Literaturgefluester

2017-03-27

Von der Leipziger Messe

Margot Koller, Eva Jancak

Margot Koller, Eva Jancak

Und wieder sind wir aus Leipzig zurückgekommen. Das nächste Mal, ich schwöre, neheme ich meinen Laptop mit, aber diesmal muß ich wieder alles in einer Wurst hinunterschreiben und dann auch noch die vier Taschen auspacken, in denen Bücher, Karten, Zeitungen, Prospekte und vier Kaffeehäfern von der Kaisermelange die man ja in der Autobahngaststätte Rosenberger, wo wir hin und zurück Halt machten, mitnehmen kann, enthalten sind.

Wir fahren seit den späten Neunzehnhundertneunzigerjahre mehr oder weniger regelmäßig zur Messezeit nach Leipzig, weil wir ja bei der Ute und dem Andreas wohnen können. Das erste Mal waren wir über das Wochenende dort, als Bulgarien Gastland war. Das Jahr weiß ich jetzt nicht, kann man aber sicher nachgooglen. Vielleicht tun es meine Kritiker für mich, statt sich immer nur über meine Schlampigkeit zu ärgern. Da haben wir in der Straßenbahn oberösterreichischen Dialekt gehört und dann habe ich am Stand der Oberösterreicher wo ich zufällig hinkam, ein Linzertörtchen und einen Kaffee bekommen.

Doris Knecht

Doris Knecht

Martin Schulz im Gespräch

Martin Schulz im Gespräch

Damals war alles ziemlich anders als heute, Walter Baco hat aber Lesungen für die obersöterreichischen Autoren organisiert und ich habe Milo Dor, das erinnere ich mich auch noch den Weg dorthin gezeigt.

Dann waren wir zweimal 2000 und 2002 in Frankfurt, da fahren wir glaube ich nicht mehr hin, außer ich werde mal eingeladen, nach Leipzig aber schon, habe mich jetzt auch zum dritten Mal akkredidieren lassen und mit der Anfahrt hat alles gut geklappt.

Am Mittwoch sind wir losgefahren, am späteren Nachmittag bei der Ute und dem Andreas angekommen,  ich hatte diesmal auch einige Termine und Pläne und Ferdiun Zaimoglus Lutherroman „Evangelio“ als Lektüre mitgenommen. Ursprünglich wollte ich ja einen Leipziger Autor mitnehmen und dachte an Clemens Meyer „Im Stein“, aber da noch sieben Rezensionsexemplare auf mich warten und ich dachte, das Eisenach in der Nähe von Leipzig ist, so nah ist das nicht, hat mich die Ute dann belehrt, habe ich umdisponiert und mich auf der Fahrt sozusagen durch ein mittelalterliches Deutsch eines türkischen Autors gelesen. War gar nicht so leicht.

Mechthild Podzeit-Jonke

Mechthild Podzeit-Jonke

Am Donnerstag sind wir vom Bahnhof mit einem Bus auf die Messe gefahren, war ein anderer Weg, aber auch nicht schneller, man mußte diesmal durch eine Sicherheitsschleuse und dann hatte ich gleich, um elf einen Termi bei Ulrike Meier von „Kiepenheuer und Witsch“, die mir das Herbstprogramm vorstellte, wo ich mir gleich wieder eine ganze Menge wünschte.

„Aufbau“ lag daneben, die Frau Seiler war aber nicht da und ich bin zum blauen Sofa hinuntergegangen, wo gerade der Buchpreisträger zur europäischen Verständigung Mathias Enard, beziehungsweise sein Buch „Kompass“ vorgestellt wurde.

Dann kam der Alfred und ich ging mit ihm wieder in eines der Restaurants, wo man plaziert wird essen. Beef Stroganof und ein Glas Rotwein und dann gings zu den „Unabhängien“ in die Halle fünf, wo ich schon am Vormittag kurz war, wo  der „Alfred Kerr Preis“ an den Journalisten Andreas Breitenstein vergeben wurde.

Norbert Gstrein hielt die Laudatio. Es gab was zum Trinken und ein paar Brötchen, ich habe Josef Haslinger die Hand gegeben und bin dannn die Glashalle zur  Verleihung des „Preises der Leipziger Messe“ gegangen. Da habe ich mich in den letzten zwei Jahren immer zu den Restauranttischen an die Seite gesetzt, diesmal habe ich gedacht, schaue ich, ob sie mich mit meinem Presseschildchen hineinlassen. Sie ließen und es gab mir sogar Benedikt Föger, vom österreichischen Hauptverband, die Hand und es war wieder sehr spannend, die Preisträger mit den Erwartungen zu vergleichen.

Preis der Literaturhäuser an Terezia Mora

Preis der Literaturhäuser an Terezia Mora

Eugen Drewermann, Hans Dieter Heimendahl

Eugen Drewermann, Hans Dieter Heimendahl

Da liege ich ja meistens falsch und hier ist es besonders schwer, weil ja auch die Kategorien Übersetzung und Sachbuch, wo ich nicht so viel Ahnung habe oder Bücher kenne, verliehen werden.

Aber das Buch „Kompass“ war für den Übersetzerpreis nominiert, bekommen, hat den Preis dannEva Lüdi Kong für die Übersetzung die „Reise in den Westen“ und den Sachbuchpreis hat Barbara Stollberg-Rilinger für ihr Buch über „Maria Theresia“ bekommen, die ja jetzt ein Jubiläumsjahr hat. Das ist ein Buch, das ich wahrscheinlich nicht lesen werde und bei der Belletriktik, wo Lukas Bärfuß, Brigitte Kronauer, Steffen Popp, Anne Weber und Natascha Wodin nominiert waren hat dann die letztere für ihr Buch über ihre Mutter „Sie kam aus Mariupol“ gewonnen und das habe ich mir eigentlich gewünscht.

Jörn Dege

Jörn Dege

Fabian Hischmann

Fabian Hischmann

Nachher gab es Sekt und Brezeln, ich habe schnell ein Glas getrunken und von einem Brezel abgebissen und bin zur Happy Hour nach Österreich in die Halle vier, wo schon der Alfred und Margot Koller auf mich warteten. Dort gab es wieder Schnitzel und ich habe die Frau vom „Wortreich-Verlag“ angesprochen, deren Buch ich ja vor einer Woche beim „Indie Bookday“ gewonnen habe. Aber ich wurde auch vor einiger Zeit von einem österreichischen Verlag angeschrieben, der mir sagte, daß er sich gründen wird und ich habe nachgefragt, ob das „Wortreich“ war, weil ich nie wieder etwas von ihm hörte. Aber bei der „Wortreich- Präsentation“ war ich, als dort Judith Gruber-Rizy ihr letztes Buch vorstellte.

„Kann sein!“, hat sie mir gesagt und mir gleich drei Bücher mitgegeben, so daß mir der Lesestoff nicht ausgehen wird, obwol ich noch immer auf Olga Grjasnowas neues Buch warte, auf das ich schon sehr neugierig bin.

Am Freitag ging es dann weiter mit der Halle vier, denn dort gab es ja nicht nur Österreich, sondern auch die Broschüren und Bücher des Gastlandes Litauen. Da habe ich mir sehr viel mitgenommen. Zu einer Lesung habe ich es dann nicht geschafft, denn ich war wieder mit dem Alfred essen und, um halb drei gab es  das Bloggertreffen von „Kiepenheuer und Witsch“, wo Susann Pasztor ihr Buch „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“, wo es um einen Sterbegegleiter und seinen Sohn geht, vorstellte.

Isabelle Lehn

Isabelle Lehn

Andreas Stichmann

Andreas Stichmann

Ein ganzer Tisch voll Blogger und Bloggerinnen und es waren durchaus nicht nur junge Mädchen. Jochen Kienbaum und Tobias Nazemi habe ich erkannt. Es wurde dann sowohl über die Sterbegleitung, als auch über die Funktion des Bloggerns diskutiert und ich schließe mich der Meinung einer Bloggerin an, daß ich mit meinen Blog nichts verdienen will, die Rezensionesexemplare durchaus als Belohnung sehe, aber eigentlich für mich blogge und für niemanden Werbung machen will.

Dann gings wieder zum blauen Sofa, denn da wurde  der „Preis der Literaturhäuser“ an Terezia Mora vergeben und anschließend gab es statt des Weins und der Brezeln, wie sonst, eine „Blaue Stunde“ über Luther, denn der hat ja heuer ein Jubiläumsjahr und war daher sehr prominent mit sehr vielen Bücher vertreten.

Wir sind aber früher von dort weg, weil wir wieder zur Absolventenlesung ins „Literaturinstitut“ wollten zu der mich wieder Jörn Dege eingeladen.

Es war sehr voll und ein dichtes Programm, dreimal drei Lesungen von Autoren, die ich vom „Bachmannpreislesen“ oder von sonst her kannte.

Olga Grjasnowa

Olga Grjasnowa

Jens Eisel

Jens Eisel

Nur von ganz wenigen habe ich noch nichts gehört, wie zum Beispiel von Fabian Hischmann, auf dessen Seite ich zwar kam, weil mein Patriot aus dem „Frühstück“ ja ganz ähnlich heißt, aber natürlich wieder nichts mit ihm zu tun hat. Der war der erste Leser. Dann kam Isabell Lehn, deren „Binde zwei Vögel zusammen“ ja in meinen Badezimmer auf mich wartet. Andreas Stichmann hat auch einmal in Klagenfurt gelesen. und Olga Grjasnowa die mit „Gott ist nicht schüchtern“ auf der Messe ein dichtes Programm hatte und auch gleich wieder weg mußte, habe ich schon erwähnt.

Martin Becker dessen Roman „Marschmusik“ heißt, war dagegen einer der für mich Unbekannten, während ich ja Clemens Meyers Shortlist Roman nach Leipzig mitnehmen wollte. Jetzt hat er einen Erzählband „Die stillen Trabanten“ und hat daraus auch auf der Messe sehr viel und im „Literaturinstitut“ am Schluß gelesen.

Dazwischen waren noch Roman Ehrlich und Kerstin Preiwuß an der Reihe, sehr viel „geballte Instiutsprosa“, wie es Jörn Dehne anzukündigen wußte, also und den Samstag habe ich hauptsächlich, mit einer Untetbrechung zu Mittag in der Bloggerlounge, wo ich mir Wiener Würstchen, wie dort ja die Frankfurter heißen und einen Milchreis mit Beeren kaufte,vor dem „Blauen Sofa“ verbracht. Dort war es auch sehr voll, ich habe aber immer einen Sitzplatz bekommen, ein paar Mal Mara Giese, die offizielle Buchbloggerin gesehen und mir Josef Haslinger, der über eine Anthologie aus dem „Writer in Exil-Programm“ referierte, angehört, Christoph, Hein, Eva Menasse, John von Düffel, Wladimir Kaminer und und und, ich kann wohl nicht alle aufzählen, es endete aber wieder mit einem „Krimi Speed Dating“ und am Sonntag bin ich zuerst ins „Österreich-Kaffee“ gegangen, habe mir Lukas Cejepeks „Ein weißes Feld“, wo es um die Farbe weiß geht und Nadine Kegeles „Lieben muß man unfrisiert, ein Buch das Maxi Wanders „Guten Morgen du Schöne “ nachempfunden ist und das ich als nächstes lesen werde, angehört und die Autoren begrüßt.

Kerstin Preiwuß

Kerstin Preiwuß

Roman Ehrlich

Roman Ehrlich

Dieter Scheer vom Stand der „IG Autoren“ hat mich einige Bücher von Gerald Grassls Editon aussuchen lassen und mir gezeicht, wo es ein Klo gibt, bei dem man sich nicht anstellen muß, was auch sehr praktisch war, dann wieder in die Halle fünf, zur Blogger Lounge, wo ich einige der Booktuber, deren Videos ich mir in der letzten Zeit angeschaut habe, live erleben konnte und dann zu Margret Kreidl, die auf der „Bühne der Unabhängigen“, ihr bei der „Edition Kosrrespondenzen“ erschienenes Buch „Zitat Zikade“ vorstelle, wo es auch viel um Farben. aber auch um Friederike Mayröcker geht.

Danach streute ich noch ein bißchen ziellos durch die Hallen, naschte mich ein bißchen durch und landetete am Schluß wieder auf der Übersetzerbühne, wo ich, glaube ich, schon am Freitag war und wo es wieder eine Überraschung gab, denn bevor ich im vorigen Jahr nach Leipzig fuhr, bin ich ja bei einer Wiener Vorlesung gewesen wo Luigi Reitani einen Vortrag über „Literatur und Flucht“ hielt.

Jetzt hat er bei „Picus“ ein Buch darüber herausgebracht, das er vorstellte. Dann war es schon fünf und die Stände wurden langsam abgeräumt, so daß ich noch ein bißchen herumschlenderte und dann zurück zum Schmetterlingsweg gefahren bin und heute früh von Leipzig mit einem Zwischenstop in St. Pölten nach Wien.

Martin Becker

Martin Becker

Clemens Meyer

Clemens Meyer

Eine Menge Bücher habe ich, wie erwähnt in vier Taschen zurückgebracht. Jetzt muß ich das alles sortieren, einordnen und natürlich lesen und kann als Resume, für die, die von mir eines haben wollen, nur wieder sagen, es war sehr interessant und ich habe vieles gesehen, erlebt und gelernt und auch ein paar interessante Begegnungen gehabt, aber man muß es sich natürlich selbst anschauen, um einen Eindruck davon zu haben oder kann auch bei anderen Bloggern nachgooglen.

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