Literaturgefluester

2018-08-31

Abschlußveranstaltung mit Bernhard Strobels Palme und Peter Henischs Leben

Bernhard Strobel, Daniela Strigl

Bernhard Strobel, Daniela Strigl

Der Sommer neigt sich zu Ende, es ist auch schon ziemlich kalt und windig und so fand die Abschlußveranstaltung der heurigen O-Töne wieder im Arena Quartier statt und als ich so um halb sieben mit Hilmar Klutes „Was dann nachher so schön fliegt“, ein Buch über den deutschen Literaturbetrieb und den Einstieg in denselben aus den Neuzehnachtzigerjahren  eintraf, wurde gerade geprobt, denn Peter Henisch wollte, was ich eigentlich nicht wußte, einmal Sänger werden und er hat auch eine Band und so probten sie gerade seine sehr poetischen Lieder.

Es war auch sehr viel ausreserviert, fand doch die Abschlußveranstaltung zu Peter Henischs fünfundsiebzigsten Geburtstag am siebendundzwanzigsten August, statt und so trafen nicht Julia Danielczyk , sondern auch Alexandra Millner, Doris Glaser, Cornelius Hell und  andere österreichische Literaturexperten ein, auch Henrike Blum, die den „Droschl-Literaturverlag“ vertrittt, denn bei dem vorher präsentierten Debutanten handelte es sich, um den 1982 geborenen Bernhard Strobel, der zwar schon, ich glaube, auch bei „Droschl“ drei Erzählbände herausgebracht hat, aber die Literaturexeperten halten sich da nicht genau daran, was ein Debut ist?

Alles, was als Erstes bei dem entsprechenden Verlag erscheint also, weitgetroffen wie bei Mareike Fallwickl oder meistens der erste Roman, wie Daniela Strigel in ihrer Einleitung betonte und der „Im Vorgaten der Palme“ scheint auch sehr skurril zu sein oder, wie offenbar bei Strobel üblich, hintergründig hinterfotzig. Geht es dabei doch offenbar, um ein Familiengeheimnis oder ein Familienzerwürfnis. So ist der Protognist sauer auf seine Frau und seine Schwiegermutter, hat ein kleines Kind und fühlt sich von allen ausgetrickst.

Peter Henisch

Peter Henisch

Dann kam der große Peter, beziehungsweise das Geburtstagsständchen und für alle, die es noch nicht wissen, ich betrachte mich eigentlich als  Peter-<henisch Fanin, Fangirl will ich nicht sagen, denn dazu bin ich nicht mehr jung genug und finde diese Bezeichnung eigentlich auch für blöd.

Habe aber, als er noch bei „Residenz-alt“ erschienen ist, fast alles von ihm gelesen und sein Realismus hat mich, als ich in den Siebziger und Achtzigerjahren zu schreiben begonnen habe, sehr ermutigt und bei jedem Buch habe ich gedacht, jetzt schaffe ich es auch zu „Residenz“.

Welch ein Irrtum, würde wieder Ernst Jandl sagen, die Ähnlichkeit zwischen mir und ihm scheint aber auch zu sein, daß er seine Werke zitiert, so in dem neuen kleinen feinen Bändchen „Siebeneinhalb Leben“, denn Peter Henisch scheint ein Katzenfan zu sein und in dem Buch kommt ein Paul Spielmann vor, Protagonist aus der „Sehr kleinen Frau“ und ein Max Stein, Protagonist aus „Steins Parnoia“, an das ich mich noch sehr gut erinnern kann, daß ich als ich es las, dachte, jetzt schaffe ich es auch dorthin, denn ich habe ja auch über die „Waldheim-Affaire“ geschrieben und in dem „Bibliothekgespenst“, kommt auch ein Bjuch vor, das ich einmal geschrieben habe.

In „Siebeneinhalb Leben“ sitzt der Protagonist im Türkenschanhzpark, wo heute, glaube ich, auch die Identiärtren sitzen und will ein Buch schreiben. Da kommt  Max Stein daher und erklärt ihm, daß er ihm in „Steins Paronia“ falsch geschrieben hat und der verdutzte Autor antwortet „Hören Sie, alles erfunden und alle Ählichkeiten mit  anderen Personen sind zufällig“, etwas was mir auch schon ein paar Mal passierte und vielleicht noch passieren wird.

Peter Henisch & Band

Peter Henisch & Band

„Aber den Waldheim haben sie nicht erfunden!“, lautete die Pointe, wo Peter Henisch zur Musik und seiner Band hinüberwechselte und dann noch kurz aus zwei anderen Büchern las, die ich schon gelesen habe, die der „Deuticke Verlag“ aber zu seinem Geburtstag wiederauflegte, nämlich „Der Mai ist vorbei“ wo es, um das Jahr 68 und, ich glaube auch um die „Wespennest-Gründung“ geht, deshalb war auch Gustav Ernst im Foyer und der ist ja mein zweites österreichisches Vorbild, sowie den „Peppi Prohaska“.

Dann kamen schöne Liebesleder und am Schluß „Hallo Tod, heute hab ich keine Angst mehr vor dir!“, bevors zu neuerlichen Geburtstagswünschen und einen Blumenstrauß ging und ich denke, wenn das neue Buch am Dienstag, wenn dann die öst Liste verlautbart wird, darauf steht, weiß ich wieder wer gewinnt, allerdings habe ich mich da schon im letzten Jahr geirrt, als ich da an Florian Lipus dachte, beim ersten Mal lag ich richtig und da war ich ja kurz vor der Shortlistverkündung in der „Alten Schmiede“ bin neben Peter Henisch gesessen, der im Publikum war und habe ihm erklärt, daß da sicher, die Frau Mayröcker gewinnen wird. Er hat es gelassen genommen und mich heute sogar gegrüßt und es war ein  stimmungsvoller Abschluß, der heurigen O Töne und jetzt mache ich noch einen Recherchetag, wo ich auch versuchen werde, sowohl der Welt, als auch dem Leben „den Haxn auszureißen“ und dann geht es auf zum Volksstimmefest, wo ich aus meinem  noch nicht erschienene Werk, nämlich der „Unsichtbaren Frau“ ein Stück lesen werde.

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2 Kommentare »

  1. Hallo Frau Jancak!

    Viel Spaß am Wochenende!

    Kommentar von Uli Lucas — 2018-08-31 @ 15:33 | Antwort

  2. Ebenfalls, das Buch und den „Hammer“ habe ich heute abgeschickt!

    Kommentar von jancak — 2018-08-31 @ 17:02 | Antwort


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