Literaturgefluester

2020-05-23

Marktbesuch in der Zombie-Apokalypse

Seit der Corona-Krise bin ich ja nicht mehr am Markt gewesen und habe daher auch nicht, wie wir das ja früher regelmäßig taten, Doris Kloimstein dort nicht mehr getroffen, die Autorenkollegen, die ich ja einmal bei einer Regionalversammlung der IG-Autoren in St. Pölten kennengelernt habe, dann als sie Obfrau der LitGes war, einmal dort gelesen habe, das heißt, ich hätte es mit Manfred Wieninger tun können, der hat aber, weil noch in seinen Plagiatsskandal verwickelt, abgesagt, so daß ich es alleine tat und wahrscheinlich nicht sehr viele Zuhörer hatte.

Dann war ich, glaube ich, im Jahr 2000 mit ihr auf dem Osterspaziergang, der damals, glaube ich, entlang der Traisen bis zum Bootshaus, angeführt von Alois Eder gegangen ist und ich habe eine Ostereier-Szene aus der „Viertagebuch-Frau“, wo es ja im die ersten hundert Tage von schwarz-blau was damals eine große Aufregung war, gelesen.

Dann habe ich sie einige Male in St. Pölten aber auch in Wien getroffen, sie war auch in der Schreibgruppe, solange es die gegeben hat und jetzt Marktbesuche mit Büchertausch. Das letzte Mal war das glaube ich im Jänner oderFebruar, wo wir uns am Markt getroffen haben. Nach der diesjährigen Regionalversammlung der IG Autoren ist sie mit uns mitgefahren, da habe ich vorher im „Wortschatz“ Adelheid Popps „Jugend einer Arbeiterin“ gefunden, was ich aber schon hatte, so daß ich es ihr und auch die andere Bücherfunde, die sich am Harlander Küchenschreibtisch angesammelt habe, übergeben wollte, dazu ist es aber nicht gekommen, weil die Doris ja nicht immer da ist, sondern zu ihren Enkelkindern nach Bregenz oder innsbruck fährt.

So war unsere letzte Begegnung bei der GV der IG Autoren in Wien, wo ich ja den Selfpublisherantrag stellte. Sie mir Josef Haslingers „Mein Fall“ übergeben hat. Sie kauft sich immer sehr aktuelle Bücher und stellt sie dann mir zur Verfügung, ich habe ihr die Doppelzusendung von David Albaharis „Heute ist Mittwoch“ gegeben und dann dann die Corona-Krise und die Ausgangssperre und ich bin bis Ostern nicht mehr in Harland gewesen und noch länger nicht am Markt, weil es da ja keine Würstl und kein Bier gegeben hat, wo sich in den letzten Jahren ja die ganze Szene am Samstag mit gänzlich ohne Sicherheitsabstand, weil man den ja damals weder brauchte noch kannte, traf.

So ist der Alfred alleine einkaufen gegangen, denn auf den Märkten herrscht ja, glaube ich, seit ersten Mai auch Maskenpflicht, zumindest scheint man die zum Einkaufen zu brauchen, die Doris sagte aber, daß es am Markt, weil ja vorige Woche die Gastronomie wieder aufgesperrt hat, wieder Würstel gäbe und so bin ich heute mit dem Rad in die Stadt gefahren, bisher habe ich meine Runde ja in Richtung St. Pölten meist bei der „Seedose“ enden lassen oder bin meine Runde um den Naturlehrfpfad auf der andere Seite gegangen.

Aber heute in den Markt hinein und ein bißchen ängstlich gewesen, ob da gleich die Polizisten kämen und „Kein Zutritt ohne Maske!“, riefen.

War dann nicht so, obwohl sich die meisten Leute verhüllt hatten, hat es ein paar Maskenlose gegeben, die sich um den Bierwagen versammelten. Würsteln hat es keine gegeben, wohl aber Leberkässemmel, Bier aber keinen Birnencidre, den ich meistens getrunken habe und auch keinen roten Gspritzer.

Der Alfred hat aber eine Flasche Erdbeerfrizante eingekauft und sogar Sektgläser besorgt, Erdbeertörtchen gab es auch. Ein wenig gewöhnungsbedürftig vielleicht, sich am Markt seine Gläse selber mitzubringen, aber in Zeiten wie diesen ist ja alles anders und der Bierverkäufer hat sich auch nicht aufgeregt.

Die Büchertaschen waren auf beiden Seiten gefüllt, hatte ich ja ein Buch der Marina Lewycka, eines der Katharina Hagena und dann noch den „Weihnachtshund“ und Julia Franks „Mittagsfrau“ gefunden, beides Bücher die die Doris schon hatte, die mir dafür aber Ernst Lothars „Erinnerungen“ brachte. Der wird ja jetzt von „Zsolnay“ wieder aufgelegt. Bei der Präsentation seiner „Rückkehr“ war ich mit dem Alfred in der „Gesellschaft“.

Dann gab es noch ein Debut von einer belgischen Autorin, Gedichte von Sonja Henisch und ein „Reclam-Bändchen“ mit Essays von Susan Sontag, also wieder sehr viel zu lesen und wir sind nachdem das Bier getrunken und die Erdbeertörtchen gegessen waren, in Richtung „Hager“ gegangen. Denn dort bekommt man, wenn man über zwei Euro fünfzig einkauft ein Markerl und wenn man die auf ein Kärtchen kebt und das voll hat, bekommt man ein Brot oder einen Kaffee nach Wahl und der Alfred kauft dort fließig Marillenkuchen für die Oma. So war das Kärtchen schon vor Corona fast voll und das zweite füllte sich dann in den acht oder neun Wochen, wo die Krise schon dauert und da es beim „Hager“ Tische draußen gibt, kann man dort auch ohne Maske konsumieren. Nur das Personal muß sich damit bewappnen. Es gab auch einen freien Tisch, der mußte zwar zuerst abgeräumt und desinfiziert werden und daneben stauten sich die Menschen mit den Masken um den Mund oder in der Hand, die in das Geschäft wollten, um Brot und Semmeln, etcetera einzulkaufen.

Wirklich seltsam für einen Besucher von einem anderen Stern oder für meinen Egon Herweg wahrscheinlich, die anderen haben sich vielleicht schon daran gewöhnt und so haben wir auch die Brigitte S. die ja in einem der alten Häuser neben dem Cafe Schubert wohnt, dort mit einer Freundin dort sitzen sehen, die uns gleich ihre Masken zeigten, am Rückweg haben wir dann noch eine Autorin getroffen mit ich öfter beim Osterspaziergang der LitGes gewesen bin. Wir haben also unsere Gutscheinkärtchen eingelöst und uns ein bißchen mit der Dame vom Nebentisch unterhalten und sind dann weiter auf den Rathausplatz gegangen, weil der Alfred uns die Tische mit den breiteren Abstand, die, wie er meinte, ein italienisches Flair verbreiten, zeigen wollte.

Wir haben bei denen des Eissalons Platz genommen, die Serviererin, die eines der Vesire trug, so daß man ihr Gesicht sehen konnte, war sehr freundlich. Ich habe einen „Hugo“ getrunken und dann noch einen Eisbecher gegessen, weil ja weil der Ausgangssperre einiges nachzuholen war.

Nächste Woche hat die Doris uns versichert, soll es dann am Markt auch Tische und Würstl geben. Ich werde das aber erst in vierzehn Tagen nachprüfen können.

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