Literaturgefluester

2013-07-02

Neue Bücher von Peter Pessl und Hans Eichhorn

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:17

Jetzt muß ich aufpassen, nicht desinteressiert und uninteressant zu wirken, aber manchmal ist man in der Stimme Autorenportraits mit Hilfe von Wikepedia und anderen Quellen zusammenzubasteln, manchmal fällt die Berichterstattung knapper aus und ich wurde auch schon gemahnt, nicht zu lang und breitschweifig zu schreiben.
Desinteressiert bin ich, würde ich behaupten, nie, sondern immer noch sehr neugierig und von der Literatur besessen, aber am Montag hatte ich drei Befunde zu schreiben, habe in der Nacht nicht viel geschlafen und wir sind auch noch sehr früh nach Wien gefahren.
So daß ich am Nachmittag schon dachte, es nicht zu schaffen, in die „Alte Schmiede“ zu kommen, aber Peter Pessl hat mich zu der Vorstellung seines neuen Buches eingeladen und ich hatte mein Kommen auch versprochen und mir den Platz zum Bloggen freigehalten, blogge ich ja schon wieder sehr weit, voraus, ein bißchen manisch bin ich also schon und wahrscheinlich auch ein wenig schlampig.
Dann ists sich aber mit den Befunden gut ausgegangen. Um sechs, als das letzte Kind weg war, waren schon zwei geschrieben und ich halte ja gerne meine Versprechen, Peter Pessl und Hans Eichhorn interessieren mich auch und Katharina Serles, die voriges Jahr das erste Mal bei Katharina Riese moderierte, leitete die Veranstaltung ein und tat das wieder in einer sehr gründlichen, ausführlichen Art, die letzten Jahr auch kritisiert wurde, aber man erfährt sehr viel von den Autoren dabei, obwohl ich den, 1963 in Frankfurt am Main geborenen Peter Pessl, was ich nicht wußte, ich hätte ihn eher nach Graz getan, schon lange kenne. Aus der GAV und dann hat er 2001 als ich das erste Mal den Tag der Freiheit des Wortes organisierte gelesen und sich immer wieder regelmäßig angemeldet.
Ein experimenteller Autor, der auch fürs Kunstradio schreibt, offenbar sehr reiselustig ist, denn jetzt stellte er den vierten und letzten Teil seines bei „Ritter“ erschienenen Himalaya-Projekts „Der Tempel der Lu“ vor. Katharina Serles leitete in die vier Bände ein, wo sich Peter Pessl immer einen Weggefährten wählt und dann mit ihm ein paar Tage lang durch Indien, Tibet, etc wandert und sozusagen seinen experimentellen Sprachansatz über die Landschaft und die Mythen breitet.
Bei einer dieser Veranstaltungen bin ich in der „Alten Schmiede“ gewesen. Da ging es glaube ich um den zweiten Band, da habe ich mit ihm ein Buch aus dem fröhlichen Wohnzimmer getauscht und heuer in der Buhandlung Kuppitsch, als ich einmal in den Republikanischen Club wollte, eines seiner Bücher um einen oder zwei Euro gekauft. Keines aus der Himalaya-Reihe, aber eines von „Ritter“ und das sind ja die Bücher, von denen ich immer ein wenig keck schreibe, daß ich sie nicht lese.
Jetzt habe ich aber alle auf meiner Leseliste verteilt, muß aber gestehen, mir beim Zuhören schwer getan zu haben, weil für mich viel zu experimentell, so daß ich nicht sehr viel verstanden habe.
Katharina Serles hat bei der Diskussion ausgeholfen, zusammengefaßt, nachgefragt und das schöne Bild mit der experimentellen Sprache über die Landschaft geprägt. Sie hat auch nach dem „Faustischen“ gefragt, Pessl hat ihr geantwortet, daß er eher an den Spaß für sich und seine Leser gedacht hat und daß er durch das Reisen zu seiner Reihe gekommen ist. Ein etwas anderer Reiseführer, dort weitermachen, wo die konventionellen aufhören. Sehr interessant, wenn auch wahrscheinlich nicht sehr leicht zu verdauen, aber auch schöne Bilder, das von dem Blumenmönch hat sich mir eingeprägt. Bei Hans Eichhorn war es dann wieder leichter zu verstehen und die Sprache sehr poetisch. Da bin ich auch schon einmal bei einer Lesung in der Alten Schmiede gewesen, aber wahrscheinlich noch nicht bloggte, wo auch Christine Huber und Alexandra Millner war und Katharina Serles hat sich in ihrer Einleitung auf ein Rampe Portrait von Alexandra Millner über Hans Eichhorn, den 1956 in Vöcklabruck geborenen Fischer und Dichter, der am Attersee lebt, bezogen und hat ein ganzes Alphabet von ihm zitiert.
„Und alle lieben leben“, heißt das bei „Residenz“ erschienene Buch in dem es um eine Krebsbewältigung, einen Spaziergang auf den Karst in Triest, aber auch ganz alltägliche Begebenheiten, wie Fernsehen und Faschiertes aus einem Supermarkt holen, geht. Eine schöne Sprache und sehr schöne Bilder. Katharina Serles fragte dann nach dem Titel, der stammt von einem frühen Peter Handke-Gedicht, das „Am Morgen“ heißt und Hans Raimund hat öfter am Morgen, bevor er fischen ging, die Natur beobachtet und danach Gedichte geschrieben.
Ein schöner Kontrast, die beiden Texte, Katharina Serles sah Ähnlichkeiten, mir würden eher die Unterschiede auffallen, aber ich habe die Bücher nicht gelesen, mir aber wieder schöne Eindrücke und schöne Impressionen aus der „Alten Schmiede“ mitgenommen, mit denen ich in meine Sommerfrische, beziehungsweise in mein „Fünfjahresjubiläum“ gehen werde.

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