Literaturgefluester

2017-09-12

Andreas Latzkos Lebensfahrt

In der „Gesellschaft für Literatur“ gibt es eine „Autorinnenlexikon“ genannte Reihe, in der, wie Ursula Ebel erklärte, verschiednene Schriftsteller vorgestellt werden.

Franz Kafka war da ein berühmter und vielleicht auch Stefan Zweig, heute ging es aber um einen nicht so bekannten Autor, nämlich, um den 1876 in Budapest geborenen und 1943 in Amsterdam verstorbenen Andreas Latzko, der 1917 mit seinem, wie der Herausgeber Georg B. Deutsch erklärte, Buch „Menschen im „Krieg“ wo er über den ersten Weltkrieg schrieb, sehr  berühmt wurde und das jetzt, wie auch  „Friedensgericht“ bei „Milena“, der ja kein Frauenverlag mehr ist, herausgekommen ist.

Und Georg B. Deutsch, der sich auch sehr für Soma Morgenstern und die Gedenktafel in dem Haus, wo die „Auge“ immer Weihnachten feiert, angebracht wurde, einsetzt, hat jetzt unter dem Motto „1917-2017“, seine Erinnerungen, die unter dem Titel „Lebensfahrt“ zuerst von Andreas Latzko und dann von seiner Frau Stella geschrieben wurden, neu herausgebracht.

Ein interessanter Lebenslauf eines mir bis jetzt unbekannten Dichters und interessant war auch, daß Cornelius Hell im Publikum war und interessierte Fragen stellte, Bettina Balaka ist  neben mir gesessen , Frau Schmidt-Dengler, Helene Hofmann etcetera.

Der Abend war in zwei Teilen gegliedert. Zuerst stellte Georg B. Deutsch das Buch, beziehungsweise Andreas Latzkos Leben  vor.

Bettina Rossbacher hat aus dem Buch gelesen, Georg B. Deutsch hat erzählt und Bilder, beziehunsweise Lebensdaten projiziert.

AndreasLatzkaist auch viel herumgereist, hat sich auf einer Asienreise mit Malaria angesteckt,  wurde  im ersten Weltkrieg als kriegsuntauglich erklärt, er war auch ein Kriegsgegner, obwohl er später  an der Isonzofront war und hat die „Menschen im Krieg“ geschrieben. Ging nach Amsterdam, wo er auch 1943 gestorben ist.

Dazwischen hat er  auch einige Zeit in Salzburg gelebt und war mit Stefan Zweig befreundet, deshalb war der zweite Teil des Abends dem Briefwechsel zwischen Zweig und Latzko gewidmet.

Auch da hat Bettina Rossbacher einige Stellen vorgelesen und Hans Weichselbaum vom Trakl-Forum hat einen Vortrag über den Briefwechsel oder die schwierige Beziehung zwischen den beiden  gehalten. War Zweig doch berühmt und  vermögend, Latzko krank und es gab, glaube ich, Konflikte zwischen den beiden, wer jetzt wen besucht soll?

Zweig scheint sich aber sehr für Andreas Latzko interessiert zu haben, hat ihm seine Bücher geschickt, aber auch „Den wilden Mann“, einen  Roman Latzkos, der 1918 herausgekommen ist, mit Begeisterung während einer Zugsfahrt gelesen, wie er in einem Brief lang erklärte.

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