Literaturgefluester

2017-05-16

Zerstörung der Arbeiterkultur durch Faschismus und Nationalsozialismus

Kaum vom Bodensee zurückgekommen, geht es schon weiter mit dem Literaturbetrieb, mein Kritiker Uli, der ja jetzt ganz friedlich ist, hat auf meine „Stipendiatin“ einern Text geschrieben „Albttraum in der Ulmenstraße – eine Satire aus gegebenen Anlaß“, wo er aus dem Literaturhaus eine ziemliche schäbige Absteige macht, aber vieleicht ist das in Deutschland so und eine Frau Jahnke auftreten läßt, die dort mit ihren Büchern herumwachelt, die habe ich dem Herrn im Literaturhaus Wien zwar gezeigt, Bluttropfen hat es dabei keine gegeben, aber in den Schreibseminaren sollen ja die Hobby- und auch die anderen Autoren lernen, daß nur etwas schlimm und blutig genaug sein muß, damit es die Leser interessiert und Alptraum schreibt, was die leidige Rechtschreibfrage betrifft, zumindestens der „Standard“ wieder mit harten „p“ so weit, so gut, aber wie hängt das mit der Arbeiterkultur zusammen?

Eigentlich überhaupt nicht oder nur insofern, daß ich ja einmal ein Arbeiterkind war das in einem dieser schönen sozialistischen alten Gemeindebauten aufwuchs, weil der Vater engagiertes Parteimitglied war und jedes Jahr zu Weihnachten gab es von den „Kinderfreunden“ der sozialistischen Jugendorganisation, ein Kinderbuch als Geschenk, so bin ich mit Friedrich Feld, Vera Ferra Mikura, den „Drei Stanisläusen“ und anderen in Berührung gekommen und von dem erstenen war heute auch in der Arbeiterkammerbibliothek die Rede, da hat er zwar noch Fritz Rosenfeld geheißen und hat in der Zwischenkriegszeit tausend oder hundert Filmrezensionen geschrieben und das weiß ich, weil es vor ein paar Jahren in einer Volkshochschule ein von der „Kramer- Gesellschaft“ organisiertes Symposium gegeben hat, das sich mit der Arbeiterkultur der Zwischenkriegszeit beschäftigt hat und jetzt ist das diesbezügliche Buch „Rote Tränen“ herausgekommen, das in der Arbeiterkammer-Bibliothek präsentiert wurde und als ich hingekommen bin, haben gerade Thomas Reimer und Eva Feimer mit Kontrabaß und Keyboard „Die Arbeiter von Wien“ gespielt und das war sehr angenehm, denn das Kollegium Kalksburg hat dieses schöne Lied „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“ und dann auch noch die ziemlich verhunzt, um damit den Niedergang der Sozialdemokratie zu zeigen und den gibt es ja, denn durch den Bürgerkrieg und den Faschismus, wurde ja, wie ich alsbald hören konnte, sehr viel zerstört, waß es nachher nicht mehr gegeben hat.

Das habe ich als 1953 in einem Gemeindebau Geborene zwar nicht so sehr erlebt, denn meine Eltern, die als Kinder den World War I erlebten und als junge Eltern, mit meiner Schwester Uschy, den zweiten, haben ja in dieser Zeit ihren ersten Aufstieg erlebt.

Die Mutter hat in Kindergärten geputzt oder geholfen, sie war gelernte Stickerin, der Vater hat die Statistik der WGKK in der Wipplingerstraße gemacht, dann war er noch am Abend im Tanzclub Hernals Billiteur, der auch der SPÖ gehörte und die die Bücher der Büchergilde Gutenberg hat er auch vertreten, daher wohl meine Bücherliebe und meine literarische Sozilisation und als ich dann die Haushaltsschule oder die höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe beendet hatte, waren die Siebzigerjahre angebrochen, Bruno Kreisky an der Macht, Johnna Dohnal zuerst Staatssekretärin für Frauenfragen, dann Frauenministerin, es hat sich die AUF gegründet, es hat die Freifahrt für Studenten und die Grratisschulbücher gegeben und ich habe in sehr aufbruchsorietierten Zeiten Psychologie studiert.

Seither hat sich viel geändert, die gläserene Decke war bald da und der Neoliberalismus, der Sozialismus ist zurückgegangen, in meinen Herzen aber, obwohl ich höchstens einmal SPö gewählt habe, geblieben und ich interessiere mich auch sehr für Zwischenkriegszeit und den Faschismus, so hat die Zeit nach dem Urlaub gleich sehr politisch begonnen, ich habe mit einem höheren Gewerkschaftsfunktionär neben dem ich gesessen bin, diskutiert, Klaus Dieter Mulley, der Leiter des Institus für Gewerkschafts- und AK-Geschichte, was es nicht alles gibt, hat eröffnet und für die Herausgeberinnen hat  Sabine Lichtenberger eingeleitet.

Dann war schon Konstatntin Kaiser am Wort, hat das Podium vorgestellt und jeden der vier Teilnehmer eine Frage gestellt. So hat Derek Weber vom Arbeitersynfonieorcheste erzählt, das in der Zwischenkriegszeit Mahler und Bruckner gespielt hat,  bis zum elften Februar 1934 hat es das getan. Dann war es aus damit und hat nie wieder begonnen und Primus-Heinz Kucher, ein Literaturwissenschaftler von der Uni Klagenfurt hat von denschon erwähnten Filmkritiken von Fritz Rosenfeld gesprochen. Dann kam Eva Geber mit der Frauenbewegung der Zwischenkriegszeit, die beklagte, daß die heutigen Frauen sehr müde geworden seien, klar, es gibt ja Ronja von Rönne oder Zeitschriften, die jungen Frauen tatsächlich den Auftrag erteilen, gegen dien Feminismus anzuschreiben, aber die haben studiert und sogar beim Bachmannpreis gelesen und Traude Bollauf, die Redakteurin bei der schon erwähnten „Frau“ war, in der ich einmal auch einige Texte hatte, lang lang ists her, denn die sozialistischen Zeitungen gibt es  nicht mehr, hat von Stella Klein Löw gesprochen, die nach dem Anschluß als Hausangestellte nach London gegangen ist, später aber wieder Lehrerin in der Rahlgasse war, in die ja auch die Anna gegangen ist.

Danach gab es eine Diskussion mit einigen kritischen Fragen aus dem Puplikum, dann Wein und Brötchen, man konnte sich das Buch verbilligt kaufen, ich habe es mir für das „Literaturgeflüster“ genommen und habe also nach Volker Weidermanns „Ostende“, das auch nicht sehr weit vom Thema abliegt, noch etwas zu lesen, bevor ich zur Gegenwart und der ebenfalls sehr frauenbewegten und kritischen Marlene Streeruwitz komme.

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7 Kommentare »

  1. Hallo Frau Jancak!
    Die Schreibweise von „Albtraum“ kann wohl variieren, wie ich gerade nachgelesen habe. M. W. gab es nach der letzten Rechtschreibreform die neue Version mit „b“, wobei ich eigentlich auch „Alptraum“ bevorzugen würde. Wie es in hiesigen Literaturhäusern aussieht, weiß ich nicht, aber soooo schäbig hab ich es doch gar nicht beschrieben, eher in Richtung Improvisation 🙂

    Kommentar von Uli Lucas — 2017-05-17 @ 11:10 | Antwort

    • Das ist ein schönes Beispiel, denn da habe ich bei einer GV der IG-Autoren extra bei Ludwig Laher, der da Experte ist, einmal nachgefragt, nachdem mir die veränderte Schreibweise im „Standard“ aufgefallen ist.
      „Wie schreibt man „Alptraum?“
      „Man kann es so und so schreiben!“, war die Antwort und zumindest ich, die das in der Schule hart lernte, klingt das weiche „b“ füchterlich.
      Wie schreiben Sie übrigens Mayonnaise, Stengel oder Gemse?
      Und das scharfe „ß“ bei daß, habe ich auch einmal so gelernt, warum sollte ich also blöd oder ungebildet sein, wenn ich dabei bleibe und im übrigen noch immer der Meinung bin, daß man so schreiben sollte, wie man will?
      Die Dialektautoren tun das übrigens bevorzugt so und ich halte es ganz ehrlich für eine Einengung, wenn man sagt, du darfst nicht schreiben oder bloggen, wenn du die Rechtschreibung nicht so genau, wie vorgeschrieben verwendest, sondern denke, daß das einige der wenigen Freiheiten ist, die ich habe und auch nützen sollte!
      Das das die Verlage vielleicht anders sehen, ist ein anderes Kapitel, aber da bin ich durch das Internet auch schon darüber und manchmal, ganz selten, habe ich auch schon Kritik von anerkannten Autoren bekommen, die sich daran störten und mein Bloggen oberflächig oder auch noch anders nannten.
      Auch darüber bin ich schon hinweg und Sie merken es wahrscheinlich, es macht mir Spaß Ihnen immer wieder zu antworten und zu kontern und bei Ihrem Text ist meiner Meinung nach sehr stark zu spüren, daß Sie den Literaturbetrieb und die Literaturhäuser ein wenig verächtlich finden.
      Sie beschreiben sie so und ich dachte mir, Sie waren wahrscheinlich noch nicht oft in solchen und für se sind für Sie eigentlich unnützliche Orte, die nur Geldverschwendung sind.
      Was mir an Ihnen aber auch gefällt, ist Ihre Unbekümmertheit, wie Sie beispielsweise im „Literaturcafe“ schreiben, daß sie nichts oder nur wenig lesen und mir dann noch den Rat geben, ich sollte das doch tun, das finde ich sehr lustig, weil ich denke, so viel, wie ich lesen wahrscheinlich nicht mehr so viele Leute und ganz besonders schön finde ich auch, daß Sie jetzt einen Blog haben, wo Sie auch etwas Literarisches schreiben und Ihre Geschichte hat mir trotz aller Ihrer Übertreibungen gefallen und ich komme jetzt nicht mit dem Beckmesserstaberl, aber ich würde sie kürzen und vielleicht das allzu Übertriebende weglassen.
      Im Literaturhaus fließt kein Blut, da reagiert man anders, sehr freundlich, aber dann ist „Leider, leider!“, kein Geld da, um eine Rezension für das „Literatur-Geflüstertexte-Buch“ zu verfassen und lesen kann kann ich schon, aber nur, wenn die Veranstalter, bei der Diskussion eine Veranstaltung mit Publikumsbeteilung zuvorgesehen haben.
      Dann bekomme ich sogar ein Glas Wasser hingestellt, aber kein Honorar und in das Gästebuch darf man ich mich auch nicht eintragen.
      Und nur zur Information und um Mißverständnisse zu vermeiden, ich habe dort von 2001 bis 2009 den „Tag zur Freiheit des Wortes“ organisiert, die „Mittleren I“ gemacht und auch noch bei anderen Gelegenheiten gelesen.

      Kommentar von jancak — 2017-05-17 @ 11:45 | Antwort

      • Also: Ja, es gibt in der Rechtschreibung tatsächlich Fälle, bzw. einzelne Wörter in denen die eine oder andere Variante gilt. Aber – und das ist die Crux – das ändert nichts an der Tatsache, dass es trotzdem „die“ Rechtschreibung gibt und jene muss man berücksichtigen, wenn – das ist die zweite Crux – man sich als Autor/in sieht oder bezeichnet. Nach meinem Dafürhalten gibt es da einfach kein „ich schreib wie ich will“. Natürlich kann jeder schreiben wie er will, aber er/sie/es darf sich dann eben nicht wundern, wenn es Leute gibt, die das beanstanden und die Autorenfähigkeit für das größere Publikum in Frage stellen. Ihre drei Wortbeispiele sind bezeichnend für den Irrsinn, den die Rechtschreibreform mit sich gebracht hat. Mayonnaise kann man auch Majonäse schreiben, aus den Gemsen wurden Gämsen und aus dem Stengel der Stängel. Grau-en-haft! Einzig Letzteres ergibt mit viel gutem Willen Sinn, da es von „Stange“ abgeleitet wurde. Trotzdem fürchterlich. Und dennoch: Sollte ich die Wörter nutzen wollen, würde ich nach der aktuellen Schreibweise schauen. Glauben Sie mal, dass ich auch oft genug nachschlagen muss!

        Ja, bestimmt lesen Sie mehr als ich, keine Frage! Gerade darum wunderte ich mich ja zu Beginn, wie jemand, der scheinbar so viel liest und der doch eben aus diesem vielen Lesen heraus wissen müsste, wie Texte aufgebaut sein sollten, so schwer zu lesende eigene Texte fabriziert mit obendrein so vielen Fehlern drin. Ich weiß nicht, wo Sie da jetzt genau „Unbekümmertheit“ sehen, aber okay.

        Die Ulmenstraße ist und bleibt eine Satire. Ich finde auch Literaturhäuser nicht verächtlich oder überflüssig. Ich mache mich nur ein bisschen lustig darüber. Die Welt wäre ziemlich eintönig, wenn man immer alees so ernst nehmen würde, nicht wahr? Und ja, ich gebe zu, ich finde es auch ein wenig belustigend, wie Sie sie so vehement gegen den Begriff „Hobbyautor“ wehren. Aber sei’s drum 🙂

        Übrigens, wenn ich das „allzu Übertriebene“ weglassen würde, wäre die Geschichte ja um das Groteske beraubt, um dass es mir ja letztendlich ging.

        Kommentar von Uli Lucas — 2017-05-17 @ 12:58

  2. Woher sind Sie eigentlich so sicher, daß man „muß“? Und ich denke eigentlich auch, daß ich weiß, wie man Texte aufbaut und das mit dem schwer zu lesen ist wahrscheinlich auch so eine Sache, denken Sie nur James Joyce oder Arno Schmidt, die ja auch nicht so leicht verständlich und abmessbar sind!

    Kommentar von jancak — 2017-05-17 @ 22:37 | Antwort

    • Man muss, weil es Regeln gibt. So wie es eine Straßenverkehrsordnung gibt, an die man sich halten „muss“. So wie es für Gastronomen Richtlinien gibt, an die sie sich halten „müssen“. So wie es für Piloten Vorschriften gibt, an die sie sich halten „müssen“. Wenn Sie aus dem Haus und über die Straße gehen, „müssen“ Sie auf den Verkehr achten. Der Busfahrer, auf den Sie warten, „muss“ sich an den Fahrplan halten. Überall im Leben ist man veranlasst, etwas zu müssen, weil sonst entweder gar nichts mehr funktioniert oder blinde Anarchie ausbricht. Insofern gebe ich die Frage zurück: Warum sind Sie so sicher, ausgerechnet beim Schreiben nicht auf geltende Rechtschreibregeln, Satzbau, Interpunktion usw. achten zu müssen?

      Kommentar von Uli Lucas — 2017-05-18 @ 08:36 | Antwort

      • Weil nichts anderes passiert, als, daß ich halt dann vielleicht keinen Verlag finde, aber das hat höchstwahrscheinlich auch mehr mit fehlenden Beziehungen und mangelnden Verhandlungsgeschick, als mit einem falschen „s“ zu tun, von einigen, wie beispielsweise von Ihnen manchmal solche Kommentare bekomme, weil ich beispielsweise bei den IG-Autoren immer wieder höre, daß jeder schreiben soll, wie er es will, weil ich meine persönliche Freiheit und Kreativität darin sehe, weil Regeln zumindestens beim Schreiben ja dazu da sind, um gebrochen zu werden und sie sich, wie man an den oben zitierten Beispielen sieht, auch regelmäßig ändern und weil man, solange der andere den Text versteht, sie auch nicht wirklich braucht, weil man den Straßenverkehr und die Gastronomie, wo wirklich etwas passieren könnte, nicht mit dem Schreiben vergleichen kann und weil ich eigentlich gar nicht so fürchterlich schreibe, wie ich auch einmal anmerken will, liebe Grüße aus Wien!

        Kommentar von jancak — 2017-05-18 @ 09:18

  3. Ist in Ordnung 🙂

    Kommentar von Uli Lucas — 2017-05-18 @ 09:28 | Antwort


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