Literaturgefluester

2011-05-09

Die Enten, die Frauen und die Wahrheit

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:47
Katja Lange-Müller, Eva Jancak

Katja Lange-Müller, Eva Jancak

„Katja Lange-Müllers Erzählungen sind Kabinettstücke der genauen Beobachtung“, steht im Literaturhausprogramm und Erzählungen waren offenbar auch das Thema des Seminars das Katja Lange Müller den Studenten der Sprachkunst heute bei einem Seminar gehalten hat und die hat sie dann am Abend bei der allgemein zugänglichen öffentlichen Lesung im Literaturhaus gelesen. Vielleicht weil das Wetter so schön war, vielleicht auch aus anderes Gründen, sind gar nicht zu viele Leute zu der Lesung, der 1951 in Ostberlin geborenen Schriftstellerin gekommen. Das Literaturhausteam stand mit der Autorin aber schon vorm Eingang, als ich zehn vor sieben vom Bücherschrank gekommen bin. Ich habe mich eine Weile mit der lieben Bibiane unterhalten, bevor JuSophie auf mich zugekommen ist, die ich ja im Jänner bei der Studentenlesung im Literaturhaus kennenlernte. Ein paar der Studenten sind schon in der letzten Reihe gesessen, sonst ist es aber sehr leer gewesen, bis irgendwann Anita C. Schaub und noch später Gustav Ernst gekommen sind, was gut war, denn den wollte ich ja schon lange zu seinen „Besten Beziehungen“ etwas fragen und so weiß ich jetzt, daß er nur gute Rezensionen zu seinem Buch erhielt und es den Amoklauf mit dem das Buch endet, wirklich gegeben hat. Katja Lange-Müller kenne ich auch schon lang, ich glaube mich zu erinnern, daß ich in der Zeitschrift „Brigitte“, als ich noch in der Otto Bauergasse wohnte, von ihr und ihrem ihrer ersten Romane etwas gelesen habe und auch, daß sie das Buch in Westdeutschen Kaufhauscafeterien geschrieben hat. Katja Langen-Müller ist laut Wikipedia 1984 nach West-Berlin ausgereist und hat 1986 den Bachmannpreis gewonnen, meiner Erinnerung nach, wäre das schon in den Siebzigerjahren gewesen, aber Erinnerungen können täuschen und ich habe bis 1988 die Wohnung in der Otto Bauergasse gehabt und bin in dieser Zeit sicher auch noch ins Cafehaus gegangen, denn an das Cafe Ritter erinnere ich mich auch. „Kasper Mauser“ und „Wehleid – wie im Leben“, habe ich jedenfalls in Harland stehen und wahrscheinlich auch gelesen und ich erinnere mich auch an einen Erzählband und an eine Alte Schmiede Lesung vor mehr als zehn Jahren, den der Alfred für die Anna kaufte und eine Erzählung, wo eine Frau in einem Kaufhaus etwas klaut und dann vom Wachmann nackt in eine Toilette eingesperrt wird. Dann erinnere ich mich an eine Lesung in der Hauptbücherei, die wahrscheinlich 2007 war, wo es um, die ersten Texte ging, da hat Katja Lange-Müller, die sehr extrovertiert zu sein scheint, viel von ihrem Studium am Johannes R. Becher Institut, das sie irgendwie aus Verlegenheit machte, erzählt, ich habe die „Bösen Schafe“ für den Alfred gekauft, der sie der Ute nach Leipzig mitbrachte und signieren lassen und sie zeichnete eine Ratte hinein, was sie auch heute öfter tat. Dann kam diese Les.Art Literaturhaussendung, wo man „Wunschloses Unglück“ hinausschreien mußte, Christa Nebenführ hat es getan und „Die bösen Schafe“ gewonnen.
Ich habe Katja Lange-Müller wieder 2008 im Literaturhaus gesehen, als sie als einzige Jurorin für den Erich Fried Preis Alois Hotschnig ausgewählt hat, den sie in ihrer Einleitung den Studenten als begnadeten Erzähler pries, dann hat sie losgelesen mit einem Gedicht über Berlin und verschiedene Erzählungen, die alle viel von Berlin berichteten. Eine der ältesten war wohl die vom „Schweineladen“, wo sie das Viertel schildert, wo das Becher Institut, der Verlag Volk und Welt und noch ein paar Ost-Idyllen zusammenlagen und „Toter Winkel“ genannt wurde, dorthin geht sie nach einem Nachdienst im Krankenhaus einkaufen, kauft ein paar Flaschen ungarischen Rotwein und beobachtet einen ranghohen DDR Polizisten beim Käsestehlen. Die Titelgeschichte „Die Enten, die Frauen und die Wahrheit“ war auch dabei, dabei beobachtet die Erzählerin, wie ein Erpel eine tote Ente fikt und alle unterhalten sich und stellen Mutmaßungen darüber an. „Was war ist muß nicht gerecht sein“ oder so ähnlich lautete der letzte Satz. Es gab noch eine Geschichte übers Schwammerlsuchen, was ja in Berlin Pilze sammeln heißt, die Ich Erzählerin fährt mit lauter Leuten, die Körbe und ein Messer mithaben mit der S-Bahn an den Stadtrand, findet mit einem Mann ein paar Pilze, wirft sie aber weg, bevor sie mit ihm auf ein Bierchen geht. Das Trinken und die Kneipen spielen in den Texten eine große Rolle, aber auch die Tiere, die Enten, die Erpel, die Mäuse, die Schafe und die Ratten und am Schluß kam noch ein Text aus einem Erzählband, den Katja Lange-Müller gerade zusammenstellt, in dem es um Institutionen geht, die gerade verschwinden. Robert Huez verwies auf den Büchertisch, auf dem man einige der Erzählbände und auch den Roman „Böse Schafe“ kaufen konnte. Ottwald John hat ein Buch für Rolf Schwendter gekauft und die Ratte Alfred gezeigt. Ich habe mich lange mit Anita C. Schaub über den „Ohrenschmaus“ unterhalten und bin mit dem Alfred fast allein bei der Bibiane mit dem Glas Rotwein gestanden, weil alle anderen draußen rauchen waren. Die Autorin ist aber zurückgekommen, um in das Gästebuch eine Ratte zu zeichnen, sie zeichnet gerne Ratten, aber auch andere Tiere, hat sie mir erzählt, als ich sie nach Kerstin Hensel fragte, die ja auch in Berlin lebt und sie war auch so freundlich sich mit mir fotografieren zu lassen, so daß ich im Literaturgeflüster etwas Besonderes anbieten kann und der Abend hat auch mich angeregt über meine ungelesenen Erzählbände nachzudenken. Ich lese Erzählungen ja nicht so gern, weil sie mir zu kurz sind, sammle aber eifrig die Bände, so daß ich einiges aufzulesen habe.

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