Literaturgefluester

2018-05-04

Tentakel

Da habe ich doch etwas großspurig versprochen, als nächstes Buch etwas Verständlicheres zu lesen und bin prompt über Rita Indianas „Tentaktel“ gestolpert, das „Quartbuch“ das mir „Wagenbach“ freundlicherweise geschickt hat und das, wie der Klappentext ebenso großmundig verspricht „mit magischen Treibstoff lateinamerikanische und karibische Traditionen zu verbinden und die Grezenen  hinter sich zu lassen.“

Also „Einen Roman, der unsere Fragen nach Identität, Sex und Gender auf ganz eigene Weise verhandelt – und eine so bemerkenswerte, wie befreiende Antwort findet.“

Das macht naürlich neugierig, umsomehr, als die obige Buchbeschreibung etwas von „einer verwüsteten Strandpromenade der dominikanischen Republik, Überwachungsrobotern, die die haitischen Flüchtlinge töten“ und dem Hausmädchen Alcide erzählt, „das bei einer Voodoo- Priesterin arbeitet und sowohl Restaurantchef, als auch ein Mmann werden will“ erzählt.

Und Rita Indiana liest man auf der anderen Seite des Klappentextes, wurde 1977 in Santa Domingo geboren und ist eine der bekanntesten dominikanischen Musikerinnen.

Das macht auch neugierig und dann war ich etwas verwirrt von der Verquickung, des magischen Schreibstils mit den lateinamerikanischen und karibischen Traditionen und stellte fest, daß sich der nicht weniger schwierig, als Elisabeth Wandeler-Decks Konzeptkunst liest.

Obwohl natürlich es gibt eine Handlung und die kann man wahrscheinlich nacherzählen oder auch nicht, denn die Handlungsstärönge spielen sich mindestens in zwei oder drei Zeitebenen ab und, um Konzeptkunst geht es in einer dieser Ebenen zufälligerweise auch. Aber nicht nur, sondern auch, um vieles anderes und dabei liest sich der Klappentext von dem dominikanischen Hausmädchen, das vor der Entscheidung steht, ob sie dem „Kult oder sich selbst vertrtauen soll?“ ganz einfach.

Das Buch füge ich gleich hinzu, ist das nicht, sondern sehr verwirrend und so habe ich mich ähnlich, wie bei Elisabeth Wandelers Decks Konzeptkunst nicht ganz ausgekannt.

Es beginnt dystopisch, das Hausmädchen saugt Staub bei ihrer Herrin und beobachtet dabei, wie die Roboter, die später keine Rolle mehr spielen, einen Flüchtig töten und wir sind, wie öfter in Romanen, in einer düsteren, heruntergewirtschafteten <zukunftswelt.

Das Hausmädchen war einmal Stricherin und will eigentlich ein Mann werden. Dazu gibt es, das Buch scheint in der Zukunft zu spielen, aber auch das ist nicht so ganz klar, beziehungsweise wird sich das verändern, eine neue Methode, die ihr, wenn sie das Geld dazu hat, der Assistent der Priesterin, der kubanischer  Arzt Eric verhelfen kann.

Die Vodoo-Pristerin hat eine geheimnisvolle Seeanemone, die will Alcide verkaufen, ein Stricherfreund soll ihr dazu verhelfen. Der tötet die Pristerin. Alcide muß mit der Seeanmone im Rucksack fliehen und wird ein Mann und inzwischen lernen wir in einem anderen Kapitel einen <Maler namens Argenis kennen, der sich offenbar auf einem Sommercamp in Santa Domingo befindet und etwas malen soll, das die Meeresbiologin Linda, die das Camp veranstaltet, verkaufen kann, um damit das Meer und die Umwelt zu retten.

Aber das Meer soll auch, die zum Mann umbegewandelte Alcide retten und der Maler hat während er den Vorträgen lauscht, Hallizinationen, die ihn in eine andere Zeitebene versetzen, wo er Rinder zerlegen soll.

Beide Charaktere haben Meereserfahrungen. Das heißt, sie werden aus ihm wiedergeboren oder herausgefischt und während das Alcide bei einem Gärtner tut, ist er gleichzeitig im Gefängnis. Man sieht also, der magische Schreibstil ist nicht weniger verwirrender, als die Konzeptkunst.

Dabei lesen sich die Klappentexte und die Buchbeschreibungen sehr einfach:

„Alcide fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut, und Dienstmädchen zu sein, genügt ihr nicht. Ein Voodoo-Kult erkennt in ihr die Auserwählte – und Alcide muß sich entscheiden, ob sie der Prophezeiung gehorcht oder ihrem Eigensinn…

Ein kompromißloser und unkonventioneller Roman vom Strand der Zukunft – und die uralte Frage,  brennend wie der Kuss einer Seeanemone: WER IST ICH?“

Und am Klappentext steht noch etwas von:

„Ein kompromißloses schnelles, unverschämtes Buch, an dem sich nicht nur die Voodoo-Geister scheiden – wie immer wenn Literatur etwas wagt.“

Mir war es, wie schon beschrieben, etwas zu schnell. Ich habe mich in den verschiednen Zeitebenen nicht ganz zurechtgefunden, beziehungsweise ist mir das Konzept des Buches nicht ganz losgisch oder eben sehr verwirrend erschienen.

Trotzdem war es sehr interessant, etwas sehr Magisches von einer dominikanischen Musikerin zu lesen und zu erfahren, daß die Literatur dort offenbar ganz anders ist.

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