Literaturgefluester

2012-09-28

Willi wo bist du

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:24

Jetzt kommt ein Kontrast zu den Bestsellern aufsteigender Jungautoren, nämlich Teil 2 und 3 der Willologie des treuen Literaturgeflüsterleser und Kommentierer Rudi Lasselsberger. Teil 1 „Willi auf Kur“, noch in der fröhlichen Wohnzimmeredition erschienen, hat mich durch ihre handgeschriebene Machart ja etwas verwirrt, die Spurensuche „Willi wo bist du“, schon im loma*Verlag erschienen, das heißt, der Rudi hat sich eine ISBN-Serie gekauft, die es, glaube ich, im Zehnerblock gibt und auch soviel produziert oder ist vielleicht noch dabei. Bei der offenen Bücherschrank-Lesung am 16. Juni hat er sie mir gezeigt, bzw. das Verlagsprgramm auf einer schönen blauen Meereswellenkarte übergeben und „Will wo bist du“ schon etwas früher, nämlich auf seiner Lesung im El Speta, gemeinsam mit den „Sonnenblumen im September“, die auf der Leseliste für 2013 stehen und noch einmal „Tanz in den Mai“, diesmal mit ISBN-Nummer, das von mir besprochene hat ja eine erfundene gehabt, das habe ich aber mit Erlaubnis des Autors in den Wortschatz gestellt, da ich die Bücher ja nicht horten möchte.
„Franz in Linz“, das Rudi, glaube ich bei unserer Gemeinschaftslesung im „El Speta“ vorstellte, fehlt mir noch, wie auch Teil vier, fünf oder sechs der Willogie „Willi auf ein Wort“ „Abraxas“, ein Gemeinschaftsbuch mit Zeichnungen von Erich Sündermann, habe ich am 16. Juni bekommen und muß noch auf meine Leseliste, man sieht allmählich werde ich eine Rudi Expertin und kann das Programm des loma*Verlags wirklich nur empfehlen, denn der 1956 in Schlatten geborene Rudi Lasselsberger, den ich ja 1987 bei der Schreibwerkstatt des Jägermeierhofes, die es damals anläßlich des Max-Grün-Preises, der er in diesem Jahr gewonnen hat, kennenlernte, verbindet meiner Meinung nach das Alltagsschreiben sehr genial und einzigartig mit der konkreten Literatur.
Er schreibt manchmal mit der Hand, verwendet seinen höchstpersönlichen Dialekt, mischt Zeichnungen und Zierzeilen ein, bei Lesungen, wechselt er öffentlich das Leiberl und schmeißt Mozartkugeln in das Publikum, schreibt von seiner Familie, sowie den politischen Ereignissen und tut das alles auf seine so gekonnte Art, daß die Zeitschrift „Kolik“ ihn verlegt, wow!
Nun also zur Spurensuche, dem weißen, knapp neunzig Seiten Bändchens, das mit Bd 2 „-6 Grad zeigt der Kika-Turm an, und 5:13 Kein Schnee in Wien“, beginnt. Es ist Sylvesterabend und der Willi offenbar das Alterego des Rudis, denn er hackelt auch als Flatsortierer bei der Post, geht in den Jahreswechsel, er ruft die Mutter an, die sich bald auf Reha nach Großgerungs begeben wird, hat sich von einer Lena zu trennen, die studieren will und ihm daher „bitte, Willi, looooossssssllllaaaassseeennnnnnn n n n.“ mahnt.
Der Rudi hält auch immer brav ein Zwigespräch mit dem Willi, nennt ihn daher seinen „Braven Buben“, „Ja darfst eh mein Bub, bist ja mein Bub“ und läßt ihn manchmal eine Zierleiste schreiben.
„Zierzeile – Bierzeile – Mirzeile“, wo wir schon bei einem wichtigen Willi-Thema sind, dem Saufen und dem Essen und so wandert der willi auch tapfer von der „Bunten Kuh“ zum „Little Stage“, beides Lokale im fünften Bezirk und da zumindestens der Rudi im sechzehnten Bezirk wohnt, fährt er mit der U3 oder dem 13A dorthin, manchmal geht er auch die Otto Bauergasse hinunter und muß zwischendurch ins „Sexgschäftl“ schauen. Die Kellnerinnen bringen das Bier und das Menü, manchmal wird auch ein besonders scharfes Spezialbrot gestrichen oder Käse-Schniken-Toast bestellt. Am Biertisch wird politisiert und der ganz normalen Arbeitswahnsinn besprochen, was 2008 ja die Postrationalisierungen sind, über die ich mich auch manchmal ärgere und einmal, als das Kabarett ausfällt, steigt der Willi auf die Bühne, schreit „Wollt ihr das totale Kabarett?“ und „hüpft dann auf der Bühne auf und ab , ähnlich Rumpelstilzchen.“
Am Schluß, das heißt am Buchrücken gibts noch ein Gedicht
„Wir sind verrostete Seelen
im Lagerhaus der Zukunft
die es nicht gibt, sagt Willi

Wir sind verlorene Seelen
im Layrinth des Schwachsinns,
sage ich

Ja, das auch, sagt Willi,
das auch

Die Willologie ist, entnehme ich dem Buch, auf zwölf Bände geplant, also werden manche Geheimnisse erst später verraten und ich verrate, daß der Rudi wahrscheinlich auch aus dem „Willi“ am 3. Oktober um 19 Uhr bei einer neuerlichen offenen Bücherschranklesung in der Grundsteingasse, am Brunnenmarkt, 1060 Wien, lesen wird.
Hinkommen, vielleicht fliegen wieder Mozartkugeln und wenn er gewinnt der Rudi, gibts ihm am 6. Oktober noch einmal. Der Rudi hat auch einen Blog, auf dem ich jetzt verlinke, daß er mich, da ich mich ja sicher wieder irgendwo verschrieben habe, auf die Fehler aufmerksam machen kann.

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1 Kommentar »

  1. köstlich, liebe eva jancak, köstlich, danke, gaaaaannz lieb, eine so eine schöne besprechung, der willi ist auch ganz ausm häusl, und er hebt gerade den pädagogischen zeigefinger, von wegen fehler, das hat ja zusätzlich stil, auf jeden fall, ja, eh, und also bis bald also wieder einmal, und morgen am bücherschrank les ich nicht ausm willi, er wollte nur sozusagen im vorfeld a bißl werbung machen für die veranstaltung, ja, so ist er, der willi,dschüüü.

    Kommentar von rudolf lasselsberger — 2012-10-02 @ 23:05 | Antwort


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