1. Liebe Frau Jancak, wenigstens bin ich die erste Weihnachtsgratulantin! Ich habe nun wieder und wieder von meinem „Rundumschlag“ gelesen der nie so gemeint war und ich kann ihnen nur sagen dass ich selbst heute nach einem streit mit meinem mann an nichts anderes denke, als an meinen unsinn sie zu kritisieren. ich verspreche ihnen, dass ichs nie wieder tue. meine kritik war offenbar ganz falsch formuliert. es tut mir leid, es wird nicht mehr vorkommen. es war falsch, es tut mir wirklich leid, ich wollte keinen „rundumschlag“ machen, so war es nie gemeint. auch herr lasselsberger war sehr grob und einschüchternd. ich werde wohl nie was veröffentlichen können. aber es ist gut, dass sie ihre fans haben und menschen, die zu ihnen halten. ich finde das gut und beneide sie darum. ich vermute auch, dass sie nachdem sie mir nicht mehr geantwortet haben auf meinen eintrag mit mir nichts mehr zu tun haben wollen, aber ich bleibe dabei, dass sie mein vorbild sind, aber ich will das auch kommunizieren dürfen!!! okay, ich soll es nicht, aber so geht das halt: man sieht etwas und redet. es tut mir leid. ihre maria

    Kommentar von Maria Heidegger — 2009-12-25 @ 04:03 | Antworten

    • „grob und einschüchternd“? sakrahaxn, wie das bzw sehr interessant, wie schnell und leicht es zu mißverständnissen kommt, jaja. grob und einschüchtgernd, hm, ich vermeinte im schlimmsten fall lustig zu sein, naja, so ist das halt. alles gute und liebe bzw wer wüü do a watschn? (hahahaha, hohohohoho!)

      Kommentar von rudolf lasselsberger — 2009-12-25 @ 15:14 | Antworten

  2. Nicht das (Christ)kind mit dem Bad ausschütten, Frau Heidegger und vielleicht etwas genauer lesen, denn Sie und Ihre Kommentare, nehmen einen breiten Raum im Literaturgeflüster ein. Einige waren sehr konstruktiv und haben den Punkt getroffen, andere übertrieben und unnötig. Da hatte ich den Eindruck, Sie wollten provozieren und da ich auch Psychologin bin, versuche ich das mich nicht zu lassen!
    Deshalb antworte ich dann so kurz wie möglich, um nicht in einen Wirbel hineinzugeraten. Denn ich denke, Sie haben Ihre Meinung, ich eine andere, beide können sein!
    Geantwortet habe ich Ihnen deshalb auf Ihren vorletzten Kommentar nicht mehr, aber Sie bei dem Artikel über meine Jännerlesungen extra eingeladen und ich denke, es ist konstruktiver, wenn wir uns kennenlernen, weil wir dann viel besser über unsere jeweiligen Literatursichten reden können.
    Und natürlich sollen Sie nicht aufhören zu schreiben und mir auch weiter Kommentare schicken, wenn sie nicht stimmen, melde ich mich schon und den Rudi Lasselsberger sollten Sie auch kennenlernen, das ist ein witziger Kommentator und liest demnächst in der alten Schmiede, kommen Sie hin!

    Kommentar von Eva Jancak — 2009-12-25 @ 08:06 | Antworten

    • oh, das ist aber nett bzw beruhigend, diese einschätzung von dir, liebe eva jancak. und danke für den hinweis zur alten schmiede. mit zwei (genauer: drei, weil auch der reinhard wegerth einer ist) anderen kollegen bin ich dort zu gast. dankeschön.

      Kommentar von rudolf lasselsberger — 2009-12-25 @ 15:17 | Antworten


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