Literaturgefluester

2019-02-01

Entgleisung

Ich lese ja gerne über den Tellerrand und so kommt jetzt ein politisches Buch, ein Enthüllungsbuch, ein Buch über Donald Trump, „Eine ehemalige Mitarbeiterin“ packt aus, lautet der Untertitel, am Cover sind der Präsident und seine ehemalige Mitarbeiterin und Kommunikationsdirektorin, die 1974 geborene Omarosa Manigault Newman zu sehen und ich bin eigentlich, wie ich das ja manchmal tue ohne größere Information an das Buch herangegangen.

Ein Buch über Donald Trump, da hat man ja seine Meinung, sein Wissen und seine Vorurteile, obwohl ich mich damit  nur sehr oberflächlich beschäftigt habe und von seiner ehemaligen Mitarbeiterin Omarosa Manigault Newman, ihrer Seite und ihres Standpunktes hatte ich überhaupt keine Ahnung. Also das Buch aufgemacht und mich hineingelesen.

Es beginnt mit dem Ende, nämlich mit Weihnachten 2017, wo Omarosa Manigault Newman von John Kelly entlassen wurde, beziehungsweise in einem Newsroom festgehalten wurde, um ihr ihre  Entlassung mitzuteilen.

Es geht um ein N-Tape, ein Video mit rassistischen Äußerungen Donald Trumps gegen Schwarze, wie ich es verstanden habe und Omarosa Manigault Newmans Beteuerungen, daß sie Jahre gebraucht habe, um Donald Trump als Frauenfeind und Rassisten erkannt zu haben und ihr das jetzt leid tue.

Dann beginnt das Buch mit der Kindheit der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenen Afroamerikanerin. Sie schildert, wie unangenehm es ihr war, mit den Sozialmarken einkaufen zu gehen und wie sehr sie sich dafür geschämt habe. Das Buch ist ihrer Mutter gewidmet. Sie hat ihren Vater und ihren Bruder durch Gewaltakte verloren und sich dann offenbar sehr ehrgeizig hinauf bis an die Spitze gekämpft, in dem sie einige Schönheitswettbewerbe gewann, studierte und dann an Donald Trumpf Seite in einer Reality Show gearbeitet hat.

Sie spricht von einer starken Veränderung Donald Trump, meint, daß sich der schlanke, wendige Mann inzwischen sehr verändert hat. Sie hat ihm auch in seinem Wahlkampf begleitet und unterstützt. Beispiele werden  angegeben und man bekommt vielleicht eine Ahnung, wie es während des Wahlkampfes und später im weißen Haus zu gegangen ist.

Omarosa Manigault Newmann hat während dieser Arbeit auch Theologie studiert und sich, wie sie schreibt immer für die Rechte der Schwarzen eingesetzt und sie offenbar, die einzige Schwarze in Trumps Wahlkampfteam und seinem Mitarbeiterstab war.

Sie hat zweimal geheiratet, weil sie ihren ersten Mann durch einen Schlaganfall verloren hat und beschreibt Donald Trump als Dauerfernseher und Dauertwitterer, beschreibt ihn auch als den einsamen mächtigen narzistischen Mann, der stark und lautstark gegen Barak Obama und seine Mitbewerberin Hilary Clinton kämpfte.

Sie beschreibt, daß er unsportlich ist, sich schlecht ernährt und ständig Diat Coke trinkt,  das, wie sie meint den kognitiven Abbau fördern jnd zu Schlagananfällen führen kann und beschreibt in den drei Teilen des Buches ihre Wegentwicklung vom Trump Fan zu seiner Kritikerin.

Sie wollte sich offenbar schon länger vor ihm lösen, ganz ist ihr das aber nur durch ihren Rausschmiß gelungen. Danach hat sie dieses Buch beschrieben, das im Frühling, glaube ich, in Amerika und im November auf Deutsch bei „Piper“ erschienen ist.

Ich habe mir noch einige andere Artikel über Omarosa Manigault Newmann und einige Twitternachrichten Donald Trumps darauf angeschaut  und denke, ein interessantes Buch gelesen und vielleicht ein bißchen mehr über die Persönlichkeit und den Stil Donald Trumps erfahren zu haben.

Es ist aber wahrscheinlich sehr schwer bis unmöglich dem Buch gerecht zu werden und es zu verstehen ohne die Hintergründe und die Gruppendynamik im weißen Haus zu kennen.

Ob Donald Trump dessen politische Meinung ich ja nicht teile und an dessen Regierungsstil vieles auszusetzen ist, was den Kopf schütteln läßt, wirklich so dement ist, wie Omarosa Manigault Newman ihn beschreibt, bin ich mir nicht so sicher und es hat mich auch erstaunt, das hier so direkt geschrieben zu finden.

Daß er von dem Amt von dem er angeblich am Erstauntesten war, daß er die Wahl gewonnen hat, überfordert ist und über eine wenig empathische, selbstbezogene Persönlichkeit verfügt, die über andere drüberfährt, kann ich mir aber vorstellen und glaube auch, daß man  wahrscheinlich nur so, an die Spitze der Macht gelangt.

Die deutschen und die österreichischen Patrioten sind aber von ihm begeistert, tragen die „Make Amerika great aigain-Kappen“, was ja sein Wahlkampfslogan war und zeigen Videos, wo katholische Privatschüler grinsend und singend vor den indianischen Ureinwohnern stehen, die sie betrommeln und geben die entsprechenden hämischen Kommentare ab, während Omorosa Manigault Newman, sich in dem Buch als die Frau beschreibt, der es immer nur um das Wohl der Afroamerikaner und um den Ausgleich ging und sie in ihrer langen Danksagung zuerst ihrer Familie gedenkt und mit „Ehre sei Gott in der Höhe!“, das Buch beendet.

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6 Kommentare »

  1. Liebe Frau Jancak,

    natürlich hat sich niemand von den Schülern „hämisch“ verhalten. Wie Sie nachfolgendem Artikel entnehmen können (inkl. vieler weiterer Links zu Stellungnahmen), hat sich die Sache doch ein klitzekleines bisschen anders zugetragen. Dumm für die Mainstream-Medien, die nun einer nach dem anderen zurückrudern und korrigieren müssen, dass nämlich die katholischen Schüler bedrängt wurden, nicht andersherum. Aber Frau Omorosa Manigault Newman wird sicher auch das besser wissen.

    https://www.freiewelt.net/nachricht/us-mainstream-medien-und-linke-aktivisten-laufen-amok-morddrohungen-weil-er-grinste-10076858/

    Es gibt sogar ein Interview mit Nick Sandmann (der „hämisch“ grinsende Schüler), in dem er seine Sicht der Dinge erklärt. Aber das dürfen Sie gerne selbst recherchieren 😉

    Und zu dem Buch über Trump: Es ist nur eines von vielen und daher ziemlich nebensächlich. Frau Omorosa Dingenskirchen ist nur auf einen Mainstream-Zug aufgesprungen und verspricht sich Einnahmen. Meinetwegen, soll sie sie haben. Trumps Wähler werden sich auch vom -zigsten „Enthüllungsbuch“ irgendeiner beleidigten Person nicht beeindrucken lassen, da bin ich mir sicher.

    Kommentar von Ulrich Lucas — 2019-02-01 @ 08:02 | Antwort

  2. Lieber Uli!
    Wie ich auch geschrieben habe, weiß ich gar nicht soviel über Donald Trump und die dortigen Wahrheiten oder Unwahrheiten, weil ich mich eher mit der österreichische und der deutschen Politik beschäftige und was den Fall der Schüler betrifft, habe ich davon in einem patriotischen Video gehört und mir gedacht, daß ich da nicht beurteilen kann, wer da angefangen und wer gelogen oder was immer hat.
    Aber, wie immer werden wohl beide Seiten beteiligt sein und das Klima scheint sehr aufgeheizt, was ich von Wien aus, auch nicht so beurteilen kann und da wäre es wahrscheinlich sehr gut, wenn man wieder statt, „Die Seite ist Schuld oder nein, die andere ist es!“, zu schreien, aufeinander zugehen würde, die Ureinwohner den Schülern erzählen würden, wie es Ihnen geht und die interessiert zuhört. Dann braucht man kein höhnisches Grinsen, ganz egal von welcher Seite es kommt und ich denke wieder, daß nie alles nur „weiß“ oder nur „schwarz“, sondern immer schön durchmischt ist und finde es eigentlich schade, daß Sie das nicht so sehen wollen!
    Ich habe Sie übrigens gestern falsch informiert, als ich geschrieben habe, der Beitrag kommt erst am Samstag, da war ich wieder schneller, aber Sie haben ihn ohnehin gefunden!

    Kommentar von jancak — 2019-02-01 @ 10:36 | Antwort

    • Okay, nur versteh ich nicht so ganz, weshalb Sie drüber schreiben, wenn Sie doch – nach eigenem Bekunden – gar nicht soviel wissen. Das wäre so, als würde ich einen Text über die österreichische Literaturlandschaft verfassen. Über die weiß ich auch herzlich wenig, also müsste ich da erstmal recherchieren, wer wer ist, wer was schreibt, wer wo auftritt, wer welche Ansichten vertritt usw.

      Sie erwähnen jetzt zum zweiten Mal was von einem „höhnischen Grinsen“. Warum ist das Lächeln von Nick Sandmann höhnisch? Wenn Sie dem Link gefolgt sind, werden Sie gelesen haben, dass tatsächlich die Schüler (die übrigens an einem „Marsch für das Leben“ teilgenommen und auf den Bus gewartet haben) angegangen wurden. Nick Sandmann hat sich also vorbildlich verhalten! Und ja, natürlich muss man aufzeigen, welche Aggression von wem ausgegangen ist, das ist doch logisch!

      Gegenfrage: Weshalb verlangen Sie (so habe ich zumindest verstanden), dass die Schüler den Ureinwohnern zuhören müssen? Gilt das auch andersherum? Wissen Sie, mir fällt auf, dass Sie einerseits immer dafür eintreten, beide Seiten zu sehen oder zu hören. Liest man dann ein bisschen weiter oder zwischen den Zeilen, stellt sich heraus, dass Sie tatsächlich eine Seite bevorzugen und zwar die, die Ihren Empfindungen am nächsten kommt. Nämlich (vereinfacht dargestellt) „Ureinwohner gut – muss man zuhören“ und „Schüler böse – Höhnisches Grinsen“

      Das wiedrum finde ich auch schade.

      Kommentar von Ulrich Lucas — 2019-02-01 @ 10:53 | Antwort

  3. Wenn ich nicht viel über die österreichische Literaturgeschichte weiß, aber beispielsweise den Roman die „Hauptstadt“ von Robert Menasse lese, habe ich nachher einen Eindruck und werde sagen oder erzählen, das hat mir so oder so gefallen und wenn ich dann noch will oder Zeit habe, kann ich mir ein Lexkon der österreichischen Literaturgeschichte kaufen oder das Leseheftchen zum österreichischen Buchpreis besorgen und die Proben lesen, etcetera.
    Ich bin aber nicht nur literarisch, sondern auch politisch interessiert, habe aber auch andere Interessen, Familie, Beruf, den Garten in Harland, die elendnslange Bücherliste, die Veranstaltungen, etcetera, etcetera und dann sehe ich mir seit dem österreichischen Bundespräsidentschatfswahlkampf und der Dikussion mit Ihnen auch rechte Videos an, weil ich über den Tellerrand hinausschauen und die Situation möglichst global erfassen will, was aber sicher nicht nur mir, nie ganz gelingen wird, aber ich bemühe wenigstens.
    Nach dem eher mühsamen österreichischen Wahlkampf mit der mehrmaligen Wahlverschiebung und Wahlwiederholung, wo es auch sehr höhnisch-ironisch, an das ich mich erst gewöhnen mußte, abgelaufen ist, habe ich mich nicht sehr mit Donald Trump beschäftigt, weil ja weit weg, aber natürlich arg und nicht meine Meinung und dann habe ich eine Buchanfrage bekommen, habe gedacht, interessant und dann auch noch das entsprechende Video gesehen und da ich gerne verknüpfe, habe ich das getan und auch, wenn ich jetzt nicht alle diesbezüglichen Videos abklapperen und anschauen werde, habe ich dazu meine Meinung und denke, man soll sich auch die zweite Seite anschauen, da sind aber noch keine Videos zu mir gekommen, Sie werden mir die wahrscheinlich auch nicht schicken und das Grinsen habe ich mir als höhnisch interpretiert, vielleicht wars auch anders und wenn Sie es wissen wollen, verstehe ich nicht so ganz, warum sich katholische Schüler grinsend oder lächelnd von Indianern betrommeln lassen, statt wegzugehen oder mit ihnen zu reden und, daß das jetzt nach Deutschland, Österreich und in die dortige patriotische Szene schwappt, die es interessiert aufgreift, wird wohl auch seine Gründe haben.
    Für mich ist das Video nicht so besonders wichtig, hat aber vielleicht ein bißchen dazu beigetragen, die Situation in Ameriksa besser zu verstehen und das habe ich interessant gefunden!
    Und was das Bevorzugen betrfft, habe ich natürlich mein Bild und meine Sichtweise, wie Sie die Ihre haben, die sind, das ist auch aus den gestrigen Kommentaren hervorgegangen, wohl verschieden und da kann es nur gut sein, miteinander zu reden und einander zuzuhören, um sich dann vielleicht ein bißchen besser zu verstehen und, daß Schüler älteren Menschen, die Ihnen vielleicht etwas zu erzählen haben, was sie noch nicht wissen, zuhören, halte ich eigentlich für selbstverständlich!

    Kommentar von jancak — 2019-02-01 @ 11:19 | Antwort

  4. Warum Nick Sandmann gelächelt hat:

    Ein zweites Video zeigt Mitglieder der schwarzen Gruppierung Black Hebrew Israelites, die an jenem Tag jeden auf der National Mall mit Spott überziehen. Die Ureinwohner beschimpfen sie als „Uncle Tomahawks“ und „Fünf-Dollar-Indianer“ – also als verweichlichte Opportunisten, die ihre Werte preisgegeben hätten. Auch die Schüler der High School bekommen ihr Fett weg. „Weißer Abschaum“ seien sie, und „eine Horde Inzuchtbabys“.

    Die Schüler hätten in der Nähe der Schwarzen Hebräer auf ihre Busse gewartet und seien beschimpft worden, sagt Sandmann. Einer der Schüler habe sich daraufhin das Hemd ausgezogen und mit einer Gruppe Teenager den Haka aufgeführt – also jenen Kriegstanz der Maori, der durch das neuseeländische Rugby-Nationalteam berühmt wurde.

    Phillips, ein Ältester des Volks der Omaha, und Marcus Frejo, Mitglied der Pawnee und der Seminole, dachten nach eigenen Angaben, die Schüler würden sich über den indigenen Tanz lustig machen und schritten ein. Der Stare-Off von Phillips und Sandmann ist aus dem Video bekannt. Ihr Ziel sei nur gewesen, sagten beide später, die Situation nicht aus dem Ruder laufen zu lassen.

    Quelle: https://www.welt.de/politik/ausland/article187549662/Rassismus-Vorwuerfe-Was-wirklich-hinter-dem-Stare-Off-mit-dem-Ureinwohner-steckte.html

    Bitte gerne 🙂

    Kommentar von Ulrich Lucas — 2019-02-01 @ 15:29 | Antwort

  5. Sie sehen, da gibt es viele Mißverständnisse und viele Vorurteile und am besten ist wohl, gar nicht erst mit dem Beschimpfen anzufangen, damit man nachher die Situationen nicht deeskalieren muß!

    Kommentar von jancak — 2019-02-01 @ 15:55 | Antwort


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