Literaturgefluester

2014-02-11

Fuselfieber

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:03

David Sedaris kenne ich von der Zeit, als „Nacked“ auf den Bestsellerlisten stand und der damilige „Libro“ diese Bestselleraktion hatte. Damals habe ich das Buch nicht bekommen, inzwischen steht es auf meiner Leseliste.
„Holidays auf Eis“ habe ich einmal in der Adventzeit gelesen und die Evi, eine Bloggerin, die, glaube ich, nicht mehr bloggt, hat vor zwei Jahren ein paar Bücher verschenkt, so sind „Ich ein Tag sprechen hübsch“ und „Fuselfieber“ zu mir gefkommen, denn ich greife ja bevorzugt nach Autoren, deren Namen ich von irgendwo her kenne, obwohl lustige Kolumnen höchstwahrscheinlich nicht so mein Stil sind.
Das hier sind, wie in der Beschreibung steht, autobiographische Geschichten, jedenfalls beginnen sie mit "Ich" und es geht um die Arbeitswelt, zumindest nehmen sie von dort ihren Ausgang und in der ersten putzt der Erzähler gleich einmal eine Jalousine bei einem Filmproduzenten, denkt daran, aus welchen faulen Elternhaus er kommt und sich die Dankesreden für die Oscars aus, die er mal bekommen wird.
Da war einmal ein fauler Bursche, der mit dem Bus nach Hollywood oder sonstwohin gefahren ist, dann den Produzenten anruft und ihm erzählt, daß er einen Film über sein Leben machen will. Der fragt ihm aus, vier Jahre in einer Cafeteria Tellerwäscher, dann ins Essen gespuckt und sich anschließend die nächsten zwanzig Jahre ins Zimmer eingesperrt, die Eltern schimpfen lassen und nur am Abend den Eisschrank geplündert und ein bißchen Geld geklaut, der Produzent ist begeistert und es wurde ein großer Erfolg.
Wenn das nur so einfach wäre, lustig ist das vielleicht. Aber das mag ich ja nicht so sehr.
Dann gibt es noch das „Tagebuch eines Rauchers“, denn das wird denen ja inzwischen sehr erschwert und einen "Michelin-Mann" gibt es auch. Das ist einer der nicht Auto fahren kann, aber sehr religiös ist, so schickt ihn der Pastor in eine Tankstelle, dort hat er zwar zwei linke Hände, aber als "Michelin-Männchen" ist er bestens geeignet.
Dann wird die Stimme weiblich und entpuppt sich als Quotenqueen, die in Talkshows von ihren Liebhabern a la Charlton Hestoon und Mike Tyson quasselt, während in „Mein Manuskript“ ein Puberierender über die Qualen in seinem Elternhaus, die böse Haushälterin, die das Sperma und das Blut in den Unterhosen entdeckt, den verständnislosen Vater, der nicht das schenkt, was man sich wünscht, wie beispielsweise eine Schreibmaschine und der sein Manuskript dann auch noch hinterm Schuppen vergraben muß, erzählt und in der „Dichterlesung“ kommt der Schwarm der Studentin auf den Campus, aber sie, die alle seine Bücher gelesen hat, geht nicht zu seiner Lesung, nein, sie forscht sein Hotelzimmer aus, betrinkt sich und als sie dann noch wegen eines Regens in einer Bushaltestelle warten muß, erreicht sie zwar das Zimmer und wird nach mehrmaligen Klopfen hereingelassen, der, der aber öffnet ist ein ganz anderer Mann.
Ob das wohl die Phantasien oder die Erfahrungen sind, die David Sedaris von seinen Dichterlesungen kennt? Dann wäre es doch autobiographisch. Der Dichter, den er da aber beschreibt, ist ein ziemlich unsympathischer Typ.
Dann geht es vielleicht gegen das amerikanische Gesundheitswesen, da das „Ich“, um Geld zu sparen, der Tochter selbst die Wunden vernäht und „Nehmen Sie ungewachste Zahnseide dazu!“, rät. Als es aber, um das Vergipsen geht, müßen anschließend die Beine des Töchterleins amputiert werden und die Mutter hat lange die Arztrechnung abzuzahlen.
In „Wir kommen zurecht“ räumen Mutter und Sohn die leerstehende Kellerwohnung auf und kommen dabei auf die Geheimnisse des Untermieters. Der Vater hat als er gestorben ist ein Notizbuch mit Aufzeichnungen über seine Freundinnen hinterlassen, da hat die Mutter fast das Auto zerstört und forscht seither ihren Identitäten nach. Der Sohn weiß, wer die kühle Blonde „M S“ ist, Mutters Schwester Margery und die kommt dann noch auf Besuch und er muß ein Bier für sie aus der Wohnung oben holen. Dann gehts zu „Glens Homophobie-Infobrief“, wo sich Sedaris über die „Schwulen-Diskiminierung“ lustig macht, bevor es wieder zu dem Alltagsleben einer typisch amerikanischen Familie oder wie soll ich es sonst verstehen, geht.
Da wird einer vom Vater aus dem Haus geschmissen und zieht in die Garage seiner Schwester, um auf das Auto aufzupassen, das Baby zu hüten und als sich der Schwager einen Killerhund anschafft, klaut er dessen Geld und zieht mit dem Baby in die Wälder davon.
Dann kommen zwei Weihnachtsgeschichten, die ich schon in „Holidays on ice“ gelesen habe. So kann man auch Bücher machen und in „Mein Vermächtnis“ bekommt die Trauergemeinde vom Verstorbenen Briefbeschwerer geschenkt, während der Trinker Dolph im Nachlaß seiner Mutter, die an Krebs verstorben ist, in einer verlesenen „Mein Kampf-Ausgabe“, ihre Neujahrsvorsätze der letzen Jahre hat und Schwierigkeiten mit seinem Freund hat, der sich bei den Anonymen Alkoholikern zum Nichttrinker umwandeln will.
„Schräger Humor, Größenwahn und Menschenliebe“, lese ich noch in der Beschreibung und die Übersetzung hat wieder, wie am Cover steht Harry Rowohlt gemacht.

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