Literaturgefluester

2013-11-11

Vierter Alpha-Literaturpreis

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:06

Der „Alpha Literaturpreis“, der österreichische sogenannte Newcomer Preis, den das Casino Austria sponsert, ist mir ja sozusagen ans Herz gewachsen. 2010 gab es ihn das erste Mal. Im „Literaturkompaß“ der Zeitschrift Buchkultur wurde darauf hingewiesen und ich bin hinmarschiert. Wurde hinten an einen Tisch gesetzt, habe erfahren, daß das eine sehr exquistie Veranstaltung mit Einladung war, Gustav Ernst im schwarzen Anzug, etc, bin mit zwei Herren ins Gespräch gekommen, habe mich am Buffet erfreut, Thomas Stangl um ein Autorgramm gebeten und ihm gesagt, daß ich eigentlich sicher war, daß Richard Obermayr gewinnen würde…
„Das ist ein sehr verdienter Autor!“, hat der höflich gesagt und im Jahr darauf habe ich im September hingeschrieben und um eine Einladung gebeten, die nicht gekommen ist, auch kein Hinweis,“Das ist nur eine Veranstaltung für geladene Gäste und wir laden dich mit deinem „Literaturgeschwafel“ nicht ein. Deshalb habe ich mein Geburtstagsfest verschoben und bin nach einem intensiven Tag der „Krit Lit“ hin und sie haben mich hinausgeschmissen, immer nur nur „Das ist nur für geladene Gäste und das nächste Mal bekommen Sie eine Einladung!“, gesagt und nicht hingehört, als ich sagte, daß das in der Zeitschrift „Buchkultur“ anders steht. Die Einladung ist nicht gekommen, aber im Vorjahr habe ich mich auf der Buch-Wien, wo der Preisträger ja immer vorgestellt wird, getraut den Herrn vom Casino darauf anzusprechen und ihm die Zeitschrift „Buchkultur“ hinzuhalten.
„Ich werde mich darum kümmern, aber seien Sie mir nicht böse, wenn.. !“, hat Herr Thorsten Leitgeb zu mir gesagt und ich dachte, für 2013, daß ich dann, weil der Alfred ja dieses Jahr keinen Urlaub hatte, ohnehin in Ungarn sein werde und hinter mir die Sintflut ist…
Dann habe ich aber doch darüber gebloggt und Kerstin Pistorius von „Atalante Historien“ hat mich verlinkt, bzw. einen eigenen Artikel darüber geschrieben, wofür ich ihr sehr herzlich danke, denn das hat einiges in Bewegung gebracht. Frau Gmeiner vom Septime Verlag hat mir ihre zwei nominierten Bücher geschickt und Herr Leitgeb hat sich gemeldet und mich auf die Einladungsliste gesetzt, wofür ich ebenfalls herzlich danke und den Ungarn-Urlaub um zwei Tage verschoben habe, damit werde ich zwar die Literatur im Herbst versäumen, habe aber den „Erich Fried Preis“ noch mitbekommen und man kann nicht überall sein.
So habe ich mich am Abend in mein kleines Graues geschmissen, das ich mir einmal für meine Geburtstagsfeste kaufte und manchmal für die „Ohrenschmaus-Laudatios“ trage und bin am Abend mit den Öffis losgefahren, denn wenn man einen Fahrschein präsentiert, bekam man einen geschenkt, denn der „Alpha Literaturpreis“ ist auch sehr umweltbewußt.
Diesmal war es ein bißchen anders als vor drei Jahren, die letzten zwei Preisverleihungen habe ich ja leider leider versäumt, es gab im Foyer schon ein bißchen was zu essen und einen guten Hollundersekt mit Minze und ich habe mich ein bißchen umgeschaut. Cordula Simon, eine der Nominierten gesehen, Josef Haslinger den Hauptjuror, Susanne Scholl, etc, die lierarische Prominenz halt und andere elegante Leute, die ich nicht kannte.
Dann gings hinein, ja richtig bei der Anmeldung gabs noch eine Komplikation, zwar diesmal nicht mit mir, aber der Herr, der vor mir gekommen war, stand nicht auf der Liste, weil er eine Woche zu früh gekommen war und der Tisch an dem mein Platz reserviert war, wurde mit einem anderen vertauscht, so daß ich umgesetzt wurde und an dem Tisch vor mir hat Cornelia Travnicek Platz genommen. Dann gings schon los mit der Moderation von Clarissa Stadler, die die Juroren vorstellte und Josef Haslinger interviewte, der diesesmal das letzte Mal Juryvorsitzender ist. Paulus Hochgatterer wird ihn ersetzten, dann folgten wie in Klagenfurt, Kurzfilmchen der drei Finalisten Harald Darer, Marjana Gaponeko und Cordula Simon, die hat es, 2010 glaube, ich noch nicht gegeben und eine Lesung aus den drei Werken. Der Steirer Harald Darer ist ja einer, der an mir bisher vorbeigegangen ist, höchstens habe ich einmal von seinem bei „Picus“ erschienen „Wer mit Hunden schläft“ einmal etwas in Ex Libris gehört. Marjana Gaponeks „Wer ist Martha“, voriges Jahr bei „Suhrkamp“ erschienen ist dagegen ein großer Erfolg geworden und Christian Jahl von der Hauptbücherei, der diesen Preis, glaube ich, initiiert hat, erzählte mir im September bei einer Ausstellungseröffnung, daß er vor zwei Jahren, als sie mich hinausgeschmissen haben und Anna Elisabeth Mayer den Preis gewonnen hat, Marjana Gaponeko aber schon mit „Anuschkas Blume“ bei den Finalisten war, mit ihr zu einem Würstelstand gegangen sind, weil sie so gerne Pferdeleberkäse essen wollte und, daß sie sich für die Recherchen ihres zweiten Romans im Hotel Imperial einquartierte, weil der ja dort spielt. Jetzt las sie ein Stück daraus, das mir sehr gut gefallen hat.
„Annuschka Blume“ habe ich ja fast ein wenig schwülstig empfunden und als dritte folgte Cordula Simon mit ihrem ersten Roman „Der Potkemische Hund“, inzwischen ist ja schon ein zweiter erschienen, aus dem sie beim Bachmannpreis und auch bei den Erich Fried Tagen gelesen hat und die ich im Literaturhaus das erste Mal hörte, als sie gemeinsam mit Susanne Gregor, die letztes Jahr bei den Finalisten war, bei den „Auftritten“ präsentiert wurde. Dann gabs eine Musikeinlage und dann wurde die Preisträgerin nominiert. Ich war ja ursprünglich sicher, das kann nur Marjana Gaponeko sein, dann habe ich mich bei den „Fried-Tagen“ lange mit Cordula Simon unterhalten und ihr alles Gute gewünscht, aber Josef Haslinger brachte das Kuvert und hielt die Laudatio auf Marjana Gaponeko und auf deren Buch, das ich mir wider meinen Gewohnheiten signieren ließ, bin ich gespannt und freue mich auf das Lesen.
Dann gabs das Buffet und sehr viel, sehr gutes Essen, ich ließ mir von Cordula Simon Thorsten Leitgeb zeigen, denn mein Personengedächtnis funktioniert ja sehr schlecht und überreichte ihn als Dank für die Einladung „Kerstins Achterln“, denn da gibt es ja drei Szenen, wo die Kerstin auf einer Literaturgala fotografiert, wo eine Bloggerin hinkommt und hinausgeschmissen wird und auf meiner Vorschau, gibt es eine diesbezügliche Frage, die man eigentlich noch immer beantworten kann.
In dem Sackerl vom Casino Austria, gab es neben dem Buch, zwei Casino Jetons, die ich nicht einlösen werde, einen Kugelschreiber und einen Gutschein für die Buch-Wien, den ich höchstwahrscheinlich auch nicht brauche und Thorsten Leitgeb fragte mich, ob ich zufrieden bin? Ich bin es, noch einmal vielen Dank und hoffentlich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr, denn ich interessiere mich ja sehr für Literatur!

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2 Kommentare »

  1. Liebe Eva, mit Interesse und auch Amüsement habe ich Deinen ausführlichen Bericht über die Alpha-Gala gelesen. Es freut mich, daß Dich diesmal doch eine offiziellen Einladung erreichte. Ob allerdings mein kleines Blogscherflein dazu beigetragen haben mag? Egal, die Atalante freut’s und es freute sie noch mehr, wenn Du ihr mittleres T tilgen könntest. Sonst hört es sich doch ein wenig tantig an. 😉
    Einen schönen Abend hast Du verbracht, auf den ich ein wenig neidisch bin, nicht nur wegen der beiden Jetons.
    Auf meinem Lesetisch liegt übrigens noch der nominierte Nedov, sein „Zuckerleben“ zeigt auf den ersten Blick schon mal einiges an Profil.

    Kommentar von atalante — 2013-11-12 @ 10:48 | Antwort

  2. Oh, schon wieder ein Fehler, es war aber schon spät und ein bißerl Wein habe ich auch getrunken. Wie mein Artikel zu Herrn Leitgeb gekommen ist, ist im nachhinein wahrscheinlich schwer zu eruieren.
    Ich habe im Jahr davor so ziemlich dasselbe geschrieben und den Alpha hat es nicht gerührt, mit Herrn Leitgeb habe ich allerdings erst auf der Buch-Wien 2012 gesprochen und da hat er mir versprochen, sich darum zu kümmern.
    Es war jedenfalls fein und interessant, auf der Alpha-Seite gibts jetzt schon die Informationen zum gestrigen Abend und die beiden Jetons kann ich, wenn gebraucht, gerne zur Verfügung stellen. Ich bin kein Spielertyp.

    Kommentar von jancak — 2013-11-12 @ 13:55 | Antwort


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