Literaturgefluester

2020-06-20

Maskenlos

Ich bin ja, meine Leser wissen es wahrscheinlich, eine absolute Maskenphobikerin und habe, weil der Alfred ja so gerne, so viel und so begeistert einkaufen geht, auch noch keine aufgesetzt. Habe weil ich gelegentlich auf die Bank muß, um dort Zahlscheine einzuwerfen und den Kontostand zu beheben, zwar irgendwann einen Schal in die Tasche gesteckt, den lila Schal, den auch die Roswitha Herweg in ihrer hat und dann im Museum liegen läßt und eine Maske hat mir auch eine Hilfsorganisation samt einen Zahlschein zugeschickt, aber aufgesetzt habe ich sie, weil ich mir damit lächerlich vorkäme und mir auch das mit den Virenschleudern und den Atembeschwerden, was ja die Gegenargumente sind, sehr nachvollziehbar vorkam, nicht und dann war ich zum Glück so priveligiert, daß ich mich bisher auch leicht davor drücken konnte, weil ohnehin eine Fußgängerin und Stadtflaneurin, die die Öffis ohnehin nur selten benützt.

Ich arbeite auch daheim in meiner Praxis, auf die Bank und zu den Briefkästen konnte ich maskenlos gehen und irgenwann war dann auch klar, daß man sie im Freien nicht braucht.

Das ganze Coronageschehen ist ja höchst widersprüchig, denn so bin ich als am ersten Mai die Coronamaßnahmen gelockert wurden, als erstes auf eine oder sogar mehrer Demonstrationen gegangen und da war es auch widersprüchig, ob man die dort braucht?

Ich habe mich aber immer an den Rand gestellt und als dann die Lokale aufsperrten, bin ich mit dem Alfred und einmal auch mit der Cornelia Stahl in verschiedene Gastgärten gegangen und habe mich auf den fünfzehnten Juni gefreut, weil man da ja ohne Maske in die Geschäfte oder wenn man in den Gastgärten sitzt, hinein aufs Klo gehen kann.

Zum Friseur kann man noch immer nicht maskenlos gehen, obwohl mir eine meiner Klientinnen hat, daß man die nur beim Hineingehen braucht, und ich das eigenlich schon sollte und am Samstag, als ich mich nach dem „Bachmann-Hören“, wieder auf den Weg ins Traisencenter machte, dort auch die Kunden unsmaskiert gesehen habe.

Muß auch noch nicht sein, in meinem Corona-Text bietet, die Heimhelferin der Roswitha an, ihr den Pagenkopf zu kürzen. Ich müßte mich da noch umhören oder die Haare wachsen lassen und habe, das werden meine Leser wohl ebenfalls wissen, unter den Corona-Maßnahmen eigentlich nicht gelitten, sondern gelesen und geschrieben, nur, weil ich bis Ostern nicht in Harland war, mir gedacht, daß es schade ist, wenn ich die ersten Schritte der Lia versäume.

Die hatte am Montag ihren ersten Geburtstag und da muß man ja ein Geschenk haben und ich habe da ganz konventionell an eine Puppe gedacht und auch gehört, daß sie noch keine hat.

In meinem Praxisspielzimmer habe ich ja einige Sachen, die ich der Anna einmal kaufte, darunter auch ein sehr schönes Holzpuzzle, mit dem eigentlich selten wer spielte, weil ich so kleine Kinder eigentlich kaum habe, das habe ich der Lia schon gebracht.

Aber auf den ersten Besuch nach drei Monaten in einem Einkaufszentrum habe ich mich schon gefreut, habe das auch mit Harland und dem Radfahren verbunden. Das heißt, sobald ich mit dem Korrigieren des „Frühlingserwachen“ fertig bin, werde ich durch die Stadt laufen und mit einem einmal gefundenen Notizbuch auf Corona- oder neuen Romanrecherche gehen und das hätte ich schon vorigen Freitag, als man noch nicht maskenlos in die Geschäfte durfte, gemacht. Da hätte ich dann mehr die Parks und die Schanigärten benutzt.

Ich wurde aber nicht fertig, die Fehlerteufelchen sind ja hartnäckig und lassen sich nicht so leicht zu vertreiben. So habe ich gedacht, daß ich am Freitag ins Traisencenter fahren werde, dann fiel mir aber ein, da ist ja das Bachmannlesen, aber das ist ja um halb vier aus, also bin ich da losgefahren, um der Lia eine <puppe zu besorgen.

Das letzte Mal war ich zu Weihnachten im Traisencenter und habe da in einem Geschäft ein Püppchen gesehen, das ich fast gekauft habe, aber da war die Lia ja noch sehr klein und einen Weihnachtsmann mit einem Bilderbuch hatte ich schon, der war noch aus der Buchhahndlung aus Edith Broczas Haus, also habe ich es liegenlassen.

Aber am Freitag kaufe ich es, habe ich gedacht und außer zum Friseur, sollte ich mir auch Jeans kaufen, denn die, die habe, werden langsam kaputt habe ich gedacht. Im sommer trage ich die zwar eher nicht, aber jetzt habe ich sie meistens an und weil man in den letzten Tagen, weil sich die Leute nicht mehr an die Coronamaßnahmen halten, ja öfter hören konnte, daß die Maskenpflicht, wenn die Zahlen steigen, wieder in den Geschäften eingeführt werden kann, habe ich mir auch gedacht, daß ich nicht zu lange zuwarten sollte und bin losgefahren.

Es war ein bißchen ein seltsames Gefühl nach drei Monaten wieder in ein Geschäft zu gehen. Auf den Markt in St. Pölten bin ich schon zweimal gewesen und bei zwei Veranstaltungen auch, aber dann war alles normal und ich habe nur vor der Kasse des „H&M“ mit einer zwanzig Euro Jean, die ich schnell gefunden habe, etwas gewartet, weil vor mir zwei junge Frauen mit drei kleinen Kinder waren, die einen ganzen Berg Kleidungsstücke hatten, die von der jungen Kopftuchtragenden Verkäuferin sorgfältig zusammenglegt wurden und einen Betrag von vierhundertEuro ausmachten, standen.

Das Püppchen habe ich dann in dem bewußten Geschäft nicht gefunden, eigentlich überhaupt keine, die mir gefallen hätten. So ist es ein Schaf geworden und einen Eisbecher habe ich mir auch gegönnt. Da habe ich auch schon einige gegessen, den schon erwähnten am Margaretenplatz, dann zwei in St. Pölten und bei der Seedosen-Bücherzelle bin ich auch gewesen.

Aber da war ich schon zu Ostern und dann zwei Wochen später noch einmal. Das Wetter war nicht so besonders, so ist das Einkaufserlebnis auch nicht so aufregend gewesen und ich habe mich mit den heißen Himbeeren auf dem Vanilleeis begnügt und bin nicht in die Seedose auf einen Kaiserspitzer eingekehrt und am Samstag werde ich auf den Markt auch nicht mitgehen, obwohl ich wieder Bücher für die Doris Kloimstein hätte, daber morgen ist ja noch „Bachmannlesen“.

Das kann man zwar nachhören, ich weiß, würde mich aber doch hinausreißen, so habe ich beschloßen, zu Hause zu bleiben und erst nach den Lesungen vielleicht nach Wilhelmsburg radeln, denn da gibt es ja auch ein Einkaufszentrum, wo ich das Konsumieren nachholen könnte und bei der Radlerschenke muß man jetzt auch auch nicht mehr mit Maske bestellen.

Am Sonntag gehen wir mit der Anna, dem Andreas und der Lia essen, weil wir Annas Geburtstag ja in keinen Restaurant feiern konnte und dann werde ich weiterkorrigieren und hoffen bald damit fertig zu werden.

So daß ich vielleicht am nächsten Donnerstag oder Freitag die geplanten Recherchetage machen kann und am dritten Juli, dem Tag, wo es zwölf Jahre „Literaturgeflüster“ zu feiern gilt, werde ich wieder in Harland sein, das Traisencenter besuchen und dann vielleicht in der Seedose einen Kaiserspritzer oder Hugo trinken.

2 Kommentare »

  1. Mit Masken aller Art –
    es ist schon hart –
    denk ich zuerst nur an die Kunst.
    Der medizinische Nutzen ist gedanklich somit schon verhundst.
    Dabei sollt seriös ich sein,
    doch aller Ernst ist bei mir immer wohl nur Schein.
    Ich find die meisten Sachen
    realiter doch nur zum Lachen.
    Ich handle mir deswegen oft auch Ärger ein.
    Ich leb damit – es soll so sein!
    Denn lustig leben ist doch besser,
    weshalb ich bin ein froher Esser.
    Und was ich schreibe kommt mir ungefiltert in den Sinn.
    Macht deshalb halt auch wenig nur Gewinn.

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2020-06-20 @ 09:23 | Antworten

  2. Super, du solltest eine Corona-Gedichte Sammlung herausgeben!#
    Iich höre gerade Lydia Haiders „Bachmann-Lesung“, die äußerst offensiv von der erwünschten Massenerschießung von Hunden liest! Bin schon gespannt, was die geneigte Jury dazu sagt oder wie bemüht sie darstellen wird, daß das ja wohl nicht zur Literatur zu zählen ist!
    Dann sehen wir uns also wahrscheinlich erst in drei Wochen. „Die Dora Faust“, in der ich circa 2000 mein erfolglosen Schreiben beschrieben habe, habe ich schon vorbereitet und am Achtzehnten kommt, glaube ich, die Ruth auf den Markt und am dritten Juli ist ja mein zwölf Jahresjubläum, da fehlen mir noch sieben auf zweitausend Kommengtare!
    Bin gespannt, ob ich es bis dahin schaffe, den zweitausendsten Kommentierer zu würdigen und ob der, der Manfred Lagler, der Uli oder sogar vielleichgt ein Festgedichtlein von dir ist?

    Kommentar von jancak — 2020-06-20 @ 10:41 | Antworten


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