Literaturgefluester

2019-04-14

Reisen und Erinnern bei der 21. Literatur und Wein

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 17:09
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Alternativtext

Sylvia Treudl

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Bora Cosic

Ein vorläufiges Ende meiner Veranstaltungspause machte ich, wie angekündigt, mit dem einundzwangisten „Literatur und Wein-Festival“ in Krems und Göttweig, für das Alfred, glaube ich, jetzt schon das siebente Mal Karten kaufte und so sind wir am Donnerstag nach fünf wieder nach Krems hinausgefahren, wo das niederösterreichische Kunstmuseum das ja im vorigen Jahr noch gebaut wurde und die Zufahrt leicht behinderte, inzwischen fertig ist.

Nach vier Wochen Veranstaltungsabstinenz also wieder hinein in das Vergnügen und eine andere Veränderung gab es auch, wurde der Wein aus dem Kamptal ja diesmal direkt im Veranstaltungsraum und nicht wie früher im Foyer dargeboten und die Eröffnungsveranstaltung war, wie man vielleicht sagen kann, zwei älteren internationalen Dichtern gewidmet, von denen ich von beiden jeweils schon etwas gelesen habe.

Sylvia Treudl eröffnete wie immer und stellte Bora Cosic und Meir Shalev vor und von dem 1932 in Zagreb geborenen Bora Cosic habe ich ja während unseres Kroatienurlaubs in Montenegro seinen, wie Sylvia Treudl erwähnte Kultroman „Die Rolle meiner Familie bei der Weltrevolution“ gelesen.

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Meir Shalev

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Dzevad Karahasan

Jetzt hat er ein Buch über das Reisen, das halbe Thema der heurigen Veranstaltung, geschrieben und zwar eines wo er durch Österreich und durch Italien reist und wenn man in Krems ist und die Doanu hinuntergefahren ist, werden natürlich diese Stellen gelesen, wo Krems, Göttweig und St. Pölten vorkommen.

Bora Cosic hat ein Stück auf Kroatisch und Christoph Mauz, wie immer die Übersetzung gelesen und von dem 1948 in Israel geborenen Meir Shalev, den ich, glaube ich schon einmal auf der „Buch-Wien“ hörte, habe ich „Judiths Liebe“ gelesen und er hat jetzt ein Erinnerungsbuch, die andere Themenhälfte geschrieben, wo es um seine Familie, seine Großmutter und ihren amerikanischen Staubsauger geht und wo dann er, beziehungsweise Christoph Mauz die Stellen lasen, wo der Erzähler mit roten Zehennägel, die ihm seine kleinen Nichten angemalt haben, zu einer Ausstellungseröffnung geht und sich dann an seine Großmutter erinnert, die mit ihren Staubsauer und ihren Putzlappen immer sehr viel reinigte und deren Klo man  nie benutzen durfte, weil dort die Pflaumenkuchen zum Auskühlen standen.

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Jaroslav Rudis

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Erich Hackl

Am Freitag ging es in Göttweig weiter, wo der 1953 geborene bosnische Autor Dzevad Karahasan mit seinem „Erinnerungsbuch“ „Ein Haus für die Müden“,  begann, das in das zwanzigste Jahrhundert, beziehungsweise in den ersten Weltkrieg zurück geht, wo Briefe von Baden bei Wien nach Sarajewo aus Schuld eines Briefträgers vierzehn Monate brauchten, bis sie ankamen.

Das nächste Buch nämlich Jaroslav Rudis „Winterbergs letzte Reise“, über das ich bei meinem Leipzig Surfing ja schon einiges hörte, geht auch in die Vergangenheit, nämlich bis in die Schlacht von Köngisgrätz zurück, beziehungsweise reist der Herr Winterberg mit seinem Altenbetreuer, glaube ich, auch bis nach Sarajewo, mache aber in Wien Station, wo er die Kapuzinergruft und noch einige andere Orte besuchte.

In der Pause versuchte ich dann in das Sommerreflektiorium und zu den Weinen, die diesmal, glaube, ich die gesamte niederösterreichische Region umfassten und wieder von den Winzern vorgestellt wurde, zu gelangen, was mit dem am Morgen ausgewechselten neuen Gips ein wenig angstrengend war. Der Zweigelt und der Pinot Noir schmeckten aber gut.

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Christina Viragh

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David Schalko

Aus  Erich Hackls „Am Seil“ habe ich ja schon im Literaturhaus gehört, während das Buch der Christina Viragh in dem es wieder um das Reisen, nämlich um einen Flug nach Zürich geht, wo einer das ganze Flugzeug mit seinen Geschichten unterhält, obwohl es mir versprochen wurde, weilauf der 2018 Longlist des dBp stehend, nicht zu mir gekommen ist, so daß ich es jetzt über die <lesung kennenlernen konnte.

Die musikalischen Einlage stammten wieder von Roland Neuwirth, der diesmal mit dem radio string quartett, auftrat und diesmal nur zwei Sessions hatte. Die zweite haben wir versäumt, weil schon zu erschöpft, vorher aber wieder David Schalko aus seinen „Schweren Knochen“ gehört.

Am Samstag ging es dann  mit der „Transflair-Reihe“, die von Klaus Zeyringer moderiert wurde, weiter, die diesemal ein sehr aktuelles Thema, nämlich „Frauen, Ohnmacht, Macht“ hatte, habe ich da ja vor kurzem auch einige Bücher gelesen, die „Zib-Moderatorin“ Lou Lorenz-Dittelbacher hat aber auch eines dazu geschrieben und hat da acht ehemalige Politikerinnen interviewt und zu ihrer Situation befragt. Das diskutierte sie mit dem stellvertretenden Spiegel-Chef Dirk Kurbjuweit, der auch als Autor tätig ist.

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Barbara Frischmuth

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Julian Schutting

Dann war Mittagspause und da bin ich ja meistens nach Krems gegangen und habe mir dort beim „Nordsee“ ein Fisch-Weckerl gekauft. Vor zwei Jahren habe ich in dem Gasthaus gegessen, wo das Alternativprogramm stattgefunden hat und diesmal wollte ich eigentlich in das Restaurant bei der Schifflandestation an der Donau gehen, habe aber gesehen, daß es dort, wo es einmal das Gasthaus zur „Stadt Krems“ gegeben hat und jetzt die neue Kunsthalle steht, auch ein Restaurant gibt, habe dort eine Leber gegessen und wollte dazu einen roten Spritzer trinken. Was dann kam, ist eigentlich Wert  ein Stück Literatur daraus zu machen. Es kam nämlich ein weißer Spritzer, ich grinke aber keinen Weißwein, die Kellnerin war ein wenig ungehalten, sagte, es gäbe keinen roten Spritzer, also was anderes, haben sie einen „Hugo“ habe ich gefragt, aber das ist auch ein Wißwein, hat sie geantwortet, den trinke ich aber nur in der süßen Holunderform und eigentlich mit Prosecco.

Es kam dann von der Kellnerin bei der ich bestellt habe, ein Aperol Spritz, „Also gut, dann bringen Sie mir ein Achter rot und ein Glas Wasser!“, habe ich gesagt, weil ich auf der Karte gesehen habe, daß es das gibt, roter Spritzer tatsächlich nicht. Sie hat mir dann wahrscheinlich in den weißen Spritzer eine Zitronenscheibe und einen schwarzen Strohhalm gegeben und beim Bezahlen gesagt, daß es eigentlich schon roten Spritzer gäbe, dann zurück ins Literaturhaus, zwar nicht zur Wanderung, das geht mit Gips doch nicht, obwohl das andere  eigentlich erstaunlich gut funktionierte.

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Antonio Fian

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Wienerblond

Also mit dem  Lift in den zweiten Stock gefahren, wo diesmal das Alternativprogramm abgespult wurde. Da gab es schon am Vormittag die „Wo Lyrik zu Hause-Reihe“ wo es ja auch immer die kleinen bunten Hefterln gibt, die zur freien Entnahme aufliegen oder auch bei den Goodies waren ist, die  im Festivalpaß enthalten sind.

Da wurden diesmal Vladimir Durisic  aus Montenegro, Eleaor Rees aus GB, Marija Andrijasevic aus Kroatien und Jakobe Mansztajn aus Polen vorgestellt und am Nachmittag gab es dann „Dichtung entdecken, wo Christoph W. Bauer, die derzeitge Writerin in Residence die Serbin Sofia Zivkovic, Sabine Gruber, Julian Schutting und Kathrin Schmidt vorstellte, die jeweils aus ihren Werken lasen.

Das hat etwa eine Stunde gedauert, wahrscheinlich so wie die Wanderung, die schon eine halbe Stunde früher weggegangen ist, so daß ich noch bequeum in den Veranstaltungssaal kam, wo die Lesung mit Lorenz Langenegger, der eigentlich aus Zürich ist, aber in Wien zu leben scheint, weil ich ihn sehr oft bei Veranstaltungen sehe, gerade begonnen hat.

Das heißt Sylvia Treudl stellte gerade ihn und seinen Krimi um einen Polizisten namens Wattenhofer, der eigentlich keiner ist, vor und Lorenz Langenegger hat zuerst zum Thema passend aus den zwei Bücher gelesen, die ich auch gelesen habe und dann ein Stück aus „Dorffrieden“ was ich sehr interessant fand.

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Verena Doublier

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Sebastian Radon

Dann gab es Wein zu verkosten, allerdings wieder nur weißen, also habe ich mich zuerst in das Foyer und dann in den kleinen Park wo es das Denkmal bezüglich „April in Stein“ gibt, gesetzt und mein aktuelles Buch gelesen, bis der Bus kam, der mich nach Göttweig brachte.

Der Alfred ist diesmal erst um acht gekommen, weil er in Wien bei einer Besprechung wegen seiner Kuba-Reise war, die ja bald stattfindet und in Göttweig hat es mit Hans Platzgumer, von dem ich ja „Am Rand“ gelesen habe angefangen.

Jetzt hat er ein neues Buch, das „Drei Sekunden jetzt“ heißt und von zwei Findelkindern handelt. Dann kam Barbara Frischmuth und von der wurde ja nicht nur ihr altes „Macht nix“ aufgelegt, sie hat auch ein Erinnerungsbuch, das „Verschüttete Milch“ heißt und von einem Kind handelt, das im Ausseerland in einem Hotel aufwächst und weil niemand Zeit hat, sich mit ihm zu beschäftigten mit Geistern und mit Elfen spricht, bis es dann in die Klosterschule kommt.

Sehr bekannt also, während mir der Schweizer Schriftsteller Klaus März dessen Buch „fima“ heißt, höchstens vom namen bekannt war. Karl Markus Gauss habe ich dagegen gekannt und er hat etwas gemacht, was, glaube ich, sowohl Ilse Kilic, als auch ich selber schon machte. Er hat sich mit den ganz banalen Gegenständen in seinem Zimmer beschäftigt und die beschrieben. Das heißt er hat von seiner Wohnung und seinen Büchern gelesen, er hat auch ungefähr zehntausend Stück und gibt sie wie ich nicht mehr her und dann davon, daß er aus den Hotels in denen er logiert immer die Duschhauben mitnimmt und sie sammelt.

Sehr interessant, dann kam Ernst Molden mit seinerm „Frauenorchester“ und danach wäre Natascha Wodin gekommen, die ja im vorigen Jahr den „Leipziger- Buchpreis“ bekommen hat. Der Alfred war auch schon da und so sind wir noch in der Pause und nach einem Glas Wein, es bleiben uns diesmal die Gutscheine über, zurückgefahren, weil das Ganze nach vier Wochen Abstinenz doch sehr anstrend ist und ich auch noch bloggen mußte.

Am Sonntag ging es  aber gleich weiter mit der berühmten Sektmatinee im Literaturhaus, diesmal mit einem jungen und mir bisher unbekannten Musikduo „Wiener Blond“, das heißt Verena Doublier und Sebastian Radon, die moderne frische Wiener-Lieder gesungen haben und sich mit dem Publikum darum duellierten, ob die schönste Stadt an der Donau nach Krems nun Linz oder Wien wäre?

Darüber kann man sicher streiten und die Wiener sehen, das wahrscheinlich anders, als es die Linzer sehen, es gab aber auch einen Literaturblock, beziehungwweise außer den „Wo Lyrik zu Hause ist-Hefterln“, die Sonderpublikation „Herbst in der Nußschale“, mit Texten von Barbara Frischmuth und Julian Schutting, die diese verlesen haben.

Danach ist wieder der „Priessnitzpreisträger“ Antonio Fian auf die Bühne gekommen und hat sich durch Werner Koflers Werkauswahl, die neu herausgegeben wird, gelesen und an den 2011 verstorbenen Kärntner Dichter Werner Kofler erinnert, mit dem er früher gemeinsam aufgetreten ist, beziehungsweise, wie er es bezeichnet, als sein Sekretär tätig war.

Danach drang wieder Sylvia Treudls Stimme aus dem Off, die allen „Schöne Ostern!“, wünschte, sowie das einundzwanzigste „Literatur und Wein Festival“ für beendet erklärte und wir sind wieder in das NÖ-Kunsthaus-Beisl gegangen, wo ich feststellen mußte, daß es trotz anderslautender Versicherung im schönen Weinland Krems doch keinen roten Gspritzen, sondern nur ein Achtel Rot, um vier Euro achtzig gab, was aber  nicht wirklich etwas machte, haben sich Verena Doubler und Sebastian Radon in ihrer Zugabe doch ohnehin über die Winer Marotte, sich den guten Wein mit Soda oder Mineralwasser zu verdünnen, lustig gemacht, mich aber zu einem Text veranlaßen wird, den man demnächst hier lesen kann.

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2016-04-17

WELT.ALL.TAG bei „Literatur und Wein“

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 16:10
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Viktor Jerofejew

Viktor Jerofejew

Miljenko Jergović

Miljenko Jergović

Das internationale Kulturfestival „Literatur und Wein“ findet inzwischen, wie Sylvia Treudl bei der Eröffnung stolz erzählte, zum achtzehnten Mal in Krems und Göttweig statt, zum vierten Mal sind wir dabei.

Das Motto lautete heuer „WELT.ALL.TAG“ und begonnen hat es am Donnerstag im Literaturhaus Krems mit einer Lesung des  1966 in Sarajevo geborenen und seit 1993 in Zagreb lebenden Miljenko Jergovic, der aus seinem atuobiografisch klingenden Roman „Vater“ gelesen hat, in der Beziehung des Sohnes zu seinem Vater, einem Arzt, geschildert wird.

Dann folgte der  1947 in Moskau geborene Viktor Jerofejew mit seinen  2013 bei „Hanser“ auf Deutsch erschienenen Roman „Die Akimuden“, der ein bißchen an Bulgakovs „Der Meister und Margarita“ erinnert.

Jedenfalls wird Moskau von einer Horde Untoter übefallen, einige nisten sich in der Wohnung des Erzählers ein und der Autor erzählte im Interview, daß man mit Satire viel besser Kritik am System üben kann und scheint das mit seinem Roman, der sehr witzig und fantastisch klang, auch bewiesen zu haben.

20160415-181546

Eva Jancak, Margarita Kinstner

Eva Jancak, Margarita Kinstner

Am Freitag ging es dann in Göttweig mit der Begrüßung des Abtes und der Doppelconfercne, Literatur-und Weinvorstellung, weiter und zwar begann Margarita Kinstner, die ich ja vom Cafe Anno, bziehungsweise dem Blog von Thomas Wollinger kenne und die mit ihren Debutroman „Mittelstadtrauschen“ ja sehr schnell bekanntgeworden ist.

Inzwischen gibt es einen zweiten Roman „Die Schmetterlingsfängerin“, im vorigen Jahr erschienen, der ein bißchen an mir vorbei gegangen ist, wo es um die Entscheidung einer Lehrerin geht, ihrem Freund oder Mann nach Sarajevo zu  folgen und dort sein Kind zu bekommen.

 

War eine sehr spannende und erfrischende Lesung, dazwischen bin ich das  Exemplar von Jan Böttchers „Y“, das wiedermal zu viel zu mir gekommen ist losgeworden und das erste Glas Wein mit Blick von der Terrasse auf die Donau wurde auch getrunken und ein paar Leute begrüßt.

 

Judith Kuckart

Judith Kuckart

Pedro Lenz

Pedro Lenz

Die 1965 geborene Schweizer Schriftstellerin Ruth Schweikert von der ich „Augen zu“ im Vorjahr gelesen habe und „Ohio“ an die Reihe kommen sollte, wenn ich mit meinen Stefan Zweig Schwerpunkt, den ich mir bezüglich meines derzeitigen Romanprojekts aufgelegt habe, fertig bin, folgte mit „Wie wir älter werden“ und dann kam Ernst Molden mit seiner Band und stellte ein Projekt  vor wo es um die Au, den Nationalpark und das Wasser ging und erzählte, daß er einen Auftritt wie diesen liebe, eine halbe Stunde singen, dann zwei Stunden die besten Weine trinken, denn dazwischen ging es ja weiter mit der langen Lesenacht und dem „Weltalltag“ mit dem 1935 in Meran geborenen Joseph Zoderer, dem Mann mit dem Hut, den Sylvia Treudl sowohl, als Klassiker als auch als Gegenwartsautor vorstellte, seine Werke werden jetzt von „Haymon“ wieder aufgegelgt und so las er aus den „Farben der Grausamkeit“ und da war es für mich spannend zu sehen, wieviel man von seiner Lektüre vergißt, beziehungsweise fielen mir einigen originelle Wortschöpfungen und Wenungen auf, an die ich mich nicht erinnern konnte.

Mit der Büchnerpreisträgerin von 2012, der 1960 in Hameln geborenen Felicitas Hoppe, die ich 1996 in Klagenfurt, als sie dort einen der Bachmannpreise gewann, kennenlernte, ging es weiter und das war für mich wieder eine Überraschung, habe ich ja mit dem „Picknick der Friseure“ das 2913 gelesen habe, nicht besonders viel anfangen können und das sagte ich auch in der Pause zu Wolfgang Kühn, als er mich fragte, wie es mir das Festival gefällt?

Wolf Wondratschek

Wolf Wondratschek

Karl-Markus Gauß

Karl-Markus Gauß

Jetzt las sie aus dem 2012 erschienenen Roman oder erfundenen Autobiografie „Hoppe“ und da war ich eigentlich auch sehr skeptisch. Dann hat mir diese Fabulierkunst und die Geschichte einer Felicitas die mit ihrem Vater alleine in Canada aufwächst, beziehungsweise Eisschlittschuhläuferin ist und hunderttausend andere Dinge macht, die in der echten Biografie nicht aufscheinen, aber sehr gefallen.

Dann gabs noch mal Molden und nochmal Pause, dann folgte Antonio Fian, auch ein alter Bekannter von „Literatur und Wein“, wie mir überhaupt auffiel, daß sich einige Autoren oder Musiker wiederholen und immer wieder eingeladen werden und der las eine Menge seiner Dramulette  und ist auch Gegenstand  einer der Sonderpublikationen, die es in diesem Jahr wieder gab.

Der Samstag war dann wieder rund und zwar begann es im Literaturhaus Krems mit einer weiteren „Transfair-Folge: Von Staatsfeinden, Paranoia und zivilen Ungehorsam“, wo Klaus Zeyringer mit Kathrin Röggla und dem Tierschützer Martin Balluch über ihre Bücher diskutierte, während es eine Parallelveranstaltung mit fünf internationalen Lyrikern aus Italien, Slowenien, Wales, Deutschland und Polen, zu deren Veröffentlichungen es auch je eine Sonderpublikationen „Veropolis – wo Lyrik zu Hause ist“, gegeben hat, die es zur freien Entnahme gab, beziehungsweise bei den „Festivalpaß-Goodies“waren.

Harri Stojka

Harri Stojka

Stefan Slupetzky

Stefan Slupetzky

Ich habe mich  für das  Literaturhaus entschieden, wo Klaus Zeyringer die Fiktion zu diesem Thema  dem Realismus gegenüber stellte.

Arbeitet ja die 1971 in Salzburg geborene Kathrin Röggla von der ich „Wir schlafen nicht“ gelesen habe und die ich auch schon bei verschiedenen Veranstaltungen gehört hat, ja mit realistischen Material aus dem sie ihre Texte macht.  sie las auch einen, wo das Wort „Schweigeminute“ in  Formen variiert wurde, während der Tierschützer Martin Balluch, der mit seinem Hund ins Literaturhaus gekommen ist, ein Buch über seinen Prozeß geschrieben hat und daraus zitierte.

Am Nachmittag bin ich wieder auf die Wanderung, diesmal mit dem Winzer Urban Stargards, der schwedische Wurzeln hat, auf die Steiner Weinrieden gegangen. Danach las Christian Futscher, den ich vor kurem im „MUSA“ hörte, aus seinem bei „Czernin“ erschienenen satirischen Text „Was mir die Erdmänchen erzählen“, in dem sehr viele Tiere vorkommen.

Mit dem Bus ist es dann nach Gottweig zum zweiten Leseabend gegangen, wo ich die mir bisher unbekannte Judith Kuckart kennenlernen, die das Publikum wählen ließ, welche Geschichte es aus ihrem neuen Erzählband hören wollte und dann von einer Schauspielerin las, die in einer Bäckerei arbeitet und dabei offenbar sehr viel flunkert.

Sonnenuntergang auf Göttweig

Sonnenuntergang auf Göttweig

Trio Lepschi

Trio Lepschi

Den Schweizer Pedro Lenz, der dann folgte, kenne ich durch das „Bachmannlesen“, er las ein langes Gedicht, scheint auch viel in der Berner Mundart zu schreiben und lobte seinen „Patenwein“ aus dem Weingut Hirsch.

 

Der 1943 geborene Poppoet Wolf Wondratschek, der nach dem ersten Musikblock, der diesmal wieder von Harri Stojka und seiner Band gestaltet wurde, gehörte wohl zu den bekanntesten Autoren, die am Samstag auftraten. So hielt ihm Sylvia Treudl auch eine sehr leidenschaftliche Einführung. Er las ein Stück aus seinem schon 2002 erschienenen Roman „Mozarts Friseur“, wo es um drei alte und falsch gehende Uhren geht, die ein Museumsdirektor für ein Kunstwerk hält, so daß der Friseur schnell eine Biografie herum erfindet.

Politisch wurde es wieder mit Karl Markus Gauß und seinen Journalen, aus denen er einige Kostproben gab und Stefan Slupetzky mit seinen „Lemming-Romanen“ ein bekannter Krimiautor, mit denen der den „Glauser-“ und den „Perutz Preis“ gewonnen hat, sowie auch Musiker, hat jetzt mit „Der letzte große Trost“, sowohl einen Familien als auch autobiografischen Roman geschrieben, den er nach der zweiten Musikeinlage vorstellte.

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Die Gebirgspoeten

Die Gebirgspoeten

Mit dem Trio „LEPSCHI“ in dem Stefan Slupetzky, Tomas Slupetzky und Martin Zrost spielen und das ich schon einmal im Wiener Literaturhaus hörte, ist es in der Sektmatinee am Sonntag in Krems weitergegangen und die  stand im Zeichen der Schweiz-Östereischichen Freundschaft, kamen doch nach einem Musikauftakt die „Gebirgspoeten“, die aus den Schweizern Rolf Hermann, Achim Parterre und Matto Kämpf bestehen, die in karierten Hemden auftraten und sich, wie im Programm steht, mit „Den Mythen und Klischees der Schweiz“ auseinandersetzen zu Wort und danach wieder der Schauspieler Christoph Mauz mit einem „Willkommenskultur“ getitelten Programm, das aus Texten von Karl Kraus zum Beispiel aus den „Letzten Tagen der Menschheit“ und Anton Kuh bestand und da  hundert Jahre alte literarische Betrachtungen, die wie Christoph Maunz erklärte, erstaunlich heutig klingen, excellent aufführte und so ist dieser „Weltalltag“ in Göttweig und Krems mit vielen Weinproben, bekannter und unbekannter Literatur zu Ende gegangen und während das Team um Sylvia Treudl das Programm für das nächste Jahr zusammenstellt, bleibt zu hoffen, daß er die  Welt vielleicht ein bißchen besser macht.

 

 

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