Literaturgefluester

2015-10-05

Longlistentagebuch, Wochenbericht und weitere Planung

In der vorigen Woche habe ich, obwohl am Montag der Setz gekommen ist, mit dem Longlistenlesen vorübergehend aufgehört und die beiden Buchdebuts von „Kremayr und Scheriau“ gelesen, außerdem scheine ich in meiner Longlistenleseeuphorie, die ja immer noch habe, ein bißchen zu viel zu kommentieren oder zu verlinken, was zu nerven oder zu ermüden scheint und mit dem Lesen bin ich, seit ich mit dem Setz, meinem fünfnzehnten Longlistenbuch, auch ein bißchen im Rückstand, denn das hat ja über tausend Seiten und wenn ich da auch jeden Tag mindestens hundert Seiten lese, brauche ich wahrscheinlich bis am Freitag, bis ich fertig bin und dann warten zwar der Lappert und der Helle auf mich, aber möglicherweise habe ich dazwischen wieder ein bis zwei Rezensionsexemplare einzuschieben, das Nein sagen, fällt mir da ja bekanntlich eher schwer und nächsten Montag, am zwölften wird ja schon der dBp vergeben, so daß ich dann die beiden Long-bzw. Shortlist oder vielleicht das Siegerbuch, während meines Frankfurt-Surfings lesen werde, ich fahre ja nicht auf die Messe und dann kann ich mich auf die Jagd nach dem Witzel, dem Vertlib und den angeblich so unlesbaren Peltzer machen.

Da habe ich aber schon ein wenig vorgeplant, denn am neunten November habe ich ja Geburtstag und da gibt es am Freitag davor, das literarische Geburtstagsfest und da habe ich jetzt die Einladungen ausgeschickt, also dem Otto avisiert, was ich von ihm brauche und mir nächste oder übernächste Woche gerne holen will und die liebe Trude, meine Schulkollegin von der Straßergasse, die ganz in meiner Nähe wohnt, bringt mir immer Bücher mit und hat schon zweimal eines erwischt, das ich mir schon vom Alfred habe schenken lassen.

Jetzt hat sie vorher angefragt, was ich haben will und ich habe „Die Erfindung der roten Armee Fraktion durch einen mansich-depressiven Teenager im Sommer 1969“, geantwortet, weil ich „Lucia Binar und die russische Seele“ notfalls auch in einer Buchhandlung lesen kann, wenn es mit einem schnellen Treffen mit dem Otto vielleicht nichts wird, aber dann kann ich damit erst im November zu lesen anfangen und was lese ich dazwischen? Meine Leselistenbücher  selbstverständlich und  den Ulrich Peltzer, für den ich wahrscheinlich auch länger brauche.

Luxussorgen oder die Erkenntnis, daß sich die zwanzig Longlistbücher wahrscheinlich in einem oder zwei Monaten lesen lassen, lese ich ja etwa zwölf bis vierzehn Bücher im Monat, aber das muß man wahrscheinlich planen, daß man die Bücher rechtzeitig zur Verfügung hat und da gab es bei meinem Erstversuch einige Anlaufschwierigkeiten und es sind bei den zwanzig auch einige sehr dicke  dabei.

Nun gut bis zur Buchpreisverleihung, die ich mir, wenn man das wieder kann, heuer auch per Livestream ansehen und erst in die zwanzig Uhr Veranstaltung in die „Alte Schmiede“ gehen und die „Stunde der literarischen Erleuchtung“ auslassen werde, wird sich der Setz noch ausgehen und für das andere habe ich dann den Rest des Oktobers oder im November Zeit

So gesehen, war die vergangene Woche auch recht intensiv, neben meiner Praxis habe ich mein Geburtstagsfest organisiert, was auch nicht so einfach war, weil ich nicht alle Lesende erreichen konnte, es gab auch einige Veranstaltungen, eine Verlagsparty und am Donnerstag bin ich wieder zum Longlistenlesen zurückgegekommen, habe nicht nur die ersten hundert Seiten „Der Stunde zwischen Frau und Gitarre“, was ein wirklich „irres Buch“ zu sein scheint, das ich wahrscheinlich auf meine persönliche Shortliste, die inzwischen aus den Büchern der Monique Schwitters, dem Feridun Zaimoglu, der Jenny Erpenbeck,  dem Kay Weyand und der Alina Bronsky besteht, setzten werde, sondern bin auch zu der Lesung von Clemens J. Setz in die „Alte Schmiede“ gegangen.

Am Freitag war dann wieder Schreibgruppe und am Samstag gab es am Heldenplatz das Konzert „Voices for Refugees“ mit vielen Bands, wie die „Toten Hosen“, „Conchita Wurst“, etcetera,  einigen Darstellungen der praktischen Flüchtlingsarbeit und hundert- oder hundertzwanzigtausend Zuschauer, die gekommen sind und mich vom Setz-Lesen ein wenig abgtehalten haben, aber das Flüchtlingsthema ist eines das bewegt und uns derzeit wahrscheinlich ein wenig durcheinanderbringt und außerem gibt es in Wien ja nächste Woche eine Wahl, wo vielleicht auch einiges passiert.

Ansonsten ist der Oktober  ein intensives Monat, wo es außer der Buchpreisvergabe und der Frankfurter Buchmesse, am Donnerstag wahrscheinlich auch die Nobelpreisverkündung gibt und da gibt es im Cafe Industrie in Margareten auch eine Lesung aus Ernst Hinterbers „Kleine Leute“, wo ich auch ein Stück lesen werde und am 28. Oktober wird dann im 7* die neue „Volksstimme-Anthologie“ mit meinem Text „Die gesprengten Gräber kehren zurück“ zurück, wo ich auch lesen werde.

Es werden auch noch ein paar  andere Preise vergeben, der „Veza-Caneti Preis“ an Sabine Gruber, der „Priessnitz-Preis“ an Anna-Elisabeth Mayer beispielsweise und bezüglich des „Ohrensschmauses – dem Literaturpreis für Menschen für und mit Lernschwierigkeiten“ gibt es am 29. Oktober die Jurysitzung.

Da sind die Texte schon im September gekommen, über hundert Stück,  ich habe sie  auch schon durchgesehen und mir  meine Vorschläge überlegt.

Ansonsten korrigiere ich immer noch an den „Ereignisreichen Sommererlebnissen“ und hoffe noch im Oktober damit fertig zu werden, denn im November will ich ja wieder beim „Nanowrimo“ mitmachen und die „Nika-Weihnachtsfrau“, beziehungsweise, eine Adventgeschichte schreiben und dafür wären ein paar Recheretage auf der Mariahilferstraße beispielsweise, wo die Nika ja ihre Zuckerln verteilen wird, ganz gut.

Dafür habe ich im auch schon für eine Lesung im „Read!!!ingroom“ für den 17. Dezember angemeldet und da wird es dann, wenn alles gut geht, schon mein letzten „Nanowrimo-Buch“ geben, wo wir schon das Dummie bestellt haben.

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2015-06-17

Ohrenschmaus-Brainstorming und musikalischer Spaziergang

Den Ohrenschmaus Literatur für und von Menschen mit Lern- sprich kognitiver Behinderung“ wird es bald zehn Jahre geben. Der liebe Otto hat mich 2007 in die Jury gebracht und seither sitze ich jeden Oktober über hundert Texten und Anfang Dezember, am Tag der Behinderten, wird dann im Museumsquartier der Preis vergeben. „Kein Mitleidbonus, sondern echte Literatur!“, sagen dann die Veranstalter und der Wissenschaftsminister und die für Unterricht und Kunst halten die Laudaties, geraten dabei in schwärmen und wiederholen ersteres solange, bis der letzte begriffen hat, daß das eben ein besonderer Preis, nämlich ein solcher im Ghetto der Behinderung ist. Niki Glattauer, der jetzt ein paar Jahre in der Jury war, hat wegen Überlastung seinen Sitz zurückgelegt und dazu gemeint, daß er kein Behindertenghetto will und so, wie die Behinderten jetzt in den Integrationsklassen sitzen und die Integrationslehrer, wenn der Klassenlehrer erkrankt ist, die Klasse übernehmen müssen und die Behinderten erst recht nicht zum Zug kommen, sollen, die mit den Behinderungen jetzt beim Bachmannpreis lesen, etc. Das ist ein alter Hut, das hat, glaube ich schon beim ersten Ohrenschmaus, als es noch die Pressekonferenz im Radiokulturcafe gegeben hat und ich anschließend zur Rattour mit der Ruth von Ybbs nach Regensburg aufgebrochen bin, gegeben, ich habe dann gemeint, daß man das vielleicht entfernen sollte, um nicht falsche Erwartungen und Hoffnungen zu wecken. Aber gut, ich bin ohnehin dafür, daß jeder schreiben, malen, dichten, etc, darf wie er will und an sich ist das Problem  leicht zu lösen, denn es hindert ja keiner, den mit den Lernbehinderungen, um Preise einzureichen und in der GAV um Aufnahme zu ersuchen. Anton Blitzstein hat das im letzten Jahr getan, aber der ist ja ein Sonderfall, weil, trotz Sonderschule, nicht nicht Lernbehindert, sondern eher einer mit Psychiatrieerfahrung und Franz Joseph Huainig, der Initiator des „Ohrenschmauses“ hat am Dienstag um zehn ins Parlament zu einem Brainstroming eingeladen, wie man den zehnten Geburtstag des Ohrenschmauses feiern soll. Dabei hat er selber Geburtstag gehabt, ich glaube es war sein fünfziger, denn zum vierzigsten ist ihm die Idee mit dem „Ohrenschmaus“ gekommen und so gab es Donuts zum Kaffee und einige Ideen, wie man den zehnten Jahrestag, dieses, wie ich glaube, doch sehr wichtigen Literaturpreises feiern könnte, sind auch gekommen. Und am Nachmittag hat Susanna Wouk wieder zu einem musikikalischen Geburtstag durch Margareten eingeladen. Es sind ja Festwochen und im vorigen Jahr gab es schon einen, wo wir mit drei Sängern durch den Berzikgegangen  und an jeder Ecke stehen geblieben sind um  Lieder von Mozart, Schubert oder Wienerlieder zu hören. Damals bvin ich nur ein Stückchen mitgegangen, weil anschließend das Lesetheater Berhta von Suttner gelesen hat, diesmal wäre der Bloomesday gewesen und im Literaturhaus gefeiert worden. Aber soweit bin ich nicht gekommen, sondern im Hotel Falkensteiner bei der Weinverkostung hängen geblieben, das ist das, zu dessen Eröffnung ich vor einenhalb Jahren eingeladen wurde, vorher wurde die Lebenshilfebibliothek an eine Uniinstitut feierlich vergeben und auf die Ohrenschmaustexte von 2013 habe ich auch gewartet, es gibt also so was wie Deja vue Erlebnisse und der musikalische Rundgang hat in der St. Josefskirche angefangen, wo Schubert beerdigt wurde. Es waren die gleichen Sänger, wie im letzten Jahr diesmal hatten sie aber musikalische Begleitung und Schubert haben sie in der Kirche, vom Hochwürden eingeleitet, auch gesungen. Dann ging es ins Bezirksamt, wo es eine kleine Ausstellung des Bezirksmuseums über die Margaretner Musiker gab. Falco ist der berühmteste und vor dem Bezirksamt wurde „Margareten nur du allein, sollst der Bezirk meiner Träume sein!“, gesungen, was ich ein wenig kitschig fand. Es ging aber gleich weiter und heuer gab es auch Überraschungsgäste und Überraschungseinlagen, so ein sehr kritisches Wienerlied in einem Modegeschäft und in der Pizzeria „La gondola“, gab es die erste Labung, Prosecco, Schinken und Käse zu verkosten und natürlich italienische Lieder, dann ging es wieder zu den Arbeitergesängen in den Kreisky-Park und alle durften „Bella Cia“ singen. Die japanische Sängerin  Yuko Mitani hatte sich Verstärkung mitgebracht und so wurde auch ein japanisches Arbeiterlied gesungen und dann ging es in das Haus, wo Bruno Kreisky geboren wurde und zu einem Augenoptiker, der mit Falco in die Schule gegangen ist. Der ist zwar jetzt in Kuba, hat aber einen Film gedreht und Sekt Orange und Knabberstangen in seiner Praxis aufgestellt und die letzte Station war im Hotel Falkensteiner, wo Wiener Lieder und Operretten „Wien Wien nur du allein“ oder „Im Prater blühen wieder die Bäume“ gesungen wurde. Da gab es dann auch eine Weinverkostung und was zu essen und richtig, das hätte ich jetzt vergessen, eine Tanzeinlage gab es auch und die Tänzer kann man wieder beim Wiedner Hauptstraßen Fest Anfang Juli bewundern, wo ich mich auch zum Lesen angemeldet habe. Und noch was Trauriges, Harry Rowohlt, der begnadete Übersetzer von „Angela Ashes“ und anderem, den ich vor einigen Jahren in St. Pölten im Cinema Paradiso hörte, ist gestorben.

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