Literaturgefluester

2022-06-01

Sabine Scholls Festrede auf Elfriede Gerstl

Noch einmal Sabine Scholl ,obwohl ich sie ja schon am Montag live und am Dienstag per Stream in der „Alten Schmiede“ hörte und diesmal hat sie die Festrede auf die 2009 verstorbene Elfriede Gerstl gehalten, die am 16 . Juni, einen Tag nach dem dritten Geburtstag meiner Enkeltochter Lia, neunzig geworden wäre und die Festrede „Autorinnen feiern Autorinnen“, wo eine Autorin eine verstorbene Kollegin würdigt, hat Julia Danileczyk eingeführt, als sie das Literaturreferat der Stadt Wien übernahm. Da hat Marlene Streeruwitz Berta von Suttner gewürdigt, der Eröffner hat auf ein Glas Wein eingeladen, das es nicht gegeben hat, während unten im Hof ein großes FPÖ-Fest gefeiert wurde, zu dem umgeleitet wurde und Marlene Streeruwitz, die Couragierte hat dazu aufgefordert, sich den Wein dort zu holen, aber ich habe mich das nicht getraut, die Security hätte mich wahrscheinlich auch abgehalten.

Dann hat Marlene Schachinger Betty Paoly gewürdigt, 2016 die inzwischen verstorbene Ruth Klüger Marie von Ebner Eschenbach, Juia Rabinowitsch hat Mela Hartwig gewürdigt, 2018 Petra Ganglbauer Jeannie Ebner, 2019 Margit Schreiner über Caroline Pichler, da hat es dann schon Wein gegeben und 2019 auch vorher ein Symposium mit einem Buffet. Dann kam Corona und ich war weg vom Fenster, so habe ich Bettina Balaka über Eugenie Schwarzwald versäumt und Teresa Präauers Rede über Ilse Aichinger, die da ja hundert wurde.

2022 am Tag, wo die Maskenpflicht in den Supermärkten gefallen ist, war alles wieder normal und Julia Danilcyck hat bei der letzten Wien-Reihe schon auf die Veranstaltung hingewiesen und bei der „KritLit“, als sie die eröffnet hat, noch einmal, also wieder eine Festrede und diesmal auf Elfriede Gerstl , die ich ja gekannt habe und die ich sehr mag und auch schon bei sehr vielen diesbezüglichen Veranstaltungen gewesen ist, ich würde fürs nächste Mal Else Feldmann empfehlen und Friederike Mayröcker, die ja im letzten Jahr gestorben ist, kommt wahrscheinlich auch mal dran, denn die war eine sehr erfolgreiche Dichterin, während die 1932 geborene Elfriede Gerstl, die Tochter eines jüdischen Zahnarztes, von dem sich ihre Mutter aber bald scheiden ließ und die sich dann während des Holocaust verstecken mußte, die Diskrimierung und die Mißachtung schon sehr früh erlebte. So hat sie, glaube ich, die Wiener Gruppe nicht sehr anerkannt, in Berlin, wo sie offenbar einige Zeit lebte, fühlte sie sich nicht wohl und als sie einmal, um eine Gemeindewohnung ansuchte, hat ihr ein Beamter erklärt, daß man auch im Kaffeehaus schreiben kann.

Sie war dann mit Gerald Bisinger eine Zeitlang verheiratet, hat später in der Kleeblattgasse gewohnt, Herbert j. Wimmer war ihr Lebensmensch., 1999 hat sie sowohl den „Fried-“ als auch den „Trakl-Preis“ erhalten. Elfriede Jelinek hielt eine Laudatio und „Droschl“ hat nach ihren Tod eine Gesamtausgabe ihrter Werke herausgebracht. So bin ich die Stufen in den Wappensaal hinter Anette Knoch und Henrike Blum hinaufgegangen, habe dann gleich die Ruth getroffen, die sich wunderte, daß so wenig GAV-Kollegen gekommen wäre. Ein Eindruck ,den ich nicht teilte, denn ich habe mich über die vielen bekannten Gesichter gewundert, Bettina Balaka war da, Michaela Hinterleitner, Klaus Haberl, Theodora Bauer, Helmut Peschina und und und.

Die Angela und der Josef, die ich eigentlich erwartet hätte, waren nicht da.Vielleicht haben sie nichts von der Veranstaltung gewußt. Barbara Novak hat eröffnet und die Kulturstadträtin entschuldigt, die in Sachen Festwochen unterwegs war. Der Bürgermeister war auch nicht da, aber der ist noch nie zu der Veranstaltung gekommen und Julia Danielczyk hat in ihrer Festrede auch sehr viel über Elfriede Gerstl erzählt und Sabine Scholl die unentwegte hat sich auf den „Kleiderflug“ bezogen. Das ist ein Langgedicht an Hand dessen man die Biografie, der immer sehr modisch gekleideten kleinen Frau, die die Kaffeehäuser und die Straßen Wien sehr frequentierte, gut nachvollziehen kann.

Sie hat Kleider gesammelt und ich habe sie einmal in ihr Depot in der Kettenbrückengasse bekleidet und einmal hat sie mich auch auf ein Fest mitgenommen, zu dem ich, weil ich ein noch größerer Außenseiter des Literaturbetriebs bin, keine Einladung hatte. Enmal hat sie bei meinem Geburtstagsfest gelesen und sie war sicher eine sehr interessante Rand- oder besser Kultfigur mit ihren Textkrüml des Literaturbetriebs.

Nachher gab es, was mich auch sehr freute, wieder den Wein, denn bei der „Wien-Reihe“ und auch im Literaturhaus gibt es denm glaube ich, noch nicht. Ich habe mich mit Kaus Haberl, der Ruth, Eva Dithe und noch ein paar anderen unterhalten. Eine Publikation im „Mandelbaum-Verlag“ und einen Abdruck der Festrede in der „Furche“, die aufgelegen ist, hat es auch gegeben und der Alfred hat inzwischen den Otto getroffen, der ein Zeitlang mein literarischer Verstärker war,getroffen und Franz Schuller, ein ehemaliger Freund von ihm, der aber auch im Kulturamt tätig ist, war auch anwesend.

2022-05-31

Literatur und Klasse

Ein interessantes Thema, da gab es ja einmal, glaube ich, so einen Artikel „Lassen sie mich durch, ich bin Arztsohn!“, wo es darum ging, daß Personen aus Bildungsschichten leichter Aufnahme in den Lteraturinstituten finden und Sabine Sholl, die „Priessnitz-Preisträgerin“ und Mitbegründerin der Hochschule für Sprachkunst hat zu diesem Thema eine zweiteilige Veranstaltung in der „AS“ geplant und ich die ich ja aus einer Arbeiterfamilie stamme, wie ich immer sage, obwohl mein Vater, glaube ich, gelernter Buchhalter war und bis zu seiner Pension in der WGKK in der Statistikabteilung arbeitete, die Mutter war gelernte Stickerin hat später als Kindergartenhelferin, eine Zeitlang auch als Bedienerin gearbeitet, kann das auch bei mir nachvollziehen, obwohl ich nach der Hauptschule die sogenannte „Knödelakademie“ besuchte und dann Psychologie studierte.

Da kann ich mich auch an einen Dialog mit einer Mutter einer Schulkollegin erinnern, die meinte, daß ich ja meinen „Doktor“ auch heiraten könne. In der Unterschicht ist das nicht so einfach. Ich habe ihn aber selber gemacht und empfinde mich jetzt mit fast siebzig, eher klassenlos und in den Lteraturbetrieb habe ich es leider nicht geschafft, weil ich wahrscheinlich zu schüchtern war oder noch immer bin, keine Beziehungen habe und außerdem bezüglich der Rechtschreibung ein wenig rebellisch bin und das ist wahrscheinlich ein Problem, denn die im Verlag, die ja in fünf Minuten auf der ersten Seite entscheiden müßen, stolpern wahrscheinlich über das erste scharfe „ß“.

Ist halt so, da ich im nächsten Jahr fünfzig Jahre Matura und fünfzig Jahre literarisches Schreiben feiern werde, Freunde freut auch schon darauf, ist mir das inzwischen egal. Ich habe meine fünfzig oder so selbstgemachte Bücher, bald vierzehn Jahre meinen Blog, merke aber, jetzt kommen die jungen Frauen, die eine Literaturzeitschrift „P.S politisch schreiben“ gründen oder Romane über ihre „Migra-Vergangenheit“ schreiben und einen Verlag finden.

Sabine Scholl, die erwähnte, daß sie auch aus einer bildungsfernen Schicht stammt, hat daraus einen Themaabend gemacht und sich da zuerst mit Renee Gadsen, die ich von der „Schule für Dichtung“ kenne, über dieses Thema unterhalten oder eigentlich mit ihr über ein Buch der 1952 in Kenntucky geborenen Lteraturwissenschaftlerin bell hooks, die sich mit antirassistischer feministischer kapitalistischen Ansätzen beschäftige.

„Die Bedeutung der Klasse“ heißt das Buch, das schon vor zwanzig Jahre erschienen ist und das mit Renee Gadsden, die wie sagte, in New York in einer eher bürgerlichen Familie aufgewachsen ist, immer noch sehr aktuell ist, als ob es heute geschrieben worden wäre und die Schwarzen ohne Bildung haben es schwer. Noch mehr die armen Weißen und so versuchen alle mit Bildung aufzusteigen und verdrängen dann wohl die anderen „Lassen Sie mich durch, ich bin Arztsohn!“ oder die schreiben halt „daß“ mit zwei „ss“, wenn sie sich an der Hochschule für Sprachkunst bewerben. Falsch nicht alle, Tomer Gardi hat das nicht getan. Aber der hat sich dort, glaube ich, auch nicht beworben, sondern beim „Bachmann-preis“ „Broken German“ gesprochen und damit den „Leipziger-Buchpreis“ gewonnen.

Danach gab es zwei Lesungen von jungen Frauen mit Migrationeshintergrund, die beide, Zufall oder nicht, ihre Bücher bei „Residenz“ verlegten, die erste war die in Wien geborene aber offenbar aus einer polnischen Familie stammende Kaska Bryla, die „PS-Politisch“ schreiben gegründet hat und die ich bei der Krilit kennenlernte. Ihr zweiter Roman heißt „Der Eistaucher“ und da geht es um „Migras“, wie es Kaska Bryla nannte, die eine katholische Privatbschule besuchen und es da mit der einheimischen Elite nicht so leicht haben. Die zweite war die 1980 in Belgrad in geborene Barbi Markovic„, die seit 2006 in Wien lebt, auch beim „Bachmann-Preis“ las und glaube ich beim „Alpha“ mit ihren „Superheldinnen“ gewonnen hat, den „Priessnitz-Preis“ bekam und deren „Verschissene Zeit“ die vorgestellte wurde, ich gelesen habe. Darin wollte sie sich an Neunzigerjahre, die in Belgrad sehr kriegsgeprägt waren, erinnern und darin wird ja sehr geschimpft.

Dann wurde darüber diskutiert. Aber beide junge Frauen haben ja studiert und ihre Klasse, wenn sie sich überhaupt in einer schlechten befanden, erfolgreich überwunden und am Dienstag ging es dann mit der „Autosoziobiografie“ weiter, die Sabine Scholl mit Eva Schörkhuber, die ja auch bei „PS -Politisch schreiben aktiv ist , an Hand der Bücher von Anke Stelling und Annie Ernaux diskutierten.

Auotsoziobiographie ein Begriff, der mir bis daher fremd war. Es geht, um die Probleme, die man hat, wenn man vom Land in die Großstadt kommt und da nicht genau weiß, wie man sich verhalten soll, ob man den Apfel schälen oder hineinbeißen soll?

Da denkt die Psychologin es mangelt am Selbstbewußtsein, denn wenn ich das habe ist es egal, ob ich mit Konsalik-Büchern Deutsch lernte oder nicht. Aber da hat man wahrscheinlich nicht, wenn man aus der Unterschicht kommt und aufsteigen will und Sabine Scholls Credo war, glaube ich, zu zeigen, wie wichtig Bildung ist, daß man die Schichten überwindet.

Dann gab es das Beispiel, wo ich wieder an Tomer Gardi dachte, von einem Franzosen, der bewußt „schlechtes“ Französisch verwendete und Iris Radisch, die das Buch dann rezensierte hat das nicht verstanden und das Buch heruntergemacht, weil sie von Büchern die perfekte Sprache erwartet und da sehe ich mich mit meinem „Die Rechtschreibung und die Grammatik ist egal! und dann werde ich beispielsweise im Blog heruntergemacht, weil ich Rechtschreibfehler habe.

Daran schließt sich die Frage, wer über was schreiben darf? Eine Heterosexuaeller nicht über Transgender, wie ich ja hörte als ich „Paul und Paula“ geschrieben habe, eine Weiße darf keine Dreadlocks haben und hat sie sie wird sie bei gewissen Veranstaltungen nicht mehr eingeladen und da sind wir wieder bei den Vorurteilen, die es ja, glaube ich, zu überwinden gilt.

Interessant, interessant und ich schließe mit dem Wunsch, daß man einfach schreiben soll und, daß es toll ist, daß man das tut. Aber das Problem ist dann wahrscheinlich immer noch der Arztsohn, der in Leipzig aufgenommen wird, während das selbstbewußte Arbeiterkind vielleicht abgelehnt wird.

Nach der Pause gab es wieder Textbeispiele, das erste stammte aus dem Theaterstück „Einfache Leute“ von Anna Gschnitzer, die ich, glaube ich, bei der ersten „Studentenlesung“ kennenlernte und die jetzt in München lebt und Theatertexte schreibt. Bei dem Vorgestellten hat die Dramaturgin Alex, den gleichen soziokulturellen Hintergrund, wie in der Diskussion beschrieben wurde.

Dann kam Verena Mermer mit ihren „Autobus Ultima Speranza“, wo ein Autobus vor Weihnachten die Vierundzwanzigstundenbetreuerinnen und andere Arbeitsmigranten von Wien nach Rumänien fährt und Verena Mermer im Gespräch die Schwierigkeiten erläuterte, die sie beim Recherchieren hatte.

Eine interessante Veranstaltung bei der, wie Sabine Scholl am Schluß erklärte, es wahrscheinlich noch viel Arbeit gibt, bis die Klassenunterschiede fallen. Ich werden in diesem Sinn weiterschreiben und am Mittwoch werde ich Sabine Scholl wahrscheinlich im Rathaus wiedersehen, wo sie die Festrede zu Elfriede Gerstl hält.

2021-12-15

Geschichte schreiben mit Sabine Scholl

Die 1963 in Grieskirchen geborene Sabine Scholl, die Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaften studierte, verschiedene Lehraufträge, in Japan,in USA, etcetera hatte und auch lange Professor für Sprachkunst an der Angewandten war, beim „Bachmann-Preis“ gelesen hat und den „Wildgans-Preis“ bekommen hat, beschäftigt sich in ihren experimentellen Schreiben schon lange mit Geschichte.

So habe ich sie einmal in den Vorlesungen für Literatur in der „AS“ gehört und in der letzten Zeit hatte sie dort ein Autorenprojekt, wo sie unter dem Titel „Geschichte schreiben“ verschiedene Autoren wie Kenah Cusanit, Inger Maria Mahlke, Alida Bremer, Mojca Kumerdej, Ludwig Laher, Hanna Sukare, Marketa Pilatova und ivana Sajko vorstellte.

Einige dieser Veranstaltungen habe ich gehört bzw. gestreamt und jetzt ist daraus ein bei „Sonderzahl“ erschienenes Buch „Lebendiges Erinnern-Wie Geschichte in Literatur verwandelt wird“ herausgekommen, das von Johanna Öttl moderiert heute in der „Schmiede“ vorgestellt wurde, das wie die einleitete aus einem Vorwort und zwei Teilen besteht, aus denen Proben gelesen wurden.

Sabine Scholl erzählte zuerst, daß sie sich lange damit beschäftigte, wie man man Geschichte beschreiben kann und erwähnte da beispielsweise Takis Würgers „Stella“ als negativ Beispiel, wo reale Personen literarisch ausgeschlachtet werden, sowie Jonathan Litells „Die Wohlgesinnten“, das sie, glaube ich, durch die Art der Darstellung nicht lesen konnte.

Begonnen hat sie mit der literarischen Geschichtsaufarbeitung mit Heimrad Bäckers „Nachschrift“, das ja kürzlich in der „Grundbuchreihe“ vorgestellt wurde. Ein weiteres Beispiel des ersten Teils ist die 1945 als Kind sowetischer Zwangsarbeiter geborene Natascha Wodins, die mit der Darstellung des Schicksal ihrer Mutter, die sich umbrachte, als sie elf Jahre war „Sie kam aus Mariupul“, 2017 den „Leipziger Buchpreis“ bekommen hat.

Im zweiten Teil wurden dann die in der „Schmiede“ erfolgten Gespräche behandelt und da wählte Sabine Scholl als Leseprobe den Familienroman der kroatischen Autorin Ivana Sajlko aus, wo eine Lehrerin im ehemalige Jugoslawien die Geschichte immer wieder anders unterrichten mußte.

Außer dem Essayband hat sich Sabine Scholl auch mit eigenen Roman beschäftigt, der im März herauskommen soll, zuerst „Bei mir bist du schön“ heißen sollte, jetzt aber, als „Die im Schatten, die im Licht „herauskommen wird und höchstwahrscheinlich wieder in der „Alten Schmiede“ vorgestellt werden wird.

Freuen wir uns darauf, vielleicht kam man dann schon als NI live daran teilnehmen, die neue Omicron-Variante wird das aber höchstwahrscheinlich verhindern, was für künftige Autoren vielleicht auch ein Thema sein kann, Geschichte aufzuarbeiten. Bis jetzt scheine ich ja eher die Einzige zu sein, die sich damit beschäftigt, beziehungsweise, die 2027 in New York geborene Drehbuchautorin Joana Bernard, die 2053 um die Pandemie zu erforschen nach Wien reist. Wär schön, den Kurztext, der gerade im Rohtext fertig wurde, einmal in der „Schmiede“ vorzustellen. Seien wir gespannt, wann das einmal möglich sein wird?

2021-02-16

Geschichte schreiben

Da ich ja jetzt schon fast ein Jahr nicht mehr live in der „Alten Schmiede“ war, kenne ich mich mit den dort derzeit aktuellen Reihen nicht mehr aus. Als Moderatoren agieren dort jetzt Jana Volkmann und Johanna Öttl, Markus Köhle moderiert auch recht viel und „Geschichte Schreiben“ ist eine Reihe, die mir offenbar bisher entgangen ist, beziehungsweise ich mich nicht erinnern kann, einmal life oder per livestream dort gewesen zu sein.

Sabine Scholl stellte die Bücher von Hanna Sukare „Schwedenreiter“ und Ludwig Lahers „Schauplatzwunden“ vor, in denen es bei beiden, um das dritte Reich bezeihungsweise den Holocaust geht und Sabine Scholl,die „Wildgans-Preisträgerin“, die ich schon öfter in der „Alten Schmiede“ erlebte, hat sich für die Veranstaltung offenbar ein besonderes Konzept ausgedacht, denn das zweite Buch der 1957 in Freiburg geborenen Hanna Sukare ist schon 2018 erschienen und da war ich schon im Literaturhaus bei der Präsentation und der 1955 geborene Ludwig Laher, der sich auch sehr bei den IG-Autoren engagiert, in Klagenfurt den Literaturkurs macht und den ich, weil er auch über dieses Thema geschrieben hat, in die Jury des „Ohrenschmauses“ brachte, hat schon über viele Themen, darunter auch in einem seiner ersten Bücher „Herzfleischentartung“ über ein oberösterreichisches NS-Lager geschrieben.

In „Bitter“ hat er auch über dieses Thema geschrieben, beide Bücher habe ich bekommen, eines von Anna Jellers „Tag des Buches-Aktion“, das zweite bei einem Bücherflohmakt vor der „Buch Wien“ und jetzt geht es wieder, um das „Arbeitserziehungs und Zigeuneranhaltelager St.Pantaleon – Weyer und da hat er über zwölf Personen geschrieben, die mit diesem Lager in Verbindung standen.

Jana Volkmann deren Buch ich leider noch nicht bekommen habe, eröffnete, stellte Sabine Scholl vor und erzählte, daß Ludwig Laher nicht live in den Livestream der „Alten Schmiede“ kommen kann, sondern zugeschaltet wird und die erzählte dann über das Buch, vor allem, daß es eher dokumentatisch als fiktional ist. Dann wurde Ludwig Laher zugeschaltet und begann zu lesen, aber leider kein Ton zu hören und nach einer Weile sah man den August mit der Maske am Pult hantieren und dann sagte Sabine Scholl „Entschuldigen Sie Herr Laher, wir können Sie nicht hören!“

So begann dann Hanna Sukare mit ihrem „Schwedenreiter“ und erzählte, daß Sabine Scholl sie gefragt hat, wie man über Geschichte schreiben kann. Sie sagte, sie schreibt in und von der Gegenwart und begann dann eine Stelle zu lesen, wo der kleine Enkel der Rosa als Bettlerkind beschimpft wird und man erfährt. Der Sohn, ein Deserteur, hat sich im Krieg auf einer Alm versteckt und wurde erwischt. dann sind fünfzig Leute, darunter auch die Großmutter, ins Lager gekommen und Hanna Sukare erklärte, daß es sich bei dem Ort „Stumpf“ eigentlich um Godegg handelt, wo es im Jahr 1944 den sogenannten „Sturm“ gegeben hat.Hanna Sukare war in Godegg, hat die Chronik gelesen, wo nichts davon drinnen gestanden hat. Jetzt wurde oder wird die Chronik umgeschrieben, denn in den Achtzigerjahren haben einige Studenten den Sturm entdeckt und darüber geschrieben, sind aber bald verstummt und jetzt im Gegensatz zu Ludwig Laher, der es ja dokumentarisch anfaßte, ein fiktionaler Text.

Hanna Sukare las noch einige Stellen daraus und unterhielt sich auch ausführlich mit Sabine Scholl darüber und interessant ist auch die Frage, wieso Godegg in dem ort Stumpf heißt. Sie meinte, sie hätte sogar im „Otto Müller-Verlag“ danach gefragt. Karl-Markus Gauß hat ihr geraten, den Klarnamen zu verwenden. Aber für sie hat es nicht gepaßt. Denn wenn sie einen Ort nicht genau kennt, kann sie auch nicht richtig darüber schreiben, verlegt den Stephansdom also in den vierten Bezirk beispielsweise, deshalb Stumpf, weil sie der Ort an einen Kegelstumpf erinnert und da muß ich schreiben, da hätte ich Schwierrigkeiten und würde es nicht so machen. Denn in Godegg ist das ja passiert und nicht in Stumpf und wenn ich das Buch lese, hätte ich damit Schweirigkeiten, so wie ich lange nicht verstand, daß Manfred Wieningers Krimis in Harland spielen und es dort ein Leichenschauhaus gibt und ich frage mich immer, wenn ich durch die Siedlung radle, wo das nun ist und als ich Manfred Wieninger danach fragte und der mir nur lakonisch „Damit ist St Pölten gemeint!“, antwortete, habe ich nicht verstanden, warum er diese diese Verklausierung wählte?

Nachdem sich Sabine Scholl bei Hanna Sukare für die Lesung bedankte, kam wieder Jana Volkmann und sagte, wir schalten jetzt Ludwig Laher zu. Es gibt eine lesung, aber leider kein Gespräch und so war Ludwig laher über Skype zu hören, wo es noch eine Rückkoppelung, dann aber doch eine Lesung gab und Ludwig Laher dann selbst einiges über sein Buch erzählte.

Er las eine Stelle, die von einem Arzt handelte, der offenbar in der Nacht von der SS in das Lager geholt wurde und einen Totenschein ausstellen sollte, daß ein Gefolterter an einer Pneumonie gestorben sei, was er zuerst verweigerte, dann aber unter Androhungen doch tat und dann offenbar sehr lang darunter litt. Eine Stelle aus dem Kapitel des Lagerleiters hat er auch noch gelesen und am Schluß eine Stelle aus einem Gespräch, das er kurz vor dessen Tod mit dem ehermaligen Gauleiter hatte, der über das damalige Geschehen offenbar kein Schuldbewußtsein zeigte.

Am Schluß war wieder Jana Volkmann zu hören, die das Lesen der b2eiden Bücher empfahl, aber ich habe bei Ludwig Laher ja noch „Bitter und die „Herzfleischentartung zu lesen. Von Hanna Sukare, die „Staubzunge“, die ich mir bei einem Weihnachtsflohmarkt in der Grünangergasse kaufte und jetzt liegt Fabian Neidhardts „Immer noch wach“ bei mir, was ich höchstwahrscheinlich vorher lesen wird, ein Buch über das Sterben oder eine nahtoderfahrung, das ich mir bestellte, weil Fabinan Neidhard ja auch in der Bloggerdebutjury ist und außerdem öfter mit Wolfgang Tischer im Literaturcafe einen Podcast macht, der das Buch gerade vorstellt, so daß ich mich da auch hineinhörte, obwohl das ja ein anderes Thema ist.

2018-12-11

Frauen schreiben Krieg

Bin ich vorigen Dienstag zu spät in eine Veranstaltung zu „Hundert Jahren Frauenwahlrecht“ ins Literaturhaus gehuscht, bin ich das heute zu den „Wiener Vorlesungen zur Literatur“, in die „Alte Schmiede“, eine Veranstaltungsreihe, die es dort regelmäßig gibt und die wahrscheinlich einmal von Kurt Neumann, der die Essays über die weibliche Sichtweise des Krieges von der „Wildgans-Preisträgerin Sabine Scholl moderierte, obwohl er, glaube ich, sich schon in Pension befindet, ins Leben gerufen wurde.

Eine Veranstaltungsreihe, die ich manchmal, nicht regelmäßig besuche, bin ich ja keine Theoretikerin, sondern eher eine der Praxis, eine schreibede Frau, wie ich immer schreibe, wenn mich meine Kritikerinnen beschimpfen „Was Sie nennen sich Dichterin und haben so viele Fehler?“

Nein, nenne ich mich nicht, aber ich bin wahrscheinlich eine gründliche Lerserin und die Vorlesungen oder Essays, wie es die 1958 in OÖ Geborene nannte, waren auch wahrscheinlich eher praktisch, als theoretisch.

Zwei Vorlesungen mit einer viertel Stunde Pause dazwischen, die ich zum Lesen von Dietmar Füssels „Deppenstories“ nützte, die die weibliche Sichtweise des Krieges von 1914 bis 1945 unter dem Titel „Körper Kleider Blut“ und dannn bis in die Gegenwart „Knochen Ruinen Kameras“ beleuchtete und die erste weibliche Berichterstatterin ist wohl unzweifelhaft die Alice Schalek, die der Karl Kraus so verhunzt hat, wie Kurt Neumann später sagte, habe ich versäumt, weil ich  irrümlich am Karlsplatz zur U 2 statt zur U1 hetzte und dabei wohl einen Zug ausließ, aber da war ich ja einmal bei einer Lesung im Literaturhaus und habe die Cartoons, nicht das Original zur den „Letzten Tagen“ gelesen und mir würde wohl auch noch Adrienne Thomas „Kathrin wird Soldat“ einfallen, aber Sabine Scholl war schon bei Punkt zwei und bei den weiblichen Berichterstatterinnen, die in den World war two geschickt wurden, als ich den Schmiedesaal erreichte und das waren vorwiegend drei Damen namens Margaret Bourke-White, Martha Gellhorn, eine der Frauen von Ernest Hemingway und Lee Miller, die sich mit Uniformen, Puder und Lippenstift an die Front versetzen ließen, in der „Vogue“ berichteten, sich in Hitlers Badewanne fotografieren ließen, etcetera.

Die Bücher und Bildbände der drei Damen lagen am Büchertisch auf. Sabine Scholl ist dann zu Irene Nemirovsky eine in Frankreich lebende rrussisch-polnische Jüdin übergegangen, die den Krieg in Romanen beschireb, die aber erst von ihrer Tochter veröffentlicht werden konnten, weil sie in Auschwitz ums Leben kam und dann zur Svetlana Alexjewitsch, der Nobelpreisjträgerin, die russische Frauen, die im World war II mitgewirkt hatten, nach ihren Erfahrungen fragten.

Vor der Pause kam dann noch Dascha Drindic an die Reihe mit ihrem Projekt „Sonnenschein“, die auch schon in der „AS“ gelesen hat, die im Juli in Riejka gestorben ist und nach der Pause ging es von World War II über den Jugoslawienkrieg in die Gegenwart und da hat die Kroatin Slavenka Draculic auch eine wichtige Arbeit geleistet, als sie die Den Haager Prozesse beobachtet hat und darüber in „Keiner war dabei“ einen Bericht über den Balkankrieg geschrieben hat.

Sie hat dann noch ein Buch über die Vergewaltigungsopfer geschrieben und dabei die Fiction mit der Wirklichkeit verbunden und die Protagonistin in „Als gäbe es mich nicht“ ihr Kind dann noch behalten ließ, was nicht nur von Sabine Scholl kritisiert wurde.

Junge kroatische serbische bosnische Frauen etcerta gibt es auch, die ihre Kriegserlebnisse aufzeichneten, mir fiele dabei nur Marica Bodrozic ein. Sabine Scholl hat aber die mir unbekannten Ivan Salko und Sara Novic erwähnt und natürlich noch Sasa Stanicic und Tiljan Sila aber es ging hier, um die weibliche Sichtweise und Anna Kim, die österreichische Autorin mit südkoreanischen Wurzeln hat  in der „Gefrorenen Zeit“ von außen über den Jugoslawienkrieg berichtet, in dem sie einen, der seine Frau verloren hat, auf Spurensuche gehen ließ.

Von Jugoslawien geht es dann, was die Kriege betrifft nach Tschetschenien und in die Ukraine und beim letzteren hat Sabine Scholl Oksana Sabuschko und Tanja Majlartaschuk erwähnt und die Bachmannpreisträgerin von heuer hat mir ein bißchen als Namensgeberin gedient, als ich mich sowohl im „Schutzengelchen“ als auch in der „Sommergeschichte“ mit der Ukraine beschftigt habe, was ich natürlich auch von außen getan habe und in den „Sommererlebnissen“, die die Ereginisse von 2015  schildern, geht es natürlich auch um Syrien und das war der nächste Andockungspunkt von Sabine Scholl.

Hier hat sie ein Internetprojekt von Annika Reich und Linda Muzur erwähnt, die sich im „Weiterschreiben“ mit „Literarischen Begegnungen mit Autorinnen und Autoren aus Kriegsgebiegten“ beschäftigte, das heißt Sabine Scholl hat sich nur mit den weiblichen Namen beschftigt, die auch im Programmfolder abgedruckt sind, aber mir ist gleich das bei „Ullstein“ erschienene Buch eingefallen, das seit einigen Wochen in meinem Badezimmer liegt und da sind auch Autoren wie Sasa Stanisic, Maritn Kordic, etcetera, enthalten, aber auch die Autorinnen, die Sabine Scholl erwähnte, das ich wahrscheinlich nach Weihnachten lesen will.

Am Schluß gab es eine Diskussion und Kurt Neumanns Frage, wie Sabine Scholl auf die Idee, sich mit dem Thema zu beschäftigen, gekommen ist. Das heißt, das hat sie, glaube ich, schon vorher selber beantwortet, daß die weibliche Sichtweise auf das Kriegsgeschehen anders und  besonder wichtig ist und daher erforscht werden sollte.

Sabine Scholl schreibt jetzt auch, wie sie verriet an einem Roman über Frauen im Krieg, weil sie, wie sie weiter sagte, die männliche Berichterstattung, die ja wahrscheinlich viel stärker ist, nie so interessierte. Aber ich denke „Wie der Soldat das Grammofon reparierte“ oder im „Westen nichts Neues“ ist schon sehr interessant, finde das Thema und die Beschftigung mit den weiblichen Stimmen aber auch sehr wichtig, habe viel gelernt,  auch schon viel darüber gelesen und werde das auch weiter tun.

2018-05-22

Anton Wildgans-Preis 2018

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 22:02
Tags: , ,

Angela, Josef, Eva © Industriellenvereinigung – Elisabeth Kessler

Angela, Josef, Eva © Industriellenvereinigung – Elisabeth Kessler

Den „Anton Wildgans-Preis“ der seit 1962 von der Industriellenvereinigung vergeben wird, gibt es seit 1962 und wird wie es so schön heißt, an Autoren, die schon ein Werk geschaffen aber auch noch eines vor sich haben, vergeben und wie man auf „Wikipedia“ nachlesen kann, hat ihn schon das „Who ist who der österreichischen Literatur bekommen.

Derzeit sind Barbara Neuwirth, ebenfalls Preisträgerin, Marianne Gruber, Ehrenprädisdentin der „Gesellschaft für Literatur“ und ein Herr Johann Holzner, Mtglied der Jury und ich bekomme seit 2011 seit Arno Geiger den Preis bekommen hat, eine Einladung. War also seither dabei, nur im Vorjahr, wo Robert Seethaler, der Preisträger war, nicht, denn da bin ich ja mit der Ruth und dem Alfred um den Bodensee geradelt, aber heuer, wo die experimentelle Aurtorin Sabine Scholl den Preis bekommen hat, wieder.

Mit ihrem Vater, einem älteren Herrn im Steireranzug, habe ich das Haus der Industrie betreten und dann gab es wieder, wie in den letzten Jahren, Musik des Damensaxophonquartetts, Marianne Gruber hielt diesmal die Laudation und las ein Gedicht der Autorin, das sehr stark an das Wildgans Epos „Ich bin ein Kind der Stadt, die Leute meinen und spotten weithin über einen, daß solch ein Stadtkind keine Heimat hat…“ angelehnt war und folgendermaßen lautete „Ich bin ein Kind des Alten, des Kalten hielt mein Ohr hin und wartete auf den Übergang  abgeschoben, ein Kind von Kindern des zweiten Welt umfassenden Kriegs.“

Ich habe von der experimentellen Autorin die auch Professorin in Leipzig und am Institut für Sprachkunst ist, nicht sehr viel geselesen, war aber bei der Vorstellung ihres Krimis in der „Gesellschaft für Literatur“ und von „Die Füchsin spiricht“, was Marianne Gruber in ihrer Laudatio erwähnte, habe ich auch schon etwas gehört.

Dann kam die Preisverleihung und die Dankesrede, bis auf die Minute genau im Programm fixiert, die sich auf ein Gedicht von Anton Wildgans bezog. Petra Hartlieb hat wieder den Büchertisch gemacht. Es gab Brötchen und süße Sachen.Ich habe mich mit der Angela und ihrem Partner unterhalten. Susanne Ayoub, Arno Geiger und andere Prominete gesehen. Fotografiert wurde ich auch, mal sehen, ob ich das Foto im Blog präsentieren kann.

Bloggen auf WordPress.com.