Literaturgefluester

2015-04-06

Büchertratsch

Filed under: Büchergeschichten — jancak @ 00:23
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Für die die wissen wollen, wie es mit meinen Bücherbeschränkungsplänen, die ich seit zwei Jahren, seit ich alle meine Bücher aufgeschrieben habe und sehe, daß ich all das, was ich so sammle bald nicht mehr lesen kann, weitergegangen ist und die Frage stellen, ob es mir nun endlich gelungen ist, „Nein!“, zu sagen, wenn mir ein Buch angeboten wird oder vor den Schränken wirklich nur noch ein Buch pro Woche mitzunehmen?

Es ist mir nicht gelungen, jedenfalls nicht wirklich. Versuche gibt es zwar, weil es ja nicht wirklich Sinn macht, ein schönes Buch, in zehn Jahren zu lesen, denn wer weiß, ob ich es dann noch kann?

Es gibt zuviele Bücher, gegen diese Erkenntnis, habe ich mich, als selber schreibende Frau immer gewehrt und bin eher den Sätzen angehangen, daß man nie genug Bücher haben kann, denn sie sind ja Freunde für das Leben, wie es etwa die Wiener Buchhändlerin Anna Jeller vor ihre wöchentlichen Empfehlungen stellt.

Und Sätze wie, „Ich kann  nicht alles lesen!“, haben mich auch immer gestört, vor allem wenn sie meine Bücher betroffen haben.

„Ich schon!“, habe ich dann immer stolz oder trotzig, vielleicht war es auch selbstbewußt gesagt und auch das Bücherabbrechen war und ist nie das meine.

Da hat ja „Buzzaldrin“ gerade diese Frage aufgeworfen, beziehungsweise das getan und dann von dem „Recht, ein Buch nicht zu Ende gelesen“, geschrieben.

„Ein Recht, auf das ich gern verzichte!, habe ich ihr geantwortet und habe das, glaube ich, nur einmal bei einem Krimi getan, der mir persönlich zu nahe oder zu gewalttätig gewesen ist. Ich kann mich an die Handlung nicht mehr erinnern. Aber bei Kleists „Zerbrochenen Krug“, hat mir immer der Richter Adam leid getan und der Falstaff auch, so etwas wird es wohl gewesen sein.

Den Arno Schmidt habe ich zu Ende geblättert, als ich nichts mehr verstanden habe und keine Ahnung hatte, worum es da eigentlich geht und 1983, als ich gerade bei der „Lebenshilfe“ als Betreuerin angefangen habe, kann ich mich erinnern, daß ich endlos an Alfred Döblins „Alexanderplatz“ gelesen habe.

Ich schließe auch keine Generes aus, lese Krimis genauso gerne, wie Chit Lits, beim Krimi denke ich zwar immer, daß ich keine Morde mag und die Krimiautoren, die immer davon phrahlen, wen sie, natürlich in der Phanatasie, als nächstes umgebracht haben, gehen mir auf die Nerven und dann stehe ich vor der Situation, die Krimis, die ja eigentlich auch ganz spannend wären, liegen zu lassen oder die Rosamunde Pilcher, die ich habe und auch einmal lesen wollte, auf das nächste Jahr verschiebe, weil es sich für heuer nicht mehr ausgeht.

Früher habe ich einmal gesagt, ein Buch pro Woche, also fünfzig Bücher pro Jahr, ist das Soll und habe mich wahrscheinlich auch daran gehalten, dann kamen die offenen Bücherschränke und  diese hundert Bücher-Challenge, über die ich gestolpert bin und aus der dann meine endlos Leseliste hervorgegangen ist, da habe ich mich noch gefragt, ob ich hundert Bücher im Jahr schaffe?

Ich habe es  und seit 2011lese ich das regelmäßig und hatte vielleicht auch ganz heimlich die zweihunderter Zahl im Auge, obwohl ich Elisabeth von „Lesefrust“, die das so tat, einmal geschrieben habe, daß ich das nicht schaffen werde.

Ich tue es auch nicht, bei 176 war 2013 Schluß, da habe ich dann zwei Bücher ausgetragen, 2014 waren es sogar nur 171 und da sind zwanzig oder dreißig auf den Sankt Nimmerleinstag gewandert und im Augenblick habe ich das Gefühl, daß ich schneckenlangsam lese, ich weiß auch nicht so genau warum, aber im Moment sind es zwei bis drei pro Woche und siebenunddreißig habe ich heuer von den hundertvierundsiebzig, die ich bis jetzt eingetragen habe, gelesen.

Da würde ich hundertfünzig schaffen und es würden wieder Bücher überbleiben, denn seit ich alles, was ich so stehen habe, eintrage, bin ich bei hundertfünzig Büchern bei der Vorausschau gelandet und hätte da noch für zwanzig bis fünfundzwanzig Rezensionsexemplare oder andere unerwartete Bücher Platz, aber daran halte ich mich auch nicht wirklich.

Denn es gibt ja soviele  Bücher und ich würde sie auch gerne alle lesen, da meine ich die Belletristik, Fachbücher übers Kochen oder Elektromotoren, aber auch vieles andre kann ich stehen lassen, manches gesellschaftlich, politisch oder soziologisches interessiert mich aber auch.

Und so werde ich wahrscheinlich weiter meine gute Vorsätze brechen, das neue, derzeit noch ziemlich leere Bücherregal in Harland langsam anfüllen, dafür stehen die Bücher in Wien im Schlafzimmer schon an die Wand geschlichtet und kippen manchmal um, wenn ich nicht aufpasse und auch der jährliche Badezimmerstoß ist sehr hoch und schrumpft nur langsam, weil ich meine Vorsätze, nur ein wirklich interessantes Buch zu nehmen, dann nicht halte oder kippe, denn eigentlich ist ja alles interessant und wichtig.

So bin ich vor einer Woche durch den „Morawa“ in die „Alte Schmiede“ gegangen, die Normalpreisstapel sind da keine Gefahr, da kann ich schon auf die Flohmärkte im Februar und im Sommer warten und schleppe dann die Bücher Säckeweise nach Hause und habe ein Buch mit dem Titel „Turrinis Nase“ oder „Leber“ oder so, gesehen,  gedacht „Interessant!“ und wissen wollen, ob das jetzt ein Buch über  Peter Turrini ist?

Ein paar Tage später habe ich „Turrinis Nase“ im Schrank gefunden, es genommen und mich gewundert, daß ich ein so neues Buch schon finde, ich habe aber schon den „Bläulich“, ein paar Wochen, nach dem ich ihn gelesen habe, gefunden und der Ruth zum „Trostkaffee“ mitgebracht, ihre „Blindschleiche“ habe ich mit Widmung in der „Seedose“ gefunden und den neuen „Fitzek“ im Februar auch und der liegt, glaube ich, noch immer beim „Morawa“.

„Turrinis Nase“, ein Krimi von Franz Friedrich Altmann ist aber 2009 bei „Leykam“ erschienen, also hat der „Morawa“ so was altes?, habe ich mich gewundert und darauf vergessen, bis ich wieder durchmarschiert und daraufgekommen bin, daß es sich um „Turrinis Leber“, inzwischen bei „Haymon“ erschienen, handelt und „Wikipedia“ hat mir noch verraten, daß es inzwischen auch ein „Herz“ einen „Bauch“ und eine „Jagd“, also eine Serie gibt.

Ich habe wieder etwas gelernt und bin jetzt gespannt.

Der „Haymon- Verlag“ hat mir ja einen Sommer seine Vorschauen in E-Bookform geschickt, da habe ich dann einige Krimis gelesen und zufällig hat es vor einigen Tagen beim  „Morawa“ auch einen Krimiabend mit Büchern aus dem „Haymon-Verlag“ gegeben, aber da war ich schon in den Osterferien in Harland und wäre sonst wohl ins „MUSA“ gegangen, um diese Reihe nicht zu unterbrechen.

Ich würde also alles lesen, werde aber offensichtlich immer langsamer, muß jonglieren und weil in diesem Jahr soviele schöne Schmankerln auf mich warten, warhscheinlich auch bald aussuchen, was ich unbedingt lesen sollte und was wohl verschoben wird?

Im Augenblick komme ich mit meiner Liste auch nicht weiter, weil zuviele Rezensionsexemplare, weil ich da auch nicht nein sagen kann, beziehungsweise immer wieder anfrage und dann habe ich vor kurzem auch noch ein Osterbuch gefunden und gedacht, daß schiebe ich noch ein, denn zu Ostern ein Osterbuch ist interessant und bringt in die richtige Stimmung und bezüglich meines „Works on Progress“ schiebe ich auch gerne ein, wenn ich was Passendes finde.

So habe ich heuer schon „Tolstoi und der lila Sessel“ und „Unterwerfung“ außerturlich gelesen und zwei Bücher über IS-Terroristen, bei denen ich mich eigentlich auch auskennen sollte, sollten auch noch zu mir kommen, obwohl die Selma nicht wirklich eine wird.

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