Literaturgefluester

2017-08-08

Blutpsalm

Filed under: Bücher — jancak @ 00:42
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Nun kommt gleich Merediths Winters zweiter Ladythriller oder Lebeskrimi, wie bei der „Amazon-Buchbeschreibung“ steht, den ich, nachdem wir am Sonntag wetterbedingt nicht zumHauerfest nach Wagram an der Traisen konnten, in einem Zug ausgelesen habe, was vielleicht nicht ganz so gut war, da das Buch von der Handlung und vom Aufbua, dem „Blutroten Frost“, sehr ähnlich ist, so daß man fast als seine Vorstufe bezeichnen könnte.

„Blutpsalm“ spielt aber im Unterschied zu dem Ersten, das nach einem amerikanischen Fall geschrieben wurde, in einem norddeutschen achthundert Einwohnerkaff namens  Sommerburg. Es spielt im Winter, wieder beginnt es so, um die Weihnachtszeit. Der Winter scheint Meredith Winter, wie sie, glaube ich, auch in einem Interview  bekannte, Lieblingszeit zu sein und die nächst größere Stadt heißt entsprechend Winterbeck.

Sommerburg hat aber trotz seiner geringen Einwohnerzahl einen Bäcker, eiinen Tante Emma Laden, ein Restaurant und einen eigenen Pastor namens Jonathan Littke und der hat zu Beginn des  Buches gleich ein großes Problem.

Er will seine Predigt vorbereiten, aber der Computer springt nicht an. Zum Glück findet er gleich eine Adresskarte für einen Reperaturdienst. Nur, daß statt dem erwarteten EDV-Fachmann, eine Edelnutte namens  Marlene oder Angelique erscheint, in die sich der Gottesmann gleich unsterblich verliebt.

So weit, so gut und wahrscheinlich sowohl kitschig, als auch orignell, je nach seinem Lesegeschmack und das unvterbliche Verlieben zwischen der Ärztin Julie und ihrem Spencer kennen wir auch aus der „Laterne im Schneesturm“.

Dann gehts hier und dort gleich wieder realistischer weiter, denn der Pastor ist gar nicht so weltfrremd, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Er hat sogar einen unehelichen Sohn. Will aber trotzdem streng nach den Vorschriften der Kirche heiraten. Als evangelischer Pastor darf er das auch und, daß er vorher nicht küssen will, spricht eigentlich für ihn. Da er sich in in Marlene aber sofort verliebt, bricht er seine Vorsätze und das ist eigentlich ganz glaubhaft und sehr spannend geschildert.

Dann bricht aber gleich die Krimihandlung herein. Meredith Winter ist ja eine Spezialistin beides zu vereinen und so wird zuerst der Bürgermeister und dann noch zwei Polizisten, alles Kunden von der schönen Marlene mit einem Messer im Herz in dem Marlenes Visitenkarte steckt, tot aufgefunden.

Die Krimihandlung ist auch hier, auch wenn sie, glaube ich, ein wenig spannender geschildert wird, als im Vorgängerbuch, bald aufgelöst und die Täterin, eine eifersüchtige Gattin vermutet Jonathan, der sich dadurch für nicht gefährdet hält, was beides nicht ganz stimmt, bekennt sich selbst.

Die nächste große Überraschungsclu folgt in der Bäckerei, als Jonathon dort seine Morgensemmerln kaufen will, da verlangt ein ein allergisches Kind, Merdith Winter oder Natascha Wahl ist ja Erhnährungsberaterin, nach einem Keks, erleidet einen allergischen Schock, eine Ärztin muß her und als die entpuppt sich als Marlene.

Sie ist nämlich außer Prostituierte noch Anästhesistin, da ist ihr aber zwar kein Kunstfehler, aber doch ein Todesfall unterlaufen, so daß sie ihr Kind und ihren damaligen Geliebten verlor und sich offenbar kompensationsbedingt prostiutieren mußte.

Das erscheint mir sowohl in der Realität, als auch bezüglich Plot nicht ganz glaubhaft, aber, setze ich hinzu Valerie Fritsch hat in ihrem ersten Buch auch von einer Ärztin geschrieben, die sich als Prostiuierte verdingte und Marlene geht also weg von Jonathan mit dem sie sich, wie Julie, ständig streitet und sich mit ihm dann wieder per SMS versöhnt und nimmt wieder eine Stelle als Ärztin an.

So weit so gut, aber das untergeschobene Kind muß auch noch her. Das war im Vorgängerbuch schwarz, hier ist es nur eine vorgetäuschte Schwangerschaft und die angebliche Mutter hat Jonathan vorher mit KO-Tropfen betäubt, erpresst ihn  auch und outet sich als die Mörderin der drei vorangegegangenern Opfer und wenn er sie nicht heiratet, wird sie seine Ärztin  auch…

Da könnte man hier, wie dort fragen, warum wird da nicht die Polizei geholt,  sondern lassen sich die Beiden angeblich so widerspruchslos erpressen?

Aber auch das täuscht, der nächste Clou kommt in der Kirche beim Sonntagsgottesdienst. Da bekennt sich Jonathan zu seiner Marlene, der Retterin des kleinen Thomas und die Mörderin wird des Wahnsinns überführt und in eine Klinik eingewiesen.

Dort entkommt sie zwar wieder, denn der Plot verlangt noch eine weitere Steigerung, aber es kommt natürlich zum Happyend, auch wenn Melanie keine Kinder mehr bekommen kann und ich denke, Buch zwei von Meredith Winter, die  schon am dritten schreibt, hat mir besser gefallen.

Es ist, denke ich das Stimmigere, auch wenn ich die allzu üppigen Handlungsverläufe etwas straffen würde, habe ich eine interessante Autorin kennengelernt und das Vermischen des Krimi mit dem Liebesgenre finde ich persönlich auch sehr originiell.

Was mir ebenfalls sehr gut gefällt sind die medizinischen Verknüfpungen. Meredith Winter scheint hier eine besondere Affinität oder Beziehung zu haben, wenn sie sich dann auch  zwschendurch immmer wieder durch eher konventionell banale Handlungsstränge bremst.

Das Buch erscheint am ersten September, für die Selbstvermarkter scheint das Vorausbesprechen, eher angenehm zu sein, also Vormerken, damit man nichts versäumt.

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3 Kommentare »

  1. Liebe Eva …

    da gebe ich Dir vollkommen recht … „Blutpsalm“ ist tatsächlich reifer und erwachsener als „Blutroter Frost“ – das liegt aber daran, dass als ich „Blutroter Frost“ zu schreiben begann, 24 Jahre alt war …
    Man entwickelt sich ja weiter 😛

    „und sich offenbar kompensationsbedingt prostiutieren mußte“
    – diesen Kommentar von Dir, finde ich besonders interessant und zeigt eigentlich wie tiefschichtig selbst Romanfiguren sein können …

    Und ja, ich habe eindeutig eine Affinität zur Medizin und zum Winter 😛

    Vielen Dank, für Ihre kluge, auf den Punkt bringende und nachdenkliche Besprechung.

    Sonnige Grüße: Meredith Winter

    Kommentar von Meredith — 2017-08-08 @ 09:45 | Antwort

  2. Fein, daß es gefallen hat, ich versuche immer ehrlich zu sein und trotzdem nicht zu verreißen und glaube, daß das auch geht, weil jedes Buch ja wahrscheinlich seine guten Seiten und seine Schwächen hat und der Leser gibt auch immer nur seine subjektive Meinung.
    So bin ich beispielsweise bei den Übertreibungen sehr empfindlich und denke „Mensch, das geht doch nicht!“
    Aber nachher habe ich bei Annika Bühnemanns Twitternachrichten gelesen, daß man, wenns mal nicht weiter geht, sich die schlimmste Möglichkeit ausdenken soll und das habe ich auch in einem Schreibseminar so gehört, daß die Leser immer Spannung, also eine unrealistische Katastrophe nach der anderen wollen.
    Und auch das ist wahrscheinlich nicht so eindeutig zu beurteilen, so habe ich zum Beispiel, die Szenen mit den Vergewaltigungen in der Küche oder den KO-Tropfen als eher unglaubwürdig und nervig empfunden.
    Die, daß eine Ärztin als Prostiutierte arbeitet ist das auch, denn die könnte ja nachher nie mehr in ihrem Beruf tätig sein. Es wäre eher vorstellbar, daß sie das als Studentin machte und nachher eben erpresst wird. Es hat aber seinen Reiz und bei der Szene in der Bäckerei habe ich gedacht „Wui, das ist jetzt spannend“ und wie schon geschrieben,Valerie Fritsch eine sehr begabte österreichische Nachwuchsautorin, hat auch sowas in ihrem ersten Buch und mein erster Text kurz nach meiner Matura, hat auch von einer Prostiutierten gehandelt, die nebenbei studierte.
    Es war also für mich bevor das große Buchpreislesen kommt, auf das ich mich schon vorbereite, sehr spannend für mich Ihre beiden Bücher zu lesen und, ich glaube, ich habe auch viel dabei über das Schreiben und die Schreibprozesse gelernt und jetzt am Schluß habe ich auch noch eine ganz große Bitte.
    Morgen wird bei mir die Vorschau auf mein neues Buch erscheinen, das wahrscheinlich in ein paar Wochen oder Monaten erscheinen wird.
    Ich mache das immer selbst, stelle nicht bei „Amazon“ ein, sondern lasse fünfzigmal drucken und vermarkte dann auf meinen Blog.
    Da würde ich vielleicht auch eine Rezension brauchen, die ich dann im „Literaturgeflüster“ einstelle.
    Es gibt auf der Vorschau auch ein Gewinnspiel, wo man das Buch gewinnen kann, wenn man dazu drei Fragen beantwortet und für das Gewinnspiel beim Promotions- oder Vorstellungsartikel würde ich gern ein „Mimikry-Spiel“ machen, das heißt, ich stelle ein paar erste Absätze ein, von denen einer von mir ist und man kann raten, welcher das ist?
    Wenn Sie mir dazu zu meinen ersten Satz einen Absatz schreiben wollen, wär das sehr fein und mit einer Leserunde will ich es diesmal auch erstmals versuchen. Dazu bräuchte ich aber auch ein paar Leser die mir dazu oder miteinander kommentieren.
    Wer fein, wenn ich Sie da zum Mitmachen auffordern kann und bis dahin oder überhaupt, liebe Grüße und weiter viel Erfolg für Ihr Schreiben, ich habe auch das Gefühl, daß Sie sich sehr für das Lesen und die Literatur interessieren und das finde ich auch sehr schön!

    Kommentar von jancak — 2017-08-08 @ 09:59 | Antwort

  3. Hey Eva 🙂 Gerne greife ich Ihnen unter die Arme. Schreiben Sie mich einfach per Mail, mit den genauen Instruktionen an.
    Und natürlich interessiere ich mich für das Lesen … Literatur ist alles für mich.

    Liebe Grüße: Meredith Winter

    Kommentar von Meredith — 2017-08-09 @ 11:31 | Antwort


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